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Tagesschau

6 december 201717 Mins Read
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+++ AUDI hat die Überprüfung seiner älteren Dieselautos auf überhöhte Abgaswerte jetzt fast abgeschlossen und will seine Taskforce Diesel in Kürze auflösen. Vorstandschef Rupert Stadler sagte in Ingolstadt: “Im ersten Quartal 2018 sind voraussichtlich alle Motor/Getriebe-Kombinationen geprüft”. Audi komme “Stück um Stück weiter und heraus aus der Dieselkrise”. Die Ergebnisse würden der Überprüfungen dem Kraftfahrtbundesamt vorgelegt, sagte Stadler. Zuletzt hatte Audi im November bei einem A8 Modell noch eine unzulässige Abgas Abschalteinrichtung entdeckt und deshalb 5.000 Autos für ein halbstündiges Software Update in die Werkstatt zurückrufen müssen. Neue Erkenntnisse seien aber bereits von der im Juli angebotenen, für Kunden kostenlosen Nachrüstung von 850.000 Dieselautos abgedeckt, betonte der Vorstandschef. Anfang kommenden Jahres werde die normale Produktsicherung von Audi die Aufgaben der bisherigen Taskforce Diesel mit übernehmen. Ein Monitor der US Regierung überwacht noch 3 Jahre lang die Umgestaltung von Audi. Damit sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen könnten, könne sich heute jeder mit Fragen oder einem Verdacht an einen Ombudsmann wenden, sagte Stadler. Die VW Tochter Audi strebt den Verkauf ihrer Motorradtochter Ducati nicht mehr an. “Ich versichere Ihnen: Ducati gehört zur Audi Familie”, sagte Stadler. Bereits Anfang September hatte Reuters aus Finanzkreisen erfahren, dass Volkswagen den 1,5 Milliarden Euro schweren Verkauf wegen des Widerstands des Betriebsrats und interner Unstimmigkeiten über die Strategie auf Eis gelegt habe. Stadler deutete an, dass sich Audi wegen der guten Liquidität auch ohne den Verkauf der italienischen Tochter gerüstet sieht, den Schwenk in die Elektromobilität und selbstfahrende Autos zu finanzieren. Dazu sollen auch die im Rahmen des Umbauplans für die kommenden Jahre geplanten Einsparungen von 10 Milliarden Euro beitragen. Es gebe daher keine ökonomische Notwendigkeit, sich von Ducati zu trennen. Ducati sei die “perfekte Übersetzung” der Premium Philosophie von Audi in die Welt der Motorräder. Investoren bezweifeln indes, dass die Beteiligung an dem Motorradhersteller für Audi Sinn ergibt. Sie halten es für möglich, dass Volkswagen seine Meinung noch einmal ändert. Die Wolfsburger hatten vor einigen Monaten Banken damit beauftragt, Interessenbekundungen für den Hersteller luxuriöser Sportmotorräder einzuholen. Daraufhin hatten sich Insidern zufolge mehrere potenzielle Käufer gemeldet, darunter die italienische Industriellenfamilie Benetton. Ducati gehört neben dem Hersteller von Luxussportwagen Lamborghini zur VW Tochter Audi. Der Motorradhersteller kam 2016 auf 731 Millionen Euro Umsatz und einen operativen Gewinn von 100 Millionen Euro. +++

+++ BMW hat im November bei den Verkäufen deutlich zugelegt. Gegenüber dem Vorjahr setzte das Unternehmen weltweit mit 220.649 Fahrzeugen 5,2 Prozent mehr ab. Nach 11 Monaten steht nun ein Plus von 3,6 Prozent auf 2,23 Millionen Autos zu Buche. Der Zuwachs bei der Stammmarke BMW liegt von Januar bis November bei 3,7 Prozent auf 1,89 Millionen Pkw. Rivale Mercedes aus dem Daimler Konzern hatte nach 11 Monaten jedoch bereits 2,1 Millionen Autos verkauft. Die VW Tochter Audi lag zuletzt bei 1,7 Millionen Fahrzeugen. Im November lief es bei BMW nach wie vor in Asien rund, aber auch in den USA gab es wieder ein Verkaufsplus. Vor allem der neue 5er sorgte bei der Hausmarke der Münchner für Schwung. Nach und nach ist das neue Modell in immer mehr Regionen verfügbar, im November stiegen die Verkäufe um ein Fünftel. Zudem kamen Stadtgeländewagen weiter gut bei den Käufern an. Bisher hat BMW in diesem Jahr knapp 90.000 elektrifizierte Autos verkauft; ein Plus von fast 2 Dritteln. Auf Jahressicht sollen es 100.000 E-Autos werden. +++

