Tagesschau

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+++ AUDI rechnet trotz eines Auslieferungsrekords im ersten Jahresviertel unverändert mit einem anspruchsvollen Geschäftsjahr. 2018 dürften die Verkaufszahlen der Ingolstädter stagnieren und die Umsatzerlöse nur leicht steigen, bekräftigte das Unternehmen zur Vorlage der Quartalszahlen in Ingolstadt. Die Marke mit den 4 Ringen bereitet sich im laufenden Jahr auf eine Modell & Technologieoffensive vor, die sie selbst als beispiellos in ihrer Geschichte beschreibt. Neben neuen Modellen des A6 und der Markteinführung des A7 Sportback steckt Audi in den Vorbereitungen für seinen ersten Elektro-SUV e-tron. Audi teilt hierfür seine Produktion in den Werken neu auf. Das schafft zwar Synergien, dürfte kurzfristig aber auf die Ergebnisse drücken. Die Mutter Volkswagen hatte bereits am Vortag Quartalszahlen für die Konzernmarken präsentiert. Audi konnte im ersten Jahresviertel seinen Umsatz um rund 7 Prozent auf 15,32 Milliarden Euro steigern, das operative Ergebnis kletterte um rund 5 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Mit rund 464.000 verkauften Fahrzeugen legten die Ingolstädter den besten Jahresstart in ihrer Geschichte hin. Damit hinkt Audi aber seinen Konkurrenten Daimler und BMW weiter deutlich hinterher. Die Stuttgarter hatten von ihrer Marke mit dem Stern im ersten Quartal rund 594.000 Fahrzeuge an die Kunden gebracht, BMW kam mit seiner Kernmarke auf mehr als 517.000 Fahrzeuge. +++

+++ Volkswagen will in CHINA deutlich mehr als bisher geplant in die Entwicklung von Elektrofahrzeugen und in autonomes Fahren investieren. Bis 2022 wollen die Wolfsburger zusammen mit ihren Partnern etwa 15 Milliarden Euro für Zukunftsprojekte im größten Automarkt der Welt in die Hand nehmen. Der neue VW Konzernchef Herbert Diess und China Chef Jochem Heizmann kündigten entsprechende Schritte an. Gleichzeitig stellte VW eine neue Marke für Elektrofahrzeuge mit dem Namen Sol vor, deren Autos zusammen mit dem Joint-Venture-Partner JAC für den chinesischen Markt produziert werden sollen. Das erste Modell der Marke mit der Bezeichnung E20X soll demnach noch in der zweiten Jahreshälfte herauskommen. Bei dem kompakten SUV handelt sich um ein Elektrofahrzeug des A0-Segments mit einer NEFZ-Reichweite von mehr als 300 km, so Volkswagen. China ist Volkswagens wichtigster Markt, der Autobauer rückte neben Diess mit vielen weiteren Vorständen zum Messeauftakt in Peking an. Für Diess war es der erste Auslandsbesuch, nachdem er in der vorigen Woche das Amt des Konzernchefs von Matthias Müller übernommen hatte. Das Land ist der Leitmarkt für E-Mobilität. In den letzten Jahren zogen die Verkäufe von E-Autos in China nach Branchenangaben stärker an als überall sonst auf der Welt. Die Regierung hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um den Verkauf von Autos mit alternativen Antrieben anzukurbeln. China sei nicht nur als Markt wegen der hohen Verkaufszahlen wichtig, sagte Diess. Vielmehr entstünden hier auch neue Trends rund um die Themen Vernetzung und Elektroantriebe. In von Smog geplagten Großstädten wie Peking und Shanghai ist kaum noch an neue Nummernschilder für Benziner-Autos zu kommen. Käufer von E-Fahrzeugen profitieren dagegen von staatlichen Subventionen. Zudem verordnete die Regierung im September eine Produktionsquote auf Elektroautos von 10 Prozent, die ab 2019 greifen soll. Heizmann kritisierte, dass Batterien für die E-Autos laut der bisher geplanten Regeln in China bei heimischen Anbietern eingekauft werden müssen und nicht aus dem Ausland eingeführt werden dürfen. “Wir hoffen, dass sich die Dinge noch ändern”. Westliche Diplomaten und Branchenbeobachter sehen in dem Verbot einen Versuch Pekings, nicht nur zum Weltmarktführer in der E-Mobilität zu werden, sondern auch die vorgelagerte Produktion von Batterien zu dominieren. Die Zahl der verkauften Elektro & Plug-in Hybrid Pkw lag 2017 bei 770.000, wovon ein Großteil jedoch von heimischen Anbietern