Tagesschau

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+++ BMW kündigt an den X2 nicht mehr nur in Regensburg, sondern im Laufe des Jahres auch in China zu bauen. Die Nachfrage sei erfreulich. Vorstandschef Harald Krüger sagte: “Für 2019 streben wir weiteres solides Absatzwachstum in China an. Der lokal produzierte X3 ist dabei unser größter Wachstumstreiber”. Der Konzern hat im vergangenen Jahr ein Viertel seiner Autos in China verkauft, der Absatz wuchs um 8 % auf 640 000 Autos. Das Werk Shenyang ist das weltweit größte von BMW und soll für eine Kapazität von 650.000 Fahrzeugen jährlich erweitert werden. Der X2 werde das siebte in China produzierte Auto des Konzerns, sagte Krüger. Nächstes Jahr soll dort die Produktion des vollelektrischen iX3 anlaufen, auch für den weltweiten Export. In den vergangenen Monaten eröffnete BMW 2 Forschungs- und Entwicklungszentren in Peking und Schanghai. Damit “wollen wir das gewaltige Potenzial dieses Marktes noch besser erschließen sowie neue Technologien und Produkte entwickeln, die Kunden in der ganzen Welt einen echten Mehrwert bieten”, sagte Krüger. Die chinesischen Entwicklungszentren sollten BMW bei Elektrifizierung, autonomem Fahren, Vernetzung und Mobilitätsdiensten voranbringen. Für die profitablen BMW Luxusfahrzeuge 7er, 8er und X7 ist China ein Schlüsselmarkt. Im vergangenen Jahr hat BMW jeden zweiten 7er in China verkauft. +++

+++ Der gescheiterte BREXIT Deal beunruhigt die deutsche Autoindustrie. Der Verband der Automobilhersteller (VDA) bezeichnete die Ablehnung des Austrittsabkommens durch das britische Parlament “als politisch fahrlässig”. Es drohten schwerwiegende Konsequenzen für Bürger und Unternehmen in Großbritannien und Europa, sagte VDA präsident Bernhard Mattes. “Ohne geordnete und praktikable Lösungen für den Wirtschaftsverkehr stehen auch Jobs in der Automobilindustrie, insbesondere auf der britischen Seite, auf dem Spiel”, betonte Mattes. Alle Beteiligten sollten jetzt daran arbeiten, einen ungeregelten Brexit noch abzuwenden. Vor diesem Hintergrund könne die Verschiebung des Austrittsdatums sinnvoll sein. Die wichtigsten deutschen Wirtschaftsverbände sehen derweil die Ablehnung des Brexit-Abkommens durch das britische Parlament als schlechte Nachricht für die Unternehmen hierzulande. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte vor dramatischen Folgen. “Unternehmen diesseits und jenseits des Ärmelkanals hängen weiter in der Luft. Ein chaotischer Brexit rückt in gefährliche Nähe”, sagte BDI Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Es drohe eine Rezession in der britischen Wirtschaft, die auch an Deutschland nicht unbemerkt vorüberziehen würde. Jede Unklarheit gefährde Zehntausende von Unternehmen und Hunderttausende von Arbeitsplätzen in Deutschland und vor allem in Großbritannien. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag betonte, die Unternehmen müssten sich jetzt verstärkt vorbereiten. “Ohne Abkommen droht der Brexit völlig ungeregelt abzulaufen”, sagte DIHK Präsident Eric Schweitzer. Für die deutsche Wirtschaft stehe viel auf dem Spiel. Großbritannien sei Deutschlands fünftwichtigster Handelspartner, das Handelsvolumen betrage €122 Milliarden. Eine mögliche Verschiebung des EU Austritts von Großbritannien um einige Wochen würde die Unklarheit wohl nur aufschieben, meinte Schweitzer. Ifo-präsident Clemens Fuest forderte Großbritannien und die EU auf, die Verhandlungen zu einem Brexit Abkommen wieder aufzunehmen. “Ein harter Brexit mit seinen riesigen Kosten muss vermieden werden”, sagte Fuest. Beide Seiten sollten nun an den Verhandlungstisch zurückkehren und das Abkommen so anpassen, dass es für beide Seiten akzeptabel ist. “Alles andere wäre ein nicht akzeptables Politikversagen”. Der Ifo Forscher Gabriel Felbermayr zeigte Verständnis für die Ablehnung des Brexit Deals durch das Unterhaus. “Das Nein der britischen Abgeordneten zum Trennungsabkommen ist absolut nachvollziehbar, weil es das Vereinigte Königreich auf den Status einer Handelskolonie herabstufen würde”. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) betonte, die Entscheidung des britischen Parlaments komme weder überraschend, noch habe sie die Wahrscheinlichkeit eines ungeregelten Brexits am 29. März 2019 substanziell erhöht. “Ich erwarte, dass ein wirtschaftliches Chaos verhindert wird, zum Beispiel durch Einzelabkommen für eine Übergangsphase”, sagte DIW Präsident Marcel Fratzscher. Ein zweites Referendum, und somit ein Verbleib in der EU, sei sogar ein Stück wahrscheinlicher geworden. Sollte es zum ‘harten Brexit’ kommen, werde die deutsche Wirtschaft zwar getroffen, aber nicht übermäßig hart und nicht dauerhaft. “Deutsche Unternehmen haben immer wieder gezeigt, dass sie flexibel und schnell auf Schocks reagieren können”, betonte Fratzscher. +++

