Tagesschau

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+++ Eine längere Lebensdauer von AKKUPAKETEN soll die Anschaffungs- uns Leasingkosten von Elektrofahrzeugen mittelfristig nennenswert senken. Nach Aussage des BMW Entwicklungsvorstands Klaus Fröhlich ist die Erhöhung der Lebensdauer von Batteriezellen ein großer Faktor für die Reduzierung der Anschaffung und Leasingkosten von Elektroautos. Das wäre unter anderem durch ‘Second Life’ Batteriezellen möglich, bei dem die Batterien nach dem Einsatz in Elektrofahrzeugen für weniger lastintensive Anwendungen (zum Beispiel für Haushaltsstrom) verwendet werden können. Fröhlich: “Wenn Sie die Batterie für das chemische Recycling herausnehmen, erhalten Sie möglicherweise €100 dafür. Wenn Sie den Akku für ein zweites Leben verwenden können, erhalten Sie möglicherweise €1.000. Der Akku funktioniert noch 20 oder 30 Jahre und erhöht die Restwerte”. Ähnliche Projekte laufen bereits bei Herstellern wie Toyota und Nissan. +++

+++ ASTON MARTIN hatte in 2015 in London mit dem Rapide E Concept einen Ausblick auf einen Elektro-Rapide gegeben. Jetzt wurde der Bau des Elektrosportwagens offiziell bestätigt. Aston Martin wird in 2019 sein erstes Elektroauto auf den Markt bringen, das hat der Sportwagenhersteller jetzt offiziell angekündigt. Die ersten Kunden erhalten das Modell im vierten Quartal, allerdings ist der E-Aston auf 155 Exemplare limitiert. Die Stückzahl weist auf die Höchstgeschwindigkeit hin: 155 Meilen pro Stunde soll der Rapide E fahren, das sind 248 km/h. So schnell solle der Elektrosportwagen auch über längere Zeit fahren können, sagt John Caress, der bei Aston Martin als Vehicle Line Director für Rapide, Hypercar und Heritage verantwortlich ist und den wir vor einigen Monaten besuchten. Wie groß der Akku sein wird und wie stark der Motor? Da war der höfliche und eloquente Brite schmallippig: No comment. Noch nicht. Jetzt wissen wir, an Bord ist ein flüssigkeitsgekühlte 800 Volt Lithium/Ionen Batterie mit 65 kWh Leistung. Untergebracht ist das Batteriepack dort, wo sonst der 6,0 Liter V12, der Tank und das Getriebe hausen. Beide Elektromotoren produzieren zusammen 610 PS und 950 Nm Drehmoment. Die Reichweite beträgt 320 Kilometer. Ein bisschen was erzählte Caress damals doch: in unter 4 Sekunden soll der Rapide E von 0 auf 60 Meilen pro Stunde beschleunigen können (96 km/h) und zwar mehrmals hintereinander. Die Beschleunigung von 50 auf 70 mph (Meilen in der Stunde, umgerechnet 80 bis 112 km/h) geschieht in 1,5 Sekunden. Auch für eine Runde Nordschleife soll der Akku reichen. Auf den ersten veröffentlichten Skizzen präsentiert sich der Rapide E nur mit kleinen Abweichungen von normalen Rapide. Die Motorhaube ist wie beim AMR-Modell stark perforiert, dafür wirkt der ursprüngliche Kühlergrill großflächig verschlossen. Markant wirken ein blau gehaltener Längsstreifen über die komplette Karosserie in Längsrichtung sowie der ebenfalls mit einer blauen Linie eingefasste Kühlergrill und blaue Leisten an den Seitenschwellerverkleidungen. Der Preis dürfte sich im Bereich von rund 300.000 Euro bewegen. Doch das ist für uns zunächst Theorie. +++

