Tagesschau

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+++ AUDI hat im dritten Quartal nur noch einen Betriebsgewinn von €110 Millionen eingefahren; ein Rückgang um mehr als €1 Milliarde Euro. Vor allem das von der Münchner Staatsanwaltschaft im Dieselskandal verhängte Bußgeld von €800 Millionen habe die Zwischenbilanz verhagelt. Dazu kamen hohe Kosten für neue Modelle, den Umbau der Werke für Elektroautos und stark gesunkene Verkaufszahlen. Diese gingen zuletzt zurück, weil sich die Zulassung von neuen Fahrzeugen nach dem neuen Messverfahren für Autoabgase verzögerte. “Die aktuelle Situation ist eine enorme Herausforderung für Audi”, sagte der kommissarische Vorstandschef Bram Schot. Die Verkaufszahlen von Audi sanken im dritten Quartal dieses Jahres um 3 % auf 458.000 Autos, der Umsatz fiel von €14 Milliarden auf €13,1 Milliarden und der Betriebsgewinn von €1,26 Milliarden auf €110 Millionen. Allerdings rechnet Audi sein Ergebnis aus dem China Geschäft in einer Größenordnung von etwa €200 Millionen Euro nicht wie Mercedes zum Betriebsgewinn, sondern zum Finanzergebnis; das erschwert direkte Vergleiche. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand Verkäufe fast auf Vorjahresniveau und einen etwas höheren Umsatz, aber einen Betriebsgewinn “deutlich unter Vorjahr”. Audi hat den großen Q8 und den A6 auf den Markt gebracht; Q3 und A1 folgen bis Jahresende. Der ehemalige chef Rupert Stadler ist nach 4 Monaten in Untersuchungshaft seit dieser Woche wieder auf freiem Fuß. Das Oberlandesgericht München setzte den Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug. Der Betrugsverdacht im Zusammenhang mit der Abgasaffäre bestehe aber weiter. +++

+++ Eine Entscheidung über den Bau eines rein elektrischen BENTLEY soll noch vor dem Jahr 2020 fallen. Indes noch völlig offen ist vor dem Brexit Hintergrund, wo der Luxus Stromer gebaut werden könnte. Wie die Nachrichtenagentur Reuters Bentley chef Adrian Hallmark zitiert, befindet sman sich bei der Volkswagen Luxustochter derzeit im Entscheidungsprozess über den Bau eines rein elektrischen Modells. Eine grundsätzliche Entscheidung soll noch vor 2020 fallen, um mit einem solchen Fahrzeug noch vor 2025 in den Markt zu kommen. Ein entscheidender Faktor ist dabei, inwieweit für die Fertigung eines solchen Modells die unter Hoheit von Porsche und Audi befindliche Premium Platform Electric (PPE) genutzt werden kann. Bis die Entscheidung über einen britischen Luxusstromer gefallen ist, dürfte auch Klarheit herrschen, wie der Brexit vollzogen wird. Hallmark sagte gegenüber der Nachrichtenagentur, dass die Frage entscheidend über das weitere Investment in Großbritannien ist. Komme es zum “No-Deal-Ausstieg” werde sich das nicht nur negativ auf die Profitabilität auswirken, sondern auch klar limitierend was künftige Investitionen im Bentley-Heimatland anbelangt. Ob ein Elektro Bentley in Großbritannien gebaut wird, ist längst nicht entschieden, Alternativen im Netzwerk des VW-Konzerns gibt es. Die britische Nobelmarke bereitet derzeit den Marktstart einer Plug-in Version des Bentayga vor. Gleichwohl wäre ein rein elektrisches Modell ein riesiger Schritt für die Marke, urteilt IHS Markit. Heikelster Punkt ist nach Einschätzung der Experten die Definition, welchem Modell man den E-Antrieb unter die Haube packt. Auf der Entwicklungs & Produktionsseite sieht IHS Markit durch einen Einsatz des PPE erhebliche Kostenvorteile für Bentley. +++