abgesetzt wurde. Deutsche Autobauer hinken hier bisher hinterher. Bis 2025 will Volkswagen 40 alternativ betriebene Modelle in China auf den Markt bringen. Die von den Wolfsburgern angekündigten Milliarden-Investitionen sollen auch in Bereiche wie Digitalisierung und Mobilitätsdienste fließen; darunter ein neues Carsharing-Angebot mit dem chinesischen Anbieter Shouqi. “Wir wollen in all diesen Schlüsselbereichen, in denen die Zukunft der Mobilität entschieden wird, vorne dabei sein”, sagte Heizmann. Stärkster Treiber bleiben aber die auch in China beliebten SUVs. Die Nachfrage nach den kompakten Geländewagen sei so groß, dass diese bald die Hälfte der Gesamtverkäufe oder sogar mehr ausmachen könnten. Nach Rekordverkäufen im vergangenen Jahr rechnet Volkswagen auch 2018 mit Zuwächsen. Der Gesamtmarkt dürfte nach Heizmanns Aussagen um 4 bis 5 Prozent zulegen. “Wir sind gut unterwegs, besser abzuschneiden als der Markt”. Unmittelbare Auswirkungen neuer Regeln, wonach ausländische Autobauer künftig nicht mehr zwingend mit einheimischen Partnern produzieren müssen, sieht Diess für Volkswagen zunächst nicht. “Wir haben wenig Notwendigkeit, viel zu verändern”, sagte der Manager. “Wir werden also zumindest in der Produktion (auch mit den Marken, die wir heute etabliert haben) so weitermachen. Wir sind mit dieser Joint-Venture Politik sehr gut gefahren”. Beobachter hatten ohnehin nicht mit abrupten Veränderungen gerechnet, weil die deutschen Autobauer in langfristigen Verträgen stecken. Bisher dürfen ausländische Autobauer in dem Land nur aktiv sein, wenn sie dafür Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Firmen gründen. An diesen dürfen sie nicht mehr als die Hälfte der Anteile halten. Schrittweise soll dieser Zwang nun fallen. Im Geschäft mit Nutzfahrzeugen könnte die Grenze für ausländische Beteiligungen im Jahr 2020 passé sein, bei Pkw im Jahr 2022, bei Elektroautos aber auch schon deutlich früher. Das könnte Elektro-Konkurrent Tesla in die Karten spielen. Die Kalifornier verhandeln mit den chinesischen Behörden schon länger über einen ersten Produktionsstandort im Land. +++

+++ Zuletzt haben sich die Vorstandschefs der deutschen Autobauer um großmögliche Distanz bemüht. Nach Kartellgerüchten und dem sich immer weiter ausbreitenden Dieselskandal suchten DAIMLER , BMW und Volkswagen das Glück im Alleingang. Wie fruchtbar eine Zusammenarbeit aber sein kann, zeigte sich nun in der Bilanz von Daimler. Der schwäbische Fahrzeughersteller erhöhte seine Prognose für das laufende Jahr. Der operative Gewinn werde 2018 leicht über dem Vorjahreswert liegen, sagte Finanzvorstand Bodo Uebber auf einer Telefonkonferenz. Zuvor hatte das Daimler mit 14,7 Milliarden Euro ein Ergebnis in Höhe des Vorjahres in Aussicht gestellt. Uebber begründete die bessere Erwartung mit der geplanten Fusion seiner Carsharing Tochter mit der von BMW. Die beiden Konzern wollen mit dem Zusammenschluss ihre Verluste in dem Geschäftsfeld eindämmen und sich zugleich für eine Expansion in neue Märkte rüsten. Da eine kombinierte Carsharing Gesellschaft bessere Marktaussichten hat, muss Daimler die Bewertung seiner Beteiligung anheben. Die Zuschreibung schlägt sich positiv in der Bilanz nieder, mehr Geld hat Daimler damit aber nicht. Ob sich die Erwartung erfüllt, ist allerdings nicht final geklärt. Offen ist noch die Zustimmung der Kartellbehörden, wie Finanzchef Uebber einschränkte. Im ersten Quartal war der Umsatz um 3 Prozent auf 39,8 Milliarden Euro gewachsen; ohne Währungseffekte wäre das Plus mit 8 Prozent deutlich höher ausgefallen. Tiefgreifender als der starke Euro ist indes der Wandel, der die Branche im Griff hat. Um künftige Emissionsstandards einhalten zu können, muss Daimler wie andere Autohersteller mehr Elektrofahrzeuge ins Programm nehmen. Um deren Entwicklung und Markteinführung zu finanzieren, muss der Konzern bereits heute erhebliche Investitionen schultern. Wie sehr diese aber nötig sind, zeigt sich am Absatz von Dieselautos. Dieser ist vor allem in Europa deutlich rückläufig, da die Kunden Fahrverbote und einen Wertverlust bei Dieselfahrzeugen fürchten. Wie hoch der ist, zeigt sich an der Bilanz von Daimler. Der Konzern musste im ersten Quartal Abschreibungen in Höhe von 100 Millionen Euro auf gebrauchte Selbstzünder vornehmen, die Daimler im eigenen Bestand hat. +++

