Tagesschau

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+++ AUDI geht davon aus, dass die elektrischen E-Tron-Modelle der kommenden Generation Gewinne erwirtschaften werden. Das Ingolstädter Unternehmen will hierbei von den Skaleneffekten des Volkswagen Konzerns profitieren. Audi Finanzchef Alexander Seitz kommentierte den Zugang des Unternehmens zu Skaleneffekten bei Porsche in Bezug auf die aktuelle Elektrostrategie: “Ich würde nachts nicht gut schlafen können, wenn wir keinen Weg gefunden hätten, der uns auf ein Niveau bringt, die Rentabilität dieser Autos mit der eines gut ausgestatteten Diesels vergleichbar sein zu lassen”. Audi hat in Zusammenarbeit mit Porsche eine hochwertige Architektur (Premium Platform Electric; PPE) entwickelt, die die Basis für bis zu 14 verschiedene Fahrzeuge von Audi und Porsche sein soll. Durch die gemeinsame Entwicklung der PPE Architektur und die Amortisierung der Kosten für ein derart breites Modellspektrum sollte Audi einen nennenswerten Wettbewerbsvorteil erzielen können, prognostizieren die Analysten von IHS Markit. Seitz schätzt, dass die gemeinsame Entwicklungsstrategie für die neue Plattform mit Porsche zu einer Kosteneinsparung von bis zu 30 % für Audi führen könnte. Die Plattform des E-tron teilt einige Funktionen mit der MLB Evo Plattform des VW Konzerns, die auch Modelle wie den Audi A8 / Q8, Bentley Bentayga und Lamborghini Urus beheimatet. +++

+++ Zum Frühjahr 2019 greifen bei verschiedenen BMW Modellen kleinere Pflege Maßnahmen. Überwiegend geht es um neue Individualisierungsoptionen und M-Sport Pakete. Um die Modelle das Jahrgangs 2019 noch attraktiver zu machen, hat BMW wie gewohnt in vielen Details nachgelegt. Neue Designmerkmale, Karosserielackierungen und Leichtmetallräder unterstreichen den sportlichen Auftritt des 2er als Coupé und Cabrio, des 3er Gran Turismo sowie der Modelle der 4er Reihe. Das Ausstattungsprogramm für die 5er-Modelle wird um eine BMW Individual Komposition mit M Sport Umfängen ergänzt. Beim X1 und X2 tragen jetzt noch mehr Benziner Varianten einen Otto-Partikelfilter und ganz neu geht zum Frühjahr 2019 der X2 M35i an den Start. Dessen 2,0 Liter 4-zylinder Turbobenziner bringt 306 PS / 450 Nm Drehmoment an den Start und ist mit einer 8-Gangautomatik gekoppelt. Zu den Features gehören zudem eine M-Sport Bremsanlage sowie ein M-Sport Differenzial. Preise für das neue X2 Topmodell wurden noch nicht genannt. Dafür treten die Modelle X1 xDrive20i, X2 xDrive20i und X1 xDrive25i ab März mit einem Otto-Partikelfilter zur Abgasreinigung an. Ebenfalls ab März ergeben sich Veränderungen beim 2er als Coupé und Cabrio sowie beim 3er GT. Die 2er bekommen serienmäßig abgedunkelte Heckleuchten. Optional sind in der Sport Line zusätzlich 17 beziehungsweise 18 Zoll große Leichtmetallräder in Bicolor Ausführung verfügbar. Die M240i Modelle können mit 18 Zoll Mischbereifung geordert werden. Zudem stehen für die Sechszylinder Long Beach Blau metallic als Sonderfarbe sowie Carbon Fibre seidenmatt als neue Applikationsversion bereit. Für alle Modellvarianten des 2er Coupé und des 2er Cabrio ist künftig in Verbindung mit dem Modell Sport Line und dem Modell M Sport ein schwarzer Nierenrahmen erhältlich. Neu im Programm der Optionen für das Interieur ist außerdem die Lederausstattung Dakota mit Exklusivnaht. Auch beim BMW 3er Gran Turismo gehören die dunklen Heckleuchten von März 2019 an zur Serienausstattung. Bei adaptiven LED-Scheinwerfern können auch die mit schwarzen Einsätzen geordert werden. M Sport Versionen erhalten Niere, Abgasendrohr-Blenden sowie optional auch Außenspiegelkappen in Schwarz hochglänzend. Außerdem sind als neue Option 18 und 19 Zoll große M Felgen sowie eine Lackierung in Mineralweiß metallic zu haben. Die 4er-Modelle wertet BMW mit neuen Außenfarben, neuen 18 und 19 Zoll M Rädern sowie neuen Applikationen und Lederfarben auf. Die M Varianten bekommen zudem ebenfalls abgedunkelte Rückleuchten. Ganz neu für die 4er-Modelle ist ab März die Ausstattungsvariante M Sport Individual. Die bietet unter anderem eine blaue Sonderlackierung, ein M Aerodynamikpaket, Individual Hochglanz Shadow Line, 19 Zoll Leichtmetallräder, die variable Sportlenkung sowie bei Hinterradantrieb ein M Sportfahrwerk. Den Innenraum werten Leder, Pianolackapplikationen, ein Sportlenkrad und ein schwarzer Dachhimmel auf. Mehr Individual-Optionen bietet BMW ab März für den 5er. Die umfassen unter anderem 20 Zoll Felgen, Sonderlacke, erweiterte Lederraussattungsumfänge sowie weitere M Optionen. Mehr Leder und mehr Lackoptionen gibt es ab März auch für den 8er sowie die X5 Baureihe. +++

+++ Jahrelang raste die Konjunktur Lokomotive CHINA mit Volldampf voraus. Andere Volkswirtschaften blickten fast schon neidisch nach Fernost. Doch die fetten Jahre sind jetzt offenbar auch im Reich der Mitte vorbei. Denn 2018 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt so langsam wie seit 28 Jahren nicht mehr. Die vom Statistikamt in Peking mitgeteilte Wachstumsrate sank auf 6,6 %. Die Auswirkungen werden auch hierzulande deutlich zu spüren sein, vermuten Experten. Das dürfte vor allem die deutsche Autoindustrie treffen. Hersteller, wie VW, Audi, BMW und Daimler, die stark von China abhängig sind, müssen sich auf den ersten Einbruch des größten Fahrzeug Marktes der Welt seit 2 Jahrzehnten einstellen. An den Finanzmärkten wird bereits befürchtet, dass die Abkühlung die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht.