+++ BMW erweitert einen bestehenden Rückruf und wird weltweit 1,6 Millionen Dieselfahrzeuge in die Werkstätten holen. Untersuchungen hätten ergeben, dass bei einigen Autos Glykol-Kühlflüssigkeit aus dem Kühler der Abgasrückführung austreten kann. Zusammen mit den hohen Temperaturen in diesem Bauteil und vorhandenen Rußpartikeln könne es deshalb in “sehr seltenen Fällen” zu einem Brand kommen, hieß es bei BMW. In Deutschland sind 328.000 Fahrzeuge aller BMW-Modellreihen mit 4 oder 6 Zylinder Dieselmotoren verschiedener Produktionszeiträume betroffen. 4 Zylinderdiesel, die zwischen März 2011 und März 2017 gebaut wurden sowie 6 Zylinderdiesel aus dem Zeitraum von August 2010 bis Januar 2017 müssen demnächst in die Werkstatt. Bei den 4 Zylindern werde das betroffene Bauteil ausgetauscht, bei den 6 Zylindermotoren werde geprüft, ob das Problem am Auto auftrete und das Bauteil dann (falls nötig) getauscht, erklärte ein BMW Sprecher. Die betroffenen Fahrzeughalter werden von BMW kontaktiert. In Südkorea sind infolge des Defekts in diesem Jahr bereits etwa 30 BMW in Brand geraten, darunter der als Dienstwagen beliebte 520d. Anfang August wurden in Europa deshalb bereits 323.700 Dieselfahrzeuge zurückgerufen, in Deutschland waren damals 96.300 BMW betroffen. Bei der jetzigen Erweiterung des Rückrufs handle es sich jedoch um eine reine Vorsichtsmaßnahme, erklärte ein Sprecher der Firma, denn die Zahl der Fälle sei deutlich geringer als beim ersten Rückruf. +++

+++ Zuletzt hatte FARADAY FUTURE massive Finanzprobleme, die sich mittlerweile in einer größeren Krise manifestieren. Jetzt hat einer der Gründer das Unternehmen nach gescheiterten Rettungsversuchen verlassen.Nachdem sich der strauchelnde Elektroauto Hersteller mit einem neuen Großinvestor scheinbar auf dem Weg der Besserung befand, gibt es neue Negativ Schlagzeilen. So hat mit Nick Sampson einer der drei Gründer das Unternehmen verlassen, nachdem tags zuvor Produktentwicklungschef Peter Savagian die Segel gestrichen hatte. Mit dem Einstieg der in Hong Kong börsennotierten Evergrande Health Industry Group flossen zwar $2 Milliarden in das Start-Up, doch auch mit dem chinesischen Geldgeber hat sich das verbleibende Management mittlerweile zerstritten. Das frische Geld wollte Faraday Future nutzen, um den Serienstart des FF91 voranzutreiben. Der SUV sollte nach ursprünglichen Planungen bereits Anfang diesen Jahres im US Bundesstaat Nevada vom Band laufen. Dieser Plan wurde verworfen, vor einigen Wochen verkündete das Unternehmen den Baubeginn für ein Montagewerk im kalifornischen Hanford. Zudem wurde Faraday Gründer Yueting Jia zum neuen CEO des Unternehmens berufen. Unterdessen wurden mehrere Bereiche am Hauptsitz des Unternehmens stillgelegt. Mitarbeiter wurden beurlaubt, andere vor die Wahl gestellt zum Mindestlohn weiter zu arbeiten. +++