+++ In atemberaubendem Tempo wurde seit 2015 mit chinesischem Geld die deutsche Traditions-Automarke BORGWARD wiederbelebt. Doch mittlerweile gibt es Anzeichen, dass die finanziellen Mittel für den Neustart knapp werden. Noch im September 2017 machte die mit chinesischem Geld wiederbelebte Automarke Borgward mit großem IAA Messeauftritt und ambitionierten Expansionsplänen von sich Reden. Doch es deuten sich beim Borgward Eigner Foton finanzielle Engpässe an. Der Nutzfahrzeug Hersteller Foton soll bereits nach einem Käufer für die Marke Borgward suchen. Als möglicher Investor wird die Baoneng Group genannt, hinter dem der chinesische Multimilliardär Yao Zhenhua steht. Dafür, dass Borgwards Expansionspläne möglicherweise ins Stocken geraten, gibt es auch in der alten Borgward Heimat Bremen Hinweise. Dort haben die Chinesen für das Jahr 2018 den Aufbau einer Fertigung für bis zu jährlich 50.000 Elektro und Plug-In-Hybrid Modelle, einer Teststrecke und einer Auslieferungs-Station angekündigt, doch der entsprechende Kaufvertrag für das geplante Areal wurde bislang nicht unterzeichnet. Laut früherer Ankündigungen wollte Borgward das SUV BX7 und das Kompakt SUV BX5 in Bremen montieren. Borgward hatte Anfang 2015 auf dem Genfer Autosalon sein Comeback als Automarke angekündigt. Der Hersteller hatte Bremen in den Jahren 1949 bis 1961 zu Deutschlands nördlichster Autometropole gemacht. Anfang der 1950er Jahre hatte das Unternehmen mit seinen Tochtermarken nach Volkswagen und Opel den dritten Platz der deutschen Zulassungscharts inne. Trotzdem scheiterte Borgward Anfang der 60er-Jahre aus finanziellen Gründen. Um das Ende der Bremer ranken sich seitdem Mythen und Dolchstoßlegenden. Allerdings ist die wechselvolle Geschichte mittlerweile nur noch automobilhistorisch interessierten Deutschen gegenwärtig. +++

+++ DAIMLER Personalvorstand Wilfried Porth sieht im beginnenden Wandel in der Autoindustrie keinen Grund zur Sorge um die Arbeitsplätze. Man müsse vernünftig mit dem Thema umgehen, sagte Porth. “Richtig ist, dass ein sehr langer Übergang stattfinden wird, dessen Dauer und Intensität im Moment keiner vorhersagen kann”, betonte er. Die konventionelle Antriebstechnologie werde es noch eine ganze Zeit geben, der Anteil elektrisch betriebener Fahrzeuge werde wachsen. “Und vielleicht wird es auch eine dritte oder vierte Variante geben, an die man heute noch nicht denkt oder die nicht so im Fokus steht”. Daimler hatte im Oktober allen gut 130.000 Stammbeschäftigten im Inland eine Jobgarantie bis 2029 ausgesprochen. Schon bis 2025 will der Konzern den Anteil der Elektrofahrzeuge am Absatz auf 15 bis 25 Prozent heben. Für deren Produktion werden aus Sicht von Experten voraussichtlich deutlich weniger Menschen gebraucht, weil die Antriebe nicht so komplex sind. Daimler wolle aber auch mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor noch weiter wachsen, betonte Porth. Diese Effekte müsse man gemeinsam betrachten. Natürlich werde es in der Produktion des Antriebsstrangs auf lange Sicht eine Verschiebung geben, aber wie genau die aussehen wird, lasse sich noch nicht sagen. In der Übergangsphase gebe es insgesamt eher mehr Arbeit, vor allem in der Entwicklung. Auch den starken Ausbau der sogenannten Mobilitätsdienstleistungen sieht Porth nicht als Gefahr für die Arbeitsplätze im Kerngeschäft. “Wenn man Mobilitätsdienstleistungen anbieten will, braucht man immer noch ein Auto”, sagte der 58-Jährige, der als Personalvorstand für weltweit mehr als 290.000 Beschäftigte verantwortlich ist. Die Kernkompetenz der Entwicklung liege weiterhin im Inland, betonte Porth. Für ein Unternehmen wie Daimler sei es auch nicht schwierig, Mitarbeiter zu finden, die sich mit der Weiterentwicklung der Elektromobilität beschäftigen. Im Start-up-Bereich hingegen könne man mit den Rahmenbedingungen in Deutschland (auch von rechtlicher Seite) nicht mit anderen Standorten mithalten. “Viele Politiker fliegen in die USA ins Silicon Valley oder nach Tel Aviv, gucken sich das an und sind ganz begeistert vom Gründergeist und der Energie dort”, kritisierte Porth. “Aber wenn sie dann zurückkommen, ändern sie nichts an den Rahmenbedingungen hier, die mit starren Arbeitszeitgesetzen und überbordender Bürokratie nicht gerade innovationsfreundlich sind”. +++

