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Tagesschau

11 augustus 201714 Mins Read
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+++ In der Dieselaffäre gibt es schlechte Nachrichten für AUDI : Der Chef der Marke soll Mitarbeiter unter Druck gesetzt haben. Die Staatsanwaltschaft hat zudem ihre Ermittlungen auf den Vorstand ausgeweitet. In der Abgasaffäre bei Volkswagen gibt es offenbar konkrete Vorwürfe gegen den Vorstandschef der Ingolstädter Tochter Audi, Rupert Stadler. Stadler soll persönlich angeordnet haben, dass den amerikanischen Umweltbehörden EPA und CARB bei einer Besprechung im November 2015 Manipulationen im Umgang mit einem Abgasreiniger verschwiegen worden seien, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der Abgasreiniger Adblue, ein Gemisch aus Harnstoff und Wasser, ist demnach nötig, um den Ausstoß von gesundheitsschädlichen Stickoxiden zu senken. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR haben damalige Audi Beschäftigte gegenüber Ermittlern angegeben, den amerikanischen Behörden seien bei dem Termin am 19. November in Ann Arbor nahe Detroit wesentliche Informationen vorenthalten worden. EPA und CARB hätten wissen wollen, ob neben Volkswagen auch Audi die Schadstoffwerte von Diesel Fahrzeugen manipuliert habe. Den Angaben der damaligen Angestellten zufolge soll Stadler am Vorabend bei einem Audi internen Vorbereitungstreffen angeordnet haben, eine ausführliche Präsentation stark zu kürzen. In der den amerikanischen Behörden vorgelegten Fassung sei verschwiegen worden, dass Audi eine spezielle Technik entwickelt hatte, um den Verbrauch von Adblue zu deckeln, heißt es in dem Bericht. Um den Kunden ein häufiges Nachfüllen von Adblue zu ersparen, habe Audi in Diesel Fahrzeugen die Abgasreinigung teilweise ausgeschaltet. Das verstieß gegen amerikanische Gesetze. Audi habe die illegalen Tricks erst nach und nach offengelegt, was sich bis Mitte 2016 hingezogen habe. Auf Anfrage bei Audi und Volkswagen zu den Vorwürfen gegen das Management antwortete Volkswagen demnach, eine von der amerikanischen Regierung veröffentlichte ‘Sachverhaltsdarstellung’, welche die Faktenlage wiedergebe, enthalte “keine Hinweise auf Verfehlungen ehemaliger oder aktiver Vorstandsmitglieder”. Wegen laufender Verfahren wollte sich Volkswagen nicht weiter äußern. Die Sachverhaltsdarstellung der amerikanischen Regierung stamme von Anfang 2017, seitdem ermittelten Behörden in den Vereinigten Staaten wie auch in Deutschland weiter und erlangten neue Erkenntnisse, heißt es in dem Bericht. Dazu gehörten auch die Angaben damaliger Audi Beschäftigter zu der Reise nach Detroit. Stadler wurden den Angaben zufolge vom Porsche Manager Michael Steiner begleitet, der später in den Vorstand des Sportwagen-Herstellers aufrückte. Porsche ist wie Audi eine Volkswagen Tochter. Steiner habe sich im Herbst 2015 um die Aufarbeitung der Abgasaffäre bei Volkswagen gekümmert. Er soll demnach in Detroit zusammen mit Stadler angeordnet haben, die umfangreiche Präsentation für die amerikanischen Behörden zu kürzen und das kritische Detail mit der Adblue-Deckelung zu entfernen. Porsche teilte dem Bericht zufolge dazu mit, dass “wir uns zu laufenden Verfahren nicht äußern können”. Die Staatsanwaltschaft München hat ihre Ermittlungen bei Audi derweil auf den Vorstand ausgeweitet. Die Strafverfolger ermitteln im Kreise aktueller und ehemaliger Vorstandsmitglieder der Volkswagen Tochter gegen Unbekannt wegen möglicher Verletzung der Aufsichtspflicht, wie eine Behördensprecherin am Freitag sagte. Ob Pflichten verletzt worden seien und wenn ja, welcher Manager verantwortlich sei, sei noch offen. Audi erklärte lediglich, das Unternehmen sei über das Verfahren informiert und arbeite konstruktiv mit der Staatsanwaltschaft zusammen. +++

