Tagesschau: e.Go Mobile is technisch failliet

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+++ Wenn Markus Duesmann an seinen neuen Job antritt, dann erwartet ihn ein gespenstisches Szenario. Nur eine kleine Restmannschaft wird den neuen AUDI Chef in Empfang nehmen, mindestens 1,5 Meter auf Distanz. Ganz oben auf der Agenda steht das Krisenbriefing von Produktionsvorstand Peter Kössler. Seit mehr als einer Woche stehen die Audi Werke in Europa still; allein in Deutschland hat der Autobauer rund 26.000 Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt. Wann die Standorte in Ingolstadt, Neckarsulm, Belgien, Ungarn und Italien wieder Autos bauen, weiß niemand. Ein Anfahren der Bänder am Tag X sei nur mit großen Sicherheitsabständen der Beschäftigten vertretbar, sagen die Arbeitsmediziner. Wenn der Shutdown zu lange daure, dann werde die Aktivierung der Lieferketten schwierig, warnen die Logistiker. Alles in allem sei eine Wiederaufnahme der Fertigung auch in einigen Wochen “wackelig, aber machbar”, lautet die Einschätzung des täglich tagenden Krisenstabs. Doch zur Stunde ist das alles blanke Theorie. Im Moment ist man damit beschäftigt, die für die Produktion notwendigen Atemmasken an die örtlichen Krankenhäuser und Pflegeheime zu verteilen. Niemand will bei Audi arbeiten, wenn in den Kliniken und Altenheimen nebenan das Nötigste für den Kampf um das Leben schwerkranker Corona Patienten fehlt. Dass Duesmann zur Stunde null inmitten einer beispiellosen Krise bei Audi beginnt, das hätte sich der 51-Jährige wohl nie träumen lassen. Dabei hat er mehr als 1,5 Jahre auf diesen Tag gewartet. So lange ist es her, dass er bei BMW seinen Vorstandsposten kündigte und anschließend eine Wechselsperre absitzen musste, die ihm seine zürnenden Kollegen in München auferlegten. Dort gilt es als unverzeihlich, aus dem BMW Vorstand zu Audi zu wechseln. Duesmann war in München Einkaufsvorstand, als Nächstes hätte er das wichtige Entwicklungsressort übernehmen sollen, von dort aus hätte es nach 3 weiteren Jahren ganz nach oben gehen können. Doch dann lockte sein alter Vorgesetzter Herbert Diess mit dem Angebot, sofort Audi zu übernehmen. Es ist eine Aufgabe, die reizt: Trotz Dieselkrise ist die angeschlagene Volkswagen Edeltochter immer noch eine Ikone in der Autowelt. Mit Duesmanns Antritt sind viele Hoffnungen in Ingolstadt verbunden. Audi ist tief gefallen: Die Dieselkrise hat erst das Selbstvertrauen, dann den Absatz ramponiert. Ein halbes Dutzend Entwicklungsvorstände sind in den vergangenen Jahren gekommen und gegangen. Mit der Verhaftung des ehemaligen Vorstandschefs Rupert Stadler im Juni 2018 hatte die VW Tochter ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Auch geschäftlich ging es bergab. Verkaufte Audi 2013 noch mehr Autos als Mercedes und BMW, so sind die Konkurrenten im Absatz weit enteilt. Konnte Audi vor wenigen Jahren noch mit dem Slogan ‘Vorsprung durch Technik’ werben, so ist es nun der Elektropionier Tesla, dessen Batterietechnik und Software die Maßstäbe setzt. Bei Audi reichte es nur noch für Schnellschüsse. Als Stadler verhaftet wurde und BMW den Wechsel von Duesmann blockierte, einigte sich der Aufsichtsrat auf den vorher praktisch unbekannten Bram Schot als Übergangschef. Der Ex-Vertriebsvorstand hielt das Geschäft und die Stimmung