+++ Rostlauben mit Dauerreparaturbedarf, die aussehen wie rechteckige Retroautos: dieses Image hat LADA seit Langem. Und mit dem Zerfall der Sowjetunion und der Öffnung des Riesenmarktes im Osten kaufte jeder, der konnte, Autos anderer Marken. Die Misere des Lada Produzenten (des Wolga Autowerks, wie AvtoVAZ übersetzt heißt) hält seither an. Sogar mit dem Einstieg des französischen Renault-Konzerns und seiner späteren Mehrheitsübernahme setzte sie sich fort. Bis jetzt. Denn im gerade abgelaufenen ersten Quartal 2018 hat AvtoVAZ erstmals seit 2012 einen Nettogewinn von 8,1 Million Euro erzielt. In den ersten 3 Monaten 2017 stand noch ein Minus von 37,2 Millionen Euro in den Büchern. Im ersten Quartal 2018 waren die Einnahmen des Lada-Herstellers um 41 Prozent auf 862 Millionen Euro gestiegen und ein operativer Überschuss von 28 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Dies resultierte laut den jetzt vorgelegten Geschäftszahlen nach internationalem Buchhaltungsstandard IFRS auf höheren Autoverkäufen, gestiegenen Preisen, Kostensenkungen auch durch Personalabbau sowie einer Umwandlung von Schulden in Grundkapital. 2017 konnte AvtoVAZ seinen Kfz-Absatz um 17 Prozent auf fast 312.000 Pkw steigern, im ersten Quartal 2018 sogar um weitere 29 Prozent auf mehr als 79.000 Autos. Lada ist damit die meistverkaufte Automarke in Russland mit einem Marktanteil von 19,5 Prozent. Mutterkonzern Renault verkaufte daneben weitere 33.200 Wagen unter der eigenen Marke, was einem Anstieg um 27,1 Prozent entsprach. Die Volkswagen-Gruppe, die ein eigenes Werk im russischen Kaluga hat, aber auch VW und Skoda-Modelle in der von US Sanktionen belegten Autofabrik des Aluminium Oligarchen Oleg Deripaska produziert, konnte im ersten Quartal 2018 ihren Absatz um 20,8 Prozent auf etwa 43.000 Fahrzeuge steigern (Marktanteil: 10,8 Prozent in Russland). Im April hat AvtoVAZ eine Rekapitalisierung durch die Mutterkonzerne Renault und dem staatlichen russischen Technologiekonzern Rostec abgeschlossen, in Höhe von etwa 1,3 Milliarden Euro. Dadurch steigert das Joint Venture aus Renault und Rostec ihren Anteil an AvtoVAZ von 64,6 auf 83,5 Prozent. Allerdings warnt AvtoVAZ Chef Nicolas Maure bei der Vorlage der ersten positiven Zahlen seit 5 Jahren davor, diese “überzubewerten”. Denn die Anfang April eingeführten neuen US Sanktionen hätten zu einem Absturz der Landeswährung Rubel geführt. Dies könne, so Maure, “negative Folgen für den russischen Automarkt und für die Finanzergebnisse von AvtoVAZ haben”. Dabei hat Lada mit einer Quote von 86 Prozent noch den höchsten Lokalisierungsgrad aller Marken, also den höchsten Anteil der von in Russland produzierten und in Rubel abgerechneten Einzelteile. Helfen solle dem Konzern laut Maure eine weitere Erneuerung seiner Modellpalette. Die Wirtschaftskrise, ausgelöst durch Sanktionen infolge der Krim Annexion, hatte der russischen Autoindustrie den Niedergang gebracht. Seit 2017 stehen die Zeichen auf Erholung: Der Gesamtabsatz von Autos in Russland stieg um 11,9 Prozent auf fast 1,6 Millionen Fahrzeuge. Lada wuchs mit 17 Prozent auf 311.600 Kfz ebenso überdurchschnittlich wie Renault (plus 17 Prozent auf 136.700) und die VW Marken (von 162.000 auf über 180.000 Fahrzeuge). AvtoVAZ wurde 1993 privatisiert als Aktiengesellschaft. 2005 kam der Konzern wieder in überwiegenden Besitz staatlicher Unternehmen. Hauptaktionäre waren die staatliche Rüstungsexportagentur Rosoboronexport, die staatliche Industrieholding Rosprom und die staatliche Vneshtorgbank (VTB). 