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Tagesschau

25 augustus 201814 Mins Read
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+++ ASTON MARTIN erwägt den Gang an die Börse. Ein entsprechendes Registrierungsdokument als Voraussetzung für den Gang an die Börse habe der Autobauer bei der Behörde eingereicht, teilte Aston Martin mit. Bis zum 20. September will das Unternehmen entscheiden, ob die Börsenpläne weiterverfolgt werden. Angestrebt werde eine Premium-Notierung an der Londoner Börse. Das Unternehmen plant einen Streubesitz von mindestens 25 % durch den Verkauf von Anteilen der überwiegend kuwaitischen und italienischen Investmentfirmen. Nach 6 verlustreichen Jahren verbuchte Aston Martin 2017 wieder Gewinne. Der Sportwagenhersteller war in seiner mehr als 100-jährigen Geschichte sieben Mal insolvent und gehörte bis 2007 zum US-Autobauer Ford. Finanzexperten schätzen den Wert von Aston Martin auf bis zu €5,5 Milliarden. Der mit 4,9 % an Aston Martin beteiligte Daimler-Konzern werde Aktionär bleiben, teilte der britische Sportwagenbauer mit. 2017 verkaufte Aston Martin 5.098 Fahrzeuge, geplant ist eine Aufstockung auf 14.000 Fahrzeuge jährlich. +++

+++ Ist Autozulieferer BOSCH noch tiefer in den VW-Abgasskandal verstrickt als bislang angenommen? Ein E-Mail Schriftverkehr belegt dass Angestellte des Konzerns die Manipulationssoftware programmiert und geholfen haben, sie vor den Behörden zu verstecken. In einem internen Arbeitsauftrag der Bosch-Entwicklungsabteilung vom November 2006, also 9 Jahre vor dem Bekanntwerden der Dieselaffäre, sei die “Akustikfunktion”, so der Tarnname für die Schummelsoftware, wörtlich erwähnt. Zuvor habe ein VW-Manager an Kollegen geschrieben, dass die Akustikfunktion “so aussehen sollte, dass wir nicht erwischt werden”. Wettbewerber sollten die Software nicht entdecken können, sie solle aber “irgendwie physikalisch argumentierbar” sein. Er habe einen entsprechenden Arbeitsauftrag bei Bosch eingereicht. Eine Bosch-Mitarbeiterin habe dann in einer E-Mail vom März 2007 Kollegen gefragt: “Wie schlimm muss der (ein ‘Cycle-Beater’, eine Technik zu Abgasmanipulation; d. Red.) sein, dass wir hier sogar die Doku faken?” Ein Bosch-Angestellter bezeichnete dem Medienbericht zufolge im Jahr 2008 die Akustikfunktion ganz offen als “Zykluserkennung”; also als Programm, das Abgastests heimlich erkennen und Messungen manipulieren kann. Zwischenzeitliche Bedenken im Jahr 2009, der Einsatz bestimmter Software sei “nicht gesetzeskonform”, sei schließlich verworfen worden, nachdem VW die alleinige Übernahme der rechtlichen Verantwortung abgelehnt habe. Das Landgericht Stuttgart hatte Bosch am 13. Juli 2018 dazu verurteilt, interne Unterlagen zum VW Dieselskandal freizugeben; speziell E-Mails zwischen VW-Mitarbeitern und den Bosch-Beschäftigten sowie einen Brief der Rechtsabteilung des Zulieferers an VW. Dabei ging es um ein Streitverfahren von Anlegern gegen den VW-Großaktionär Porsche SE. +++

