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Tagesschau

12 november 201710 Mins Read
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+++ Seit heute kann er sich wieder frei bewegen. Der internationale Haftbefehl gegen Giovanni Pamio, ehemaliger AUDI Techniker und mehrere Monate wegen der Diesel-Affäre des Konzerns in Untersuchungshaft, wurde aufgehoben. Offenbar reichte dem Oberlandesgericht München, an das sich Pamios Anwälte gewandt hatten, die Vorwürfe in den USA nicht aus, um den Italiener länger in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim festzuhalten. Die Amerikaner hatten den internationalen Haftbefehl beantragt, weil sie Pamio für die Abgas-Manipulationen mit verantwortlich machen. Der deutsche Haftbefehl war schon früher aufgehoben worden, nachdem die Staatsanwaltschaft zuvor vergeblich gegen Pamios Freilassung Beschwerde eingelegt hatte. Für Pamio, der seinen Wohnsitz in Karlsruhe hat, hat die Diesel Affäre damit ein wenig an Schrecken verloren. Völlig sorgenfrei dürfte er aber noch nicht sein. Noch ist Diesel Affäre um Abgas Tricks bei Fahrzeugen von Volkswagen, Audi und Porsche nicht aufgeklärt. Insbesondere suchen die Münchner Staatsanwälte weiter nach den persönlich Verantwortlichen. Dabei dürfte ihnen der Italiener zumindest behilflich gewesen sein. In zahlreichen Vernehmungen in Räumen des Bayerischen Landeskriminalamts soll er die Führungsspitze von Audi schwer belastet haben. Seine Anwälte hatten stets betont, dass Pamio nur ein Bauernopfer sei. Derartige strategische Entscheidungen wie Abgas-Manipulationen habe er innerhalb des Unternehmens gar nicht treffen dürfen. Pamios Schilderungen könnten auch zur Inhaftierung des ehemalige Audi Motorenentwickler und Porsche Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz geführt haben. Eine Haftbeschwerde von Hatz scheiterte kürzlich. +++

+++ Nach starken Verkäufen in diesem Jahr blickt der Autobauer DAIMLER optimistisch auf seine Wachstumschancen in China. “Wir sind zuversichtlich, dass wir auf dem Markt wachsen werden”, sagte Daimlers China Chef Hubertus Troska. Man habe sich zuletzt über starke Zuwächse freuen können. So legten die Verkäufe bis Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf mehr als eine halbe Millionen Fahrzeuge zu, womit Daimler noch vor Audi und BMW zum größten Premium Hersteller des Landes aufgestiegen ist. Wichtiger als die Spitzenposition kurzfristig um jeden Preis zu halten, sei für Troska jedoch die “langfristige Entwicklung”. So plane Daimler vor allem im Geschäft mit Elektro-Fahrzeugen in der Volksrepublik anzugreifen. “Wenn es in der Welt ein Land gibt, in dem es sinnvoll ist, elektrisch zu werden, dann ist es China”, sagte Troska. Anders als in Deutschland, wo im Durchschnitt längere Strecken zurückgelegt würden, seien viele Chinesen eher in Großstädten unterwegs. Fahrverbote oder Kennzeichenbeschränkungen für Benziner, aber auch die im September angekündigte Produktionsquote für E-Autos würden den Wandel beschleunigen. Während chinesische Hersteller schon jetzt reine Elektroautos in Angebot haben, müssen sich chinesische Kunden von Daimler aber noch gedulden: Erst 2019 soll mit dem Stadt-Geländewagen EQC das erste voll elektrische Auto der Stuttgarter in China produziert werden. Auch die Herstellung eines elektrischen Kompaktwagens kündigte Troska an. Eine Chance sah Troska in China auch durch das Ende der 1 Kind Politik. Mit den neuen Regeln, wonach Familien nun 2 Kinder bekommen dürfen, werde die Nachfrage nach größeren Autos steigen. Während chinesische Hersteller schon jetzt reine Elektroautos in Angebot haben, müssen sich chinesische Kunden von Daimler aber noch gedulden: Erst 2019 soll mit dem Stadt-Geländewagen EQC das erste voll elektrische Auto der Stuttgarter in China produziert werden. Auch die Herstellung eines elektrischen Kompaktwagens kündigte Troska in Guangzhou an. Eine Chance sah Troska in China auch durch das Ende der Ein-Kind-Politik. Mit den neuen Regeln, wonach Familien nun 2 Kinder bekommen dürfen, werde die Nachfrage nach größeren Autos steigen. Neben Daimler hatte bereits Volkswagen am Vortag angekündigt, seine Elektro-Offensive in China ausweiten zu wollen. In den nächsten sieben Jahren wollen die Wolfsburger 10 Milliarden Euro gemeinsam mit chinesischen Partnern in das Segment stecken. Bis 2025 sollen demnach rund 40 Fahrzeugmodelle mit alternativen Antrieben in China produziert werden. +++

