Tagesschau

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+++ Der Stern lockt Kunden: Car2go, das stationsunabhängige Carsharing Angebot von DAIMLER , hat seine Vermietungen in Berlin nach der Aufnahme der Kompaktmodelle von Mercedes in das Angebot binnen eines Jahres verdoppelt. Seit Juni 2016 sind dort neben dem Smart und Smart Electric auch die A-Klasse, die B-Klasse sowie der GLA und der CLA verfügbar. Jetzt hat der Anbieter in der Bundeshauptstadt die 200.000 Kunden Marke erreicht. Die dort genutzten Fahrzeuge, heute sind es 1.100 Autos, haben seit dem Start vor 5 Jahren mehr als 71 Millionen Kilometer zurückgelegt. +++

+++ Autokäufer in Deutschland sind nach Einschätzung des Mineralölkonzerns Aral deutlich skeptischer beim Kauf eines DIESEL als noch vor 2 Jahren. In einer in Frankfurt vorgestellten Umfrage gab nur jeder fünfte potentielle Autokäufer (18 Prozent) an, einen Diesel kaufen zu wollen. Bei der Vorgängerumfrage vor 2 Jahren hatten noch 31 Prozent der potentiellen Käufer einen Selbstzünder bevorzugt, dessen Umweltprobleme damals noch nicht so stark öffentlich diskutiert worden sind. Zuletzt war auch der Anteil neu zugelassener Dieselfahrzeuge in Deutschland deutlich zurückgegangen. Weil die Kunden den Elektroantrieb noch nicht für ausreichend alltagstauglich halten, ist der Benzin Motor in der Käufergunst stark gestiegen. Sein Anteil legte um 10 Punkte auf 52 Prozent zu. Auch Hybrid-Motoren erfreuen sich wachsender Beliebtheit: 15 Prozent (2015: 11 Prozent) der Interessenten wollten sich ein Auto mit der Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor zulegen. Grundsätzlich herrsche große Lust auf einen Autokauf, berichtet die Tankstellenkette auf der Grundlage einer Online-Befragung mit 1.003 repräsentativ ausgewählten Autofahrern. Von ihnen wollten 41 Prozent in den kommenden 18 Monaten ein Auto kaufen; so viele wie noch nie zuvor in der zum achten mal erhobenen Studie. Jeder vierte Befragte interessiert sich dabei für einen Neuwagen, auch dies ein Rekordwert. Zum Vergleich: Bei der Aralstudie 2003 waren nur 7 Prozent an einem Neuwagen interessiert. Die Auswirkungen der in der Dieselkrise ausgelobten Abwrackprämien ist in der im März erhobenen Studie noch nicht abgebildet. Weil die Zuzahlungen durchaus beträchtlich sind, dürfte die Zahl derjenigen nochmal steigen, die sich einen Neuwagen kaufen wollen. +++

+++ Das Bundesumweltministerium erwartet im Herbst einen Vorstoß der EU für eine verbindliche Quote abgasfreier Autos auf Europas Straßen. Über die Höhe der Quote werde man noch sprechen, sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth am Mittwoch in Berlin. Die Autobauer selbst gingen derzeit von einem Anteil von etwa 25 Prozent bis 2025 aus. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte Anfang der Woche eine verbindliche Quote für die Zulassung von ELEKTRO Autos in den EU Ländern gefordert, Kanzlerin Angela Merkel lehnt eine solche ab. Vorreiter in Sachen Elektroquote ist China. Schon ab dem nächsten Jahr sollen in der Volksrepublik mindestens 8 Prozent aller verkauften Fahrzeuge eines Herstellers mit E-Motor ausgerüstet sein. Die Bundesregierung protestierte dagegen, weil sie Nachteile für die deutsche Industrie fürchtet. Noch ist unklar, ob es Ausnahmen für die hiesigen Hersteller geben wird. Flasbarth geht davon aus, dass es in der EU keine Absatzprobleme geben wird, da Elektroautos schon bald deutlich günstiger würden als heute. Das sei eine Frage der Preisgestaltung und der Produktpalette, “das hat bei den Herstellern bisher nicht geklappt”. Dass der Staat die Finanzierung übernehme, schloss er aus. Alle Autohersteller investieren derzeit große Summen in die Entwicklung von E-Autos. Grund dafür sind drohende Fahrverbote in Städten, Quoten wie in China für E-Autos und die Ankündigung verschiedener Länder, Verbrennungsmotoren in den nächsten Jahren komplett zu verbieten. Auch Bundeskanzlerin Merkel sprach sich jüngst für ein Ende des Verbrenners aus; auf ein Jahr legte sie sich nicht fest. In Deutschland ist die Nachfrage nach E-Autos gering, trotz monetärer Förderung durch Hersteller und Staat. 2016 wurden 3,4 Millionen Pkw neu zugelassen, gerade einmal knapp 60.000 von ihnen hatten einen Elektro- oder Hybridantrieb. Umweltstaatssekretär Flasbarth erwartet keine reine E-Auto-Quote: Neben Elektroautos mit Batterien kämen auch Antriebe mit Brennstoffzelle in Frage, so Flasbarth. Der Staatssekretär geht aber davon aus, dass Batterien sich durchsetzen, da sie am effizientesten seien und auf den wichtigen Automärkten bereits auf dem Vormarsch. Wenn der Staat in den Ausbau etwa von Ladeinfrastruktur investiere, müsse es “irgendwann eine Weichenstellung” geben. Als Folge des Dieselgipfels soll Flasbarth zufolge eine der vier angekündigten Expertengruppen kommende Woche zum ersten Mal tagen. Am 24. August sollen staatliche und nichtstaatliche Experten über Umrüstungen von Taxis und dem öffentlichen Personennahverkehr beraten. Die Expertengruppe wird vom Umweltministerium und der Stadt Hamburg geleitet. +++

