Tagesschau

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+++ ASTON MARTIN soll über das Team R-Motorsport an der DTM teilnehmen. Sofern die Entwicklung des Rennfahrzeugs auf Basis des Modells Aston Martin Vantage planmäßig voranschreitet, sind erste Renneinsätze bereits in der kommenden Saison geplant, heißt es seitens DTM. Das Team R-Motorsport ist Teil der AF Racing mit Sitz in Niederwill bei St. Gallen, einem Motorsport Unternehmen mit Beziehungen zu Aston Martin Lagonda. Bislang setzte R-Motorsport Aston-Martin-Rennfahrzeuge vornehmlich im GT-Rennsport ein. Das Unternehmen AF Racing wird das von Aston Martin lizenzierte und unterstützte DTM Projekt führen und hat jüngst mit der HWA ein Joint Venture mit Sitz in Deutschland gegründet. Dieses Unternehmen wird für Entwicklung, Aufbau und Einsatz der Aston Martin DTM Fahrzeuge zuständig sein. Die Zahl der Aston Martin Fahrzeuge sowie die Fahrer sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. +++

+++ Der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China wird teuer für BMW . “Die Einfuhrzölle auf amerikanische Produkte nach China sind für uns kritisch, weil wir viele X Modelle aus den Vereinigten Staaten nach China exportieren. Nach unseren Berechnungen kostet uns das 2018 einen Betrag von etwas unter €300 Millionen”, sagte Finanzchef Nicolas Peter. Und er fügte mit Blick auf das kommende Jahr hinzu: “Wenn die Zölle 2019 bestehen bleiben, könnte das einen Gesamtjahreseffekt von €500 Millionen bedeuten”. BMW baut in Amerika die Geländewagen der X Reihe, von denen 2017 mehr als 70 % exportiert wurden. Wichtigstes Ziel war China. Vom BMW Standort Spartanburg im Bundesstaat South Carolina aus, wo das größte BMW Werk der Welt steht, lieferte der Konzern im vergangenen Jahr ungefähr 100.000 Fahrzeuge auf den größten Automarkt der Welt. Weil besonders der X3 unter Chinesen beliebt ist, baut BMW das Geländewagenmodell inzwischen auch vor Ort. Die Münchner produzieren in China gemeinsam mit ihrem einheimischen Partner Brilliance, künftig übernehmen sie mit einem auf 75 Prozent aufgestockten Anteil am Gemeinschaftsunternehmen die Führungsrolle. Der elektrische iX3 soll künftig auch aus China exportiert werden. Der Handelskonflikt hinterließ zuletzt auch Spuren auf dem Automarkt der Volksrepublik. Im September ging der Absatz den dritten Monat in Folge zurück und fiel um 11,6 % auf knapp 2,4 Millionen Fahrzeuge. In den ersten 9 Monaten zusammengerechnet stiegen die Verkaufszahlen im größten Pkw Markt hingegen noch um 1,5 % auf 20,5 Millionen Autos. BMW verbuchte zuletzt in China weitere Zuwächse. Weltweit ging der Absatz des Konzerns im September jedoch um 0,8 % zurück auf 237.781 Fahrzeuge. Als Grund nannten die Münchner “eine intensive Wettbewerbssituation in Europa”. Die Umstellung auf strengere Abgasprüfregeln nach dem WLTP Standard hatte in den vergangenen Monaten die Preiskämpfe in der ohnehin wettbewerbsintensiven Industrie befeuert. Bei den Konkurrenten Audi und Mercedes fielen die Absatzzahlen im September deutlich. Der Mehr-Marken Konzern VW verkaufte im vergangenen Monat auf der ganzen Welt 827.700 Fahrzeuge; das sind 18,1 % weniger als vor Jahresfrist. In Westeuropa lief ein Minus von 41,5 % auf. “Wie erwartet konnten wir durch die WLTP Umstellung im September deutlich weniger Fahrzeuge ausliefern”, sagte Konzern Vertriebschef Christian Dahlheim. “Auch im Oktober werden wir in Europa noch Auswirkungen sehen, für November und Dezember rechnen wir in dieser Region wieder mit stärkeren Monaten”. Die Marke BMW setzte im September etwas mehr ab (plus 0,8 %). Die Münchner hatten anders als viele Rivalen frühzeitig auf WLTP umgestellt, konnten sich aber den Turbulenzen in der Autobranche nicht entziehen. Finanzvorstand Peter bekräftigte, sein Haus werde die Preisschlacht nicht mitmachen. “Wir beteiligen uns nicht daran”. BMW hatte wegen der Rabattschlachten kürzlich die Gewinnprognose für 2018 nach unten geschraubt. Zudem wird die Fertigung in Europa gedrosselt. “Wir reduzieren die Produktion im unteren fünfstelligen Bereich, nehmen also Volumen heraus”, sagte Peter. +++

