Tagesschau

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+++ Der Absatz für September verlief für AUDI desaströs. Die Volkswagen Tochter verkaufte im Vormonat weltweit nur rund 139.150 Fahrzeuge. Das ist ein Rückgang von 22 % im Vergleich zum Vorjahr. In Europa gingen die Absatzzahlen sogar um 55,5 % zurück. 37.200 Einheiten kauften die Kunden auf dem Heimatkontinent. Mehr als zwei Drittel der Motorvarianten sind demnach derzeit nicht lieferbar, weil sie noch nicht nach dem neuen WLTP Standard für die Messung des Kraftstoffverbrauchs zugelassen seien. Erst zum Jahresende dürfte das normale Auto-Angebot wieder erreicht werden. Einzig in China und in den USA legte Audi bei den Absatzzahlen zu: um 12,5 % in Asien und um 1,2 % in Nordamerika. “Woche für Woche haben wir weitere Motor-Getriebe Varianten wieder im Angebot und die Resonanz auf unsere neuen Modelle ist sehr positiv”, sagte Bram Schot, der kommissarische Vorstandsvorsitzende von Audi. Trotz der erheblichen unterjährigen Schwankungen geht das Unternehmen aktuell weiterhin von Auslieferungen nahezu auf Vorjahresniveau aus. Für die Beschäftigten in Ingolstadt und Neckarsulm bedeuten die Schwankungen eine paradoxe Mischung von Freischichten und Sonderschichten: Mangels Bestellungen laufen die Bänder teilweise langsamer oder werden tage- oder wochenweise gestoppt. Aber sobald wieder ein weiterer Motor durch das Kraftfahrtbundesamt zugelassen wird, gibt es Zusatzschichten, wie ein Unternehmenssprecher sagte. +++

+++ Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die deutsche AUTOINDUSTRIE wegen der Dieselkrise abermals scharf kritisiert. Es sei dort in der Diskussion um Schadstoffreduzierungen gelogen und betrogen worden, sagte die CDU Vorsitzende. Etliche in der Autoindustrie hätten sich “sehr schuldig gemacht und Vertrauen verspielt”. Sie wolle dennoch, dass es weiterhin eine starke Automobilwirtschaft in Deutschland gebe. In ihrer Zeit als Umweltministerin habe sie versucht, sich an viele Forderungen aus der Autoindustrie zu halten, sagte Merkel. Sie habe sich damals nicht vorstellen können, dass es Autos gebe, die auf 90 % der Strecke zwischen München und Berlin ohne Katalysator fahren würden. Dass man da misstrauisch werde, liege nicht an der Politik, sondern an der Autoindustrie. In ihrer Botschaft hatte Merkel auf die beschlossenen Maßnahmen des Dieselgipfels verwiesen, durch welche die Luft in den deutschen Städten sauberer werden soll. Dabei hob sie die geplante gezielte staatliche Förderung der Hardware Nachrüstung von Handwerker- und Lieferfahrzeugen hervor. Sie räumte aber ein, dass es 14 besonders mit Luftschadstoffen belastete Städte gebe, in denen mehr Maßnahmen nötig seien. “Hier kommt die Verantwortung der Automobilindustrie zum Tragen”, sagte sie. Das ist die große Frage. Schulze setzt darauf, dass sie in den letzten Jahren verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen wollen. Was die Umtauschprämien angeht, zeigen sich die Autohersteller auch kooperativ. Völlig anders sieht das bei den Hardware Nachrüstungen aus. Mit Blick auf die zögerliche Haltung der Autobauer in Sachen Hardware Nachrüstung sagte Merkel, neben Umtauschangeboten werde es “die Möglichkeit der Hardware-Nachrüstungen geben, wo immer das technisch möglich ist. Auch hier tritt die Automobilindustrie in die Verantwortung”. Die Spitzen der schwarz-roten Bundesregierung hatten sich nach langem Streit auf ein Paket geeinigt, um Diesel-Fahrverbote in