Tagesschau

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+++ BMW muss den Verkauf diverser Benzin-Modelle für einige Zeit unterbrechen. Der 7er mit Ottomotor soll in Europa für 9 Monate vom Markt genommen werden, lediglich der Plug-in-Hybrid und die Diesel-Varianten sind dann bestellbar. Das bestätigte ein BMW-Sprecher. Der Grund für die Angebot Unterbrechung: ein fehlender Partikelfilter für die Direkteinspritzer. Ab 1. September 2018 wird die neue Euronorm 6c mitsamt dem neuen WLTC-Prüfzyklus Pflicht für alle Neuwagen: Benziner mit Direkteinspritzung dürfen dann nur noch ein Zehntel der bislang geduldeten Rußpartikel ausstoßen. Neben BMW 740i, 750i (inkl. Li und xDrive) sowie 760Li xDrive sind X1 20i/25i, X2 20i, 225i xDrive Active Tourer, M3 und M550i xDrive vorübergehend nicht im Angebot. Während BMW den Verkauf der Benzin-7er bis März 2019 unterbechen will, ist die Länge der Auszeit bei den übrigen Modellen nicht bekannt. Für den aktuellen M3 bedeutet die neue Euronorm aber wohl das Aus. Die Produktion läuft im Mai 2018 aus, und damit etwas früher als geplant. BMW arbeitet schon am Nachfolger, der 2020 kommen soll. +++

+++ In der Debatte um Dieselabgase und Fahrverbote lehnt die Autobranche in DEUTSCHLAND technische Nachrüstungen an Dieselautos für eine bessere Abgasreinigung weiter ab. Die bereits laufenden Updates der Motorsoftware führten nicht dazu, dass die Autos mehr Kraftstoff verbrauchten, sagte der Präsident des Branchenverbands VDA, Bernhard Mattes. “Hardware-Nachrüstungen hingegen würden Verbrauch und CO2-Ausstoß erhöhen. Das kann ja kaum jemand wollen”. Zudem würde es 2 bis 3 Jahre dauern, bis die Motoren umgebaut werden könnten, da Entwicklung und Erprobung Zeit bräuchten. Umweltschützer, aber auch Teile der Bundesregierung halten technische Nachrüstungen an Dieselautos für notwendig, um Fahrverbote in manchen Städten zu vermeiden. Anders ließen sich die EU-Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide nicht schnell genug einhalten, so das Argument. Sollten Fahrverbote kommen, könne die Branche mit den Hardware-Updates Fahrer älterer Diesel davor schützen, nicht mehr in bestimmten Straßen oder Stadtteilen fahren zu dürfen. Mehrere Gutachten zu technischen Nachrüstungen liegen beim Bund vor, sind aber noch nicht veröffentlicht. Bundesumweltministerin Svenja Schulze dringt auf einen baldigen Diesel-Gipfel von Politik und Branche, um über verpflichtende Nachrüstungen zu sprechen. Die Branche wisse um ihre Verantwortung, sagte Mattes und verwies auf 250 Millionen Euro, die BMW, Daimler und Volkswagen in einen Fonds ‘Nachhaltige Mobilität für die Stadt’ zahlten. Wenn der Anteil moderner Diesel steige, dann werde auch die Luft “deutlich sauberer”, sagte er. +++

+++ Euro 5 DIESEL Autos sind nach einer Umfrage des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) nur noch mit erheblichem Abschlag zu verkaufen. Nach Angaben von 1.817 Automobilhändlern aller Marken gaben ein Drittel der Befragten an “Euro5 Diesel für den Verkauf zwischen 30 und 50 Prozent abwerten zu müssen”, so der ZDK. Ein weiteres Drittel sieht einen Nachlass zwischen 10 und 30 Prozent. Euro5 Diesel sind gar nicht verkaufen zu können, so gaben 10,6 Prozent der Händler an. Nach Meinung von 43 Prozent der Autohändler könne sich der