Tagesschau

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+++ Volkswagen steuert um: Statt Dieseln bietet man den US-Kunden künftig, was sie wollen: ATLAS. Der neue große SUV ist 5,04 Meter lang und hat auschließlich Benzinmotoren mit 8-Gang-Automatik und bis zu 280 PS. 1,7 Millionen Stück stark ist das Midsize-SUV-Segment in den USA. Das sind 10 Prozent des Gesamtmarktes. Von daher passt der Atlas wie die Faust aufs Auge – frei nach dem neuen Motto: Gebt den Ländermärkten, wonach sie verlangen. Optisch geht der Atlas offensiver mit seiner Größe um als etwa der US-Passat. Das Design ist aber vergleichsweise nüchtern. Vielleicht ein Punkt für Änderungen in nicht allzu ferner Zukunft. Macht nix! Neuerungen kosmetischer Natur sind auf dem US-Markt wohlgelitten. Dass der Atlas auf dem modularen Querbaukasten aufbaut, hat auf den ersten Blick vor allem Vorteile: Der Innenraum ist sehr geräumig, weil der Quermotor mitsamt der Spritzwand weit nach vorn rückt. Zur Geräumigkeit passt eine Karosserievariabilität, die sich weniger durch auffällige Gimmicks als durch durchdachte Mechanismus für die Sitze und Kofferraum auszeichnet. Qualitätseindruck, verwendete Materialien und das Infotainmentsystem dürften im Konkurrenzumfeld überdurchschnittlich sein. Dass der Atlas in den USA keine Diesel bekommt, versteht sich derzeit von selbst, hat aber auch Signalwirkung: Der Diesel hat in den USA keine Zukunft mehr. Dass noch kein Plug-in-Hybrid in der Planung ist, liegt am günstigen Benzinpreis. Dank MQB ist aber ein Atlas GTE oder PHEV kein Hexenwerk. Ein 4-Zylinder-Turbo ist sicher nicht, was Europäer von einem derart großen Auto erwarten. Aber Volkswagen’s 2,0-Liter TSI ist ein drehmomentstarkes Multitalent und wer mehr will, bekommt ein 3,6-Liter VR6 – allerdings als Sauger. Die 280 PS und 380 Nm des Low-Tech-Motors reichen aber. Für China wird es einen VR6 Turbo mit 300 PS geben, aber der hat aus steuerlichen Gründen nur 2,5 Liter Hubraum und bringt den auf PS geeichten US-Kunden zu wenig mehr. Geländetauglichkeit: Ein 5,04-Meter-SUV mit Frontantrieb – was in Europa undenkbar wäre, ist in den USA ein Must, um einen günstigen Einstiegspreis zu realisieren und passt zum häufigsten Fahrprofil der Kunden. Volkswagen glaubt zwar mehr VR6-Modelle zu verkaufen als 4-Zylinder, aber auch den VR6 gibt es mit Frontantrieb. Dass der Allradantrieb ein Hang-on-System (zweite Antriebsachse erst bei Bedarf) mit Haldexkupplung ist, wird daher erst recht niemanden stören. Zum Hängerziehen reicht’s und das ist eher wichtig. Der Atlas könnte mehr als jeder Volkswagen bislang die Ansprüche des US-Marktes erfüllen. Geräumig, praktisch, übersichtlich, pragmatisch, viel Auto fürs Geld, aber nicht billig gemacht, hat er das Zeug zum Bestseller im US-Angebot des Herstellers. Volkswagen verkauft in den USA etwa 8 Prozent weniger Autos als vor dem Abgasskandal. Heißt positiv gewendet aber auch: 2/3 der Käufer, die zuvor Diesel kauften, konnten mit anderen Angeboten gehalten werden. Aber nach den vielen negativen Schlagzeilen und dem gut 15 Milliarden teuren Betrugsfall, ist aussichtsreiches Produktangebot entscheidend für eine Trendwende. Der Atlas ist für die USA ein echter Volkswagen. Weil er nicht wie viele US-Autos nur mit schierer Größe beeindruckt, sondern auch entsprechende Transportfähigkeiten bietet, wünscht ihn sich so mancher auch auf dem Heimatmarkt. Eine Art Sharan-SUV. Seitens Volkswagen wird das aber nichts. Aber wer weiß: Vielleicht glaubt auch der eine oder andere Grauimporteur an die Chancen des Atlas in Europa. +++