+++ Die doppelte Gewinnwarnung aus dem vergangenen Jahr hat bei DAIMLER Spuren hinterlassen. Der Autobauer aus Stuttgart zeigt sich offener denn je für neue Kooperationen. Nach Aussagen des zukünftigen Vorstandsvorsitzenden von Daimler Ola Källenius sei das Unternehmen offen für weitere Kooperationen mit anderen um Kosteneinsparungen und Synergien zu erzielen. Der Schwede wird die neue Stelle im Unternehmen nach der nächsten ordentlichen Hauptversammlung im Mai übernehmen, in der Dieter Zetsche als Aufsichtsratsvorsitzender nach oben versetzt werden soll. In Bezug auf mögliche zukünftige Kooperationen sagte Ola Källenius: “Wir sind offen für Gespräche, wenn konkrete Themen vorliegen und es eine Win-Win-Situation ist. Aber alles, was für unsere Marke wichtig ist, werden wir weiterhin selbst tun. Wir müssen manchmal mehr wie ein Softwareunternehmen denken und schnell sein”. +++

+++ Gemeinsame Pick-ups in den USA und in Europa, eine mögliche Zusammenarbeit bei Elektroautos und beim autonomen Fahren. Volkswagen und Ford, 2 Schwergewichte in der weltweiten Autoindustrie, legen ihre Kräfte zusammen. Weil die Digitalisierung und die Elektrifizierung Milliarden an Entwicklungskosten verschlingen, wollen sich der deutsche und der amerikanische Autohersteller zusammentun. Die Kooperation bei leichten Nutzfahrzeugen wie Pick-ups und Transportern ist nur der ERSTE SCHRITT . Wenn die weiteren Verhandlungen positiv verlaufen, wollen VW und Ford in diesem Jahr gemeinsame Projekte bei selbstständig fahrenden Autos und in der Elektromobilität verkünden. Für diese Bereiche haben beide Unternehmen eine Absichtserklärung (‘Memorandum of Understanding’) unterzeichnet. “Vor uns liegt noch viel Arbeit”, sagte Ford chef Jim Hackett. VW Vorstandschef Herbert Diess sprach von einem guten Klima der Zusammenarbeit, das sich auf beiden Seiten entwickelt habe. “Hier sitzen zwei Partner am Tisch, die ähnliche Sichtweisen haben und ähnliche Ziele verfolgen”, betonte er. Gemeinsam gefertigte Pick-ups sind das erste Projekt der schon länger geplanten Nutzfahrzeugkooperation. Von 2022 an wird Volkswagen seine eigene Pick-up Produktion voraussichtlich in Hannover einstellen und diese Modelle nur noch von Ford beziehen. Im hannoverschen Transporterwerk wird im Moment noch der Amarok produziert. Ford hat als amerikanischer Autohersteller im Unterschied zu Volkswagen eine ausgewiesene Expertise bei Pick-ups. Der VW Konzern könnte seine Pick-ups künftig aus Ford Werken in Südafrika und Südamerika beziehen, dann produziert auf Ford Plattformen und mit Ford Motoren. 2023 soll die gemeinsame Transporterproduktion beider Autokonzerne beginnen. Dazu wird VW die Fertigung eines Teils seiner T-Modelle (‘Bulli’) in Ford Werke in der Türkei verlagern. Ford soll in erster Linie die Nutzfahrzeugvariante für Handwerk und Gewerbe produzieren, der Bulli als Personenwagen bleibt in Hannover. Die Produktionslücken im hannoverschen Werk will VW mit neuen Elektrofahrzeugen füllen. Volkswagen wiederum wird künftig auch für Ford einen Stadtlieferwagen (Caddy) produzieren. Gemeinsame Produktionsstätte dürfte das polnische Nutzfahrzeugwerk von Volkswagen in Posen werden, wo VW schon jetzt den Caddy produziert. Ford ist viel dringender als Volkswagen auf die Kooperation mit dem deutschen Partner angewiesen. Die operative Rendite der Amerikaner liegt bei 4 %; VW kommt auf rund 7 %. Zu wenig um die Milliardeninvestitionen für die Elektrifizierung der Modellpalette zu finanzieren. Hackett steuert bereits gegen: Künftig baut Ford in den USA fast nur noch SUVs und Pick-ups, weil die mehr Rendite abwerfen als klassische Limousinen und Kombis. Aber auch mit solch gravierenden Einschnitten kommt Ford nicht entscheidend genug voran. Denn Geld verdient der Konzern nur noch im Heimatmarkt: in Südamerika, Asien und Europa schreibt Ford Verluste. Deshalb kommt die Kooperation mit Volkswagen für den US Konzern im rechten Moment. Die Zusammenarbeit hat Tradition: Bereits in den 80er-Jahren betrieben beide Häuser unter dem Namen ‘Autolatina’ ein Joint Venture. Produktion, Vertrieb – alles hatten VW und Ford unter einem Dach. Als sich die wirtschaftliche Situation Mitte der 90er-Jahre besserte, ging jeder der beiden Partner wieder seinen eigenen