+++ In CHINA startet das nächste Elektroauto-Startup durch: CHJ Automotive investiert umgerechnet $1,46 Milliarden in ein eigenes Autowerk. Entsprechende Verträge wurden jetzt in Chongqing unterzeichnet. Das neue Werk in Chongqing / China wird eine Fläche von 1,2 Quadratkilometern abdecken und ist auf eine Produktionskapazität von bis zu 400.000 Einheiten pro Jahr ausgelegt. Der Bau soll bis 2021 abgeschlossen sein. CHJ, 2015 vom chinesischen Unternehmer Li Xiang gegründet,steht kurz vor der Premiere  seines ersten Elektromodells und will im kommenden Jahr mit den Auslieferungen an Kunden beginnen. Beim Erstling des Startups handelt es sich um ein elektrisches D-Segment SUV mit 7 Sitzplätzen, dessen Elektroantrieb von einem Range Extender ergänzt wird. Im Vergleich zu einem batterieelektrischen Modell soll das Fahrzeug eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern haben. Neben neuen Modellen will CHJ auf dem wachsenden Car-Sharing-Markt in China Fuß fassen. Im März hat sich CHJ mit DiDi zusammengeschlossen, um Geschäftsmöglichkeiten im Bereich autonomes Fahren und Carsharing zu erkunden. Mit solchen Initiativen will CHJ bis 2025 vom Elektromobilhersteller zum Mobilitätsdienstleister zu werden. +++

+++ Um den Ende Juli verstorbenen Ex- FIAT CHRYSLER Chef Sergio Marchionne bahnt sich ein makabres Nachspiel an: weil der Manager eine schwere Krankheit verborgen haben soll, wittern Investoren Schadensersatzansprüche. Sergio Marchionne galt als Autoboss von ungewöhnlicher Machtfülle, ohne den Architekten von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) ging bei dem italienisch-amerikanischen Konzern nichts. Das bekamen die Aktionäre ein letztes Mal bei seinem Tod Ende Juli zu spüren. Obwohl Tage zuvor aufgrund einer schweren Erkrankung von seinem Amt abberufen, stürzten die FCA Aktien nach der Todesnachricht um 15 % ab. Genau um diesen Punkt droht nun ein makabres Nachspiel. Denn der Tod des Managers kam nicht so überraschend wie gedacht. So soll Marchionne, der als starker Raucher galt, über ein Jahr verschwiegen haben, dass er an Lungenkrebs litt. Der Topmanager habe Vertraute und Mitarbeiter, aber auch das ihn behandelnde Krankenhaus schriftlich verpflichtet, die Krankheit geheim zu halten. Auch der Aufsichtsrat des Autobauers habe nichts von der Krankheit gewusst. Die Geheimniskrämerei um die Krankheit könnte nun ein juristisches Nachspiel haben, sind doch lebensbedrohliche Erkrankungen von Topmanagern meldepflichtig. Laut Bloomberg ermittelt die italienische Börsenaufsicht bereits, ob gegen die Offenlegungspflicht verstoßen wurde. Auch die ersten Investoren haben bereits Blut geleckt. So habe ein US-Investor Aufklärung gefordert und mit Klage auf Schadensersatz gedroht. Schließlich war das Aktienkurs nach Marchionnes Tod um 15 % eingebrochen. Von diesem Absacker hat sich die Aktie bislang nicht erholt. +++