+++ BMW bringt Anfang 2018 der nächsten Generation des X5. Optisch erwarte ich keine bahnbrechende Revolution. Der neue X5 dürfte aussehen wie eine aufgeblasene Version des gerade vorgestellten X3. Sprich: Er wird nicht großartig anders daherkommen als sein Vorgänger. Deutlich mehr tut sich dafür unter dem Blech. Der 2018er X5 erhält eine komplett neue Plattform namens CLAR (Cluster Architecture). Die wird bei den Münchnern in Zukunft wohl so ziemlich alles vom 3er aufwärts beherbergen, sorgt für mehr Steifigkeit, mehr Antriebsflexibilität und weniger Gewicht. Knapp 100 Kilo wird der neue X5 wohl gegenüber dem aktuellen Modell einsparen. Ohnehin dürfte BMW eine agilere Abstimmung wählen, um ihn spürbar von seinem neuen großen Bruder X7 abzugrenzen. Das neue XXL SUV kommt etwa ein halbes Jahr früher, steht auf der gleichen Plattform, kriegt aber mehr Radstand. Der neue X5 hat es also deutlich schwerer als bisher. Von unten drückt der neue, größere und reifere X3, von oben klaut künftig der Luxus Offroader X7 die besser betuchte Kundschaft. Der X5 wird sich also ein bisschen strecken müssen, wobei die Positionierung wohl in etwa so sein dürfte wie bei 5er und 7er. Nur eben ein Stockwerk höher. Für die Motoren bedeutet das: Weitgehend bekannte Vier- und Sechszylinder-Diesel, Sechs- und Achtzylinder-Benziner sowie ein Vierzylinder-Hybrid, der wohl einen stärkeren E-Motor erhalten wird. Derzeit kommt der X5 40e mit einem 113-PS-Elektromotor auf 313 PS Systemleistung. Dass es einen potenteren Sechszylinder-Hybrid geben wird, ist zumindest denkbar. Freunde der Leistung dürfen sich über den neuen Mega-Diesel M50d mit 4 Turbos und 400 PS freuen. Und natürlich über die nächste Generation des Performance Elefanten X5 M. Der wird aller Voraussicht nach den 4,4 Liter Biturbo V8 (608 PS und 750 Newtonmeter) aus dem kommenden M5 unter der Haube haben. Damit dürfte der 0-100 km/h Sprint selbst in einem 2,2 Tonner kaum 4 Sekunden dauern. Die Weltpremiere des neuen X5 erwarte ich auf einer der großen Automessen (Detroit oder Genf) zum Jahresanfang 2018. Später wird es natürlich auch eine Neuauflage des Coupé-Ablegers X6 geben. +++

+++ Der chinesische BYD Konzern will die Batteriekapazität noch in diesem Jahr auf 20 Gigawattstunden (GWh) erhöhen und damit fast verdreifachen. Damit bereitet man sich auf eine stark steigende Nachfrage im Bereich der Elektromobilität vor. Über die enorme Produktionssteigerung bei BYD berichten chinesische Medien. Kommt der Konzern, der vor einigen Jahren in die Fertigung von Lithium-Ionen Batterien eingestiegen ist, auf die angestrebten 20 GWh, bedeutet das eine Steigerung um das 2,7-fache im Vergleich zu 2016. Zur Einordnung: die von Tesla betrieben Gigafactory will ab 2020 35 GWh produzieren. Mit den jetzt von BYD angestrebten 20 GWh können grob gerechnet etwas mehr als 400.000 Elektrofahrzeuge mit einer Reichweite von 300 bis 350 Kilometer versorgt werden. Aber nicht nur BYD stockt in Erwartung eines starken Nachfrageanstiegs bei Elektroautos auf. Auch Konkurrent CATL, unter anderem Lieferant für den BMW i3, hat ambition ierte Pläne. So will man die Produktion von 7,7 GWh in diesem Jahr auf 50 GWh im Jahr 2020 steigern. Die Aktivitäten der Produzenten stehen auch vor einen industriepolitischen Hintergrund. So sind nur die Batterien der Hersteller, die pro Jahr mehr als 8 GWh herstellen, zertifizierungsfähig. Das ist wiederum Voraussetzung für eine steuerliche Förderung der E-Autos in denen diese Batterien eingebaut werden. +++

