Tagesschau

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+++ AUDI muss den Gürtel enger schnallen und hat den Nachfolger des A4 um ein paar Jahre verschoben; stattdessen bekommt der Bestseller in 2019 ein Facelift. Das neue Blechkleid sieht stimmig aus, kann aber nicht verbergen, dass Scheiben, Dach und die Ausschnitte von Türen und Deckeln vom Vorgänger übernommen werden. Komplett neu ist das Cockpit, das sich die Mittelklasse vom A6 mopst. Außerdem setzt Audi vor allem auf Vernetzung. Sowohl für die Limousine als auch den Avant gibt es neu geformte Schürzen. Innerhalb der Lufteinlässe in der ‘S line’ Schürze fallen besonders die neuen U-förmigen Spangen und das Wabengitter auf. Analog zur Front haben die Designer auch die Heckschürze des A4 modernisiert. Die runden Endrohre des A4 sind Geschichte: in Zukunft bekommt der Mittelklasse Audi eckige, in die Breite gezogene Endrohre. Auch die Räder (16 bis 19 Zoll) besitzen neue Designs. Die Ausstattungspakete für den A4 ergänzt Audi um die Exterieuroption ‘S line competition’. Dieses Paket umfasst ein silbernes Blade in der Frontschürze, einen RS Heckspoiler für den Avant und die neue Karosseriefarbe Tornadoblau. Außerdem tragen die hinteren Türen die Audi Ringe als Dekoration (je nach Lackfarbe schwarz oder silber). Dazu gibt es weitere Ausstattungsdetails wie Audi Sport-Räder (19 Zoll), rote Bremssättel, Sportfahrwerk und LED-Scheinwerfer. Im Innenraum wird das bekannte Interieurpaket ‘S line Black’ durch RS Carbon Dekoreinlagen, ein Dreispeichen Multifunktion Lenkrad und schwarze Teilleder Sportsitze ergänzt. Alternativ bietet Audi auch ‘S’ Sportsitze an, unter anderem steht die Farbe Magmarot zur Auswahl. +++

+++ Der Start in die zweite Jahreshälfte hat für BMW nur verhalten begonnen. Die Münchner konnten im Vormonat gerade einmal um 0,7 % zulegen. Insgesamt setzten die Münchner im Juli weltweit 154.500 Fahrzeuge ab, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Mit diesem geringen Wachstum konnte der Hersteller den Verkaufsrückgang des Konkurrenten Mercedes-Benz zum Start ins zweite Halbjahr nicht zum Aufholen nutzen. Der Konzern konnte mit seiner Kernmarke und den Töchtern Mini und Rolls-Royce seine Auslieferungen um 0,2 % auf etwas mehr als 181.000 Fahrzeuge steigern. In China lief es für die Münchner dabei gut, die Verkäufe legten dort um 8 % zu. Seit der X3 nicht nur um US Werk Spartanburg, sondern auch in der Volksrepublik und in Südafrika gebaut wird, könne BMW die Nachfrage besser bedienen, erklärte Vertriebsvorstand Pieter Nota. In Deutschland dagegen brachen die Auslieferungen um 14 %, in Großbritannien um 13 % ein. Für den wichtigen 3er BMW steht bald ein Generationenwechsel an. Erfreulich gestalteten sich für die Münchner die Auslieferungen seiner elektrifizierten Fahrzeuge.  So wurden in den ersten 7 Monaten insgesamt 71.310 Fahrzeuge von BMW i und iPerformance und dem Mini Electric abgesetzt; ein Plus von 40,6 %. Im Juli stiegen der Absatz dieser Fahrzeuge um fast 31 % auf 10.649 Fahrzeuge. Dadurch, dass BMW nun den 5er Plug-in-Hybrid auch lokal in China produziert, konnte der Absatz elektrifizierter Fahrzeuge seit Jahresbeginn versechsfacht werden. Im Gegensatz zu den Münchnern hatte Mercedes-Benz im Juli noch mit der Umstellung einiger Modelle auf den neuen WLTP Verbrauchstest Standard sowie Problemen in den USA zu kämpfen. Die Verkäufe der Stuttgarter rutschten um 8 % ab, lagen aber mit 167.518 Autos absolut gesehen immer noch über denen von BMW. Audi hatte mit Blick auf bevorstehende Lieferengpässe durch Modellwechsel und WLTP im Juli seine Verkäufe hochgefahren, der Absatz der Ingolstädter stieg um 7 % auf 165.400 Autos. BMW Chef Harald Krüger will seine Marke 2020 wieder auf Platz eins sehen. +++