aufrecht, für einen grundlegenden Kurswechsel fehlte dem Niederländer aber die technische Expertise. Rasch zimmerte man mit dem e-Tron ein Elektro SUV zusammen, doch einen echten Tesla Rivalen hat man nicht. Schon vor der Corona krise stand die e-Tron Produktion im Werk Brüssel still, weil Audi die Batteriezellen ausgingen. Immerhin gelang es Schot und dem scheidenden Finanzvorstand Alexander Seitz, ab 2018 die Kosten zu drücken. Mit einer operativen Umsatzrendite von 8,1 % war Audi 2019 doppelt so rentabel wie die Autosparte von Mercedes. Die Sanierung geht weiter. Im November vereinbarte Schot mit den Arbeitnehmern, die Kapazität in den schwach ausgelasteten deutschen Werken um rund 200.000 Autos pro Jahr zu kürzen. Fast 10.000 Jobs in Deutschland sollen sozial verträglich abgebaut werden. Ob das nach der Coronakrise reicht, weiß im Moment niemand. Die Karten werden ohnehin neu gelegt: Mit Duesmann tritt am 1. April ein fast komplett neuer Vorstand an. Das Personal hat er gemeinsam mit Aufsichtsrat Chef Diess und Arbeitnehmer Chef Peter Mosch ausgesucht. Für den abgelösten Beschaffung Vorstand Bernd Martens wechselt Dirk Große Loheide von der Schwestermarke Volkswagen nach Ingolstadt. Ebenfalls von VW kommt Finanzvorstand Arno Antlitz, der seinen Posten mit Alexander Seitz tauscht. Für Personalvorstand Wendelin Göbel rückt Sabine Maaßen in die Führungsriege, die 53-Jährige wirkte zuvor bei Thyssen-Krupp. Die Kommunikation hat zuvor bereits Dirk Arnold übernommen, der ebenfalls von BMW gekommen war. Seit dem vergangenen Jahr ist die ehemalige BMW Managerin Hildegard Wortmann verantwortlich für das Vertriebsressort. Und sie zieht weiter kräftig Personal von ihrem alten Arbeitgeber zu Audi: Nach Christiane Zorn (zuständig für China) und Henrik Wenders (zuständig für Marketing) wird auch Tobias Schmidt-Reintjes im September von BMW zu Audi wechseln und dort den Vertrieb steuern. Mehr Verkaufsexpertise vom direkten Konkurrenten aus München geht kaum. Entsprechend groß sind die Erwartungen der Audi Händler. “Bei Audi muss es wieder einen klaren Blick auf die Marke geben”, sagt Dirk Weddigen von Knapp, Vorsitzender des Verbands der Volkswagen und Audi Händler. Vor allem den eigenen Premiumanspruch müsse Audi wieder stärker erfüllen, besonders mit interessanten Autos und ‘Vorsprung durch Technik’. In den zurückliegenden Jahren habe es bei Audi zu wenig Bewegung in der technischen Entwicklung gegeben. Wenn sich das ändere, habe die Volkswagen Tochter gute Chancen, “wieder zu dem zu werden, was sie einmal gewesen ist”. Neben dem Absatz hat auch der Stolz gelitten. Der große Wurf soll aber Duesmann gelingen. “Von Duesmann und seinem Vorstandsteam erwarten wir eine stabile Auslastung der Werke und mehr Mut zu ‚Vorsprung durch Technik”, fordert Betriebsratschef Mosch. “Duesmann wird als exzellenter Ingenieur alles daransetzen, die großen Potenziale der Marke Audi zu heben und damit das Versprechen ‘Vorsprung durch Technik’ erneut verstärkt unter Beweis zu stellen”, sagt Aufsichtsratschef Diess. Der will klare Verhältnisse in Ingolstadt. Volkswagen strebt an, die verbliebenen 0,4 % der freien Aktionäre abzufinden. So erspart man sich lästige Transparenzpflichten. Dazu gehörte beispielsweise auch die jährliche Hauptversammlung, die angesichts des mit Volkswagen