Tagesschau

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+++ General Motors und Volkswagen haben ihre Gesamtinvestitionen in Höhe von $1,15 Milliarden in ARGENTINIEN bestätigt. Nach Die Einführung neuer lokal hergestellter Modelle für das Jahr 2021 sei auf Kurs. Volkswagen Argentina wird aus dem Werk General Pacheco im Rahmen seines Tarek-Projekts im Jahr 2021 einen kleinen Crossover vorstellen, wofür $650 Millionen investiert wurden. Unterdessen kündigte General Motors an, in seinem Werk in General Alvear / Rosario $500 Millionen für die Fertigung eines neuen SUV einzusetzen, der ebenfalls 2021 vorgestellt werden soll. Von den Gesamtinvestitionen werden $300 Millionen von General Motors getätigt, während die verschiedenen Zulieferer weitere $200 Millionen bereitstellen. “Dies wird die tiefgreifendste Veränderung sein, die das Pacheco-Werk in seiner Geschichte erfahren wird, und es wird uns ermöglichen, den ersten SUV in Argentinien herzustellen”, so Celso Placeres, Direktor des Volkswagen Argentina-Werks in Pacheco, “es ist eine Investition von $650 Millionen, die die Nachhaltigkeit des Werkes für die kommenden Jahre sichert und Argentinien in die Richtung des so genannten New Volkswagen führt”. +++

+++ Der neue Sportwagenbauer BRABHAM AUTOMOTIVE meint es ernst. Auf den rennstrecken orientierten BT62 soll ein eher komfortbetonter Sportwagen folgen. Brabham will in der Saison 2021/2022 in der Sportwagen-Weltmeisterschaft, kurz WEC, mitmischen. Man arbeitet an einem entsprechenden Motorsport Programm. Geplant ist der Einsatz in der Le Mans-Klasse GTE AM (gemischte Teams aus Profis und Amateuren) mit einem Ableger des BT62. Das ist der Supersportwagen, der mit seinem großen Splitter, Diffusor und Flügel angeblich bis zu 1.200 Kilogramm Anpressdruck entwickelt. Der $1,5 Millionen teure BT62 ist für die Rennstrecke erdacht und soll sich in allererster Linie auf Track Days austoben. Jedoch bietet Brabham auch ein Kit an, damit Kunden ihn auf der Straße legal fahren können. Dann werden unter anderem die Fahrzeughöhe nach oben geschraubt, profilierte Reifen aufgeschnallt, ein komfortableres Setup ausgewählt, Türgriffe und eine Klimaanlage verbaut. Das Kit kostet $180.000. Brabham will es nicht beim BT62 belassen, den man nur 70 Mal baut. Wie das Unternehmen mit Hauptsitz im australischen Adelaide bestätigt, will Brabham noch einen zweiten Sportwagen auflegen. Und dann insgesamt zwischen 100 und 200 Autos im Jahr produzieren. Bei der Entwicklung verfolgt der neue Sportwagenbauer mit dem bekannten Namen ein anderes Ziel als mit dem BT62. Der noch namenlose Sportwagen soll für die Straße entwickelt werden, sich aber auch auf der Rennstrecke wohlfühlen. Beim BT62 ist es genau anders: Er soll auf der Rennstrecke abliefern, und wird mit dem Kit irgendwie für die Straße adaptiert. Welchen Motor Brabham verbauen wird, verrät das Unternehmen nicht. Es dürfte auf eine abgespeckte Version des 5,4-Liter V8 herauslaufen, der im BT62 710 PS entwickeln soll. Brabham sieht sich gerüstet für ein zweites Modell. “Die Investmentgruppe hinter Brabham besitzt bereits eine Anlage, um Karbon-Verbundteile zu produzieren, und eine Nutzfahrzeugfirma, sodass wir über ausreichend Ressourcen verfügen”, sagte Dan Marks, kaufmännischer Leiter bei Brabham. +++

+++ Der 3,9-Liter Biturbo des italienischen Sportwagenherstellers siegt zum 4ten Mal in Folge bei den ENGINE OF THE YEAR AWARD . Platz 2 geht überraschend an einen elektrischen Antriebsstrang. In der Formel 1 läuft es in den letzten Jahren nicht so gut, aber beim Engine of the Year Award ist Ferrari nicht zu schlagen. Nach 2016, 2017 und 2018 gewann der im Ferrari 488 GTB samt Ablegern installierte 3,9-Liter Bitturbo V8 die Gesamtwertung. Und zwar mit einem deutlichen Vorsprung von 425 zu 328 Punkten im Vergleich zum zweiten Platz. Der wird überraschend von einem vollelektrischen Antriebsstrang belegt; jenem, der im Jaguar I-Pace zum Einsatz kommt. Platz 3 geht an den 4,0-Liter-Biturbo V8 Benziner aus dem Hause Mercedes-AMG. Das kommt einem alles bekannt vor, und dennoch gab es beim Engine of the Year Award diesmal eine Neuerung: Die Einzelkategorien bemessen sich nicht mehr nach Hubräumen, sondern nach Leistungsklassen: unter 150 PS, über 650 PS und dazwischen in 100-PS-Schritten. Damit können elektrische oder Hybridantriebe in allen Kategorien punkten. Außerdem erhielten beide Antriebsvarianten eigene Klassen; zuvor wurden sie gemeinsam in eine ‘grüne’ Kategorie gesteckt. Der Elektroantrieb von Jaguar kam nicht nur in der Gesamtwertung weit nach vorne, sondern siegte auch in einigen Einzelkategorien. Natürlich bei den reinen Elektroantrieben, wo er jenen von Tesla und aus dem BMW i3 und i3s auf die Plätze verwies. Auch bei den Neuzugängen siegte der I-Pace Antrieb. Platz 2 dort errang der elektrische Antriebsstrang des Hyundai Kona und Kia Soul EV, auf Rang 3 landete der 4,0-Liter Biturbo V8 von Audi und Lamborghini, der im Urus zum Einsatz kommt. Und (um den Erfolg perfekt zu machen) gewann Jaguar in der Rubrik zwischen 350 und 450 PS vor Porsches 3,0-Liter Turboboxer aus dem 911 Carrera und dem BMW M3 / M4 Motor. In der Unter-150 PS Kategorie siegte Fords 1,0-Liter 3-Zylinder Turbo vor dem 1,5-Liter 3-Zylinder von BMW / Mini und dem ebenfalls 3-Zylindrigen 1,2-Liter Turbobenziner aus dem PSA Konzern. Bei den Motoren zwischen 150 und 250 PS liegen zwei 2,0-Liter 4-Zylinder-Turbos vorne: der TFSI von Audi besiegt den Biturbo von BMW; Platz 3 holt Fords aufgeladener 1,5-Liter 3-Zylinder aus dem Fiesta ST. Im Bereich von 250 bis 350 PS liegt das Porsche 718-Triebwerk vorne: der 2,5-Liter Turbo 4-Zylinder aus Boxster und Cayman S. Auf den Plätzen folgen BMW mit seinem 3,0-Liter 6-Zylinder TwinTurbo und Audi mit, na klar, dem eben bereits erwähnten 2,0-Liter TFSI. Zwischen 450 und 550 PS sieht die Reihenfolge so aus: Mercedes-AMG 4,0-Liter Biturbo vor Porsches 4,0-Liter Saugboxer und dem 3,0-Liter Reihensechser Turbo aus dem BMW M3/M4. Die Rubrik 550 bis 650 PS sieht fast aus wie die Gesamtwertung. Nur dass die Portofino und GTC4 Lusso Variante des 3,9-Liter Ferrari Motors siegt und Porsches 3,8-Liter Turbo Boxer statt des Jaguar E-Motors auf Platz 2 zu finden ist. Über 650 PS schlägt der Gesamtsieger seinen großen Ferrari Bruder, den 6,5-Liter V12 aus dem 812 Superfast, und den 3,8-Liter Boxer aus 911 Turbo und GT2 RS. Die Wertung ‘Bester Performance-Motor’ sieht fast genauso aus. Einziger Unterschied: Porsche platziert hier seinen freisaugenden 4,0-Liter Boxer aus GT3 und 911 R auf Rang 3. Bester Hybrid-Antriebsstrang wurde BMWs 1,5-Liter 3-Zylinder Kombination aus dem i8 vor dem 4,0-Liter Turbo V8 samt E-Motor aus dem Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid und dem Prius-Antrieb von Toyota. +++