+++ Der US – CHINA Handelsstreit scheint sich immer mehr auch auf den chinesischen Automarkt auszuwirken. Die Verkäufe von Passagierwagen gingen im Juli im Vorjahresvergleich um 5,4 % auf 1,6 Millionen Fahrzeuge zurück. Die Zahlen gab der Branchenverband China Passenger Car Association (PCA) in Peking bekannt. Zu den Pkw zählt der Verband auch SUVs und MPVs. Bei den auch in China beliebten SUVs gab es im Juli einen Rückgang von 6,9 % auf 639.725 Autos. China hatte in Reaktion auf erhöhte US Einfuhrzölle die Importabgaben für Autos aus US Produktion von 25 auf 40 % erhöht. Daimlers Automobilsparte Mercedes-Benz und BMW fertigen in den USA SUVs auch für den chinesischen Markt. Daimler verwies bei der Gewinnwarnung im Juni auch auf die erhöhten US Zölle, BMW musste für einige Modelle die Preise in China anheben und rechnet laut Finanzchef Nicolas Peter mit Belastungen von voraussichtlich weniger als 300 Millionen Euro bis Jahresende. Der chinesische Automarkt ist der mit Abstand größte der Welt und auch für die deutschen Hersteller der wichtigste Einzelmarkt. Für aus der EU importierte Autos gilt seit Anfang Juli ein reduzierter Zollsatz von 15 %. Hersteller mussten aber bereits vorher Nachlässe gewähren, weil die Autokäufer im Land die anstehende Zollsenkung in ihren Preisverhandlungen nutzten. +++

+++ Belastet von Absatzeinbrüchen in den USA und Europa hat Mercedes-Benz Cars im Juli deutlich weniger Autos verkauft. Der Absatz fiel um 6,8 Prozent auf 178.922 Einheiten, wie der DAIMLER Konzern mitteilte. Seit Jahresbeginn betrug der Absatz damit 1,433 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von 1,9 %. Die Stammmarke Mercedes alleine brachte es im Berichtsmonat auf 167.518 Einheiten, ein Rückgang um 7,9 %. Seit Januar wurden 1,356 Millionen Wagen ausgeliefert (plus 2,3 %). Beim Kleinwagen Smart erhöhte sich der Monatsabsatz um 11,1 % auf 11.404 Fahrzeuge. Seit Jahresbeginn waren es 3,8 % weniger. Im wichtigen chinesischen Markt verkaufte das Unternehmen im Berichtsmonat 52.616 Mercedes-Benz. Das waren 8,3 % mehr als im Vorjahresmonat. In den Monaten Januar bis Juli ergab sich ein Zuwachs von 15,1 %. In Europa und den USA verzeichnete das Unternehmen dagegen einen rasanten Absatzrückgang: Im Heimatmarkt gingen 22.272 Autos mit dem Stern an die Kunden, ein Minus von 16,5 %, für Europa berichtete Daimler über ein Minus von knapp 14 %. In den USA gaben die Verkäufe sogar um 22,7 % nach. Wegen mehrerer Faktoren habe es im Juli im Konzern Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Fahrzeugen gegeben, so Daimler. +++