+++ Das Produktionshoch in Spanien zwingt FORD auf der Logistikseite zum Handeln. Nun verhandelt man mit dem Management des Hafens Valencia um eine deutlich vergrößerte Auslieferungsfläche. Zwischen 2011 und 2015 hat Ford insgesamt rund 2,6 Milliarden in den Ausbau seines Werks im spanischen Valencia gepumpt. Dadurch ist eines der modernsten und größten Werke im Produktionsverbund des Autobauers entstanden. Gebaut werden dort unter anderem die Modelle Mondeo, Kuga, Galaxy und S-Max. Jetzt braucht Ford angesichts des erreichten Volumens von 395.700 Fahrzeugen im Jahr 2016 und voraussichtlich 407.000 Einheiten im laufenden Jahr (Zahlenquelle: IHS Markit) deutlich mehr Platz für die Auslieferung im Hafen Valencia. Laut einem Bericht von Las Provincias verhandelt der Autobauer mit der Hafenverwaltung derzeit über eine Aufstockung des Areals um 50.000 auf dann 150.000 Quadratmeter. Die von Ford in Spanien gebauten Autos gehen zu etwa 80 Prozent in den Export. Mit der Erweiterung der Auslieferungsfläche soll die Zahl der jährlich in Valencia verschifften Ford-Modelle auf 170.000 Einheiten steigen. +++

+++ HYUNDAI will auf dem Markt elektrisch betriebener Fahrzeuge den Rivalen künftig mit höherer Reichweite seiner Batterien die Stirn bieten. Nach dem Jahr 2021 sei ein E-Auto geplant, das bis zur nächsten Aufladung 500 Kilometer fahren könne, kündigte der südkoreanische Autobauer an. Bereits im kommenden Jahr sei eine Elektroversion des kleinen Geländewagens Kona mit einer Reichweite von 390 Kilometern geplant. Hyundai hatte vergangenes Jahr sein erstes für den Massenmarkt gedachtes und allein auf Batterien setzendes Fahrzeug Ioniq eingeführt. Die Reichweite blieb allerdings weit hinter Konkurrenzmodellen von Tesla oder General Motors (Opel) zurück. Trotz ambitionierter Ziele in der Politik ist der Anteil von Elektroautos am gesamten Pkw-Markt minimal. Hemmschuh sind immer noch die hohen Kosten und die Batterien mit zu geringer Reichweite. Branchenexperten halten es aber für möglich, dass sich die Zahl der E-Autos weltweit bis zum Jahr 2020 auf neun bis 20 Millionen erhöht. +++

