Tagesschau

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+++ Nach nicht einmal 5 Jahren Bauzeit kommt der nächste BMW X4 schon im Sommer 2018 auf den Markt; knapp 6 Monate nach dem kleineren X2. Wie der X2 aussieht, wissen wir seit der Präsentation des Showcars Ende September 2016. Der X4 sucht formal die goldene Mitte zwischen X2 und dem neuen X6, der Ende 2019 in Serie geht. Alle drei X-Typen sollen in Sachen Funktionalität, Effizienz und Anmutung zulegen. Das heißt im Klartext mehr Platz und mehr Variabilität in der zweiten Reihe, bessere Aerodynamik und geringeres Gewicht, deutlichere optische Abgrenzung zu X1/X3/X5. Das Design darf gern noch sportlicher sein, soll aber weniger stark polarisieren, denn Polarisierung ist bekanntlich der erste Schritt zur Ablehnung. Neben dem brachialen X3 M Pendant mit einem drehmomentoptimierten Sechszylinder, der die 400-PS-Hürde nehmen dürfte, setzen die Münchner bei der Neuauflage des SUV-Coupés verstärkt auf Kraft aus der Steckdose. Weil die Elektromobilität eine eigene Architektur benötigt, entwickelt BMW zwei neue Flachspeicher-Konzepte, wobei das kleinere Format Mini und den Fronttrieblern vorbehalten ist. Vom Größeren profitieren neben X4 und seinem 2017 kommenden Bruder X3 alle neuen X-Modelle, deren Technik den Hecktrieblern angeglichen wird. Als eines der ersten BMW-Modelle glänzt der nächste X4 außerdem mit einer integrierten upgrade- und updatefähigen Elektronik, die im Drei-Jahres-Rhythmus angepasst wird. Davon erhofft sich BMW einen Quantensprung in Bezug auf Fahrerassistenz und Connectivity. Die Nutzer dürfen sich auf die Multimedia Graphic Unit freuen, mit der das Bedienkonzept gleichzeitig aufgerüstet und entrumpelt wird. O-Ton aus München: “Wir bauen auch in Zukunft keine iPhones auf Rädern, sondern Autos, die Spaß machen – und schon im nächsten Moment umschalten können auf die neue digitale Welt”. +++

+++ Der US-Finanzinvestor KKR übernimmt für umgerechnet mehr als 4 Milliarden Euro den japanischen Autozulieferer CALSONIC Kansei. Das Angebot über 1860 Yen je Aktie entspreche einem Aufschlag von gut 28 Prozent im Vergleich zum kurs. Geplant ist demnach, die 41 Prozent der Anteile zu kaufen, die im Besitz des Autokonzerns Nissan sind. Auch die restlichen Aktien will der Investor übernehmen. Mit der Offerte stach KKR die Rivalen Bain Capital und MBK Partners aus. Nissan will verstärkt in neue Technologien wie Elektroautos und autonomes Fahren investieren. Dass Finanzinvestoren eine solch große Übernahme in Japan gelingt, ist vergleichsweise selten. Dortige Konzerne sind noch immer zögerlich, Tochterfirmen auf diese Weise loszuwerden. Calsonic ist auf die Produktion klassischer Autoteile wie Innenausstattung, Klimaanlagen oder Kompressoren spezialisiert. Wichtigster Kunde ist mit Abstand Nissan. KKR erklärte, man wolle Calsonic bei der internationalen Expansion helfen. +++