+++ Nach dem Vorstoß von Volkswagen Chef Matthias Müller zum Abbau der Steuervorteile für DIESEL Autos und zu Fahrverboten für ältere Diesel in Innenstädten sieht die Bundesregierung vorerst keinen Handlungsbedarf. “Die Bundesregierung hat gegenwärtig keine Pläne, an der Dieselbesteuerung etwas zu ändern”, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt hat sich derweil irritiert über den Vorstoß von gezeigt. “Dass die Automobilindustrie Fahrverbote fordert, verwundert sehr”, sagte der CSU Politiker. Die blaue Plakette bedeute “nichts anderes als die kalte Enteignung von Millionen von Diesel Besitzern”. Die Autoindustrie stehe “sehr deutlich in der Verantwortung”, mehr Mobilität bei weniger Emissionen zu schaffen. Das Umweltministerium steht dem Diesel allerdings nicht so freundlich gegenüber. Eine Sprecherin erinnerte an die Aussage von Ministerin Barbara Hendricks (SPD), dass der Diesel eine steuerliche Bevorzugung nur dann verdient hätte, wenn er auch einen Umweltvorteil habe. “Das sieht im Moment aber nicht danach aus”, sagte sie mit Blick auf die gesundheitsgefährdenden Stickoxid Emissionen. Damit scheint ein weiteres Streitthema für die anstehenden Regierungs-Sondierungen zwischen Union und SPD auf die Agenda zu rücken. Volkswagen Chef Müller hatte sich angesichts drohender Fahrverbote in Innenstädten zuvor für einen Abbau der Steuervorteile beim Diesel ausgesprochen. “Wenn der Umstieg auf umweltschonende E-Autos gelingen soll, kann der Verbrennungsmotor Diesel nicht auf alle Zeiten weiter wie bisher subventioniert werden”, sagte. Er plädierte für eine schrittweise Umschichtung der Steuererleichterungen für den Diesel, um umweltschonende Antriebstechniken zu fördern. Müller sprach sich zudem für die Einführung einer blauen Umweltplakette für Dieselfahrzeuge aus, deren Vergabe an einen bestimmten Stickoxid-Wert gebunden werden solle. Das CSU geführte Verkehrsministerium bekräftigte dagegen seine Ablehnung einer blauen Plakette. Bund, Länder und Kommunen hätten bereits ein “schlagkräftiges Sofortprogramm in Milliardenhöhe” gegen drohende Fahrverbote und für saubere Luft in den Städten beschlossen. Dazu gehöre auch die Förderung der Elektromobilität. Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen verlangt von der nächsten Bundesregierung, die geringere Besteuerung von Dieselsprit im Vergleich zu Benzin rasch auf den Prüfstand zu stellen. Die Menschen bräuchten Planungssicherheit für den Autokauf, sagte Klaus Müller: “Ein schrittweiser Abbau der Dieselsubvention wäre sinnvoll”. +++