Wert der Diesel-Fahrzeuge nach Euro5 Abgasnorm noch mit einer Hardware-Nachrüstung stabilisieren. Hier fordert der ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn: “Bundesverkehrsminister Scheuer muss seinen ersten Ankündigungen, ernste Gespräche mit den Herstellern zu führen, jetzt schnell Taten folgen lassen. Wir brauchen dringend eine Nachrüst-Verordnung für ältere Diesel mit bereits erfolgreich erprobten Hardware-Systemen. Hersteller und Importeure sind moralisch in der Pflicht, sich an der Finanzierung der Hardware-Nachrüstung zu beteiligen”. Auch bei den Fahrzeugen mit Euro6 Dieselmotoren ist die Situation angespannt. 38,7 Prozent der befragten Händler gaben an, nur noch Modelle mit der neuesten Abgasnorm Euro6d und Euro6d-Temp verkaufen zu können. Für rund 37,2 Prozent der Händler sei ein Verkauf von Euro6 Dieseln momentan kaum möglich. Die Händler erwarten laut der Umfrage auch ein stärkeres Engagement der Autohersteller. Konkrete Unterstützungsmaßnahmen: 40,6 Prozent fordern eine verstärkte Beteiligung der Hersteller und Importeure am Restwert-Risiko insbesondere der Euro5 Leasing Rückläufer. Für 16,3 Prozent der Händler wäre ein Garantiepaket für den Kunden mit Rückgaberecht des Diesel-Fahrzeugs bei verhängten Fahrverboten eine mögliche Alternative. +++

+++ NISSAN will ab 2022 jährlich 1 Million elektrifizierte Fahrzeuge verkaufen. Parallel dazu sollen das Angebot elektrifizierter Modelle ausgebaut, autonome Fahrsysteme weiter vorangebracht und die Entwicklung von Konnektivitätsdiensten beschleunigt werden. Im Rahmen seines Unternehmensplans ‘Nissan M.O.V.E. to 2022’ hat der japanische OEM einen 7-Punkte Plan aufgestellt. Wie das Unternehmen mitteilt, sind folgende Maßnahmen im Rahmen dieses Plans vorgesehen: 1) die Entwicklung von 8 neuen Elektrofahrzeugen, aufbauend auf dem Erfolg des Weltbestsellers Nissan Leaf. 2) der Start einer Elektroauto-Offensive in China. 3) die Einführung eines elektrischen ‘Kei Cars’ in Japan. 4) die Einführung eines vom Nissan IMx Concept inspirierten Crossover-Elektroautos. 5) die Elektrifizierung neuer Infiniti Modelle ab dem Geschäftsjahr 2021. 6) die Implementierung autonomer Fahrtechnik in 20 Modellen auf 20 Märkten. 7) 100 % Konnektivität für alle neuen Modelle von Nissan, Infiniti und Datsun auf Schlüsselmärkten zum Abschluss des Plans. “Wir möchten, dass Nissan als Vorreiter in den Bereichen Automobil-, Technologie- und Geschäftsentwicklung wahrgenommen wird”, sagt Nissan Chief Planning Officer Philippe Klein. “Damit treiben wir die Realisierung unserer Strategie von Nissan Intelligent Mobility voran, die auf den Säulen Elektrifizierung, autonomes Fahren, Konnektivität und neue Mobilitätsdienste basiert”. Klein erklärt darüber hinaus, dass der Plan eine Umsatzsteigerung von 30 Prozent auf 16,5 Billionen Yen (ca. 157 Mrd US-Dollar) bis Ende des Geschäftsjahres 2022 vorsieht. Das Unternehmen strebt zudem eine Umsatzrendite von 8 Prozent und einen kumulierten Free Cash Flow von 2,5 Billionen Yen an. Die Synergien der Renault-Nissan-Mitsubishi Allianz bei der gemeinsamen Nutzung von Plattformen und Antrieben wirkten dabei unterstützend auf die Erreichung der Ziele. Teil der Nissan Elektrifizierungsstrategie ist eine Produktoffensive in China. Sie umfasst ein für dieses Jahr