+++ Der Nächster DODGE Challenger wird wohl ein Hybrid. Dat sagt der Fiat Chrysler Automobiles (FCA) Boss. Das Ende des Muscle Cars ist nah, oder doch nicht? Wenn wir an die Elektrifizierung von Personenkraftwagen denken, dann denken wir an sehr viel, aber ganz bestimmt nicht an den Challenger. Das beliebte Muscle Car, von dem Dodge im Jahr 2018 die überraschend hohe Anzahl von 66.716 Exemplaren absetzen konnte, steht seit seiner Einführung vor mehr als zehn Jahren wie kein anderes Auto für V8 Glorie und qualmende Reifen, sprich: für die völlige Unvernunft. Neuen Berichten zufolge könnte sich das künftig drastisch ändern. Vieles deutet auf ein Hybrid-Modell hin. Der nächste Dodge Challenger wird elektrische Unterstützung bekommen. FCA Chef Mike Manley sagte, dass die aktuelle Plattform einem neuen Unterbau mit Leichtbau Technologien weichen werde, der Raum für Elektrifizierung lässt. Nun wird bereits spekuliert, dass FCAs neuer 2,0 Liter Vierzylinder, der unter anderem im Jeep Wrangler zum Einsatz kommt, mit elektrischer Unterstützung unter die Haube des künftigen Basis Challenger wandern könnte. “Die Realität ist, dass wir uns von diesen Plattformen und Technologien verabschieden müssen. Sie können nicht weiterexistieren, wenn wir uns auf Mitte der 2020er-Jahre zubewegen”, sagte Manley. “Neue Technologien werden einen Haufen Gewicht einsparen, also können wir uns ganz neue Gedanken zum Thema Antriebe machen. Und wir können die Elektrifizierung nutzen, um diese Fahrzeuge wirklich zu verbessern”. Der Dodge Challenger ist dabei übrigens nicht allein. Die Corvette wird mit dem Wechsel auf das neue Mittelmotor-Modell (Zora) früher oder später zum Hybrid. Gerüchten zufolge könnte die neue Corvette mit E-Unterstützung bis zu 1.000 PS leisten. Manley sagt in dem Interview noch einen bemerkenswerten Satz, der die Fans des wahnsinnigen, bis zu 808 PS starken Challenger Hellcat ziemlich schmerzen dürfte: “Elektrifizierung wird sicher ein Teil der Formel sein, die bestimmt, was amerikanische Muscle Cars in der Zukunft sein werden. Was sie nicht sein werden, ist über 700 PS aus einem Kompressor V8”. Auf diese Zukunft werden wir aber noch ein ganzes Weilchen warten müssen. Vor Mitte der 2020er wird es wohl keine komplett neuen Challengers und Chargers geben. Der Durst nach Benzin vernichtenden, grunzenden, angsteinflößenden V8 Monstern alter Schule wird also noch beruhigend lange gestillt. +++

+++ Eine Analyse zeigt: Die deutsche Autoindustrie, allen voran Volkswagen und Daimler, gibt in den kommenden Jahren mehr Geld für die Entwicklung von E-Autos aus als jede andere Nation. Das Geld fließt vor allem nach China. Aktuell haben China und die USA bei der ELEKTROMOBILITÄT die Führungsrolle inne, und zwar klar und deutlich. Das zeigt eine aktuelle Studie des Center of Automotive Management (CAM). Hauptgrund dafür sind jeweils die einheimischen Hersteller: 95 % aller in China verkauften Elektroautos werden auch dort produziert, in den USA ist das neue Tesla Model 3 das Zugpferd. Deutschland hinkt dagegen hinterher: Der E-Auto-Markt ist klein und wächst im Vergleich langsam, und die einheimischen Hersteller haben kaum attraktive Produkte im Angebot. Das soll sich ändern, und zwar grundlegend. Indikator für den neuen Ansatz der deutschen Autoindustrie, massiv auf die E-Mobilität zu setzen, sind die dafür geplanten Investitionssummen. Kein Autohersteller wird in den nächsten 5 bis 10 Jahren so viel Geld investieren wie Volkswagen. Demnach stecken die 29 weltweit größten Autokonzerne in diesem Zeitraum insgesamt rund $300 Milliarden in die Entwicklung neuer Elektroautos. Fast ein Drittel, nämlich $91 Milliarden, entfällt auf den Volkswagen Konzern. Daimler plant ‘nur’ $42 Milliarden ein. Zum Vergleich: General Motors, der größte US-Autokonzern, will lediglich $8 Milliarden investieren. Verglichen nach Ländern liegt Deutschland klar vorne: Die hiesigen Autohersteller planen mit einem Investitionsvolumen von $139,5 Milliarden, also fast der Hälfte der weltweiten Gesamtsumme. Nach VW und Daimler kommt allerdings lange nichts, BMW plant mit lediglich $6,5 Milliarden. Es folgen China ($57 Milliarden), die USA ($39), Japan ($24,3) und Südkorea ($20). Erst dann kommt mit Frankreich ($10,8) ein weiteres europäisches Land. In der Hersteller Rangliste landet Hyundai / Kia mit einem Investitionsvolumen von $20 Milliarden auf Platz 3 der Rangliste hinter VW und Daimler. Dahinter folgt mit Changan ($15) der erste chinesische Hersteller. Toyota führt die japanische Industrie an ($13,5), Ford ist mit $11 Milliarden das amerikanische Zugpferd. Überraschend weit hinten landet Elektroauto-Pionier Tesla mit $10 Milliarden. Ohne Partnerschaften untereinander wären solche Summen nicht zu stemmen. VW blickt dafür vor allem nach China, die Hälfte des niedersächsischen Geldes ($45,5 Milliarden) soll in die Volksrepublik fließen. Hier werden Elektroautos vom Staat mit finanzieller Unterstützung und weiteren Anreizen stark gefördert, um die massiven Schadstoffprobleme in vielen Städten in den Griff zu bekommen. Und VW arbeitet hier bereits mit einheimischen Firmen zusammen, betreibt Joint Ventures mit den Konzernen SAIC und FAW. Auch viele andere internationale Autobauer wollen besonders in China ihr E-Auto-Geschäft vorantreiben: Allein $135 der insgesamt $300 Milliarden sollen hier investiert werden; ein Anteil von 45 %. Aber auch in Europa ändern sich die Rahmenbedingungen. In immer mehr Großstädten werden Diesel Fahrverbote umgesetzt oder zumindest diskutiert. Immer öfter wird über City-Maut Modelle wie in London, wo nur elektrifizierte Autos kostengünstig in die Innenstadt dürfen, nachgedacht. Und schließlich gibt es die neuen CO2 Vorgaben. Ab 2021 darf der Flottenausstoß eines Herstellers nur noch bei 95 g/km liegen, bis 2030 muss dieser Wert nochmals um 37,5 % gedrückt werden. Ohne weitgehende Elektrifizierung der Modellpaletten ist das nicht zu schaffen. Auch deshalb nimmt die Industrie viel Geld in die Hand, um attraktive Modelle zu entwickeln. Die für die Analyse herangezogenen Zahlen beziehen sich auf öffentliche Bekanntmachungen der Autohersteller aus den letzten zwei Jahren. Den Autoren der Studie zufolge dürften die tatsächlichen Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Beschaffung allerdings deutlich höher ausfallen. Zudem habe man die Ausgaben von Zulieferern und großer Unternehmen anderer Branchen (etwa der großen Tech-Konzerne oder Batteriehersteller) nicht berücksichtigt. +++