+++ Nur eine Woche nach dem Rausschmiss von Ron Dennis hat MCLAREN Zak Brown verpflichtet. Der Manager soll sich als Executive Director vor allem um die Vermarktung und die Organisation der Motorsport-Aktivitäten des Rennstalls kümmern. McLaren hat nicht lange gebraucht, um sich neu aufzustellen. Erst am 15. November war Ron Dennis nach einem hart geführten Machtkampf auf die Straße gesetzt worden. Nun hat das Unternehmen aus Woking einen neuen starken Mann gefunden – zumindest war die Motorsport-Aktivitäten angeht. Zak Brown soll dafür sorgen, dass es auf Rennstrecke für McLaren wieder vorwärts geht. Brown ist als Executive Director der McLaren Technology Group allerdings kein direkter Nachfolger von Ron Dennis, der das Unternehmen als Geschäftsführer im Alleingang geleitet hatte. Der neue Mann wird zunächst eine Doppelspitze mit Operating Officer Jonathan Neale bil den. Ein neuer Geschäftsführer werde noch gesucht, heißt es. “Ich bin unglaublich stolz ein Teil von McLaren zu sein. Ich habe den größten Respekt und Bewunderung für das, was die Firma bis heute erreicht hat und ich freue mich darauf, meinen Beitrag zur nächsten wichtigen Phase in der Entwicklung beizutragen”, erklärte der 45-jährige Manager im Zuge seiner Verpflichtung. Zak Brown, der früher selbst als Rennfahrer aktiv war, galt auch als aussichtsreicher Kandidat für einen Chefposten in der Formel 1-Organisation. Bei den neuen Inhabern von Liberty Media galt der US-Amerikaner als einer der Kandidaten, die irgendwann einmal Bernie Ecclestone ersetzen sollten. Er entschied sich stattdessen für die neue Rolle bei McLaren: “Ich habe schon viele Jahre lang eng mit McLaren zusammengearbeitet. Ich bin erstaunt, wie viel Talent und Ehrgeiz in der ganzen Mannschaft steckt. Ich freue mich darauf, meinen Teil zu den schon bestehenden Stärken des Unternehmens beizutragen und damit den Erfolg in allen Geschäftsbereichen sicherzustellen”. Dank seiner selbst gegründeten Marketing-Agentur Just Marketing International (JMI) hat Brown gute Kontakte zu potentiellen Werbepartnern. Er hatte aktiv dazu beigetragen, die McLaren-Deals mit Chandon, Johnnie Walker, Hilton oder Lenovo einzufädeln. Die Vermarktung war eine der großen Baustellen, die den McLaren-Eigentümern zuletzt Sorgen bereitet hatte. Der Verlust einiger Großsponsoren wie Tag Heuer, Mobil Exxon oder Boss war einer der Hauptkritikpunkte, die Ron Dennis schließlich auf Abstellgleis gebracht haben sollen. Man darf gespannt sein, wie stark sich Brown ins Tagesgeschäft auf der Rennstrecke einmischen wird. Erst im Sommer hatte Ex Volkswagen Sportchef Jost Capito die Geschäftsführung des F1-Teams übernommen. Darunter rangiert auch noch Eric Boullier als Teamchef. Für die McLaren-Fans darf man nur hoffen, dass zu viele Köche nicht den Brei verderben. +++

+++ Gerade erst hat SEAT mit dem Ateca den SUV Markt erobert, schon steht mit dem Arona ein kleiner Bruder in den Startlöchern. Aber die Spanier denken noch über einen weiteren Hochbeiner nach: Der soll auf jeden Fall oberhalb des Ateca positioniert sein. Da sich verschiedene Karosserieformen für die Volkswagen Tochter allerdings kaum rechnen würden, mussten sich die Marketing-Strategen entscheiden, und haben einem SUV-Coupé den Vorzug gegeben. Anders als seine  Konzernbrüder, die schnittigen Ableger von Volkswagen Tiguan und Skoda Kodiaq, die mit Funktionalität und Platz punkten, versucht Seat den abgeschafften Slogan ‘auto emoción’ wiederzubeleben. +++