+++ Die EU wollte im HANDELSSTREIT mit der USA die Automobilindustrie stärken und bot eine gegenseitige Abschaffung von Autozöllen an. Diesen Deal will US-Präsident Donald Trump nicht annehmen. Die EU ist bei US-Präsident Donald Trump mit ihrem Angebot einer gegenseitigen Abschaffung von Autozöllen abgeblitzt. Die Offerte von EU Handelskommissarin Cecilia Malmström sei “nicht gut genug”, sagte Trump in einem Interview. “Die EU ist fast so schlimm wie China, nur kleiner”, sagte Trump und wiederholte damit seine bereits vor Wochen gewählten Worte im Handelsstreit mit Europa. Derweil steht der Handelskonflikt der USA mit China vor einer weiteren Eskalation. In den Verhandlungen um ein neues Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko steht laut Trump indes ein Durchbruch bevor. Gegenüber China will Trump möglicherweise schon in der nächsten Woche Strafzölle auf eine riesige Warenmenge im Wert von $200 Milliarden erheben. In den USA läuft derzeit eine öffentliche Anhörung zu der Angelegenheit. Trump hatte eine entsprechende Drohung bereits vor längerer Zeit ausgestoßen. Das Weiße Haus kommentierte den Bericht am Donnerstag nicht. Derzeit belegen die USA Waren im Wert von $50 Milliarden mit Strafzöllen. China reagierte mit Gegenmaßnahmen in gleicher Höhe. Sollten die neuen US-Zölle kommen, wären die Hälfte aller US-Importe aus China mit Sonderzöllen belegt. Die EU Kommission hat den USA die Abschaffung aller Autozölle beider Seiten im Rahmen eines Handelsabkommens vorgeschlagen. Die EU sei bereit, “unsere Autozölle auf Null zu reduzieren, wenn die USA dasselbe tun”, sagte Handelskommissarin Cecilia Malmström in Brüssel. Im Konflikt mit der EU hatten Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Trump Mitte Juli in Washington vereinbart, auf die Abschaffung aller Zölle auf Industriegüter hinzuarbeiten, allerdings mit Ausnahme von Autos. Diese Ausnahme kam nach EU-Angaben auf Wunsch der USA zustande. Die EU hätte indes nichts dagegen gehabt, Autos in die Verhandlungen einzubeziehen, heißt es in Brüssel. Teil der Washingtoner Absprachen ist, dass während der Gespräche keine neuen Zölle verhängt werden. Sollte Trump dennoch Strafzölle auf Autoimporte erheben, “würden wir diese Gespräche sofort unterbrechen”, sagte Malmström. Trumps Drohung mit solchen Strafzöllen auf europäische Autos hatte den Handelsstreit mit der EU im Frühsommer eskalieren lassen. Juncker gelang es mit dem Krisengespräch in Washington, den Konflikt zu entschärfen. Dabei hatte Juncker in Aussicht gestellt, dass die EU größere Mengen Soja sowie Flüssiggas aus den USA importiert. Zu den Nafta-Verhandlungen mit Kanada und Mexiko sagte Trump: “Ich denke, wir stehen kurz vor einem Deal. Kanada wird irgendwann einen Deal machen”. Kanadas Delegationsleiterin, Außenministerin Chrystia Freeland, hatte mehrfach mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer beraten und sich optimistisch gezeigt. Kanada steht unter Druck, weil die USA und Mexiko sich bereits auf ein vorläufiges Abkommen bilateral geeinigt hatten. Einer der Streitpunkte, bei denen sich Mexiko kompromissbereit gezeigt hatte, waren Mindestlöhne in einigen Bereichen der Automobilindustrie. Zu den Streitpunkten gehört weiterhin die Abschottung kanadischer Milchbauern mit Schutzzöllen. Das 1994 abgeschlossene nordamerikanische Handelsabkommen Nafta ist eines der größten Freihandelsabkommen der Welt. Es betrifft fast 500 Millionen Menschen und deckt ein Gebiet mit einer Wirtschaftsleistung von knapp $23 Billionen ab. +++

+++ BMW will sein Werk im britischen Swindon mindestens weitere 5 Jahre betreiben. In diesem Zusammenhang soll die Karosserieteile Fabrik um etwa 13.000 Quadratmeter erweitert werden. BMW stellt in seinem Presswerk am Standort Swindon, etwa 30 Meilen südwestlich des MINI Hauptwerks Oxford, mit etwa 800 Mitarbeitern Karosserieteile wie Türen, Hauben oder Heckklappen für den Mini her. Mit Blick auf die Unwägbarkeiten des nahenden Brexit haben die Münchner nun bei den örtlichen Behörden offenbar eine Erweiterung des Werkes beantragt. Unter anderem gehe es darum, die Teilebevorratung zu erhöhen und möglichen Störungen in der Lieferkette vorzubeugen. Gleichzeitig will BMW die Betriebserlaubnis für die Fabrik in Swindon bis zum Jahr 2035 absichern. Damit soll Zeit für mehr Planungssicherheit bezüglich der langfristigen Aktivitäten des Autobauers in Großbritannien gewonnen werden.  Wie es mit Bezug auf das Swindon Borough Council heißt, seien behördlich Verlängerungszyklen von 3 Jahren üblich. Die aktuellen Pläne für Swindon sehen den Abriss eines alten Gebäudeteils vor, an dessen Stelle ein etwa 13.000 Quadratmeter Betriebsfläche bietender Neubau einschließlich Büro-Container errichtet werden soll. +++