Städten mit hoher Schadstoff-Belastung zu verhindern. Es sieht Anreize zum Kauf neuer Wagen vor. Für umstrittene Motor Nachrüstungen bei älteren Autos fehlen noch grundlegende Zusagen der Autobauer. Merkel betonte aber auch, dass ihrer Einschätzung nach Fahrzeuge mit Dieselmotoren aktuell noch unverzichtbar sind. Die Bundesregierung wolle mit dem Maßnahmen Paket erreichen, dass alle Diesel-Besitzer “weiter ihre Mobilität nutzen können”. “Das wird auch zu einer verbesserten Akzeptanz des Diesel führen, den wir noch viele Jahre brauchen, bevor wir dann in Zukunftstechnologien vollkommen einsteigen können”, fügte sie hinzu. +++

+++ Der große Run auf die Kaufprämie für ELEKTROAUTOS und Plug-in-Hybrid-Modelle ist ausgeblieben. Das ist die nüchterne Bilanz nach 27 Monaten Elektroautoförderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Seit Beginn des Förderprogramms am 2 Juli 2016 sind erst 80.274 Anträge für den Umweltbonus bei der Bafa eingegangen (+4.936 Einheiten zum Vormonat). Die Branche rechnet auch für das Jahr 2018 nicht mehr im einem echten Boom bei Elektroautos. Als Gründe für die Zurückhaltung der Kunden werden zu hohe Kosten, eine unzureichende Ladestruktur und zu geringe Reichweiten genannt. Das im Vorfeld der Prämie befürchtete ‘Elektromobilitätschaos’ hat es bei der Bafa nicht gegeben, so Bafa-Präsident Arnold Wallraff. Für reine Elektroautos, die mit €4.000 gefördert werden, wurden nach 27 Monaten 49.733 Anträge gestellt (+4.240 Anträge zum Vormonat). Auf Plug-in-Hybrid-Modelle, für die es €3.000 Prämie gibt, entfallen 30.522 Anträge (+695 Anträge zum Vormonat). Für die besonders exotischen Modelle mit Brennstoffzellenantrieb sind bei der Behörde bislang nur 19 Anträge (+1 Antrag zum Vormonat) eingegangen. Der Top10 der Anträge bis 30.9.2018 ist: 1) Smart Fortwo Electric Drive: 9.501, 2) Renault Zoe: 8.430, 3) BMW i3: 6.838, 4) Streetscooter Work: 6.644, 5) Audi A3 e-Tron: 6.103, 6) Volkswagen e-Golf: 5.783, 7) BMW 225xe iPerformance: 5.194, 8) Mitsubishi Outlander PHEV: 3.330, 9) Hyundai Ioniq: 3.150, 10): Volkswagen Golf GTE: 2.518. Betrachtet nach Herstellern liegt in den Top10 derzeit BMW (13.910), vor Volkswagen (11.986) und Smart (9.501). Auf den weiteren Rängen folgen Renault (9.017), Streetscooter (6.644), Audi (6.103), Mercedes-Benz (3.535), Kia (3.396), Mitsubishi (3.330) und Nissan (3.220). +++

+++ Die Autos von GEELY kosten im Schnitt rund €9.500. Dennoch macht der chinesische Autobauer damit prozentual mehr Gewinn als viele Wettbewerber. Selbst Premium-Hersteller wie BMW hätten bei der Profitabilität das Nachsehen, zeigt eine Studie. Der chinesische Autobauer Geely ist für den Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer der “Profitabilitäts-Star der Autobranche”. Obwohl das durchschnittliche Geely-Fahrzeug nur €9529 koste, blieben dem Unternehmen 14,4 % vom Umsatz als Gewinn vor Zinsen und Steuern. Das sei weit mehr als bei BMW, Toyota, Volkswagen, PSA oder anderen Branchengrößen. Geely habe im ersten Halbjahr 766.630 Neuwagen verkauft; 99 % davon in China. “Auch das trägt zur guten Marge bei Geely bei, denn noch lassen sich in China eben bessere Preise als in anderen Märkten durchsetzen”, erklärte Dudenhöffer in einer Studie. Der Volkswagen Konzern, größter Autobauer der Welt, kam auf eine Gewinnmarge von 8,2 % im Autogeschäft. Geely ist Teil der Zhejiang Geely Holding, zu der auch Volvo Cars, London EV-Taxi, Lotus und 10 % der Daimler-Aktien gehören. Ein Großteil des Erfolgs von Geely stamme von der mit Volvo entwickelten Kompaktwagen Plattform, erklärte Dudenhöffer. Alle Plattformen stelle Geely auch dem malaysischen Autobauer Proton zur Verfügung, der ihm ebenfalls zur Hälfte gehört. “Was Ferdinand Piëch ab 1993 mit seiner Plattform Strategie bei VW umsetzte und dabei den modernen VW-Konzern schuf, baut der Geely Hauptaktionär und Gründer Li Shufu in gewisser Weise nach”, sagte Dudenhöffer. Die Chinesen seien dabei, wichtige Spieler im Weltautomarkt zu werden. +++