+++ Das Elektroauto Startup BYTON wird Tianjin Huali, eine schwächelnde Einheit der FAW Group, kaufen, um sich deren Produktionslizenz zu sichern. Byton muss nach der Vertragsunterzeichnung mit Tianjin FAW Xiali in den kommenden Wochen überfällige Gehälter für Tianjin Huali in Höhe von CNY 54,6 Millionen ($8 Millionen) zahlen und Tianjin Hualis Schulden in Höhe von CNY 800 Millionen begleichen. Danach könnte Byton durch die erworbene Lizenz mit der Produktion von Elektroautos für China starten. Die chinesische Regierung begann 2016 die wuchernde EV-Industrie zu bekämpfen, indem sie erklärte, dass sie die Zahl der Akteure in diesem Segment begrenzen wolle. Durch die reglementierte Vergabe von Lizenzen sollen übermäßige Produktionskapazitäten verhindert werden. Die FAW Group und Byton sind kürzlich eine Partnerschaft eingegangen, um gemeinsam Hybriden und Elektroautos zu entwickeln. +++

+++ DAIMLER gibt einen Ausblick in seine nahe Modellzukunft: Ohne zumindest teilweisen Elektroantrieb wird es unter dem Stuttgarter Stern schon bald überhaupt nicht mehr gehen. Elektromobilität ist vor allem eines: Ein sehr dickes Brett, was noch zu bohren ist. 98,3 % aller Kunden in Europa, so sagt es Daimler Chef Dieter Zetsche, haben im zweiten Quartal 2018 alles Mögliche gekauft, nur kein Elektroauto. Dennoch treibt Daimler seine Elektro Strategie nun massiv voran und überrascht sogar mit einem Auto, an dessen Verwirklichung kaum noch jemand geglaubt hatte. GLC F-Cell Hybrid heißt der Wagen, und elektrischer könnte er kaum sein. Denn eine Brennstoffzelle produziert an Bord aus getanktem Wasserstoff und dem Sauerstoff der Luft elektrische Energie. Zusätzlich ist im Auto dasselbe Akkupaket untergebracht, mit dem Daimler auch seine anderen Plug-in Hybridmodelle ausstattet. Wegen dieser 2 Energiequellen trägt auch dieses Modell nun den Beinamen Hybrid: man benötige die aufladbaren Akkus, um dem Auto das Beschleunigungsverhalten vom Start weg zu geben, das der Kunde heute erwarte, heißt es. Auf jeden Fall erfüllt der Wagen selbst die allerschärfsten künftig denkbaren Klimaschutzregeln, denn sein CO2-Ausstoß beträgt null Gramm pro Kilometer, ganz wie bei einem klassischen Elektroauto, das sich ausschließlich auf Batterien verlässt. Das Endprodukt einer Brennstoffzelle ist nämlich nichts als Wasserdampf. “Wir brauchen alternative Antriebsformen”, sagt Daimler Ingenieur Jochen Strenkert, der im Konzern genau dafür zuständig ist. “Die CO2 Ziele werden immer anspruchsvoller, und mit herkömmlichen Antrieben lassen sie sich nicht mehr erfüllen”. Das Problem am Brennstoffzellenauto ist jedoch nach wie vor der Brennstoff: Wasserstoff ist zwar das am häufigsten vorkommende Element überhaupt, jedoch liegt er immer nur gebunden vor, etwa in Wasser. Wasserstoff aus Wasser und aus anderen Verbindungen herauszulösen erfordert einen hohen Energieeinsatz, außerdem muss flüssiger Wasserstoff bei extrem tiefen Temperaturen gelagert werden, im gasförmigen Zustand ist er flüchtig und hochexplosiv. Und natürlich stellt sich ein enormes Henne-Ei-Problem: Weil es kaum Brennstoffzellenautos gibt (bislang bieten nur Hyundai und Toyota je ein Modell an), gibt es auch nur wenige Wasserstofftankstellen, es sind exakt 51 in Deutschland. Weil es so wenige Tankstellen gibt, ist die Vorstellung, ein Brennstoffzellenauto zu fahren, nicht sehr attraktiv. Daimler geht trotzdem den Schritt mit dem GLC F-Cell Hybrid, verkauft das Auto seinen Kunden aber nicht, sondern vermietet es über 4 Jahre für €800 plus Mehrwertsteuer pro Monat. Wer nicht in den Großstädten Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Düsseldorf oder Stuttgart wohnt, kommt aber nicht zum Zug, der wenigen Tankstellen