+++ KIA will weiter wachsen und das vor allem mit alternativen Antriebskonzepten. 14 neue Modelle mit Hybrid- oder Plugin-Hybrid-Technik oder rein elektrischem Antrieb verspricht Deutschland Geschäftsführer Steffen Cost bis 2020. Bis dahin soll auch ein Kia Modell mit Brennstoffzellen-Betrieb auf den Markt kommen. Kia steht derzeit gut da: Um 46 Prozent auf 3,12 Millionen Fahrzeuge hat die Marke seit 2010 zulegen können und belegt damit Platz 9 der Welt-Rangliste. In Deutschland ist der Zuwachs noch größer, hier liegt das Plus bei 65 Prozent auf 60.522 Automobile. Das habe man dank massiver Investitionen in das Design, aber auch in neue Technik und Qualität erreicht, so der deutsche Kia Chef Cost. Und er erwartet gleichzeitig eine steigende Nachfrage nach Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Hier sei Kia gut aufgestellt, habe mit dem Niro einen herkömmlichen Hybridantrieb und dem Soul EV einen rein elektrisch fahrendes Automobil im Programm. Ihr Anteil am Gesamt-Absatz lag 2016 bei immerhin 4 Prozent, die aktuelle Diesel-Diskussion aber werde die Nachfrage schnell steigern, so Cost. Zudem wächst das Angebot der alternativ angetriebenen Kia Modelle jetzt um das Plugin-Hybrid Modell Optima Sportswagon, das sich als Alternative zur ebenso angetriebenen Limousine der Baureihe anbietet. Der Sportswagon kostet wenigstens 41.940 Euro und ist damit rund 1.500 Euro teurer als die Limousine. Sein Kofferraum fasst 440 bis 1.574 Liter, das sind 7 Prozent weniger als bei der herkömmlich angetriebenen Version, das Batteriepaket fordert seinen Tribut. Das ist etwas größer als bei der Limousine ausgefallen, daher kommt der Kombi rein elektrisch gefahren bis zu 62 Kilometer weit, sechs Kilometer weiter als das Stufenheckmodell. 11,3 kWh speichert der 130,5 Kilogramm wiegende Akku, 190 Minuten vergehen, bis er an einer Haushaltsteckdose zu 100 Prozent aufgeladen ist. Er versorgt einen 50 kW/68 PS starken Elektromotor, der 205 Newtonmeter Drehmoment als Maximum von 0 bis 2.330 Umdrehungen in der Minute bereitstellt. Den konventionellen Antrieb übernimmt ein direkteinspritzender 2,0-Liter-Benziner, der aus zwei Liter Hubraum 115 kW/156 PS generiert, seine Drehmomentspitze erreicht er mit 189 Nm bei 5.000/min. Die Systemleistung des Optima Sportswagon Plugin-Hybrid liegt bei 151 kW/205 PS und 375 Nm Drehmoment. Das reicht für eine Sprintzeit von 9,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und 192 km/h Spitze. Den Verbrauch gibt Kia mit 1,4 Liter Benzin und 12,3 kWh auf 100 Kilometer an. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 33 g/km, allerdings nur während der ersten 100 Kilometer. Danach ist der Stromvorrat aufgezehrt und der Benzinmotor bewegt sich auf dem erheblich höheren Emissions-Niveau konventioneller Antriebe. Die Kraftübertragung auf die Vorderräder übernimmt eine Automatik mit sechs Gängen, die sich im Fahrbetrieb von der sanften Seite zeigt. Der rund 1.815 Kilogramm schwere Sportswagon eignet sich anders als viele ähnlich angetriebene Fahrzeuge und die Optima Limousine auch als Zugwagen, er darf bis zu 1.500 Kilogramm ins Schlepp nehmen. Unter Berücksichtigung der hohen Stützlast (80 Kilogramm) können daraus sogar 1.580 Kilogramm werden. Insgesamt 14 umweltfreundliche Fahrzeuge will Kia bis 2020 im Programm haben. Nach den ersten Prototypen mit Brennstoffzelle (Sportage 2004 und Mohave 2008) soll bis dahin ein Serienfahrzeug mit dieser Antriebstechnik entstehen. Es wird auf dem Fuell-Cell-Fahrzeug der Schwestermarke Hyundai basieren aber vermutlich bessere Leistungs- und Verbrauchwerte aufweisen. Doch auch die Effizienz herkömmlicher Antriebe soll steigen. Basierend auf den Werten von 2014 sollen die Emissionswerte von Verbrennungsmotoren bis 2020 um 25 Prozent sinken. Optimiert werden diese Antriebsstränge vornehmlich im europäischen Entwicklungszentrum von Hyundai und Kia in Rüsselsheim, wo rund 300 Spezialisten aus 20 Ländern außerdem Fahrwerke und Aerodynamik verbessern. +++