+++ Daimler schickt sich an, dem Elektro-Pionier Tesla den Kampf anzusagen, und zwar auch auf dessen Heimatmarkt. “Wir wollen Vorreiter bei der Entwicklung der Elektromobilität sein und sind hervorragend aufgestellt, um diese Mission zu erfüllen”, sagte MERCEDES Bereichsvorstand Markus Schäfer in Tuscaloosa im amerikanischen Bundesstaat Alabama. Der designierte Daimler Vorstand, der vom künftigen Konzernchef Ola Källenius die Verantwortung für Forschung und Entwicklung übernimmt, hat mit einem symbolischen Spatenstich den Startpunkt für den Bau einer Batteriemontage gesetzt. Die Fabrik entsteht in 11 Kilometer Entfernung von dem Mercedes Werk von Tuscaloosa. Vor einem Jahr hatte Daimler anlässlich der 20 jährigen Gründung des Standorts Investitionen von $1 Milliarde angekündigt, größtenteils für die Produktion von elektrischen Geländewagen und den Bau der Batteriefabrik. Anfang der nächsten Dekade soll die Batteriemontage fertig sein, auf ein genaueres Datum will sich der Konzern noch nicht öffentlich festlegen. Das gleiche gilt für Details zu den Modellen der neuen Elektro-Marke EQ, die dann in Tuscaloosa vom Band laufen werden. Mit 600 zusätzlichen Arbeitsplätzen rechnet Daimler durch die Milliarden Investition. Seit Mitte der 1990er Jahre hat der Stuttgarter Konzern in Alabama mehr als $6 Milliarden investiert. Mittlerweile zählt das Werk 3.700 Beschäftigte, weitere 10.000 Arbeitsplätze bei Lieferanten und Dienstleistern in der Region sind davon abhängig. Mit solchen Daten über die Präsenz in Amerika ist Daimler besonders freigiebig, seit unter der Präsidentschaft von Donald Trump vielfach Stimmung gegen ausländische Unternehmen gemacht wird. Er wolle keinen Mercedes mehr auf der Fifth Avenue mehr sehen, sagte Trump einmal. Dabei will Mercedes nicht nur Tesla und General Motors (mit dem erschwinglicheren Chevrolet Bolt / Opel Ampera-e) auf dem Feld der Elektromobilität angreifen. Im Kerngeschäft sind die Schwaben schon eine Nummer: Weil zwei Drittel der Autos aus Tuscaloosa in fast alle Welt gehen, ist Mercedes der zweitgrößte Auto-Exporteur der Vereinigten Staaten. Allein in den ersten 8 Monaten des Jahres wurden 540.000 Geländewagen aus dem Werk  Tuscaloosa ausgeliefert, mehr als je zuvor. Von Alabamas Gouverneurin Kay Ivey bekommt Daimler demonstrativ Rückhalt: “So wie Mercedes geholfen hat, unseren Staat an die Spitze der Automobilproduktion zu bringen, wird Alabama helfen, Mercedes an die Spitze der Elektromobilität zu bringen”, sagte die republikanische Politikerin. +++

