Tagesschau

0

+++ Autofahren in England findet auf der linken Straßenseite statt. Das dürfte Touristen und Geschäftsleute bald nicht mehr kümmern, wenn es nach den Plänen der Regierung geht. Die britische Regierung möchte unter anderem die chronisch verstopften Straßen der Hauptstadt London möglichst schnell mit AUTONOM fahrenden Autos bevölkern. Dafür sollen Unternehmen, die an künstlicher Intelligenz arbeiten, mit 84 Millionen Euro gefördert werden. 180 Millionen Euro sollen in den Ausbau des Mobilfunknetzes mit 5G-Standard fließen. Natürlich möchte Großbritannien hiermit die eigene Wirtschaft nach dem Brexit im internationalen Wettbewerb nach vorne bringen. Der englische Autobauer Jaguar Land Rover spielt hierbei eine wichtige Rolle. Das Unternehmen ist Teil des mit öffentlichen Geldern geförderten ‘UK Autodrive’ Projektes, dem außerdem Unternehmen wie Ford, AXA und andere angehören. In Coventry nahe Birmingham und damit vor der eigenen Haustüre hat Jaguar Land Rover nun mit der Erprobung von selbstfahrenden Autos begonnen. Mit den Testfahrten soll nicht nur die Kommunikation unter den Autos, sondern auch zwischen Fahrzeug und der Verkehrsinfrastruktur, z.B. Ampeln und Verkehrszeichen, perfektioniert werden. Touristen und Geschäftsreisenden in England dürfte die schnelle Durchsetzung der autonomen Autos sehr recht sein. Anstatt sich auf dem Weg zum nächsten Termin an den Linksverkehr gewöhnen zu müssen, lässt man das Auto selber fahren. Auf dem Weg dorthin hat die Regierung des Vereinigten Königreichs gemeinsam mit Jaguar Land Rover und weiteren Unternehmen ein weiteres Projekt gestartet. Unter dem Namen AutopleX arbeitet das Joint Venture an Technologien, die autonome Autos mehr sehen lassen sollen, als es der Mensch vermag. Neben Kameras und Sensoren spielt dabei vor allem der Datenaustausch der Fahrzeuge untereinander eine große Rolle. Mit den gewonnenen Informationen weiß der Computer im Auto zum Beispiel, ob sich ein anderes Auto aus einer Seitenstraße nähert und kann schon die Geschwindigkeit verringern oder abbremsen. Das Auto kann also ‘um die Ecke sehen’, bevor der andere Verkehrsteilnehmer tatsächlich ins Blickfeld rückt. Außerdem soll durch Hindernisse ‘hindurchgeschaut’ werden können. Wenn man hinter einem LKW mit hohem Aufbau fährt, kommt die Information eines sich stauenden Verkehrs also schon in den Systemen des Autos an, bevor der Lastwagen tatsächlich bremst. Das AutopleX-Projekt wurde mit einer Investition von 5,4 Millionen Euro ausgestattet, um Computersimulationen und Praxistests auf öffentlichen Straßen durchzuführen. +++