2007 stieg die private russische Investmentbank Troika Dialog beim Lada-Hersteller ein und 2008 beteiligte sich Renault-Nissan mit 25 Prozent an der Firma. Weitere 25 Prozent bekam die Staatsholding Rostechnologii. Die 2007 ausgebrochene Finanzkrise führte bei AvtoVAZ zu einem massiven Absatzeinbruch. Aber die Zahl der Mitarbeiter lag weiter bei 100.000. Es kam zu einer Entlassungswelle. Im Mai 2012 gab Renault-Nissan bekannt, dass es bis 2014 rund 607 Millionen Euro in das Lada-Werk investiere und im Gegenzug einen Anteil von 74,5 Prozent an AvtoVAZ erhalte. Renault gelang es, mit dem schwedischen Manager Bo Andersson den Konzern laut dem Moskauer Wirtschaftsblatt Wedomosti aus einem “staatlichen Gigantenwerk in ein normales Werk, das normale Fahrzeuge baut” zu verwandeln. Trotzdem wurde Andersson 2016 von russischer Seite aus dem Amt gedrängt. Lada wurde Mitte der 1960er-Jahre von der Sowjetführung an der Wolga gegründet. Stadt und Werk wurden (da als Modell ein von Fiat entwickeltes Auto nachgebaut wurde) nach dem italienischen KP-Chef Togliatti genannt. +++

+++ Er sei immer noch überzeugt, dass die Übernahme durch PSA der richtige Schritt gewesen sei, beteuert OPEL Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug. Die neue Konzernmutter PSA aus Frankreich kann Opel retten, nur über den Weg zurück in die Zukunft streiten sich Management und Gewerkschaften inbrünstig. Es geht um die Zukunft von rund 18.000 Beschäftigten in den 3 deutschen Werken Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach sowie im hessischen Testzentrum Dudenhofen und im Teilelager Bochum. Der IG-Metall Chefverhandler Berthold Huber spricht von “Erpressung”, um die Verhandlungsstrategie des PSA-Konzerns zu geißeln, der Opel im vergangenen Sommer gekauft hat. Opel Chef Michael Lohscheller und sein Konzernboss Carlos Tavares machen Investitionszusagen für einzelne Werke schlicht von (Lohn) Zugeständnissen der Gewerkschaft abhängig. Den von der IG Metall im Gegenzug verlangten Zukunftsplan mit festen Zusagen zu Beschäftigtenquoten und Produktplatzierungen in den einzelnen Werken wollen sie aber bislang nicht vorlegen. Was aus Opel/PSA Sicht in Polen, Spanien oder England bereits bestens funktioniert hat, kann die deutsche Gewerkschaft aus übergeordneten Gründen nicht so leicht wiederholen. Opel ist keineswegs der einzige Autobauer im Flächentarif der größten Einzelgewerkschaft der Welt, denn auch die Beschäftigten etwa von Ford, Mercedes-Benz, BMW oder Porsche werden nach dem Tarifwerk entlohnt. Benötigt ein Unternehmen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten einen Tarifnachlass, muss es nach hiesigem Verständnis die Gewerkschaft tief in die Bücher blicken lassen und nach den Regeln des ‘Pforzheimer Abkommens’ einen Plan vorlegen, wie man wieder in die Gewinnzone zurückkehren will. PSA-Chef Tavares hält offenbar nicht viel von gewerkschaftlichem Co-Management à la ‘Pforzheim’, zumal er den eigenen Konzern innerhalb weniger Jahre ohne solche Verabredungen auf Effizienz getrimmt hat. Rund 30.000 Stellen hat der Manager seit 2011 bei PSA gestrichen. “Da muss man offen und ehrlich sein: Das Einzige, was Mitarbeiter schützt, ist Gewinn”, lautet ein Zitat des nüchternen Portugiesen. Eisern nennt er keine Zielgrößen für Personal und Produktion in den einzelnen Opel Werken, will die Auslastung von der ‘Performance’ und den Verkaufszahlen abhängig machen. Aus Sicht der IG Metall verlangt PSA von ihr Zustimmung zu kräftigen Einschnitten, ohne Zusagen für die Zeit danach zu machen. Als erstes wird das im Montagewerk Eisenach sichtbar, das Lohscheller künftig nur noch mit einem SUV belegen will, der ab 2020 auch in einer Elektrovariante gebaut werden könnte. Die IG Metall fürchtet um die Hälfte der rund 1.800 Jobs und den “Tod auf Raten” für ein Werk, das einst mit kräftiger Staatshilfe als Symbol der deutschen Einheit errichtet wurde. Landes- und Bundespolitiker von CDU bis Linkspartei geben Rückendeckung und verlangen von PSA weitergehende Zusagen. Der von Kurzarbeit flankierte Personalabbau schreitet bei Opel in großen Schritten voran. Der