+++ Der Automanager Carlos GHOSN muss im Gefängnis bleiben, und das voraussichtlich mindestens bis März. Das zuständige Distriktgericht in Tokio lehnte erneut einen Antrag auf Freilassung gegen Kaution ab. Der Antrag wurde abgelehnt, obwohl sich der ehemalige Chairman von Nissan zu strikten Auflagen, etwa dem Tragen einer Fußfessel, bereit erklärt hatte. Das bedeutet, dass Ghosn voraussichtlich bis mindestens März inhaftiert bleibt, wenn die reguläre Überprüfung seiner Haft ansteht. Er war am 19. November in Tokio verhaftet worden. Das Gericht begründete seine Entscheidung nicht. Bei einer vorherigen Anhörung am 8. Januar hatte ein Richter gesagt, dass die Gefahr einer Flucht und der Vernichtung von Beweismitteln bestehe. Danach hatte sich der Manager über seinen Anwalt Motonari Otsuru bereit erklärt, in Tokio zu bleiben, eine Fußfessel zu tragen und auf eigene Kosten Sicherheitsleute zu engagieren. Außerdem sagte er, er werde nicht mit potenziellen Zeugen gegen ihn in Kontakt treten. +++

+++ Der jüngste DAT Report der Automobilwirtschaft zeigt: Noch immer sind die Bedenken erheblich, sich ein Elektroauto anzuschaffen. Die Preise für Gebrauchtwagen sind 2018 nach einem Rückgang im Vorjahr wieder gestiegen. Die geringe Reichweite von Elektroautos ist aus Kundensicht der Hauptgrund, der beim Kauf eines neuen Fahrzeugs gegen diese Antriebsart spricht. 60 % der Neuwagenkäufer in Deutschland gaben dies in einer Befragung für die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) an, 52 % nannten die hohen Anschaffungskosten. Die DAT ist ein Unternehmen der Automobilwirtschaft. Deren Marktbeobachter stellten ihren jährlichen Report über den Gebraucht- und Neuwagenkauf. Für den DAT Report 2019 befragte das Marktforschungsinstitut GfK 3943 Privatpersonen zum Autokauf und zu ihrer Sicht auf die Werkstätten. Auf der Frage, welche Antriebsart sie bevorzugten, wenn es keine reinen Verbrenner mehr gäbe, entschieden sich etwa zwei Drittel der Neu- und Gebrauchtwagenkäufer für HYBRID fahrzeuge, das heißt für Autos mit zwei Antriebsarten. Für ein Elektroauto sprach sich ein Drittel aus. +++