wegen. Am Ende wird die Stückzahl des GLC F-Cell Hybrid maximal 4-stellig sein, und man kann sich auch vorstellen, dass unter diesen Voraussetzungen die exakt €799 pro Monat nicht die Kosten des Herstellers decken, zumal auch noch Wartung und Reparaturarbeiten in der Rate enthalten sind. Dennoch träumt Daimler den Traum von der Wasserstoff Wirtschaft weiter, denn mit Wasserdampf als ‘Abgas’ wären wirklich viele Probleme gelöst. Immerhin: Die aktuelle Brennstoffzelle ist schon viel kleiner als die des früheren Versuchsmodells auf Basis der B-Klasse. Außerdem haben die Ingenieure es geschafft, die Menge des benötigten Platins um 90 % zu verringern, und das Fahrgefühl des 211 PS starken Elektromotors mit seinen 365 Newtonmetern Drehmoment ist angenehm, wenn auch nicht überbordend temperamentvoll. Die Reichweite beträgt nach Norm 478 Kilometer, wovon 51 Kilometer auf die Plug-in-Akkus entfallen, und man muss so etwa mit einem Realverbrauch von einem Kilogramm Wasserstoff (ca. 10 Euro) auf 100 Kilometer rechnen; die Tankfüllung kostet dann knapp 45 Euro, der Tankvorgang dauert etwas unter 3 Minuten. Das wäre der ganz große Fortschritt, der vielleicht erst erreicht wird, wenn das erste Ziel abgehakt werden kann. “Bis 2025 wollen wir 15 bis 25 % der verkauften Pkw rein elektrisch antreiben”, sagt Jochen Strenkert. Die große Bandbreite von 15 bis 25 % rührt daher, dass das Ganze nicht nur abhängig ist von der Kundenakzeptanz und den Preisen, sondern auch vom Ausbau der Lade-Infrastruktur. Beim Probefahr-Termin für die Presse hatte Daimler extra 10 Ladesäulen auf einem einzigen Parkplatz aufgestellt; das ist ein Service, den heutige Elektroautofahrer oft vermissen. Die paar Alibisäulen am Flughafen (vor denen dann gern mal ein Diesel steht) oder in der Tiefgarage des Arbeitgebers motivieren jedenfalls noch keinen, aufs Elektroauto umzusteigen. Daher bringt Mercedes nicht nur im Mai 2019 den EQ C als erstes Elektro SUV auf den Markt, sondern baut Batterien in praktisch jedes Auto ein. So werden die Pkw zum Beispiel zu sogenannten Mild Hybriden, die nicht elektrisch fahren können, aber durch einen sogenannten integrierten Startergenerator beim Beschleunigen elektrische Energie hinzufügen und beim Abbremsen einen Teil der verloren gehenden Bewegungsenergie in Akkus zwischenspeichern. Das wird nach und nach die Basis aller Mercedes-Motoren sein. Gleichzeitig wird die Plug-in Hybridflotte ausgebaut, und das interessanteste Fahrzeug ist hier zweifellos der C 300 de, ein Plug-in-Hybrid mit Dieselmotor. Elektro und Diesel sind auch schon bei Volvo und Peugeot/Citroën zusammengeführt worden, große Erfolge wurden damit bislang aber nicht erzielt. Daimler setzt nun auf eine leichte Anhebung der Elektroreichweite (57 Kilometer) und vor allem auf einen optimierten Komfort beim Zuschalten des Dieselmotors. In der Tat setzt der 194 PS starke Diesel eher leise ein und schüttelt dabei auch nicht das ganze Auto durch, obwohl er nur 4 Zylinder hat und nicht 6. Dennoch ist man anfangs überrascht über die enorme Kraft, die nun zur Verfügung steht. Der 122 PS starke Elektromotor kann das Auto bis etwa 130 km/h allein antreiben, in der Stadt ruht der Diesel eigentlich immer. Es sei denn, man tritt kräftiger aufs Gas: dann werden aus den rund 300 Nm, die der E-Motor zur Verfügung stellt, bis zu 700 Nm. Je nach Gaspedalstellung spürt man das dann schon deutlich. Für Chauffeure (den Antrieb wird es auch in der E-Klasse geben) ist der Umgang mit dem neuen Auto jedenfalls eine neue Herausforderung, sie müssen sich mehr Feinfühligkeit im rechten Fuß antrainieren, um die Fahrgäste nicht zu verwirren. Insgesamt vereint ein Diesel Plug-in natürlich das Beste aus beiden Welten, schließlich ist der Diesel, allem Abgasärger zum Trotz, ein hocheffizienter und dazu noch sehr kräftiger Antrieb. Der zusätzliche Druck aus den Akkus hebt diese Eigenschaften nur noch mehr hervor. Man sollte die neuen ‘de’ Modelle von Mercedes jedenfalls genau beobachten, auch natürlich ihre Preisgestaltung. Heute steht ihr Preis noch genauso wenig fest wie der des EQ C, teurer als herkömmliche Modelle aber müssen die elektrifizierten Mercedes werden. So lautet das Fazit: Elektro-Fortschritt ist auf allen Ebenen möglich, aber er kostet auf allen Ebenen auch (viel) Geld. +++