+++ Der Pkw Absatz in Deutschland ist mit Inkrafttreten des neuen Abgas Prüfstandards WLTP im September 2018 kräftig eingebrochen. Laut neuen Zahlen vom Kraftfahrt Bundesamt (KBA) wurden nur 200.134 Pkw NEU ZUGELASSEN ; satte 30,5 % weniger als im Vorjahresmonat. Hintergrund ist ein Absatzboom in den vorangegangenen Monaten, ausgelöst von der angekündigten Umstellung der Abgastests. Angesichts der drohenden Fahrverbote in deutschen Städten und möglichen Umrüstungen betraf der Rückgang besonders Diesel. Im Vergleich zu September 2017 sackte der Absatz laut Angaben des Importeurverbandes (VDIK) um 44 % ab. Seit 1. September dürfen nur noch Autos neu zugelassen werden, die den neuen, gründlicheren Prüfstandard WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) durchlaufen haben. Dadurch haben noch nicht alle Modelle die Genehmigung für eine Neuzulassung. Besonders Audi kämpft mit einem katastrophalen Einbruch seiner Verkaufszahlen in Deutschland und Europa. Mehr als zwei Drittel der rund 100 Motorvarianten seien derzeit nicht lieferbar, weil sie noch nicht nach dem neuen WLTP Standard zugelassen seien, sagte Vertriebsplanungschef Alexander Buk in Ingolstadt. Erst zum Jahresende dürfte das normale Angebot wieder erreicht werden. Einige Modelle würden in Erwartung der Zulassung auf Halde produziert, um sie dann sofort ausliefern zu können. Bei Volkswagen betrug das Minus knapp %. Der Konzern hatte zwischenzeitlich gar 8.000 Stellplätze auf dem Berliner Pannenflughafen BER angemietet, um Autos mit Lieferverzögerungen abzustellen. Bei Mercedes-Benz sank der Absatz um rund 21 %, bei BMW nur um gut 1 %. Dadurch verschoben sich auch die Marktanteile: BMW kam im September mit gut 24.500 Autos auf einen Anteil von 12 %, Mercedes auf 11 % und verdrängten damit die Marke Volkswagen, die nur auf 10 % kam. Sogar Opel lag knapp vor VW. Der neue Prüfzyklus WLTP ist seit September 2017 für neue Typzulassungen entscheidend und seit September 2018 für sämtliche Neuwagen bindend. Von September 2019 an werden zudem die realitätsnahen Straßen Abgastests RDE (Real Drive Emissions) Pflicht. Die Maßnahmen sollen deutlich genauere Verbrauchs- und Emissionswerte liefern als das bisher gültige Verfahren NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus). Dieses ist deutlich kürzer und findet nur auf dem Rollenprüfstand statt. Sorgten im Vormonat noch zahlreiche Modelle, die vor der WLTP Einführungsfrist zugelassen werden, mussten die Statistik an, so sind es im September zahlreiche Modelle, die noch nicht WLTP zertifiziert zu haben sind. Besonders auffällig sind die teilweise herben Platzverluste von Modellen aus dem gesamten Volkswagen Konzern. Der Golf bleibt zwar auch unter diesen Rahmenbedingungen der König der Kompaktklasse, allerdings büßt er gegenüber den Vormonaten deutlich an Dominanz ein. Um satte 10.000 Neuzulassungen sank das Ergebnis von August bis September. Relativ dicht dran am Golf ist damit der BMW 1er, der sich mit viel Schwung auf den zweiten Rang bei den Kompakten geschoben hat. Den dritten Platz sichert sich der Skoda Octavia. Bei den Minis musste der Up Federn lassen. Er fiel zurück auf Rang 3, neuer Spitzenreiter ist der Fiat 500. Zwischen beiden steht der Opel Adam, der stark zulegen konnte und so neu aufs Treppchen kletterte. Im Segment der Kleinwagen wurde der Polo klar entthront. Neuer souveräner Zulassungskönig ist der Opel Corsa, gefolgt vom Mini sowie dem Ford Fiesta. Der Polo folgt unter ferner liefen. Mercedes C-Klasse heißt weiter der Spitzenreiter in der Mittelklasse. Ihr folgt der stark aufgekommene BMW 3er sowie der Opel Insignia. Auch hier wurde der Seriensieger Passat vom Podest gespült. Überraschend stabil zeigt sich die Obere Mittelklasse. Hier steht die Mercedes E-Klasse vor dem BMW 5er und dem Audi A6. Reichlich Bewegung gibt es im Oberklasse Segment. Vorne steht neu der Mercedes CLS, gefolgt vom