vorgesehenes Elektroauto für das C-Segment, das auf der Technik des Leaf basiert, und ein erschwingliches Elektroauto auf Basis einer A-Segment SUV Plattform. Dieses Modell wird von der Allianz und Dongfeng in dem Joint-Venture eGT New Energy Automotive entwickelt. Zwei weitere Elektroauto-Varianten sind für die Marke Venucia vorgesehen. Auch die e-Power Antriebstechnik will Nissan erklärtermaßen auf weitere Modelle ausweiten. Bislang wird der e-Power Antrieb (ein serielles Hybridsystem, bei dem der Verbrennungsmotor Strom für den Elektromotor generiert) in den Modellen Note und Serena in Japan angeboten. Im ersten Jahr hat Nissan mehr als 129.000 Einheiten des Note e-Power verkauft; mehr als zwei Drittel der Note Kunden entscheiden sich für die e-Power Variante anstelle einer konventionellen Antriebsoption. Nissan geht davon aus, dass elektrifizierte Fahrzeuge (darunter Elektroautos und e-Power-Modelle) bis 2022 rund 40 Prozent und bis 2025 rund 50 Prozent des Unternehmensabsatzes in Japan und Europa ausmachen werden. In den USA erwartet das Unternehmen einen Anteil von 20 bis 30 Prozent bis 2025, in China sind es 35 bis 40 Prozent. Auch Infiniti wird zur Beschleunigung der Elektrifizierung beitragen. Neue Modelle mit rein elektrischem oder e-Power Antrieb werden ab dem Geschäftsjahr 2021 eingeführt. Bis 2025 werden elektrifizierte Fahrzeuge 50 Prozent des globalen Absatzes der Premiummarke ausmachen. Zu Nissans Zielsetzung gehört in diesem Zusammenhang auch, automatisierte Systeme weiter voran zu treiben und bis zum Jahr 2022 die ProPilot Technologien in 20 Modellen auf 20 Märkten anzubieten. Ab 2022 will Nissan jährlich rund 1 Million Einheiten mit ProPilot Fahrsystemen verkaufen. Gleichzeitig baut Nissan den Umfang des Systems weiter aus, um künftig unter anderem mehrspuriges Fahren auf Autobahnen zu beherrschen. Die neuen Funktionen werden innerhalb eines Jahres im Rahmen eines Pilotprojekts in Japan eingeführt werden. “Wir wollen unsere autonomen Fahrtechnologien weiterentwickeln und freihändigen Fahrkomfort unter allen Bedingungen erreichen”, sagt Nissan Senior Vice President Research and Advanced Engineering sowie Alliance Global Vice President Takao Asami. Alle neuen Modelle von Nissan, Infiniti und Datsun, die auf den Schlüsselmärkten verkauft werden, sollen in Zukunft über Konnektivitätslösungen verfügen, ermöglicht durch die Einführung der ‘Alliance Connected Cloud’. “Alle Unternehmen der Allianz können Daten der künftigen und aktuellen vernetzten Fahrzeuge in die Cloud einspeisen, von neuen Modellen und von solchen, die bereits heute auf der Straße unterwegs sind”, sagte Alliance Senior Vice President of Connected Vehicles and Mobility Services Ogi Redzic. “Die Cloud unterstützt beispielsweise Infotainment-Services und das drahtlose Aufspielen von Fahrzeug-Updates”. Zudem bietet die Alliance Connected Cloud das Fundament für neue Konnektivitäts- und Mobilitätsdienste wie etwa den autonomen Fahrdienst ‘Easy Ride’, den Nissan derzeit zusammen mit dem japanischen Partner DeNA erprobt. Anfang der 2020er Jahre will Nissan einen solchen Mobilitäts-Service einführen. +++