+++ Der Automarkt in CHINA gewinnt zunehmend an Tempo. Der Verkauf im Juli legte gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,2 Prozent auf 1,97 Millionen Fahrzeuge zu. Wie der Herstellerverband CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) am Freitag (11. August) mitteilte, wurden im Land in den ersten 7 Monaten insgesamt 4,1 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft. Der Branchenverband Passenger Car Association (PCA) hatte bereits am Dienstag mitgeteilt, dass die Zahl der verkauften Passagierfahrzeuge im Juli um 5,5 Prozent auf 1,7 Millionen Autos gestiegen war. Die beiden Verbände nutzen unterschiedliche Abgrenzungen für ihre Statistiken. China ist der bedeutendste Einzelmarkt für die deutschen Hersteller Volkswagen, Daimler  und BMW. 2016 war der Autoabsatz in China um knapp 16 Prozent auf 23,9 Millionen Stück gestiegen. Der deutlich höhere Absatz war unter anderem Folge der gesenkten Mehrwertsteuer für Autos mit kleinerem Hubraum im Herbst 2015. Diese Steuererleichterung wurde inzwischen zum Teil zurückgenommen. Experten gehen dennoch weiter davon aus, dass der Autoabsatz in China in diesem Jahr steigen wird. +++

+++ Mit FIAT springt ein weiterer Importeur auf die Abwrackwelle am deutschen Automarkt auf. Der Fiat Chrysler Konzern hat modellabhängige Prämien für seine Marken Fiat, Alfa Romeo, Abarth und Jeep ausgelobt. Der Preisnachlass zwischen 2.000 und 6.500 Euro auf sofort verfügbare Neuwagen soll auch für ältere Benziner (Euro4 und älter) gezahlt werden, wie das Unternehmen am Freitag in Frankfurt mitteilte. Die Abwrackprämien anderer Hersteller waren bislang allein auf Dieselautos beschränkt. Von Gewerbekunden will Fiat auch Euro5 Autos zurücknehmen und verschrotten. Fiat Chrysler hat im zweiten Quartal etwas mehr verdient als von Experten erwartet. Grund waren die guten Geschäfte in Europa und Lateinamerika. Auch in Nordamerika setzte sich die positive Entwicklung fort. Fiat drückt laut Untersuchungen des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen einige Modelle schon länger mit hohen Rabatten in den Markt, die häufig an die 30 Prozent des Listenpreises reichen. Wie andere Importeure hat sich Fiat zudem bislang nicht bereit erklärt, nach dem Beispiel der deutschen Hersteller die Abgasreinigung zumindest per Software Update nachzurüsten. Fiat stand im Dieselskandal auch im Verdacht, illegale Abschalteinrichtungen in seine Autos eingebaut zu haben, stritt dies aber ab. +++

+++ In vielen Auffahrten und Garagen in GROB BRITANNIEN steht ein BMW, ein Volkswagen oder ein Opel (Vauxhall) Fahrzeug. Nicht selten haben die Fahrzeuge einen Dieselmotor unter der Haube; deshalb ist der Unmut der Briten groß, dass sie (anders als Dieselfahrer in anderen Ländern) im Zuge von ‘Dieselgate’ leer ausgehen sollen. Eine Abwrackprämie, wie sie in Deutschland mittlerweile zahlreiche Autohersteller anbieten, gab es für sie nicht. Lange hatten sich die Autohersteller geweigert, auch ihren britischen Kunden auf diese Art entgegen zu kommen. Nun lenkte BMW ein. Der Münchener Autohersteller, der in Großbritannien vor allem viele Fahrzeuge seiner Mini Marke verkauft, gewährt den Briten beim Kauf eines neuen Autos eine sogenannte ‘Lower Emissions Allowance’, eine Umweltprämie in Höhe von 2.000 Pfund (rund 2.200 Euro) beim Kauf eines neuen BMWs mit einem CO2-Ausstoß von maximal 130 Gramm pro Kilometer, wenn sie dafür einen Diesel mit Standard Euro4 oder schlechter in Zahlung geben, ganz gleich, von welcher Marke. Das Angebot, das diese Woche öffentlich präsentiert wurde, gilt bis Ende des Jahres. Volkswagen erwägt, diesem Beispiel zu folgen. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Der Diesel war in Großbritannien sehr beliebt, bis vor kurzem. Nach Angaben des britischen Automobilherstellerverbands SMMT sind aktuell 34,3 Millionen Autos auf britischen Straßen unterwegs, rund 39 Prozent davon mit einem Dieselmotor. Doch nicht erst seit ‘Dieselgate’ sind die Fahrzeuge umstritten. Umweltverbände kritisieren seit Jahren die schlechte Luftqualität in britischen Städten, zu der die Autos maßgeblich beitragen. Laut Gesetz darf die Konzentration von Stickstoffdioxid in der Luft an 18 Tagen im Jahr nicht über 200 Mikrogramm pro Kubikmeter und Stunde betragen; diese Grenze wurde in einigen Teilen Londons bereits in der ersten Januarwoche überschritten. Deswegen hat die Regierung Ende Juli Pläne vorgestellt, denen zufolge auf der Insel ab 2040 nur noch elektrische Autos verkauft werden dürfen; selbst Hybridfahrzeuge sollen nicht mehr erlaubt sein. Eine Abwrackprämie ist aber von Seiten der Regierung nicht angekündigt worden, sehr zum Verdruss der britischen Verbraucher. Doch die Erwartung eines solchen staatlichen Programms und der Skandal um die Manipulation von Abgaswerten scheint auch so Wirkung zu zeigen. Im Juli sank die Zahl der neu zugelassenen Dieselfahrzeuge in Großbritannien im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent. Alternativ betriebene Fahrzeuge verbuchten dagegen ein Plus von 65 Prozent. Eine beachtliche Veränderung. Absolut gesehen ist die Wahrscheinlichkeit, im Stau auf Londons Straßen hinter einem alternativ betriebenen Auto zu stehen, aber immer noch gering: Von den insgesamt 2,7 Millionen Autos, die im vergangenen Jahr neu zugelassen wurden, waren gerade einmal 88.000 E-Autos. +++