Weg in Südamerika. Dafür fand man in Europa zusammen: Im portugiesischen Palmela bauten Ford und Volkswagen ihre MPV Sharan und Galaxy ebenfalls gemeinsam. Ende der 90er-Jahre entschied sich Ford zum Rückzug, Volkswagen übernahm das Werk komplett. Experten bewerten das neue Bündnis positiv: “Volkswagen fehlt in den USA ein großer Pick-up, Ford ist in diesem Segment Marktführer”, sagt Axel Schmidt, Autoexperte bei der Unternehmensberatung Accenture. Auf der anderen Seite könne Ford von Volkswagens großen Investitionen in die Elektromobilität profitieren. Insgesamt zeige die geplante Allianz, dass selbst Branchengrößen wie VW und Ford allein nicht mehr die Ressourcen aufbrächten, um alle Märkte und Technologien bedienen zu können. “Das alte Wettbewerbsdenken in der Autoindustrie ist heute nicht mehr adäquat”, sagt Schmidt. Denn aus kaum noch steigenden Absätzen müssen die Konzerne immer teurere Entwicklungen finanzieren. Zudem hat sich die Konkurrenzsituation dramatisch verändert. Zum einen drängen chinesische Autohersteller wie Geely in das Geschäft. Zum anderen wächst der Einfluss von IT-Konzernen und Mobilitätsdienstleistern. Doch auch ohne den Kampf gegen Eindringlinge wie Uber und Google müssen die Autohersteller ihr Geld zusammenhalten. Die Kosten für die verschärften Anforderungen an Klimaschutz und Abgasreinigung drücken auf die Entwicklungsbudgets. Bis 2021 müssen die Autohersteller in der EU den Verbrauch ihrer Neuwagenflotte um rund 20 % drücken, um auf den für Europa geforderten Wert von 95 Gramm pro Kilometer zu kommen. Bis 2030 verlangt der Gesetzgeber in Europa eine weitere Einsparung um 37,5 Gramm; ein durchschnittliches Auto darf dann keine 3 Liter Kraftstoff mehr verbrauchen. Ein technischer und finanzieller Kraftakt für die Autoindustrie: Denn neben der Weiterentwicklung der Verbrennungsmotoren müssen die Konzerne nun zusätzlich Hybrid- und Elektroantriebe entwickeln, von denen niemand weiß, ob der Kunde sie will. Hinzu kommen die hohen Aufwendungen für das autonome Fahren; ein Feld, auf dem die Autohersteller mit Konzernen wie Uber und der Google Tochter Waymo konkurrieren. “Die hohen Entwicklungskosten kann kaum ein Hersteller allein stemmen”, klagt der Vorstand eines deutschen Edelherstellers. Die Konsequenzen haben bislang vor allem ausländische Hersteller gezogen: Bereits in den vergangenen Krisen suchten die französische und italienische Autoindustrie ihr Heil in neuen Bündnissen. So sind Renault und Nissan seit 2002 über Anteile miteinander verbunden, seit 2016 ist auch Mitsubishi an Bord. Trotz der Querelen um die Verhaftung von Konzernchef Carlos Ghosn läuft das Geschäft rund. Beide Unternehmen teilen die Kosten für Motoren und Fahrzeugarchitekturen. Mit dem gemeinsam entwickelten Nissan Leaf und dem Renault Zoe ist das französisch-japanische Gespann auch in der Elektromobilität weit vor der deutschen Konkurrenz. Hierzulande machte man sich sogar im eigenen Haus Konkurrenz. So investierten die VW Töchter Porsche und Audi bis vor Kurzem jeweils dreistellige Millionenbeträge in Rennställe, um sich beim 24 Stunden Rennen in Le Mans gegenseitig zu übertrumpfen. Auch die ersten Elektroautos wie der Audi e-Tron und der Porsche Taycan sind jeweils sündhaft teure Eigenentwicklungen. Damit ist nun Schluss, Konzernchef Herbert Diess hat Audi und Porsche zur Zusammenarbeit vergattert. Damit wächst der Druck auf BMW und Mercedes. Auch in München und Stuttgart sind die fetten Jahre vorbei, beide Konzerne schockten ihre Anleger mit Gewinnwarnungen. Mit je 2,5 Millionen Autos sind beide Konzerne gegenüber Branchengrößten wie Volkswagen und Toyota mit jeweils 10 Millionen Autos eher Nischenspieler. Schon jetzt sind die Entwicklungsbudgets beider Häuser stark angespannt: Mit rund €7 Milliarden sind die Ausgaben 2018 und 2019 für Forschung und Entwicklung bei BMW auf einem absoluten Höchststand, auch Daimler liegt auf Spitzenniveau. “Wir sind für Gespräche offen, wenn es um konkrete Projekte geht und sich daraus eine Win-win-Situation ergibt”, sagte Daimler Entwicklungschef Ola Källenius auf der Elektronikmesse CES vergangene Woche. Die bereits bestehende Einkaufskooperation auf “nicht-markenprägende Teile” wie Gurtstraffer könnte ausgebaut werden. +++