Betriebsrat fürchtet inzwischen einen gefährlichen Exodus und verlangt ein schnelles Ende der Abfindungen von bis zu 275.000 Euro für jüngere Beschäftigte. Die intern angepeilte Zahl von 3.700 Abgängen werde allein durch Vorruhestand und Altersteilzeit erreicht, sagt Betriebsratschef Schäfer-Klug. Wohin die Reise technisch geht, sehen die Opelaner bereits seit 2012 im eigenen Unternehmen. Gemeinsam mit PSA sind inzwischen 4 Modelle auf den Weg gebracht worden, in denen ein Großteil Peugeot Technik tickt. Es sind die kostengünstigsten Autos im Portfolio. Den Opel Ingenieuren in Rüsselsheim könnte in der Zukunft bei etlichen Autos nur noch der äußere Feinschliff als Aufgabe bleiben, um die neuen Opels von den Schwestermodellen der anderen Konzernmarken Peugeot, Citroën und DS unterscheidbar zu machen. Tavares schätzt an den Opel Autos ihre “Germanness”, den deutschen Stil, den man auch auf anderen Märkten in der Welt gut verkaufen könnte. Fragt sich, wieviel deutsches Engineering es dafür braucht. Die Beschäftigten in Rüsselsheim und anderswo sind leidgeprüft. Seit 1999 hat ihr Unternehmen keinen Gewinn mehr bei der Konzernmutter General Motors abgeliefert, die Sanierungswellen wechselten zwischenzeitlich so schnell wie die meist aus Detroit entsandten Manager an der Opel Spitze. Unvergessen sind die umstrittenen Werkschließungen in Antwerpen (2010) und Bochum (2014) sowie die Opel Krise im Jahr 2009, als IG Metall und Bundesregierung sich schon mit dem Zulieferer Magna einig waren, bevor GM den geplanten Verkauf an die Austro/Kanadier in letzter Minute stoppte. Die Gründe für den Niedergang der schon 1929 von General Motors übernommenen Marke sind vielfältig: Nach den Glanzzeiten in den 1960er und 70er-Jahren folgten immer langweiligere Modelle, die dem gleichzeitigen Aufstieg des Konkurrenten Volkswagen mit seinem Golf wenig entgegen zu setzen hatten. Es ist kein Zufall, dass zwar dieser Tage der 50 Jahre alte Sportwagen GT als Opel-Ikone gefeiert wird, sich im aktuellen Fahrzeug-Programm aber mit wenigen Ausnahmen kaum noch Sportsgeist findet. Ein ausschließlich auf niedrigste Preise fixierter Einkauf unter dem Spanier Ignacio Lopez brachte dem Hersteller eine heftige Qualitätskrise ein, während die Fehler in der Modellpolitik nicht abrissen. Als nahezu einziger Hersteller stand Opel bis vor wenigen Monaten ohne ein konkurrenzfähiges SUV Modell da, obwohl man diese stadttauglichen Geländewagen ab 1991 mit als erste in Europa in Form des Frontera angeboten hatte. PSA Chef Tavares selbst hat bei der Vorstellung seines Sanierungsprogramms eine Bilanz der bisherigen Rettungsversuche gezogen. Wohl auch, um die anstehenden Einschnitte noch notwendiger erscheinen zu lassen. 19 Milliarden Euro Verluste habe Opel in diesem Jahrtausend angehäuft und weit mehr als 30.000 Jobs vernichtet, prangerte der drahtige Portugiese die Leistungen seiner Vorgänger an.  Gebracht hat es wenig: Der europäische Marktanteil der Marke mit dem Blitz ist von über 10 Prozent auf unter 6 Prozent gesunken, und Opel schreibt immer noch Verluste. +++

+++ Die Nachbarschaft hätte besser nicht sein können: Nur wenige Meter entfernt liegt die Formel-1 Strecke von Schanghai. Der Rundkurs kann im Moment zwar nicht benutzt werden, weil der chinesische Volkswagen Partner SAIC die Rennstrecke zu einem riesigen Parkplatz für frisch produzierte Neuwagen umfunktioniert hat. Das ändere aber nichts daran, dass PORSCHE Kunden trotzdem auf die Strecke dürften, versichern die deutschen Manager. Das dann allerdings nur nach Rücksprache mit den chinesischen Eigentümern des Rennkurses. Porsche ist nicht unbedingt auf die unmittelbare Unterstützung der Formel-1 Macher aus der chinesischen Metropole angewiesen. Denn die schwäbische Volkswagen Tochter hat vorgesorgt: Schnelles und sportliches Fahren geht mit Porsche in Schanghai trotzdem: auf einem hauseigenen Rennkurs. Der ist zwar etwas kleiner als der Formel-1 Ring, erfüllt aber trotzdem seinen Zweck. Insgesamt 1,4 Kilometer eigene Strecke stehen den Porsche Kunden zur Verfügung. Die VW Tochter hat in dieser Woche ihr neues ‘Porsche Experience Center’ in Schanghai eröffnet. Ein Instrument der Kundenbindung ganz besonderer Art. 25 Millionen Euro hat Porsche in neue Gebäude und Rennanlagen gesteckt. Die Kunden von Porsche sollen dort erleben können, wofür die Marke und das Unternehmen stehen: für Sportlichkeit und authentische Rennkultur. Schnell mit dem eigenen Auto fahren zu dürfen, das dürfte wohl etliche Porsche Fahrer aus der Millionenmetropole zum neuen Experience-Center locken. 