+++ BMW stellt den normalen M2 ein! Der M2 Competition soll im April 2018 gezeigt werden und später den Standard M2 ersetzen. Die Premiere findet wahrscheinlich auf der Peking Motor Show (25. April bis 4. Mai 2018) statt. Bereits zuvor gab es die Info, dass BMW den Hardcore M2 mit M4 Motor bringt! Der Name des extraschnellen M2 steht allerdings noch nicht fest: In der Verlosung sind M2 CS (schließlich hat sich BMW die Namen M1 CS bis M8 CS schützen lassen) oder M2 Competition. Wie auch immer der Neue heißen wird, sicher ist, dass BMW beim M2 auf den S55 Motor aus dem M3/M4 setzt. Das wollen Experten bei der Entschlüsselung von Fahrgestellnummern (VIN) herausgefunden haben. Der 3,0 liter Sechszylinder soll im M2 Competition 410 PS leisten. Damit ist die Sonderversion 40 PS stärker als ein normaler M2. Wichtig für Enthusiasten: Den M2 Competition wird es mit manueller Sechsgang Handschaltung oder Siebengang DKG (aufpreispflichtig) geben. Über die VIN haben die BMW Experten aber noch mehr herausgefunden. So soll es zusätzlich zu den 4 Standardfarben (Weiß, Schwarz, Grau und Blau) mit “Hockenheim Silber” und “Sunset Orange” 2 neue Lackierungen für den M2 Competition geben. Neu sind auch geschmiedete 19 Zöller (aufpreispflichtig), Sportsitze (aufpreispflichtig), M Sport-Bremsen (aufpreispflichtig) und serienmäßige Sicherheitsgurte mit M Farben. Optisch dürfte sich der M2 Competition nicht nur durch die neuen Metallic-Lacke, sondern auch durch zusätzliche Flaps und eine Tieferlegung von den normalen M2 Modellen unterscheiden. Gerüchten zufolge soll der extraschnelle M2 auf nur 1.000 Stück limitiert sein. Eine andere mögliche Variante ist, dass es keine vorgegebene Stückzahl begrenzung, wohl aber eine zeitliche Limitierung gibt. So handhabt es BMW beim M4 CS. Zum Preis des BMW M2 Competition/CS sagt BMW noch gar nichts. Autointernationaal.nl vermutet, dass der Aufpreis bei rund 20.000 Euro liegen wird, und somit die Kosten in Die Niederlände knapp 110.000 Euro betragen. +++
+++ HYUNDAI und die kleinere Schwestergesellschaft Kia Motors haben für 2018 ihr gemeinsames Absatzziel auf unter 8 Millionen gesenkt. Die südkoreanische Gruppe geht davon aus, 7,55 Millionen Autos verkaufen zu können. Im vergangenen Jahr lag das Ziel noch über der 8 Millionen Schwelle. Die Unternehmen nannten das stockende Wachstum der Weltwirtschaft und “zunehmenden Protektionismus” als Faktoren, die sich auf die Nachfrage in den wichtigsten Märkten auswirken könnten. Der Wettbewerb in der Autoindustrie werde intensiver, betonte Konzernchef Chung Mong Koo in einer Mitteilung an die Belegschaft. Für 2017 hatte der fünftgrößte Autokonzern der Welt noch 8,25 Millionen verkaufte Autos angepeilt. Nach Berichten südkoreanischer Medien blieb der tatsächlich erzielte Absatz der Gruppe mit vermutlich 7,2 Millionen Einheiten aber deutlich darunter. Genaue Absatzzahlen der Hyundai Motor Gruppe lagen zunächst nicht vor. Insbesondere machte Hyundai im vergangenen Jahr der schwächere Absatz in China zu schaffen. Dabei wirkte sich vor allem ein Streit zwischen den Regierungen in Seoul und Peking über die Aufstellung eines neuen amerikanischen Raketenabwehrsystems in Südkorea aus. +++