+++ FORD fährt derzeit durch schwere Gewässer. Das China Geschäft geht mächtig in die Knie, Europa schwächelt und für die einst so ertragreichen US Limousinen interessiert sich kein Mensch mehr. Der Autohersteller aus Dearborn will die Verwerfungen für einen Neustart nutzen. Als die amerikanische Autoindustrie vor knapp 10 Jahren am Boden lag, General Motors wankte und Chrysler schließlich von Fiat geschluckt wurde, kam Ford mit einem blauen Auge vergleichsweise glimpflich davon. Ohne milliardenschwere Zuwendungen der US Regierung schlingerte sich das blue oval wieder in sicheres Fahrwasser; deutlich weniger beschädigt als die direkte Konkurrenz. Kosten wurden gesenkt, das Modellprogramm gestrafft und neue Leute geholt. Doch Ford war zu sehr in sich gefangen; wichtige Reformen blieben auf der Strecke und der vermeintlich große Schnitt in den großen Regionen USA, Asien, Europa und Südamerika bliebt aus. Insbesondere verpasste Ford mehr als viele andere Hersteller den Trend zu den immer beliebter werdenden SUV. Speziell in Europa fuhr man der Konkurrenz lange hinter her und in die China agierten die Verantwortlichen zu zögerlich. Jetzt will der Autobauer, der mit der Massenfertigung von Fahrzeugen wie dem Model T vor einem Jahrhundert für die Massenmobilisierung sorgte, neue Wege gehen. Der Druck ist groß, denn der Handelsstreit zwischen China und den USA hatte die Nachfrage auf dem am stärksten wachsenden Weltmarkt zuletzt vehement nach unten sacken lassen. Dabei hatte Ford die Preise für Modelle der Marken Ford und Lincoln in China zunächst um 10 % gesenkt, nachdem das chinesische Wirtschaftsministerium seine Einfuhrzölle reduzierte. Aufgrund des Wirtschaftskrieges zwischen China und den USA unterliegen Autos seit dem 6. Juli jedoch einem zusätzlichen Strafzoll von 25 %, den Ford nicht an seine Kunden weitergeben wollte, um nicht weiter abzusacken. Die Strafsteuern machen den Amerikanern das Leben derzeit besonders schwer. Problematisch, weil der Autobauer aus Dearborn bis zum Jahre 2025 insgesamt 50 neue China Modelle vorstellen wollte. Doch noch werden viele Autos eingeführt, während sich die lokale Produktion erst sukzessive aufbaut. Erst 2020 sollen beliebte SUV Modelle wie der Bestseller Explorer oder die beiden Lincoln Versionen MKZ und MKC lokal in China vom Band laufen. Kurzfristig bringt das wenig und so gehen die Analysten von IHS davon aus, dass die Produktionsvolumen von Ford in China von über 822.000 im vergangenen Jahr in 2018 auf rund 610.000 Fahrzeuge zurückgehen. Da kommt ein Modell wie der China-SUV namens Territory gerade recht. Der kompakte Crossover wurde zusammen mit Joint-Venture Partner Jiangling Motors Corporation entwickelt und ist als Benziner, 48 Volt Mildhybrid und Plug-in-Hybrid erhältlich. “Der Territory ist ein wichtiger Beweis dafür, wie wir in China wachsen werden. Er wird für junge Familien und neue Käufer in ganz China erschwinglich sein”, erläutert Peter Fleet, CEO von Ford Asia, “nicht nur für die Küsten-Megastädte”. Das kompakte Modell wird im JMC Werk Xiao Lan hergestellt und soll Anfang 2019 auf den Markt rollen. Doch damit nicht genug. Ford hat seine SUV Schwäche mittlerweile erkannt und arbeitet an einem weiteren Kompakt Crossover, der technisch mit den Modellen Focus sowie Kuga verwoben ist. Der Konkurrent für Toyota C-HR, Volkswagen T-Roc oder Jeep Renegade feiert sein Debüt jedoch frühestens in einem Jahr. Der Neuling kommt damit nahezu zeitgleich mit dem neuen Bronco, der 2020 neu aufgelegt wird und dabei als erhoffte US-Ikone