35 Kilometer ist das Stadtzentrum entfernt. Angesichts der Megastaus und der problematischen Verkehrsbedingungen samt der damit verbundenen Umweltprobleme dürfte Porsche in Schanghai eine Marktlücke besetzen. Der Diesel Ärger und die Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft vor 10 Tagen in der Stuttgarter Porsche-Zentrale werden auch keine besonderen Auswirkungen auf das Kundenverhalten unter den Chinesen haben. Deutschland ist Tausende Kilometer weit weg, und Dieselmodelle werden in China sowieso nicht verkauft. “Das neue Experience-Center soll den Markenwert von Porsche in China steigern”, sagte Vertriebsvorstand Detlev von Platen zur Eröffnung. Autos würden am Stadtrand von Schanghai nicht verkauft. Das Marketing stehe im Vordergrund, weil die Kunden auf der hauseigenen Rennstrecke die Markenwerte von Porsche einmal selbst erleben dürften. Immerhin gibt es in dem Center einen Raum, in dem Porsche alle denkbaren Konfigurationen für Sitzbezüge von Serienmodellen ausstellt; immerhin eine Hilfe bei einer späteren Kaufentscheidung. Porsche interne Vorbilder für das neue Experience-Center von Schanghai gibt es bereits. Vertriebsvorstand von Platen nannte an erster Stelle die beiden Center in Atlanta und Los Angeles in den USA, die seit ihrer Gründung vor 2 Jahren schon etwa 200.000 Besucher angelockt hätten. Die Kundenbindung der besonderen Art wird sich Porsche allerdings in Schanghai bezahlen lassen. Die Nutzung der Rennstrecke gibt es auch für gute Kunden dort nicht umsonst. Der Stuttgarter Autohersteller verlangt einen Mindesteinsatz von knapp 3.000 Renminbi, das sind umgerechnet rund 375 Euro. Dieser Betrag wird fällig, wenn sich ein Kunde von einem Fahrer im Macan oder Boxster für 90 Minuten in die Grundlagen des sportlichen Fahrens einweisen lässt. Nach oben sind dem keine Grenzen gesetzt: Porsche hilft auch solchen Kunden, die unbedingt eine Rennlizenz erwerben wollen. Dafür kann schnell ein 5-stelliger Euro Betrag fällig werden. Porsche glaubt an den wirtschaftlichen Erfolg des neuen Experience-Center in Schanghai. Die Stuttgarter VW Tochter besetze zwar auch in China nur eine kleine Nische auf dem Automarkt. Doch zwischen Peking und in Schanghai sei die Marke inzwischen zu einer festen Größe geworden. Nach dem Markteintritt vor bald 20 Jahren hat Porsche in China zunächst einmal jährlich nur etwa 5.000 Autos verkauft. Daraus sind in der Zwischenzeit mehr als 70.000 Fahrzeuge geworden, Tendenz weiter steigend. China ist damit für Porsche zum wichtigsten Einzelmarkt aufgestiegen, danach folgen die USA und Deutschland. Und ein Ende der China Euphorie ist nicht in Sicht. “Das Wachstum der Autohersteller wird noch lange anhalten, da die gesamte Wirtschaft in China weiter wächst”, erwartet Ferdinand Dudenhöffer, Automobilprofessor an der Universität Duisburg-Essen. Luxusanbieter wie Porsche profitieren davon, dass die Zahl der Wohlhabenden und Reichen ebenfalls weiter zunehmen wird; bei einer Gesamt Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen ein potenziell gewaltiges Kundenpotenzial. Porsche profitiert in China auch von der (im Vergleich zu Deutschland) viel jüngeren Bevölkerung. Der chinesische Porsche Kunde ist im Durchschnitt 35 Jahre alt, in Europa und in den USA liegt der Schnitt etwa 20 Jahre darüber. Wer früh seinen ersten Porsche kauft, kann in den folgenden Jahrzehnten zu einem zahlungskräftigen Stammkunden werden. In