+++ Für die anstehende IAA in Frankfurt hat BMW Chef Harald Krüger Überraschungen für den Bereich Elektromobilität angekündigt. Eine dürfte der Elektro MINI sein, der 2019 in den Verkauf kommen soll. Derzeit wird in der Szene intensiv darüber spekuliert, ob BMW bei der am 12. September in Frankfurt beginnenden IAA als Antwort auf das Model 3 von Tesla einen Ausblick auf einen rein elektrischen 3er gibt. Dazu schweigt man in München, ebenso wie zu Spekulation 2, dass ebenfalls in Frankfurt die Elektro Version des Mini stehen wird. Die britische Autocar vermeldet inzwischen: Ja, Mini wird die E-Version zeigen und zwar sowohl die Optik des Stromers wie auch dessen technische Spezifikation. Allzu gewagt ist die Prognose nicht, schließlich soll der Wagen bereits 2019 in den Verkauf kommen. Erst kürzlich hatte die BMW bestätigt, dass der Mini Stromer ungeachtet des Austritts Großbritanniens aus der EU im Stammwerk Oxford produziert wird. Optisch dürfte der Stromer sehr dicht am Mini Dreitürer liegen. Es gibt Spekulationen, wonach der bereits 2013 gezeigte Mini Vision die Vorlage liefern könnte. In jedem Fall rechne ich mit einigen  optischen Modifikationen, um dadurch die E-Version optisch stärker vom konventionell angetriebenen Modell zu unterscheiden. In der ersten Generation trauen die Marktexperten der E-Version des kompakten Stadtflitzers bis zu 4.000 verkaufte Einheiten pro Jahr zu, mit der stärkeren Akzeptanz der Elektromobilität insgesamt werde der Absatz des E-Mini in der folgenden Generation in die Region von 20.000 Einheiten pro Jahr steigen. +++

+++ OPEL als König der Oberklasse? Aber ja doch. Waren es zunächst die KAD Modelle Kapitän, Admiral und Diplomat, die jahrelang alle Konkurrenten in den Verkaufszahlen deklassierten, zündete die Marke mit dem Blitz im Spätsommer 1977 den Senator inklusive Coupéversion Monza. Zur Überraschung von Fans und Fachwelt war die 4,81 Meter lange Sechszylinder-Limousine allerdings kein Nachfolger der kurz zuvor eingestellten V8-Flaggschiffe. Statt opulenter Formen und voluminöser Motoren bot der Senator leichtgewichtige Eleganz mit vergleichsweise effizienten, bis zu 180 PS starken 3,0-Liter Einspritztriebwerken. Trotz unverkennbarer Verwandtschaft mit dem Mittelklassemodell Rekord attackierte der größte Opel die Mercedes S-Klasse und den BMW 7er. Damit hatte nicht einmal die Fachwelt gerechnet: Gut ein Dutzend europäischer Marken fuhr auf der Frankfurter IAA 1977 neue luxuriöse Flaggschiffe vor, aber nur auf dem Opel-Stand umringten die Messebesucher 2 Sechszylinder-Premieren in Zehner-Reihen. Vielleicht lag es daran, dass der repräsentativ gezeichnete Senator und der Monza als Hatchback-Coupé mit scheinbar endlos langer gläserner Heckklappe jene Emotionen auslösten, die der gleichfalls neue, nüchterne Rekord E nicht bewirkte. Anders als der Rekord E waren weder Senator noch Monza sofort zu haben. Die Auslieferung begann erst im Frühling 1978 nach Veröffentlichung der ersten geradezu euphorischen Tests der Fachmedien. “Zwei Stars in der Oberklasse”, “Super-Opel” und “Die leisesten Drei-Liter-Wagen”, lauteten die Schlagzeilen. Das Duo verfügte über laufruhige Motoren dank hydraulischer Dämpfer und als erste Opel über einzeln aufgehängte Hinterräder. Die Test-Verbrauchswerte von 15 bis 17 Litern wurden als “erstaunlich sparsam” bezeichnet, obwohl sich die Konkurrenz damals auch nicht mehr genehmigte. Tatsächlich beeindruckte der Senator ab vollem Serienanlauf im ersten Halbjahr 1979 mit sensationellen Zulassungszahlen. Danach eroberte er ein Drittel der deutschen Oberklasse, nur die Mercedes S-Klasse verfügte über einen knappen Vorsprung. Das parallel zum Senator präsentierte Monza war sogar die unangefochtene Nummer eins der noblen Gran Turismo. Opel schwebte auf Wolke sieben, war wieder ein Player im Premiumsegment, erreichte 1979 mit seinem Gesamtprogramm 968.466 Einheiten und damit einen Produktionsrekord. Alles schien gut und doch standen die Schatten der zweiten Energiekrise an der Wand. Die Folge war eine weltweite Rezession, Kurzarbeit besonders in der Produktion von Oberklassemodellen und bei Opel außerdem die ersten roten Zahlen der Nachkriegszeit. Von den ab Anfang der 1980er Jahre einbrechenden Verkaufszahlen konnten sich Senator und Monza nie mehr nachhaltig erholen. Der anfängliche Jubel der Fachpresse war verklungen und den Opel-Händlern fiel es zunehmend schwer, neue Kunden anderer Marken zu gewinnen. Auch der vom neuen Opel Omega abgeleitete und 1987 eingeführte Senator B konnte das Blatt nicht wirklich wenden. +++

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