+++ Die FUSION zwischen Renault und Fiat Chrysler Automobiles (FCA) steht offenbar unmittelbar bevor. Bereits nächste Woche soll es so weit sein. Auch der Chef des neuen Auto-Riesen steht demnach bereits fest: der aktuelle Renault Verwaltungsratschef Jean-Dominique Senard. Der 66-Jährige befinde sich aktuell in Tokio, um Renaults Allianz Partner Nissan und Mitsubishi in die Pläne einzuweihen. Eine Fusion zwischen Renault und Nissan, über die zuletzt spekuliert wurde, soll vorerst keine Option sein. Senard wolle bei den Japanern aber dafür werben, die Kräfte mit FCA zu bündeln. Bei Nissan zeige man sich durchaus gesprächsbereit. Sollten Renault und FCA tatsächlich fusionieren, entstünde ein Auto-Gigant mit einem Absatz von zuletzt rund 8,7 Millionen Neuwagen im Jahr. Kämen die japanischen Allianzpartner der Franzosen, Nissan und Mitsubishi, hinzu, läge das Volumen gar bei mehr als 15 Millionen Einheiten. Sie würden damit deutlich Volkswagen (10,83 Millionen) überholen. +++

+++ Da Benzin in das Motoröl eindringen kann, verlängert HONDA die Garantie von über 1 Millionen Fahrzeugen, bei denen das Problem theoretisch auftreten könnte. CR-V und Civic sind die beiden Modelle, die von Hondas Garantieverlängerung in den USA betroffen sind. Warum ‘betroffen’ und nicht ‘profitieren’? Der Garantieverlängerung liegen mögliche Motorprobleme zugrunde. Beim 1,5-Liter Turbomotor können sich Benzin und Motoröl vermischen. Dies kann zum einen die Haltbarkeit des Triebwerks beeinträchtigen, zum anderen ist laut Honda ein Abwürgen des Motors insbesondere bei kaltem Wetter möglich. Ein Honda Manager hat ein Memo an die US-Händler geschickt. Darin heißt es, dass das Motoröl bei den fraglichen Motoren aufgrund von Softwarefehlern oder falschen Hardware Einstellungen durch Benzin verdünnt werden kann. Dies könnte bei einigen Fahrzeugen auch zu Fehlzündungen und Leistungsmangel führen. Eigentümer von Fahrzeugen mit diesen Motoren bekommen noch in diesem Monat eine Nachricht von Honda. Einige Fahrer der besagten Modelle berichten zusätzlich über Motor und Strom Ausfälle bei ihren Fahrzeugen. Honda selbst geht zwar davon aus, dass es besonders bei einer kalten Umgebung zu den Fehlern kommt, aber einige CR-V Besitzer haben dem angesehenen amerikanischen Verbrauchermagazin Consumer Reports berichtet, dass sie auch in den Sommer Monaten in Kalifornien und Texas Probleme mit den Motoren hatten. Die Garantieverlängerung umfasst ein komplettes Jahr ohne Kilometerbegrenzung. Damit beträgt die Garantie 6 Jahre ab Kaufdatum für zwischen 2017 und 2018 gebauten CR-V und für zwischen 2016 und 2018 gebauten Civics. Laut Honda tritt das Problem der Benzin-Ölvermischung selten auf, die Garantieverlängerung diese vor allen Dingen der Kundenberuhigung. Außerdem sollen so die Kunden Zeit gewinnen; mögliche Motorschäden wären auch weiterhin von der Garantie abgedeckt. Fraglich ist, warum Honda nicht alle fraglichen Modelle in die Werkstätten zurückruft. +++