+++ OPEL soll ein Programm für freiwillige Abfindungen planen. Dieses soll ab sofort in Kraft treten. Außerdem solle es einen zusätzlichen finanziellen Anreiz für alle geben, die den Betrieb besonders schnell verlassen. Gedeckelt sein soll das Programm auf maximal 275.000 Euro pro Mitarbeiter. Ausgenommen sind laut dem Bericht Mitarbeiter in Altersteilzeit, Frührentner und Auszubildende. Erst in der vergangenen Woche waren die Sanierungsgespräche zwischen den Arbeitnehmervertretern und dem neuen Mutterkonzern PSA ins Stocken geraten. In einer verbreiteten Erklärung wirft die Opel-Tarifkommission den Managern vor, bestehende Tarifverträge aushöhlen zu wollen. Die Marke mit dem Blitz gehört seit August zu dem Autokonzern, der noch die Marken Peugeot und Citroën herstellt. Seitdem fiel in Rüsselsheim ein Betriebsverlust von 179 Millionen Euro an. Bis Mitte des Jahres sind Teile der Belegschaft in Verwaltung und Entwicklung bei Opel in Kurzarbeit, um die Kosten zu drücken. Noch mit dem Alt-Eigentümer General Motors war im vergangenen Jahr für die Mitarbeiter der deutschen Werke ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2018 sowie mehrere Produktionszusagen vereinbart worden, die PSA beim Opel-Kauf übernommen hat. Im November hatte PSA-Chef Carlos Tavares ein Sanierungsprogramm angekündigt, das ohne Werkschließungen und Entlassungen auskommen soll. Investiert werde aber nur dort, wo die Kosten stimmten, hatte der Portugiese gemeinsam mit Opel-Chef Michael Lohscheller angekündigt. Man sei bei entsprechender Kostenbasis weiterhin zu Investitionen auch an den deutschen Standorten bereit, erklärte ein Opel-Sprecher. Nachdem in dieser Woche eine Reihe von Investitionsentscheidungen für Opel-Standorte außerhalb Deutschlands bekanntgegeben worden waren, verlangen die Gewerkschafter nun von PSA, “unverzüglich konstruktive Vorschläge für die deutschen Standorte vorzulegen”. Die Arbeitnehmer lehnten zudem einen Ausstieg aus dem Metall-Flächentarifvertrag ab und verlangten neue Vereinbarungen, deren Laufzeit deutlich über das Jahr 2020 hinausgehen müsse. Basis wäre ein langfristiger Opel-Zukunftsplan. Es sei nun an der Zeit für die Arbeitgeber, endlich konstruktive Vorschläge zu unterbreiten, erklärte der Tarifsekretär des IG-Metall-Bezirks Mitte, Uwe Schütz. +++

+++ Der tödliche Unfall mit dem ROBOTERAUTO des Fahrdienstes wäre seinem Unternehmen nicht passiert, sagt der Chef der Alphabet-Sparte. Die beiden Wettbewerber haben schon seit längerem ein gespanntes Verhältnis. Der tödliche Unfall mit einem vom Fahrdienst Uber betriebenen Roboterauto hat Fragen aufgeworfen, wie sicher und zuverlässig autonome Fahrsysteme sind und ob sie strenger reguliert werden sollten. Jetzt hat sich eines der prominentesten Unternehmen auf diesem Gebiet zu Wort gemeldet, und dabei Uber sehr schlecht aussehen lassen. John Krafcik, der Vorstandsvorsitzende von Waymo, beschrieb den Unfall auf einer Konferenz in Las Vegas als vermeidbar und sagte, er wäre seinem Unternehmen nicht passiert. “Wir haben großes Vertrauen, dass unsere Technologie robust wäre und mit einer Situation wie dieser umgehen könnte”, sagte er. Waymo ist eine Tochtergesellschaft der Alphabet-Holding, zu der auch der Internetkonzern Google gehört. Bei dem Unfall im amerikanischen Bundesstaat Arizona wurde eine 49 Jahre alte Frau von dem Uber-Auto erfasst, als sie in der Dunkelheit ihr Fahrrad über eine Straße schob. Die Frau starb im Krankenhaus