+++ Der italo-amerikanische Autobauer FIAT CHRYSLER will nach dem Verkauf des Zulieferers Magneti Marelli eine Sonderdividende von rund €2 Milliarden ausschütten. Das trotz eines Gewinnrückgangs im operativen Geschäft. Unter dem Strich kam den Konzern im vergangenen Quartal aber eine Rückstellung für erwartete Kosten im Zusammenhang mit mutmaßlichen Verstößen gegen Diesel Abgasregeln in den USA teuer zu stehen. Der Gewinn ging im dritten Quartal um mehr als ein Drittel auf €564 Millionen zurück. Im Zusammenhang mit seinen umstrittenen Dieselantrieben in den USA machte Fiat Chrysler eine Rückstellung von €713 Millionen. Dies stehe aber nicht im Zusammenhang mit einem abgeschlossen Vergleich oder mit einem Schuldeingeständnis, hieß es. Die Vorsorge sei im Einklang mit den Regeln für den Fortschritt bei Vergleichsverhandlungen getroffen worden. Den Umsatz konnte Fiat Chrysler zwischen Juli und Ende September um 9 % auf €28,8 Milliarden steigern, das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 13 % auf €2,0 Milliarden zu. Die Jahresprognosen im operativen Geschäft bestätigte das Unternehmen. Die Aktie kletterte in Mailand nach dem Bekanntwerden der Sonderausschüttung ins Plus und legte zuletzt um 1,3 % zu. Anfang vergangener Woche hatte Fiat Chrysler angekündigt, den hauseigenen Zulieferer Magneti Marelli für €6,2 Milliarden an den japanischen Rivalen Calsonic Kansei zu verkaufen, der dem US Finanzinvestor KKR gehört. Es ist der erste größere Deal von Fiat Chrysler Chef Mike Manley, der nach dem Tod des langjährigen Chefs Sergio Marchionne bei dem US-italienischen Konzern das Ruder übernommen hat. Die milliardenschwere Sonderausschüttung soll nach dem Abschluss des Verkaufs fließen. Fiat Chrysler will die Produktion der in den USA beliebten Kleinlaster steigern und den Konkurrenten Ford und General Motors Marktanteile abknöpfen. “Wir müssen auf den zweiten Platz kommen”, sagte Manley. Dabei sei ihm egal, welchem der beiden Rivalen er Kunden abjage, Ford oder dem bei Trucks mit offener Ladefläche zweitplatzierten General Motors. Ford führt die US Verkaufsstatistik bei Pick-ups mit seiner F-Serie seit Jahrzehnten an, dicht gefolgt von GM mit dem Chevrolet Silverado und dem GMC Sierra. Fiat Chrysler, bisher auf Rang 3, holt derzeit auf und profitiert dabei von dem neu aufgelegten Flaggschiff Ram 1500. Um die Kapazitäten für dieses Modell zu steigern, wird Fiat Chrysler die Produktion von Kleinlastern in Mexiko womöglich doch nicht einstellen. Der italienisch-amerikanische Konzern hatte vor dem Hintergrund des Handelsstreits angekündigt, die Fertigung von schweren Pick-ups aus dem Werk Saltillo in Mexiko zu verlagern, um hohe Steuern beim Export in die USA zu vermeiden. +++