+++ HYUNDAI bringt eine völlig neue Fahrzeugplattform für künftige Modelle in Europa ab 2020. Der neue Sonata bekommt sie als erstes Modell. Das modulare Konzept der neu entwickelten Plattform soll den Entwicklern Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit, Effizienz und Fahrfreude ermöglichen. Um im Bereich Sicherheit weitere Fortschritte zu erzielen, verfügt die neue Plattform wegen ihrer neuartigen Struktur, eines speziellen Formhärte-Verfahrens der verwendeten Stahlelemente und einer hochfesten Stahlplatte im Fahrzeugboden über eine einzigartige Crash-Sicherheit. Die neue Plattform soll so bei einem Unfall mehr Aufprallenergie aufnehmen und von der Passagierkabine ableiten können als bisher. Bei einer Kollision, bei der zwei Unfallfahrzeuge nur teilweise frontal aufeinanderprallen, fixiert die neue Plattform die Räder so, dass das Fahrzeug nicht unkontrolliert über die Fahrbahn schleudert. Mit der erhöhten Steifigkeit, einer Absenkung des Gesamtschwerpunktes und die näher an der Mitte der Vorderräder positionierten Querlenkern wollen die Koreaner ein noch agileres Handling und eine präzisere Lenkung realisieren. Gleichzeitig soll durch die Absenkung der hör- und fühl baren Schwingungen der Fahrkomfort nochmals gesteigert werden. Ein ausgeklügelter Luftstrom durch den Motorraum und unter dem Wagenboden verbessert einerseits die Fahrstabilität, sorgt andererseits für eine bessere Wärmeabfuhr und einen niedrigeren Luftwiderstand. Hyundai setzt die neue Frontantriebsplattform, die neben Verbrenner Antrieben auch Hybrid und Elektro Antriebe abbilden kann, bereits in der neuen Generation des Sonata ein, der in Europa jedoch nicht angeboten wird. Auf den europäischen Märkten feiert die Plattform 2020 Premiere. Dank der Modulbauweise bietet sie eine hervorragende Basis für diverse Baureihen, die speziell auf die Wünsche europäischer Kunden ausgerichtet sind. +++

+++ LOTUS lebt. Lange nur mit Hilfe der Tradition, inzwischen dank einer Milliarden-Spritze von Geely. Das erste Projekt ist ein über 1.000 PS starkes Hypercar, das dem Verbrennungsmotor abschwört, und stattdessen auf die Kraft von Elektromotoren setzt. Den Type 130 will Lotus 130 Mal bauen. Er sieht aus wie eine Mischung aus Aston Martin Valkyrie, RB 003, Ferrari 488 und Ford GT, den Stil des Kampfjets F16 ins Design mischt, trotzdem eigenständig daherkommt, die Moderne verkörpert und gleichzeitig die Tradition nicht vergisst. Das Hypercar, Type 130 genannt, ist das erste echte neue Auto von Lotus seit 2008 und das erste große Projekt der Engländer, seit der heranwachsende chinesische Auto-Riese Geely sich den kleinen Sportwagenbauer mit der großen Tradition einverleibt hat. Lotus soll das Sportwagen-Aushängeschild von Geely werden. Dafür gibt es eine milliardenschwere Finanzspritze, die den gebeutelten und angestaubten Hersteller wieder aufblühen lassen soll. Man kann sagen: Type 130, sponsored by Geely. Lotus soll raus aus dem Schatten, zurück in die Köpfe der Sportwagen-Enthusiasten und Autoliebhaber. Das will die neue Führung mit einem Hypercar bewirken. Lotus und Geely: Da hatte die Welt erst einmal mit einem SUV gerechnet. Eine Bauform, die so gar nicht zum Markenimage passt, aber irgendwann kommen wird, um die Absatzzahlen anzukurbeln. Die Strategie, die Lotus verfolgt, ist es erst einmal, ein Ausrufezeichen zu setzen. Mit einem Knall will man sich in den Köpfen der Sportwagen-Fans und Autoliebhaber festsetzen. Lotus soll wieder auf ihre Landkarte. Das geht nur sehr schwer mit einem SUV. Dafür aber umso besser mit einem Hypercar. Dem ersten eines englischen Herstellers. Und weil Geely nun mal den Elektroantrieb pusht, baut Lotus ein vollelektrisches Hypercar mit Allradantrieb. Superlative prägen sich ein im Gegensatz zu Kompromissen. “Mit diesem Hypercar zeigen wir und Geely, wie ernst es uns ist. Wir wollen keine leeren Versprechungen abgeben, sondern Lotus-typische Sportwagen bauen. Mit diesem Hypercar zeigen wir, dass wir wieder ganz oben mitmischen wollen bei der Technologie”, sagt Lotus Sportwagen CEO Phil Popham. Ein Hypercar wird die Stückzahlen nicht in astronomische Höhen treiben. Dafür ist es zu teuer. Lotus nennt keinen Preis. Doch es kursieren bereits Zahlen, die die Engländer nicht dementieren. Das Hypercar, das am 16. Juli in London vorgestellt wird, soll um die 2 Millionen Pfund kosten. Ursprünglich hatte Lotus vor, die Stückzahl nicht zu begrenzen, im Gegensatz zu anderen Herstellern und ihren Hypercars, wie Valkyrie, AMG One, 918 Spyder, P1 oder LaFerrari. “Der Preis wird die Stückzahl eingrenzen”, hieß es. Inzwischen hat sich die Strategie geändert. Lotus wird 130 Exemplare des Type 130 auflegen. Laut der Briten hatten im Vorfeld mehrere hundert potentielle Käufer ihr Interesse am Hypercar angemeldet. Die ersten Prototypen befinden sich laut Lotus bereits auf Testfahrt. Nur wenige außerhalb von Hethel kennen das Projekt. Nur wenige haben das Hypercar gesehen. Lotus mixt bei seinem Hypercar weiche Linien mit Kanten an den Radhäusern und Sicken, zum Beispiel an den Flanken. Das über 1.000 PS starke Auto ist fast zwei Meter breit, in etwa 4,5 Meter lang, hat kräftige Schultern, eine Kampfjet-artige Kuppel, und folgt den typischen Proportionen eines Hypercars. Flach, nach vorn gezogenes Cockpit, kurze Überhänge. Was vor uns als Tonmodell steht, wird in Carbon gebaut. Das Bodywork des Type 130, das wird auf den ersten Blick klar, dient in allererster Linie der Aerodynamik. Die Luft soll über den Fahrzeugkörper strömen, am Unterboden entlang, und durch die Karosserie durch. “Der Abtrieb ist enorm”, sagt Lotus, ohne Zahlen zu nennen. Müssen wir erst einmal glauben, weil wir es nicht überprüfen können. Gehen wir von vorn nach hinten durch. Da fallen direkt die schmalen Leuchten auf, die denen des Ferrari 488 ähneln. Sie erhellen die Dunkelheit mit Laserlicht. Daneben dringt die Luft in dreiecksförmige Öffnungen ein, die hinter den Radhäusern austritt. Unter der Frontpartie sitzt ein großer Kühler. Nach der Kühlluft schnappt ein breites Maul, das von 2 Stelzen eingegrenzt wird. Links und rechts daneben gibt es weitere Öffnungen für die Durchströmung des Fahrzeugs. Im Erdgeschoss verbaut Lotus einen mehrteiligen Splitter, der Anpressdruck erzeugen soll. Dreieckförmige Einsparungen prägen die Flanke. Es gibt keine Rückspiegel, sondern ausfahrbare Kameras. Auffälligstes Merkmal in der Seitenansicht sind aber die großen Luftkanäle, die ein bisschen was von Ford GT haben, zwischen hinteren Kotflügeln mit scharfer Kante und dem Ausläufer der Dachkanzel. Die Luft, die hier eintritt, strömt im Heck aus. Wo wir bei der Schokoladenseite des Type 130 wären. Um die Austrittsöffnung verlegen die Lotus Designer eine Lichterkette als Rückleuchten. Das sieht genauso spektakulär aus, wie der übermächtige Diffusor mit zentralem, zweigeteiltem Schacht und aktiver Aerodynamik. “Ohne Mittelmotor und angeschlossenes Getriebe können wir den Diffusor früher ansteigen lassen”, sagen die Designer. Lotus spricht von einem DRS System am Unterboden. Bei hohen Geschwindigkeiten soll sich das zentrale Stück nach hinten klappen, um den Luftwiderstand zu senken. Abtrieb spenden, soll ein ausfahrbarer Heckspoiler. Die beiden Insassen sitzen knapp hinter der Vorderachse. Die Batterie Pakete installiert Lotus so tief wie möglich zwischen Cockpit und Hinterachse. “Das Auto liegt so tief, dass wir in den Unterboden nicht noch flächendeckend Zellen packen können”. Die Abdeckung gestalteten die Designer so, als ob darunter ein Verbrenner schlummert. Doch statt einem Motor sieht man Starkstromkabel. Beide Achsen werden angetrieben. Von wie vielen E-Maschinen? Darüber schweigt Lotus. Zwei, drei oder vier? Entwicklungspartner ist übrigens Williams Advanced Technologies, das in der Formel E Erfahrung zu Elektroantrieben und Batterien gesammelt hat. “Wir werden mit Williams noch an einer Vielzahl von Projekten arbeiten”. Der Innenraum suggeriert Leichtbau. Das Armaturenbrett, das 4 Lüftungsdüsen trägt, ist dünn und auf der Beifahrerseite ausgeschnitten. Heißt: Man sieht die Beine. Die Carbon-Schalensitze sparen Gewicht. Für den Komfort will sie Lotus aber ordentlich polstern. Der Fahrer greift in ein oben und unten abgeflachtes Lenkrad. Darauf entdecken wir einen Schalter für verschiedene Fahrmodi: Eco, City, Tour, Sport und Track. Die Mittelkonsole ist handybreit und verläuft ungefähr im 60 Grad Winkel zum Armaturenträger. Darauf platziert Lotus rautenförmige Schalter für Klima, Infotainment, Parkbremse. D, N, R: nichts Handschalter. Leichtbau, Effizienz, Aerodynamik, Rennsport-Erbe, Kurvengeschwindigkeit, Prestige: Das soll das Hypercar vermitteln. Es soll Trends setzen, British und ehrlich sein. Die Formsprache folgt dem Wunsch nach Anpressdruck, und nicht in erster Linie nach Schönheit. Sieht aber trotzdem gut aus. Teile des Designs will Lotus auf zukünftige Modelle übertragen. “Wir wollten mit etwas Extremen starten, und dann weitermachen”. Die ersten Hypercars sollen 2020 in Kundenhand gehen. Das Hypercar verdeutlicht: Lotus und vor allem Eigentümer Geely meinen es ernst. Es ist ein erster Schritt, dem noch viele weitere folgen sollen, um aus einem Dauer-Sorgenkind, das über Jahre am Abgrund lebte, einen profitablen Sportwagenhersteller zu machen. Schon einmal wollte Lotus etwas Extremes, etwas Verrücktes bauen, ein Hypercar für die 1980er, erzählen sie. Das Experiment wurde eingestellt. Dieses Mal aber, dieses Mal baut es Lotus tatsächlich. Und man überstürzt es nicht. Man erzählt, Lotus hätte den Type 130 schon 2018 vorstellen können. Doch Neu-Chef Phil Popham habe nach seinem Amtsantritt im Oktober auf die Bremse gedrückt. Nach dem Motto: Wir machen keinen Schnellschuss. Weil dieser Treffer sitzen muss. Damit die Welt nicht nur weiß, für was Lotus von früher einmal stand, sondern immer noch steht. +++