+++ FORD investiert mehr als 750 Millionen Euro in sein Werk im spanischen Valencia. Das Geld fließe vor allem in die Fertigung der nächsten Generation des Mittelklasse SUVs Kuga, teilte Ford in Köln mit. Die Großinvestition unterstreiche das anhaltende Ford Engagement in Spanien, erklärte Ford Europa-Chef Steven Armstrong. SUVs zählen neben schwergewichtigen Pick-Ups zu den Hauptgewinnbringern bei Ford; bisher allerdings vor allem in Nordamerika. In Europa fiel im jüngsten Quartal insgesamt ein zweistelliger Millionenverlust an. Spanien ist Europas drittgrößter Fahrzeugproduzent. Neben der Volkswagen Tochter Seat mit großen Werken in Barcelona und Pamplona baut etwa Opel in Saragossa Volumenmodelle wie den Corsa und den Adam. Renault hatte vergangenes Jahr ein 600 Millionen Euro Investment für das Werk im spanischen Valladolid angekündigt. Dort geht mit dem Captur ebenfalls ein kleinerer SUV vom Band. +++

+++ Nach einem Skandal um Sicherheitschecks beim japanischen Autobauer NISSAN wollen Mitglieder der Chefetage Teile ihres Gehalts zurückgeben. Bei einer Pressekonferenz in Yokohama entschuldigte sich Firmenchef Hiroto Saikawa für den Skandal. Saikawa kündigte die freiwillige Gehaltskürzung bis Ende des Haushaltsjahres im März 2018 an, nannte aber keine Details über die Höhe der Rückgabe oder die Betroffenen. Nissan legte dem zuständigen Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr einen Bericht über die mangelhaften Sicherheitschecks vor. Der zweitgrößte japanische Autobauer und Partner von Renault hatte im Oktober zugegeben, dass Inspektionen in seinen japanischen Fabriken von unqualifiziertem Personal vorgenommen wurden. Daraufhin musste Nissan auf dem Heimatmarkt rund 1,2 Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Mangelhafte Inspektionen gab es bei Nissan wohl schon seit 1979, sagte Saikawa. Der Firmenzentrale sei die Wichtigkeit dieser Inspektionen lange Zeit nicht bewusst gewesen. Saikawa und der Konzernchef von Renault-Nissan, Carlos Ghosn, hatten nach eigenen Angaben keine Informationen über die mangelhaften Sicherheitschecks, hieß es dort weiter. Viele Arbeiter hätten aber gewusst, dass die Praxis gesetzwidrig sei. +++