+++ FORD überarbeitet seine Modellstrategie derzeit radikal. Für Europa bedeutet dies ebenfalls Einschnitte. Ford Boss Jim Hackett zeigte sich “extrem unzufrieden”. Das Gesamtjahr wird wohl mit einer roten Zahl abschließen. Im Vergleich dazu steht der Gewinn von $234 Millionen aus dem Jahr 2017. Ein Grund für den Absturz: Der Brexit. Seit der Ankündigung der Briten aus der europäischen Union auszusteigen rauscht das britische Pfund in den Keller, schlecht für den größten EU Markt von Ford. Aktuell möchte man um die Verluste einigermaßen aufzufangen den Nutzfahrzeugabsatz ankurbeln und auch das Angebot an SUV ausbauen. Außerdem hat Ford in den USA die Investitionen in traditionelle Limousinen gestoppt. Dies betrifft in erster Linie den Fusion, auf dessen Basis hierzulande der Mondeo angeboten wird. Fraglich also, wie die Zukunft des Mittelklässlers aussieht. Nahezu fix scheint die Entscheidung zu sein, den C-Max aus dem Programm zu nehmen, der nach Angaben von Farley nicht die Erwartungen erfüllt. Auch von den S-Max und Galaxy wird wohl nur ein Modell überleben. Die Strategie von Ford in Europa sei darauf ausgerichtet, Kosten zu senken und langfristig eine Profit-Marge von 6 % zu erreichen. In Deutschland habe man den Marktanteil von Ford immerhin ausgebaut, auch bei den Nutzfahrzeugen. Im ersten Halbjahr seien die Verkäufe um 5,7 % gestiegen. Jedoch liegt die Umsatzrendite nur bei 1,3 %, also weit entfernt von den angestrebten 6 %. Darum fehlt es wohl an einem klaren Bekenntnis aus den USA zur Fertigung von SUV Modellen in Deutschland. Für Europa laufen die in Spanien und Rumänien vom Band. In 2020 soll ein voll-elektrischer Crossover mit dem bisherigen Arbeitstitel Mach 1 auf den Markt kommen. Jim Farley (Executive Vice President and President, Global Markets) verrät über das Design: “Eine schlanke Silhouette, null Emissionen, vier Türen und die rebellische Seele eines Mustangs”. Bis 2022 will Ford 16 weitere Elektromodelle weltweit anbieten, dazu 24 Hybrid-Fahrzeuge. In 2020 wird Ford den Bronco wieder auflegen und den legendären SUV auch in Europa anbieten. Er wird als ein kompromissloser Geländegänger mit Allradantrieb an den Start gehen und auf der neuen Ranger Leiterrahmen Plattform basieren. Der Pickup wird 2020 ebenfalls neu aufgelegt. Aber auch dem Jeep Renegade will Ford etwas entgegen setzten und kündigt schon für 2019 die Präsentation eines kleinen SUV an. 2020 wird der als Baby-Bronco titulierte Kompakt-SUV an den Start gehen. Welchen Namen das Modell tragen wird, steht nicht fest, allerdings hat Ford die beiden Namen Maverick und Timberline schützen lassen. Fix ist indes: Der Baby-Bronco wird basiert auf der neuen modularen Frontantriebsplattform des Focus. Optional ist in dem Retro-SUV auch Allrad möglich. Das Modell könnte in Europa den wenig erfolgreichen Ecosport ablösen. +++

+++ Wie der HONDA Konzern bekanntgab, dürfte sich das Nettoergebnis zum Bilanzstichtag 31. März 2019 auf 675 Milliarden Yen (5,3 Milliarden Euro) belaufen. Zuvor war Honda noch von 615 Milliarden Yen ausgegangen. Der japanische Autobauer Honda erwartet im laufenden Geschäftsjahr einen höheren Gewinn als zunächst angenommen. Zu den verbesserten Ertragsaussichten tragen der robuste Verkauf von Motorrädern in Indien und Vietnam sowie Kostensenkungen bei. Der Umsatz dürfte 15,8 statt 14,5 Billionen Yen erreichen. In den ersten 6 Monaten des laufenden Geschäftsjahres stieg der Nettogewinn um 19,3 % zum Vorjahr auf 455,1 Mrd Yen. Hondas Umsatz verbesserte sich um 5 % auf 7,8 Billionen Yen. +++