an ihren Verletzungen. Der Wagen befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls im autonomen Fahrmodus, allerdings war eine Fahrerin am Steuer, um in Notfällen eingreifen zu können. Die Ermittlungen zum Unfallhergang laufen noch. Die Polizei in Arizona hatte zunächst verlauten lassen, Uber trage wohl keine Schuld, allerdings rückt ein mittlerweile veröffentlichtes Polizeivideo das Unternehmen nicht gerade in ein positives Licht. Darin ist zu sehen, dass die Frau zwar sehr plötzlich auftaucht, das Auto aber keinerlei Reaktion zu zeigen scheint und weder abzubremsen noch auszuweichen versucht. Außerdem scheint die Fahrerin in dem Auto vor dem Aufprall abgelenkt. Mehrere Experten haben die Auffassung geäußert, Ubers Technologie habe bei dem Unfall versagt. Waymo Chef Krafcik wollte nicht über die genaue Unfallursache spekulieren, sagte aber, seiner Meinung nach könnte die Technologie seines Unternehmens eine brenzlige Verkehrssituation mit Fußgängern wie jetzt in Arizona handhaben. Er sagte weiter, es sei auch für Waymo ein “sehr trauriger Tag” gewesen, als der Unfall mit Ubers Auto passierte, da autonome Fahrtechnik involviert gewesen sei und damit genau das Geschäftsfeld seines Unternehmens. “Das hat uns in sehr, sehr, sehr großem Maße getroffen”. +++

+++ Der US-Elektroautohersteller TESLA hat viel zu tun in Norwegen, einem seiner wichtigsten Märkte. Doch in letzter Zeit wurde es dort zunehmend schwierig für den US-Konzern, seine Fahrzeuge auszuliefern. Die Tesla-Lieferungen wurden vermehrt von norwegischen Behörden auf den Straßen gestoppt, da die Autos mithilfe ‘gefährlicher’ Trucks ausgeliefert wurden, welche nicht den landesweiten Straßenverkehrsvorschriften entsprechen. Laut norwegischen Medienberichten wurden mehrere Fahrzeuge aus Sicherheitsgründen während der Inspektionen von den Behörden angehalten. Ein weiterer Lastwagen geriet in einen Unfall. 2 Tesla-Fahrzeuge vom Typ Model S wurden dabei auf dem Anhänger zerquetscht. Per Twitter sagte Tesla-Chef Elon Musk: „Ich habe unser Team gebeten, die Auslieferungen zu verlangsamen. Kundenzufriedenheit und Sicherheit sind wichtiger als ein paar zusätzliche Autos in diesem Quartal”. Tesla gab zu, dass es Schwierigkeiten hat, Transporter zu finden, die den norwegischen Straßenbestimmungen entsprechen. Ein Tesla-Sprecher in Norwegen sagte lokalen Medien, dass das Unternehmen versucht, Alternativen zu finden. “Wir arbeiten daran, das Problem zu beheben. Wir haben die Norwegian Trucking Federation gebeten, bei der Suche nach weiteren Lieferanten zu helfen, die die Kapazität für unser Volumen haben”. Nach den USA und China ist Norwegen der drittgrößte Markt von Tesla. Der Umsatz hat sich dort laut Bloomberg im vergangenen Jahr auf 823 Millionen Dollar mehr als verdoppelt. Elektroautos gelten als sehr beliebt in dem nordeuropäischen Land. Das Transportproblem ist in dieser Woche besonders entscheidend, da sich das Unternehmen in der Mitte des Lieferschubs befindet. Wie üblich ist Teslas dritter Monat des Quartals der mit der höchsten Liefermenge. Laut Zulassungsdaten hat Tesla in den ersten beiden Monaten des Jahres nur rund 300 Fahrzeuge in Norwegen ausgeliefert, im März aber bereits knapp 1.000 Fahrzeuge. +++