+++ Wichtige Weichenstellung von BMW zur Umsetzung seiner China-Strategie: in einer außerordentlichen Hauptversammlung hat Brilliance dem Verkauf von 25 % der BMW Brilliance Automotive (BBA) an die BMW Group zugestimmt. Damit haben die Deutschen jetzt das Sagen im Joint Venture. BMW hat große Pläne in China. In den kommenden 3 Jahren will der Münchener Premiumhersteller insgesamt €3 Milliarden in neue und bestehende Werksstrukturen investieren. Vorangetrieben werden soll so die lokale Produktion von Elektrofahrzeugen. Am Standort Teixi steht eine Verdoppelung der Werkskapazität auf dem Plan. Im neuen Fabrikteil wird ein hochflexibles Produktionssystem installiert werden, das BMW in die Lage versetzt, rein elektrische und teilelektrische Autos auf einer Produktionslinie mit konventionell angetriebenen Fahrzeugen zu bauen. Durch diese und weitere Maßnahmen will man das Produktionsvolumen in China bis Anfang 2020 auf 600.000 Einheiten steigern. Strukturell hat man dafür die Weichen gestellt, indem bereits vor einiger Zeit die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Joint Venture Partner Brilliance China Automotive (CBA) verlängert. Das war den Münchenern aber nicht genug. Sie wollten auch das unternehmerische Sagen im JV Unternehmen BMW Brilliance Automotive (BBA) haben. Dieser Schritt wurde jetzt vollzogen: in einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmte CBA dre Veräußerung von 25 % Anteilen an BBA an die BMW Group zu. Damit hält BMW nun 75 % an BBA. In einem Statement bezeichnet der Premiumhersteller dies als Meilenstein für die weitere Entwicklung seines Chinageschäfts. +++

+++ Automobilhersteller haben die britische Regierung aufgefordert, zu verhindern, dass das Land die Europäische Union ohne eine entsprechende Einigung verlässt. Nachdem das House of Commons die von Premierministerin Theresa May vorgeschlagene Austrittsvereinbarung abgelehnt hat, sind die internationalen Autohersteller zunehmend besorgt über einen einigungslosen Austritt Großbritanniens aus der EU. Jaguar Land Rover teilte mit: “Wir sind enttäuscht über die Abstimmung über den BREXIT Deal und erwägen dessen Auswirkungen. Wir möchten Sie sofort darauf drängen, einen No-Deal als einzige Option mit Mehrheits Beteiligung im Parlament auszuschließen”. Bill Shanks, Finanzvorstand von Ford, wurde mit den Worten zitiert: “Ford hält nach wie vor einen No-Deal-Ausgang für das unwahrscheinlichste Ergebnis, der schädlich sein wird. Eine solche Situation wäre katastrophal für die britische Industrie und für die Geschäfte von Ford in Großbritannien”. Honda äußerte weitere Besorgnis über die Wettbewerbsfähigkeit seiner Anlage in Swindon und die möglichen Auswirkungen, die Grenzkontrollen und -tarife haben könnten, obwohl Gegenmaßnahmen ergriffen werden sollten. Weiter heißt es: “Wir erwarten nun von der Regierung einen klaren, rechtlich sicheren Weg, keine Abmachungen zu vermeiden und die Bedingungen zu schaffen, die die anhaltende Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität unserer Verkaufs- und Fertigungsprozesse unterstützen”. Zur gleichen Zeit sagte die BMW Group, die Situation habe die Unsicherheit über die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien “größer als je zuvor” hinterlassen und man müsse sich auf das Schlimmste vorbereiten, während die Volkswagen Group in einer Erklärung verlautbart, “eine weitere Verzögerung des Brexit-Entscheidungsprozesses stellt ein Risiko für Investitionen und Arbeitsplätze in der Automobilindustrie dar, das auf langfristige Planungssicherheit mit Entwicklungszyklen von bis zu 5 Jahren angewiesen ist”. Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) sagte in seiner eigenen Stellungnahme: “Die Konsequenzen eines No Deals wären fatal”. +++

+++ Die Prämien, die Deutschlands Autokonzerne für den Umtausch älterer DIESEL Fahrzeuge anbieten, zeigen einem Zeitungsbericht zufolge kaum Wirkung. Seit Herbst vergangenen Jahres hätten nur 27.000 Dieselfahrer ihren Wagen gegen ein neues Fahrzeug gewechselt. Gehe es in diesem Tempo weiter, werde die Aktion ihr Ziel verfehlen. Rechnet man die Zahlen hoch, würden nur einige hunderttausend Autos umgetauscht werden. Den Berechnungen des Ministeriums zufolge müssten aber bis zum Sommer kommenden Jahres 1,5 Millionen Dieselautos umgetauscht werden, damit die Luft in den Städten besser wird und Fahrverbote verhindert werden können, heißt es in dem Bericht. Im Herbst hatten Daimler, VW und BMW Prämien ausgelobt, um Kunden in den von Fahrverboten betroffenen Städten zum Umtausch ihrer Autos zu bewegen. VW weitete diese Prämie vor wenigen Tagen vorübergehend auf ganz Deutschland aus. Autokäufer bekommen bis Ende April einen Rabatt, wenn sie einen alten Diesel eintauschen. In den vergangenen Tagen gab es eine intensive Debatte um die Grenzwerte von Stickoxiden und Feinstaub. Mehr als hundert Lungenfachärzte hatten angezweifelt, dass die Grenzwerte wissenschaftlich haltbar und Stickoxide und Feinstaub tatsächlich so schädlich seien, wie es von den Unterstützern der Grenzwerte behauptet werde. Andere Wissenschaftler verteidigten die Grenzwerte und forderten eine weitere Verschärfung. +++