geschlossenen Beherrschungsvertrags zur reinen Farce verkam. Duesmann soll sich auf Wichtigeres konzentrieren. Diess hat seinem Königstransfer eine besondere Rolle zugedacht, denn dem im westfälischen Heek Geborenen werden besondere technische Fähigkeiten nachgesagt. Duesmann leitete unter anderem die technische Entwicklung in den Formel-1 Teams von Mercedes und BMW, und er entwickelte dort ein besonderes Verständnis für das Zusammenspiel von Verbrennungs und Elektro Motoren, wie sich Weggefährten erinnern. Als BMW seinen Rennstall einstellte, kümmerte er sich um Fahrdynamik und Assistenzsysteme in Serienautos. 2012 übernahm Duesmann die Motorenentwicklung bei BMW; Diess war zu diesem Zeitpunkt Entwicklungsvorstand. Es soll Duesmann gewesen sein, der auf den Einbau eines zweiten Filtersystems bei Dieselmotoren gedrängt habe, um die Abgasvorschriften in den USA einzuhalten. Diess und Duesmann verteidigten die teure Zusatztechnik auch gegen die Widerstände der Kostensenker im eigenen Haus. Als der Dieselbetrug 2015 bei Audi und VW aufflog, stand BMW mit weißer Weste da. Ein bis heute nachwirkender Wettbewerbsvorteil für den Münchener Autokonzern. +++

+++ BMW leidet unter der Corona Krise. Vorstandschef Oliver Zipse will vor allem die Liquidität sichern, und nennt eine Bedingung für die Wiederaufnahme der Produktion. Zipse sagte in einem hausinternen Interview: “Ich will die Lage nicht kleinreden. Eine so ernste Situation kann selbst große Unternehmen in existenzielle Gefahr bringen denn die Handelsbetriebe stehen außerhalb von China praktisch still”. Absolute Priorität für den Konzern habe jetzt die Sicherstellung von Liquidität. BMW tue das aus einer Position der Stärke, “aber kein Unternehmen kann eine solche Phase ohne substanzielle Einschnitte bewältigen. Und das muss sehr schnell passieren”. Der Vorstand habe umfangreiche Maßnahmen beschlossen, um die Liquidität zu sichern, schrieb Zipse. BMW hat die Autoproduktion in Europa und den USA gestoppt, in Deutschland sind rund 20.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Zipse sagte, BMW bereite “ein Hochfahren der Produktion zum richtigen Zeitpunkt vor”, international koordiniert, auch mit den Lieferanten. Ganz entscheidend dafür sei, wann die Autohäuser wieder öffnen dürfen. Die Nachfrage sei da, “aber die Kunden können nicht wie gewohnt Autos bestellen und in Empfang nehmen. Deswegen dürfen wir uns keine Illusion machen: Der Weg zurück kann länger werden”. “In China produzieren wir bereits wieder in großem Umfang, und auch der Vertrieb nimmt wieder deutlich Fahrt auf”, sagte Zipse. Das biete Orientierung, wie es in Europa und den USA laufen könnte. Um Ansteckungen unter den BMW Beschäftigten zu vermeiden, dürften auch Masken sinnvoll werden. BMW könne sie einkaufen oder vielleicht auch selbst produzieren. Er habe großes Vertrauen in die Bundesregierung, dass sie “eine bestmögliche Balance zwischen Gesundheitsschutz und Erhalt der Wirtschaft erreichen wird”, sagte Zipse. Bundesregierung und bayerische Staatsregierung handelten konsequent und richtig in einer absoluten Ausnahmesituation: “Dafür haben sie größten Respekt verdient”. Und auch das oft kritisierte deutsche Gesundheitssystem zeige sich robust und im wahrsten Sinne lebensrettend. +++