+++ Vor der Automesse in Peking erfüllt CHINA den westlichen Autobauern einen lange gehegten Wunsch: Kürzlich kündigte die Regierung an, dass der Zwang zur Ehe mit einer chinesischen Partnerfirma bis 2022 abgeschafft wird. Auch Importzölle sollen deutlich sinken. Unter dem Druck des Handelskonflikts mit den USA werden also die Karten für Volkswagen, Daimler und BMW auf ihrem wichtigsten Markt China neu gemischt. Übernahmen, neue Fabriken, mehr Importe: mitten im Umbruch hin zu elektrischen, autonom fahrenden und vernetzten Autos öffnen sich neue Türen. “Das bringt mehr Freiheit auf dem Markt”, sagt Max Zenglein, Industrieexperte vom Mercator Institute for China Studies (Merics) in Berlin. Er warnt zugleich vor Euphorie: “Trotz der Öffnung zieht die Kommunistische Partei die Zügel in der Wirtschaft stärker an”. Auf der Messe, die am kommenden Mittwoch ihre Tore öffnet, zeigen die deutschen Hersteller, was in China gut geht: vor allem SUVs sowie Luxus- und Sportwagen. Die Spanne reicht vom neu aufgelegten Mini aus dem Hause BMW bis zur Studie eines Ultra-Luxus-Wagens von Daimler: Mercedes gibt einen Vorgeschmack auf den Edelwagen Maybach der Zukunft, passend dazu entwarfen die Designer eine Möbelkollektion. Elektroautos dagegen sind im Sortiment der deutschen Autobauer noch Mangelware, trotz staatlicher Anreize. Die jahrzehntelang gewachsenen Strukturen auf dem weltgrößten Automarkt werden sich zwar nicht über Nacht ändern. Doch nun ist für die ausländischen Autobauer die Zeit gekommen, ihre China-Strategie grundlegend zu überdenken. Bisher waren sie gezwungen, zusammen mit chinesischen Herstellern in zumeist 50:50-geteilten Gemeinschaftsunternehmen zu produzieren, denn so wollte China die eigene Industrie päppeln. Um den Importzoll von 25 Prozent zu vermeiden, trieben die Ausländer den Ausbau der Werke vor Ort voran. So führte der Volkswagen Konzern, der 2017 mit 4,18 Millionen Fahrzeugen 40 Prozent seines Absatzes in China erzielte, nur gut 4 Prozent ein. Bei BMW war es etwa jeder dritte der knapp 600.000 verkauften Pkw; hier könnten niedrigere Zölle Geschäft und Gewinn einen Schub geben. Das Ende des Joint-Venture Zwanges bezeichnet Stefan Bratzel, Chef des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach, als extreme Änderung. Zum einen könnten die Autobauer durch höhere Anteile an den Unternehmen auch höhere Gewinne einstreichen. Zum anderen könnten sie mit Kontrollmehrheiten die Produktion in Eigenregie ausbauen oder alleine neue Fabriken hochziehen. Dass Volkswagen, Daimler und BMW unisono betonen, mit den bewährten Partnern zufrieden zu sein und nichts ändern zu wollen, wertet Bratzel als taktisches Manöver. “Sie wollen die Pferde nicht scheu machen und das gut laufende Geschäft jetzt nicht gefährden. Aber im Hintergrund werden sie prüfen, was sie alleine machen könnten”. Jochen Siebert von der Autounternehmensberatung JSC in Shanghai rechnet damit, dass China für die Autobauer künftig als Produktionszentrum für Asien insgesamt interessant wird und nicht länger nur ausschließlich für das Inland gefertigt wird. “Wachsende Kapazität könnte genutzt werden, um etwa Elektroautos für den Weltmarkt zu produzieren oder die Asean-Länder zu bedienen”, sagt Siebert. Indonesien oder Vietnam würden als Absatzmärkte interessant. Die Perspektive werde um so wichtiger, da das Wachstum des riesigen Automarktes China allmählich nachlasse und nach Einschätzung von JSC Mitte des nächsten Jahrzehnts mit 26 Millionen Pkw die Kammlinie erreiche. Ganz frei schalten und walten könnten die westlichen Autobauer aber auch ohne die Gemeinschaftsunternehmen nicht, erklärt Merics-Experte Zenglein. Denn die Unternehmen blieben der Kontrolle der Staatspartei unterworfen. Seit Präsident Präsident Xi Jinping im vergangenen Jahr das Ziel ausgerufen hat, die Rolle der Partei in allen Bereichen der Gesellschaft zu stärken, berichten Unternehmen über Druck, die Gründung von Parteizellen selbst zu fördern. “Man müsste zumindest Entscheidungen weiter abstimmen”, sagt Zenglein. Das sei alles halb so wild, erzählt dagegen ein Mitarbeiter eines deutschen Autobauers. Es sei vergleichbar mit den Betriebsräten in Deutschland. Im Übrigen ermögliche das Verbandeln mit den chinesischen Unternehmen vor Regulierung Entscheidungen wie beim Klimaschutz einen kurzen Draht zur Regierung. “Es ist wie ein Lobby-System”, sagt er. Parteimitglieder klopften beim Staat an, wenn sie ihre eigene Dividenden in Gefahr sähen. Die Regierung in Peking, da sind sich die Experten einig, hat sich mit dem angekündigten Abbau von Handels- und Eigentumsschranken dem Druck der Amerikaner gebeugt. US-Präsident Donald Trump überzog den wichtigen Handelspartner und Konkurrenten geradezu mit Beschwerden über Handelsüberschüsse, Zölle und Wissensklau. Ausgefochten ist der Streit noch lange nicht, die Welt schaut nervös zu. Die Europäer könnten am Ende aber sogar profitieren, glaubt Berater Siebert. “Auch wenn wir Trump nicht lieben, wir müssen ihm dankbar sein, dass er die Themen anstößt; es geht auch um unsere Zukunft”. +++