+++ MERCEDES im Höhenflug: Die Daimler-Marke hat per November mehr Autos verkauft als noch im gesamten Vorjahr und knackte den Absatz von 2 Millionen Fahrzeugen. Per November erzielte der Premiumautobauer Mercedes-Benz einen Jahresabsatz 2.095.810 Einheiten und ein Absatzwachstum von 10,7 Prozent. “Im November hat Mercedes die 2 Millionen Marke und damit den gesamten Vorjahresabsatz übertroffen”, sagt Britta Seeger, Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für Mercedes-Benz Cars Vertrieb und spricht vom erfolgreichsten Verkaufsjahr in der Geschichte des Unternehmens. Im vergangenem Monat war Mercedes nach eigenen Angaben zulassungsstärkste Premiummarke in 9 Ländern, darunter Deutschland, USA und Mexiko. Auf dem Heimatkontinent Europa setzte Mercedes seit Jahresbeginn 879.878 Einheiten ab und verzeichnete damit ein Wachstum 7,3 Prozent. Allein in Deutschland erreichte die Premiummarke einen Absatz 281.946 Fahrzeugen. In der Region Asien-Pazifik setzten die Stuttgarter per November 802.565 Einheiten ab, davon 539.728 Fahrzeuge in China; 27,3 Prozent mehr als noch 2016. In den USA gingen die Abtsazzahlen per November um 2 Prozent leicht zurück: Hier setzte Mercedes 302.043 Einheiten von Januar bis November dieses Jahres ab. Seit Jahresbeginn liegt der Absatz der E-Klasse Limousine und des Estate Modells bei 46,0 Prozent über dem vergleichbaren Wert aus 2016. Eine besonders hohe Nachfrage nach der Langversion der E-Klasse Limousine führte nach Angaben der Stuttgarter dazu, dass mehr als doppelt so viele Einheiten abgesetzt wurden als in den ersten 11 Monaten des Vorjahres. Die neue S-Klasse Limousine, die seit September in den USA und China auf dem Markt ist, erzielte im vergangen Monat ein Wachstum von 18,5 Prozent. Die SUVs von Mercedes-Benz verbuchten sowohl im November (73.418 Einheiten) als auch seit Jahresbeginn (731.626 Einheiten) einen Absatzwachstum, nicht nur weltweit, sondern auch in jeder der drei Kernregionen Europa, Asien-Pazifik und NAFTA. Zur Absatzsteigerung trugen laut Mercedes-Benz der GLC, der GLA, das GLC Coupé und der GLS bei. +++

+++ PORSCHE will nach dem Start des sogenannten Mission E noch weitere reine Elektroautos auf den Markt bringen. “Wir denken heute bereits über Derivate des Mission E nach”, kündigte Produktionsvorstand Albrecht Reimold an. “Zusätzlich planen wir weitere reinelektrische Fahrzeuge und untersuchen passende Segmente”. Mit der anderen Volkswagen Konzerntochter Audi arbeite man an einer gemeinsamen Elektrofahrzeug Architektur. Der Mission E ist der erste rein elektrische Porsche, der Ende des Jahrzehnts auf den Markt kommen soll. Der Autobauer investiert rund 1 Milliarde Euro in das Projekt. Einen Elektromotor hat bei Porsche in der jeweils aktuellen Generation derzeit nur der Funftürer Panamera, den es seit Mitte des Jahres als Plug-In-Hybriden gibt. Den Angaben zufolge haben rund 60 Prozent aller seitdem in Europa ausgelieferten Panamera einen Hybrid-Antrieb. +++