+++ MERCEDES-AMG arbeitet aktuell am Facelift der E-Klasse und in diesem Zuge auch an der Überarbeitung des Top-Modells ’63’. Seit 2016 ist die Mercedes E-Klasse der Baureihe W213 am Start, 2017 schoben die Stuttgarter dann auch den ’63’ in 2 Versionen nach. So sieht auch das Timing der Facelifts aus, Ende 2019 als 2020er-Modell kommt die zivile E-Klasse, rund ein Jahr später die AMG-Version. Optisch präsentiert sich die Power-Limousine, die es dann auch als Kombi-Version T-Modell geben wird, mit neuem Grill und neuen Scheinwerfer Einheiten. Sie sind vom neuen Mercedes GLE inspiriert und sollen die E-Klasse stärker von der C-Klasse unterscheiden. Auch am Heck sind Unterschiede zu sehen. Wie vorne kommen neue Schürzen zum Einsatz und überarbeitete Heckleuchten. Je 2 doppelflutige Auspuffend Rohre in rechteckiger Form sprießen rechts und links aus der Heckschürze. Für den Innenraum sieht AMG die typischen Insignien eines High Level Sportwagens vor. Da sind also Sportsitze, Alu und Leder Finish, AMG Logos im digitalen Cockpit und an diversen weiteren Plätzen im Innenraum. Neu: Das Lenkrad mit dem runden kleinen Pralltopf und den deutlich stärkeren Lenkradspeichen rechts und links. Hier sind nochmals mehr Schalter und Knöpfe für Tempomat oder Infotainment-Steuerung untergebracht. Natürlich erhält auch die AMG-E-Klasse das neueste MBUX-Infotainmentsystem. Doch was wirklich wichtig ist, befindet sich unter der Haube des Mercedes-AMG E 63. Hier arbeitet der bekannte 4,0-Liter Twinturbo V8 in 2 Leistungsstufen. Aktuell spuckt der Achtender 571 PS aus, in der S Version sogar 612 PS. Beim Facelift-Modell dürfte hier noch eine PS Schippe draufgelegt werden. Der Einstieg in die AMG-Welt der E-Klasse markiert auch nach dem Facelift der E53 mit dem 3,0-Liter Reihen 6-Zylinder mit über 435 PS. +++