+++ Die DIESEL krise macht den Autohändlern in Deutschland immer mehr zu schaffen. Vor allem auf dem Gebrauchtwagenmarkt hat sich die Lage noch einmal deutlich verschlechtert. 87 Prozent der Händler können Diesel-Gebrauchtwagen nur noch mit höheren Abschlägen verkaufen. 22 Prozent nehmen überhaupt keine Diesel-Gebrauchtwagen mehr in Zahlung. Das geht aus aktuellen Zahlen des Dieselbarometers der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) hervor. Das ‘Diesel-Dilemma’ beim Automobilhandel spitze sich zu, hieß es. Das Image des Diesel ist schwer belastet. Gründe sind der Abgasskandal und drohende Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge in Städten, in denen Schadstoff-Grenzwerte überschritten werden. Diesel sind ein Hauptverursacher. Die Neuzulassungen von Dieselfahrzeugen sind seit Monaten auf Talfahrt. Laut DAT-Barometer gaben 58 Prozent der Händler an, weniger Diesel-Neuwagen an Gewerbekunden verkauft zu haben. Bei den Privatkunden stelle sich die Entwicklung noch drastischer dar: 86 Prozent der Händler verkaufen weniger gebrauchte und neue Diesel-Pkw an Endverbraucher. Viele Dieselfahrzeuge stehen bei Händlern auf dem Hof, und zwar im Schnitt 103 Tage. Gebrauchte Diesel-Pkw kosten den Handel pro Tag und Fahrzeug im Schnitt 28 Euro im Schnitt. 57 Prozent der Händler geben deutlichere Nachlässe auch auf Diesel-Neuwagen, 61 Prozent bilden Rückstellungen für drohende Verluste. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Ende Februar, das Fahrverbote generell für zulässig erklärt hatte, hat sich der Beratungsaufwand im Handel deutlich erhöht. Außerdem gaben 93 Prozent aller Händler bei der Befragung an, das Urteil habe zu noch mehr Verunsicherung bei ihren Kunden geführt. Die Händler hätten aktuell keine Chance, bei der Vermarktung von Diesel-Gebrauchtfahrzeugen auch nur ihre Kosten zu decken, sagte DAT-Geschäftsführer Jens Nietzschmann. “Sie werden deshalb auf Unterstützungsleistungen von ihren Herstellern, Importeuren oder der Politik angewiesen sein, um nicht in eine wirtschaftliche Schieflage zu gelangen”. Basis des Barometers ist eine repräsentative Befragung beim Automobilhandel, angereichert mit Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes und mit Ergebnissen der DAT-Marktbeobachtung. +++

+++ HYUNDAI plant die Massenproduktion von selbstfahrenden Autos. Die südkoreanische Autobauer wolle die Fahrzeuge 2023 auf den Markt bringen, sagte Youngcho Chi, Executive Vice President bei Hyundai, bei einer Konferenz des Wall Street Journal in Hongkong. Der Konzern wolle sogenannte Level 4 Fahrzeuge fertigen, die alle kritischen Fahraufgaben erfüllen können und keinen menschlichen Fahrer mehr benötigen, um hin und wieder einzugreifen. Chi sagte auch, dass Autohersteller und Technologieunternehmen, die an der Entwicklung autonom fahrender Fahrzeuge arbeiten, nach dem tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Auto von Uber sich mit der Einführung der Technologie nun wahrscheinlich mehr Zeit lassen würden. Die Zeitrahmen werde nun höchstwahrscheinlich um ein halbes oder ein ganzes Jahr nach hinten verschoben, sagte er und bezog sich auf Unternehmen wie Uber und die Alphabet-Tochter Waymo. Im März hatte ein selbstfahrendes Auto des Fahrdienstvermittlers Uber eine Frau in Tempe im US-Bundesstaat Arizona angefahren, die ihren Verletzungen erlag. An seiner Einschätzung zeigen sich die Spannungen zwischen den traditionellen Autobauern und Technologieunternehmen, an der Entwicklung autonomer Antriebstechnologien arbeiten. Ein wesentlicher Unterschied ist die Geschwindigkeit der Produktentwicklung; Autobauer haben einen längeren Produktzyklus und benötigen in der Regel mehrere Jahre für die Entwicklung eines neuen Fahrzeugs, während Elektronikhersteller und Technologieunternehmen oft einen kürzeren Zyklus haben, manchmal nur ein Jahr oder ein paar Monate. Die Autohersteller haben sich mit der Einführung bestimmter autonomer Antriebstechnologien aus Sicherheitsgründen bislang zurückgehalten. Auch wenn einige Unternehmen der Informations & Kommunikation Technik (IKT) die Technologie bereits als so gut wie fertig darstellen wollten, sei der Weg zum vollautonomen Fahren noch weit, sagte Chi. “Ich hoffe, dass sowohl die Automobilhersteller als auch die neuen IKT Unternehmen dieses Werbespiel beenden und versuchen, sich mehr auf die Sicherheit der Verbraucher zu konzentrieren”, sagte er. +++