+++ AUDI hat die Herstellung seines A6 L e-tron in China begonnen. Audis zweites Plug-In-Hybrid-Elektroauto rollte im Werk des FAW-Volkswagen-Joint-Ventures Changchun vom Band. Es ist das erste Modell der Plug-in-Hybrid-Familie, das Audi in China produziert: Der A6 L e-tron kommt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 2,2 Liter Benzin auf 100 Kilometer etwa 800 Kilometer weit. Rein elektrisch fährt das neue Plug-in-Hybrid-Modell bis zu 50 Kilometer, so wie schon sein Vorgänger – der Audi A3 Sportback e-tron. 2015 hatte Audi seine Pläne bekannt gegeben, dass der A6 L e-tron in dem FAW-Volkswagen-Werk produziert werden soll. Die Limousine wurde nach Angaben des Unternehmens speziell für den chinesischen Markt entwickelt. Die Systemleistung des 2.0 TFSI, ein Vierzylinder-Benziner, beträgt 180 kW (245 PS). +++

+++ Der 3er lässt bei BMW die Kasse klingeln: Hohe Stückzahlen bei gleichzeitig hohen Preisen sorgen für eine tolle Rendite. Es führte aber auch dazu, dass die Bayern bisher extrem vorsichtig waren, wenn es um radikale Neuerungen bei dem Mittelklassemodell geht. Doch jetzt ist BMW genau dazu gezwungen – wegen des hohen Konkurrenzdrucks. Das Design geht bestenfalls noch als evolutionär durch, die Qualität stagniert, der schleichende Abschied vom Reihensechszylinder trifft nicht nur die Gusseisernen mitten ins Herz – es gibt wahrlich mitreißendere BMW als den Dreizylinder im 318i. Und dann sind da noch die Sachen mit der Digitalisierung, dem elektrischen Fahren und der starken Konkurrenz von Tesla mit dem Model 3. Der will BMW die Mittelklasse nicht überlassen. Der neue 3er (Code G20) gibt im vierten Quartal 2018 seinen Einstand. Seine modulare Plattform kennen wir im Prinzip vom neuen 5er. Entsprechend leichter, agiler und sparsamer wird der kompakte Bruder sein. Obwohl der G20 bis 2025 durchhalten muss, liegt der Antriebsschwerpunkt wieder eindeutig bei den Verbrennern. In der gestrafften Motorenpalette fehlen die Efficient-Dynamics-Modelle – in Zukunft sind niedrige Verbräuche ein Muss für alle Motoren. Der 340i legt von 326 auf 340 PS zu, der 330d leistet 265 statt 258 PS, der aktuell 313 PS starke 335d bringt es auf 320 PS. Im M3 gelten die 450 PS des aktuellen Competition-Pakets als neue Einstiegsdroge. Eine geregelte Differenzialsperre sorgt dafür, dass Kraft und Drehmoment auch ohne Allrad übertragen werden. So viel zur alten Welt. Der neue 3er muss aber auch die neue bedienen – als Elektrovariante. Anders als die Project-i-Modelle soll der 3er mit Elektroantrieb bei Aufbau und Fahrwerk so viel es geht von der Großserie übernehmen. Nur das Mittelstück zwischen den Achsen ist zur Aufnahme der Batteriepakete abweichend in Flach speichertechnik ausgeführt. Dieses Layout verbindet zu noch überschaubaren Kosten optimale Raumökonomie mit einem niedrigen Schwerpunkt. Um weiter abzuspecken, experimentieren die Karosseriebauer unter anderem mit Elementen aus Kohlefaserverschnitt (Carbon 2.0). Zusätzlich zum Basismodell mit Hinterradantrieb und nur einem Motor