+++ Großbritannien will ab 2021 SELBSTFAHRENDE Autos auf die Straße schicken. Wie das Finanzministerium mitteilte, will Finanzminister Philip Hammond die neuen Vorgaben zum autonomen Fahren in seiner Rede zum Staatshaushalt vorstellen. Die Regierung will demnach auch Elektro-Autos fördern und 400 Millionen Pfund (448 Millionen Euro) in den Bau von Ladestationen investieren. Auch der Kauf von E-Autos soll bezuschusst werden. Mit Blick auf neue Technologien will Hammond nach Angaben seines Ministerium zudem 75 Millionen Pfund für Unternehmen bereitstellen, die an künstlicher Intelligenz arbeiten. Mit 160 Millionen Pfund soll das ultraschnelle Mobilfunknetz 5G gefördert werden, das auch als Schlüsseltechnologie für automatisiertes Fahren gilt. Hammond hatte sich zuletzt mit mehreren seiner Kabinettskollegen über die Details des EU Austritts gestritten. Hammond gilt als Befürworter eines ‘weicheren’ Brexit, der die Folgen für die britische Wirtschaft abfedern soll. Neben der Wirtschaftspolitik werden aber vor allem seine Pläne für die Sozialausgaben mit Spannung erwartet, nach der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower steht vor allem der Wohnungsbau im Fokus. +++

+++ TESLA will auch das Lastwagen Geschäft aufmischen. Unternehmenschef Elon Musk stellte einen strombetriebenen Sattelschlepper vor. Er soll auch mit voller Ladung von 40 Tonnen eine Reichweite von rund 800 Kilometern erreichen, sagte Musk. Die Produktion werde im Jahr 2019 beginnen. Als Überraschung gab es auch ein weiteres Tesla Modell: Einen neuen Roadster, der 2020 verfügbar sein soll. Der sportliche Wagen werde die schnellste Beschleunigung unter Serienautos haben, versprach Musk. Der Roadster soll von null auf 60 Meilen pro Stunde (96 km/h) in 1,9 Sekunden kommen. Auch bei Autobahn-Tempo soll die Reichweite 1.000 Kilometer erreichen. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Tesla mit mehr als 250 Meilen pro Stunde an (402 km/h). Musk stellte abermals sein Show-Talent unter Beweis: Der rote Roadster schoss bei der Präsentation auf einem Flugplatz im kalifornischen Hawthorne aus dem Anhänger des Tesla Sattelschleppers heraus. Ein Elektro Roadster mit Karosserie des britischen Sportwagenbauers Lotus war einst das erste Tesla Modell. Musk nannte keinen konkreten Preis für den Lastwagen, sondern betonte lediglich, dass Diesel Lkw pro Kilometer 20 Prozent teurer seien. Der Sattelschlepper hat 4 Motoren, und Tesla verspricht, dass er pannenfrei 1 Million Meilen (1,6 Millionen Kilometer) schaffen kann. Auch mit 2 ausgefallenen Motoren können das Fahrzeug immer noch einen Diesel Lastwagen schlagen, versicherte Musk. In 30 Minuten solle die Batterie auf eine Reichweite von gut 640 Kilometern hochgeladen werden können. Unterwegs könne man dafür die gleichen Supercharger Schnelladestationen von Tesla nutzen wie die Autos. Der Lastwagenfahrer soll in der Mitte der Kabine zwischen 2 großen Touchscreen Displays sitzen. Damit spart sich Tesla auch verschiedene Versionen für den Links oder Rechtsverkehr. Der Sattelschlepper bekommt die Funktionen des Assistenzsystems Autopilot und eine besonders robuste Windschutzscheibe. “Sie übersteht eine Atomexplosion, oder Sie bekommen Ihr Geld zurück”, scherzte Musk vollmundig. Der Lastwagen kann ab sofort reserviert werden, dabei müssen 5.000 Dollar hinterlegt werden. Die Vorauszahlung bei der Reservierung eines Roadsters mit einem Grundpreis von 200.000 Dollar liegt deutlich höher bei 50.000 Dollar. Tesla gibt gerade Milliarden für die Produktion seines ersten günstigeren Wagens Model 3. Das Hochfahren der Fertigung gestaltet sich schwieriger als gedacht: So wurden im vergangenen Quartal statt der geplanten 1.500 Fahrzeuge nur 260 produziert. Das Ziel, 5.000 Model 3 pro Woche zu bauen, wurde von Ende des Jahres auf das erste Quartal 2018 verschoben. Tesla liegen über 450.000 Reservierungen für das vor Steuern und Vergünstigungen 35.000 Dollar teure Auto vor, die Vorbesteller werden damit noch lange warten müssen. “Bei Musk muss man ja auch sehen, dass er es sehr geschickt schafft, das nächste Feuerwerk zu zünden, um über die aktuellen Probleme hinwegzutäuschen”, sagte Branchenexperte Axel Schmidt von der Unternehmensberatung Accenture. Er sieht durchaus Anwendungsfälle, in denen elektrische Lastwagen Sinn machen. “Es wird bis zu einem flächendeckenden Einsatz aber wahrscheinlich viel mehr Zeit vergehen als bei Autos”; bei denen die durchschnittliche Fahrentfernung in Deutschland 38 Kilometer betrage. “Was sicherlich nicht funktioniert, auch nicht mittel- und langfristig, ist der Langstrecken Verkehr etwa von München nach Hamburg über Nacht mit einem 40 Tonnen Sattelschlepper. Das bekommt man elektrisch nicht hin, außer man fährt mit eine Leitung wie die Straßenbahn”. Auch Branchengrößen wie Daimler arbeiten bereits an Lastwagen mit Elektro Antrieb. Als einen entscheidenden Punkt sieht Accenture Experte Schmidt die Kosten, die derzeit vor allem vom Preis der Batterien hochgetrieben werden. “Ein Fuhrunternehmer muss Geld verdienen; und bei einer Marge von 1 bis 3 Prozent zählt wirklich jeder Cent. Das muss sich rechnen, sonst macht das niemand”. Zugleich könnte mit politischen Entscheidungen für den Umweltschutz auch der Betrieb von Lastwagen mit Verbrennungsmotor für die Unternehmen in Zukunft deutlich teurer werden. +++