+++ MERCEDES-BENZ wird Mitte 2020 mit dem neuen Mercedes GLA an den Start gehen. Der GLA ist das letzte von 7 Modellen aus der Kompakt-Baureihe, die nunmehr neben der Mercedes A und B Klasse auch CLA (Shootingbrake) sowie GLB umfasst. Seit 2013 ist der GLA auf dem Markt, 2017 gab es ein Facelift, nun ist also Generation 2 dran. Und diese erscheint deutlich verändert. Die Heckscheibe scheint flacher zu stehen, die hinter Türe fällt schmaler aus. Insgesamt wird der Prototyp coupéhafter. Ansonsten übernimmt der neue GLA die Stylingelemente der Baureihe mit ihren schmalen Scheinwerfern und den Heckleuchten, zahlreichen Sicken und dem bekannten Mercedes-Grill. Im Vergleich zum deutlich kastigeren GLB erscheint der GLA kompakter. Unter der Motorhaube kommen die von A Klasse und Co bekannten Triebwerke zum Einsatz. Top Modell ist der allradgetrieben GLA 45 aus dem Hause AMG mit dem 2,0-Liter Turbo und 388 PS nebst einer 422 PS starken S Version. Darunter rangiert der GLA 35 (ebenfalls als 4Matic) mit 306 PS aus dem gleichen Aggregat. Am unteren Ende des Motorprogramms befinden sich die kleineren Motoren, die aus der Kooperation mit Renault stammen. So gibt es einen 1,5-Liter Diesel im GLA 180d mit 116 PS und den GLA 200d mit 150 PS gefolgt vom GLA 220d mit 190 PS. Auf der Benzinerseite hat der Kunde die Auswahl zwischen dem GLA 160 mit 109 Renault-PS, aus dem gleichen 1,3 Litern Hubraum kommen die 136 PS im GLA 180. Ende der Fahnenstange ist dann bei 163 PS im GLA 200. Auch eine Plug-in Version im CLA 220e wird es geben: reine E-Reichweite rund 70 Kilometer. Im Innenraum freut sich der Fahrer über das freistehende volldigitale Cockpit, ein Dreispeichenlenkrad mit kleinem Praltopf und über eine breite Mittelkonsole mit Touchpad. Das MBUX-Infotainmentsystem erkennt Sprache und Gesten. +++

+++ Das chinesische Start-up REECH AUTOMOTIVE TECHNOLOGY will in der ehemaligen Fabrik von Changan Suzuki ein neues Elektrofahrzeug produzieren. Das erste Fahrzeug, das im Werk in Chongqing montiert wird, ist ein elektrischer SUV mit der Bezeichnung M500. Der Verkauf soll laut Reech im vierten Quartal beginnen. Reech Auto plante ursprünglich, die Produktion am eigenen Produktionsstandort in der Provinz Jiangxi aufzunehmen. Da China jedoch die Kontrolle über die Genehmigungen für die Automobilproduktion verschärft hat, haben Start-ups ihre Strategien angepasst, indem sie sich mit bestehenden OEMs zusammengetan haben, um die Produktion im Land zu starten. Als chinesischer Automobilkonzern hatte Changan in den letzten Jahren mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen, wobei insbesondere die starken Verluste des Joint Ventures mit Ford Probleme bereiteten. In den ersten 4 Monaten des Jahres schrumpfte die Gesamtproduktion von Changan im Jahresvergleich um 28,4 % auf 585.791 Einheiten, wobei die Produktion von Changan Ford im Jahresvergleich sogar um fast 75 % auf 48.735 Einheiten zurückging. Die Zusammenarbeit mit Reech soll Changan helfen, die ungenutzte Changan-Suzuki Fabrik besser zu nutzen, jedoch es ist unwahrscheinlich, dass das Start-up von Anfang an mit einem hohen Volumen startet. +++

+++ SKODA hat ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Die Fabriken kommen den Bestellungen nicht mehr hinterher. Die tschechische VW-Tochter leidet unter ihren eigenen Absatzerfolgen. “Wir hätten 100.000 Fahrzeuge mehr verkaufen können”, sagte Skoda Chef Bernhard Maier. Er würde gern möglichst schnell ein neues Werk in Betrieb nehmen. Doch die Entscheidung fällt in Wolfsburg auf Konzernebene. Standorte in Bulgarien und der Türkei sind in der letzten Runde. “Die Suche befindet sich auf der Zielgeraden”, so der Maier weiter. Die tschechische VW-Tochter hat sich die globale Expansion zum Ziel gesetzt. “Die Marke hat das Potenzial, im Laufe des nächsten Jahrzehnts weltweit mehr als 2 Millionen Fahrzeuge abzusetzen”, sagte der Skoda Chef. Im vergangenen Jahr hat Skoda etwas mehr als 1,2 Millionen Fahrzeuge produziert. Die neue Fabrik soll als Mehrmarkenwerk ausgelegt werden: für Volkswagen und für Skoda. Noch werde konzernintern darüber diskutiert, ob dort Limousinen wie der VW Passat und der Skoda Superb oder die unverzichtbar gewordenen SUV von den Bändern laufen werden, so Maier. Der Skoda Chef präferiert eindeutig die SUV: “Ich sehe ein größeres Absatzpotenzial für SUV in den 2 Ländern, in denen das neue Werk gebaut werden könnte”. Skoda braucht auch wegen seiner neuen Elektroflotte zusätzliche Kapazitäten. “Allein in diesem Jahr werden wir 10 neue oder überarbeitete Produkte an den Start bringen. Bis Ende 2022 werden es mehr als 30 sein. Davon werden wir 10 Modelle komplett oder teilweise elektrifizieren”, so der Skoda Chef weiter. In der vergangenen Woche hatte Skoda seine ersten beiden Elektroautos präsentiert. Sie werden unter der Submarke ‘iV’ verkauft. +++

