Tagesschau

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+++ Flache Silhouette, fließendes Heck: Optisch gelingt Chefdesigner Marc Lichte ein spannender Spagat. Obwohl der AUDI A7 extrem futuristisch aussieht, verleugnet er das aktuelle Modell nicht: und ist auf den ersten Blick eindeutig als A7 zu erkennen. An der Front macht der Fünftürer den größten Entwicklungsschritt: So erinnert der breite, flach gehaltene Kühler stark an die Prologue-Studien, und auch die bissiger dreinschauenden Scheinwerfer sind in ihrer Form nah an den richtungsweisenden Concept Cars. Trotz der Wirbelfolie lässt sich vermuten, dass die Karosserie von scharfen Falzen durchzogen sein wird – ähnlich wie beim neuen A5 Coupé. Im Profil scheint der A7 einen Tick flacher zu sein als bisher, die Dachlinie beschreibt einen sanften Bogen und mündet in die weit nach hinten gezogene C-Säule. Der Heckbereich de s Neuen ist an den Flanken stärker gerundet als bei der Baureihe 4G, die Form der Lampen orientiert sich am Vorgänger, ebenso der ausfahrbare Spoiler. Auffällig ist nur die deutlich prägnantere Falz zwischen den Rückleuchten. Außen bleibt Audi also beim bewährten Rezept und würzt nur zurückhaltend nach. Innen wird das wie gewohnt anders aussehen. Autointernationaal.nl rechnet mit einem aufgeräumten Instrumententräger, der eine neue Version des “Virtual Cockpit” beherbergen dürfte – wie im kommenden A8 und A6 mit einem komplett neuen Bedienkonzept. Schalter und Knöpfe kommen kaum noch zum Einsatz, stattdessen gibt es Touchscreens, deren Oberflächen eine spürbare Rückmeldung geben. Erstmals könnte auch der Beifahrer über einen fein ins Cockpit integrierten Bildschirm verfügen und dem Fahrer zum Beispiel Navigationsziele auf seinen Screen schicken. Technisch gleicht das Coupé bis auf die straffere Fahrwerksabstimmung dem A6 und basiert auf der MLB Evo-Plattform für längs eingebaute Motoren. Das drückt das Leergewicht, was den neuen A7 agiler und sparsamer machen dürfte. Gemäß der Plattformstrategie wird der coupéartige Fünftürer wohl die Motoren aus dem A6 übernehmen – auch der neu entwickelte Turbo-V6 mit drei Litern Hubraum wird wohl im A7 arbeiten. Ein Plug-in-Hybrid gilt als denkbar, aber unwahrscheinlich. Wahrscheinlich ist dagegen, dass Audi Sportversionen nachlegt. So dürften nach der Präsentation des A7 auf der IAA 2017 der S7 (rund 450 PS) und der RS 7 (rund 600 PS) folgen. +++

+++ BMW rundet das SUV Programm nach oben ab: 2017 stellen die Bayern den X7 (Entwicklungsname F17) vor. Der Luxusgeländewagen fährt in die Lücke zwischen X5 und dem geplanten SUV von BMW-Tochter Rolls-Royce. Das Design unterscheidet sich spürbar vom X5, die Front mit der großen Niere orientiert sich am 7er. Es wird sogar eine Luxusvariante mit mehr Chromdetails und verfeinertem Innenraum geben. Die Technik des Siebensitzers wie auch die verlängerte Plattform übernimmt BMW vom kleineren X5. Allerdings werden die Vierzylinder ebenso nicht lieferbar sein wie der V12 aus dem 7er. Allrad und Automatik sind Serie, ein Hybrid ist zunächst nicht geplant. Es ist aber ein neuer V8-Benziner mit vier Liter Hubraum und einer Leistung von bis zu 500 PS an Bord. Der in den USA gefertigte X7 soll vor allem in Amerika und China verkauft werden. Die Preise werden erst jenseits der 100.000 Euro beginnen. BMW baut die US-Autofabrik in Spartanburg zum größten Bayerischen Motoren Werk aus. Wegen der steigenden Nachfrage nach sportlichen Geländewagen erweitern die Bayern ihren Standort in South Carolina bis Ende 2016 auf eine Produktionskapazität von 450.000 Stück – das ist anderthalbmal so viel wie heute. Die Zahl der Mitarbeiter wird von 8.000 auf 8.800 steigen. Bislang ist Dingolfing der größte Standort mit annähernd 343.000 gebauten Wagen (2015). Direkt dahinter folgt bereits Spartanburg mit gut 297.000 Autos. Im Süden der USA rollen die mittleren und größeren Geländewagen-Modelle X3, X4, X5 und X6 für den Weltmarkt vom Band. +++