+++ Die Produktion der großen Automobilhersteller in CHINA läuft wieder weitgehend normal. OEMs und Politik haben zahlreiche Maßnahmen aufgesetzt, um den Autoverkauf zu stimulieren. Die eine oder andere Idee könnte auch in Europa funktionieren. Noch ist die Krise auf dem chinesischen Automarkt nicht ausgestanden, aber sie schwächt sich ab. 127.000 verkaufte Einheiten in der ersten Märzwoche sind ein gutes Zeichen, auch wenn das Minus gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch bei 54 % liegt. Der Branchenverband CAAM sendet ebenfalls verhalten positive Signale und geht für den Gesamtmonat von 1,03 Millionen verkauften Fahrzeugen aus. In normalen Zeiten wäre das eine Katastrophe, aber aktuell ist es ein echter Lichtblick, wenn sich das Minus zum Monatsende auf 41 % gegenüber 2019 verringern würde. Schließlich lag es im Februar noch bei über 70 %. Die Händler tragen zur Verbesserung der Situation erheblich bei. Bis zum 10. März waren bereits 50 % der Handelsbetriebe wieder geöffnet, zum Monatsende wird sogar ein Wert von 70 % angestrebt. Von den so genannten 4S-Dealern (Sale, Sparepart, Service, Survey) gibt es landesweit rund 8.500. Von diesen haben bereits mehr als 90 % die Arbeit wieder aufgenommen. Eine Zahl, die auch aus dem Umfeld der Hersteller vermeldet wird. Bei rund 90 % der 23 großen OEMs (unter anderem Geely, Chang’An, Chery, JAC) liefen am 11. März die Fertigungsstraßen. Allerdings übten die Kunden weiter Zurückhaltung. Die Verkaufszahlen blieben sehr schwach und die Verkaufsräume leer. Um aus diesem Dilemma herauszukommen, bieten vor allem die chinesischen OEMs, aber auch die Joint Ventures von Honda und Toyota zahlreiche Prämien beim Neuwagenkauf und attraktive Umtauschangebote für Gebrauchtwagen an. Vielfach liegen die Preisnachlässe bei um die €1.400. Insgesamt hat Chery ein Unterstützungspaket von umgerechnet rund €65 Millionen geschnürt. Das bei Geely freigegebene Budget liegt sogar bei knapp €260 Millionen. Darüber hinaus haben Politik und Verbände eine Taskforce gebildet und Mitte März eine Liste mit verkaufsfördernden Ideen präsentiert. Einer der Vorschläge mit einem besonders vielversprechenden Hebel ist der Abbau von Beschränkungen bei Neuzulassungen. Auf der Vorschlagsliste findet sich weiterhin eine Verringerung oder Aussetzung der beim Autokauf anfallenden Steuern oder sogar das Anrechnen des Autokaufs auf die Einkommensteuer. Auch das Weiterlaufen der Prämien für Elektrofahrzeuge, die in diesem Jahr eigentlich weitgehend abgeschafft werden sollten, wird angeregt. Eintauschprämien für ältere Autos finden sich ebenfalls unter den Maßnahmen – eine Idee, die stark an die Abwrackprämie in Deutschland aus dem Jahr 2009 erinnert. Und die Anregungen der Taskforce finden Gehör. Das zuständige MIIT (Ministerium für Industrie und Informationstechnik) hat bereits angekündigt, dass die Förderungen für NEVs nicht signifikant zurückgefahren werden. Zeitgleich haben lokale Regierungen von acht Städten und Regionen eigene Fördermaßnahmen beschlossen und teilweise schon eingeleitet. Hainan führt bereits ausgelaufene Prämienprogramme beim Autokauf wieder ein und unterstützt zusätzlich beim Aufbau von E-Auto-Ladestationen. Weiterhin soll der Antragsprozess für die Einrichtung dieser Ladestation vereinfacht werden. Die Maßnahmen sind langfristig angelegt und sollen bis 2025 