+++ Sie sind erbitterte Rivalen im Luxussegment; trotzdem wollen Daimler und BMW bei Roboterautos gemeinsame Sache machen. Was steckt hinter der geplanten KOOPERATION ? Bis vor Kurzem waren derlei Partnerschaften nahezu unvorstellbar: ein BMW Ingenieur brauchte keine Hilfe, schon gar nicht vom Erzrivalen Daimler. Nun aber suchen die beiden Premiumhersteller wegen wachsender Konkurrenz aus dem Silicon Valley den Schulterschluss und wollen künftig bei der Entwicklung autonomer Fahrsysteme gemeinsame Sache machen. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen. Die beiden erbitterten Rivalen prüfen offenbar eine umfangreiche Kooperation beim autonomen Fahren. Daimler Entwicklungschef Ola Källenius und BMW Chef Harald Krüger hätten entsprechende Gespräche geführt. Geprüft werde eine Zusammenlegung der Entwicklungsaktivitäten. Sogar Patente könnten sich die beiden konkurrierenden Unternehmen gegenseitig offenlegen. Ziel ist es, die milliardenschweren Entwicklungskosten zu senken und einen gemeinsamen Industriestandard zu entwickeln. BMW und Daimler haben für 2021 eigene Modelle angekündigt, die zumindest auf Autobahnen zeitweise autonom fahren können. Auch wollen die beiden Autohersteller näher beim Thema Batteriezellen für Elektroautos zusammenarbeiten. Daimler will ebenso wie BMW seine Energiespeicher von CATL beziehen. Der Markt für Elektroautos ist angespannt. Die Rohstoffkosten steigen, weil die Nachfrage nach Zellen hoch ist. Gerade einmal drei Hersteller dominieren das Geschäft: CATL in China, LG Chem im Rest der Welt und Panasonic als Partner von Toyota und Tesla. Womöglich wollen die beiden deutschen Premiumhersteller mit ihrer gemeinsamen Allianz dem Batteriegiganten aus China mit einer Stimme entgegentreten, denn CATL verlangt teils saftige Preise. Warum gehen die beiden Rivalen aufeinander zu? Sowohl den Chefs von Daimler als auch von BMW dürfte klar sein, dass die besten Jahre der deutschen Edelhersteller vorerst vorbei sind. Die Absätze stagnieren, die Gewinne schrumpfen, die Aktienkurse sind im Dauertief. Die Herausforderungen sind groß, weil autonom fahrende Roboterautos das Geschäftsmodell beider Premiumhersteller radikal bedrohen könnte. Denn wenn Fahrer durch neue Technologien ersetzt werden, würde das Experten zufolge die Kosten für Taxifahrten in einer Stadt um 70 % senken. Ob es in solch einem Szenario überhaupt noch BMW oder Daimler braucht, ist fraglich. Bisher kämpfen die beiden Premiummarken auf eigene Rechnung, um das zu verhindern. BMW arbeitet mit Intel und Ford zusammen und investierte Milliarden in die Entwicklung eines autonom fahrenden Fahrzeugs, das 2021 auf Autobahnen längere Strecken ohne Fahrer auskommen kann. Daimler hat sich für ein ähnliches Projekt mit Bosch zusammengeschlossen. Doch die derzeitig diskutierte Zusammenarbeit der beiden Edelmarken würde weit über alle bisherigen Projekte hinausgehen. Womöglich setzen die beiden Hersteller dabei auch ein Stück weit ihre Einzigartigkeit aufs Spiel. Denn bei den Mobilitätskonzepten der Zukunft geht es nicht um Motorleistung und Fahrspaß, sondern um Sicherheit und Vernetzung. “Ob da ein Daimler Stern oder ein BMW Propeller drauf ist, wird nicht mehr so wichtig sein”, sagte Autoexperte Stefan Bratzel. Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hofft, dass die deutsche Autoindustrie eine Spitzenposition beim autonomen Fahren einnehmen wird. “Wir haben das ganze Wissen darüber, wie man ein Auto konstruiert, wie man technische Probleme löst”, sagte der CDU Politiker. Das müsse nun mit Daten und künstlicher Intelligenz verknüpft werden. “Meine Ambition ist, dass Deutschland vorn sein sollte”. Welche Konkurrenten gibt es? Die deutschen Hersteller haben zunehmend starke Konkurrenten aus dem Silicon Valley wie die Google Tochter Waymo, die Milliarden in die Entwicklung von autonomen Fahren investiert. Das Unternehmen will zwar selbst keine Autos bauen, aber das Betriebssystem für selbstfahrende Autos liefern. Damit könnte Google den Standard für autonome Fahrzeuge setzen. Auch das chinesische Pendant Baidu könnte den deutschen Herstellern gefährlich werden. Die Chinesen setzen im Apollo Projekt ebenfalls auf eine offene Plattform, die zum Betriebssystem für die gesamte Branche werden kann, ein “Android für autonomes Fahren”. Rund 90 Partner hat die Apollo Initiative mittlerweile, darunter Ford, Microsoft und andere große Namen. In Zukunft wird es also vor allem darum gehen, wer welche Plattform nutzt. Wenn BMW und Daimler nun gemeinsam einen Industriestandard für autonomes Fahren entwickeln, steigt die Chance, diesen in Europa oder in den USA durchzusetzen. Doch das dürfte schwierig werden, denn selbst eine Allianz aus Daimler und BWW wäre wohl zu klein, um gegen große Volumenhersteller anzukommen. Wie reagieren andere Hersteller auf die neuen Konkurrenten? Auch andere Autohersteller schmieden Allianzen, um sich auf dem Markt für Roboterfahrzeuge zu behaupten. Volkswagen hat jüngst die Kooperation mit dem US-Start-up Aurora verkündet, das autonome Fahrerassistenzsysteme entwickelt. Gemeinsam wolle man selbstfahrende Autos auf den Markt bringen. Auch der koreanische Hersteller Hyundai hat eine Partnerschaft mit Aurora geschlossen. Toyota investiert derzeit Millionen in den Fahrdienst Uber, um gemeinsam die Entwicklung selbstfahrender Autos voranzutreiben. Renault, Nissan und Mitsubishi haben angekündigt, bis 2022 nach eigenen Aussagen 15 teilautonome Fahrzeuge und einen komplett autonomen Wagen anzubieten. Opel Mutter PSA ging bereits 2017 eine Kooperation mit dem US Start-up nuTonomy ein, um autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Derzeit testet das Unternehmen bereits erste selbstfahrende Autos in Singapur. Ist die Kooperation von BMW und Daimler einmalig? Auch wenn sie sich nach außen als harte Konkurrenten geben, BMW und Daimler kooperieren seit Jahren auf verschiedenen Gebieten. Für sich genommen sind die Hersteller zu klein, um alle Fahrzeugkomponenten selbst zu bauen, entwickeln oder einzukaufen. Zusammen lässt sich viel Geld sparen. Offen reden mögen die Konzerne über Details oft nicht, da sie als eigenständig wahrgenommen werden wollen. Nicht viel ist beispielsweise über die Einkaufkooperation der Firmen bekannt, die schon seit 2008 besteht. Zunächst beschafften sie gemeinsam Teile in den USA und China, um Kosten zu senken. Es ging dabei um Gurtroller, Fensterheber und Klimaanlagen: alles Teile, die Fahrer nicht sehen. Hinzu kamen Reifen, Sitzgestelle und Kleinteile wie Kabelbaumstecker oder Gurtstraffer, die sich in gleicher oder ähnlicher Form in Mercedes-Autos und BMWs finden. Etwas gesprächiger sind die Hersteller bei den großen Zukunftsthemen. Für Carsharing, Parkplatzsuche, Elektromobilität und mehr haben BMW und Daimler sogar ein Joint Venture gegründet. So wollen die Kurzzeitmietautoanbieter Car2Go (Daimler) und DriveNow (BMW) fusionieren. Eine gemeinsame App soll das Angebot mit weiteren Dienstleistungen wie Fahrradverleih, Taxisuche oder Informationen zum öffentlichen Nahverkehr bündeln. Zusammen wollen die Konzerne so sechs Millionen Nutzer erreichen. +++