+++ In CHINA sind die Autoverkäufe dank Steueranreizen den achten Monat in Folge gestiegen. Im Oktober kletterte die Zahl der verkauften Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 2,22 Millionen Stück. Wie der Branchenverband PCA in Peking mitteilte, wurden damit in den ersten 10 Monaten des Jahres auf dem weltgrößten Automarkt 18,7 Millionen Fahrzeuge verkauft – ein Plus von 15 Prozent. Marktbeobachter machten einmal mehr die Steuererleichterungen, die zum Jahresende auslaufen, als Treiber aus. Die Autoproduktion sei wohl für das vierte Quartal hochgefahren worden, um auf den Jahresschlussspurt vor dem Auslaufen der Steuerhilfen vorbereitet zu sein, sagte ein Analyst. Im vergangenen Jahr war der chinesische Automarkt in den Sommermonaten wegen der sich abkühlenden Konjunktur ins Stottern gekommen. Damals hatte die chinesische Regierung mit einer Senkung der Mehrwertsteuer für kleinere Autos gegengesteuert und den Absatz damit wieder angekurbelt. China ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für die deutschen Hersteller BMW, Daimler und Volkswagen. +++

+++ Auch wenn man es kaum glauben mag, der F-Type ist derzeit das dienstälteste Modell im JAGUAR Programm. Jetzt arbeiten die Briten an der Auffrischung des Sportlers, die 2017 auf den Markt kommen wird. Mitte 2013 hatte Jaguar den F-Type an den Start gebracht. Auf das Coupé folgten das Cabrio sowie verschiedene Hochleistungsvarianten. Für das Jahr 2017 steht eine größere Modellpflege für den Sportler an. Die technische Plattform bleibt dabei unangetastet, die Modifikationen sind überwiegend optischer Natur. Jetzt wurde ein erster Erlkönig bei Testfahrten auf der Nürburgringnordschleife erwischt. Zu erkennen sind am Prototypen neue Scheinwerfer, die auf LED-Technik setzen. Neu gezeichnet wurden die Lufteinlässe an der Frontschürze. Zudem wurde der Mittelsteg im Kühlergrill modifiziert. Unter der Motorhaube wird als neues Basistriebwerk ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbo-Benziner mit wenigstens 300 PS, wie er im XE zum Einsatz kommt, einziehen. Erwischt wurden auch Prototypen mit Dieselmotorisierung – hier arbeitet der Zweiliter-Vierzylinder aus der Ingenium-Familie. Die Umstellung der Motorenfamilie von V- auf Reihen Sechszylinder dürfte am F-Type-Facelift noch vorübergehen und erst in der nächsten Modellgeneration greifen. Die aktuellen Motoren werden aber auf mehr Effizienz getrimmt. Beibehalten dürften die Briten auch den optionalen Allradantrieb sowie die kräftigen V8-Versionen. In Sachen Interieur dürfte im F-Type die neue Infotainmentgeneration wie sie schon im XF und dem F-Pace zum Einsatz kommt wiederzufinden sein. +++

+++ LYNK & CO, die im Oktober von der Zhejiang Geely Holding Group (ZGH) gegründete Marke, hat sein offizielles Verkaufsziel bekannt gegeben. Zwischen dem vierten Quartal 2017 und 2020 will die chinesische Marke von 500.000 Einheiten verkaufen. Wie die Marke erklärte, kommt Lynks erstes Modell – der SUV 01 – voraussichtlich im vierten Quartal 2017 in China auf den Markt. Danach sollen die Verkäufe auch in Europa und den USA beginnen. ZGH, die auch die schwedische Marke Volvo und die chinesische Marke Geely besitzt, will mit der neuen Marke Lynk & Co weltweit einen größeren Marktanteil gewinnen. Die Fahrzeuge der neuen Marke sollen auf Plattformen von Volvo und Geely entstehen und in China produziert werden. Modelle mit der ‘Common Modular Architecture‘ (CMA) sollen allen voran in Taizhou, Provinz Zhejiang (China), hergestellt werden. Die ersten Modelle mit der CMA-Plattform sollen Lynks 01 und Volvos XC40 sein. Wie IHS Automotive berichtet, peilt Geely für das laufende Jahr einen Absatz von 700.000 Einheiten an, von denen der Automobilhersteller bereits 555.199 Einheiten verkauft hat. Die Prognosen von IHS Automotive bestätigen, dass Lynk 495.166 Einheiten zwischen der Modelleinführung 2017 bis Ende 2020 erreicht. +++

