Tagesschau

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+++ Der Dieselskandal bei AUDI zeigt erste Folgen für die Modellpolitik: Einige Modelle werden später auf den Markt kommen, weil die Entwicklung neuer Motoren hinter dem Zeitplan liegt. Betroffen sind dadurch beispielsweise der nächste A3 und der coupéhafte SUV Q4, die auf der nächsten Generation des Modularen Querbaukastens (MQB) basieren. “Bei den Autos auf der nächsten MQB Ausbaustufe liegen wir hinter dem Zeitplan”, sagte ein Insider. Demnach wird der neue A3 voraussichtlich erst Ende 2019 fertig, auf den Q4 müssen die Audi-Kunden sogar bis 2021 warten. Das trifft Audi umso härter, als die Konkurrenten BMW und Mercedes bereits ähnliche Modelle auf dem Markt haben wie den X4 und das GLC Coupé. Grund der Verzögerungen ist die schleppende Motorenentwicklung. Passend zur neuen Fahrzeugarchitektur von A3 und Q4 will Audi die Autos auch mit neuen Benzin- und Dieselmotoren ausstatten. Für deren Entwicklung haben die Ingenieure jedoch zu wenig Zeit, weil sie sich derzeit vor allem um die Updates der vom Abgasskandal betroffenen Modelle kümmern müssen. +++