+++ Weltweit wird an Alternativen für die aktuell führende Batterietechnik für Elektroautos geforscht. Die Lithium/IonenAkkus sind umstritten. MAGNESIUM BATTERIEN könnten sie künftig ersetzen. Die Lithium/Ionen Batterie ist wegen ihrer Eigenschaften derzeit unverzichtbar für den Elektroantrieb in Fahrzeugen. Denn sie lässt sich sehr oft aufladen ohne zu ‘altern’, hat also eine hohe Zyklenfestigkeit, und besitzt im Vergleich zu anderen Batteriearten eine vergleichsweise hohe Kapazität im Bezug auf Volumen und Gewicht. Doch diverse Nachteile sorgen dafür, dass die Zukunft der Elektromobilität ohne solche Lithium/Ionen Akkus auskommen muss. Einerseits sind es die benötigten Rohstoffe: Lithium und Kobalt, unverzichtbare Bestandteile der Lithium/Ionen Batterien, werden in Südamerika und Afrika unter teils unmenschlichen Bedingungen und mit gravierender Umweltzerstörung gewonnen. Hinzu kommt die Brandgefahr bei beschädigten Lithium/Ionen Akkus, die bei einem Kurzschluss mit enormen Temperaturen abbrennen und mit konventionellen Mitteln kaum zu löschen sind. Weltweit wird daher nach Alternativen zur Lithium/Ionen Batterietechnik gesucht. Eine der vielversprechendsten ist dabei die Magnesium Batterie, an der unter anderem am Karlsruher Institut für Technologie geforscht wird. Als ein Vorteil wird gesehen, dass Magnesium als Anodenmaterial eine höhere Energiedichte aufweist. Bei einer wiederaufladbaren Batterie (Akkumulator) wird beim Aufladen elektrische Energie in chemische Energie umgewandelt, beim Entladen entsprechend umgekehrt chemische in elektrische Energie. Dabei wandern im Akku die Elektronen von der Anode zur Kathode. Die Lithium Anode zu ersetzen ist daher das vorrangige Ziel aktueller Forschungen. Zum Einen könnte das für Stationärspeicher, bei denen der Platzbedarf sekundär ist, durch Natrium erfolgen. Für den Einsatz als Energiespeicher von Fahrzeugen ist dagegen Magnesium der Favorit der Wissenschaftler. Beide Elemente sind im Vergleich zu Lithium problemlos in der Gewinnung und in großen Mengen verfügbar. Die Magnesiumbatterie hätte laut den Forschern im Vergleich zu konventionellen Lithium/Ionen Batterien wesentliche Vorteile: Magnesium als Anodenmaterial ermögliche eine höhere Energiedichte und wäre auch viel sicherer. “Magnesium ist ein vielversprechendes Material und einer der wichtigsten Kandidaten unserer Post-Lithium-Strategie”, so Professor Maximilian Fichtner vom Helmholtz-Institut Ulm (HIU), einem vom KIT mitgegründeten Batterie-Forschungsinstitut. Ein weiterer Vorteil könnte das geringere Gewicht sein. Bei einem Projekt der University of Houston berichteten die Forscher, sie könnten mit der dort entwickelten Magnesiumbatterie inzwischen eine Speicherkapazität von rund 400 mAh pro Gramm erreichen. Kommerzielle Lithium/Ionen Batterien würden lediglich 200 mAh/g erreichen, also bei identischer Kapazität doppelt soviel wiegen. Und: Magnesiumbatterien sind im Gegensatz zu Lithium/Ionen Batterien nicht durch Ablagerungen kurzschlussgefährdet und brennen nicht. Hauptproblem bei der Entwicklung künftiger Magnesiumbatterien ist jedoch ihre Zyklenfestigkeit. “Die besondere Herausforderung bei Magnesiumbatterien ist eine lange Lebensdauer”, sagt Zhirong Zhao-Karger, die in der Forschungsgruppe Festkörperchemie des HIU die Aktivitäten des neuen Forschungsprojekts koordiniert. Erst wenn dieses Problem durch entsprechend neuentwickelte Techniken und Verfahren beseitigt ist, könnte das Zeitalter der Lithiom/Ionen Akkus in Elektroautos zu Ende gehen. +++

+++ MERCEDES-BENZ errichtet am polnischen Standort Jawor eine Batteriefabrik. Das ist Nummer 9 in Daimlers Produktionsverbund. Die Batteriefertigung will der Autohersteller an ein gerade entstehendes Motorenwerk angliedern. Daimler baut eine Batteriefabrik im polnischen Jawor, rund 100 Kilometer von der deutschen Grenze. Das ist der neunte Standort im Produktionsverbund für Batterien. Die Batteriefabrik gliedern die Stuttgarter an eine Motorenfabrik an, die gerade entsteht und noch dieses Jahr anlaufen soll. Über 1.000 Mitarbeiter werden laut Unternehmensangaben dort arbeiten. In der Motorenfabrik sollen 4-zylinder Motoren für Hybridfahrzeuge und für konventionelle Antriebe entstehen. Mit der Batteriefabrik auf dem Werksgelände entstehen dann etwa 300 zusätzliche Arbeitsplätze. Die Serienproduktion von Batterien für EQ Fahrzeuge soll Anfang der nächsten Dekade losgehen. “Wir werden bis 2022 das gesamte Portfolio elektrifizieren und unseren Kunden in jedem Segment verschiedene elektrifizierte Alternativen anbieten. Dazu gehören auch mehr als 10 reine Elektro-Pkw”, sagt Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain. Der Stuttgarter Autohersteller steckt mehr als €1 Milliarde in seinen Batterieproduktionsverbund. Zu den vorhandenen acht Werken gehören 2 in Kamenz, 2 in Untertürkheim und 1 gerade entstehende Fabrik in Sindelfingen. Dazu kommen 1 gemeinsame Produktion mit dem chinesischen Partner BAIC in Peking, 1 gerade entstehende Fabrik im US-amerikanischen Tuscaloosa sowie 1 ebenfalls im Aufbau befindliche im thailändischen Bangkok. +++

+++ PORSCHE ist seit jeher bekannt für überaus konservative Angaben, was die offiziellen Beschleunigungswerte seiner Produkte betrifft. Beim neuen 911 Carrera S der Baureihe 992 wird aus ‘konservativ’ jedoch schlicht ‘falsch’, denn dieses Auto ist so viel schneller als auf dem Papier, dass man nur noch schelmisch grinsen kann. Beim offiziellen Fahrtermin auf der Rennstrecke Ricardo Tormo im spanischen Valencia ist den Wagen samt Launch Control Start von 0-200 km/h durchbeschleunigt. Dabei verfehlt der neue 911 die Werksangaben dramatisch. Und zwar sehr zu Gunsten des Erbauers. Mit Sport Chrono Paket soll der 992 Carrera S als Hecktriebler 3,5 Sekunden von 0-100 km/h benötigen, im Test hakt er den Standardsprint aber in knapp 3 Sekunden ab. Noch deutlich beeindruckender ist jedoch, was im Anschluss passiert. Lassen Sie doch einfach mal die eigene Stoppuhr mitlaufen und Sie werden sehen, dass der 992 für den Sprint von 0-200 km/h gerade mal 10-und-ein-paar-Zerquetschte Sekunden benötigt. 10!!! Im Datenblatt stehen 12,1 Sekunden. Das sind gut 2 (!) Sekunden Unterschied. Zugegeben, vielleicht haben die Autos bei einer Journalisten-Testfahrt ein bisschen mehr im Köcher als die angegebenen 450 PS und 530 Nm, aber selbst dann ist das immer noch ein mehr als verblüffendes Ergebnis. Kaum auszudenken, was die kommenden 911 Turbo und 911 Turbo S für Werte auf den Teer zaubern werden. +++