+++ Das Fließband im Volkswagen Werk Kaluga hat wieder einen Gang höher geschaltet: Mitten in der Montagehalle auf rund 2,5 Meter Höhe erhält das neue Tiguan Modell gerade seinen spritzigen 2 Litermotor. Gerade einmal 2 Minuten dauert die Zusammenführung von Karosserie und Motor, dann steht schon ein Skoda Rapid als nächster auf der Platte. Dank Vollautomatisierung in der Fabrik sind hierbei nicht einmal menschliche ‘Zeugen’ nötig. Die rund 4.000 Angestellten in Kaluga haben auch so genug zu tun: Löten, schweißen, schleifen, Elektronik und Zubehörteile einpassen. Der Lärm in der Fabrikhalle hält bis nach Mitternacht an. “Seit 2 Wochen fahren wir wieder Samstagsschichten, weil wir Produktion aufholen müssen”, erklärt der Generaldirektor der Volkswagen Gruppe in RUSSLAND , Marcus Osegowitsch. Zudem sei die zunächst geplante Schließung zur katholischen Weihnacht (die in Russland kein Feiertag ist) vom Tisch. “Wir geben Gas und machen bis zum 31. Dezember durch”, fügte er hinzu. Nicht nur bei Volkswagen wird geklotzt: Nur 30 Kilometer weiter westlich schraubt der Autokonzern PSA eilig eine Montagefabrik zusammen, weil ab Anfang nächsten Jahres dort die Kleintransporter Peugeot Expert und Citroёn Jumpy vom Band laufen sollen. Und in Russlands zweiter Automobilhauptstadt St. Petersburg haben die 3 dort ansässigen Autowerke von Nissan, Hyundai und Toyota im Oktober einen neuen Produktionsrekord aufgestellt: 32.500 Fahrzeuge bedeuten zugleich ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr für den Standort. Alle Autobauer in Russland versuchen krampfhaft, die Produktion anzukurbeln. Denn: Wer tief fällt, kann hoch steigen. 4 Jahre lang stürzten die Absätze auf dem russischen Automarkt ins beinah Bodenlose. Von seinem Hochstand 2012, als 2,78 Millionen Neuwagen verkauft wurde, war 2016 gerade einmal die Hälfte übrig (1,426 Millionen Fahrzeuge). Die Hersteller reagierten mit Entlassungen, Kurzarbeit und (manche wie General Motors in St. Petersburg) sogar radikal mit einer Werkschließung. Doch nun geht es wieder aufwärts, und zwar ebenfalls in 2-stelligem Tempo. Derzeit wächst der Markt um rund 11 Prozent, doch er beschleunigt gerade noch einmal am Berg. Im Oktober lag das Plus bei 17,3 Prozent. Es sei bereits der 8e Monat in Folge, dass die Umsätze steigen. Zuletzt habe es das 2012 gegeben, freute sich Jörg Schreiber, der Chef des Automobilkomitees bei der Vereinigung Europäischer Unternehmen in Moskau (AEB): “Natürlich ist der Umsatz des heutigen Marktes weit entfernt vom damaligen Rekord”. Aber bei den derzeitigen Wachstumsraten habe der Markt die Chance immerhin das Ergebnis von 2015, also etwa 1,6 Millionen Neuwagen, einzustellen, schätzt er. Die Jahresendrallye wird von der Furcht der Russen getrieben, dass wichtige Stützungsmaßnahmen wegfallen. Da allerdings die Subventionen von Autokrediten als wichtigste Regelung erhalten bleibt, nennt Osegowitsch den jetzigen Andrang einen “etwas künstlichen Rush”, der das Wachstum zu Beginn 2018 etwas schmälern werde. Dennoch ist der gebürtige Österreicher optimistisch: “Für nächstes und übernächstes Jahr habe ich keine Bedenken”. Auch 2018 falle das Wachstum zweistellig aus. Zwar hält er die in Moskau einst geäußerten Ambitionen, Deutschland als Europas Automarkt Nummer-1 abzulösen für illusorisch, mit einer Kapazität von bis zu 2,7 Millionen Pkw pro Jahr sei die Bedeutung Russlands für Autobauer trotzdem “gewaltig”, so Osegowitsch. Die seit 2014 dauernde Krise hat jedoch nachhaltige Folgen. Rubelabwertung und hohe Inflation haben die Realeinkommen der Russen der offiziellen Statistik nach um rund 10 Prozent schmelzen lassen. Und selbst im laufenden Jahr verläuft die Entwicklung nicht konstant: Verkündete das Arbeitsministerium noch im September ein Plus der Reallöhne um 2,5 Prozent, so trübte die Oktoberstatistik mit einem Minus von 1,3 Prozent das Bild. “Wir werden langsamer aus der Krise kommen als in früheren Jahren”, meint Osegowitsch daher. Der Trend geht zudem angesichts des geringeren Budgets eher zum kleineren Auto als zum Luxuswagen. “Der Bedarf in den geringeren Einkommensklassen ist am höchsten”, sagt Schreiber. Nicht umsonst ist der Hersteller der russischen Billigmarke Lada Avtovaz (inzwischen Teil des Renault Konzerns) einer der Gewinner des Jahres mit einem Absatzplus von 17,2 Prozent. Die im gleichen Segment beheimatete Kia Gruppe konnte gar um 25,4 Prozent zulegen. Auch die Marke Volkswagen zählt mit 17,5 Prozent zu den Gewinnern, allerdings wird das Gesamtergebnis des Konzerns durch den miesen Verkauf von Audi (-20,2 Prozent) deutlich gedrückt. Auch andere deutsche Automarken leiden unter der Umorientierung: Während BMW durch ein starkes Finish immerhin noch auf einen 2-stelligen Wachstumssprung in diesem Jahr hoffen kann (derzeit liegt das Plus bei 7,5 Prozent), muss Mercedes bislang ein Minus von 0,9 Prozent, Porsche gar ein Minus von 8,5 Prozent verkraften. Ein Grund dafür ist auch, dass beide bislang ausschließlich importieren: Bei Mercedes soll sich das bald ändern: Für 250 Millionen Euro bauen die Stuttgarter an einer Fabrik im Gebiet Moskau. Ab 2019 sollen dort E-Klasse Limousinen und später auch die in Russland beliebten SUV Modelle gefertigt werden. Bis dann, so hofft die Mercedes-Führung, springt auch das Luxus-Sortiment in Russland wieder an. +++