+++ Jetzt blühen die Gerüchte wieder. Kaum ist die Aktie des Elektroautobauers TESLA länger im Börsenkeller (€166) gibt es Spekulationen, dass Apple Tesla kaufen wolle. Das soll schon einmal so gewesen sein. Angeblich wollte Apple den Elektroautobauer bereits 2013 für 27 Milliarden Dollar übernehmen. So verbreiten es jüngst US Analysten, die glauben machen wollen, sie könnten das Gras wachsen hören. Was damals wirklich dran war und heute ist, weiß natürlich keiner. Was nichts daran ändert, dass Tesla in einer ultrakritischen Lage steckt. Musk warnte jüngst, das Geld reiche noch 10 Monate. Aber warum sollte Apple sich das antun? Eine so riskante Mega-Übernahme würde nicht zum ansonsten soliden Stil des Unternehmens passen. Außerdem ist unklar, ob Apple sein ehemals ambitioniertes Auto-Projekt (Codename Titan) insgeheim weiter vorantreibt oder inzwischen eingestellt hat und stattdessen nur noch Software-Lösungen für die Autohersteller entwickelt. Einerseits ist es nicht ausgeschlossen, dass Apple Chef Tim Cook gerade mit Tesla Boss Elon Musk verhandelt, denn jetzt könnte es den Elektroautobauer aus dem kalifornische Palo Alto wegen des rapide gesunkenen Börsenwerts zu einem Schnäppchenpreis von etwa $30 bis $35 Milliarden geben. Nachbar Apple, das im nahen Cupertino residiert, täte eine Ausweitung seiner Produktpalette womöglich gut. Geld dafür ist jedenfalls im Übermaß vorhanden. Finanzkreise schätzen Apples Barvermögen auf $250 bis $300 Milliarden. Doch andererseits ist es kaum vorstellbar, dass ein Egomane wie Musk die Blamage ertragen könnte, durch einen Verkauf öffentlich eingestehen zu müssen, als Unternehmer versagt zu haben. Hat er doch stets verkündet, es nicht nur allen anderen zeigen zu wollen, dass er, und zwar nur er, der Obermacker in der amerikanischen Wirtschaftswelt sein will. Und noch ein Aspekt, der gegen eine Übernahme durch Apple spricht: Der Computerriese hätte auf einen Schlag mehrere Fabriken mit einer Menge von Problemen an der Backe. Angefangen bei den andauernden Entwicklungs- und Fertigungsschwierigkeiten über teils ernsthafte Qualitätsschwankungen, dem daraus resultierenden Garantieärger bis hin zu den Eigenheiten des weltweiten Automobilgeschäfts, mit dem sich Apple nicht auskennt und wo jede Menge Stolperfallen lauern, die schnell zu Geldvernichtern werden können. Die neueste Meldung von Anfang letzter Woche macht keine Hoffnung, dass sich die Finanzlage des Elektro Autobauers auf absehbare Zeit auch nur minimal verbessern könnte. Musk hat die Mitarbeiter seines Autokonzerns in einer Mail auf harte Sparmaßnahmen für das Unternehmen eingeschworen. Amerikanische Medien berichten, dass Musk fürchtet, dem Unternehmen könnte sonst tatsächlich innerhalb von 10 Monaten das Geld ausgehen. Musk und Finanzvorstand Zach Kirkhorn kündigen mit drastischen Worten an, “alle Ausgaben jeglicher Art auf der ganzen Welt, einschließlich Bauteilen, Gehältern, Reisekosten, Mieten, buchstäblich jede Zahlung, die das Bankkonto verlasse”, zu überprüfen. Das Sparprogramm sei trotz einer kürzlichen Kapitalerhöhung von €2 Milliarden nötig geworden. Das ist Alarmstufe Rot. Dementsprechend hat die Börse mit einem Absturz des Wertpapiers auf nur noch €166 für eine Aktie reagiert. Vor rund einem halben Jahr, am 14. Dezember 2018, stand das Papier noch bei knapp €330. Ein gigantischer Niedergang. Kühle Köpfe fragen angesichts solcher Zahlen, Einschätzungen und Negativnachrichten gerne nach dem Börsenwert eines Unternehmens, um daran ablesen zu können, wie begehrt Anteile an der Firma sind. Damit ist der Wert aller Aktien einer Firma auf Basis des Börsenkurses gemeint. Experten sprechen in dem Zusammenhang auch von Marktkapitalisierung. Die Lage ist zum Heulen: Im Juni 2017 lag der Börsenwert Teslas noch bei gigantischen ca. $61 Milliarden, jetzt Ende Mai 2019 hat er sich mit nur noch ca. $32- $34 Milliarden quasi halbiert. Das kalifornische Börsen Analysenhaus Wedbush mit Sitz in Los Angeles spricht davon, dass “Tesla nun einen Kilimandscharo-artigen Aufstieg hinlegen müsse, um, wie in Aussicht gestellt, im zweiten Halbjahr in die Gewinnzone vorzudringen”. Und die Wedbush-Analysten wundern sich über die Konzernpolitik: Tesla beschäftige sich mit der Expansion in den Versicherungssektor, Robotertaxis und Science Fiction Projekten, statt sich lieber auf den Verkauf des Model 3 und Kostensenkungen zu konzentrieren. Aktuell bleibt es unklar, ob Tesla sich wieder berappelt und endlich dauerhaft Gewinne abwirft, ob das Unternehmen geschluckt wird oder pleite geht und ob anschließend die Filetstücke zu Dumpingpreise verschleudert werden. Klar ist lediglich, dass der bereits länger kriselnde Laden aktuell mehr denn je auf der Kippe steht. Es herrscht Alarm und höchste Nervosität. Verursacht von einem Mann, der offenbar nur schwer zu bändigen und in seinen Handlungen unberechenbar ist. Das jedenfalls bringt es nach wie vor auf den Punkt: “Er ist der Revolutionär der Elektromobilität, Raketenbauer mit Mars-Ambitionen, er will Los Angeles untertunneln, er will amerikanische Städte per High-Speed-Transportsystem verbinden, er ist der vielleicht bekannteste Unternehmer der Welt. Aber manchmal hat Elon Musk einfach nur Quatsch im Kopf. Eine kindische Lust, irgendeinen Unsinn zu machen”. Wie diesen: Am 6. September 2018 war Tesla-Vorstandschef Elon Musk mit dem Video-Talkmaster Joe Rogan zu einem längeren Interview für dessen Internet-Podcastshow Joe Rogan Experience verabredet. Musk wurde in dem Moment von Joe Rogan eine ‘Tüte’ zum Rauchen angeboten, ein Marihuana Joint. Musk fragte beim Moderator noch kurz nach, ob das legal sei, nach dem Rogan dies bejahte nahm er den braunen Glimmstengel in den Mund, zog einmal daran und gab den Joint wieder zurück. Man stelle sich vor, was los gewesen wäre, der gerade abgetretene Daimler Chef Dieter Zetsche hätte auf diese Weise von sich reden gemacht. Oder sein Nachfolger Ola Källenius würde diese Nummer bringen. Wer nun glaubt, dass solche Podcasts nur neumodisches Zeug sind, die sich sowieso keiner anschaut oder anhört, geschweige denn runterlädt, der irrt gewaltig. Zur Erklärung: Der Begriff Podcast setzt sich zusammen aus der Bezeichnung für den tragbaren Digital Audioplayer iPod (Apple) und dem englischen Wort Broadcast für Rundfunk. Im Laufe des letzten Jahrzehnts wurde daraus ein Milliardenmarkt. Angesichts dessen wundert es nicht, dass eine Reizfigur wie Elon Musk, der als eine Art Guru der Tesla Religion von seinen Gläubigen angebetet wird, auch unter Fans der Joe Rogan Videoshow jede Menge Zuschauer gefunden hat. Es gab genau 22.578.583 Aufrufe. Und Musk, typisch für ihn, hat sich darin gesonnt, dass sich viele seiner Kritiker über diese Aktion empört haben. Das Video war der bisherige Höhepunkt in der Manager Disziplin “Wie ein Unternehmensführer nicht auftreten sollte”. Jahrelang herrschte lediglich kollektives Entsetzen in der Wirtschaftswelt über die unzähligen Schrullen des Mister Musk, mit denen er oft und durchaus auch gerne von sich reden machte. So hatte man sich an dessen Ausfälle wie seine merkwürdige Unternehmensführung inzwischen gewöhnt. Aber ab und an fragten sich die anderen Granden auf der internationalen Ebene der Bosse schon, ob der Kerl einer von ihnen ist oder ob da ein Irrer auf dem gepolsterten Stuhl bei Tesla sitzt. Etwa, als Musk begann Flammenwerfer zu verkaufen. Angeblich, weil er mal eine Wette mit sich selbst verloren verloren hat. Die ging so: Wenn es ihm gelingt, von den als Werbemittel gedachten Baseballkappen einer seiner Firmen 50.000 Stück zu verkaufen, dann wird er einen Flammenwerfer entwickeln lassen und verkaufen. Warum ausgerechnet einen Flammenwerfer, in etwa so groß wie eine Maschinenpistole, ist unbekannt. Als Musk das Gerät auf einer Pressevorführung angepriesen hat, amüsierte er sich königlich mit den Worten: “Guaranteed to liven up any party!” Kostenpunkt: $500. Angeblich war das Ding rasch ausverkauft. Einen Feuerlöscher gab’s gratis dazu. Klar, Musk pflegt auf solche Weise sein von ihm offenbar geliebtes Bad-Boy-Image und zementiert es. Er will wohl auf keinen Fall das Bild eines üblichen Wirtschaftskapitäns aufkommen lassen und provoziert deshalb wo er kann. Wie die Nummer mit Adolf Hitler, den er für seine Zwecke eingesetzt hat. Hintergrund für dieses eklatanten Ausrasters ist Musks diebische Freude daran, all jene Investment-Banker und Fondsmanager zu verkackeiern, die er abgrundtief hasst. So auch kurz vor Bekanntgabe des Tesla Ergebnisses für das zweite Quartal 2018. Die Herren Banker waren nämlich skeptisch, ob die Geschäftszahlen des Elektroautobauers endlich daraufhin deuten, dass es erstmals in der Unternehmensgeschichte schwarze Zahlen geben könnte. Dazu verbreitete Musk via Twitter eine Schlüsselszene aus dem deutschen Kriegsdrama ‘Der Untergang’, in der Hitler, gespielt von Bruno Ganz, im Führerbunker von seinen Generälen über die aussichtslose Lage im Kampf um Berlin unterrichtet wird. Die Tesla Version verwendet die Original Tonspur, in der Hitler mit seinen Generälen die Kriegstaktik diskutiert. Die englischen Untertitel weichen allerdings vom Original ab und stellen den Kontext zu einer Besprechung von zum Teil namentlich genannten Hedgefondsmanagern (James Chanos, David Einhorn und Mark Spiegel) her, die auf fallende Kurse bei dem Autobauer gesetzt haben und nun schwere Verluste hinnehmen müssen. Ähnlich unfreundlich geht Exzentriker Musk auch mit Apple um. Über die höchst profitable iPhone und iMac Schmiede sagte er vor nicht langer Zeit gehässig: “Apple ist Teslas Friedhof. Wenn Du es bei Tesla nicht schaffst, arbeite halt bei Apple”. Nicht ausgeschlossen, dass er den deftigen Spruch demnächst womöglich fressen muss. Noch Fragen? Ja, eine. Was wurde aus seinem Spleen aus dem vergangenen Jahr, einen Tequilaschnaps unter dem Markennamen Teslaquila auf den Markt bringen zu wollen? Antwort: Das bleibt wohl eine Schnapsidee. +++