+++ Volkswagen Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch warnt in einem Interview vor sozialen Problemen durch die neue CO2 Gesetzgebung und erwartet ” PREISERHÖHUNGEN im Kleinwagensegment”. Er zweifelt, ob bei der Festlegung der Abgaswerte alle gesellschaftlichen Aspekte berücksichtigt wurden. Pötsch warnt vor einer Verteuerung des Autofahrens durch die CO2 Gesetzgebung. Menschen mit niedrigem Einkommen dürften sich seinen Worten zufolge künftig vor die Frage gestellt sehen, ob sie sich ein Auto überhaupt noch leisten können. “Das könnte ein Thema werden”, sagte Pötsch. “Wir haben das klare Ziel, die Elektromobilität auch für breite Bevölkerungsschichten zugänglich, das heißt erschwinglich zu machen”. Bei Einstiegsfahrzeugen werde das aber in Zukunft schwierig. “Das heutige Preisniveau ist nicht zu halten, wenn diese Autos mit Elektromotoren ausgestattet werden”, führte Pötsch aus. “Daher wird es im Kleinwagensegment ganz unweigerlich zu erheblichen Preiserhöhungen kommen”. Der Aufsichtsratsvorsitzende nannte als Grund die strengere CO2 Grenzwerte für Neuwagen in der EU. Im Dezember verabschiedete Regeln legen fest, dass bis 2030 der CO2-Ausstoß von Neuwagen um 37,5 % sinken soll. “In unserem Fall bedeuten die Vorgaben aus Brüssel einen Anteil von etwa 40 % E-Fahrzeuge ab 2030”, nahm Pötsch damit Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess auf. Kritisch stellte Pötsch in Frage ob bei der Festlegung der Abgaswerte alle gesellschaftlich relevanten Aspekte ausreichend berücksichtigt worden seien. “Die EU-Kommission hatte auf diese Entwicklung frühzeitig hingewiesen”, sagte Pötsch. “Leider haben EU-Parlament und EU-Rat diese soziale Frage der individuellen Mobilität nicht mehr aufgegriffen”. Hintergrund für die prognostizierte Verteuerung: Die Technik in Autos zur Verbrauchsminderung bzw. zur Reduktion des CO2-Ausstoßes kosten pro Fahrzeug absolute Summen. Bei größeren Autos lässt sich das über den Preis eher kompensieren. Bei Kleinwagen hingegen sind aktuell etwa schon Dieselmotoren auf dem Rückzug, weil sich der Aufpreis für die teure Abgasreinigung nicht mehr durch die Verbrauchsminderung im Betrieb amortisieren lässt. Wenn aber teure Technik wie Hybridisierung oder Batterien für einen vollelektrischen Antrieb in jedes Auto müssen, damit die CO2-Werte der Kleinwagen nicht den Flottenverbrauch der Hersteller in die Höhe treiben, treibt das die Verkaufspreise nach oben. Aktuell beginnt beispielsweise die Preisliste des Polo, ein Kleinwagen, der durchaus als Erstauto taugt, bei 16.570 Euro (65 PS). Der CO2-Ausstoß überschreitet mit 110 g/km aber schon das Limit für den Flottenverbrauch 2021 (95g/km). Bis 2025 soll dieser Wert auf 80 g/km sinken, 2030 darf er nur noch bei 59 g/km liegen. In die Nähe des 2025er-Wertes kommt der Polo als 1,0 TSI Bluemotion (85 g), dann kostet er aber folgerichtig 22.900 Euro. Mit 84 g/km ist das Hybridmodell Toyota Yaris noch ein wenig sparsamer, aber mit 21.295 Euro nicht viel billiger. Die Japaner können den Yaris Hybrid vermutlich auch deswegen so günstig anbieten, weil er Nickel-Metall-Akkus verwendet. Aber dafür kann er auch kaum lokal emissionsfrei fahren oder den CO2-Ausstoß als Plug-in-Hybrid weiter senken. Elektroautos sind zwar mit ihrer noch überschaubaren Reichweite grundsätzlich für den Stadtverkehr prädestiniert, aber nicht als Kleinwagen, vor allem nicht als kleines, aber vollwertiges Erstfahrzeug. Denn Lithium/Ionen Akkus sind noch immer sehr teuer. So kostet der VW Up (erheblich kleiner als der Polo) als Elektromodell e-Up mit diesen Batterien 25.095 Euro. Selbst wenn sich die Batterien noch verbilligen, unter 22.000 Euro dürften elektrische Kleinwagen in Pologröße auf absehbare Zeit nicht kosten. VW zieht daraus schon jetzt die Konsequenzen: Das günstigste Elektroauto mit der Technik des neu entwickelten Modularen Elektrobaukasten (MEB) wird kein Kleinwagen, sondern ein Crossover um den Preis jenseits der 22.000 Euro zu rechtfertigen. Ein universell einsetzbarer Kleinwagen wie jetzt der Polo (vielleicht mit 80 PS für gut 19.160 Euro) wird das aber nicht. Zumal dazu mehr Reichweite gehören würde, die das Auto noch teurer machen würden. Und übrigens auch seine CO2-Gesamtbilanz verschlechtern würden. Denn je größer die Akkus, desto mehr CO2 setzt ihre Herstellung frei. Der ADAC hat ausgerechnet, dass ein Tesla Model S mit 100 kWh erst ab etwa 580.000 Kilometern Fahrleistung wieder CO2-günstiger fahren würde als ein Diesel. Selbst wenn der Tesla mit regenerativem Strom geladen würde, dauerte es ca. 76.000 km. Da zeigt sich auch die Schwäche der CO2-Gesetzgebung, die nur den CO2-Ausstoß des Fahrzeug-Betriebs reglementiert. +++