+++ Die Zeiten, in denen sich beim Thema VOLKSWAGEN in den USA alles um den Dieselskandal drehte, sind vorbei. Während die Selbstzünder in Deutschland nicht aus den negativen Schlagzeilen kommen, sieht es in den USA deutlich besser aus. Eine SUV Offensive und der neue Jetta sollen die Massen locken. Derzeit passiert im amerikanischen VW Werk in Chattanooga nicht viel. Kaum ein Auto verlässt die Werkshallen, nur wenig Material wird angeliefert und auch die Belegschaft scheint in Tennessee aktuell nicht in voller Mannstärke anzutreten. Dabei läuft es für die Wolfsburger im Land der unbegrenzten automobilen Möglichkeiten gar nicht einmal schlecht. Der Dieselskandal ist nahezu vergessen und der unter USA CEO Hinrich J. Woebcken eingeleitete Neustart scheint ebenfalls in rechten Bahnen zu verlaufen. Dass in Chattanooga derzeit nicht viel geht, hat einen ganz anderen Grund. Das Werk wird gerade von der überwiegenden Limousinenproduktion des Passat auf den Atlas umgeschichtet. Während einer zweiwöchigen Pause werden die Bandarbeiter vom Passat verstärkt auf den größeren Atlas-SUV geschult, der im amerikanischen Werk zukünftig das Volumen ausmachen soll. Der Absatz des amerikanischen Passat, baulich und technisch deutlich unter der europäischen Variante positioniert, ist in den ersten beiden Monaten des Jahres um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Der über 5 Meter lange Atlas, in den USA im Midsize-Segment angeboten, stieg Mitte 2017 in das amerikanische Produktportfolio ein und verkaufte in den ersten beiden Monaten 2018 über 9.069 Einheiten, während der Passat auf 5.475 Fahrzeuge absackte. Da sich der amerikanische Automarkt zunehmend von Limousinen zu Crossover und SUVs verlagert, will auch Volkswagen seine Produktion der geänderten Nachfrage anpassen. Neben dem aktuell 5- bis 7-sitzigen Atlas wird im kommenden Jahr auch die Coupéversion des Atlas Einzug in die Chattanooga-Produktion halten, der als seriennahe Cross-Studie seine Weltpremiere auf der New York Autoshow in dieser Woche feiert. Zudem gibt es Planungen, in Tennessee auch Elektrofahrzeuge der I.D.-Familie zu produzieren. Die Analysten von IHS gehen davon aus, dass die Chattanooga-Produktion im Jahr 2020 auf rund 167.000 Einheiten steigen wird; 2017 waren es nur 112.632 Fahrzeuge. Mit einer Konzentration auf neue SUV-Modelle und das neue Kompaktklassemodell Jetta will Volkswagen in den USA zur Volumenmarke werden, die einen Marktanteil von 5 Prozent erreichen kann. “Es ist möglich und wir glauben, dass wir es erreichen können. Wir denken, dass wir ein sehr solides Produktportfolio für die USA haben. Wir haben ein neues Marketingteam, das hart an der Markenerfahrung und der Marke arbeitet”, sagt VW-Markenvorstand Herbert Diess, “wir glauben, dass es möglich ist, nicht in einer kurzen Zeit, vielleicht in einem Zehn-Jahres-Plan”. Der VW-Chef bestätigte, dass in den nächsten 10 Jahren 4 batterieelektrische Fahrzeuge für die USA vorgesehen sind. Möglicher Produktionsstandort: Chattanooga / Tennessee, da sich das vergleichsweise junge Werk bei Bedarf (gerade im Bereich der Batterietechnik) deutlich erweitern ließe. Zudem soll der 4,50 Meter lange Tharu (in den USA wohl mit einem anderen Namen) als kleiner Bruder des amerikanischen Tiguan auch in den USA eingeführt werden. Derzeit wird der Tiguan in Nordamerika allein als 4,70 