+++ Volkswagen hat sich im Abgas Skandal auf einen weiteren Vergleich mit Sammelklägern in KANADA verständigt. Das teilten der Autokonzern und die Klägeranwälte mit. Es handelt sich bislang allerdings nur um eine vorläufige Grundsatzeinigung, die nach Ausarbeitung der Details noch den zuständigen Gerichten vorgelegt und dort genehmigt werden muss. Der Vergleich sieht Entschädigungszahlungen, Reparaturen sowie teilweise auch Rückkauf und Rücknahme angebote für Besitzer und Leasing Nehmer größerer Dieselwagen mit 3,0 Liter Motoren aus dem VW Konzern vor. Die Fahrzeuge waren mit einer speziellen Software (Defeat Device) zur Abgasmanipulation ausgerüstet worden. Konkret geht es um Volkswagen Touareg, Porsche Cayenne und Audi Q7 der Modelljahrgänge 2013 bis 2016. Bei einer ganzen Reihe neuerer Oberklasse Fahrzeuge von Audi soll lediglich ein Rückruf zur Umrüstung in einen legalen Zustand stattfinden. Wie teuer der Kompromiss für VW wird, ist noch nicht abzuschätzen, weil die Höhe der Entschädigungen noch nicht bekannt ist. Bei rund 105.000 kleineren Autos mit 2,0 Liter Dieselmotoren hatte der Konzern in Kanada bereits vor etwa einem Jahr einen ähnlichen Vergleich über 2,1 Milliarden kanadische Dollar (1,4 Mrd Euro) erzielt. Volkswagen hatte im September 2015 eingeräumt, durch manipulierte Messwerte zum Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid in großem Stil bei Abgastests betrogen zu haben. Weltweit betrifft die Affäre rund 11 Millionen Dieselautos. Der Konzern hat bereits mehr als 25 Milliarden Euro an Kosten für Vergleiche in Nordamerika verbucht. +++
+++ Die staatliche PRÄMIE für den Kauf von Elektroautos stößt eineinhalb Jahre nach ihrer Einführung bislang auf eher geringes Interesse. “Für diese Förderung stehen insgesamt 600 Millionen Euro zur Verfügung. Bis heute sind rund 65 Millionen Euro gebunden”, sagte der Präsident des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), Andreas Obersteller. Demnach wurden bislang lediglich für etwas mehr als 10 Prozent der Gesamtsumme Förderanträge gestellt. Seit Einführung des sogenannten Umweltbonus Anfang Juli 2016 sind es dem Bundesamt zufolge insgesamt 46.897 Anträge. Der Bund bezuschusst den Kauf eines rein elektrisch angetriebenen Autos mit 2.000 Euro und eines sogenannten Plug-In-Hybride-Fahrzeugs, bei denen ein Verbrennungsantrieb mit einem Elektromotor gekoppelt ist, mit 1.500 Euro. Der Hersteller steuert den gleichen Betrag als Preisnachlass hinzu. Gezahlt werden soll, bis der Topf leer ist; maximal bis 2019. Mit der Prämie versuchen Bundesregierung und Industrie einen Anreiz zu setzen, um für mehr E-Autos auf deutschen Straßen zu sorgen und dieser Zukunftstechnologie zum Durchbruch zu verhelfen. Der Marktanteil von Elektroautos in Deutschland verdoppelte sich zwar im Vergleich zum Vorjahr, lag aber in den ersten 3 Quartalen 2017 noch immer bei nur 1,4 Prozent. Obersteller schlägt vor, mit dem Geld anderweitig Elektromobilität zu fördern. “Die neue Bundesregierung könnte einen Teil des Budgets umwidmen und für die Förderung privater Ladeinfrastruktur bereitstellen. Diese Unterstützung könnte beispielsweise von Handwerkern, Hotelbetrieben oder Wohnanlagen genutzt werden”, sagte er. +++