gelten. Changsha, die Hauptstadt der chinesischen Provinz Hunan, in der verschiedene Hersteller Werke haben, belohnt die Kunden mit einer Prämie, wenn sie ein Auto ‘Made in Changsha’ kaufen und zulassen. Die Provinz Guangdong fördert die Verschrottung von Altautos und will ihre Metropolen Guangzhou und Shenzhen dazu auffordern, die strengen Zulassungsbeschränkungen für Neufahrzeuge herunterzufahren. Außerdem werden Käufer von E-Fahrzeugen mit umgerechnet rund 1.300 Euro unterstützt, und auch konventionell angetriebene Modelle werden gefördert, allerdings nicht in gleicher Höhe. Parallel dazu treiben die chinesischen OEMs und Handelsbetriebe die Digitalisierung des Autokaufs voran. Ihr Ziel ist es, eine weitere Hemmschwelle für die Kunden aus dem Weg zu räumen und den physischen Kontakt möglichst zu minimieren. Das Online-Marketing wird stark intensiviert und die Online-Fahrzeugkonfiguration gepusht. Angebote für Versicherungen und Finanzierungsangebote via Internet werden stärker in den Fokus gerückt, ebenso die Online-Aftersales-Terminbuchung. Bei vielen Unternehmen werden mittlerweile die Autos für Testfahrten direkt zum Kunden gebracht und anschließende Online-Autokaufmöglichkeiten geschaffen. Geely geht noch einen Schritt weiter und hat einen bemerkenswert kreativen Ansatz präsentiert. Der OEM liefert die Schlüssel zum neuen Auto per Drohne zum Kunden. Ein physischer Kontakt zum Händler wird damit beim Neuwagenkauf endgültig obsolet. Berylls empfiehlt den europäischen Entscheidungsträgern schon heute einen Blick nach China, um die Frage zu klären, welche der dort getroffenen Maßnahmen nach Covid-19 helfen könnten, die hiesige Autoindustrie und den Handel möglichst schnell in den Normalmodus zurückkehren zu lassen. Gleichzeitig sollte ein Blick auf verkaufsfördernde Maßnahmen der Vergangenheit gerichtet werden. Welche von ihnen vermag den Absatz künftig anzukurbeln? Die Angebote müssen mit der Digitalisierung kompatibel sein, denn die Krise offenbart schonungslos die Nachteile einer fehlenden digitalen Vernetzung. Potenzielle Kunden, die heute gezwungen sind, nahezu alle Erledigungen im Netz vorzunehmen, werden nach Corona sicher nicht wieder komplett auf den Analog-Betrieb zurückschalten. +++

+++ Fünfmal Platz eins: dieses Abschneiden von DACIA bei der Auto Bild Leserumfrage “Die besten Marken aller Klassen 2020” kann sich sehen lassen. Mit den Spitzenplatzierungen sichert sich die Renault Tochter mit großem Abstand den Gesamtsieg in der Preis/Leistungs Wertung. Zusätzlich erreichen Sandero, Logan MCV, Duster und Dokker auch noch den ersten Platz ihres jeweiligen Segments. Zu den Kernkriterien zählen neben der Preis/Leistungs Kategorie die Bereiche Qualität und Design. Rund 75 % der befragten Auto Bild Leser nannten Dacia als die Marke mit dem besten Preis/Leistung Verhältnis. Der Fünffachsieg “unterstreicht erneut die erfolgreiche Entwicklung der Marke Dacia gerade auch in Deutschland”, heißt es bei der Renault Tochter. Vom Marktstart 2005 bis heute habe die Marke hierzulande fast 700.000 Fahrzeuge verkauft. Und: 2019 stiegen die Verkäufe gegenüber dem bereits sehr erfolgreichen Vorjahr noch einmal um 12,1 % auf 83.500 Neuzulassungen; der Marktanteil legte auf 2,1 % zu. +++