+++ Der neue BMW X3 hat die gleichen Abmessungen wie der Vorgänger, aber mehr Platz für die Passagiere. Im Segment der SUVs herrscht ein harter Wettbewerb. Im Januar 2017 rollen die ersten neuen Audi Q5 auf die Straße, BMW muss mit dem X3 ein Jahr später nachziehen. Der X3 steht schon im eigenen Haus mächtig unter Druck: Von unten kratzt der erstaunlich erwachsene X1, von oben spielt jetzt auch der neue X5 die Vierzylinder-Trumpfkarte. Doch der neue X3 (Entwicklungskürzel G01) schöpft aus dem Vollen. Das liegt an der neuen Plattform CLAR (“Cluster Architecture”), die zuvor schon vom neuen 5er genutzt wird. Das verhilft zu 100 Kilogramm weniger Gewicht und mehr Innenraumlänge. Eine neu konstruierte Sitzanlage sorgt außerdem für höhere Variabilität und besseren Komfort. Um gegen Audi Q6 e-tron und Mercedes EQC antreten zu können, bringt BMW den X3 auch als Elektro-SUV. Das Problem: Die Architektur des nächsten X3 ist auf reinen E-Antrieb nicht vorbereitet, daher sind Veränderungen an den Achsen und der Boden gruppe nötig, bevor der X3 Electric Ende 2018 kommt. Den Start macht eine Variante mit 225 kW starkem E-Motor und 70-kWh-Lithium-Ionen-Akku. Für Europa ist eine kräftige Sportversion fix eingeplant. Das klassische Motorenprogramm bleibt weitgehend unverändert. Der 28i wird zum 252 PS starken 30i, der 30d legt von 258 auf 265 PS zu, der 35d bringt es künftig auf 320 PS. Für die PS-verwöhnte Kundschaft werden zudem neue M-Ausführungen ins Programm genommen. Der X3 M40i bekommt den 360 PS starken Sechszylinder aus dem X4, der X3M und der baugleiche X4M übernehmen einen drehmomentoptimierten Ableger des 431 PS starken M4-Aggregats. Gegen den GLC 43 AMG und den künftigen Jaguar F-Pace R, die beide mit 510 PS antreten, hat das bayrische Motorenwerk allerdings schlechte Karten. Da hilft auch der vorgesehene Elektrobaustein nicht weiter, denn er reicht nur zum Boosten und emissionsfreien Einparken, nicht aber zum nachhaltigen Aufbessern der Systemleistung. Weil BMW nur alle drei Jahre eine große Innovationsoffensive fährt, bewegt sich der neue X3 bei Infotainment, Digitalisierung und Connectivity auf dem bekannten Niveau von 7er und 5er. Die neue Multimedia-Grafik wird erst 2018 eingeführt, aber das macht keinen Unterschied, denn die Bordelektronik ist künftig update- und upgradefähig. Sonderfunktionen wie teilautonomes Fahren, vollautomatisches Einparken oder ein gewisses Plus an Leistung und Drehmoment können auch nachträglich dazugekauft werden. Ein interessantes Detail ist der Air-Touch-Monitor, der in Kombination aus Annäherungssensor und Luftkissen hässliche Fingerabdrücke auf dem Bildschirm zuverlässig verhindern soll. Im nächsten Schritt wird dann jenes flexible und dynamische Display eingeführt, das BMW schon im Januar in der i8-Roadster-Studie vorgestellt hat. Anders als der X5 bleibt der kleine Bruder der einteiligen Heckklappe treu. Die Sch eibe lässt sich separat öffnen, gegen Aufpreis öffnet die Klappe wie bisher elektrisch, auch auf eine Fußbewegung unterm Stoßfänger hin. Es bleibt zwar bei nur zwei Sitzreihen, aber dafür können die Fondsitze gegen Aufpreis in Höhe, Länge und Lehnenneigung verstellt werden. Das Abdeckrollo verschwindet bei Nichtgebrauch in einer Aussparung im Kofferraumboden. Das auf Wunsch eingebaute Panoramadach besitzt eine deutlich größere Öffnung, eine doppelte Entlüftungsstellung (vorn/hinten) und einen zweiten Windabweiser als Schutzmaßnahme gegen Staudruck.  An der Verkehrsfläche des X3 ändert sich nach dem Modellwechsel kaum etwas. Radstand, Höhe und Breite legen geringfügig zu. In Verbindung mit Sechszylindermotoren sind 19-Zöller und größere Bremsen Serie, zusätzlich zur xLine wird wieder ein M-Sportpaket angeboten. Die Front steht aufgrund der neuen Fußgä ;ngerschutz-Bedingungen etwas aufrechter im Fahrtwind als bisher. Neu ist der X3 Aero mit windschnittigeren Stoßfängern, glattflächigen Rädern, klar definierten Abrisskanten und variabler Luftführung (Aeroblade). Darüber hinaus reduziert eventuell die optionale Luftfederung per Fahrwerksabsenkung den Luftwiderstand. Die optischen Änderungen am X3 Electric müssen noch beschlossen werden. Die Controller wünschen sich nur neue Anbauteile, geschlossene Nieren und hellblaue Farbeffekte, die Verkäufer hätten lieber eine eigenständige Coupé-Karosserie – damit der Stromer-X3 optisch hervorsticht. +++

+++ General Motors will Käufer abzweigen, die bei Volkswagen wegen des Dieselskandals abgesprungen sind. Dafür launcht General Motors in 2017 den CHEVROLET Cruze sowie den Equinox SUV und will Volkswagen Abtrünnige mit einem 1,6-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor ködern. General Motors bringt 2017 die Modelle Chevrolet Cruze in der Kompaktwagenklasse und das SUV Equinox mit der Option eines 1,6-Liter Vierzylinder Dieselmotors auf den Markt. Davon erhofft sich General Motors Powertrain-Chef Dan Nicholson laut Automotive News mehr Verkäufe: “Es gibt viele Menschen, die Diesel wollen, ihm loyal gegenüberstehen und nach Marken und Fahrzeugen suchen, die ihren Wünschen entsprechen”. Während General Motors den Cruze zunächst als Limousine vorgestellt hat, soll bereits bekannt sein, dass die Serie auch ein Fließheck hat. Ein Blick in die Zulassungsstatistik von IHS Automotive zeigt: Zwar hat General Motors mit seinem Cruze Diesel nur kleine Verkaufszahlen erzielt (zwischen 2012 und 2015 wurden 12.814 Fahrezeuge registriert), allerdings war die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen insgesamt wesentlich höher. Denn von 2011 bis 2015 wurden  etwa 316.000 Fahrzeuge von VW mit Vierzylinder-Dieselmotoren verzeichnet. Volkswagen versprach hat seinen Kunden versprochen: Sollte keine Lösung für die vom Abgasskandal betroffenen Dieselmotoren gefunden werden, werde das Unternehmen die betreffenden Fahrzeuge zurücknehmen – was wiederum eine große Zahl an Kunden betreffen würde, die dann auf der Suche nach einem neuen (Diesel-)Fahrzeug sind. Unabhängig davon plant General Motors dem Windsor Star zufolge, im Frühjahr 2017 weitere 100 Arbeitskräfte in seinem Montagewerk in im kanadischen Oshawa einzustellen. Laut dem Bericht sollen die Einstellung bis zum 10. Februar 2017 erfolgen und weitere Jobs könnten im ersten Halbjahr 2017 folgen. +++

