+++ Mittelfristig werden bei AUDI alle konventionellen Modelle serienmäßig mindestens als Mildhybrid ausgeführt und kommen je nach Segment mit einem 48 Volt oder dem preisgünstigeren 12 Volt Bordnetz. Bis zum Jahr 2025 wird es in jeder Modellreihe eine elektrifizierte Variante geben; vollelektrisch oder als Plug-in Hybrid. Diese Angebotsvielfalt hat das ehrgeizige Ziel, 2025 rund 800.000 Elektroautos und Plug-in Hybride zu verkaufen. Das zweite rein elektrische Modell von Audi nach dem e-Tron ist mit der gleichen Technik basierend auf dem modularen Längsbaukasten unterwegs. Das heißt also: hohe Fahrleistungen, großer Akku, schnelle Lademöglichkeit mit bis zu 150 kW und elektrischem Allradantrieb. Die Optik erinnert hingegen an einen A7 Sportback mit SUV-Unterbau. Die Coupé-Form dürfte weniger Platz im Innenraum bieten, aber die Linienführung wirkt sportlicher und attraktiver als beim Schwestermodell. Beide E-Autos bauen noch auf einer modifizierten, auf Elektroantrieb angepassten Plattform auf Basis des Modularen Längsbaukastens (MLB) auf. Noch in 2018 ist ein Q5 Hybrid zu erwarten, 2019 der A7 Sportback PHEV. In 2020 kommt dann das Q8 als Hybrid. Auf Basis des Porsche Taycan wird es ein Audi Derivat mit reinem Elektroantrieb geben. Der E-Tron GT erhält die typische Audi Optik mit inversen Singleframe Grill, setzt auf die 800 Volttechnik des Porsche und auf das Unterflurbatteriepaket mit einer Kapazität vom 100 kWh. Die Fahrleistungen sollen über denen des Audi RS7 liegen, gebaut werden soll der Flitzer unter dem Label Audi Sport (vormals Quattro GmbH). Damit der Anteil an reinelektrischen Autos signifikant ansteigen kann, muss Audi auch BEV im Volumensegment anbietet. Dazu nutzt Audi den Modularen Elektrobaukasten (MEB) von Volkswagen, der für bis zu 305 PS sowie Front- und Allrad antrieb geeignet ist. Bis 2025 sollen auf Basis dessen 3 Modelle erscheinen. Das Erste wird ein kompakter Crossover, also etwas wie ein elektrischer Q3 mit der technischen Basis des Volkswagen I.D., vermutlich sogar mit dem Allradantrieb des I.D. Crozz (305 PS aus 2 Motoren). Er soll bereits Ende 2020 auf den Markt kommen und in Zwickau vom Band laufen. Ein Name steht noch nicht fest. Das zweite MEB Modell von Audi wird ausschließlich für den chinesischen Markt aufgebaut. Die Elektrifizierungsoffensive von Audi trägt den Namen Roadmap E. Nach den 2 Modellen mit proprietärer Technik (e-Tron, e-Tron Sportback) sollen für die Entwicklung “konsequent 2 große Synergie-Hebel im Volkswagen-Konzern” genutzt werden. Neben dem modularen Elektrobaukasten (MEB) entwickelt Audi gemeinsam mit Porsche E-Autos der Mittel-, Ober- und Luxus klasse in der Premium Architektur Elektrifizierung (PPE). Die Kooperationen sollen den Entwicklungsaufwand substanziell senken; Audi bezifferte das Einsparungspotenzial mit 30 %. Gleichzeitig ist die PPE ein klares Bekenntnis zum Premium Segment, und leistungsstarken Autos mit mehr als 300 PS (wo der MEB endet). Trotzdem beträgt das Investitionsvolumen in Elektromobilität und Digitalisierung laut Audi €40 Milliarden, wobei etwa €10 Milliarden aus den Synergien und Effizienzsteigerungen kommen sollen. Bis 2025 will Audi mehr als 10 Modelle (SUV und klassische Karosserieformen) auf Basis der PPE präsentieren, das erste soll bereits 2021 zu sehen sein. Die PPE ist für Autos in Größe und Leistungsstufe von E-Tron und E-Tron Sportback gedacht, kommt aber zu spät, als dass diese ersten Elektroautos schon darauf aufbauen könnten. +++