China kommt noch eine weitere Besonderheit dazu. “Wir haben hier viel mehr Frauen als Kunden”, sagte Vertriebsvorstand von Platen bei der Eröffnung des Experience-Center. Der Frauenanteil unter den Porsche Kunden liegt in China bei etwa 30 Prozent. Zum Vergleich: 20 Prozent sind es in den USA, gerade 10 Prozent in Deutschland. In China sind überraschenderweise besonders die Sportwagen auch für Frauen interessant: 42 Prozent der 911er Käufer sind Frauen. Alle Kunden, egal ob Männer oder Frauen, werden auf dem Kurs des Experience-Centers schnell fahren können; auf jeden Fall um einiges schneller als auf den verstopften Straßen von Schanghai. “Bei uns bekommen sie das ultimative Fahrerlebnis”, sagt Jon Roach, der das 70-köpfige Team des neuen Porsche-Centers leitet. “Ganz ohne Stau”, verspricht er. Seine Erfahrungen aus Schanghai könnten übrigens bald an anderer Stelle in der Porsche Welt gefragt sein. Analog zum ersten Experience-Center in Asien soll bald in Deutschland ebenfalls ein neuer Porsche-Ableger entstehen: am Hockenheim-Ring in Baden-Württemberg. Der Baubeginn soll noch in diesem Jahr erfolgen, die Inbetriebnahme ist für 2019. Eine schlechte Idee ist das nicht für diejenigen, die gerne einmal schnell unterwegs sein wollen. Denn auch in Deutschland werden die Staus immer länger und die Zahl der Geschwindigkeitsbegrenzungen wächst. +++

+++ Absatz Rückgänge in Asien haben RENAULT ein geringeres Umsatzwachstum beschert als von Experten erwartet. Zwar sei das Geschäft in Europa und Russland im ersten Quartal stark verlaufen, erklärte eine Sprecherin. In Indien, China und Südkorea habe es dagegen Rückschläge gegeben, was insgesamt zu einer “gemischten Lage” geführt habe. In Indien ging der Absatz dabei um fast ein Drittel zurück, in China um knapp 17 Prozent und in Südkorea um mehr als ein Viertel. Der stärkere Euro hinterließ ebenfalls Spuren in der Bilanz: Dadurch sank der Umsatz der Auto-Sparte um 4,8 Prozent (575 Millionen Euro). Unter dem Strich stieg der Umsatz um 0,2 Prozent auf 13,16 Milliarden Euro. Experten hatten allerdings mit 13,77 Milliarden Euro gerechnet, wie eine Umfrage von Inquiry Financial ergab. +++

+++ Das chinesische Kooperationsunternehmen SAIC – Audi hat eine Machbarkeitsstudie für mögliche Modelle erstellen lassen, die im chinesischen Werk von SAIC – Volkswagen produziert werden könnten. “Derzeit konzentrieren wir uns auf unsere Modellplanung. Die Planungen zu Produktion und Verkaufsnetzwerk folgen zu einem späteren Zeitpunkt”, lässt Audi China Präsident Joachim Wedler alles offen. Die Zusammenarbeit im Rahmen des SAIC – Audi Projekts läuft derweil weiter wie geplant und die etwaig neuen Modelle, die von SAIC – Volkwagen produziert werden könnten, dürften nach einer Vereinbarung zwischen Audi und FAW kaum vor 2022 auf den chinesischen Markt rollen. Die Verkäufe im chinesischen Premiumsegment sind im vergangenen Jahr weiter 2-stellig gestiegen. Audi als erfolgreichster Anbieter verkaufte in China und Hongkong insgesamt 597.866 Fahrzeuge; nach großen Problemen mit der Händlerschaft noch ein Anstieg um immerhin 1,1 Prozent. Ebenso wie die anderen deutschen Premiumhersteller weitet auch Audi seine lokale Produktion in China weiter aus, um die derzeit immer noch geltende 25 Prozent Einfuhrsteuer für Importmodelle zu umgehen. Bis zum Jahre 2023 wollen die Ingolstädter in China 10 neue SUV auf den Markt bringen; 7 davon aus lokaler Produktion. Vor kurzem hat Daimler ein 1,9 Milliarden Dollar Invest mit seinem chinesischen Joint-Venture Partner BAIC angekündigt, um eine neue Fabrik zu errichten und die bestehende Produktion für Mercedes-Modelle auszubauen. +++