+++ Deutschland bleibt weiter Volkswagen Land, zumindest was die NEUZULASSUNGEN angeht. Auch im September sieht das Kraftfahrt Bundesamt (KBA) auf den ersten drei Rängen bei den Pkw-Nezulassungen ausschließlich Volkswagen Modelle. Ganz vorne ganz klar: der Golf. Wieder auf Rang zwei: der Volkswagen Tiguan. Emporgeklettert auf den dritten Rang im September ist der Volkswagen Passat. Erst auf dem vierten Platz zeigt sich mit der Mercedes C-Klasse ein Modell eines anderen Herstellers. Direkt dahinter auf Platz 5 steht mit dem weit vorgerückten Polo aber schon wieder ein Volkswagen. Komplettiert werden die Top 10 im September durch den Opel Astra, der sich hauchdünn vor dem Audi A4 platzieren konnte, dem Skoda Octavia, dem Opel Corsa und dem Skoda Fabia. Die Tschechen stellen damit nicht nur das zulassungsstärkste Importmodell, sondern erstmals auch zwei Plätze in den Top 10. Das zulassungsstärkste Modell aus dem BMW-Konzern ist auf Platz 1 der Mini. Erst auf 12 folgt der erste echte Bayer. In diesem Monat der 3er, der 1er und 2er damit klar hinter sich lässt. Der Seat Leon hält die spanischen Farben auf Rang 16 hoch, der Fiat 500 repräsentiert Italien auf Platz 20. Der erste und einzige Japaner in den Top 50 ist im September 2016 der Nissan Qashqai auf Rang 29. Korea greift mit dem Hyundai Tucson auf Platz 32 ins Geschehen ein. Zehn Plätze weiter hinten auf 42 steht mit dem Renault Mégane der erste Franzose. Und mit dem Volvo XC60 auf Platz 49 schafft es sogar ein Schwede in die Hitliste der Bestseller im September. Der Audi A4 liegt mit knappem Vorsprung an der Spitze der Ingolstädter Modell-Palette. Mit 21,7 Prozent der 2016 zugelassenen Fahrzeuge liegt das Mittelklasse-Modell nur knapp vor dem A3 mit 20,3 Prozent. Bei Ford fährt die Kompaktklasse der SUVs auf den ersten Platz. 4.340 mal bekam der Kuga im September neue Nummernschilder verpasst – das macht 15,2 Prozent im Schnitt von Januar bis September. Erfolgreicher waren in diesem Jahr bisher nur der Fiesta (16,9 Prozent) und der Focus (20,2 Prozent). Bei Alfa Romeo lässt sich die Giulietta nicht vom Spitzenplatz verdrängen. Obwohl mit 168 Fahrzeugen im September 27 weniger als im Vormonat aus den Verkaufshallen gerollt sind, macht die Giulietta noch immer 62,2 Prozent in der Statistik aus. Ein deutlicher Hinweis auf die insgesamt geringe Marktrelevanz der Marke: Der Marktführer Volkswagen verkauft vom Giulietta Konkurrenten Golf 132 mal so viele Autos. Mal sehen, wie die Giulia auf dem Markt ankommt, wenn sie richti g am Start ist. Bei BMW schnappt sich der Klassiker mit Heckantrieb im September die Führung: 4.459 des 3er wurden in Deutschland neu zugelassen. Im Gesamtjahr führt bislang allerdings der 2er, bei dem in Deutschland rund drei Viertel der Verkäufe auf die Van-Modelle mit Frontantriebsplattform entfallen. Bei Jaguar setzt sich der SUV-Trend fort. Vorneweg fährt nach wie vor der F-Pace, der es im September auf 264 Zulassungen bringt. Zwei mehr als im Vormonat. Britischer Verkaufszwerg ist der XJ mit schmalen 14 Neuzulassungen. Und bei Volkswagen? Wie üblich keine Überraschungen: Der Golf liegt mit 22.244 verkauften Modellen unangefochten an der Spitze. Darunter finden sich übrigens knapp über 9.000 Exemplare mit Diesel-Motor. Der Selbstzünderanteil beim Bestseller liegt damit immer noch bei gut 40 Prozent. +++