+++ Der chinesische Automobilhersteller GREAT WALL wird mit dem iQ5 unter der Marke Ora Electric Vehicle noch in diesem Monat sein erstes Elektrofahrzeug auf den Markt bringen. Das erste Wasserstoffauto ist für 2022 geplant. Nach aktuellem Stand will Great Wall bis 2020 drei elektrische Ora Modelle einführen. Die iQ Serie ist dabei als Stadtfahrzeug positioniert, während die R1 und R2 Mini Elektrofahrzeuge sind, die für den täglichen Pendlerverkehr gedacht sind. Zudem will Great Wall auch weiterhin an anderen alternativen Antriebstechnologien entwickeln und bis 2022 ein erstes Fahrzeug mit Brennstoffzelle vorstellen. Great Wall Motor drängt derzeit darauf, das Tempo seiner Produkteinführungen zu beschleunigen, um auf dem Heimatmarkt die Lücke zu führenden Autoherstellern wie Geely und der GAC Group zu schließen. Nach der Elektrifizierung der WEY Fahrzeugpalette steht die Marken-Einführung von Ora an. Darüber hinaus hat das Unternehmen mit BMW ein Joint Venture geschlossen, um mit ihnen alle elektrischen Modelle in China zu bauen. Auch wenn erste Brennstoffzellenfahrzeuge geplant sind, wird sich Great Wall wie alle anderen Hersteller in den kommenden Jahren auf Plug-in-Hybride und batteriebetriebene Fahrzeuge konzentrieren. +++

+++ Sie sind in der Realität leider sehr häufig, werden aber bei den üblichen Crashtests nicht berücksichtigt: Kollisionen mit schrägem Aufprall und geringer Überdeckung der Fahrzeuge. Deshalb hat der ADAC jetzt 3 KLEINWAGEN Modelle auf diese Weise gecrasht. Mit gemischten Ergebnissen. Als Kandidaten mussten ein Skoda Citigo, ein Renault Twingo und ein Toyota Aygo dran glauben. Simuliert wurde ein Unfall zweier Fahrzeuge mit jeweils etwa 40 km/h. Im Fokus stand dabei die Insassensicherheit. Das Ergebnis: Der Skoda schneidet insgesamt gut ab, für Renault und Toyota gab es jeweils die Note “befriedigend mit reichlich Verbesserungspotenzial bei der Airbag und Gurtauslegung”, so der Automobilclub. Denn während die Rückhaltung durch Airbag und Gurtstraffer beim Skoda noch gut funktionierte, rutschte der Kopf des Fahrer-Dummys bei Twingo und Aygo vom Airbag ab und glitt beim kleinen Toyota nur knapp an der Türbrüstung vorbei. “Auch der Brustbereich der Fahrer ist in allen 3 Pkw nicht ausreichend geschützt, im Toyota drohen sogar schwere Verletzungen”, heißt es beim ADAC. Auch die Fahrgastzelle bleibe bei keinem der 3 Pkw unbeschädigt, mit deutlichen Vorteilen beim Skoda. Bei Renault und Toyota zeigten sich trotz des vergleichsweise niedrigen Tempos beim Unfall zum Teil deutliche Deformationen an A-Säule und Türschwelle. “Die getesteten Fahrzeuge zeigen, dass moderne Stadtfahrzeuge den Belastungen im Crashtest standhalten können, allerdings müssen die Hersteller bei der Front- und Seitenabsicherung noch nachbessern”, so Reinhard Kolke, Chef des ADAC Technikzentrums. Angepasste Airbagsysteme und bessere Sicherheitsgurt-Rückhaltesysteme als serienmäßige Ausstattung könnten dabei helfen. +++