+++ Als Konsequenz aus dem Handelsstreit zwischen den USA und China prüft Autobauer BMW die Fertigung des neuen X5 in den SKD Werken in Russland, Ägypten und Thailand. Kürzlich schockte der Münchner Premiumhersteller die Finanzmarkte mit einer deutlich zurück genommenen Prognose für das laufende Jahr 2018. Als Hauptgründe für die enttäuschende Entwicklung führte BMW Chef Harald Krüger Rabattschlachten sowie Umstellung auf den WLTP an, und ganz oben auf der Giftliste der negativen Einflüsse: die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen USA und China. Das Konzernergebnis vor Steuern werde um 5 bis 10 % schrumpfen statt wie bislang erwartet mindestens die €10,7 Milliarden aus dem Vorjahr erreichen. Vor dem Hintergrund der handelskriegerischen Tendenzen zwischen USA und China entpuppt sich die Fokussierung der SUV Produktion im Werk Spartanburg / USA als neuralgischer Punkt im Produktionsnetzwerk des Münchner Premiumherstellers. Bis auf den X1 und den X3, der seit kurzem auch in China gefertigt wird, werden im US Werk alle SUVs für die Weltmärkte gebaut. Volumenstärkstes Modell dabei ist der X5, dessen vierte Generation kürzlich in den USA vorgestellt wurde und der unmittelbar vor dem Verkaufsstart steht. 30 % der X5 Produktion bleiben in Nordamerika, der Rest wandert in den Export, ein relevanter Anteil nach China. Weil man sich das dicke Geschäft mit dem wichtigen Gewinnbringer nicht zwischen den Mühlen des Handelsstreits zerreiben lassen will , prüft man in München längst alle Produktionsalternativen des für China bestimmten X5-Volumens: “Wir haben Flexibilitäten in unserem Produktionsnetzwerk”, sagt X5-Projektleiter Johann Kistler. Gemeint könnte damit sein: Beim Münchner Premiumersteller prüft man derzeit offenbar, ob und zu welchen Bedingungen man die X5 Fertigung in den SKD Werken in Russland, Ägypten und Thailand ausweiten kann. Offen spricht man darüber derzeit aber nicht, denn das Thema ist brisant, will man doch unter allen Umständen vermeiden, dass bei US Präsident Trump der Eindruck entstehen könnte, BMW drohe mit einer Produktionsverlagerung aus Spartanburg. +++
+++ Dieselkrise und Absatzrückgang: 2 Gründe, weshalb der Autobauer DAIMLER im dritten Quartal weniger Gewinn schreibt. So rutsche im dritten Quartal der auf die Aktionäre entfallende Gewinn im Vorjahresvergleich um 21 % auf €1,7 Milliarden ab. Der Umsatz stagnierte bei €40,2 (Vorjahr: €40,7) Milliarden. Hintergrund ist eine Gemengelage aus verschiedenen Faktoren: Dazu gehören die kostspieligen Software-Updates für zurückgerufene Diesel-Fahrzeuge und sinkende Verkaufszahlen. Auch hier spielen Auslieferungsstopps von Dieseln eine Rolle, außerdem Verzögerungen bei der Zertifizierung nach dem neuen Abgastestverfahren WLTP, wovon auch die Transportersparte betroffen ist. Hinzu kommen Rückstellungen für den Rechtsstreit um Kältemittel für Klimaanlagen sowie die schwache Entwicklung in einigen Busmärkten. Schon am vergangenen Freitag hatte Daimler vorläufige Zahlen vorgelegt und zum zweiten Mal in diesem Jahr die Gewinnprognose zurückgenommen. 2018 soll der Gewinn vor Zinsen und Steuern nun “deutlich” unter dem Wert des Vorjahres in Höhe von €14,3 Milliarden liegen. Allein die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Diesel in verschiedenen Regionen hätten bei Mercedes-Benz im dritten Quartal mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag zu Buche geschlagen, sagte Finanzchef Bodo Uebber in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Genauere Details wollte er nicht nennen; mit den entsprechenden Behörden sei Verschwiegenheit vereinbart worden. Wie stark sich das auswirkt, zeigt sich im Autogeschäft an der viel beachteten