die zukünftige Ranger Plattform nutzt. Ursprünglich sollte im Gegenzug der Focus Active aus China in die USA importiert werden. Doch nach Angaben von Kumar Galhotra, Präsident von Ford North America, wurden die Pläne durch die jüngste Strafabgabe von 25 % gestrichen, da der Wagen nicht mehr gewinnträchtig verkauft werden könne. Die Streichung des Focus Active ist jedoch nur ein kleiner Schritt in der Straffung des Ford Modellprogramms. Immer noch werden rund 80 % der in den USA verkauften Ford Fahrzeuge auch auf dem Heimatmarkt gebaut, weitere 15 % werden in den Nachbarländern Kanada und Mexiko montiert. Der Autobauer aus Dearborn hatte jüngst dem One Ford Programm abgeschworen und setzt aus Kostengründen zukünftig weltweit nur noch auf fünf Plattformen. Der oberste Produktplaner Hua Thai-Tang bestätigte jüngst, sich zukünftig auf fünf statt bisher neun globale Fahrzeugarchitekturen zu beschränken. Die modularen Architekturen umfassen Hinterradantrieb, Allradantrieb mit Rahmen, Frontantrieb / Allrad, kommerzielle Vans (Hinterrad / Allrad) sowie eine spezielle Elektroplattform. Die einst so beliebten Mittel- und Oberklasselimousinen stehen bei den amerikanischen Händlern dabei wie angelaufenes Blei. Nachdem der Five-Hundred bereits vor Jahren eingestellt wurde, der Dauerbrenner Crown Victoria als Liebling aller Taxler und Polizisten keinen Nachfolger bekam, betrifft das mittlerweile auch Modelle wie Taurus und Fusion (Mondeo). Da überrascht es nicht, dass Ford nach Angaben von Mark LaNeve, verantwortlich für Vertrieb und Marketing, seine landesweiten Werbekampagnen für Limousinen mittlerweile eingestellt hat. Während der Fusion noch ein paar Jahre im Programm bleiben soll, wird die Produktion der Modelle Fiesta Sedan und Taurus wohl 2019 enden. Würde selbst der Fusion wackeln, bekäme auch die Kölner Ford entrale ein Problem, denn das Mittelklassemodell Fusion ist Plattformgeber des europäischen Mondeo sowie von Galaxy und S-Max. Ford of Europe würde unter dem sich androhenden harten Brexit im kommenden Frühjahr besonders leiden. England ist einer wichtigsten Märkte für die Kölner. Das europäische Geschäft des US Unternehmens verzeichnete in den ersten 6 Monaten des Jahres einen Verlust von $73 Millionen; 2017 gab es im gleichen Zeitraum immerhin noch einen schmalen Gewinn von $88 Millionen. “Wir sind sehr unzufrieden mit unserer Leistung in Europa”, sagt CEO Jim Hackett, der Mark Fields ablöste, “der leistungsschwache Teil unseres Portfolios stellt einen Großteil unseres Volumens, unseres Umsatzes und unseres Kapitals in der Region dar”, legt Finanzvorstand Bob Shanks nach. Importmodelle wie Transit, Kuga, Ranger, Edge und Mustang haben demnach einen überproportionalen Beitrag an Fords profitablen Fahrzeugverkäufen in Europa. Es ist jedoch nicht nur der falsche Modellmix, der Ford in Europa hart getroffen hat, denn auch der Brexit hat Probleme verursacht, indem der Rückgang des Pfunds das Ergebnis belastete. Allerdings hat Ford auf viele Kundentrends deutlich langsamer als die Konkurrenz reagiert. Dabei sind Kernmodelle wie Fiesta, Focus und Mondeo besonders stark von der veränderten Kundennachfrage betroffen. Problem: SUV Modelle wie der Ecosport oder der Edge sind dabei zu wenig auf europäische Kunden zugeschnitten. Größere SUV wie den Explorer oder Expedition gibt es ebenso wenig, wie das amerikanische Massenmodell Ford F-150 und seine größeren Brüder aus der F-Familie. Nichts scheint mehr gesetzt und besonders in Europa soll bald ein anderer Wind wehen. Nachdem Ford erstmals vor 2 Jahren dem Pariser Automobilsalon fernblieb und damit Wettbewerber Volkswagen ein Vorbild für die diesjährige Messe an der Seine war, wurde auch der imageträchtige Genfer Automobilsalon 2019 vom Kalender gestrichen. Auch beim Pariser Salon 2018, der kommende Woche beginnt, bleibt Ford wieder außen vor. Während sich Ford in Europa rar macht, sieht das am Stammsitz in der Nähe von Detroit ganz anders aus. So kaufte der Autobauer aus Dearborn vor einigen Monaten die legendäre Michigan Central Station, den ehemaligen Bahnhof im Detroit Corktown Distrikt. Die historischen Gebäude des Corktown Campus sollen in den nächsten Jahren Teil eines Mobilitätskorridors von Ann Arbor über Dearborn nach Detroit werden. +++