+++ Die südkoreanische Regierung hat RENAULT Samsung die Genehmigung erteilt, seine autonome Fahrzeuge auf Schnellstraßen und in Testzentren zu testen. “Mit der vorläufigen Genehmigung durch die Regierung werden wir einen Beitrag zur autonomen Fahrindustrie leisten, indem wir praktische Technologien erforschen”, so ein nicht namentlich genannter Vertreter von Renault Samsung gegenüber Medien in Südkorea. Der Autohersteller wird seine selbstfahrenden Autos mit Geschwindigkeiten von weniger als 50 km/h ab sofort auf öffentlichen Straßen in Südkorea testen. Südkorea gilt gegenüber der Entwicklung neuer Technologien als extrem aufgeschlossen. So wurde im vergangenen Jahr wurde in dem asiatischen Staat ein neues Testfeld für autonome Fahrzeuge mit dem Namen K-City eröffnet, um es Unternehmen zu ermöglichen, ihre selbstfahrenden Fahrzeuge in einer realen Straßenumgebung zu testen. Der Bau der gesamten K-City-Anlage wird voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die südkoreanische Regierung plant in diesem Jahr die Entwicklung autonomer Fahrzeuge mit umgerechnet $10,7 Millionen zu unterstützen. Darüber hinaus will die Regierung eine hochpräzise Navigationskarte erstellen, die bis 2020 insgesamt 5.000 Kilometer Autobahnen umfassen soll. +++

+++ TESLA Chef Elon Musk scheint überfordert; dieser Eindruck ergibt sich aus einem Interview, das er jüngst gegeben hat. In der New York Times klagte Musk, er habe angesichts der Produktionsprobleme des Model 3 teilweise tagelang das Unternehmen nicht verlassen und fast die Hochzeit seines Bruders verpasst. Er nehme Schlafmittel, um überhaupt noch einschlafen zu können. Zuvor hatte er getwittert, er überlege, Tesla von der Börse zu nehmen, doch der Plan erwies sich als höchst unausgegoren. Dabei führt Musk mindestens 3 Unternehmen gleichzeitig: nicht nur den Elektroauto-Bauer Tesla, sondern auch das Raumfahrtunternehmen Space X und die Boring Company, die Tunnel für neue Verkehrssysteme bauen will, zum Beispiel für den Hyperloop. In den vergangenen Tagen wurde mehrfach diskutiert, ob das zu viel für Musk ist. Jetzt wird deutlich: Schon in der Vergangenheit hat ein Investor eine Initiative unternommen, um Musk zu entlasten, oder auch: seine Macht zu beschneiden. Bei Tesla ist Musk nämlich nicht nur der oberste Manager, er steht gleichzeitig an der Spitze des Verwaltungsrats. Das ist in den Vereinigten Staaten mit starken Vorstandschefs häufig so; auch bei Elon Musk, der Tesla groß gemacht hat und selbst rund ein Fünftel des Unternehmens besitzt.Die Fondsgesellschaft Blackrock allerdings hat schon im Juni dafür gestimmt, den Vorsitz des Verwaltungsrats an einen externen Manager zu vergeben. Das ergibt sich aus Unterlagen, die bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingereicht worden sind. Blackrock gehört zu den größten Fondsgesellschaften der Welt, ihre Fonds halten rund 4 % von Tesla. Damit gehört Blackrock zu den 10 größten Eigentümern des Konzerns. Allerdings fand der Vorschlag damals keine Mehrheit. Nur mit 17 Millionen Aktien sei am Ende für die Initiative gestimmt worden, rund das Dreifache der Blackrock-Stimmen. Die Besitzer von 86 Millionen Aktien hätten sich gegen den Vorschlag ausgesprochen, darunter wahrscheinlich Elon Musk mit mehr als 30 Millionen Aktien, zudem die Fondsgesellschaften Vanguard und Fidelity. +++