+++ Für Carlos GHOSN war es ein herber Rückschlag. Vergangene Woche erhob die japanische Staatsanwalt neue Anklagen gegen den französischen Renault Chef. Seit November ist der Konzernlenker in Tokio inhaftiert, nun drohen ihm weitere Monate im japanischen Gefängnis: In frühestens 6 Monaten kommt es zu einem Prozess, eine Freilassung gegen Kaution hat das Bezirksgericht in Tokio gerade abgelehnt. Bei dem Prozess kann die Staatsanwaltschaft bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe fordern. Ghosn hatte erst wenige Tage vorher vor einem japanischen Gericht gesprochen und seine Unschuld beteuert. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, einen Teil seines Einkommens als Nissan-Chef, das ihm erst im Rentenalter ausgezahlt werden soll, nicht den Steuerbehörden gemeldet zu haben. Ghosn hält dagegen, dass die Offenlegung auch nach Auffassung der Steuerexperten von Nissan bisher nicht zwingend war. Das Geld sei ja noch nicht gezahlt worden. Doch im Fall Ghosn geht es längst um viel mehr als um einen Steuerstreit vor Gericht. Nicht umsonst trug Ghosns japanischer Verteidiger, der mit allen Wassern gewaschene ehemalige japanische Staatsanwalt Motonari Otsuru, seine Argumente vergangene Woche vor dem Club der ausländischen Journalisten in Tokio vor. Ohne es so zu sagen, drückte Otsuru damit aus, wie sehr der Fall Ghosn inzwischen zu einem Streit zwischen Europa und Japan eskaliert ist. Dort findet Widerspruch gegen das Vorgehen der Staatsanwaltschaft bisher wenig Gehör. Also setzt Otsuru auf Druck aus dem Westen, sonst würde er nicht vor dem Korrespondentenclub sprechen. Bis vor kurzem war Ghosn so etwas wie ein globaler Superstar unter den Managern. Mehr als ein Jahrzehnt lang führte der Mann mit den 3 Staatsbürgerschaften (Brasilien, Frankreich, Libanon) die Autohersteller Renault und Nissan in Personalunion und schmiedete eine kontinentübergreifende Autoallianz, zu der vor gut 2 Jahren auch der japanische Mitsubishi-Konzern hinzukam. Bis zu seiner Verhaftung im vergangenen November besetzte Ghosn den Posten den Vorstandschefs bei Renault Chart zeigen und den des Verwaltungsratsvorsitzenden bei Nissan Chart zeigen und Mitsubishi Chart zeigen. Nun gibt es tiefe Risse in der multikulturellen Allianz. Schon die Haftbedingungen Ghosns sorgen in Europa für Befremden: Die Verhöre fanden über Wochen täglich und ohne Rechtsbeistand statt; sogar am Neujahrstag, dem wichtigsten japanischen Feiertag. Das ist sehr unüblich und signalisierte der Öffentlichkeit, dass man Ghosn wie einen Schwerverbrecher behandelt. Zudem durfte er bis vergangene Woche nur Botschaftsangehörige und seinen Anwalt sprechen. Seine Familie hatte keinen Zugang. “Ich bitte die japanischen Behörden um jedwede Information über die Gesundheit meines Mannes. Wir sind in großer Sorge um seine Gesundung”, sagte Carole Ghosn, die Ehefrau des Angeklagten, in Paris, nachdem ihr Mann vergangene Woche in der Tokioter Haft mit Fieber erkrankt war. In einem Brief an Human Rights Watch beschwerte sie sich über die “harte Behandlung”, bei der ihm nicht mal seine täglich nötigen Medikamente gewährt würden. Schon sorgen sich westliche Unternehmen in Japan um die Folgen des Fall Ghosn. Viele sehen die Vorwürfe gegen den Topmanager als fingiert an. Der in Tokio tätige amerikanische Wirtschaftsanwalt Stephen Givens kritisierte kürzlich die finanztechnischen Finessen, mit denen die japanischen Staatsanwälte arbeiten würden. Ob nun ein Vorstandsbeschluss von Nissan aus dem Jahr 2008 tatsächlich genau genug formuliert sei, und ob Nissan die Zukunftsgehälter seines Chefs nun tatsächlich garantiert habe oder nicht: “Oh lieber Gott! Davon soll abhängen, ob du im Gefängnis bist oder nicht?” empörte sich Givens. Solche Expertenauffassungen schüren Zweifel daran, dass die Justiz sauber mit Ghosn umgeht. Auffallend ist, dass man in Paris bisher an Ghosn als Renault Chef festhält. Damit reagieren die Franzosen auch ganz anders als der dritte große Konzern der Auto-Allianz, Mitsubishi, wo Ghosn ebenfalls als Verwaltungsratsvorsitzender abgelöst wurde. Bei Mitsubishi hat Ghosn sich allerdings nichts zuschulden kommen lassen. Also alles eine japanische Intrige gegen den bisher allzu mächtigen Ghosn? Nissan Chef Hiroto Saikawa widersprach (“Nissan wird nicht rejapanisiert”) Gerüchten entgegen. Auch Renault werde der Entlassung Ghosns zustimmen, wenn das Unternehmen Klarheit über das Ausmaß der “absichtlichen Manipulationen und Verschleierungstricks” seines Chefs gewinne, sagte Saikawa. Bisher hätte der Renault Vorstand aus Verfahrensgründen keinen vollständigen Zugang zu den Akten, so Saikawa. Den Vorwurf einer Intrige bezeichnete er als “absurd”. Gegen Saikawas Version spricht, dass sich viele bei Nissan als Juniorpartner der Allianz von Renault übervorteilt sahen. Vor seiner Verhaftung hatte Ghosn den ausdrücklichen Auftrag seiner Aktionäre, in erster Linie der französischen Regierung, seine Nachfolge zu regeln. Dafür soll er an einer stärkeren Fusion der beiden Konzerne gearbeitet haben, was wohl viele Führungskräfte bei Nissan weiter geschwächt hätte. Möglicherweise ist Intrige als Wort aber auch zu stark. Die Bewunderung, die Ghosn anfangs in Japan entgegengebracht wurde, ist zumindest in der eigenen Branche verblasst. Die Regeln für respektvolles Geschäftsgebaren und sozialen Ausgleich in Japan sind kompliziert, Ghosn hat sie gepflegt und beherrscht. Aber von seiner ursprünglichen Kostenkiller Mentalität, der Nissan anfangs sein Überleben verdankte, ist er nie abgewichen. Das macht ihn bis heute zum Gegenspieler der Gewerkschaften, in Frankreich, aber auch in Japan, wo Aufgaben in der Personalvertretung die Manager immer noch für höhere Aufgaben auszeichnen. Gut möglich, das Ghosns Auftreten vielen bei Nissan sauer aufgestoßen ist. Für den US-Japan Experten Jesper Koll, der in Tokio die amerikanische Investment Firma WisdomTree vertritt, passt der Fall Ghosn prima in eine neue Strategie des führenden japanischen Unternehmerverbands Keidanren. Der Verband promotet mehr Führungstransparenz in Japans Chefetagen. “Japan ist stolz darauf, ein besseres System zu haben”, so Koll. Also nutze Keidanren den Fall Ghosn zur Abgrenzung, als Symbol für den Typ des geldgierigen westlichen Managers, der in Japan keine Chance haben dürfe. Das heißt nicht, dass Keidanren das Vorgehen gegen Ghosn angezettelt haben muss. Aber nun wirkt der Verband als ein Treiber in der Debatte. Keidanren wird in Japan traditionell von den Konzernfamilien (Keiretsu) wie Mitsubishi dominiert. Nissan war für den Verband immer Außenseiter und Nissans Erfolg mit Ghosn, der den Autobauer einst vor dem Bankrott bewahrte, daher zweitrangig. In Tokioter Managerkreisen galt es deshalb als Prestigeverlust für Mitsubishi, als sich Ghosn mit Renault-Nissan vor 2 Jahren auch dort einkaufte. Viele dieser Faktoren spielen in der Summe eine wichtige Rolle, auch wenn sie aus europäischer Sicht zunächst nebensächlich erscheinen mögen. Sie erklären zumindest, warum Ghosn in Japan nur wenige Fürsprecher hat, obwohl die Vorwürfe bislang nicht bewiesen sind. Tatsache bleibt: Jemanden wie ihn gibt es sonst nicht in Japan. Kein zweiter westlicher Manager war in Japan zuletzt über so lange Zeit so erfolgreich wie er. Kein zweiter westlicher Konzern war wie Renault über seine Allianzen so einflussreich in einer japanischen Schlüsselbranche. “Niemand verstand es besser, das volle Potential zu nutzen, das japanische Technologie und Markenpolitik als Sprungbrett zur globalen Marktführerschaft bieten, als Carlos Ghosn”, sagt Japan Experte Koll. So gibt es in Japan und Europa heute viele, die ihm seinen Erfolg neiden. Allerdings finden sich kaum handfeste Hinweise, dass Ghosn deshalb von der Justiz unfair behandelt würde. In Tokio ist schon lange heiß umstritten, wie unabhängig in solch hochsensiblen Verfahren die Staatsanwälte sind. Einerseits gelten sie als unerschrocken und bereit, es mit den Mächtigsten aufzunehmen. Andererseits entstehen immer wieder Verdachtsmomente politischer Einflussnahme bei ihrer Arbeit. Dieses Mal bedienen sich die Staatsanwälte offenbar eigener Quellen im Nissan Konzern. Ob es sich bei ihnen um standhafte ‘Whistleblower’ handelt, oder nur um devote Handlanger von Ghosns internen Gegnern, bleibt offen. Das Ergebnis ist in jedem Fall vorerst das gleiche: Ghosn bleibt im Gefängnis. +++