+++ MERCEDES hat für die nächsten Jahre einiges geplant. Im Herbst 2018 konzentriert sich Daimler anscheinend auf den Mercedes GLC F-Cell, den GLC mit langem Radstand (wahrscheinlich nur für den chinesischen Markt) und aufs viertürige AMG Coupé. Ebenfalls noch dieses Jahr kommen das Hypercar Project One, das Facelift des C 63 und der neue Sprinter. 2019 soll eine neue B-Klasse auf die Straßen gelassen werden. Von ihr wird es auch eine GLB genannte SUV geben. Aber die Liste geht noch weiter. Zu den wichtigen Zukunftsthemen gehören neben der Elektrifizierung auch das autonome Fahren und die sinnvolle Einbindung von zusätzlichen Online-Inhalten im Auto. Wie sich Mercedes das vorstellt und welche möglichen Innovationen wir in den kommenden Serienmodellen erwarten können, das zeigt der Forschungsträger F 015. Daneben schreitet der Designwandel weiter voran. Für mehr Dynamik im Design macht Mercedes bei einigen Modellen sogar Abstriche bei der Funktionalität. A-Klasse und C-Klasse sind hier die Vorreiter, an denen sich in Zukunft weitere Neuheiten orientieren werden. +++

+++ Tesla Chef Elon MUSK hat nach eigenen Angaben Berater für einen möglichen Börsenrückzug des Elektroautopioniers um sich versammelt. “Ich bin aufgeregt, mit Silver Lake und Goldman Sachs als finanziellen Beratern zusammenzuarbeiten”, teilte der Firmenchef mit. Neben dem Finanzinvestor und der US Investmentbank habe er auch Rechtsberater gefunden. Unklar blieb aber zunächst, in welchem Rahmen Musk mit seinen Beratern zusammenarbeitet. Von Seiten des Unternehmens hieß es, es handle sich um Berater von Musk persönlich, nicht von Tesla. Der Tesla-Chef liefert mit den Aussagen scheibchenweise weitere Details zu dem Plan, Tesla von der Börse zu nehmen. Musk hat durchblicken lassen der Staatsfonds Saudi-Arabiens und andere Investoren seien an der Finanzierung eines solchen milliardenschweren Deals interessiert. Musk hatte für Aufsehen am Aktienmarkt gesorgt, indem er vage Überlegungen publik machte, Tesla bei einem Aktienkurs von 420 Dollar vom Aktienmarkt zu nehmen. Für Argwohn sorgte seine Aussage, die Finanzierung eines solchen Deals sei bereits gesichert. US-Medien berichteten später, dass die Börsenaufsicht SEC den Wahrheitsgehalt von Musks Tweet prüfe und einige Investoren bereits Klagen wegen möglicher Marktmanipulation gestartet hätten. Tesla zu einem Unternehmen in Privatbesitz zu machen, wäre gemessen am Aktienkapital, das theoretisch zurückgekauft werden müsste, ein finanzieller Kraftakt. Bei Musks Kursziel würde sich der Börsenwert auf mehr als 70 Milliarden Dollar belaufen. Der Tesla Chef schrieb, er gehe davon aus, dass rund zwei Drittel der Aktionäre bei einem Börsenabgang investiert blieben. +++