+++ MAZDA hat in der ersten Hälfte seines Geschäftsjahrs 2018 (1. April 2018 bis 31. März 2019) weltweit 796.000 Neufahrzeuge verkauft. Das war mehr als je zuvor in einem vergleichbaren Zeitraum. Gegenüber dem bisherigen Rekordwert aus dem Vorjahr stieg der Absatz des japanischen Autobauers um 1,7 %. Das Wachstum ist laut Mazda vor allem der hohen Nachfrage nach den Crossover Modellen sowie der Einführung der aktualisierten 6, CX-3 und MX-5 zu verdanken. In Europa inklusive Russland verzeichnete Mazda in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres einen Zuwachs von 2,4 % auf 135.000 Fahrzeuge. Besonders kräftig wuchs der Absatz den Angaben zufolge in Spanien mit 17 % auf 11.000 Einheiten. Der CX-5 erwies sich mit 20 % Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum als Wachstumstreiber in Europa. Der Heimatmarkt Japan steuerte einen Zuwachs von 6,7 % auf 103.000 Einheiten zum Rekordabsatz bei, während die Fahrzeugverkäufe in Nordamerika um 1,6 % auf 222.000 Einheiten stiegen. Kräftige Zuwächse erzielte Mazda darüber hinaus in der ASEAN Region, wo von April bis September 2018 rund 66.000 Fahrzeuge verkauft wurden. Das entspricht einem Plus von 28 %. Der Rekordabsatz des japanischen Automobilherstellers führte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres zu einem Umsatz von 1,729 Billionen Yen (€13,3 Milliarden). Dabei erzielte Mazda ein Betriebsergebnis von 30,9 Milliarden Yen (€237,7 Millionen) und einen Nettogewinn von 24,4 Milliarden Yen (€187,7 Millionen). Die Prognose für das Geschäftsjahr 2018, das am 31. März 2019 endet, wurde nach unten angepasst. Hintergrund sind laut Mazda “Niederschläge historischen Ausmaßes im Sommer dieses Jahres, die zu einem Produktionsausfall von 44.000 Fahrzeugen in den japanischen Werken führten”. Diese beeinträchtigten das Betriebsergebnis in einem Umfang von rund 28 Milliarden Yen. Erst kürzlich seien die Werke wieder zu voller Kapazität zurückgekehrt. Mazda erwartet für das Gesamtgeschäftsjahr nun einen globalen Fahrzeugabsatz von 1,617 Millionen Autos (bisher 1,662 Millionen), einen Betriebsgewinn von 70 Milliarden Yen (€538,5 Millionen; bisher 105 Milliarden Yen) und einen Nettogewinn von 50 Milliarden Yen (€384,6 Millionen; bisher 80 Milliarden Yen). +++

+++ Für 2020 plant MERCEDES den neuen SL. Der neue SL teilt das Plattform (Modulare Sportwagen-Architektur MSA) mit dem Nachfolger des AMG GT. Ursprünglich hätte auch der SLK Nachfolger SLC auf dieser Alu-Plattform basieren sollen, doch zum einen liefen die Kosten aus dem Ruder, und zum anderen fiel die Nachfrage nach Roadstern derart in den Keller, dass Mercedes in diesem Segment wohl bald das Handtuch wirft. Das sich aktuell SL und AMG GT um die gleiche Käuferschicht streiten, wird in Zukunft stärker differenziert. Während sich der AMG GT noch mehr in Richtung Sportwagen bewegt, wird der SL zum geräumigen 2+2-Sitzer mit Stoffverdeck statt Klapptop. Wenn hier Erinnerungen an die großen SE Coupés und Cabriolets der Baureihen W 111/112 aufkommen, dann hat Mercedes vermutlich genau ins Schwarze getroffen. Einziger Wermutstropfen: Da zwischen den E-Klasse Coupés/Cabrios und dem SL Nachfolger nicht genug Platz ist für die teuren zweitürigen S-Klassen, ist hier eine Flurbereinigung unumgänglich. Motorseitig wird der neue 3,0-Liter 6-Zylinder die Hauptrolle spielen. Im SL 300 ist der Antrieb für 365 PS gut und im SL 400 stehen etwa 435 PS an. Dank der neuen MSA-Plattform könnte der SL erstmals auch Allradantrieb erhalten. +++