+++ Auf dem deutschen Automarkt entsteht nach Einschätzung des Experten Ferdinand Dudenhöffer eine Blase wegen der dauerhaft hohen Preisnachlässe. Vor allem mit ihren Diesel Eintauschprämien hätten die Hersteller die RABATTE im Jahr 2017 auf bislang nicht gekannte Höhen getrieben, schreibt der Direktor des CAR Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen in der Dezember-Ausgabe seiner regelmäßigen Rabattstudie. Nach Marktbeobachtungen des Instituts werden einzelne Modelle wie beispielsweise der Ford Focus mit einem offen beworbenen ‘Umweltbonus’ von mehr als 40 Prozent in den Markt gedrückt, wenn dafür ein älteres Dieselfahrzeug eingetauscht wird. Solche Rabatte sind seit Sommer viel häufiger geworden. Dazu kamen auch im Dezember zahlreiche taktische Tageszulassungen sowie die Rabatte bei Internet Händlern. Nach Abebben der jüngst noch verlängerten Rabattwelle werde es für Hersteller und Händler schwer werden, weitere Neuwagen zu verkaufen, warnte Dudenhöffer die Industrie. In einem gesättigten Markt wie Deutschland erzeugten hohe Rabatte keine zusätzliche Nachfrage, sondern allein Vorzieheffekte, die man im Laufe des Jahres spüren werde. Der Umwelteffekt durch die aus dem Verkehr gezogenen Alt Diesel sei nicht geeignet, die befürchteten Fahrverbote in einzelnen Städten zu verhindern, schreibt Dudenhöffer. Sein Institut geht davon aus, dass bis zu 1,15 Millionen Autos eingetauscht und aus dem Verkehr gezogen werden könnten, gut 6 Prozent des Diesel Bestandes. Ihnen stünden aber schon 1,3 Millionen neu zugelassene Diesel Fahrzeuge entgegen, die trotz Euro6 Norm mehrheitlich hohe Mengen Stickoxide ausstießen. Die Diesel Prämien blieben daher “Verkaufsförderaktionen mit einem wenig messbaren Nebeneffekt”. +++
+++ TESLA Chef Elon Musk ist der Mann der großen Versprechen. 2018 könnte für ihn das Jahr der Wahrheit werden. Seine größte Herausforderung: das Model 3. Seine Anhänger vergleichen ihn mit Apple Gründer Steve Jobs oder Auto Revolutionär Henry Ford. Noch ist der Starkult riesig, doch langsam bekommt das Supermann Image von Tesla Chef Elon Musk Kratzer. Keine Frage, der Druck wird größer: Seine gewagten Versprechen drohen dem Mann, der es jüngst als Exot der Wirtschaftswelt auf das Cover des Rolling Stone schaffte, zunehmend auf die Füße zu fallen. Musk muss beweisen, dass er seine Ankündigungen auch umsetzen kann. 2018 müssen Erfolge her, sonst könnte es ziemlich ungemütlich werden für den schillernden Tech Milliardär. Hier sind seine Baustellen: Für Tesla ist das neue Auto extrem wichtig, denn es soll dem E-Auto Pionier den Weg in den Massenmarkt ebnen. Es kostet rund 35.000 Dollar (etwa halb so viel wie die Luxusmodelle Model S und Model X) und hat einen Hype ausgelöst wie früher Apples iPhone. Kunden campten zum Verkaufsstart vor den Tesla Filialen, es gibt Hunderttausende Bestellungen. Für 2017 rechnet Tesla insgesamt mit etwas mehr als 100.000 verkauften Autos. Für 2018 war mal von 500.000 produzierten Fahrzeugen die Rede. Und bis 2020 will Musk die Tesla Produktion gar auf 1 Million Autos pro Jahr hochfahren. Doch der Weg ist voller Stolpersteine: Mit lediglich 260 Model 3 wurde das Produktionsziel im dritten Quartal 2017 massiv verfehlt, der Zeitplan für den Anlauf der Serienfertigung musste verschoben werden. Statt Kampfansagen warnte Musk plötzlich: “Wir stecken tief in der Produktionshölle”. Im November kam es noch dicker: Mit 619 Millionen Dollar (533 Mio. Euro) wurde der höchste Quartalsverlust der Firmengeschichte