+++ HONDA setzt künftig stärker auf Elektrifizierung. Auf der IAA 2017 hatten die Japaner eine rein elektrisch angetriebe Studie eines Stadtmobils gezeigt. Anfang 2018 kündigte der Autobauer den Bestellstart für 2019 an. Nun zeigt sich, der kleine Honda kommt erst 2020 auf den Markt. Als Honda zum ersten Mal sein Urban EV zeigte, war die Reaktion beim Publikum und bei der Fachpresse unisono positiv. Das Modell mit dem leichten Retro Touch erinnerte an den Peugeot 205 oder einen Golf I GTI und war gleichzeitig modern, kompakt und stimmig. Doch leider klaffen zwischen Studie und dem Serienfahrzeug oftmals Welten; so auch beim Honda Urban EV? Allerdings, und das ist die freudige Nachricht, das japanische E-Modell rettet das Studien-Styling doch weitgehend in die Serie. Und die geht leider nicht wie angekündigt 2019 an den Start, sondern erst 2020. Die Publikumspremiere des Honda EV findet auf der IAA im Herbst 2019 statt, zuvor zeigen die Japaner noch eine weitere seriennahe Studie auf dem Genfer Autosalon im Frühjahr. Für Europa sind jedoch nur 5.000 Fahrzeuge pro Jahr vorgesehen. Angaben zur E-Technik kann man noch nicht machen. Allerdings will Honda in Europa bis 2025 zwei Drittel der Fahrzeugverkäufe als Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeuge tätigen. +++