+++ Vor allem durch eine deutliche Effizienzsteigerung bei Produktentwicklung und in der Fahrzeugfertigung will PORSCHE ab 2019 bis 2022 zwei Milliarden einsparen: pro Jahr im Durchschnitt. Das kündigte Chef Oliver Blume in einem Interview an. Der SUV und Sportwagenbauer Porsche will in den kommenden Jahren Milliarden sparen. “Wir planen die Umsetzung eines Programms, das in den kommenden 3 Jahren mehrere Milliarden Euro zum Ergebnis beiträgt”, sagte Porsche Chef Oliver Blume. Das Programm soll vom kommenden Jahr an bis 2022 im Schnitt 2 Milliarden Euro pro Jahr zum Ergebnis beitragen, wie mit den Vorgängen vertraute Personen den Blättern sagten. Ein Großteil der insgesamt 6 Milliarden Euro soll demnach durch eine Steigerung der Effizienz etwa in der Produktentwicklung und der Fertigung sowie durch eine Senkung der Materialkosten gespart werden. Außerdem wolle Porsche neue digitale Geschäftsmodelle erschließen. Grund seien die hohen Aufwendungen für die E-Mobilität, die mit geringeren Erträgen einhergehen. Eine Senkung der Personalkosten ist nicht vorgesehen. Im ersten Halbjahr setzte die Porsche AG rund 12,3 Milliarden Euro um: ein Plus von 4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis stieg nur leicht um 1 % auf rund 2,2 Milliarden Euro. Porsche steckt derzeit Milliarden vor allem in die Elektromobilität, profitierte nach eigenen Angaben zuletzt aber vor allem von positiven Mixeffekten im Pkw Geschäft. Das heißt, der Autobauer hat im Verhältnis mehr von den sehr teuren Fahrzeugen wie 911 oder Panamera verkauft. Für beide Modelle hatte Porsche beim Absatz zuletzt zweistellige Wachstumsraten verzeichnet. +++

+++ Audi Vorstandschef Rupert STADLER bleibt weiter in Untersuchungshaft. Das Landgericht München habe Stadlers Beschwerde gegen den Haftbefehl verworfen und es auch abgelehnt, den Haftbefehl außer Vollzug zu setzen, teilte eine Justizsprecherin mit. Er sei weiterhin dringend verdächtig, den Verkauf von Autos mit manipulierten Dieselmotoren zugelassen zu haben, obwohl er von den Manipulationen gewusst oder bewusst die Augen davor verschlossen habe. Der Haftgrund der Verdunklungsgefahr bestehe fort. Stadler war vor 8 Wochen in Ingolstadt festgenommen worden und sitzt seither in Augsburg in Untersuchungshaft. Die Aufsichtsräte von VW und Audi hatten ihn Mitte Juni von seinen Aufgaben als Volkswagen Vorstand und Audi Chef entbunden, “bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat”. Seither leitet Audi Vertriebsvorstand Bram Schot das Unternehmen als kommissarischer Vorstandschef. Stadler soll nach Aufdeckung der Abgasbetrügereien 2015 in Europa weiter Autos mit illegaler Software verkauft haben. Bei einem abgehörten Telefonat soll er erwogen haben, einen Zeugen zu beeinflussen. Ende Juni kam der frühere Chef der Motoren Entwicklung von Audi, Wolfgang Hatz, gegen Zahlung von 3 Millionen Euro Kaution nach 9 Monaten aus der U-Haft frei. Er hatte zuvor ebenfalls mehrfach erfolglos Beschwerde gegen seine Inhaftierung eingelegt und war bis vor das Bundesverfassungsgericht gezogen. +++