Markenbruder S-Klasse. Neu auf dem Podest steht der BMW 6er, der den Porsche Panamera von selbigem gestoßen hat. Verdrehte Welt auch bei den SUV. Ganz oben auf dem Siegertreppchen steht im September der Hyundai Tucson. Ihm folgt der Ford Kuga. Neu auf Rang 3 ist der BMW X1. Vom bislang so erfolgreichen Volkswagen Newcomer T-Roc ist im Spitzenfeld nichts mehr zu sehen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Geländewagen. Vorne steht im September der BMW X3. Dahinter hat es sich der Volvo XC40 bequem gemacht. Rang drei geht an den BMW X5. Der Tiguan kann hier nicht mehr mithalten. Gleiches gilt für den Porsche 911, der seinen Podestplatz bei den Sportwagen verloren hat. Ganz oben steht hier das Mercedes E-Klasse Coupé, gefolgt vom Ford Mustang und dem Mercedes SLC. Im Segment der Minivans lautet die Reihenfolge: Mercedes B-Klasse, Ford C-Max und Peugeot 3008. Bei den Großraumvans konnte der Touran seinen Platz verteidigen, ihm folgen aber die Mercedes V-Klasse und der Opel Zafira. Herber Rückschlag für VW bei den Utilities. Der T6 ist nicht mehr auf dem Podest. Vorne steht der Ford Transit/Tourneo, gefolgt vom VW Caddy und dem Opel Combo. Auch bei den Reisemobilen ist der T6 runter vom Treppchen. Vorne steht souverän der Fiat Ducato, weit dahinter der Citroën Jumper und auf Rang 3 der Ford Transit. +++

+++ Auch nach einem Teilverkauf soll das Entwicklungszentrum mit Tausenden Ingenieuren ” das Herz von OPEL ” bleiben. Alle Modelle der Marke mit dem Blitz sollen weiter dort entwickelt werden, versichert Michael Lohscheller. Und der Opel Chef verspricht zugleich, dass weitere Teile des Zentrums nicht zum Verkauf stehen. Der Autobauer Opel strebt beim geplanten Teilverkauf seines Rüsselsheimer Entwicklungszentrums eine konstruktive Lösung mit den Sozialpartnern an. “Das ist ein großer Deal, der bis zu 2.000 Ingenieure betrifft”, sagte Lohscheller. Der zum französischen PSA Konzern gehörende Hersteller hatte vor rund einem Monat Pläne öffentlich gemacht, Unternehmensteile mit rund 2.000 Beschäftigten an den französischen Entwicklungsdienstleister Segula Technologies abgeben zu wollen. Die Geschäftsteile sollen zu 100 % an Segula übergehen. Hintergrund ist eine mangelnde Auslastung des Entwicklungszentrums. Die Verhandlungen sind bisher nicht abgeschlossen. “Diese Dinge sollten, auch im Interesse der Beschäftigten, in einer vernünftigen Zeitspanne gelöst werden”, sagte Lohscheller. “Ich glaube, dass der Betriebsrat, die IG Metall und wir ein Interesse daran haben, dies zu einem guten, konstruktiven Ergebnis zu bringen”. Zum Zeitrahmen für einen Abschluss äußerte er sich nicht im Detail. Das Entwicklungszentrum werde “das Herz von Opel” bleiben, sagte Lohscheller. “Wir werden dort alle Opel Modelle entwickeln”. Opel habe zudem Verantwortlichkeiten von der PSA-Gruppe erhalten, beispielsweise mit der Entwicklung von leichten Nutzfahrzeugen. Auf die Frage, ob er sicher sei, dass kein weiterer Teil des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums mit derzeit rund 7.000 Beschäftigen verkauft werden soll, sagte Lohscheller: “Ja, ich bin sicher”. PSA mit den Marken Peugeot, DS und Citroën hatte Opel vor gut einem Jahr übernommen und einen Sanierungskurs eingeleitet. Im ersten Halbjahr 2018 hatte der seit vielen Jahren Verluste schreibende Traditionshersteller mit Sitz in Rüsselsheim überraschend einen operativen Gewinn ausgewiesen. +++