+++ Die Regulierungsbehörde National Green Tribunal (NGT) in INDIEN hat vorgeschlagen, dass Volkswagen Strafen in Höhe von $24 Millionen für Gesundheitsschäden aufgrund von Emissionen in Indien zahlen muss. Der deutsche Autohersteller habe angeblich Cheat-Geräte während seiner Dieselemissionstests verwendet. Ein vom NGT gebildetes Expertengremium schätzte, dass Volkswagen Automobile im Jahre 2016 rund 48.678 Tonnen NOx freigesetzt hätten. Diese Studie basierte auf 327.000 Fahrzeugen des VW-Konzerns, darunter auch Modelle von Audi, Skoda und VW, die die Cheat-Software in Indien installiert hatten. Ein Sprecher des VW Konzerns wurde wie folgt zitiert: “Der Ausschuss hat festgestellt, dass der Volkswagen-Konzern Indien die zulässigen Grenzwerte der BS-IV-Normen nicht verletzt hat. Das Problem wird vor dem ehrenwerten Obersten Gerichtshof und dem Nationalen Grünen Tribunal in Frage gestellt. Da das Thema untergeordnet ist, können wir keine weiteren Kommentare abgeben”. +++

+++ Derzeit gibt es aus dem Hause JAGUAR LAND ROVER (JLR) kaum gute Nachrichten. Insbesondere der schwache chinesische Markt bringt die britische Marke in Händen des Tata Konzerns in Bedrängnis. Anders als andere Automarken sieht sich JLR jedoch weiterhin dem Segment der Limousine verpflichtet. “Im Moment sind SUV sehr nachgefragt”, so JLR CEO Ralf Speth, “ihre relativen Steigerungsraten sind hoch, doch wir sehen bereits eine Abflachung”. Er fügte hinzu, dass der Jaguar XE im größten Premiumsegment der Welt konkurriere, während auch das XF Segment riesig sei. “Das bedeutet, dass sie in diesen Segmenten vertreten sein müssen, um wettbewerbsfähig zu sein und das richtige Volumen zu haben, um Skaleneffekte zu erzielen”. Speth unterstrich, dass die Beliebtheit der Limousinen wieder zurückkehren könnte, wenn neue Emissionsziele implementiert würden. Er stellte fest: “Immer wenn sie glauben, sie würden sich von einer Limousine entfernen, müssen sie neue CO2-Vorschriften beachten. Bis 2040 suchen sie nach Absenkungen in der Größenordnung von 40 %. Aus rein physischer Sicht bedeutet dies, dass das Konzept einer Limousine weitaus günstiger ist als ein SUV”. Darüber hinaus kommentierte Speth nicht die Spekulation, dass Jaguar eine vollständig elektrische Marke wird oder die Fabrik in Castle Bromwich geschlossen werde. +++

+++ Allego und Gireve kooperieren eigenen Aussagen zufolge und wollen so Elektroautobesitzern den Zugriff auf rund 12.000 Elektro LADESTATIONEN in Europa eröffnen. Das sei der Zweck einer Partnerschaft beider Unternehmen, durch die Gireve Kunden der Zugang zur Allego Ladeinfrastruktur möglich wird. Allego will die Business und IT Plattform Connect Place von Gireve nutzen, um die unterschiedlichen Marktakteure in der Elektromobilität zu verbinden und E-Mobility Service Providern (EMP) den Zugang zu seinem Netzwerk zu ermöglichen. Beide Unternehmen haben eigenen Angaben zufolge das Ziel, länderübergreifend ein Ladenetz zu schaffen, das jederzeit und überall zugänglich ist. Allego ist nach eigener Aussage mit seiner Ladeinfrastruktur, bestehend aus mehr als 12.000 AC und Schnellladepunkten in Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden und Großbritannien, einer der führenden Anbieter von Ladelösungen. +++

+++ Nahezu $1 Milliarde lässt sich die China Evergrande Group eine Wette auf die Zukunft der Elektromobilität in China kosten. Über ihre Evergrande Health Industry Group Ltd will sie einen Anteil von 51 % an der National Electric Vehicle Sweden AB ( NEVS ) erwerben. NEVS hatte die 2012 Aktiva und Rechte auf geistiges Eigentum der Saab gekauft. Insgesamt zahlen die Chinesen $930 Millionen. Der Immobilienentwickler China Evergrande werde Evergrande Health zudem einen unbesicherten Kredit mit einer Laufzeit von 3 Jahren über $1,1 Milliarden zur Verfügung stellen. NEVS beschäftigt in Schweden in der Forschung und Entwicklung von Elektrofahrzeugen 500 Mitarbeiter. Produziert wird im schwedischen Trollhättan sowie im chinesischen Tianjin. Künftig sollen auch in Schanghai Autos vom Band rollen. 2 der Modelle von NEVS erfüllen die Standards für die Massenfertigung in China. China setzt zur Verbesserung der Luftqualität und zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen verstärkt auf Elektrofahrzeuge. Neu in den Automarkt einsteigende Anbieter dürfen ab sofort nicht mehr ausschließlich Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor fertigen, dazu zählen auch Hybridfahrzeuge. Bei NEVS ging es nach der Übernahme der Saab Aktiva bergab. Im August 2014 verlor das Unternehmen nach der Beantragung von Gläubigerschutz das Recht am Markennamen Saab. Ende 2017 verbuchte die Gesellschaft einen Verlust von €97 Millionen, wie aus einer Mitteilung von Evergrande an die Börse Hongkong hervorgeht. +++

+++ Nach eigenen Angaben hat das chinesische Elektroauto Start-Up Unternehmen NIO im Jahre 2018 insgesamt 11.348 Fahrzeuge vom Typ ES8 ausgeliefert. Davon gingen im Monat Dezember allein 3.318 Einheiten an Kunden. Damit lag die veröffentlichte Zahl über den ehemals geplanten 10.000 Verkäufen vom ES8. Nio hatte im Juni 2018 mit der Auslieferung seines ersten Elektromodells begonnen. Gemessen an dem Verkaufs- und Lieferungs Fortschritt konnte die Produktion des ES8 im Werk JAC / Hefei von 1.121 Fahrzeugen im Monat August auf über 3.300 Fahrzeuge im Dezember gesteigert werden. Nio will Mitte 2019 mit der Auslieferung des kompakten ES6 beginnen, um sein Portfolio am unteren Ende zu ergänzen. +++