verkündet. Die Liste der Tesla Vorhaben ist lang: Spätestens Ende 2019 soll der Elektro Truck Semi mit bis zu 800 Kilometern Reichweite auf die Straße. Zusammen mit dem E-Laster stellte Musk auch die Neuauflage des Tesla Roadster vor und skizzierte bereits einen elektrischen Pick-up; Starttermin offen. Zudem ist ein Crossover namens Model Y auf Model 3 Basis geplant, das eigentlich die hübsche Baureihenliste S – E – X – Y vervollständigen sollte. Leider aber schnappte Ford Tesla die Namensrechte für den Begriff ‘Model E’ vor der Nase weg, woraufhin Musk das E kurzerhand umdrehte und das Model 3 erschuf. Der Firmenchef kündigte außerdem einen Bus für den öffentlichen Nahverkehr an. Sein langfristiger Plan sieht auch den Aufbau einer Flotte selbstfahrender Fahrzeuge vor, die als Roboter Taxis und Transporter den Verkehr revolutionieren sollen. Die Lithium/Ionen Batterie ist das wichtigste und zugleich teuerste Bauteil der Tesla Stromer. Um die immense Menge an benötigten Akkupacks zu produzieren, entsteht in Nevada (USA) derzeit Teslas Gigafactory. Doch es gab Probleme, die mitverantwortlich für die Model 3 Verzögerung gewesen sein sollen, das Projekt wurde von Musk zur Chefsache erklärt. Zudem ist ein Auto-Werk in Shanghai für den riesigen chinesischen Markt geplant, die Einigung mit den dortigen Behörden liegt laut Musk vor. In etwa 3 Jahren soll dort die Produktion beginnen, vorrangig um das Model 3 in China und Umgebung erschwinglich zu machen. Und dann ist da noch Musks Tunnelprojekt unter Los Angeles: Schon bald soll es das Gelände von Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX im Stadtteil Hawthorne mit dem Highway 101 im Nordwesten verbinden, später gar Teil eines umfangreichen Hyperloop-Netzwerkes zum schnelleren Transport von Personen und Gütern sein. Die Kratzer sind noch nicht gravierend, aber immerhin: Ewig wird Musk nicht das Geld von Investoren verbrennen können. Zudem gab es Meldungen über Massenentlassungen und einen rauen Umgang mit der eigenen Belegschaft. Und: Die Konkurrenz schläft nicht länger. Die Schwergewichte der Autowelt blasen beim Thema E-Mobilität inzwischen zur Jagd auf Tesla. General Motors hat mit dem Chevrolet Bolt bereits ein Angebot in der Preisklasse des Model 3 am Start und will bis 2023 weitere 20 E-Autos auf den Markt bringen. Auch Ford, Volkswagen und viele andere finanzstarke Branchengrößen wollen angreifen. Selbst der so selbstsichere Musk scheint da ins Grübeln zu kommen: “Ich habe in den vergangenen Wochen ernsthafte emotionale Schmerzen gehabt”, sagte der 46-jährige Topmanager in einem Interview kurz nach der Model 3 Präsentation: “Es hat jedes Quäntchen Willenskraft gebraucht, dieses Event durchzuziehen und dabei nicht wie der depressivste Typ dort auszusehen”. +++
+++ Weltmeister zu werden, ist schon schwer genug. Seinen Titel dann noch zu verteidigen, ist meist noch schwerer. Aber genau das dürfte dem Wolfsburger VOLKSWAGEN Konzern gelungen sein. 2016 hatte es Volkswagen zum ersten Mal geschafft, zum größten Autohersteller der Welt aufzusteigen. 