+++ Der VOLKSWAGEN Konzern will mit Milliardeninvestitionen in die E-Mobilität den tiefgreifenden Wandel der ganzen Branche bewältigen. In die Entwicklung von E-Autos, autonomes Fahren und die Digitalisierung sollten vom Jahr 2018 bis zum Jahr 2022 mehr als 34 Milliarden Euro fließen, teilte Volkswagen in Wolfsburg nach Beratungen des Aufsichtsrats mit. Damit würden die Voraussetzungen geschaffen, Volkswagen bis 2025 zur “weltweiten Nummer Eins in der Elektromobilität zu machen”, sagte Konzernchef Matthias Müller. Der Standort Zwickau solle zum E-Mobilitäts Werk werden, die Passat Produktion ab Ende 2018 in Emden konzentriert und die Golf Familie in Wolfsburg gebaut werden. In seinem schon länger bestehenden Fahrplan für den Aufbau der E-Mobilität hat sich Volkswagen zudem vorgenommen, bis 2025 mehr als 80 neue Elektromodelle auf den Markt bringen, darunter rund 50 rein batteriebetriebene Fahrzeuge. Die Zahl soll danach weiter steigen. Spätestens 2030 will der Konzern mindestens jeweils eine Elektroversion seiner insgesamt 300 Fahrzeugmodelle anbieten. Erst war bekannt geworden, dass Volkswagen auch auf Chinas schnell wachsendem Markt für Elektroautos weiter in die Offensive geht. 10 Milliarden Euro sollen in den nächsten 7 Jahren zusammen mit den chinesischen Partnerunternehmen in dem Bereich investiert werden, wie Volkswagen China Chef Jochem Heizmann ankündigte. Rund 40 Fahrzeugmodelle mit alternativen Antrieben sollen demnach bis zum Jahr 2025 in China produziert werden; noch einmal 25 Modelle mehr als bisher vorgesehen. Der Markt für Elektroautos entwickele sich in der Volksrepublik “schneller als in anderen Teilen der Welt”, sagte Heizmann, der auf dem wichtigsten Markt des Autobauers bis zum Jahr 2020 ungefähr 400.000 E-Fahrzeuge jährlich verkaufen will. Bis 2025 soll der Absatz auf 1,5 Millionen steigen. +++

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