+++ PORSCHE hält trotz Schwierigkeiten auf dem Heimatmarkt Kurs auf einen neuen Jahresbestwert. Neben den Bestsellern Macan und Cayenne sorgten besonders der Panamera und der 911er für erfreuliche Quartalszahlen. Porsche lieferte in den ersten 9 Monaten 196.562 Fahrzeuge aus, ein Plus von 6 %. Das operative Ergebnis legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 % auf €3,3 Milliarden zu. Im gleichen Zeitraum stieg der Umsatz um 12 % auf €19,1 Milliarden. “Vor allem der Panamera und unsere Ikone 911 konnten einen deutlichen Nachfrageanstieg verzeichnen”, sagt Porsche Chef Oliver Blume. “Dahinter steht unsere starke Belegschaft, wir steuern auf die Rekordmarke von 32.000 Mitarbeitern zu. Rund ein Viertel der 1.200 Arbeitsplätze für unseren ersten rein elektrischen Sportwagen Taycan ist bereits besetzt. Nachdem der Aufsichtsrat jetzt grünes Licht für den Taycan Cross Turismo, die Serienversion unseres zweiten Elektrosportlers, gegeben hat, stellen wir noch einmal 300 Leute mehr ein”, so Blume weiter. Trotz der Schwierigkeiten bei der Umstellung auf den neuen Messzyklus WLTP liegt Porsche auf dem Heimatmarkt nach neun Monaten mit 24.709 Auslieferungen noch mit 13 % im Plus. Doch schon der September mit lediglich 473 Neuzulassungen bei einem Minus von über 75 % verheißt auch für die kommenden Monate nichts Gutes. Porsche spricht von einem eingeschränkten Produktangebot. Das in Deutschland weiterhin erwartete Minus wird aber unter anderem von dem Wachstum in China ausgeglichen. Im größten Einzelmarkt betrug das Wachstum 4 % bei 56.254 verkauften Einheiten. Bestseller bei den Verkäufen sind der Macan und der Cayenne. Das kompakte SUV wurde in den ersten 3 Quartalen 68.050 Mal ausgeliefert. 49.715 Einheiten steuerte der Cayenne bei. Um 60 % stiegen die Verkäufe beim Panamera, wobei in Europa mehr als 60 % mit Plugin-Hybrid ausgestattet waren. Um 19 % stiegen die Verkäufe der Sportwagenikone 911. Porsche will bei den Auslieferungen den Rekordwert des Vorjahres wieder erreichen. 2017 wurden 246.375 Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert. Beim Umsatz erwartet das Unternehmen eine Steigerung, beim operativen Ergebnis wird ein stabiler Wert im Vergleich zum Vorjahr angestrebt. Ebenso stabil bleibt das strategische Ziel einer operativen Umsatzrendite von 15 %. +++

+++ Der chinesische Mischkonzern Baoneng hat nach der Übernahme von QOROS mit der Stadtregierung von Kunshan einen Investitionsvertrag zum Bau eines Produktionswerks für elektrifizierte Fahrzeuge unterzeichnet. Kunshan, rund 70 Kilometer von Shanghai entfernt, hat sich in den letzten fünf Jahren aufgrund seiner Nähe zum Finanzzentrum rasant entwickelt. Im Rahmen der Vereinbarung wird Baoneng eine umfassende Autoindustrie-Basis für New Energy Vehicles Produktion, Autoteileherstellung und Autofinanzdienstleistungen aufbauen. Die finanziellen Einzelheiten der Projekte wurden noch nicht bekannt gegeben. Baoneng mit Hauptsitz in Shenzhen will sich zukünftig in der chinesischen Autoindustrie breitmachen. Das Unternehmen erwarb im Dezember 2017 eine Mehrheitsbeteiligung an dem chinesischen Autohersteller Qoros von Chery Auto and Quantum LLC. Der Deal gab Baoneng einen schnellen Einstieg in den Automobilsektor, da Qoros einen soliden Produktionshintergrund und eine entsprechende Produktionsstätte in Changshu hat. Das erste Elektrofahrzeugmodell von Qoros, der 3 EV, lief im September mit neuen Finanzmitteln von Baoneng in China vom Band. Seit Ende 2017 hat Baoneng auch eine Reihe von Abkommen mit den Regierungen von Hangzhou, Xian, Guangzhou und Kunmin bezüglich der Produktion von elektrisierten Fahrzeugen unterzeichnet. Laut dem Entwicklungsplan des Unternehmens hat die angekündigte Produktionskapazität bereits 2 Millionen Einheiten pro Jahr überschritten. +++