+++ Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) lässt Berichte prüfen, nach denen die US-Umweltbehörde Carb bei Audi Modellen illegale MANIPULATIONEN der Abgaswerte entdeckt haben soll. Dazu lägen bisher keine Informationen von Carb vor, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums. Das Kraftfahrt-Bundesamt sei daher nun “angewiesen, dem Sachverhalt nachzugehen”. Das bedeute, dass nun erst einmal Informationen beschafft würden, um sie anschließend zu bewerten. Die Bild am Sonntag hatte berichtet, die US-Umweltbehörde Carb habe im Sommer dieses Jahres eine weitere illegale Softwarefunktion in Audi-Modellen entdeckt. Diese habe Audi auch für die Manipulation von CO2-Werten für Diesel und Benziner in Europa verwendet. Bei der Carb war am Wochenende zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Audi hat die Vorwürfe bislang weder bestätigt noch dementiert – mit der Begründung, wegen des Rechtsstreits um die Abschaltautomatik bei Dieselautos in den USA dürfe sich der Hersteller nicht öffentlich zum dem Thema äußern. Für den grünen Verkehrspolitiker Oliver Krischer kommen die nun angeordneten Untersuchungen des KBA viel zu spät. Er kritisierte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) scharf. “Wieder einmal ist es eine US-amerikanische Behörde und keine deutsche, die Softwaremanipulationen bei deutschen Autobauern feststellt”, sagte Krischer der “Rheinischen Post”. Dabei sei im Bericht des Kraftfahrt-Bundesamtes vom April nachzulesen, dass die Prüfer der Manipulation von Audi auf der Spur waren. Dobrindt habe sich stattdessen mit lapidaren Erklärungen abspeisen lassen. Mit Audi zeige sich erneut, dass der Abgasbetrug bei den Autokonzernen System habe. Der Bundesverkehrsminister habe bislang keinen Beitrag zur Aufklärung des Skandals geleistet. “Dass Dobrindt bis heute beim Abgasskandal nicht durchgreift, ist der Skandal im Skandal”, sagte Grünen-Politiker Krischer. +++

+++ Auf welche Autos fahren die Deutschen am meisten ab? Ich habe die NEUZULASSUNG statistik des Kraftfahrtbundesamtes. Ungeachtet aller Schlagzeilen in den Medien bleiben die Modelle aus dem Volkswagen Konzernverbund bei deutschen Neuwagenkäufern beliebt. Auch im Oktober konnte sich an der Spitze der Top 50-Neuzulassungen der Golf platzieren. Ihm folgen im Berichtsmonat der Tiguan, der Passat und der Polo. Erster markenfremder Verfolger ist der auf Rang 5 vorgerückte Opel Astra, der die Mercedes C-Klasse auf Rang 6 klar auf Distanz halten konnte. Auf Platz 7 beginnen dann aber schon wieder die Volkswagen Festspiele. Hier steht der Audi A4 vor dem weit vorgespülten Audi A3. Auf Platz 9 steht der ebenfalls deutlich aufgestiegene Ford Fiesta. Abgeschlossen werden die Top 10 durch den Skoda Octavia – weder aus dem Volkswagen Konzern und zugleich zulassungsstärkstes Importmodell. Aus diesen herausgefallen ist der Opel Corsa, der im Oktober nur noch auf der 11 steht. Beliebtester BMW wurde im Oktober der 2er auf Rang 13, noch vor dem 1er und dem 3er. Der Seat Leon aus Spanien steht auf 18, der Volkswagen Transporter ist mit Rang 19 in die Top 20 aufgestiegen. Großbritannien steigt auf Platz 21 mit dem Mini ein, Italien mit dem Fiat 500 auf Rang 30. Erster Japaner ist der Nissan Qashqai auf Platz 34. Stärkster Koreaner der i10 von Hyundai auf Platzierung 37. Mit dem Renault Twingo und dem Mégane steht ein französisches Doppel auf 42 und 43. +++

+++ Die Gewerkschaften drängen die deutsche Automobilindustrie, sich schneller auf den drohenden Abschied vom herkömmlichen VERBRENNUNGSMOTOR einzustellen. Die IG Metall fordert die deutschen Konzerne in einem Strategiepapier auf, “sich nicht in eine Rolle des ‘Bremsers und Blockierers’ gegen strenge Grenzwerte” drängen zu lassen. “Wir haben zwar noch Wachstum, aber langfristig gesehen in einer End-of-Pipe-Technologie”, kritisiert IG-Metall-Planungschef Frank Iwer. Allen voran China als potenziell größter Markt könne “den Durchbruch elektromobiler Technologien und damit eine Mobilitätswende forcieren”. Ab 2018, so die Empfehlung der Gewerkschaftsstrategen, sollten die Hersteller in allen Fahrzeugsegmenten zumindest ein Modell mit Elektro- oder anderem alternativen Antrieb anbieten. Übergangsweise raten sie zur Einführung der sogenannten Blauen Plakette , die nur noch Fahrzeugen mit der neuesten Dieseltechnologie (Euro-6-Norm) Einfahrt in die Innenstädte gewährt. Iwer: “Technische Raffinessen, um die Emissionen zu senken, helfen uns nicht mehr weiter. Es geht um einen Systemwechsel bei Vollgas. Es geht um eine Verkehrswende – da werden wir nicht drum herumkommen”. +++

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