plant BMW auch eine Bimotor-Variante mit Allradantrieb und Torque Vectoring. Der hoch drehende E-Motor leistet zwischen 272 und 340 PS. In Verbindung mit einer 70-kWh-Batterie soll die Reichweite im Alltag zwischen 400 und 500 Kilometern liegen. Hört sich toll an, hat aber einen Haken: Der 3er mit Batterie kommt frühestens 2020. Schon 2 Jahre früher präsentiert BMW ein neues, großflächiges und weitgehend frei programmierbares Anzeigekonzept, das auch im 3er für Aufsehen sorgen dürfte. Kernstück ist die Multimedia-Grafik-Unit (MGU) des Zulieferers harman/kardon, deren touchbetontes Bedienteil später um eine Blicksteuerung erweitert werden soll. Gleichzeitig arbeitet BMW an einer Spracheingabetechnik, die langfristig im Alleingang Kommandos geben und ausführen soll. Das Head-up-Display gewinnt an Bedeutung als wichtigste Instrumentierung. Daneben können großflächige Projektionsflächen im Sichtfeld der Mitfahrer nach Wunsch bespielt werden. Die meisten Systeme sind lernfähig und halten regelmäßig Rücksprache mit dem Benutzer. Auch die Assistenzsysteme werden verfeinert und weiter ausgebaut. Der Stauassistent funktioniert im neuen 3er zunächst bis Tempo 60, Spurwechsel werden auf Befehl oder vollautomatisch eingeleit et, der Fahrer darf unter bestimmten Voraussetzungen sogar für kurze Zeit den Blick von der Straße nehmen. Die erweiterte Einparkautomatik kann im Auto oder per Fernbedienung wie beim neuen 7er von außen gestartet werden. Ganz wichtig: Die meisten Systeme lassen sich updaten und sind rückmeldefähig. Das heißt: Sie können untereinander und mit dem Datenspeicher in der Cloud kommunizieren. Mit einem breiten Serviceangebot will BMW Connected-Car-Rivalen wie Google, Microsoft und Telekom in die Schranken weisen. Während Apple über CarPlay eingeschränkten Zugang zur Schaltzentrale (Head Unit) erhält, soll vor allem der Datenkrake Google so lange wie möglich daran gehindert werden, sich im lukrativen Geschäftsfeld zwischen Automobilhersteller und Kunde einzunisten.  Um schnell reagieren zu können, will BMW den Verbraucher an die kurze Leine nehmen – ohne Zwischeninstanz und ohne Umweg über den Händler. Die Kundenprofile sind innerhalb der BMW-Gruppe auch auf Mini, Mietwagen und entsprechend aufgerüstete Gebrauchtwagen übertragbar. Die Basisdienste gibt es umsonst, doch nach oben sind dem blühenden Geschäft mit den Mobilitätsservices kaum Grenzen gesetzt. In der Praxis ist die Einordnung der G20-Familie kompliziert. Dies sind die wichtigsten Einflussfaktoren: 1) Der nächste 1er wechselt vom Hinterrad- zum Vorderradantrieb und gibt damit einen wichtigen Markenwert auf. 2) Der 2er bleibt beim Hinterradantrieb, rückt mit dem 2er Gran Coupé allerdings ziemlich dicht an den 3er. 3) Der 3er GT wird von Gran Coupés auf 2er- und 4er-Basis attackiert. 4) Der M2 macht sich dort breit, wo vor 10 Jahren noch der M3 zu Hause war. Also muss dessen Nachfolger nach oben rücken. Ein schickes M4 Gran Coupé ist unter Umständen sinnvoller als ein bodenständiger M3. 5) Der Touring wird uns zwar erhalten bleiben, doch seine biologische Uhr tickt immer lauter: Die Nachfrage beschränkt sich auf Europa, und der Active/Family Tourer ist die klar günstigere Alternative für Kunden mit Platzbedarf. +++