+++ OPEL hat in den ersten drei Quartalen des Jahres 2016 europaweit rund 895.000 Fahrzeuge verkauft. Damit erzielte die General Motors Marke trotz des vollständigen Rückzugs aus dem russischen Markt das beste Ergebnis seit 2011, wie das Unternehmen mitteilte. Der Zuwachs entspricht einem Plus von fast 5,2 Prozent. Das Verkaufsvolumen wuchs in den ersten neun Monaten insgesamt in 18 Märkten, darunter Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Beim Marktanteil legte die Marke in 12 Märkten zu. Der Marktanteil von Opel und seiner britischen Schwestermarke Vauxhall am europäischen Gesamtfahrzeugmarkt lag bei 5,87 Prozent. Wachstumstreiber war vor allem der neue Opel Astra. Im bisherigen Jahresverlauf wurde der Bestseller europaweit 212.000 Mal neu zugelassen: im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von rund 22 Prozent. Für den Astra sind bereits mehr als 275.000 Bestellungen eingegangen. Auch mit dem Absatz des neuen Mokka X zeigt sich der Hersteller zufrieden. Für das Modell liegen laut Opel schon mehr als 60.000 Bestellungen vor. Die Neuauflage des kompakten SUV ist erst seit Ende September bei den Händlern. “Mit diesen tollen Produkten sowie dem ebenfalls brandneuen Zafira und unserem bahnbrechenden Elektroauto Ampera-e sind wir hervorragend aufgestellt”, sagte Peter Christian Küspert, Vertriebschef der Opel Group und bekräftigte, dass der Autobauer mit etlichen neuen Modellen im Jahr 2017 die Produktoffensive weiter fortsetzen werde. +++

+++ TOYOTA ruft weltweit 340.000 Fahrzeuge vom Typ Prius zurück in die Werkstätten. Bei den Hybrid-Autos müssten Probleme mit der Handbremse beseitigt werden, teilte der Konzern mit. Betroffen sind Autos, die zwischen Oktober 2015 und Oktober 2016 produziert wurden. Davon wurden 210.000 in Japan verkauft, 92.000 in Nordamerika, die übrigen unter anderem in Europa und Australien. Bislang seien in Japan keine Unfälle in Zusammenhang mit dem Problem bekanntgeworden, sagte eine Toyota-Sprecherin. Zu möglichen Vorfällen in anderen Ländern äußerte sie sich nicht. +++

+++ VOLKSWAGEN verspricht, realistischere Werte für den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid vorzulegen. Der Konzern habe entschieden, “zukünftig die gesetzlich zulässigen Toleranzwerte einzuengen und damit realitätsnähere CO2-Werte auszuweisen”, teilte der Autobauer am Dienstag mit. Darüber hatten die Süddeutsche Zeitung sowie NDR und WDR berichtet. Der Recherche-Kooperation zufolge steigt dadurch über diverse Modelle hinweg im Schnitt der Ausstoß um zwei Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. +++

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