+++ SCHWEDEN verabschiedet sich von Autos mit Verbrennungsmotoren. Nach 2030 sollen keine Benziner und Diesel mehr verkauft werden. Das kündigte Ministerpräsident Stefan Löfven in einer Regierungserklärung an. Die Maßnahme sei ein Beitrag dazu, wie Schweden im Transportsektor seine klimawirksamen Emissionen reduzieren und seine Bemühungen zur Einhaltung der Ziele des Pariser Weltklimaabkommens verstärken wolle, sagte er im Reichstag in Stockholm. Außerdem solle ermöglicht werden, fossilfreie Fahrzeuge im ganzen Land laden oder betanken zu können. Schweden gilt wie der gesamte skandinavische Raum als Vorreiter in Klimafragen und teils auch bei der Abkehr von Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselantrieb. In Norwegen soll bis 2025 kein Neuwagen mehr mit fossilen Brennstoffen laufen. Bereits heute fährt knapp die Hälfte der neu zugelassenen Fahrzeuge in dem Land elektrisch. In Dänemark soll laut Plänen der Regierung ab 2030 der Verkauf von Dieselfahrzeugen verboten werden. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace lobte die Ankündigung der neuen schwedischen Regierung. Schweden sei bereits das zehnte Land, dass ein Ausstiegsdatum für Diesel und Benziner festgelegt habe, erklärte Greenpeace-Verkehrsexpertin Marion Tiemann. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) habe dagegen immer noch keine wirksamen Maßnahmen für mehr Klimaschutz vorgelegt. “Dabei ist klar: Ohne einen Ausstiegsdatum für Diesel und Benziner wird er die Klimaziele nicht einhalten können”. +++

+++ SKODA und der VW Konzern haben ein neues Technologiezentrum in Chakan, rund 30 Kilometer nördlich vom indischen Pune, eröffnet. Der neue Standort ist Teil des Projekts India 2.0, bei dem Skoda die Entwicklung der MQB Plattform A0 IN sowie die Modelloffensive von VW in Indien verantworten soll. Insgesamt investiert der Konzern rund €1 Milliarde in das Indien Projekt. €250 Millionen davon fließen in die Forschung und Entwicklung. Der Großteil der technischen Entwicklung soll nach eigenen Angaben künftig lokal erfolgen. Dabei streben die Unternehmen einen Anteil von 95 % an lokal gefertigten Fahrzeugkomponenten an. Die indischen Ingenieure werden für die Bereiche Projektmanagement, Elektronik, Infotainment, Karosseriedesign, Innenraum, Fahrwerk und Gesamtfahrzeug verantwortlich sein. Das erste Modell ist ein mittelgroßes SUV im A0 Segment, das 2020 vorgestellt werden soll. +++

+++ SUBARU will seine Produktion im jüngst gestarteten Jahr 2019 leicht steigern. Insbesondere in Nordamerika wollen die Japaner wachsen. In diesem Jahr will der japanische Autohersteller 650.000 Einheiten in den heimischen Werken produzieren, was einem Rückgang von 2 % entsprechen würde. Die Auslandsproduktion des Allradspezialisten soll zeitgleich um sechs Prozent auf 380.000 Einheiten steigen. Demnach würde die Gesamtproduktion im diesem Jahre 1,03 Millionen Einheiten betragen; ein Anstieg von 1 %. Beim Umsatz will der Automobilhersteller in diesem Jahr 1,08 Millionen Einheiten verkaufen; ein Plus von 2 %. Das inländische Volumen des Autoherstellers soll rund 150.000 Einheiten (+ 1 %) betragen, während der Absatz in Übersee 930.000 Einheiten (+ 2 %) erreichen soll. Das Umsatzwachstum in Übersee wird dabei insbesondere aus den USA kommen, wobei der Absatz in diesem Markt 700.000 Einheiten erreichen soll. +++

+++ Diese Meldung dürfte tausende Reservierer freuen: Der US Elektroautobauer TESLA will in Kürze die ersten Model 3 Fahrzeuge an europäische Kunden ausliefern. Die Amerikaner erhielten von der niederländischen Zulassungsbehörde RDW grünes Licht für die Straßenzulassung. Damit hat Tesla die finale Hürde genommen, um den Elektroauto Bestseller nun an europäische Kunden übergeben zu können. Laut Tesla sollen die Auslieferungen in Europa voraussichtlich im Februar beginnen, bisher hatte das Unternehmen den März angegeben. Starten will Tesla wie beim Marktstart in den USA vor mehr als einem Jahr mit der Topvariante mit großer Batterie. Die Long Range Version startet mit einem Basispreis von €58.800 (inklusive MwSt und Bearbeitungsgebühr). Die Performance Version des Model 3 mit großer Batterie, die Tesla ebenfalls in Europa ausliefern will, hat einem Basispreis von €69.700 brutto. Mit dem Auslieferungsstart geht für Tausende europäische Elektroauto Fans eine lange Wartezeit zu Ende: Bereits Ende März 2016 konnten Kunden ein Model 3 gegen eine Anzahlung von €1000 reservieren. Innerhalb weniger Wochen kam Tesla auf 500.000 Vorbestellungen, in den USA übergab Tesla Ende 2017 die ersten Model 3 Fahrzeuge an Kunden. Europäischen Interessenten stellte Tesla ursprünglich einen Verkaufsstart für Ende 2018 in Aussicht. Den musste der Elektroautobauer aber wegen massiver Probleme beim Anlauf der Model 3 Fertigung mehrfach nach hinten verschieben. Die Produktionsschwierigkeiten hat Tesla in den vergangenen Monaten gelöst. Dem Europa Verkaufsstart des Model 3 dürften deutsche Autohersteller mit gemischten Gefühlen entgegensehen. In den USA hat das Fahrzeug zuletzt Rekorde gebrochen: Im Luxussegment hat es Modelle von Daimler und Audi abgehängt, und es 2018 als erstes Elektroauto unter die Top10 der meistverkauften Fahrzeugmodelle in den USA geschafft. Und Tesla dürfte in Europa durchaus aggressiv in den Markt gehen, denn vom erfolgreichen EU Start des Model 3 hängt für Tesla viel ab. Chef Elon Musk sprach zuletzt von einem “sehr schwierigen Jahr”, das vor ihm liege. In den USA laufen Steuererleichterungen für das Model 3 aus, was die Auslieferungen für den Elektrowagen zuletzt sinken ließ. Laut Musk sollen Verkäufe in Europa und China die Absatzzahlen in diesem Jahr hoch halten. Zudem streicht der kalifornische Autohersteller 7 % seiner Stellen, um Kosten zu senken und damit auch ein bislang nicht eingelöstes Versprechen halten zu können. Bei der Präsentation des Model 3 im März 2016 versprach Musk eine Basisvariante für rund $35.000 Verkaufspreis. Diese verkauft Tesla bisher aus Profitabilitätsgründen nicht. Aktuell liegen die durchschnittlichen Verkaufspreise eines Model 3 in den USA bei rund $50.000. Dennoch gelang es Tesla, damit auch etablierte Mittelklasse Konkurrenten wie BMWs 3er-Serie oder den Audi A5 Sportback anzugreifen. Traditionelle Autohersteller fahren dagegen mit eigenen Elektro Modellen an. Jaguar liefert seit Ende 2018 den I-Pace aus, Audi will im Frühjahr die ersten Modelle seines e-Tron ausliefern. Daimler kontert in der ersten Jahreshälfte mit dem EQ C. Deren Basispreise liegen aber alle über €80.000 Euro, und damit noch erheblich über den Model 3 Preisen. +++