operativen Marge, die den Anteil vom operativen Gewinn am Umsatz anzeigt. Sie sackte auf 6,3 % und damit weit unter die Zielmarke von 10 %. Der Stuttgarter Konzern steht mit seinen Problemen nicht ganz allein da. BMW verfehlt voraussichtlich erstmals seit dem Finanzkrisenjahr 2009 die Zielrendite im Kerngeschäft. Und bei Volkswagen sind die Aussichten ebenfalls nicht mehr so heiter wie zu Jahresbeginn. Daimlers Management legt nun große Hoffnungen auf das Schlussquartal. “Die nach wie vor hohe Nachfrage unserer Kunden stimmt uns für das vierte Quartal zuversichtlich”, sagte Daimler Chef Dieter Zetsche laut Mitteilung. Der Umsatz in der Autosparte soll am Jahresende nach wie vor das Vorjahresniveau erreichen, obwohl er im bisherigen Jahresverlauf infolge sinkender Absätze um 3 % zurückging. Daimler bietet seit Oktober Rabatte für den Kauf von neuen Dieselfahrzeugen an. Das neue Programm habe eine hohe Nachfrage ausgelöst, sagte Uebber, insbesondere aus dem Taxigewerbe. Schon im vergangenen Jahr hatten sich die Hersteller mit der Bundesregierung auf ein ähnliches Programm geeinigt. Mit Hilfe der Prämien seien damals 26 000 Fahrzeuge in Europa verkauft werden, sagte Uebber. Für das kommende Jahr ist Uebber zumindest zum derzeitigen Zeitpunkt optimistisch: “Aus heutiger Sicht gehen wir von einem Wachstum im Pkw Markt weltweit aus mit unterschiedlichen regionalen Verhältnissen”. Er sei optimistisch, dass Daimler im Oberklasse Segment diese Wachstumsraten weltweit auch überschreiten könne. +++
+++ Höhere Materialkosten und Zölle sowie Probleme in China und Europa haben den Gewinn des zweitgrößten US Autobauers FORD im Sommer kräftig sinken lassen. In den 3 Monaten bis Ende September fiel der Überschuss im Jahresvergleich um rund 36 % auf €872 Millionen. Angetrieben von überraschend guten Verkäufen im Heimatmarkt Nordamerika, wo das Geschäft mit SUVs und Pick-ups boomt, legten die Erlöse dennoch um 3 % auf knapp $38 Miljard zu. Damit wurden die Markterwartungen deutlich übertroffen. “Wir machen weiter Fortschritte bei unseren Bemühungen, Ford neu weitaus wettbewerbsstärker aufzustellen”, sagte Vorstandschef Jim Hackett. Hackett hat ein massives Sparprogramm angekündigt und will die Kosten in den nächsten Jahren drastisch senken. Besonders international tut sich Ford schwer, der Zollstreit zwischen den USA und Handelspartnern wie China und der EU belastet zusätzlich. Nach den vehementen Einbrüchen will Ford mit neuer Strategie und neuem China CEO heraus aus der Krise. Ab sofort wird Chen Anning neuer Präsident und CEO von Ford China. Er berichtet hierbei an Jim Farley, der für die globalen Märkte verantwortlich zeichnet. Zusammen mit Chens Ernennung reorganisiert Ford seine Asien-Pazifik Aktivitäten, um die Rückkehr zu profitablem Wachstum zu beschleunigen. Als Teil dieser Maßnahmen wird Ford China zu einer eigenständigen Geschäftseinheit, die an die globale Zentrale berichtet. Peter Fleet soll als Präsident von Ford Asia Pacific den Übergang von Chen in seine neue Position als Leiter des Ford-Geschäfts in China erleichtern. Ende September lag der Umsatz von Ford China im Jahresvergleich um 30 % unter dem Vorjahreswert von 585.000 Einheiten. Der YTD-Umsatz des Joint Ventures Changan Ford sank um 41 % auf 335.000 Einheiten. Fords Marktanteil in China ist bis September 2018 von 5,2 % auf rund 2 % gesunken. Die wachsende Bedeutung Chinas in Fords globaler Strategie wurde von Ford-Präsident und CEO Jim Hackett hervorgehoben: “Mit den heutigen Maßnahmen stärken wir unser Engagement für den chinesischen Markt und reorganisieren unsere internationalen Märkte, um ihre Leistung zu stärken”. Im Jahre 2016 entfielen fast 14,6 % der weltweiten Ford-Verkäufe auf Changan Ford. Bis zum Jahre 2025 will Ford 50 neue Fahrzeuge auf den chinesischen Markt zu bringen. Zudem soll es eine Lokalisierung von mehr Ford und Lincoln Modellen geben, sowie Investitionen in ein China geführtes Engineering, Schaffung eines eigenen Vertriebs- und Servicekanals sowie eine Intensivierung der Partnerschaft mit Zotye, um kleine Elektrofahrzeuge einzuführen. +++