+++ TESLA plant offenbar den Bau eines Werkes in Deutschland. Doch welcher Ort bekommt den Zuschlag? Eine Forschungsarbeit über eine Standortsuche von BMW verrät, nach welchen Kriterien wohl auch Tesla entscheiden wird. Es war ein einziger Satz, der in einigen Landesregierungen in Deutschland und ihren Wirtschaftsförderungsgesellschaften hektische Betriebsamkeit auslöste: “Germany is a leading choice for Europe. Perhaps on the German-French border makes sense, near the Benelux countries (Deutschland wäre eine sehr gute Wahl für Europa. Vielleicht wäre ein Standort an der deutsch-französischen Grenze sinnvoll, nahe der Benelux-Staaten)”, twitterte Tesla Chef Elon Musk am 19. Juni über die Suche nach dem besten Standort für ein europäisches Tesla Werk. Seither buhlen vor allem die Bundesländer Saarland, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern um die Gunst des Tesla-Bosses. Doch warum eigentlich an der deutsch-französischen Grenze? Warum die Nähe zu Benelux? Vielleicht weil Tesla ein Montagewerk (in dem halbfertige Autos endmontiert werden) in den Niederlanden hat. Geht es Musk um die Nähe zu Kunden, um Infrastruktur, um die Verfügbarkeit von Zulieferern, um günstige Arbeitskräfte oder hohe Subventionen der lokalen und überregionalen Stellen? Bekannt ist über die genaue Strategie von Tesla praktisch nichts, die Kalifornier hüllen sich in Schweigen. Bekannt ist allerdings, wie bei dem letzten großen Autowerk, das in Deutschland errichtet wurde, die Entscheidung fiel: Vor 13 Jahren eröffnete BMW sein Werk in Leipzig, nach einem professionellen Auswahlverfahren, das sich über etliche Monate hinzog. Wie das Auswahlverfahren ablief, hat eine Forschungsarbeit an der Universität Dortmund minutiös nachgezeichnet. Manager von BMW und Wirtschaftsförderer kommen in der Arbeit in seltener Offenheit zu Wort. Anders als sonst üblich verließ sich BMW bei der Standortsuche nicht auf externe Berater, sondern schrieb das neue Werk per Pressemitteilung aus. “Die vorhandenen Kapazitäten innerhalb des BMW Werkverbundes reichen für das Produktionsvolumen einer neuen Modellreihe nicht aus”, hieß es im Juli 2000, “BMW beabsichtigt daher, ein komplett neues Werk zu errichten”. Innerhalb weniger Wochen meldeten sich damals 250 Standorte aus ganz Europa in der Münchner Firmenzentrale. Aus denen wurden zunächst 13 geeignete Standorte herausgefiltert, für die konkrete Machbarkeitsstudien erstellt wurden. Am Ende fiel die Wahl auf Leipzig. Auf dem Weg dorthin mussten die Standorte zunächst sogenannte Basisanforderungen erfüllen, die sich wie eine Blaupause für den Fall Tesla lesen. 11 Punkte umfasst der Katalog, darunter: “Grundstücksgröße: 200 bis 250 Hektar, vorzugsweise in Form eines gedrungenen Rechtecks”. Zudem sollte das Grundstück eben und waagerecht sein, über einen Gleisanschluss und eine Autobahn in höchstens fünf Kilometern Entfernung verfügen, zum nächsten Flughafen dürfe es höchstens eine Stunde dauern. Zudem solle es ausreichend viele “qualifizierte oder qualifizierbare” Arbeitskräfte in der Region geben. Besonders kompliziert: Das Grundstück selbst müsse von einem einzigen Verkäufer stammen. Was hier steht, so bestätigen es Wirtschaftsförderer, ist ein typischer Katalog für Großansiedlungen. Besonders interessant sind darüber hinaus konkrete Wünsche, die BMW im darauffolgenden Schritt gegenüber den Standorten der engeren Auswahl äußerte. So berichteten Wirtschaftsförderer damals, BMW habe von Anfang an klargemacht, das Werk auf jeden Fall “auf der grünen Wiese” errichten zu wollen. Industriestandorte schieden damit schnell aus. Diese Bedingung ist typisch für die Autoindustrie. Eher speziell klingt hingegen ein weiterer Wunsch, den BMW äußerte: Es dürfe sich kein Produktionsstandort eines weiteren Automobilherstellers im Umkreis von 50 Kilometern befinden. Das Unternehmen wollte damit vor allem sicherstellen, beim Zugriff auf den lokalen Arbeitsmarkt möglichst wenig Konkurrenz zu bekommen. Entscheidend aber, und das dürfte am Ende auch im Falle von Tesla gelten, waren im Fall von BMW wohl die zu erwartenden Fördermittel für den Fabrikbau. Nachdem sich das Unternehmen aufgrund von Problemen beim Produktionsstart im US Werk Spartanburg ein paar Jahre zuvor darauf entschieden hatte, das Werk in Deutschland zu bauen, hatte sich der Bewerberkreis endgültig eingeengt. Nur am Standort Leipzig aber ergab sich die Möglichkeit, in den Genuss von EU Beihilfen zu kommen. Und das sollte sich lohnen. Zunächst kalkulierte BMW mit 280 Millionen Euro, am Ende genehmigte die EU sogar 363 Millionen Euro, bei Baukosten von 1,2 Milliarden Euro. Weitere 16 Millionen steuerte die Stadt Leipzig beim Kauf und der Aufbereitung des Grundstücks hinzu. Die Investitionsentscheidung im Fall BMW lässt sich noch in einer weiteren Hinsicht auf den Fall Tesla anwenden. Denn zwei der nun in der Diskussion befindlichen Standorte wurden auch damals untersucht. Das Flughafengelände im bayerischen Hof wurde wohl aufgrund der Altlasten im Boden relativ früh ausgeschlossen, die Fläche im rheinischen Euskirchen hingegen schaffte es immerhin unter die letzten 13. Aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland war hingegen kein Standort in der Auswahl. Elon Musks Tweet stützt die Vermutung, dass Subventionen eine große Rolle für seine Entscheidung spielen. Seine Twitter-Botschaft dürfte vor allem den Zweck gehabt haben, die willigen Bundesländer auf Trab zu bringen und das Wettrüsten bei den angebotenen Subventionen anzuheizen. Diese Rechnung scheint schon aufgegangen zu sein. +++