+++ Volkswagen Personalvorstand Karlheinz Blessing hat angesichts des bevorstehenden Wandels zur ELEKTRO Mobilität vor dem Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen bei dem Autokonzern gewarnt. Wenn das Unternehmen künftig statt Autos mit Verbrennungsmotoren immer mehr Elektrofahrzeuge verkaufe, werde Volkswagen viele Mitarbeiter nicht mehr brauchen, erklärte Blessing in einem Interview. “Es geht nicht darum, ein paar hundert Arbeitsplätze abzubauen”, sagte er der Zeitung weiter. “Über die Jahre betrachtet, wird es weltweit um eine fünfstellige Zahl gehen”. Elektroautos bestünden aus vergleichsweise wenigen Komponenten, sagte Blessing der FAZ. Deshalb brauche Volkswagen für ihre Fertigung “langfristig weniger Mitarbeiter”. Zusätzlicher Druck auf den Konzern sei durch den Skandal um manipulierte Abgaswerte entstanden. Blessing versprach dennoch abermals, es werde bei Volkswagen keine betriebsbedingten Kündigungen geben. +++

+++ Trotz der andauernden Diskussion um ein Aus von Verbrennungsmotoren steckt der Autobauer MERCEDES mehrere Milliarden in die Entwicklung und die Produktion neuer Diesel- und Benzinmotoren. Drei Milliarden Euro habe der Konzern in die Entwicklung neuer Motoren investiert, sagte der Leiter der Antriebstechnik, Bernhard Heil, vor Journalisten in Sindelfingen. Hinzu kommt ein Betrag in ähnlicher Höhe für die Umstellung der Produktion. Von den 3 Milliarden Euro seien 1,1 Milliarden Euro in die Entwicklung von Diesel und 1,9 Milliarden Euro in die ab 2017 geplante Neuauflage von Benzinmotoren geflossen, so Heil. Zusätzlich seien etwa 1,5 Milliarden Euro für die Umstellung der Produktion auf die bereits eingeführten Dieselmotoren nötig. Ein Betrag “in ähnlicher Größenordnung” werde für die Umstellung der Produktion auf Ottomotoren benötigt, so Heil. Mit zusätzlichen 600 Millionen Euro werden neue Prüfstände und Entwicklungseinrichtungen am Werk Sindelfingen gebaut. Die neue Motorenpalette aus Vier- und Sechszylindern soll zunächst in der S-Klasse zum Einsatz kommen. Daimler legt sie zu einer Zeit auf, in der laut über ein Verbot von Verbrennungsmotoren diskutiert wird. Der Grünen-Bundesvorstand dringt in einem Antrag für den Parteitag Ende November auf ein Zulassungs-Verbot von Benzinern und Dieseln ab 2030. In einer Stellungnahme des Bundesrates wird die EU-Kommission außerdem gebeten zu prüfen, wie sich mit Hilfe von Steuern ab 2030 abgasfreie Mobilität fördern lässt. “Verbrennungsmotoren werden noch lange ein wichtige Rolle spielen”, sagte Heil. Der Stuttgarter Autokonzern setzt bislang vor allem auf Hybridmotoren. 2017 sollen zehn Modelle als Hybrid verfügbar sein. Bislang bietet Daimler nur den Smart und die B-Klasse als reine Elektrovarianten an. Erst 2019 soll das erste reine Elektrofahrzeug unter der neuen Marke EQ an den Markt kommen. Bis 2025 wollen die Stuttgarter mehr al s zehn reine Elektrofahrzeuge anbieten. Auch die neuen Verbrennungsmotoren sind so ausgelegt, dass sie mit Elektrotechnologie ergänzt werden können. “Das reicht, um alles Vorhersehbare zu erfüllen”, sagte Heil mit Blick auf eine mögliche Verschärfung der CO2-Grenzwerte innerhalb der EU. Bis 2021 müssen die Stuttgarter ihren Flottenwert auf 100 Gramm CO2 je Kilometer trimmen. 2015 lag der Wert bei 124 Gramm. “Wir kommen damit über 2021 hinaus gut aus”, sagte Heil. Die Entwicklung neuer Motoren nimmt in der Regel 7 bis 8 Jahre in Anspruch. +++