+++ Die TURKEI will in 2022 im Rahmen eines nationalen E-Auto-Projekts ein Elektroauto mit 500 Kilometer Reichweite auflegen. Das hat jetzt der Industrieminister Mustafa Varank angekündigt. Das türkische Elektroauto soll international wettbewerbsfähig sein und die gesamte Automobilindustrie des Landes verändern. Zudem gilt es als Technologie-Leuchtturmprojekt. Das Elektroauto soll nicht von der öffentlichen Hand, sondern rein privatwirtschaftlich entwickelt werden. Dazu haben sich fünf Unternehmen (Anadolu Group, BMC, Kıraça Holding, Turkcell und Zorlu Holding) zu einem Joint Venture zusammengeschlossen. Als Geschäftsführer fungiert ein ehemaliger Bosch Manager. BMC ist der führende Nutzfahrzeughersteller der Türkei, die Zarlu Holding gilt als eine der größten Industrie und Finanz Gruppen in der Türkei, Turkcell ist der größte Mobilfunkanbieter der Türkei, die Kıraça Holding ist ebenfalls im Nutzfahrzeugbau engagiert und die Anadolu Group ist im Automobilbereich mit Isuzu, Kia und Honda vernetzt. Bereits 2015 hatte die Türkei mit NEVS, dem neuen Eigner von Saab, eine Vereinbarung getroffen das türkische Volksauto auf der Basis des Saab 9-3 aufzubauen. Mindestens 85 % der Zuliefer Komponenten sollen aus der Türkei kommen. Geplant sind insgesamt 3 Elektromodell Varianten. Ein erster Prototyp des türkischen Elektroautos wurde für Ende 2019 angekündigt. Mit der Autoproduktion sollen hunderte Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Zusammenarbeit zwischen NEVS und der Türkischen Anstalt für Wissenschaft und Forschung (Tübitak) hat bereits im Juni 2015 begonnen. NEVS hatte 2012 Saab übernommen, zwischenzeitlich bauen die Chinesen in Schweden Elektroautos auf Basis des Saab 9-3. +++