+++ SKODA will die Coupéversion des Kodiaq auch in Europa anbieten. Bisher war nur klar, dass das 4,75 Meter lange Coupé mit Plug-in-Hybrid 2018 in China an den Start geht. Die Herausforderung: Skoda muss jetzt die Produktionskapazitäten schaffen, denn die gibt es bislang nicht. In China werden bereits Fabia, Octavia, Yeti, Rapid, Rapid Spaceback und Superb in lokal angepassten Versionen gebaut. Wenn nun noch der Kodiaq und das Coupé dazukommen, wird es schon eng. Vorstandsmitglied Christian Strube erklärte deshalb im Interview dass man derzeit nach zusätzlichen Möglichkeiten suche, den entstehenden Bedarf an Fahrzeugen auch in Europa zu befriedigen. Die Entscheidung für das Coupé hatte sich hingezogen, weil der Superb Skodas Spitzenmodell bleiben sollte. Mit der Entscheidung für das Kodiaq Coupé soll Skoda emotionaler werden. Es ist das erste Auto der Marke, dass nicht nur praktisch, sondern auch stylish sein soll. Konkurrenten sind der Range Rover Evoque, der Mercedes GLC und der BMW X4, die bereits in Europa erfolgreich sind. Als Basis dient dem schnittigen Kodiaq das Volkswagen Tiguan Coupé, von dem sich der Tscheche aber vor allem mit mehr Platz abheben will. Zur Ausstattung ist bisher nur klar, dass es einen zentralen Touchscreen, viel Sicherheitstechnik und modernstes Infotainment geben wird. Mehr Bodenfreiheit als beim Kodiaq und ein verkleideter Unterboden sollen den Lifestyle-Skoda offroadtauglich machen, auch wenn das Auto mit seinen verschiedenen Fahrmodi eigentlich für die Straße deisgnt wurde. Selbst mit kleineren Motorisierungen als der geplanten Plug-in-Version startet das Coupe jenseits der 40.000-Euro-Marke, mit ein paar Extras sind schnell 50.000 Euro erreicht. Noch vor ein paar Jahren für einen Skoda unvorstellbar, heute hält der Vertrieb es aber für durchaus realistisch, genügend Kunden gewinnen zu können. Denkbar ist neben einem Coupé auch eine Performance-Variante, ein Kodiaq RS. Mit sportlichen Details wie roten Bremssätteln und neuen Auspuffblenden wäre das SUV optisch schnell angepasst. Unter der Haube würden sich der 220-PS-Benziner oder der Diesel mit 184 PS gut machen, Skoda könnte der RS-Variante außerdem ein paar PS mehr spendieren. +++

+++ Der österreichische Stahlkonzern VOESTALPINE macht derzeit gute Geschäfte mit der Automobilindustrie. Von einem deutschen Premium-Autohersteller sei ein 600 Millionen Dollar schwerer Auftrag an Land gezogen worden, teilte das Unternehmen mit. Das ist der zweite Großauftrag für die Linzer seit dem Sommer. Erst im August hatte der Konzern einen 500 Millionen Dollar schweren Auftrag eines deutschen Autoherstellers erhalten. Um den neuen Großauftrag umsetzen zu können, würden nun über 30 Millionen Euro in Standorte in Mexiko, Deutschland, Rumänien und China investiert. Rund 15 Millionen Euro der geplanten Investitionssumme sollen in die neue Produktionsstätte für Automobilkomponenten in Mexiko fließen. Ab 2018 sollen dort die ersten Querträger, Dachrahmen oder Komponenten für Autos das Werk verlassen. Der Vollbetrieb sei für Juli 2018 geplant. Gut 14 Millionen Euro wolle die Voestalpine in die Erweiterung der bestehenden Werke in Deutschland und Rumänien investieren. Ein weiterer Teil des Auftrages werde in China abgearbeitet, teilte die Voestalpine mit. Insgesamt würden die in den neuen Standorten produzierten Automobilteile der Voestalpine künftig in über einer Million Autos verbaut. +++