+++ SKODA bleibt bei den Auslieferungen und dem Umsatz nach 3 Quartalen auf Rekordkurs. 939.100 ausgelieferte Einheiten bedeuten ein Plus von 8,7 %. Der Umsatz stieg bei einem Ergebnis von 12,6 Milliarden Euro um 2,1 %. Dagegen verzeichnete die tschechische Volkswagen Tochter beim operativen Ergebnis einen Rückgang von 10,2 % auf 1,1 Milliarden Euro. Auch die Umsatzrendite lag per Ende September 2018 bei 8,6 % um 1,2 % niedriger als in den ersten neun Monaten 2017. Finanzvorstand Klaus-Dieter Schürmann machte die “finanziellen Aufwendungen für neue Produkte, Elektromobilität sowie weitere Zukunftstechnologien” für die negativen Auswirkungen auf das Ergebnis ebenso verantwortlich “wie negative Wechselkurseffekte und steigende Personalkosten aufgrund des neuen Tarifvertrags, der im April dieses Jahres in Kraft getreten ist”. Mit einem im ersten Halbjahr neu aufgelegten Programm soll das Ergebnis verbessert werden. +++

+++ Daimler will nach den Worten von Vorstandschef Dieter Zetsche keine TESLA Aktien kaufen, schließt eine Zusammenarbeit mit dem US Elektroautopionier aber nicht aus. In einem Interview sagte Zetsche, er habe den Verkauf von Tesla Aktien vor 4 Jahren nie bereut. “Das schließt eine Kooperation in der Zukunft nicht aus”, fügte er hinzu. Daimler hatte 2014 seinen 4 % Anteil an Tesla für $780 Millionen verkauft. Eine Finanzbeteiligung sei nicht mehr notwendig, um die Kooperation mit Tesla fortzuführen, hatte der Konzern den Schritt damals begründet. Die Stuttgarter wollen mit dem EQ C als erstem vollelektrischen SUV aus dem Hause Daimler Tesla das Wasser abgraben, die im Luxussegment den Markt beherrschen. Teslas größter Einzelaktionär Baillie Gifford & Co teilte derweil mit, zu einer Finanzspritze für den US Elektroautobauer bereit zu sein. “Wenn er (Tesla Chef Elon Musk) mehr Kapital benötigt, wären wir bereit, ihm zu helfen”. Die Investment Firma ist der drittgrößte Aktionär von Tesla mit einem Anteil von 7,72 % hinter Musk mit etwa 20 % und T.Rowe Price Associates mit rund 10 %. +++

+++ TOYOTA wird nun auch in Polen Hybridgetriebe produzieren: dort wurde jetzt eine Fertigungslinie für die vierte Getriebe Generation eröffnet. Sie soll vor allem im neuen Corolla Hybrid sowie im C-HR Hybrid zum Einsatz kommen. Mit dem Produktionsbeginn startet laut Angaben des Herstellers die erste Phase zur Einführung der Hybridtechnik in polnischen Werken. In Verbindung mit weiteren Investitionen seien etwa 600 neue Arbeitsplätze geschaffen worden; kumuliert habe Toyota mehr als €1 Milliarde in das Land investiert. Wałbrzych ist das erste Toyota Werk außerhalb Asiens, das mit der Produktion der Hybridgetriebe betraut wird. +++