+++ LOTUS arbeitet an einem SUV. Das hat CEO Jean-Marc Gales nun in einem Interview bestätigt. Vor einigen Wochen waren bereits Patentzeichnungen des Modells aufgetaucht. Sie zeigen ein Auto mit flacher Dachlinie und markanter Heckpartie. Gales zufolge soll das noch namenlose SUV in 2022 auf den Markt kommen. Vom Vorstoß in das neue Segment erhofft sich der Lotus Chef, die Anzahl verkaufter Autos von derzeit 1.600 auf über 10.000 zu steigern. Der zum Geely Konzern gehörende Autobauer wird Gales zufolge “Module” aus dem Konzernverbund nutzen. Wahrscheinlich ist es, dass das SUV Volvos flexible SPA Plattform verwendet, die unter anderem beim XC60 und XC90 zum Einsatz kommt. Neben Vierzylindermotoren wäre als Antrieb damit auch ein Plug-in-Hybrid mit 400 PS möglich. Das Lotus SUV soll unter 2 Tonnen wiegen; ein echtes Leichtgewicht wie die Lotus Sportler ist es also nicht. Trotzdem verspricht Gales die besten Handlingeigenschaften im Segment. Preis: vermutlich ab 100.000 Euro. +++

+++ Die Vision gibt es längst: Sobald sich ein Auto dem Zuhause nähert, wird dort die Ankunft vorbereitet. Das Licht geht an, Musik beginnt zu spielen, die Heizung wärmt, vielleicht sogar die Bratröhre. Umgekehrt kann man vom heimischen Sofa nochmal checken, ob die Fenster am Fahrzeug geschlossen sind. Klingt komfortabel, doch mit der Umsetzung dieser Vision hapert es noch. Und das aus vielerlei Gründen: in Deutschland unter anderem auch wegen einer gewissen Skepsis gegenüber solchen Angeboten. MERCEDES Fahrer in China können solche Dienste bald in Anspruch nehmen, mit Hilfe von Alibaba. Wie das Forschungsinstitut Alibaba A.I. Labs im Rahmen der Messe Auto China in Peking ankündigte, werden außer Daimler auch Audi und Volvo die Künstliche-Intelligenz-Lösung namens ‘AI + Car’ einsetzen. Mit weiteren Automarken wolle man zusammenarbeiten, kündigt Alibaba an. Um das Fahren geht es nicht bei dieser Lösung. Vielmehr sollen Kunden über ‘Tmall Genie’, den Sprachassistenten der Alibaba A.I. Labs, mit ihrem Auto kommunizieren können. Die zugrunde liegenden Algorithmen kommen aber von den Autoherstellern selbst und funktionieren in westlichen Märkten zum Beispiel mit Alexa oder Google Home. Dagegen funktioniert Tmall Genie nicht außerhalb Chinas, die Kooperation bleibt auf Alibabas Heimatmarkt beschränkt. Das Angebot, das im zweiten Quartal freigeschaltet werden soll, funktioniert für künftig gekaufte Autos und zum Beispiel im Fall von Mercedes für alle Autos, die seit September 2016 gebaut wurden. Die Zusammenarbeit deutscher Unternehmen mit Alibaba weitet sich unterdessen auf immer mehr Bereiche aus. So gab am Montag auch der Kunststoffspezialist Covestro aus Leverkusen bekannt, dass man künftig unter anderem einen Hochleistungskunststoff und bestimmte Vorprodukte über die Online-Plattform von Alibaba als größten Geschäftskunden-Marktplatz vertreiben wolle. Covestro, so heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens, wolle “zu den Erfolgen Chinas bei Innovation und Digitalisierung beitragen”. +++