+++ Moderner Autobau ist schon bald ohne Künstliche Intelligenz nicht mehr vorstellbar. Aus diesem Grund forcieren die Hersteller ihre Bemühungen auf diesem Gebiet. PORSCHE beispielsweise will seine Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und IT-Technik in Produktion und Entwicklung massiv erhöhen. Wie die Zeitschrift automotiveIT in ihrer Online-Ausgabe berichtet, sollen die Ausgaben von jetzt €500 auf €700 Millionen pro Jahr steigen. Eine weitere Erhöhung auf €1 Milliarde wird intern bereits diskutiert. “Die zentralen strategischen Themen sind für uns in der IT Künstliche Intelligenz, Cyber Security und User Experience. In diese Felder investieren wir entsprechend – sowohl personell als auch finanziell”, bestätigte Mattias Ulbrich, CIO bei Porsche. In der Produktion des neuen Taycan werden Künstliche Intelligenz und smarte Technik genutzt, um das klassische Fließband zu ersetzen. Beim Taycan gibt es anstelle des Fließbandes autonome intelligente Transportsysteme. +++

+++ Dank der Übernahme des Autobauers Opel hat der französische Mutterkonzern PSA im vergangenen Jahr mit 3,88 Millionen Fahrzeugen einen neuen Verkaufsrekord erreicht. Gegenüber dem Vorjahr sei dies ein Plus von 6,8 %. Damit konnte PSA auf Konzernebene auch eine Scharte in China und Südostasien auswetzen: Dort brach der Absatz in einem schwierigen Marktumfeld um rund ein Drittel ein. “Wir konnten in einem zunehmend instabilen Umfeld gedeihen”, erklärte Konzernchef Carlos Tavares mit Blick auf die Entwicklung im Gesamtkonzern. Die von ihm noch im Frühjahr vergangenen Jahres angepeilte Marke von 4 Millionen Autos wurde im Gesamtjahr jedoch nicht erreicht. Opel verkaufte mit der britischen Schwestermarke Vauxhall im vergangenen Jahr 1,038 Millionen Fahrzeuge. PSA mit den Stamm-Marken Citroën, Peugeot und DS führt die frühere General Motors Tochter Opel seit August 2017. Neue Opel Modelle entstehen ausschließlich auf von PSA bereitgestellten Plattformen, was zu Kostenvorteilen etwa im Einkauf und bei der Entwicklung führt. +++

+++ Das RIDE HAILING von Moia startet in den Regelbetrieb. Der per App rufbare Elektrobus geht ab April 2019 in Hamburg auf die Straße. Im ersten Schritt fahren 100 Fahrzeuge, innerhalb eines Jahres bis zu 500. Der Moia Shuttle auf Basis des Crafter Bus ist vollelektrisch unterwegs und bietet bis zu 6 Personen Platz. Seine Reichweite nach WLTP beträgt 300 Kilometer. In rund 30 Minuten soll der Luxus Bus bis zu 80 % wieder aufgeladen sein. Luxus-Bus? Ja, für den Einsatz wurde das Innenraumkonept des Crafter überarbeitet. Freistehende Sitze sind bequem von der Schiebetür zu erreichen, die Beinfreiheit ist großzügig ausgelegt. Jeder Platz verfügt über dimmbare Leselampen und USB Ports. Außerdem ist ein schnelles WLAN an Bord. Das Gepäck ist neben dem Fahrer in einem Extrabereich untergebracht, der jederzeit einsehbar ist. Optisch unterscheidet sich der Moia Shuttle von VW Bus durch eine leicht veränderte Front mit ‘Moia’ Logo und neuem Stoßfänger. Die Seite prägen tief nach unten gezogenen Fenster , das Heck dominieren schmale Leuchtenstreifen. Doch das Projekt ist nicht nur auf die Hansestadt beschränkt, VW will den Service, auch mit weiteren Fahrzeugen bis 2025 in weiteren europäischen und US-amerikanischen Städten anbieten. Bis dahin möchte das Mobilitäts Startup Marktführer sein, erklärte der Konzern bereits auf der ‘Tech Crunch Disrupt’ in London. Doch was macht Moia? Die Gründung seines neuen Mobilitäts-Dienstleisters verkündete Volkswagen während einer Technologiekonferenz in London. Die eigenständige Gesellschaft hat ihren Sitz in Berlin und ist, wenn man so will, die dreizehnte Marke des Konzerns. Volkswagen reagiert damit auf geänderte Bedürfnisse: „Auch wenn künftig nicht mehr jeder ein eigenes Auto besitzen wird, wollen wir mit Moia dazu beitragen, dass jeder auf die eine oder andere Art Kunde unseres Unternehmens sein kann”, sagte VW Chef Matthias Müller. Daimler praktiziert das bereits seit geraumer Zeit mit dem Mobilitätsdienstleister und der App Moovel. Ähnlich wird und soll auch Moia funktionieren. Zunächst soll Moia per Gett App Fahrten vermitteln. Das sogenannte ‘Ride Hailing’ soll in 100 Städten weltweit Zugang zu Fahrten, Lieferdiensten oder Logistikleistungen vermitteln. Das zweite Geschäftsfeld, Pooling, funktioniert ebenfalls über eine App. Damit sollen Einzelfahrten in Städten vermieden werden. Die wesentlichen Unterschiede der beiden Geschäftsfelder: Ride Hailing vermittelt Fahrten innerhalb der Stadt und Pooling auch darüber hinaus. In Hamburg soll die Mobilitätspartnerschaft 3 Jahre laufen. Die neue Firma soll die Möglichkeiten der anderen 12 Konzernmarken nutzen und dem VW Konzern Kunden bringen, die gar kein Auto kaufen wollen. +++