+++ Es läuft nicht rund: Der Autobauer MERCEDES-BENZ musste im September erneut einen Absatzrückgang hinnehmen. Verantwortlich dafür war die Einführung des neuen Abgasprüfstandards WLTP. Weltweit wurden im vergangenen Monat 202.819 Fahrzeuge ausgeliefert, wie der Autobauer Daimler mitteilte. Dies entsprach einem Rückgang von 8,2 % zum Vorjahr. Mercedes-Benz habe zum 1. September die gesamte Flotte für Europa nach dem neuen Abgasstandard WLTP zertifiziert, hieß es. Allerdings sei es in einigen Märkten zu Verzögerungen bei der Zertifizierung gekommen. “Es ist unser Ziel, dass sich unsere Kunden so schnell wie möglich über die Auslieferung ihrer Neufahrzeuge freuen können; genau daran arbeiten unsere Teams derzeit intensiv”, sagte Vertriebsvorstand Britta Seeger. Zudem hätten sich Modellwechsel bei Mercedes auf den Absatz ausgewirkt, wie Mercedes mitteilte. Im dritten Quartal wurden 526.255 Fahrzeuge mit dem Stern an Kunden ausgeliefert. Auch hier belief sich das Minus zum Vorjahr auf 8,2 %. Auf die ersten neun Monate des Jahres gerechnet hielt sich der Absatz von Mercedes-Benz mit 1,7 Millionen Fahrzeugen in etwa auf Vorjahresniveau. Gut lief es für die schwäbische Marke in China, wo die Auslieferungen auf Neunmonatssicht um 13 % anzogen. In Europa ergab sich im gleichen Zeitraum ein Minus von 4,7 %. Auf dem Heimatmarkt Deutschland waren es 5,6 % weniger Fahrzeuge. +++

+++ Zu wenig Freiheit, zu komplex, zu fremd: OPEL Chef Michael Lohscheller weint der ehemaligen Konzernmutter General Motors keine Träne nach. Dagegen fühle man sich bei PSA “wirklich gut aufgehoben” betont Lohscheller im Interview. Anfang November 2017 hat Opel den Startschuss für den innerhalb von nur 100 Tagen unter Opel-Chef Michael Lohscheller entwickelten Sanierungsplan mit dem Namen Pace auf den Weg gebracht. Das Zwischenfazit, das Lohscheller im Interview zog, macht deutlich, wie stark Opel unter dem engen Handlungskorsett gelitten hat, das der deutschen Traditionsmarke von der einstigen Konzernmutter General Motors (GM) verpasst wurde. Dass man etwas mehr als ein halbes Jahr nach Start des Restrukturierungsprogrammes die Fixkosten um 28 % gesenkt hat und Opel im ersten Halbjahr 2018 erstmals wieder einen Gewinn ausgewiesen hat, sieht Lohscheller im wesentlichen darin begründet, dass man unter PSA erheblich Komplexität aus der Fertigung genommen hat. Zu der habe in der Vergangenheit stark der Anspruch von GM beigetragen, globale Märkte zu bedienen. Das sei möglicherweise für die globale Bilanz von GM gut gewesen, für Opel nicht. Unter dem Dach von PSA fühle man sich “viel besser” aufgehoben, weil die Marke auch deutlich mehr Freiheiten in der eigenen Entwicklung habe als unter dem US-Konzern. Entschieden tritt Lohscheller in dem Interview dem immer wieder geäußerten Vorwurf entgegen, dass er letztlich nur als Exekutor des von PSA Chef Carlos Tavares verordneten Sparplans agiere. Nach der Vielzahl gescheiterter Sanierungsanläufe in der Vergangenheit habe in der ersten Restrukturierungsphase seine oberste Priorität darauf gelegen, die Profitabilität wieder herzustellen. +++