+++ Noch ein wenig unsicher greift Martin Lehmann mit seiner Hand nach dem Klimakompressor des ID Antriebsstrangs. Nach und nach wird der 31-Jährige mutiger, hebt die Fahrzeug Komponente hoch, dreht sie nach links und rechts, beziehungsweise deren virtuelles Abbild. Mit einer VR-Brille auf der Nase steht der VOLKSWAGEN Mitarbeiter in einem virtuellen Showroom, der zum umfassendsten Weiterbildungsprogramm gehört, das der Autobauer in seiner Firmengeschichte bisher auf den Weg gebracht hat. Denn bevor das VW Werk in Zwickau-Mosel von November 2019 an zur ersten E-Auto-Fabrik Deutschlands wird, müssen die rund 7.700 Mitarbeiter an dem sächsischen Standort fit gemacht werden. Das sind rund 13.000 Trainingstage und mehr als 300 verschiedene Module, die je nach Aufgabenbereich wenige Stunden bis hin zu 24 Monaten für Experten umfassen können. In einem extra aufgebauten Containerdorf auf dem Werksgelände will das Unternehmen seine Beschäftigten für das Auto der Zukunft begeistern. “Wissen spielerisch vermitteln, gleichzeitig den Teamgeist fördern und Feuer entfachen für das Thema Elektromobilität”, sagt Projektleiterin Katja Neef. Unterdessen läuft der Umbau auf Hochtouren. Vor allem im Presswerk, in Montage und Karosserie wird nahezu alles umgekrempelt: Bis Mitte 2020 sollen in Zwickau nur noch Elektrofahrzeuge gebaut werden. Den Umbau bei laufender Produktion beschreibt Reinhard de Vries als “Umziehen im Kleiderschrank”. “Alles beengt, muss aber laufen”, sagt der Geschäftsführer Technik und Logistik bei VW Sachsen. “Wir haben noch eine Menge zu tun auf dem Weg zur E-Fabrik”. 1500 neue Roboter wurden angeschafft, die Hälfte ist bereits im Einsatz. In der 85.000 Quadratmeter großen Halle 2 für Karosseriebau wurde die alte Produktionsanlage abgerissen, hier und da wird gehämmert, es fliegen Funken vom Schweißen. Ein Teil der Roboter mit den großen Greifarmen wartet noch auf den Einsatz: sie werden gerade neu programmiert für einen E-Geländewagen. Das erste vollelektrische Fahrzeug, der ID.3, läuft schon automatisch durch die Produktion, mehr als 200 Testfahrzeuge wurden bisher gebaut. Die ersten Serienfahrzeuge rollen Ende 2019 vom Band. “Es überschneidet sich alles, das ist die Herausforderung”, erklärt Karosseriebau Leiter Heiko Rösch. Ist der Umbau im Zwickauer Werk im nächsten Jahr abgeschlossen, läuft vieles automatisch. Viele Teile, etwa das Cockpit, wurden bisher von Hand eingebaut; künftig übernimmt ein Roboter die Arbeit. An der 60 mal 100 Meter langen Anlage stehen künftig nur noch 9 Mitarbeiter (bisher waren es 25) in einer Schicht. Volkswagen setzt für seine neuen Modelle auf eine Art Baukastensystem für Elektroautos: den sogenannte Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB). Auf eine Plattform wird die Technik samt Batterie, und die jeweilige Karosserie gebaut. 6 ID Modelle und 3 Konzernmarken sollen künftig aus Zwickau kommen, bisher wurden hier der Golf Variant und der Passat gefertigt. Die Produktion läuft zwar noch, wird aber Stück für Stück herunter gefahren. “Zwickau ist die Keimzelle, hier fällt der Startschuss”, sagt De Vries, und meint damit den Weg in die E-Mobilität. Er gibt sich optimistisch: Vor gut 3 Wochen hat VW die Vorbestellungen für seinen Hoffnungsträger ID.3 im Internet gestartet, mehr als 15.000 Bestellungen für die zunächst auf 30.000 Fahrzeuge beschränkte Premieren-Edition sind schon eingegangen. Bis 2022 soll es dann 8 Standorte geben, an denen Volkswagen E-Autos nach dem Baukastenprinzip fertigt, unter anderem in Emden und Hannover aber auch im Amerikanischen Chattanooga sowie in China. Rainer Pilz ist VW-ler durch und durch. Seit 1990 stand er am Band in Mosel, zu DDR Zeiten arbeitete er noch bei Sachsenring. Jetzt bringt der 59-Jährige kurz vor der Rente seinen Kollegen die neue elektrische Realität bei. “Ich habe einfach nochmal eine Herausforderung gesucht und mich zum Trainer ausbilden lassen”, erzählt er schmunzelnd. Es mache Spaß, seinen Kollegen die neue Technik zu erklären. “Ich spreche ihre Sprache und kann sie gut abholen, auch wenn sie zunächst skeptisch sind”. Und diese Skepsis scheint durchaus berechtigt: Allein in der Montage wird sich der Automatisierungsgrad von 12 auf knapp 30 % mehr als verdoppeln. Das heißt: weniger Personal. Um diese Veränderungen aufzufangen (laut Personalchef Dirk Coeurs soll keiner seinen Job verlieren) will VW mehr Autos auf die Straße bringen. Statt bisher jährlich 300.000 Fahrzeugen sollen in Zwickau künftig 330.000 und damit jeden Tag 1500 Autos vom Band rollen. Verkauft werden sollen sie nicht nur in Deutschland, sondern vor allem im Rest der Welt; allen voran in China, wo der VW-Konzern zuletzt 40 % seiner Jahresproduktion von 10,8 Millionen Fahrzeugen abgesetzt hat. Insgesamt €44 Milliarden investiert der Konzern in den kommenden 5 Jahren in E-Mobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung. +++

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