+++ Bei jedem Hersteller gibt es Modelle die Masse machen und andere die nur in kleinen Stückzahlen an den Mann gebracht werden können. Ich zeige Ihnen die Verkaufsstars und ZULASSUNG Zwerge der wichtigsten Hersteller für den Juli 2018. Einen Führungswechsel verzeichnet Dacia in seinem Portfolio. War im Vormonat der Duster noch der Bestseller, so übernimmt im Juli der Sandero, wenn auch nur knapp, diese Position. Auch bei DS konnte sich ein neues Modell an die hausinterne Hitliste setzen. Der 3 rutschte hinter den 7 Crossback. Im Hause Fiat ist der absolute Bestseller der Transporter Ducato. Da der als Nutzfahrzeug aber nicht in unserem Ranking mitspielen darf, fällt die Krone doch wieder an den 500. Bei Honda geht es gewohnt eng zu. Vorne bleibt der Civic, dicht gefolgt vom HR-V. Tucson heißt der neue, klare Bestseller bei Hyundai. Der i10, i20 und i30 bleiben deutlich auf Distanz zum SUV. Auf die Nummer 3 hört der Bestseller bei Mazda, der den CX-5 als Bestseller ablöst. Führungswechsel auch bei Opel, wo der Astra den Corsa knapp vom Spitzenplatz der internen Rangliste verdrängen kann. Und auch bei Renault gab es eine Wechsel an der Spitze der Bestsellerliste. Im Juli konnte sich erneut der Clio vor den Captur schieben. Ein Coup, der auch dem Auris bei Toyota gelungen ist. Hier hat der Kleinwagen Yaris im Juli das Nachsehen. Und selbst bei Land Rover hat sich im Juli was getan. Hier löst der Range Rover Sport den Evoque als Bestseller ab. Absolut unerschütterlich im Sattel sitzt der Golf bei Volkswagen. Sicherer Spitzenreiter im Hause Volvo war, ist und bleibt vermutlich auch der XC60. Bei Skoda ist derzeit kein hauseigener Gegner für den weiter erfolgreichen Octavia auszumachen und bei Seat reicht kein Schwestermodell an den Leon heran. Auch der 911 bei Porsche scheint seine Spitzenposition wieder langfristig gesichert zu haben. Die SUV-Modelle bleiben bei den Neuzulassungen deutlich hinter dem Sportwagen zurück. Ebenfalls unerschütterlich auf dem obersten Treppchenplatz steht bei Mercedes die C-Klasse , bei Audi der A4 und bei BMW, wenn auch nur knapp, der 2er. +++

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