+++ Die Verantwortlichen des Sportwagen Herstellers PORSCHE prüfen derzeit, ob eine schnelle Abkehr vom Dieselantrieb möglich ist. Wenn das neue Modell des Cayenne Anfang September auf der Frankfurter Automesse IAA gezeigt wird, könnte schon klar sein: Ein Diesel Modell wird es vom neuen Cayenne nicht geben. Das jedenfalls ist der Plan, der in der Porsche Zentrale Stuttgart-Zuffenhausen momentan diskutiert und für wahrscheinlich befunden wird. Während der Großteil der Belegschaft derzeit in den Betriebsferien weilt, wird in der Chefetage gerechnet und geschätzt, werden Szenarien entworfen und zerredet. Ein sanfter Ausstieg ist eine Alternative: Demnach käme der Cayenne noch mit dem für nächstes Jahr eigentlich geplanten Dieselmotor, es wäre aber der letzte. Doch selbst die radikalste Variante wurde schon durchkalkuliert, der Verkaufsstopp auch für vorhandene Diesel Modelle. “In Bezug auf den Diesel spielen wir verschiedene Szenarien durch”, bestätigt ein Porsche Sprecher gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, fügt jedoch hinzu: “Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen”. Eine Hauruck-Aktion stieße vor allem in der Verkaufsmannschaft auf erheblichen Widerstand: Die Einschnitte könnten derb ausfallen. Das Problem ist nämlich viel größer, als die Zahlen auf den ersten Blick vermuten lassen. Zwar lag der Dieselanteil am gesamten Porsche-Absatz im ersten Halbjahr lediglich noch bei 14 Prozent, im Vorjahr waren es noch 17 Prozent. In den zwei größten Absatzmärkten, in China und Nordamerika, wird überhaupt kein Porsche mit Dieselmotor verkauft; im Heimatmarkt Deutschland erreicht der Dieselanteil immerhin 32 Prozent. Während die reinrassigen Sportwagen nicht als Dieselvariante verkauft werden, liegt der Anteil aber bei SUV besonders hoch. Vom Cayenne hatten in Deutschland fast 82 Prozent der Neuwagen im ersten Halbjahr einen Dieselmotor. Der hohe Prozentsatz hänge vor allem mit dem sehr hohen Anteil der Flotten- und der Dienstwagen-Kunden unter Cayenne-Fahrern zusammen, heißt es bei Porsche. Dort werde vielfach peinlich genau auf den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid geachtet. Daher ist es unwahrscheinlich, dass man bisherigen Dieselkunden problemlos eine Variante mit Otto-Motor verkaufen kann. Was die Kohlendioxidemissionen angeht, gelten Dieselmotoren als sparsamer als vergleichbare Benzinantriebe. Den Befürwortern eines langsamen Ausstiegs halten die Optimisten im Unternehmen entgegen, dass Porsche viele Pfeile im Köcher habe. “Wir trauen uns zu, das zu kompensieren”, lautet die Ansage unter den Verfechtern des schnellen Ausstiegs. Die schnelle Lösung wäre der Hybrid. Die Kombination aus Verbrenner und Elektromotor soll künftig nicht mehr als vernünftiges Substitut daher kommen, wie derzeit beim Cayenne, sondern als Krönung einer Baureihe. Das Rezept wird schon beim Modell Panamera erprobt; dessen 680 PS Hybrid “verkauft sich richtig super”, heißt es in Unternehmenskreisen. Die offizielle Variante dieser Erfolgsgeschichte ist kaum zurückhaltender: “Der nächste Cayenne wird ebenfalls einen neuen Plug-in-Hybrid im Angebot haben und einen weiteren Beweis dafür liefern, wie wir Elektrifizierung weiterentwickeln”. Der Ersatz der Diesel Variante durch Hybrid-Modelle wäre eine Genugtuung für die stolzen Entwickler von Porsche. Der Dieselmotor war ohnehin nicht ihr Produkt, sondern wurde seit 2009 von Audi zugekauft. Und er hat Porsche den Diesel Skandal ins Haus geliefert, so die Wahrnehmung in der Belegschaft. Porsche Betriebsratschef Uwe Hück sprach in einem Interview von “kranken Motoren” und einem “Krebsgeschwür”. Wichtiger als solche Emotionen wiegt für die Porsche Planer die Tatsache, dass die Zusammenarbeit schwierig geworden ist, auch mangels Personal. “Viele Entwickler sind schon weg und die anderen überlegen sich, ob sie da noch richtig sind”, spitzt ein Porsche Mitarbeiter seine Beobachtungen zu. “Die Auswirkungen sind jetzt schon zu spüren”. Der Zeitplan für den nächsten Cayenne Diesel könnte schon deshalb in Gefahr sein. Aber: So groß die Entrüstung über Audi ist, so wenig kann Porsche über die eigene Produktpalette frei entscheiden. Schon früher, als Audi lediglich eine Art Zulieferer für Porsche war, musste man sich den Produktplanungen der Kollegen aus Ingolstadt fügen, und seit der Sportwagen Hersteller ganz in den Volkswagen Konzern integriert wurde, gilt das erst recht. Einem Argument würde man sich indes auch in der Konzernspitze beugen: einer guten Rendite. Seit Jahren ist Porsche ein wichtiger Gewinnbringer für den Wolfsburger Konzern. Im vergangenen Jahr machte das Porsche Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Höhe von 3,9 Milliarden Euro mehr als die Hälfte des Volkswagen-Ergebnisses aus. Porsche musste dafür lediglich 238.000 Autos verkaufen. Eine Umsatzrendite von mindestens 15 Prozent hat Porsche Chef Oliver Blume der Führungsmannschaft auch für die Zukunft ins Stammbuch geschrieben, selbst wenn die Vorleistungen für das Elektro-Zeitalter die Budgets strapazieren. Damit das klappt, soll das Elektroauto Mission-E, ein Viersitzer mit einem Einstiegspreis von rund 100.000 Euro, von vornherein in großen Stückzahlen produziert werden. Die Produktionskapazitäten, die in Stuttgart derzeit aufgebaut werden, sind auf einige zigtausend Autos im Jahr ausgelegt. Zum Vergleich: Vom Sportwagen Klassiker 911 wurden zuletzt rund 32.000 Stück im Jahr verkauft, das bestverkaufte Porsche Modell, der Macan, kam auf 96.000 Stück. +++