+++ Der Auto und Lkw Bauer DAIMLER sichert sich angesichts der Corona Krise weitere Finanzierungsmöglichkeiten. Der Konzern habe mit den Banken BNP, Santander, der Deutschen Bank und JPMorgan eine Vereinbarung über eine neue Kreditlinie in Höhe von €12 Milliarden geschlossen. Diese ergänzt eine bestehende Kreditlinie von 11 Milliarden Euro, die bis 2025 läuft. Den neuen Kreditspielraum kann Daimler innerhalb der kommenden 12 Monate anzapfen und gegebenenfalls auch um bis zu insgesamt ein Jahr verlängern. Daimler betonte, über eine starke Liquiditätsposition zu verfügen, Ende des Jahres waren demnach brutto rund €24 Milliarden in der Kasse des Industriegeschäfts, also ohne die Finanzsparte gerechnet. Die Autobauer stehen derzeit vor dem Problem, dass sie wegen stillstehender Fabriken und geschlossener Autohäuser kaum Geschäft machen, die Kosten aber weitgehend weiterlaufen; das zehrt an den finanziellen Mitteln. Daimler hatte sich in dieser Woche auch bereits €1,5 Milliarden am Anleihemarkt besorgt. +++

+++ Der Elektroautobauer E.GO MOBILE steckt in einer tiefen Krise. Das Unternehmen hat zur Rettung des Unternehmens ein Schutzschirmverfahren beantragt. “Die e.Go Mobile AG stellte heute einen Antrag auf Anordnung der Eigenverwaltung beim Amtsgericht Aachen”, teilte das Unternehmen mit. Dieses Verfahren bewahrt in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger, ohne dass die Betriebe bereits Insolvenz anmelden müssen. Das Gericht habe dem Antrag bereits stattgegeben, hieß es vom Unternehmen. Als vorläufiger Sachwalter ist der Anwalt Paul Fink der Kanzlei FRH einberufen worden. Der Hersteller steckte bereits vor dem Ausbruch der Coronakrise in Schwierigkeiten. Seit Mitte März steht die Produktion von e.Go wie bei vielen anderen Autobauern bis auf Weiteres still. Zuvor hatte das Aachener Unternehmen angekündigt, staatliche Hilfen beantragen zu wollen. Dies sei jedoch nicht möglich gewesen, da die Hausbanken bei der Finanzierung dafür Eigenanteile hätten übernehmen müssen. “Unsere überwiegend strategischen Investoren haben uns bis hierhin stark unterstützt und uns ermöglicht, als einziges Start-Up in Europa einen E-Pkw in Serie auf die Straße zu bringen. Jetzt haben sie verständlicherweise andere Prioritäten”, sagte e.Go-Gründer Günther Schuh, der zuvor auch den Elektrotransporter Streetscooter mit aus der Taufe gehoben hatte, dessen Aus die Post zuletzt verkündet hatte. Das Unternehmen gehe zuversichtlich in diese Phase und wolle vermeiden, Mitarbeiter zu entlassen, sagte Schuh. “Ich bin jetzt einfach mal optimistisch, trotz Corona”. Während e.Go selbst trotz des beantragten Schutzschirmverfahrens davon spricht, die Krise überstehen und 2021 und 2022 wieder stark wachsen zu wollen, ist Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer weniger optimistisch: e.Go habe derzeit einen Marktanteil von weniger als 1 % im Markt für batteriebetriebene elektrische Fahrzeuge. “Wenn man ehrlich ist, bedeutet das, so gut wie nicht sichtbar”. Nach der Krise dürften alle großen Autobauer ihre Elektroautos aufwendig bewerben, prognostiziert Dudenhöffer. “Die Sichtbarkeit von e.Go wird damit noch schwächer”. Der Aachener Elektro-Autobauer hatte 2019 seine selbst gesteckten Ziele nicht erreichen können. Statt wie ursprünglich angepeilt 1.000 Autos zu verkaufen, waren es letztlich nur 540. +++