+++ Die Groupe PSA und Punch Powertrain beabsichtigen das Joint-Venture ‘Punch Powertrain PSA e-transmissions’ zu gründen. Das JV soll zukünftige Generation des Elektroantriebs (e-DCT) produzieren. Hauptsitz und Produktion in Metz, Frankreich. Wie die Groupe PSA und Punch Powertrain mitteilen, gaben beide Unternehmen am 27. September ihre Absicht bekannt, gemeinsam das Joint-Venture zu gründen. In dessen Rahmen soll ab 2022 die zukünftige Generation des Elektroantriebs (e-DCT) produziert werden. Das e-DCT-Getriebe mit 48 Volt Architektur soll in Zukunft wesentlicher Bestandteil der Mild-Hybrid-Elektrofahrzeuge (MHEV) der Groupe PSA sein und Einsparungen im Kraftstoffverbrauch von bis zu 15 % ermöglichen. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden und der Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretungen. Für die Konzeption und Entwicklung sind laut den Unternehmen die Forschungszentren von Punch Powertrain in Belgien und den Niederlanden verantwortlich. Die Produktion soll im PSA Werk in Metz stattfinden, das aufgrund seiner Kosteneffizienz ausgewählt und für seine Kompetenz in der Getriebeproduktion bekannt sei, heißt es. Das Werk in Metz soll über eine jährliche Produktionskapazität von 600.000 e-DCT verfügen. Punch Powertrain werde die Arbeiten für die industrielle Produktion und den Entwurf der Produktionsanlage nach dem neuesten Stand der Technik übernehmen, heißt es weiter. +++

+++ Mehr Autos, mehr Marktanteil, mehr Cash in der Kasse: diesem Wachstumstrend soll ab 2019 auch die vierte SKODA Octavia Generation gehorchen. Sie wird auf der IAA präsentiert, der Combi geht noch im gleichen Jahr an den Start. 2020 folgt dann die Limousine. Nachdem sich sogar die Chinesen Hals über Kopf in das preisgünstige Raumwunder verliebt haben, dürfte die 400.000 Einheiten Hürde kein Problem darstellen. Rund 160.000 Fahrzeuge sollen auf den vor allem in Europa beliebten Kombi entfallen. Bei den Abmessungen verändert sich nicht viel: Der neue Octavia ist rund 4,70 Meter lang, etwas über 1,80 Meter breit. Durch den größeren Radstand ändern sich aber die Proportionen. Der Octavia IV wirkt dem Vernehmen nach gestreckter, eleganter, oberklassiger. Die stärkere Betonung der horizontalen Linien, Falze, Fugen und Kanten sorgt für eine aus Blech geformte Wertigkeit, nach der man bei vielen Konkurrenten lange suchen muss. Typisch für das Skoda-Design sind die seitlich umgreifende Motorhaube, die direkt an den Grill anstoßenden Scheinwerfer und das Spiel mit den angewinkelten Flächen. Chrom und Glanzschwarz sind bestimmende Elemente in einem Stilmix, der in Zukunft noch deutlicher zwischen Limousinen und SUV unterscheidet. Das seit dem Facelift des aktuellen Modells bekannte 4 Augen Gesicht verschwindet wieder. Zu schrullig, um massentauglich zu sein. Dank besserem Package sollen die Platzverhältnisse trotz des sportlichen Designs besser ausfallen als bisher, der Kofferraum schluckt künftig 590 Liter (Limousine) und 620 Liter (Combi). Aus Rücksicht auf das Flaggschiff Superb darf der Kofferraum nicht noch weiter wachsen!  