+++ VOLKSWAGEN ist im abgelaufenen Quartal von der Einführung neuer Abgastests sowie einer Geldbuße in der Dieselaffäre belastet worden. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank um 18,6 % auf €3,51 Milliarden. Der Volkswagen Konzern ist im abgelaufenen Quartal kräftig von der Einführung neuer Abgastests sowie einer Geldbuße in der Dieselaffäre belastet worden. Vor allem weil der Konzern bei der Neu-Zertifizierung seiner Fahrzeugmodelle nach dem neuen Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP in Europa nicht hinterherkam, lief es im Tagesgeschäft deutlich schlechter als ein Jahr zuvor. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte um 18,6 % auf €3,51 Mrd. Das war allerdings ein geringerer Rückgang als von Analysten zuvor befürchtet. Den Umsatz konnten die Wolfsburger insgesamt um 0,9 % auf €55,2 Mrd steigern. Die Jahresprognosen für Umsatzentwicklung und die bereinigte operative Marge bestätigte der Konzern. Nach wie vor strebt VW ein Umsatzplus von bis zu 5 % an, die um Sondereinflüsse bereinigte operative Marge soll zwischen 6,5 und 7,5 % liegen. Nach 9 Monaten liegt sie bei 7,6 %; Finanzchef Frank Witter hatte bereits angedeutet, dass die in Europa gültige neue Abgas und Verbrauchsnorm im zweiten Halbjahr deutlich belasten werde. “Vor uns liegen weiterhin große Herausforderungen, die wir und auch die gesamte Automobilbranche bewältigen müssen. Wir befinden uns in einer wegweisenden Transformation und müssen weiter aufs Tempo drücken”, sagte Vorstandschef Herbert Diess. Es sei ein herausforderndes Quartal gewesen, schrieb JPMorgan-Analyst Jose Asumendi in einer ersten Einschätzung. Beim operativen Ergebnis und beim freien Geldzufluss habe VW besser abgeschnitten als gedacht. Nun sei die Hauptfrage, wie VW im vierten Quartal die Nachwehen der WLTP Umstellung bewältige. Unter dem Strich kam den Konzern die Diesel Geldbuße bei Audi wegen der Manipulation von Dieselabgastests über €800 Mio teuer zu stehen. Im Vergleich mit dem Vorjahr stieg der Nettogewinn im Konzern jedoch mit €2,76 Mrd auf mehr als das Doppelte; vor einem Jahr hatte VW mit €2,6 Mrd noch deutlich mehr Kosten für die Dieselaffäre verbucht. Bei der Kernmarke Volkswagen und bei der Premiumtochter Audi lief es beim Ergebnis zuletzt schlechter, auch in China musste VW wegen des Zollstreits Federn lassen. Der Sportwagenbauer Porsche hingegen konnte bei Umsatz und Ergebnis deutlich zulegen. Besonders bei der Kernmarke VW fiel die Umstellung auf WLTP ins Gewicht, das operative Ergebnis der Sparte schrumpfte auf rund €200 Mio zusammen. China ist für Volkswagen der wichtigste Absatzmarkt. Nun zeigt sich der Konzern mit Blick auf die Auslieferungen aufgrund der Flaute im Land pessimistischer. “Wir müssen unser geplantes Verkaufsziel reduzieren”, sagte VW China Chef Jochem Heizmann. Die Handelsstreitigkeiten hätten auf dem Markt einen großen Einfluss. “Es ist klar, dass wir nicht bei unseren früheren Zahlen bleiben können”. Besserung sei in den kommenden Monaten nicht zu erwarten. Im April hatte Heizmann auf der Automesse in Peking dem Markt noch ein Plus von gut 4 % zugetraut, das der Konzern mit seinen Auslieferungen aber übertreffen wollte. Dabei bleibt es nun auch trotz der Schwäche der vergangenen Monate, wie ein Sprecher des Konzerns auf Anfrage bestätigte. Heizmann peile nach wie vor ein besseres Abschneiden als auf dem Gesamtmarkt an. In China ist der Markt für Autos seit mehreren Monaten rückläufig. Nach Zahlen des Herstellerverbands CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) ging der Pkw-Absatz an Autohändler im September im Jahresvergleich um 12 % zurück. Nach 9 Monaten steht damit nur noch ein kleines Plus von 0,6 %. Volkswagen exportiert und importiert zwischen China und den USA zwar keine Autos, doch die Verbraucher im Land sind verunsichert und warten beim Autokauf eher ab. Der VW Konzern hatte in den ersten 9 Monaten in China und Hongkong 3,04 Millionen Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert, das waren 5 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Dazu gehören auch Nutzfahrzeuge. Damit steht der Markt für mehr als 37 % der VW Auslieferungen weltweit. Allerdings hatten die Wolfsburger im September fast ein Minus von 6 % aufzuweisen, bei der Kernmarke Volkswagen Pkw waren es gar 10,5 %. Vor einem Jahr hatte die Marke mit dem VW Logo operativ noch €728 Mio verdient. Die entsprechende Marge sackte nun von 3,8 % auf nur noch 1 % ab. +++

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