+++ Nach Ansicht von Daimler benötigen Kaufinteressenten eines elektrifizierten Fahrzeugs deutlich mehr Unterstützung vom Handel. Britta Seeger, als Vorstandsmitglied von Daimler verantwortlich für den MERCEDES-BENZ Cars Vertrieb, sagte dass Kunden bei der Suche nach einem Fahrzeug mit elektrischem Antriebsstrang mehr Zeit und zusätzliche Informationen für den Kauf benötigen: “Wir nehmen uns Zeit, um festzustellen, ob das Auto wirklich ihren Bedürfnissen entspricht”. Der Kauf eines E-Autos bedeute große Veränderungen und es sei richtig, dass sich Kunden Zeit nehmen, bevor sie sich verpflichten, so Seeger. Für den erfolgreichen Verkauf von elektrifizierten Fahrzeugen sei die Qualität der Schulungen von entscheidender Bedeutung. Immer wieder gibt es vereinzelte Hinweise von potenziellen Käufern, dass die Qualität der von Vertriebsmitarbeitern vermittelten Informationen und Kenntnisse lückenhaft seien. +++

+++ Der Automarkt in Deutschland ist wegen der Corona krise drastisch eingebrochen. Im März ging die Zahl der NEUZULASSUNGEN um 37,7 % im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte, wurden insgesamt 215.119 Pkw neu zugelassen. Bei den gewerblichen Zulassungen wurden 39,6 % weniger Fahrzeug neu angemeldet, bei den privaten belief sich der Rückgang auf 34,4 %. Im bisherigen Jahresverlauf liegt die Zahl der Neuzulassungen bei über 701.000 Neuzulassungen, was einen Rückgang von 20,3 % im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres bedeutet. Von den Einbrüchen in Folge der Coronakrise waren alle deutsche Marken betroffen. Wie aus der KBA Statistik hervorgeht, kam Smart im Vormonat gerade einmal auf 641 Neuzulassungen. Das entspricht einem Rückgang von 84,4 %. Von Januar bis März sieht es für die Daimler Tochter auch nicht besser aus: 1.444 Neuzulassungen bedeuten einen Rückgang von 87 %. Hart getroffen wurden auch die Premiummarken. Bei BMW lag der Rückgang im Vormonat mit etwas mehr als 20.000 Neuzulassungen bei 21,3 %, Audi musste mit 18.904 Fahrzeugen sogar einen Verlust von 36,5 % hinnehmen. Mit 20.132 Fahrzeugen büßte Mercedes 28,2 % ein. Porsche musste mit 1.941 Neuzulassungen einen Rückgang von 28,7 % hinnehmen. Porsche gehört nach 3 Monaten mit einem Zuwachs von 3,5 % zu den wenigen Marken wie DS (+13,4 %), Seat (+3,1 %), Lexus (+50,3 %) und Jaguar (+4,7 %). Volkswagen bleibt zwar mit 18,9 anteilsstärkste Marke, musste aber ebenso Einbußen in Höhe von 35,1 % hinnehmen. Opel büßte bei den Neuzulassungen um 51,8 % ein, bei Ford waren es 50,3 %. Trotz der Krise konnten Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zulegen. So stieg die Zahl der Neuzulassungen bei den Plug-in-Hybriden mit 9.426 Einheiten um fast 208 %. Bei den reinen Elektroautos liegt der Zuwachs mit 10.329 Einheiten bei knapp über 56 %. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß ging im März um 4,9 % auf 149 g/km zurück. “Die Neuzulassungen sind vor allem in der zweiten Märzhälfte mit der Schließung des Handels massiv zurückgegangen. In diesem Zeitraum lagen die Neuzulassungen um etwa zwei Drittel unter Vorjahr. Bei unveränderten Rahmenbedingungen dürfte der Rückgang im April also noch deutlich höher ausfallen als im März”, sagte Reinhard Ziprel, der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeug Hersteller (VDIK). +++

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