Vom technischen Fortschritt, den Volkswagen Ende 2018 im Golf 8 realisiert, profitiert auch der neue Octavia. Geplant sind mehr Assistenzsysteme bis hin zum teilautonomen Fahren (Level 3), zusätzliche Ausstattungsfeatures wie das Virtual-Cockpit-Display, drei verschieden große Bildschirmformate, erweiterte Sprachsteuerung, adaptive LED-Scheinwerfer und eine Aufwertung der Pakete Ambition, Style, Scout (nur Kombi), Laurin & Klement und RS. Außerdem soll das Erfolgsmodell die letzten Reste des Billigauto-Grauschleiers abstreifen. Dazu dienen mehr Chrom, höherwertige Materialien, noch bessere Qualität, eine neue Sitzgeneration, zusätzliche Luxusextras und tadellose Verarbeitung auch dort, wo man es erst auf den zweiten Blick sieht, zum Beispiel unter der Motorhaube oder im Kofferraum. Womit der Octavia dem Passat noch dichter aufs Blech rückt. Zumal die preisliche Positionierung fast unverändert bleibt: der Abstand zu Superb und Passat liegt auch in Zukunft bei rund €5.000 beziehungsweise knapp €10.000. Die Gefahr der Kannibalisierung sehen die Skoda Bosse dennoch nicht und erklären: “Tatsache ist, dass sich VW und Audi am Markt öfter in die Quere kommen als Skoda und Volkswagen”, Die Motoren entsprechen dem aktuellen Modell (Dreizylinder-Benziner ab 115 PS, Vierzylinder Diesel künftig bis 190 PS im RS). Schon kurz nach der Markteinführung will Skoda mit dem 48 Volt Bordnetz die Voraussetzung für den Mildhybriden einführen. Das Paket verspricht 10 kW mehr Kraft und 55 Nm Extraschub. Ebenfalls fix eingeplant ist ein Plug-in-Hybrid. Die Kombination aus 1,5 Liter Benziner (150 PS) und E-Maschine (75 kW) stellt eine rechnerische Systemleistung von 252 PS und 590 Nm in Aussicht. Falls sich Skoda zu einem Octavia mit E-Antrieb durchringen sollte, würde der Modulare Elektrobaukasten (MEB) des VW I.D. Pate stehen. +++

+++ TESLA hat die Produktion seines ersten günstigeren Wagens Model 3 nach den langwierigen Anlaufschwierigkeiten schließlich in Schwung gebracht. Im vergangenen Quartal wurden 53.239 Fahrzeuge des Model 3 gebaut, wie der Elektroauto-Hersteller mitteilte. In den 3 Monaten davor waren es noch rund 26.600 Wagen gewesen. Tesla hatte bei Model 3 erst Ende Juni mit einem halben Jahr Verspätung das Produktionsziel von 5.000 pro Woche erreicht. Nun seien in der letzten September-Woche mehr als 5.300 Wagen fertiggestellt worden, hieß es. Zusammen mit den bisherigen beiden teureren Fahrzeugen Model S und X stellte Tesla über 80.100 Wagen her und lieferte 83.500 Autos an die Kunden aus. Zum Vergleich: Die Firma von Elon Musk hatte im gesamten vergangenen Jahr gut 101.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Zugleich hatte Tesla das Problem, dass die Infrastruktur für die Auslieferungen nicht mit der Produktion Schritt halten konnte. Deshalb seien über 8.000 bereits gebaute Model 3 Fahrzeuge noch nicht bei ihren Besitzern angekommen. Das Model 3 gilt für Tesla als Schlüssel, um einen breiteren Markt zu erschließen und nach hohen Investitionen in Entwicklung und Produktion des Wagens profitabel zu werden. Zwischendurch hatte es immer wieder Zweifel daran gegeben, wie gut Tesla die Anlaufschwierigkeiten in Griff bekommen kann. +++

+++ TOYOTA muss wegen eines Software-Problems weltweit rund 2,4 Millionen Hybridautos in die Werkstätten rufen. Bereits im September mussten die Japaner den Prius wegen Brandgefahr zurückbeordern. Wie der Konzern mitteilte, könne eine Fehlfunktion der Software im Kontrollsystem zu einem Unfall führen. In Deutschland sind 32.000 Autos betroffen, europaweit sind es insgesamt 290.000. Der Großteil entfällt auf Japan, wo in 1,25 Millionen Fahrzeugen die Software korrigiert werden muss. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb einiger Wochen, dass der Branchenprimus sein Vorzeige-Hybridmodell Prius in die Werkstätten zurückholen muss. Anfang September wurden rund 1 Million Autos wegen eines Brandrisikos zurückgerufen. +++