+++ Ferrari ist seit 3 Jahren an der Börse, Aston Martin seit ein paar Tagen und jetzt wird klar: Auch bei PORSCHE liebäugelt man mit einem Börsengang. “Eine Bewertung von €60 bis €70 Milliarden wäre nicht aus der Welt”, sagt Porsche Finanzvorstand Lutz Meschke, und macht damit deutlich, dass die Gedankenspiele schon sehr konkret sind. Auch für den  Volkswagen Konzern, zu dem der Sportwagenbauer Porsche gehört, wäre das eine vorteilhafte Sache, signalisiert Meschke unter Verweis auf das Beispiel von Ferrari. “Das hat auch Fiat selbst einen Wertzuwachs gebracht, weil dem Kapitalmarkt signalisiert wurde: Jetzt wird aufgeräumt, man muss selbst die Kosten im Griff haben und kann die Probleme nicht mit guten Renditen aus der Sportwagensparte überdecken”. Tatsächlich hat sich der Börsengang von Ferrari für den Großaktionär Exor, die Holding der Familien Agnelli und Elkann, bestens gelohnt. Der Ferrari Kurs hat sich seit der Erstnotiz vor 3 Jahren verdoppelt. Der Wert von Fiat zusammen mit seinen Abspaltungen (neben den Sportwagen wurden auch noch Nutzfahrzeuge und Baumaschinen an die Börse gebracht) hat sich seither verzehnfacht. Mit solchen Fakten könnten auch die Familien Porsche und Piëch überzeugt werden, dass ihr Sportwagen Hersteller wieder an die Börse soll. Sie haben ihr Vermögen in der Porsche SE gebündelt, die gut die Hälfte der Volkswagen Aktien hält und damit quasi die Großmutter des Sportwagenherstellers Porsche AG ist. Ob die Familieneigner schon zugestimmt haben? Zu einem klaren „Ja“ lässt sich Finanzvorstand Meschke nicht hinreißen, aber zu einem vielsagenden “vielleicht” und einer nachgeschobenen Erklärung mit Blick auf den Mutterkonzern Volkswagen: “Ich kenne ja nicht alle Themen, die auf Konzernebene diskutiert werden. Ich weiß nicht, was auf der Prioritäten-Liste ganz oben steht”. Jedenfalls, so schiebt Porsche in einer offiziellen Mitteilung nach, seien für solche Fragen wie einen Börsengang die Gremien von Volkswagen zuständig. Ein Börsengang der Nutzfahrzeug Sparte von Volkswagen ist für die nächsten Monate geplant. Aktuell wird Volkswagen an der Börse mit €28,9 Milliarden bewertet. Hätte Finanzvorstand Meschke recht mit seiner Einschätzung, dass Porsche mit €60 bis €70 Milliarden bewertet werden könnte, wäre also der weltgrößte Autobauer mit einem Dutzend Marken nur halb so viel wert wie die Sportwagen bauende Tochtergesellschaft. Porsche wäre übrigens auch höher bewertet als BMW (mit zuletzt knapp €45 Milliarden) und Daimler (€56,6 Milliarden). Abwegig ist das gleichwohl nicht: Der Sportwagenbauer Ferrari wird an der Börse mit €19,5 Milliarden bewertet, obwohl er mit einem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro ein echter Nischenanbieter ist verglichen mit der Porsche AG, die das Siebenfache umsetzt. Relevant für den Wert ist freilich nicht die Größe, sondern unter anderem die aktuelle Rendite. Hier liegt Porsche mit einer Umsatzrendite von stolzen 17,6 % (2017) doch deutlich hinter den fast 22 % von Ferrari zurück, aber weit über den Werten der anderen deutschen Premium Anbieter, die nur in sehr guten Zeiten die 10 % Marke übersteigen. Die großen Bewertungsunterschiede erklären sich allerdings vor allem durch die Erwartungen des Marktes. “Gegenüber herkömmlichen Autoherstellern pflegt der Kapitalmarkt eine gewisse Zurückhaltung”, erklärt Meschke. Von den Milliardenrisiken, die der Diesel Skandal in die Bücher der Konzerne gebracht hat, spricht er nicht ausdrücklich, berichtet aber, dass die Investoren kritisch beobachten, wie konsequent der Wandel vorangetrieben wird. +++

+++ RENAULT – Nissan und Daimler machen bei der Entwicklung neuer Motoren weiterhin gemeinsame Sache. Auf  dem 27. Aachener Kolloquium stellt die Entwicklungsallianz ihre neueste Errungenschaft vor: einen 1,0 Liter 3 zylinder. Der kleine Benziner soll den bisherigen 1,2 Liter 4 zylinder von Renault ersetzen. Ausgangsbasis für das neue Aggregat ist der 2017 vorgestellte 1,33 Liter 4 zylinder, der auch als Einstiegsmotor in der Mercedes A-Klasse verbaut ist. Zylinderabstand (85 mm) und Hubraum pro Zylinder (333 ccm) wurden eins zu eins vom 4 zylinder übernommen. Wie der Ausgangsmotor besitzt auch der 3 zylinder keine klassischen Laufbuchsen. Die Zylinder im Aluminium-Kurbelgehäuse werden mit Nissans BSC-Technik (Bore Spray Coating) besprüht und danach zu einer spiegelglatten Fläche