+++ Als sich im vergangenen Jahr andeutete, dass der französische Konzern PSA (Peugeot, Citroën, DS) den deutschen Autohersteller OPEL übernehmen wird, begleiteten die Arbeitnehmervertreter den Verkaufsprozess kritisch, aber durchaus wohlwollend. Bis heute sagen führende Betriebsräte, sie seien froh, dass PSA Opel übernommen hat. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug bezeichnete das Zusammengehen der beiden Unternehmen in der vergangenen Woche gar als “alternativlos”. Die Lage unter dem vorherigen Eigentümer, dem amerikanischen Konzern General Motors, sei “nicht gut” gewesen, sagte Schäfer-Klug. Es ist eine Untertreibung: Unter amerikanischer Führung hat Opel zuletzt fast 20 Jahre lang ausschließlich Verluste geschrieben. Die einst so stolze Marke mit dem Blitz hat nicht nur an Marktanteilen, sondern auch an Ruf eingebüßt. Trotz aller Alternativlosigkeit hat sich die Atmosphäre zwischen den Arbeitnehmervertretern und dem Opel Management sowie dem Management des PSA Konzerns zuletzt rapide verschlechtert. Beide Seiten warfen sich vor, Unwahrheiten zu verbreiten und damit die Belegschaft zu verunsichern. An diesem Dienstag nun kulminiert der Konflikt zwischen den Parteien in einer Betriebsversammlung in Eisenach. In der thüringischen Stadt betreibt Opel eine Fahrzeugfabrik mit gut 1.800 Mitarbeitern, hier rollten im vergangenen Jahr nach Unternehmensangaben etwa 100.000 Autos der Modelle Adam und Corsa vom Band. Doch wie es in Eisenach weitergeht, ist unklar. Anders als an anderen europäischen Standorten, etwa in Spanien oder Großbritannien, hat PSA noch nicht verlauten lassen, mit welchen Autos und Aufgaben das Unternehmen die zuletzt rund 19.000 deutschen Mitarbeiter in den Standorten in Rüsselsheim, Kaiserslautern und eben Eisenach in den nächsten Jahren beschäftigen will. Mehr noch: Die Geschäftsführung verband mögliche Investitionen mit Zugeständnissen der Mitarbeiter. Sie verlangte von den Arbeitnehmern, vorerst auf die im Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie vereinbarte Gehaltserhöhung in Höhe von 4,3 Prozent zu verzichten. Nach Angaben des Betriebsrats und der Gewerkschaft IG Metall hatten PSA und Opel zudem gefordert, dass auch das Urlaubs- und Weihnachtsgeld gestrichen wird. Und die Gehaltserhöhung sollte nicht nur gestundet werden, sondern ebenfalls ganz gestrichen. Das Unternehmen sprach im Zusammenhang mit diesen Angaben von “Spekulationen”. Klar ist, die deutsche Belegschaft von Opel wird schrumpfen. 3.700 Arbeitsplätze sollen zufolge des Sanierungsplans Pace bis zum übernächsten Jahr durch Vorruhestand, Altersteilzeit und freiwillige Weggänge abgebaut werden. Nach Angaben der Arbeitnehmervertreter wird diese Vorgabe mit wohl mehr als 4.000 wegfallenden Stellen bis zum Jahr 2020 übererfüllt. 4.000 Arbeitsplätze: das sind gut ein Fünftel der Stellen hierzulande. Gegen Mittag will der Betriebsrat in Eisenach nun eine in der vergangenen Woche unterbrochene Betriebsversammlung zunächst auf dem Werksgelände fortsetzen und dann vor dem Werkstor in einen öffentlichen Protest münden lassen. Nicht nur Arbeitnehmervertreter aus dem Komponentenwerk Kaiserslautern und dem Stammsitz Rüsselsheim sollen kommen. Auch der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow will in Eisenach sprechen. Der Linken-Politiker Ramelow hatte zuletzt signalisiert, PSA und Opel bei der Sanierung des Autoherstellers unterstützen zu wollen. Zugleich forderte er wie auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass PSA die Tarifverträge achtet und sich an die Zusagen hält, die das Unternehmen im Zuge der Übernahme von Opel im vergangenen Jahr gemacht hatte. Neben Ramelow soll auch die Eisenacher Bürgermeisterin Katja Wolf (Die Linke) während der Versammlung auftreten. Kurz vor Beginn der Betriebsversammlung legte der Opel-Eigentümer PSA seine Geschäftszahlen für das erste Quartal vor. Die Tochtergesellschaft Opel hat demnach rund 4,8 Milliarde Euro umgesetzt. Da PSA keinen Vorjahreswert angab, sind diese Zahlen wenig aussagekräftig, um abschätzen zu können, wie sich Opel zuletzt entwickelt hat. Das europäische Geschäft des vorigen Eigentümers General Motors hatte im Vorjahresquartal noch 4,5 Milliarden Dollar erlöst. Allerdings ist Opel unter PSA nicht zu vergleichen mit Opel unter General Motors, da unter anderem das Entwicklungszentrum in Turin nicht mehr zum ‘neuen’ Opel gehört. Was die Zahl der Neuzulassungen betrifft, verzeichnete Opel in den ersten 3 Monaten des Jahres allerdings einen Rückgang. Nach Angaben des europäischen Branchenverbands Acea ließen die Behörden in der Europäischen Union sowie in der Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island insgesamt rund 249.800 Opel-Fahrzeuge zu. Im Vergleich zum Vorjahreszeitrum ist das ein Rückgang von rund 20.000 Autos. Entsprechend sank Opels Marktanteil von 6,8 auf 5,8 Prozent. Insgesamt kletterten die Erlöse von PSA im ersten Quartal um 42 Prozent auf 18,18 Milliarden Euro. Ohne Opel und die neue britische Tochtergesellschaft Vauxhall mussten sich die Franzosen mit einem Plus von 13,3 Prozent begnügen. Ihre ursprünglichen Kernmarken Peugeot, Citroen und DS brachten Umsätze von 10,21 Milliarden Euro. +++