+++ VOLKSWAGEN plant, künftig auch in Nigeria Autos montieren zu lassen. Bis es soweit ist, dürfte es jedoch noch eine Weile dauern. Volkswagen hat eine Absichtserklärung über den schrittweisen Aufbau einer Fahrzeug-Montage unterzeichnet. Das teilte ein Regierungssprecher in Abuja, der Hauptstadt Nigerias, mit. Über das Volumen des Projekts zwischen der Volkswagen Group South Africa und der Regierung des westafrikanischen Landes wurde zunächst nichts bekannt. Bereits bei Merkels Stopp in Ghana hatte VW ein Rahmenabkommen für den Aufbau einer lokalen Kfz-Montage unterzeichnet. Zugleich wurde in Nigeria auch eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit der Zentralbanken für Kredite für Unternehmen im landwirtschaftlichen Bereich unterzeichnet. +++

+++ Auf einen neuen BMW M2 und einen Audi A5 warten Autokäufer bis zu 9 Monate. Bei der Bestellung eines Audi Q5 sind es sogar 11 Monate. Das ist ein Ergebnis aus Daten des Neuwagenportals Carwow. Grund für die Verzögerungen sind die zum 1. September in Europa geltenden neuen Zulassungsstandards. Für den sogenannten WLTP Test müssen Abgas und Verbrauchswerte eines Autos aufwendiger getestet werden. Und weil insbesondere der Volkswagen Konzern, zu dem die Marke Audi gehört, darauf schlecht vorbereitet ist, sind nun bestimmte Modell und Motorvarianten nur eingeschränkt lieferbar. Von 1. September an dürfen nur noch Autos neu zugelassen werden, die den neuen Prüfstandard durchlaufen haben, und etliche Fahrzeuge besitzen das Testzertifikat noch nicht. Volkswagen reagiert darauf vor allem in den deutschen Fabriken mit Schließtagen. Selbst bei den Volumenmodellen Golf und Tiguan hakt es im VW-Konzern. Immerhin: Für 7 von 14 Modellen der Kernmarke gebe es die entsprechende Genehmigung, sagte Deutschland-Vertriebschef Thomas Zahn. Darunter seien auch die Baureihen Polo und Passat. Für den Golf sowie den bei Kunden beliebten Tiguan erwartete Zahn die Freigabe “in den nächsten Tagen und Wochen”. Der Golf stehe “kurz vor der Freigabe”, sagte er. Bis Ende September sollten dann weitere Freigaben folgen. Damit bestätigte der Konzern, was sich schon abzeichnete: Bis zum Stichtag 1.September werden nicht alle Modelle WLTP-zertifiziert sein. Nach guten Verkäufen in den ersten 8 Monaten dieses Jahres erwartet VW deswegen im September und Oktober eine Delle in den Auslieferungszahlen. Bis zum Ende des Jahres soll das aber wieder aufgeholt sein. Im Konzern spricht man hoffnungsfroh von dann “sehr starken Monaten”. Das neue Prüfverfahren WLTP ist deutlich aufwendiger als das bisherige, es dauert 2 bis 3 mal so lang. WLTP steht für ‘Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure’. Das neue Messverfahren soll für realistischere Werte der Schadstoff Emissionen und des Verbrauchs sorgen. Im riesigen Volkswagen-Konzern hadert vor allem Audi mit dem Prüfverfahren. Hunderte Getriebe Motor Kombinationen müssen neu zugelassen werden. Zudem sind die WLTP Teams in Ingolstadt und Wolfsburg auch an der Entwicklung der Software Updates für Dieselmotoren beteiligt. Diese Folge des