Meter lange XL Variante angeboten. Unterhalb ist unverändert der alte Tiguan Limited im Programm, der mit einem Preis von knapp über 20.000 Dollar insbesondere jüngere Kunden ansprechen soll. Produziert wird die alte Tiguan-Variante im ehemaligen Karmann-Werk Osnabrück. Beizeiten soll die erste Tiguan-Variante jedoch auslaufen und vom neuen Tharu ersetzt werden, der in der zweiten Jahreshälfte 2018 zunächst in China auf den Markt kommt. Die US-Variante soll in Puebla / Mexiko vom Band rollen. Ähnliches gibt es 2 Klassen darüber. Der amerikanische Atlas mit seiner Länge von 5,04 Metern wird in China als Terramont angeboten und bekommt eben auch hier einen Coupébruder. Doch ob Volkswagen den Sprung ins Volumensegment schafft, entscheidet nicht zuletzt auch der Erfolg des neuen Jetta. In Europa hat der Jetta seit Jahrzehnten das Image eines Rentnerautos, während das in den USA sieht völlig anders aussieht. In den USA ist der Stufenheck-Bruder des Golf zumindest der Positionierung nach die sportlichste Möglichkeit, einen Volkswagen zu bewegen. Wer einen Jetta fährt, der ist jung, geht zu Uni oder College und mag am Wochenende Basketball, Baseball oder Eishockey. Zum Marktstart im Frühjahr (zunächst Mexiko, dann USA) wird der Jetta nur mit einem 1,4 Liter großen Turbobenziner angeboten, der 150 PS. Von den insgesamt 17,5 Millionen VW Jetta wurden bisher 3,2 Millionen Fahrzeuge in den USA verkauft. In der zweiten Jahreshälfte soll der Jetta auch in den China vorgestellt werden, wo er unverändert Sagitar heißen wird. Den Sprung nach Europa wird der kleine Bruder des Passat jedoch nicht mehr schaffen. Langfristiges Ziel von VW-Chef Matthias Müller und seinem US-Stadthalter Hinrich J. Woebcken sind 5 Prozent aller US-Autos. Im vergangenen Jahr lag der US-Marktanteil von Volkswagen bei knapp 2 Prozent, was einem Volumen von knapp 340.000 Einheiten entspricht. Die Analysten von IHS prognostizieren bis zum Jahre 2025 einen Anstieg des Marktanteils auf 2,9 Prozent. In diesem Zeitraum sollen die SUV Anteile der Wolfsburger auf 40 Prozent steigen. Im vergangenen Jahr, dem ersten mit den beiden neuen Modellen Tiguan und Atlas, lag dieser bei 23 Prozent. Deutlich zögerlicher sieht es mit den Elektrofahrzeugen der I.D. Familie aus, die bis 2025 in Nordamerika gerade einmal 5 Prozent des Markenvolumens betragen soll. Herbert Diess: “Kunden sind bereit, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen, wenn der Preis stimmt. Wenn man nicht mehrere hundert Kilometer am Tag fahren muss, ist es wahrscheinlich das beste Fahrzeug, das man heute kaufen kann”. +++

+++ Im ZOLLSTREIT zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union ging es in den vergangenen Wochen auch immer wieder um ein bestimmtes Ungleichgewicht innerhalb einer Branche: Ausländische Autohersteller müssen auf Importe von Personenkraftwagen nach Amerika 2,5 Prozent Zoll aufschlagen, auf die in Amerika beliebten Pick-up-Trucks sind es 25 Prozent. Der Aufpreis für Pkw-Exporte aus den Vereinigten Staaten nach Europa beträgt 10 Prozent. Diese Sätze sind einst in langwierigen Verhandlungen im Rahmen der Welthandelsorganisation festgelegt worden. In neuen Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten könnten diese Raten womöglich neu festgesetzt werden. Sollte es dazu