+++ TOYOTA und Panasonic planen beim Bau neuer Batterien für Elektroautos eine umfangreiche Kooperation. Die beiden japanischen Konzerne wollen bis Ende 2020 ein entsprechendes Gemeinschaftsunternehmen gründen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. An dem Joint Venture soll Toyota 51 % halten, Panasonic die restlichen 49 %. Ziel sei es, neue Batterien auf Basis sogenannter prismatischer Lithium/Ionen und Festkörperbatterien zu entwickeln und zu produzieren. Der Autokonzern Toyota und der Technologiekonzern Panasonic wollen insgesamt 3.500 Mitarbeiter in das Gemeinschaftsunternehmen übertragen. +++

+++ VOLKSWAGEN setzt auf die neuen Stromer. Das könnte für die Motorenwerke, wo Verbrennungsmotoren und Getriebe gefertigt werden, Ungemach bedeuten. Gleichzeitig plant VW ein neues Werk in Osteuropa. Der mächtige Betriebsrat hat eine ganz andere Idee. Neues VW Werk oder neue Lösung für alte Werke? Ein geplantes Volkswagen Mehrmarkenwerk in Osteuropa hat den Betriebsrat des Autogiganten auf den Plan gerufen. Geprüft werden solle, ob statt einer Neuinvestition nicht die Umnutzung eines bestehenden Standorts vorzuziehen sei, forderte die Arbeitnehmerseite. Dies könne eines der Motorenwerke in Salzgitter, im polnischen Polkowice (Polkwitz) oder im ungarischen Györ sein. Die Entscheidung über ein neues Werk soll erst in der nächsten Planungsrunde des Volkswagen Aufsichtsrats im November 2019 getroffen werden. Als mögliche Standorte eines neuen Werks könnten Rumänien oder Bulgarien in Frage kommen. Angesichts hoher Investitionen in Elektromobilität stehen die Motorenwerke besonders unter Druck; VW setzt wie die ganze Branche auf schneller zu bauende Elektroantriebe. Daher dürfte es zum Abbau von Beschäftigung kommen. Der weltgrößte Autobauer hatte Mitte November angekündigt, seine Investitionen in Elektromobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung in den kommenden fünf Jahren auf knapp €44 Milliarden aufzustocken. Davon seien €30 Milliarden für die Elektromobilität bestimmt, sagte Konzernchef Herbert Diess. Er kündigte auch an, die Produktion des Skoda Karoq und des Seat Ateca solle in ein neues, zusätzliches Mehrmarkenwerk verlagert werden, ein Standort in Osteuropa werde gesucht. Der Volkswagen Betriebsrat verlangte vor allem Fakten: die Kosten einer möglichen Neuinvestition in Osteuropa sollten mit den Kosten für mögliche Auslastungsprobleme bei den Motorenwerken verglichen werden. Auch dürfe ein neues Werk kein reines Skoda Werk werden, sondern markenübergreifend produzieren. Unlängst hatte Skoda Vorstandschef Bernard Maier gesagt, in Europa seien die Kapazitäten der Skoda Werke vollständig ausgelastet. Eine mögliche Lösung könne unter anderem der Bau einer neuen Fabrik sein. Allerdings zeichnete sich eine andere Lösung bereits ab: Kürzlich hat Volkswagen bekanntgegeben, dass künftig nicht nur in Zwickau, sondern auch an den beiden VW Standorten Hannover und Emden E-Autos gebaut werden sollen. Dazu gehört, dass sich das Emder Werk bis 2027 von Modellen mit Verbrennungsmotoren (wie Passat und Arteon) verabschieden soll. Gleichzeitig soll das Werk dank der Umstellung auf E-Fahrzeuge mit 300.000 E-Autos pro Jahr voll ausgelastet sein. Von 2023 an sollen dort bis zu 5 Modelle für die 3 Marken VW, Skoda und Seat von den Bändern rollen. Hintergrund: die Absatzflaute bei den Passat. Diese werden immer weniger nachgefragt, daher hatte es in Emden bereits mehrmals Kurzarbeit gegeben. Der Passat wird daher zu Skoda in Tschechien verlagert. Im Motorenwerk Salzgitter wiederum entsteht derzeit eine Pilotanlage zur Fertigung von Batteriezellen für Elektroautos. Der Betriebsratschef des Werks, Dirk Windmüller, sagte dass es dort Flächen gebe, wo entsprechende Hallen gebaut werden könnten. Darüber hinaus werde VW über €700 Millionen in den nächsten 5 Jahren in den Standort investieren. Konzern Betriebsratschef Bernd Osterloh betonte in dem Interview allerdings, gerade bei der der Zellfertigung sei Unterstützung der Politik nötig, vor allem wegen der in Deutschland hohen Energiekosten: “Ohne Unterstützung der Politik werden wir hier in Deutschland keine Batteriefabrik bauen”. +++

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