+++ Die wochenlange Anspannung ist sichtlich von ihm abgefallen, bei Herbert Diess ist die große Erleichterung zu spüren. Als er im Wolfsburger VOLKSWAGEN Werk seine neue Strategie ‘Transform 2025 plus’ der Marke Volkswagen präsentiert, ist er die ganze Zeit zum Scherzen aufgelegt, meist mit einem Lächeln im Gesicht. Hinter ihm liegen die langen Wochen der zähen Zukunftspakt-Verhandlungen. Am vergangenen Freitag hatte das Unternehmen die Ergebnisse präsentiert, das härteste Sparprogramm in der Geschichte der Marke Volkswagen. Jetzt kann Diess wieder nach vorn schauen, jetzt geht es um seine Strategie und die nächsten Jahre für die Marke. Die Gespräche mit dem Betriebsrat sind alles andere als ein Spaziergang gewesen. Unternehmen und Arbeitnehmerseite haben sich auf sehr weitgehende Einschnitte verständigt: 30.000 Arbeitsplätze werden weltweit gestrichen, 23.000 davon allein in Deutschland. Jedes Jahr muss Volkswagen fast 4 Milliarden Euro sparen. “Die Marke ist dabei, sich grundlegend zu wandeln”, erläutert Volkswagen Markenchef Diess. Digitalisierung und Batterieantrieb sind gemeint, für die auch bei Volkswagen Milliarden investiert werden müssen. Diess hatte schon am vergangenen Wochenende seinem Top-Management Rede und Antwort gestanden, um die neue Markenstrategie Volkswagen zu erklären. Er diskutierte mit 150 Führungskräften aus aller Welt über den Plan ‘Transform 2025 plus’. Der Zukunftsplan vom Freitag war nur der Anfang. Es geht schnell weiter bei Volkswagen, die eigentliche Arbeit an der Zukunft beginnt erst. Der Zukunftspakt schafft die Basis auf der Kostenseite für die grundlegende Neuausrichtung von Marke und Konzern. Die großen Einsparungen in Milliardenhöhe, die die Vereinbarung mit dem Betriebsrat gewährleisten soll, müssen bis zum Jahr 2020 erreicht sein. In die Werke in Deutschland werden ebenfalls bis zu 3,5 Milliarden Euro investiert, gerade auch für den Batterieantrieb und die Digitalisierung. Für die Elektrifizierung der Autos nimmt sich Volkswagen 5 Jahre mehr Zeit, bis 2025. Das ist der zweite Schritt des dreiteiligen Stufenplans von Diess. Danach folgt zum Abschluss die komplette Neuausrichtung der Marke. Dazu gehört der Wandel zum Mobilitätsanbieter. Volkswagen verkauft künftig nicht mehr nur Autos, sondern komplette Mobilitätspakete. Wie kommt der Kunde am einfachsten von A nach B? Nach dem Jahr 2025 wird sich auch das Autonome Fahren durchsetzen. Das ist die andere große Zukunftsaufgabe von Volkswagen, für die die Marke neue Produkte anbieten muss. Volkswagen will sofort mit einer Offensive für SUV beginnen. Herbert Diess gesteht ein, “dass wir zum Teil auch Marktentwicklungen verschlafen haben”, und meint damit ganz besonders das SUV-Angebot. Bis zum Jahr 2020 soll es im gesamten Produktportfolio von Volkswagen 19 Modelle geben, heute sind es gerade einmal 2. In den USA spielen die Fahrzeuge mit Geländewagen-Optik eine besondere Rolle. “Dort treiben die SUV den Turnaround”, gab sich Diess überzeugt. Volkswagen will in Nordamerika auch trotz der Dieselaffäre nicht aufgeben. Im Jahr 2020 will Diess dort wieder Geld verdienen. Volkswagen soll in den USA zu einem wichtigen Volumenhersteller werden. Die Werke von Volkswagen sollen in Nordamerika dann wieder mit voller Auslastung laufen. Die Rückkehr und der geplante Aufstieg in den USA werden allerdings dauern. “So etwas dauert 10 Jahre”, betonte Diess. Bis zum Jahr 2025 will der Volkswagen Markenchef mit Volkswagen dem “E-Auto zum Durchbruch verhelfen”. Nach den Wolfsburger Plänen soll die Marke Volkswagen dann 1 Million Elektroautos pro Jahr verkaufen. Volkswagen rechnet damit, dass die umweltfreundlichen Autos dann zu klassischen Modellen mit Verbrennungsmotoren in Bezug auf Reichweite und Kosten konkurrenzfähig geworden sind. +++

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