+++ Kann der Abgasskandal VOLKSWAGEN gar nichts anhaben? Auf den ersten Blick scheint das bei den globalen Absatzzahlen so zu sein. Aber auf den zweiten Blick sieht es in Deutschland und Europa doch nicht so rosig aus. Wer sich die internationalen Zahlen anschaut, möchte meinen, der Abgasskandal könne Volkswagen kaum etwas anhaben: Der Konzern hat im Juli wie auch schon im Vormonat spürbar mehr Autos verkauft. Auf der ganzen Welt lieferte das Unternehmen mit seinen zwölf Fahrzeugmarken 820.900 Fahrzeuge an die Kunden aus, das waren 4,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie Volkswagen am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Nach sieben Monaten konnte Volkswagen das Auslieferungsplus damit auf 1,3 Prozent ausbauen. “Rückenwind für die positive Entwicklung gab es vor allem aus den Regionen Südamerika und Asien-Pazifik”, sagte Konzern Vertriebschef Fred Kappler. Marken Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann sagte, ein großer Anteil der positiven Entwicklung sei Zudem auf den Erfolg der SUV Offensive zurückzuführen. In Deutschland musste Volkswagen dagegen ein deutliches Minus wegstecken. Der Absatz sackte um 14,2 Prozent auf 40.200 Automobile ab. Für Europa meldete der Konzern ebenfalls ein Minus: 124.800 Fahrzeuge weniger wurden verkauft; ein Rückgang von 3,8 Prozent. Der Konzern macht dafür auch den Modellwechsel beim Polo mit verantwortlich. +++

Audi BMW BYD Elektrisch Fiat Porsche Volkswagen

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