+++ Die Gebrauchtwagenplattform HEYCAR , mit der Volkswagen etablierten Online-Autobörsen Marktanteile abjagen will, wächst schneller als erwartet. Angepeilt seien 600.000 bis 700.000 Autos auf der Plattform, sagte Heycar-Chef Markus Kröger. Derzeit seien es rund 320.000 Autos; ursprünglich waren nach einem Jahr erst 150.000 Fahrzeuge als Ziel genannt worden. “Wir sind bei der Hälfte. Nächstes Jahr werden wir ein großes Stück vorankommen”. Die Konkurrenz wie Autoscout24 kommt jeweils auf mehr als 1 Million Fahrzeuge. Heycar ist seit März bundesweit aktiv. Dabei handele es sich um keine VW Plattform: über 40 % der Fahrzeuge stammten von Fremdmarken, betonte Anthony Bandmann, Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Leasing GmbH. Nach seinen Angaben kommt Heycar im Monat auf über 1,5 Millionen Nutzer, in etwa 15 % der Fälle endet das Interesse in einem Autokauf. Die Online-Gebrauchtwagenbörse wurde im Oktober 2017 von der VW Finanzsparte gegründet. Jüngst war die Finanzsparte von Daimler mit einem Anteil von 20 % bei Heycar eingestiegen. Schon zum Start hatte es geheißen, die Plattform solle allen in Deutschland aktiven Automarken offenstehen, nicht nur den Volkswagen Konzernmarken. Heycar will sich auf bis zu 8 Jahre alte Autos konzentrieren, deren Laufleistung nicht höher als 150.000 Kilometer liegen soll. Die VW Finanztochter Volkswagen Financial Services hatte im vergangenen Jahr angekündigt, ihr Geschäft deutlich ausweiten zu wollen. Bis 2025 soll demnach die Zahl der Bestandsverträge auf 30 Millionen steigen; von 19,7 Millionen Verträgen Ende 2017. Kröger machte klar, dass sich Heycar nicht damit begnüge, Interessenten auf die Plattform zu locken: “Es muss zum Ziel führen”. Gemeint ist der Autokauf, der künftig vollständig auf der Plattform abgewickelt werden soll, bis hin zur Finanzierung. Derzeit laufe die Planung der Online-Bonitätsprüfung. Denkbar sei künftig auch der Ankauf der alten Fahrzeuge von Kunden als erster Schritt hin zum Kauf eines neuen Wagens, sagte Kröger. Nach Bandmanns Angaben konzentriert sich Heycar zunächst auf Deutschland. Die internationale Expansion setze voraus, sich mit den Märkten zu befassen. Perspektivisch sei es aber denkbar, auch weitere Märkte zu beobachten, um das Modell auszurollen. +++
+++ JAGUAR LAND ROVER hat jetzt seine neue Produktionsstätte in Nitra offiziell in Betrieb genommen. Dem ersten Werk der Briten in Festland-Europa kommt aufgrund des Brexit hohe strategische Bedeutung zu. Das Investitionsvolumen beträgt €1,4 Miljard. Mit der hochmodernen Produktionsanlage in Nitra, Slowakei, beginne für Jaguar Land Rover eine neue Ära in der Fertigung, so Ralf Speth, CEO von Jaguar Land Rover, anlässlich der Eröffnung. “Es ist der neueste Meilenstein in unserem langfristigen Globalisierungsprogramm und Höhepunkt der vierjährigen Planung. Wie bei unseren bestehenden Produktionsstätten in Großbritannien, China, Brasilien, Indien und Österreich wird dieses Hightech-Werk in der Slowakei unsere Unternehmens-, Forschungs- und Entwicklungsfunktionen mit Hauptsitz in Großbritannien ergänzen