+++ SKODA erweitert für seinen Bestseller das Motorenangebot. So ist der Octavia nun auch mit dem 2.0 TDI mit einer Leistung von 184 PS bestellbar. Wie der Autobauer mitteilte, ist der Topdiesel für alle 3 Ausstattungslinien RS, Scout und L&K in Verbindung mit einem Front- oder Allradantrieb bestellbar. Die VW Tochter offeriert für den Octavia zudem einen 190 PS starken 2,0 Liter Benziner mit Allradantrieb für die Ausstattungsversionen Ambition, Style, L&K sowie für das Sondermodell Soleil. Wer sich für eine der beiden Motorisierungen entscheidet, bekommt auch ein 7-Gang Direktschaltgetriebe (DSG) geliefert. Der mit einem SCR Kat ausgestattete Topdiesel bringt es auf ein maximales Drehmoment von 380 Nm, das zwischen 1.750 und 3.250 Umdrehungen anliegt. So motorisiert bringt es der Octavia RS als Limousine mit Frontantrieb auf eine Höchstgeschwindigkeit von 233 km/h, im Combi endet der Spaß bei 226 km/h. Wer mit Allrad unterwegs ist, legt den Sprint von 0 auf 100 km/h in 7,7 Sekunden zurück. Für den RS steht neben dem Diesel auch der 2.0 TSI Benziner mit 245 PS zur Wahl. Die Kunden können bei diesem Modell zwischen einem 6-Gang Schaltgetriebe oder einem 7-Gang DSG wählen. Das maximale Drehmoment dieses Aggregats liegt bei 370 Nm und steht von 1600 bis 4300 Umdrehungen in der Minute zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Die RS Limousine sprintet aus dem Stand in sportlichen 6,6 Sekunden; der Kombi in 6,7 Sekunden auf Tempo 100. Alle Diesel Aggregate erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-Temp und sind damit vor Fahrverboten in den Städten geschützt. Der 2.0 TSI Benziner ist mit einem Ottopartikelfilter ausgestattet. +++

+++ TOYOTA kann 2018 einen Rekord verbuchen: Europaweit erzielen die Japaner mit den Marken Toyota und Lexus knapp 1,04 Millionen Neuzulassungen. Beflügelt wurde das Geschäft von den Hybriden, von denen man knapp eine halbe Million absetzt. Wie Toyota meldet, sind insbesondere die Hybridmodelle für den europaweit auf 3 % gestiegenen Marktanteil des Konzerns mit seinen Marken Toyota und Lexus verantwortlich. 480.800 Hybride bedeuten laut Toyota einen Zuwachs von 18 % und damit ein neues Allzeithoch. Mit 46 % fahre fast jedes zweite verkaufte Fahrzeug mit dem alternativen Antrieb vor, heißt es von Seiten der Japaner, in Westeuropa würden sogar 61 % der Kunden auf die Kombination aus Benzin und Elektromotor setzen, heißt es. Europaweit beliebtester Toyota war 2018 der Yaris mit 223.694 Einheiten, der zugleich auch die Rangliste bei den Hybriden anführt. Das C-HR hat sich im ersten vollen Verkaufsjahr europaweit mehr als 147.000 Mal verkauft, was einem zweiten Platz bei den beliebtesten Toyota Modelle bedeutet. Mehr als 87 % der Kunden entschieden sich dabei für die Hybridvariante. Lexus konnte 2018 europaweit 76.188 Fahrzeuge verkaufen. Wachstumstreiber sei dabei das NX. 60 % aller verkauften Lexus Modelle sind mit Hybridantrieb unterwegs, in Westeuropa liegt dieser Anteil sogar bei 99 %. Johan van Zyl, Präsident und CEO von Toyota Motor Europe, zeigt sich über die guten Zahlen erfreut: “Ich möchte unseren Kunden für ihr Vertrauen und ihre Loyalität danken. Auch 2019 erwarten wir weiteres Wachstum bei Absatz und Marktanteil dank vieler neuer Modelle bei beiden Marken”. +++

+++ Der VOLKSWAGEN Konzern verklagt im Zuge des Dieselskandals frühere Manager auf Schadenersatz. Es geht um Millionen. Volkswagen fordert Schadenersatz von dem im Zuge des Abgasskandals in den USA verurteilten Ex-Manager Oliver Schmidt. Eine Feststellungsklage hat das Unternehmen beim Arbeitsgericht in Braunschweig eingereicht. Bei VW sei man der Auffassung, ohne Schmidts Zutun wären die Milliarden-Strafzahlungen in den USA nicht so hoch ausgefallen. Der Autobauer will einen großen Teil der Kosten für die Verteidigung des früheren Managers zurückholen, die sich auf €4 Millionen belaufen sollen. Es gibt mehreren solcher Klagen gegen frühere Mitarbeiter, die Personalvorstand Gunnar Kilian mit “schwerwiegenden Verfehlungen” begründet haben soll. Ein Sprecher des Unternehmens wollte sich dazu nicht äußern. Schmidt war Anfang Dezember 2017 wegen Verschwörung zum Betrug und Verstoßes gegen Umweltgesetze zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte sich nach einem Deal mit der US-Staatsanwaltschaft schuldig bekannt. +++

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