10,3 Millionen Fahrzeuge hatten die Wolfsburger am Ende verkauft, gute 100.000 mehr als die Dauerrivalen Toyota und General Motors (GM). Die Bücher für 2017 sind zwar inzwischen geschlossen. Doch die tatsächlichen Verkaufsergebnisse für das gerade beendete Jahr müssen nach den Feiertagen überall noch einmal nachgezählt werden. Auch wenn die letzten Dezembertage noch fehlen, so scheint das Ergebnis ziemlich eindeutig. Das zweite Jahr in Folge dürfte sich der VW Konzern wieder an die Spitze gesetzt haben. Mindestens 10,5 Millionen verkaufte Autos werden es am Ende sein, wieder hat Volkswagen die Konkurrenten Toyota und GM auf Distanz gehalten. Wenn sich die Verkaufsergebnisse im Dezember besser als erwartet entwickelt haben, könnten es bei VW am Ende sogar 10,6 Millionen Fahrzeuge sein. Wie schon vor einem Jahr konnte der VW Konzern die Folgen der Dieselaffäre scheinbar mühelos abschütteln. Sogar in den USA, wo der Abgasskandal seinen Anfang genommen hat, geht es für die Wolfsburger inzwischen wieder recht deutlich nach oben. Nur auf dem Heimatmarkt in Deutschland ist die Skepsis der Kunden wegen des Dieselskandals weiter groß. Bis Ende November lagen die Verkaufszahlen im Jahresvergleich in Deutschland noch leicht im Minus. Die im Sommer eingeführte Wechselprämie für alte Diesel, die nichts anderes ist als eine zusätzliche Verkaufshilfe für Neuwagen, könnte VW aber auch auf dem deutschen Markt im Dezember so gerade eben aus dem roten Bereich herausgeholt haben. Dass Volkswagen wieder auf dem ersten Platz als weltgrößter Automobilhersteller gelandet sein dürfte, ist noch aus einem anderen Grund bemerkenswert. Konzernchef Matthias Müller hatte schon bald nach seinem Amtsantritt vor gut 2 Jahren angekündigt, dass rein quantitative Absatzziele unter seiner Führung nichts mehr zu suchen hätten. “Volumen oder Umsatzgrößen geben wir nicht vor. Größe ist kein Selbstzweck”, hatte Müller gesagt. Der amtierende Konzernchef setzte sich damit deutlich von seinem Vorgänger ab. Martin Winterkorn, der wegen der Dieselaffäre Ende 2015 gehen musste, hatte es als klares Unternehmensziel ausgegeben, dass der VW Konzern weltgrößter Automobilhersteller werden müsste. Das allerdings erst 2018. Matthias Müller hatte es schon 2 Jahre früher geschafft. Wie schon vor einem Jahr will Volkswagen auch dieses Mal den ersten Platz in der Weltautoliga nicht kommentieren. “Das ist kein besonderer Grund zu feiern”, hieß es dazu aus Konzernkreisen. Aus Sicht des Unternehmens sei es viel wichtiger, dass auch die Rendite stimme. Auch beim Ertrag muss sich Matthias Müller nicht hinter seinem Vorgänger verstecken: Wenn die Milliardenlasten des Jahres 2017 (rund 2,6 Milliarden Euro) zur Bewältigung der Dieselaffäre ausgeklammert bleiben, dann könnte der VW Konzern auch beim operativen Gewinn neue Rekordmarken erreicht haben. Details dazu werden allerdings erst auf der Bilanzpressekonferenz im März veröffentlicht. Aus Sicht des VW Konzerns ist es auch enorm wichtig, dass das Unternehmen nach und nach die Dieselaffäre hinter sich lassen kann. Die finanziellen Folgen dürften 2018 noch einmal spürbar nachlassen, weitere Milliardenbelastungen sind zunächst nicht zu erwarten. Zugleich hat auch im Unternehmen ein Kulturwandel begonnen. Spezielle Schulungen für die Mitarbeiter in den Bereichen Compliance und Integrität sollen dafür sorgen, dass sich eine Affäre wie die um den Diesel nicht wiederholen kann. Für den ersten Platz von Volkswagen gilt dieses Mal allerdings eine Einschränkung. Würde die Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi als eigenständiger Konzern gezählt, würde der Wolfsburger Konzern einen ernsthaften Konkurrenten für den Spitzenrang bekommen. Mit der Aufnahme von Mitsubishi Motors in die Allianz hat sich das französisch-japanische Bündnis in die Spitzengruppe der weltgrößten Autohersteller katapultiert. Zur Jahresmitte von 2017 lag die Dreier-Gruppe sogar vor Volkswagen. Renault, Nissan und Mitsubishi sind untereinander aber nur gegenseitige Beteiligungen eingegangen, sie bilden keinen einheitlichen und voll konsolidierten Konzern. Deshalb werden sie nicht als ein Hersteller gewertet, und der VW Konzern bleibt auf jeden Fall vorn. Dass Volkswagen auch das zweite Jahr nach der Aufdeckung des Abgasskandals vergleichsweise unbeschadet hinter sich gebracht hat, liegt an allererster Stelle an den starken Auslandsmärkten, und dann wiederum ganz besonders an China. Mehr als 40 Prozent seiner Autos verkauft Volkswagen dort, also mehr als 4 Millionen Stück pro Jahr. In keinem anderen Land der Welt sind es mehr, China hat den deutschen Heimatmarkt schon vor Jahren überrundet. Außerdem werden in China keine Dieselmodelle verkauft, also kann es auch keinen Vertrauensverlust auf Seiten der Kunden geben. 2018 dürfte es für VW dort weiter nach oben gehen, denn auf dem chinesischen Markt ist wegen der weiter zunehmenden Motorisierung kein Ende des Wachstums in Sicht. “Im neuen Jahr könnte der gesamte Markt um bis zu 3 Prozent auf über 25 Millionen Pkw wachsen”, erwartet Frank Schwope, Automobilanalyst bei der NordLB in Hannover. Der Wolfsburger Autokonzern profitiert zudem von der wirtschaftlichen Erholung in Brasilien und Russland. Beide Staaten haben sich 2017 aus dem konjunkturellen Krisenmodus der vergangenen Jahre befreien können. Ein Autohersteller wie Volkswagen merkt das sofort bei den Verkaufszahlen. In Brasilien hat der VW Konzern den Absatz im gerade beendeten Jahr um mehr als 20 Prozent steigern können, in Russland beträgt das Plus immerhin rund 13 Prozent. In allen Staaten Zentral und Ost Europas hat Volkswagen seine Verkaufszahlen ebenfalls mit einer Quote von 13 Prozent steigern können. Die alten Dauerrivalen Toyota und General Motors haben dem anhaltenden Schwung aus Wolfsburg im Moment nicht besonders viel entgegenzusetzen. Japans größter Autohersteller hatte schon vor Weihnachten bekanntgegeben, dass 2017 voraussichtlich 10,4 Millionen Fahrzeuge verkauft worden seien (2016: 10,17 Millionen). GM wiederum hat sich aus dem Klub der Hersteller mit mehr als 10 Millionen verkauften Autos auf lange Zeit verabschiedet. Durch den Verkauf der deutschen Tochter Opel an den französischen Konkurrenten PSA (Peugeot, Citroën) hat der US-Konzern ein Volumen von rund 1 Million Autos verloren. Der frühere Dreikampf um den Spitzenplatz als weltgrößter Autohersteller hat sich durch den Opel Verkauf auf die Auseinandersetzung zwischen Volkswagen und Toyota reduziert. Auch im neuen Jahr sieht es danach aus, dass die Japaner dem deutschen Konkurrenten den ersten Platz nicht streitig machen könnten. NordLB-Analyst Schwope rechnet 2018 mit 10,9 Millionen verkauften Fahrzeugen bei Volkswagen und mit 10,8 Millionen bei Toyota. Martin Winterkorn könnte sich also bestätigt fühlen: sein Ziel, weltgrößter Autohersteller zu sein, wäre im vorgesehenen Zeitrahmen erreicht. +++