und unterstützen”. Während das Herz und die Seele von Jaguar Land Rover fest in Großbritannien verankert sei, “bereichert und erweitert die internationale Expansion unser britisches Geschäft”, so der CEO weiter. Nach der Eröffnung des chinesischen Joint Ventures 2014 und des brasilianischen Werks 2016, unterstützt durch die Auftragsfertigung in Indien seit 2011 und Österreich seit 2017 markiere das Werk Nitra den jüngsten Schritt in der globalen Expansionsstrategie des Unternehmens, heißt es von Seiten der Briten. Die neue 300.000 m² große Anlage mit einer jährlichen Produktionskapazität von 150.000 Fahrzeugen nimmt laut Jaguar Land Rover eine Spitzenposition beim Einsatz von Aluminium in der Fertigung und der technischen Konstruktion in der Slowakei ein. Das Werk verfügt dazu über moderne Technologien. Es ist laut Jaguar land Rover das erste in Europa, das das Kuka Pulse Carrier System einsetzt, das 30 Prozent % Transferzeiten als herkömmliche Fördersysteme bieten soll. Hinzu komme ein hochautomatisierten Lackierprozess mit dem man höchste Qualität gewährleisten und gleichzeitig die Umweltbelastung minimieren wolle, heißt es. Mit Blick auf die Zukunft hat man die Fabrik flexibel konzipiert und für den Einsatz intelligenter, vernetzter Produktionstechnologien wie der Visualisierung in der Fertigung vorbereitet. Die Verwendung von Echtzeitdaten ermögliche eine verbesserte Prozesseffizienz, -lieferung und -qualität, heißt es dazu. Wie das Unternehmen weiter mitteilt, sind derzeit rund 1.500 Mitarbeiter in Nitra beschäftigt. Weitere 850 Einstellungen seien in einer zweiten lokalen Rekrutierungsphase geplant. Nach Angaben des OEMs sind 98 % der Angestellten slowakische Staatsangehörige, rund 30 % der Belegschaft sind weiblich. Alle Mitarbeiter der Fertigung haben laut JLR an einem maßgeschneiderten 12-wöchigen Schulungsprogramm in der ersten ausländischen Trainingsakademie des Unternehmens teilgenommen. Daür habe man €7,5 Millionen aufgewendet. +++
+++ Der französische Autokonzern PSA mit den Marken Citroën, DS, Peugeot und OPEL / Vauxhall hat beim Umsatz weiter zulegen können. Im dritten Quartal gab es gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 7,8 % auf 15,4 Milliarden Euro. Die Sparte Opel mit der britischen Schwestermarke Vauxhall setzte von Juli bis Ende September €3,88 Milliarden um. Das war ein deutliches Plus von rund 39 %. Allerdings sind die Vorjahreszahlen kaum vergleichbar, denn das dem US Autobauer General Motors (GM) abgekaufte deutsche Unternehmen wird erst seit dem 1. August 2017 in den Büchern von PSA geführt. In den ersten 9 Monaten 2018 steigerte der gesamte PSA Konzern seinen Umsatz auf rund €54 Milliarden. Dies war gegenüber der Vorjahresperiode ein Zuwachs von rund 29 %. Angaben zur Ertragslage im dritten Vierteljahr wurden nicht gemacht. Opel hatte im ersten Halbjahr erstmals seit fast 20 Verlustjahren wieder einen operativen Gewinn ausgewiesen. Während Opel nach mehr als einem Jahr unter der Regentschaft von PSA bereits auf große Fortschritte beim Senken der Kosten verweisen kann, kämpfen die Rüsselsheimer parallel dazu aber nach wie vor mit erheblichen Absatzschwierigkeiten. Opel und seine britische Schwestermarke Vauxhall verkauften alleine im September in Europa nur noch rund 81.000 Fahrzeuge. Das ist ein Minus von mehr als 11 % im Vergleich zum Vorjahr. Das Image der Marke ist angekratzt. Erst am Montag vergangene Woche schwärmten Dutzende Beamte des Hessischen LKA und der Staatanwaltschaft Frankfurt in der Opel-Konzernzentrale in Rüsselsheim und im Motoren-Werk in Kaiserslautern aus. Die Fahnder verdächtigen den Autobauer des Betrugs. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) will in den 3 Diesel Modellen Insignia, Zafira und Cascada mit der Abgasnorm 6 insgesamt fünf unzulässige Abschalteinrichtungen ausgemacht haben und verdonnerte Opel zum Rückruf von europaweit 96.000 Fahrzeugen. Die Rüsselsheimer sehen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. “Opel verwahrt sich gegen den Vorwurf, unzulässige Abschalteinrichtungen zu verwenden. Opel-Fahrzeuge entsprechen den geltenden Vorschriften”, erklärte der Konzern. Klar ist: Der amtliche Rückruf erschwert es Opel zusätzlich, bei seinen Kunden zu punkten. Im Gegensatz zu Volkswagen konnten sich die Hessen bisher als sauber inszenieren. Das dürften viele nun als unglaubwürdig empfinden. Opel kämpft zudem weiter mit strukturellen Problemen. Das Entwicklungszentrum ITEZ, so etwas wie das Herzstück des Autobauers, leidet unter hohen Überkapazitäten. Schlimmer noch: Weil der ehemalige Eigentümer General Motors (GM) alle Entwicklungsaufträge vorzeitig gekündigt hat, droht den mehr als 7.000 Ingenieuren die Arbeit auszugehen. Damit es nicht so weit kommt, will Opel 2.000 Beschäftigte des ITEZ an den französischen Entwicklungsdienstleister Segula auslagern. Viele Mitarbeiter sind entsetzt über die Pläne. Die Vertrauensleute der Gewerkschaft IG-Metall bei Opel lehnen den geplanten Teilverkauf des ITEZ an Segula geschlossen ab. “Opel kann ohne ein vollständiges Entwicklungszentrum nicht erfolgreich sein”, heißt es in einer Resolution der Vertrauensleute. Die Gewerkschafter fürchten, dass der Autobauer in Folge eines Teilverkaufs die Fähigkeit verliere, Gesamtfahrzeuge zu entwickeln. Die Auslastungsprobleme im ITEZ seien “nicht zwangsläufig”, heißt es in der Erklärung. Durch “echte” strategische Partnerschaften mit Dienstleistern, Joint-Ventures oder der Akquise von externem Geschäft könnten die Überkapazitäten abgebaut werden. “Ein Verkauf ist aus unserer Sicht nicht notwendig”, halten die Gewerkschafter fest. Das Opel Management sieht hingegen keine Alternative zur Teilveräußerung und betont, dass auch in Zukunft alle Modelle der Marke mit dem Blitz in Deutschland entwickelt würden. +++
+++ Der holprige Produktionsstart des Hoffnungsträgers Model 3 hat TESLA viel Geld und viele Nerven gekostet. Auch die Bundespolizei FBI hat einem Medienbericht zufolge dazu noch Fragen an Elon Musk. Dem US-Elektroautobauer Tesla droht nach einem Vergleich mit der Börsenaufsicht SEC offenbar schon wieder neuer rechtlicher Ärger. Das FBI ermittelt laut einem Zeitungsbericht mit Hochdruck in der Frage, ob die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk falsche Angaben zur Produktion ihres Hoffnungsträgers Model 3 gemacht hat. Die von der US-Staatsanwaltschaft in San Francisco geleiteten strafrechtlichen Untersuchungen gegen Tesla seien in den letzten Wochen intensiviert worden. Teslas Pressestelle räumte auf Nachfrage zwar ein, dass das Justizministerium in diesem Jahr Dokumente zu den Prognosen der Model 3 Produktion angefordert habe. Das sei jedoch vor Monaten schon geschehen, man habe bei der Aufforderung kooperiert und seitdem keine weiteren Anfragen und auch keine Vorladung erhalten. Beim Start der Fertigung des Model 3 habe Tesla auf Transparenz gesetzt und sei mit den Problemen offen umgegangen, so das Statement weiter. Vom Justizministerium und der Staatsanwaltschaft in San Francisco gab es keine Stellungnahmen zu dem Bericht. An der Börse gab Teslas Aktie ihre deutlichen Gewinne zunächst komplett ab, konnte aber rasch einen Teil davon wieder aufholen. Tesla