Diesel Skandals ist ein weiterer Grund für die Verzögerung. Durchschnittlich 7 Monate müssen Audi Kunden warten. Bei den Schwestermarken Seat und Škoda beträgt die Wartezeit durchschnittlich 5,1 und 4,7 Monate. VW hatte im Juli noch dank hoher Rabatte deutlich mehr Autos verkauft; die Auslieferungen kletterten um 11 % auf 908.200 Fahrzeuge. Auch andere Hersteller haben wegen der absehbaren Lieferprobleme Rabattaktionen ins Leben gerufen. “Der Absatz von Tageszulassungen und Jahreswagen über Carwow hat sich seit Jahresbeginn knapp verdreifacht”, sagte Geschäftsführer Philipp Sayler von Amende. Bei Carwow stellen mehr als 1.000 Autohändler von 16 Herstellern ihre Neuwagen ein. Im VW Konzern geht man davon aus, dass sich die Rabattschlachten nicht fortsetzen werden. Mehr als 80 % der vorproduzierten, aber noch nicht freigegebenen Fahrzeuge, die das Unternehmen auf Parkplätzen zwischenlagert, seien feste Kundenbestellungen. “Sonderaktionen sind nicht notwendig”, sagte Zahn. Der Auftragseingang sei trotz der Verzögerungen wegen der aufwendigen WLTP Zertifizierung weiter auf normalem Niveau. Der Konzern rechnet im zweiten Halbjahr mit einer finanziellen Belastung von bis zu €1 Milliarde. Rund 200.000 bis 250.000 Autos müssen den Angaben zufolge zwischengelagert werden. Dafür hat VW unter anderem 8.000 Stellplätze auf dem Berliner Pannenflughafen BER angemietet. Anders als VW geben andere Hersteller derweil Entwarnung. Bei BMW sind es vor allem Nischenmodelle wie der besonders PS starke M2, auf den Kunden warten müssen. Es lägen aber für alle von September an angebotenen Autos die neuen Typgenehmigungen vor, hieß es. Zudem erfüllten schon seit Juli dieses Jahres rund 190 BMW Modelle die Abgasnorm Euro6d-Temp, die eigentlich erst vom September nächsten Jahres an verpflichtend wird. Wie üblich betrage die Lieferzeit durchschnittlich rund 3 Monate. Diese Zeitspanne nennt auch der Daimler-Konzern hierzulande als Lieferfrist für Autos, die in Europa hergestellt werden. Die Stuttgarter werden nach eigenen Angaben ebenfalls ihre gesamte Flotte mit mehr als 250 Varianten für den europäischen Markt zum Stichtag für die neuen Abgasmessungen umgestellt haben. Rund 80 % der Modelle werden dann die Abgasnorm Euro 6-Temp erfüllen, der Rest genüge der Norm Euro6c. Der französische PSA Konzern hatte schon mitgeteilt, die Zertifizierungen für alle angebotenen Fahrzeuge abgeschlossen zu haben. Das umfasst die Autos der Marken Peugeot, Citroën, DS sowie Fahrzeuge der deutschen Tochtergesellschaft Opel und deren britischer Schwestermarke Vauxhall. Allerdings heißt es aus der Branche auch, dass die Typgenehmigungen für manche Modelle erst auf den letzten Drücker erteilt worden seien. Für den Verbraucher bedeutet das, dass er sich wohl auch noch im September darauf einstellen muss, nicht auf das volle Produktprogramm aller Hersteller zugreifen zu können. Denn zunächst müssen noch die Konfiguratoren im Internet mit den neu erhobenen Abgaswerten gefüttert und neue Prospekte gedruckt werden. +++

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