kommen, sieht ein Fachmann die Hersteller diesseits des Atlantiks gut positioniert. “Die europäischen und deutschen Autohersteller brauchen sich vor niedrigeren Einfuhrzölle in die Europäische Union nicht zu fürchten”, sagte Stefan Bratzel, Professor am Centre of Automotive Management in Bergisch Gladbach. Niedrigere Zölle würden nicht dazu führen, dass alle Europäer plötzlich Cadillac fuhren. Es sei für nichteuropäische Hersteller gar nicht so leicht, in Europa Fuß zu fassen, und das treffe mithin auch die amerikanische Konkurrenz. “Europa ist ein hart umkämpfter und sehr spezieller Markt, was an den ausgefeilten Kundenwünschen liegt”, sagte Bratzel. Europäische Kunden hätten sehr hohe Ansprüche, was Gestaltung und Technik der Fahrzeuge betrifft. Zudem hätten europäische Hersteller ein solides Fundament mit hohen Marktanteilen in Europa. Auch deshalb müssten deutsche Hersteller die amerikanische Konkurrenz zum jetzigen Stand nicht zu sehr fürchten. Der Verband der Automobil Industrie (VDA) pocht in der Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten und Europa seit längerem auf die Regeln des Freihandels. “Der Dialog mit den Vereinigten Staaten muss weiter auf höchster politischer Ebene geführt werden”, sagte VDA Präsident Bernhard Mattes. Sein Verband plädiere für “nachhaltige und verlässliche Vereinbarungen”, die den Vorgaben der Welthandelsorganisation WTO entsprechen. “Im Sinne eines fairen und freien Handels gilt es, gegenseitig Handelshürden abzubauen und neue Rahmenbedingungen zu vereinbaren”, sagte Mattes. Zwischen den Zeilen liest sich in solchen Sätzen durchaus die Bereitschaft, auch die Handelshürde namens ‘Zoll’ anzufassen. Das entspricht auch der Position, die die Autobranche im Konflikt um das Freihandelsabkommen TTIP vor rund 3 Jahren eingenommen hatte. Damals warb der VDA vehement für die ‘Transatlantic Trade and Investment Partnership’. Der Verband startete die Kampagne ‘Ja zu TTIP’. Darin plädierten führende deutsche Branchenvertreter dafür, Zölle zwischen Europa und Amerika abzubauen. Der damalige BMW-Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer sagte, keine Seite müsse vor der anderen geschützt werden, das sei weder zeitgemäß noch sinnvoll. “Bei 2 Wirtschaftsregionen, die sich industriell auf Augenhöhe befinden und die zugleich immer stärker integriert sind, wirken Zölle wachstumshemmend”, führte Reithofer damals aus. “So zahlt allein die deutsche Automobilindustrie mehr als 1 Milliarde Euro im Jahr. Dieses Geld könnten wir viel besser in neue Technologien investieren”. Volkmar Denner, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, sagte seinerzeit: “Wenn durch TTIP Zölle und nichttarifäre Handelshemmnisse wegfallen, wird der Weg frei für einen enormen Wachstumsschub”. Der Grund für solche Äußerungen liegt auch heute noch auf der Hand: Die deutschen Autohersteller exportieren aus ihren amerikanischen Werken mehr Autos, als sie in den Vereinigten Staaten verkaufen. Auch auf diese Exporte fallen die innerhalb der Welthandelsorganisation geltenden Zölle in Höhe von 10 Prozent an. “Für stark vernetzte und global aufgestellte Hersteller sind niedrige Zölle ein wichtiger Hebel, um Geld zu sparen”, sagt nun auch Branchenfachmann Bratzel. +++

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