+++ VERNETZTE Autos kommunizieren nicht nur untereinander, sondern müssen für einen reibungslosen Ablauf im Straßenverkehr auch mit ihrem Umfeld in Kontakt stehen. Volkswagen und Siemens starten hierfür einen Test in Wolfsburg, der Heimatstadt des Autoherstellers. Kern der Versuchsreihe ist die Kommunikation von Ampelanlagen und Autos, um Kreuzungen sicherer zu machen. Außerdem kann mit der Information über Grünphasen, die an Fahrzeuge weitergegeben werden, der Verkehrsfluss verbessert werden. Der Fahrer, oder später einmal das autonom fahrende Auto, kann aufgrund dieser Informationen die Geschwindigkeit so anpassen, dass eine ‘grüne Welle’ möglich ist. Auch wenn dafür etwas langsamer gefahren werden muss, ist man dennoch schneller am Ziel, weil Wartezeiten an der roten Ampel entfallen. Ganz nebenbei sinkt auch noch der Kraftstoff oder Strom verbrauch, wenn das Auto mit einer kontinuierlichen Geschwindigkeit fährt und Brems sowie Beschleunigungsvorgänge reduziert werden. 10 Ampelanlagen in Wolfsburg werden von Siemens und VW im ersten Schritt für den Onlinebetrieb umgerüstet. Die Datenübertragung erfolgt über WLANp. Dieser Standard für die Kurzstreckenkommunikation soll ab 2019 in allen neuen VW-Fahrzeugen serienmäßig verbaut sein. Es reicht aus, wenn die Ampel mit einem Auto kommuniziert, welches die Informationen dann an ein nachfolgendes Fahrzeug weitergibt und von dort wieder verbreitet wird. Eine digitale Flüsterpost von einem Auto zum anderen also. Außerdem sollen an 2 Kreuzungen zusätzliche Sensoren verbaut werden, die Autofahrer besser vor Fußgängern und Radfahrern warnen. Außerdem können die Sensoren vor Ort Daten erfassen, bevor die Systeme im Auto diese erkennen und verarbeiten. Dadurch sollen Unfallschwerpunkte, beispielsweise bei eine unübersichtlichen Abbiegesituation, entschärft werden. Warum werden nicht einfach die Smartphones der Autofahrer genutzt, um einen Kommunikationskanal aufzubauen? Das erklärt Gunnar Koether, Leiter der Fahrzeugsicherheit bei Volkswagen: “Anders als die vergleichsweise ungenauen Positionsdaten eines Smartphones, bietet die Verwendung von Sensorik analog zum Fahrzeug hochgenaue Daten eines kritischen Bereiches. Eine wesentliche Bedingung, um Fehlwarnungen zu vermeiden. Neben den technischen Hürden ist der Datenschutz ein weiterer Aspekt, der bei der Nutzung privater Smartphones abschrecken könnte”. +++

+++ Der US Verkauf des VOLKSWAGEN Arteon soll auf Anfang 2019 verzögern. Hauptgrund für die Verschiebung um fast ein halbes Jahr soll der aufwendige Zertifizierungsprozess sein, der durch die Umstellung auf den WLTP Verbrauchszyklus verursacht wird. Die US Version des Arteon wurde im Februar 2018 auf der Chicago Autoshow enthüllt und soll den ausgelaufenen CC (ehemals Passat CC) ablösen. IHS Markit prognostiziert, dass der Arteon in den USA pro Jahr 12.000 mal verkauft wird, was einem Markenanteil von 2,7 % entsprechen würde. Angesichts des Rückgangs der US amerikanischen Pkw Verkäufe in den ersten 8 Monaten des Jahres 2018 und des Anstiegs der Nutzfahrzeugverkäufe haben die US Händler von VW mit dem Atlas und dem kommenden Atlas Cross Coupe wohl bessere Chancen als mit dem Arteon. Während im Jahr 2016 fast 80 % der VW Verkäufe in den USA Pkw waren, will das Unternehmen den Absatz von Nutzfahrzeugen mit Neuzugängen steigern. In diesem Jahr dürfte fast die Hälfte der US-Verkäufe Crossover sein. +++

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