+++ PORSCHE bringt den Boxster Spyder auf 718-Basis zurück, und beim Antrieb könnte es eine Überraschung geben! Glaubt man den neuesten Gerüchten, hat Porsche auf die allgemeine Kritik am Vierzylinder-Turbo in 718 Boxster und Cayman (Fahrleistungen okay, Emotion und Sound mau) reagiert und spendiert dem  Boxster Spyder nun einen Saugmotor. Nicht irgendeinen, sondern den 4,0 Liter Sechszylinder aus dem GT3! Der stärkste Boxster dürfte zwar nicht die vollen 500 PS des GT3 leisten, rund 420 PS bis 430 PS scheinen aber realistisch. In Kombination mit dem Mittelmotor-Layout dürfte der 718 Boxster Spyder eine echte Fahrmaschine werden. Die Spyder-Version war in der Geschichte von Porsche immer das leichteste Modell der Baureihe. Erreicht wird das geringe Gewicht durch eine betont spartanische Ausstattung, die zum Beispiel auf eine Klimaanlage und ein elektrisch betätigtes Verdeck verzichtet. Dafür bekommt der Boxster Spyder traditionell ein knapp geschnittenes Stoffverdeck, das von Hand geschlossen werden muss. Die neue Version bekommt die für den Spyder typischen Höcker auf der Motorabdeckung. Sollte sich das Gerücht des GT3-Motors im Boxster Spyder nicht bewahrheiten, dürfte es wohl auf den 2,5 Liter großen Vierzylindermotor hinauslaufen. In diesem Fall sollte aber wenigstens der Cayman GT4 mit dem gedrosselten GT3-Motor kommen. Der neue 718 Spyder dürfte bei etwa 120.000 Euro starten. Das nötige Kleingeld auf der Kante zu haben bedeutet aber nicht, auch sicher einen 718 Boxster Spyder bekommen: Die jüngsten Sondermodelle aus Zuffenhausen waren bei der Präsentation schon lange ausverkauft. +++