+++ Dass Autos selbst fahren, ist offenbar nicht so leicht, wie Elon Musk es sich vorgestellt hat. “Komplette Autonomie werden wir in ungefähr 2 Jahren erreicht haben”, sagte Musk auf einer Technik Konferenz im Dezember 2015. Dann könnten Autos nach der ‘Level 4’ Definition selbständig fahren, das heißt: Sie können auf den richtigen Strecken eine ganze Reise sicher absolvieren, ohne dass der Mensch eingreifen muss. Heute ist Musks Prognose fast auf den Tag genau 2 Jahre her, und sicher ist: Sie war falsch. Das autonomste Serienfahrzeug überhaupt erreicht heute nur ‘Level 3’, das heißt der Fahrer kann seine Aufmerksamkeit tatsächlich für eine gewisse Zeit abwenden, muss aber bereit bleiben, das Auto wieder zu übernehmen. Das leistet Stand jetzt nur der Audi A8, er kann zumindest technisch auf Autobahnen im Stau bis 60 Kilometer pro Stunde selbständig fahren. Musks Tesla hat zwar einen so genannten Autopilot, bei dem allerdings darf der Fahrer sich offiziell nicht abwenden. Für Unfälle, die mit eingeschaltetem Autopilot passierten, machte TESLA die Fahrer verantwortlich: Sie hätten unerlaubterweise die Hände vom Steuer genommen. 2 Jahre später hat Musk also seine Voraussage überarbeitet. Ab jetzt dauere es noch 2 Jahre, bis Autos selbständig fahren könnten, sagte er auf einer Konferenz über Künstliche Intelligenz. In 3 Jahren würden sie besser fahren als Menschen. Falls diese Prognose tatsächlich eingehalten wird, ist trotzdem noch nicht klar, ob diese Autos dann von Tesla kommen. Tesla hat nicht nur enorme Schwierigkeiten mit der Herstellung seines Mittelklasse-Wagens Model 3, sondern auch mit der Weiterentwicklung seines Autopiloten. Im vergangenen Jahr kündigte er an, die neuen Teslas würden mit der notwendigen Hardware kommen, die eines Tages das Selbstfahren möglich mache. Seine Ingenieure fanden diese Ausstattung aber längst nicht reif zum Selbstfahren. Seit August 2017 haben sowohl der Chef des zuständigen Teams als auch sein Nachfolger das Unternehmen verlassen, zudem mehrere Ingenieure. +++

+++ Im Diesel-Skandal hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) nun auch beim Volkswagen SUV Modell TOUAREG einen Rückruf wegen unzulässiger Abgastechnik angeordnet. Davon seien in Deutschland 25.800 und weltweit insgesamt 57.600 Fahrzeuge betroffen, teilte das KBA mit. Betroffen sind Fahrzeuge des Typs VW Touareg 3.0 Liter-Diesel mit der Norm Euro 6. Die Produktion von Neufahrzeugen sei durch Volkswagen bereits umgestellt worden. Ein von VW vorgelegtes Softwareupdate sei vom KBA inzwischen geprüft und freigegeben worden. Ende Juli hatte der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mitgeteilt, im Porsche Cayenne mit 3,0 Liter TDI Motor sei eine illegale Abgas Software eingesetzt worden. Für europaweit 22.000 Fahrzeuge des Typs wurde ein Pflicht-Rückruf angeordnet. Damals wurde angekündigt, es solle auch dem Verdacht nachgegangen werden, dass beim Touareg eine gleiche Wirkung bestehen könnte. +++

+++ Die VOLKSWAGEN Kernmarke hat im November bei den Auslieferungen kräftig zugelegt. Weltweit lieferte die Marke mit dem blauen VW Logo 594.300 Autos an Kunden aus, das waren 11,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Wolfsburger kommen nach 11 Monaten damit auf ein Auslieferungsplus von 4 Prozent auf 5,64 Millionen Autos. Auch in Deutschland, wo die Dieselkrise den Absatz zuletzt belastet hatte, konnte VW im November wieder punkten und 8 Prozent mehr Fahrzeuge loswerden. Insgesamt gab es die stärksten Zuwächse aber in den sich erholenden Märkten Russland und Brasilien. In China kletterten die Verkäufe weiter ebenfalls kräftig. Lediglich in Nordamerika gab es im abgelaufenen Monat ein Minus. +++

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