gehohnt. Das soll Gewicht sparen und die Reibung verringern. Um auch in kleine Fahrzeuge zu passen, zeichnet sich der intern “HR10DDT” genannte Motor vor allem durch eine kompakte Baugröße aus. Dabei übernehmen die Ingenieure das “Delta Konzept” des 4 zylinders für die Auslegung des Zylinderkopfs. Das Aluminium-Dreieck beherbergt die Nockenwelle, die Ventiltriebe, die Ventile selbst, den Ansaugkrümmer und den Abgaskrümmer. Auch die Zündkerzen und die Einspritzdüsen finden hier Platz. Das komplette Einspritzsystem wurde von Mercedes übernommen. Damit das Aggregat nicht zu sehr in die Breite wächst, sitzt die Abgasnachbehandlung direkt am Motor. Die Form des Systems erinnert sehr an die des M256 6 zylinder Aggregats von Mercedes. Es besitzt 2 Lambdasonden und einen Otto Partikelfilter. Bei ihrem 3 zylinder setzt die Allianz aus Renault-Nissan und Mercedes, anders als die Wettbewerber, nicht auf eine Ausgleichswelle, um den Motorlauf ruhiger zu gestalten. Stattdessen verwenden die Entwickler ein konventionelles Zweimassen Schwungrad und einen Vibrationsdämpfer an der Kurbelwelle. Zusammen sollen die beiden Komponenten eine hohe Laufruhe gewährleisten. Diese Auslegung erlaubt es auch, auf zusätzliche Ausgleichsgewichte an der Kurbelwelle zu verzichten, ohne das Gewicht unnötig in die Höhe zu treiben. Ab 2019 könnte der neue Motor in der Kleinwagenklasse eingesetzt werden, darunter Nissan Micra und Renault Clio. Das kleine 3 zylinder Benziner soll die Abgasnorm Euro 6d-Temp schaffen. Technische Daten: 998 ccm, 117 PS, 180 Nm (+ 20 Nm Boost) bei 1750-4000 U/min. +++

+++ TESLA hat in den USA im dritten Quartal erstmals mehr Fahrzeuge als Mercedes abgesetzt. Ein anderer deutscher Autobauer liegt jedoch noch knapp in Führung. Von Juli bis September 2018 hat Tesla demnach 69.925 Model 3, S und X verkauft, während Mercedes im selben Zeitraum auf dem US-Markt 66.542 Fahrzeuge abgesetzt hat, die LKW-Sparte ausgenommen. Allerdings konnte BMW im dritten Quartal mit 71.679 verkauften Autos einen größeren Absatz in den USA vorweisen als der kalifornische Autobauer. Atherton Research rechnet jedoch damit, dass Tesla im vierten Quartal BMW überholen werde, da der Hersteller aus dem Silicon Valley seine Produktionskapazitäten erhöhe. Tesla hat im dritten Quartal 55.800 Model 3 in Nordamerika verkauft. Auch die Produktion des für den Massemarkt konzipierten Modells läuft nach langwierigen Startschwierigkeiten mittlerweile besser. Im dritten Quartal wurden 53.239 Fahrzeuge des Model 3 gebaut, wie der E-Autobauer Anfang Oktober mitteilte. In den 3 Monaten zuvor waren es nur rund 26.600 Wagen gewesen. Zusammen mit Model S und X stellte Tesla im abgelaufenen Quartal über 80.100 Wagen her und lieferte 83.500 Autos an Kunden aus. +++

+++ Die weltweiten Auslieferungen des VOLKSWAGEN Konzerns sind im September wegen der Einführung eines neuen Abgasprüfverfahrens spürbar geringer ausgefallen als vor einem Jahr. Der Absatz sei im September um 18,1 % im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken, teilte Volkswagen mit. Der Konzern habe im September 2018 rund 830.000 Fahrzeuge verkauft. Auch im Oktober werde sich die Umstellung auf WLTP in Europa noch auswirken, sagte Konzern-Vertriebschef Christian Dahlheim. Der neue Abgasprüfstand gilt seit dem 1. September. Dennoch liege Volkswagen im bisherigen Jahresverlauf bei den Auslieferungen auf Rekordkurs, sagte Dahlheim. In den ersten 9 Monaten lieferte der Konzern 8,13 Millionen Autos aus; ein Plus von 4,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für November und Dezember rechnet der Konzern wieder mit stärkeren Monaten. Abgesehen von der Lkw Sparte mit MAN und Scania mussten alle Marken des VW-Konzerns Rückschläge hinnehmen: Bei Audi brach der Verkauf am deutlichsten ein, der Premiumhersteller verkaufte 22 % weniger Autos als im Vorjahresmonat. +++

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