hat eine turbulente Zeit hinter sich. Der schleppende Produktionsstart des Model 3 war nervenaufreibend und verschlang viel Geld. Zudem sorgte Musk mit einigen Aktionen für viel Aufregung. Im August schockte er die Märkte mit dem völlig überraschenden und rasch wieder abgeblasenen Plan, Tesla von der Börse zu nehmen. Es folgten Klagen von Investoren. Diese juristische Baustelle hatte Tesla jüngst geschlossen: Musk einigte sich im September auf einen Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC, die ihn wegen Marktmanipulation verklagt hatte. +++
+++ Spät reagiert VOLKSWAGEN auf den SUV-Boom, dafür aber umso stärker: Über 30 Geländewagen Modelle will die Kernmarke VW bis 2025 anbieten, jedes zweite verkaufte Auto soll dann ein SUV sein. Noch mehr Hochbeiner, und die künftig auch noch elektrisch: VW setzt immer stärker auf den anhaltenden SUV-Boom. Bis zum Jahr 2025 will die Volkswagen Kernmarke weltweit über 30 SUV Modelle im Angebot haben; derzeit sind es 11, wie Marken Vertriebschef Jürgen Stackmann in Wolfsburg sagte. Darunter sollten auch elektrisch angetriebene Fahrzeuge sein. Im gleichen Jahr werde voraussichtlich jeder zweite verkaufte Personenwagen von VW ein SUV sein, kündigte er an; Bislang sei es jeder fünfte. Die gesamte Autobranche steckt in einem massiven Umbruch hin zu E-Mobilität, Vernetzung und automatisiertem Fahren. Das erfordert immense Investitionen, allein VW hatte im vergangenen November angekündigt, in den nächsten Jahren 34 Milliarden Euro in die Zukunftsthemen stecken zu wollen. Bei der Bewältigung dieser Kosten helfe der Zuspruch der Kunden zu den Geländewagen: “SUVs sind ein Wachstumssegment, in allen Regionen gleich stark”, betonte Stackmann. “Deshalb treiben wir unsere aktuelle SUV-Offensive konsequent voran. Sie trägt entscheidend dazu bei, unser Kerngeschäft zu stärken, so dass wir die notwendigen Milliardeninvestitionen in Elektromobilität und autonomes Fahren tätigen können”. Stackmann sprach von einer “Wachstumsmaschine”. Die “große Lücke” im Angebot seien kompakte Fahrzeuge, erklärte er. VW ergänze daher die SUV-Palette, und stellt gleichzeitig in Europa, China und Südamerika den T-Cross im Polo Format vor. Ab 2020 mit dem Anrollen der vollelektrischen ID-Modellfamilie folge der nächste Schritt in dem Segment, nämlich der elektrisch angetriebene ID Crozz. 2010 seien weltweit von allen Herstellern 9,8 Millionen Geländewagen verkauft worden; vor einem Jahr seien es bereits 28,3 Millionen Stück gewesen und damit knapp ein Drittel des gesamten Automarktes, sagte der Vertriebschef. Die Marke VW Pkw steigerte ihren Absatz von Januar bis September um 2,9 % auf 4,49 Millionen Autos; das Plus bei den SUVs dagegen lag nach Stackmanns Worten bei 43 %. +++
+++ VOLVO hat im dritten Quartal wegen hoher Kosten für neue Modelle einen herben Gewinneinbruch erlitten. Unter dem Strich sackte der Gewinn trotz deutlich mehr verkaufter Autos um über die Hälfte auf umgerechnet €110 Millionen ab. Neue Produkte und höhere Zölle hätten die Profitabilität beeinflusst, sagte Vorstandschef Håkan Samuelsson. Vor allem gab Volvo mehr Geld für Werbung und für den Verkauf von Autos aus. Dabei konnte Volvo die Zahl der verkauften Autos um 14 % auf 154.914 steigern und ein Umsatzplus von fast 18 % auf 56,8 Mrd Kronen einfahren. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging jedoch um die Hälfte auf 1,84 Mrd Euro zurück, die operative Marge fiel von 7,6 auf 3,2 %. Neben den höheren Kosten habe hier auch belastet, dass Volvo nicht so viel Geld aus dem Lizenzverkauf wie im Vorjahr eingestrichen hat. +++