+++ RENAULT plant Komponenten für Elektrofahrzeuge in Indien zu produzieren und von dort aus zu exportieren. Der Automobilhersteller hat die Herstellung von Elektromotoren und Getrieben an einen indischen Zulieferer ausgelagert. Die in Indien hergestellten Komponenten sollen voraussichtlich in europäische und amerikanische Länder exportiert werden. Angesichts der Intensivierung der indischen Regierung auf die Förderung der verarbeitenden Industrie erwägen auch Unternehmen aus der Automobilindustrie lokale Produktionssteigerungen. Renault exportiert derzeit bereits Verbrennungsmotoren und andere Teile aus dem Subkontinent und sucht derzeit nach Lokalisierungskomponenten für seine Elektrofahrzeuge, die in Kürze ebenfalls in Indien eingeführt werden sollen. “Wir müssen eine lokale indische Lieferantenbasis für E-Komponenten schaffen. Zuerst wahrscheinlich den Motor, der die einfachste Technologie ist und danach natürlich Batterien. Wir wissen, dass die Batterietechnologie derzeit in erster Linie südkoreanisch oder chinesisch ist. Natürlich braucht es einen lokalen Player”, sagte Eric Feunteun, Renaults globaler Programmdirektor für Elektrofahrzeuge. Unterdessen planen die Franzosen auch in Indien den Zoe und eine Elektroversion des Kwid auf den Markt zu bringen. “Wir entwickeln gerade eine EV-Version von Kwid in China und es macht sehr viel Sinn, das Auto hierher zu bringen. Aber wir müssen gute Bedingungen schaffen und wir müssen jetzt anfangen”, so Feunteun. +++

+++ VOLKSWAGEN hat schon länger Ärger mit Prevent, jetzt bereitet die Zulieferer-Gruppe eine Schadenersatz-Klage vor. Es geht laut Medienberichten um 2 Milliarden Euro. Zuvor hatte VW mehrere Aufträge fristlos gekündigt. Die Automobilzulieferer-Gruppe Prevent bereitet eine Klage gegen VW vor. Der Autohersteller habe kürzlich mehrere Aufträge fristlos gekündigt. Die Kündigung wolle der Zulieferer nicht hinnehmen. Einen Prevent-Sprecher habe bestätigt dass eine Klage vorbereitet und in nächster Zeit eingereicht werde. Um wie viel Geld es geht, stehe noch nicht nicht fest, doch in der Branche sei von 2 Milliarden Euro die Rede. Hinter der Firmengruppe Prevent steht die Familie Hastor; wenig zimperliche Investoren, die im August 2016 mit einem Zuliefererstreik VW Werke zum Stillstand gebracht haben. +++

+++ Bei jedem Hersteller gibt es Modelle die Masse machen und andere die nur in kleinen Stückzahlen an den Mann gebracht werden können. Ich zeige Ihnen die Verkaufsstars und ZULASSUNG Zwerge der wichtigsten Hersteller für den März 2018. Volkswagen hat den Scirocco schon vor einiger Zeit aus dem Neuwagenangebot gestrichen, jetzt scheinen auch die letzten bei den Händlern stehenden Modelle abverkauft zu sein. Im März wurden gerade noch 12 Coupés neu zugelassen. Der Golf steht dagegen bei 22.335 Neuzulassungen im gleichen Zeitraum. Bei Subaru hat sich der Forester wieder vorbei am XV als Bestseller der Marke positioniert. Die rote Laterne geht im März an den WRX. Wechsel auf der Spitzenposition auch bei Ssangyong. Hier übernimmt der Tivoli vom Rexton. Bei Renault kann sich der Clio mit einer Neuzulassung mehr als der Twingo an der Spitzenposition behaupten. Ladenhüter bleibt der Espace. Der 911 beherrscht bei Porsche im März die Verkäufe in Deutschland, dem Macan bleibt nur noch Rang zwei. Enges Rennen bei Peugeot. Im März hat der 208 die Nase vorn, dicht dran sind aber 2008, 3008 und 308. Bei Opel hat sich der Astra klar vor dem Corsa die Spitzenposition im Verkaufsangebot zurückerobert. Der wiederum wird von Mokka und Insignia bedrängt. Im Hause Nissan bleibt der Qashqai die Cashcow, das Schlusslicht konnte im März der GT-R an den 370Z abgeben. Bei Fiat hat der 500er die Nase vorn. Duster vor Sandero lautet bei Dacia die März-Reihenfolge der Bestseller. Bei BMW übernimmt der 2er wieder vom 5er den obersten Podestplatz. Zu immer neuen Höhen schwingt sich bei Ford der Focus auf, weit hinterher fährt dagegen der B-Max. Munter durchgetauscht wird bei Honda. im März führt der CR-V das Angebot, im Vormonat war es noch der Jazz. Auch bei Hyundai gibt es einen Wechsel auf dem Spitzenplatz. Vorne steht jetzt der Kleinwagen i20, der den SUV Tucson überholen konnte. +++

Comments are closed.