+++ SKODA lässt erstmals Fahrzeuge in Deutschland herstellen. Ein Teil der Produktion des SUVs Karoq werde künftig im niedersächsischen Osnabrück endmontiert. Es sei geplant, dort bis zum Jahresende die ersten 2.500 Exemplare des Yeti Nachfolgers vom Band laufen zu lassen. “Um die erhöhte Nachfrage nach unserem neuesten Modell, dem Karoq, abzudecken, haben wir uns entschieden, Fertigungskapazitäten im Rahmen des VW Konzerns zu nutzen”, sagte die Skoda Sprecherin Kamila Biddle. Der Schwerpunkt der Marke, die seit 1991 zum VW Konzern gehört, bleibe aber im Stammwerk Mlada Boleslav und in den anderen tschechischen Werken. In Osnabrück wird bereits heute das Kleinwagenmodell Fabia lackiert. Im dortigen Werk, das VW nach der Insolvenz des Cabrio-Spezialisten Karmann übernommen hatte, arbeiten mehr als 2.300 Mitarbeiter. Skoda hatte im vorigen Jahr die Rekordzahl von insgesamt 1,2 Millionen Fahrzeugen ausgeliefert. In Europa seien die Kapazitäten der Skoda Werke vollständig ausgelastet, sagte Vorstandschef Bernard Maier vor kurzem. Als mögliche Lösungen würden der Bau einer neuen Fabrik, eine Restrukturierung der bestehenden Prozesse und weitere Alternativen in Erwägung gezogen. Ein Vorstoß der Firmenleitung bei den jüngsten Tarifverhandlungen, die Arbeitszeiten im tschechischen Stammwerk Mlada Boleslav auf das Wochenende auszudehnen, war von den Gewerkschaften abgelehnt worden. Letztlich einigten sich die Tarifparteien auf 12 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung. +++

+++ Trotz drohender Fahrverbote und der Folgen des Abgas Skandals ist die VOLKSWAGEN Kernmarke gut ins Jahr gestartet. Im besten ersten Quartal ihrer Geschichte lieferte es mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge aus. Der VW Absatz stieg damit um 5,9 Prozent. Das Volkswagen Konzern hatte auch seine Quartalszahlen präsentiert. Die Marken-Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,9 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro, operativ verdiente VW 879 Millionen Euro und damit 1,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Trotz hoher Aufwendung für die laufende Modelloffensive erzielte Volkswagen eine operative Rendite von 4,4 Prozent (Vorjahr: 4,6 Prozent). In den ersten 3 Monaten des Jahres konnte Volkswagen in allen Weltregionen deutlich mehr Fahrzeuge ausliefern als im Vorjahr. In Brasilien legten die Auslieferungen um 4 Prozent zu, in China um 8,6 Prozent und in den USA sogar um 10 Prozent. Auch in Deutschland geht es wieder aufwärts: In seinem Heimatmarkt steigerte Volkswagen die Auslieferungen um 7,3 Prozent und gewann in wichtigen Segmenten Marktanteile zurück. Vor allem die neu eingeführten SUVs sorgen weltweit für eine hohe Dynamik, so VW. Mit dem T-Roc, dem Tiguan Allspace, dem Teramont und dem Atlas bietet die Marke heute 4 neue SUVs an, die es vor einem Jahr noch nicht gab. In den kommenden Monaten erwartet die Marke eine Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung. Auslieferungen, Umsatz und operatives Ergebnis sollen im Geschäftsjahr 2018 weiter steigen, unter anderem durch die weitere Umsetzung des Zukunftspakts und der Turnaround Programme in den Regionen. An seinem Renditeziel hält Volkswagen unverändert fest: Trotz spürbar höherer Belastungen (unter anderem für die Umstellung auf die neue Verbrauchsnorm WLTP, das Erreichen der CO2-Flottenziele sowie den Hochlauf der Elektro-Offensive) wird im laufenden Geschäftsjahr eine operative Rendite im Zielkorridor von 4,0 bis 5,0 Prozent angestrebt. Bei der großen Modell & Innovation Offensive macht die Marke weiter Tempo: Mit dem neuen Touareg und dem Jetta für die USA hat Volkswagen bereits 2 weitere Neuheiten präsentiert, deren Markteinführung unmittelbar bevorsteht. Zudem ist kürzlich in Brasilien die neue Mittelklasselimousine Virtus gestartet, die bei den Kunden auf reges Interesse stößt. Ende des Jahres will Volkswagen mit dem T-Cross in ein völlig neues Segment aufbrechen. Darüber hinaus sind in diesem Jahr 4 neue SUVs speziell für den chinesischen Markt geplant. Im Zuge der Strategie ‘Transform 2025+’ will VW seine komplette Modellpalette bis 2020 erneuern und in wichtigen Segmenten ausbauen. Ab 2020 will die Marke mit der neu entwickelten I.D.-Familie dann ihre große Elektro-Offensive starten. +++

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