+++ SKODA will die Coupéversion des Kodiaq auch in Europa anbieten. Bisher war nur klar, dass das 4,75 Meter lange Coupé mit Plug-in-Hybrid 2018 in China an den Start geht. Die Herausforderung: Skoda muss jetzt nur noch die Produktionskapazitäten schaffen – die gibt es bislang nicht. In China werden bereits Fabia, Octavia, Yeti, Rapid, Rapid Spaceback und Superb in lokal angepassten Versionen gebaut. Wenn nun noch der Kodiaq und das Coupé dazukommen, wird es schon eng. Vorstandsmitglied Christian Strube erklärte deshalb im Interview mit Auto Express, dass man derzeit nach zusätzlichen Möglichkeiten suche, den entstehenden Bedarf an Fahrzeugen auch in Europa zu befriedigen. Die Entscheidung für das Coupé hatte sich hingezogen, weil der Superb Skodas Spitzenmodell bleiben sollte. Mit der Entscheidung für das Kodiaq Coupé soll Skoda emotionaler werden. Es ist das erste Auto der Marke, dass nicht nur praktisch, sondern auch stylish werden soll. Konkurrenten sollen der Range Rover Evoque, der Mercedes GLC und der BMW X4 sein, die bereits in Europa erfolgreich sind. Zur Ausstattung ist bisher nur klar, dass es einen zentralen Touchscreen, viel Sicherheitstechnik und modernstes Infotainment geben wird. Mehr Bodenfreiheit als beim Kodiaq und ein verkleideter Unterboden sollen den Lifestyle-Skoda offroadtauglich machen, auch wenn das Auto mit seinen verschiedenen Fahrmodi eigentlich für die Straße deisgnt wurde. Selbst mit kleineren Motorisierungen als der geplanten Plug-in-Version startet das Coupé jenseits der 35.000-Euro-Marke, mit ein paar Extras sind schnell 60.000 Euro erreicht. Noch vor ein paar Jahren für einen Skoda unvorstellbar, heute hält der Vertrieb es aber für durchaus realistisch, genügend Kunden gewinnen zu können. Auf der Plattform des Volkswagen Tiguan, die für den Kodiaq genutzt wird, wäre neben einem Coupé auch eine Performance-Variante, ein Kodiaq RS, möglich. Mit sportlichen Details wie roten Bremssätteln und neuen Auspuffblenden wäre das SUV optisch schnell angepasst. Unter der Haube würden sich der 220-PS-Benziner oder der Diesel mit 184 PS gut machen, Skoda könnte der RS-Variante außerdem ein paar PS mehr spendieren. +++

+++ Es sind große Worte, die da von VOLKSWAGEN kommen. “Der Atlas schlägt ein neues Kapitel in der amerikanischen Geschichte des Unternehmens auf”, verkündet der Wolfsburger Konzern bei der Präsentation seines neuesten Modells. Der Atlas muss es richten, er muss die Wende schaffen und wieder für Vertrauen bei den amerikanischen Autofahrern sorgen. Die Dieselaffäre hat dem Volkswagen besonders in den USA einen tiefen Einschnitt beschert. Alles wird jetzt neu und anders. Die Marke Volkswagen braucht wieder ein Image, das für gute Autos steht und nicht für Betrug. Dort, wo der Abgasskandal überhaupt erst entdeckt worden ist, steht der deutsche Autohersteller vor einem Neubeginn. Gleich nach dem Bekanntwerden des Skandals hat Volkswagen alle Dieselmodelle vom amerikanischen Markt genommen. Allein dieser Rückzug und die Konzentration auf Autos mit Benzinmotor hat die Verkaufszahlen in den USA deutlich zurückgehen lassen. Der Volkswagen Konzern verkaufte in den USA in den ersten 9 Monaten von 2016 nur noch 426.000 Fahrzeuge, 6 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im vor 5 Jahren im US-Bundesstaat Tennessee errichteten Werk Chattanooga ist bislang nur das Modell Passat gefertigt worden. Wegen der Dieselaffäre musste Volkswagen dort die Produktionszahlen deutlich zusammenstreichen. Jetzt laufen in Chattanooga die ersten Vorserienmodelle eines neuen Autos vom Band, das für eine bessere Auslastung des einzigen US-amerikanischen Werkes von Volkswagen sorgen soll. Der Atlas ist der neue Hoffnungsträger, mit der die Wolfsburger die von den USA ausgelöste Misere ganz schnell vergessen lassen wollen. Im nächsten Frühjahr soll das Auto in den USA bei den Händlern stehen. Volkswagen hatte für den Atlas zusätzliche 900 Millionen Euro in das Werk in Chattanooga investiert. Den Atlas wird es in Europa nicht geben. Der neue SUV ist in erster Linie für den amerikanischen Markt entwickelt worden. Ende kommenden Jahres wird er zusätzlich auch in Russland und im Nahen Osten. Überall da, wo größere Autos bei niedrigeren Benzinpreisen noch am ehesten Käufer finden. Für westeuropäische Verhältnisse ist der Atlas zu groß, in den USA dürfte er im Mittelfeld der SUV eingeordnet werden. Das Auto ist gut 5 Meter lang. Zum Vergleich: Der auf Golf-Basis gebaute und vor allem in Europa verkaufte VW Tiguan misst 4,43 Meter. Der Tiguan wird in einer längeren Version mit ebenfalls sieben Sitzen von 2017 an im mexikanischen Volkswagen Werk Puebla für den US Markt gebaut. Er wird mit 4,64 Metern gut 20 Zentimeter länger sein, reicht damit aber nicht an den neuen Atlas heran. Der reguläre Tiguan mit europäischen Formaten ist für US-Erwartungen schlichtweg zu kurz geraten. Entsprechend mäßig sind die Verkaufserfolge dieses Geländemodells. Der in Kalifornien präsentierte Atlas wird 7 Sitze haben, teilte Volkswagen am Freitag nach der Premiere in Santa Monica mit. Im Programm sind ein 2,0 Liter großer Vierzylinder-Turbo und ein auf die USA zugeschnittener 3,6 Liter großer Sechszylinder-Saugmotor, beide mit 8-Gang-Automatik. Die Dieselaffäre hinterlässt auch bei diesem Auto ihre Spuren. Denn der Volkswagen Konzern bringt sein neuestes Modell für die USA nur mit Benzinmotoren auf den Markt. Ein Diesel ist im Ursprungsland des Abgasskandals nicht geplant, zumindest vorerst nicht. Bislang hat sich der Konzern stets mit konkreten Antworten zurückgehalten, ob der Diesel jemals wieder in die USA zurückkehren wird. Entscheidend dürfte sein, wie die Vergleichsverfahren mit amerikanischen Autofahrern ausgehen werden, die manipulierte Dieselmodelle des Volkswagen Konzerns gekauft hatten. Im Unterschied zu Europa hat Volkswagen bei den US-Umweltbehörden keinen einzigen genehmigten Umrüstplan für manipulierte Fahrzeuge durchbekommen. Das deutet darauf hin, dass Volkswagen sich enorm schwer damit tut, mit seinen Dieselmodellen die strengen US-Abgaswerte einzuhalten. “Dies ist der größte und markanteste Volkswagen, den wir jemals in den USA gebaut haben”, sagte der neue Volkswagen Nordamerika-Chef Hinrich Woebcken zum neuen Atlas. Der Midsize-SUV besetze ein wachsendes Segment, auf das 2015 ein Zehntel aller Neuzulassungen in den USA entfallen seien. Angaben zu Spritverbrauch und Abgaswerten des Atlas will Volkswagen vor der Markteinführung im Frühjahr 2017 bekanntgegeben”. +++

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