+++ Die weltweite Nachfrage nach ELEKTRO Autos und Plug-In-Hybriden ist im vergangenen Jahr nach einer aktuellen Studie auf 2,1 Millionen gewachsen. Treiber der Entwicklung ist weiterhin China. Ihr Marktanteil stieg nach Angaben des CAM-Instituts in Bergisch Gladbach damit auf 2,4 % aller Neuzulassungen. Im laufenden Jahr rechnet Institutsleiter Stefan Bratzel mit einem weiteren Zuwachs der Verkäufe auf 2,7 Millionen E-Fahrzeuge. Treiber der Entwicklung ist weiterhin China. Die Volksrepublik steht für 60 % der weltweiten Nachfrage, so Bratzel: Gut eine Million E-Autos und 202.000 elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge seien vergangenes Jahr dort verkauft worden. Der Marktanteil sei auf 4,5 % gestiegen. Im laufenden Jahr erwarte er einen weiteren Zuwachs auf 1,6 Millionen E-Fahrzeuge. In den USA stiegen die Verkäufe auf 361.000 E-Autos oder 2,1 % Marktanteil. Der neue Tesla habe den Ausschlag gegeben, heißt es in der CAM-Studie. In Europa ist Norwegen mit 73.000 verkauften E-Autos der größte Absatzmarkt: jede zweite Neuzulassung in dem mit Öl reich gewordenen Land ist ein Elektroauto. In Deutschland stieg die Nachfrage auf 68.000 E-Fahrzeuge oder 2,0 % Marktanteil, in Großbritannien auf 60.000, in Frankreich auf 46.000. Mit der Einführung neuer E-Modelle von Tesla, Audi und Daimler rechnet Bratzel im laufenden Jahr in Deutschland mit 90.000 neu zugelassenen E-Autos. Ein größerer Sprung sei hier wie auch weltweit erst ab 2020 zu erwarten, weil dann viele Hersteller neue E-Autos auf den Markt bringen. Außerdem zwingen die EU-Klimavorgaben die Autobauer dann, ihre CO2-Werte mit Elektroautos zu senken. Die Lade-Infrastruktur sei allerdings ein kritischer Faktor. +++

+++ Von der Baureihe FIAT 500 gingen 2018 nahezu 194.000 Einheiten an Kunden. Das elfte Jahr nach der Präsentation war damit das bisher verkaufsstärkste in der Historie des Modells. Der 500 ist Bestseller in elf europäischen Ländern, in weiteren vier innerhalb der Top3 der Verkaufshitparade. Fiat kann mit Blick auf den Absatz der Baureihe 500 Rekordzahlen melden: 2018, dem elften Jahr nach der Präsentation, gingen nahezu 194.000 Einheiten aus den Baureihen Fiat 500 und Abarth 500 an Kunden. Im Jahr 2018 ergänzten die Modelle Mirror, Collezione sowie Spiaggina ʼ58 das Angebot. Zum Rekord habe auch die neue Modellreihe Abarth 595 beigetragen, heißt es. Die Baureihe Fiat 500 und Abarth 500 waren mit einem Marktanteil von 15 % (der zweitbeste bisher erreichte Wert) außerdem das bestverkaufte Fahrzeug im Segment. Der Fiat 500 hat sich zum Bestseller in 11 Ländern entwickelt; in 4 weiteren Ländern konnte er sich unter den Top3 der Verkaufsstatistik platzieren. “Dieser Verkaufsrekord zeigt mir, dass der Fiat 500 ein zeitlos ikonisches Modell nicht nur für die Marke Fiat ist”, sagt Luca Napolitano, Head of EMEA Fiat and Abarth. In den 11 zurückliegenden Jahren der Produktionszeit sei der Fiat 500 nie aus der Mode gekommen und werde überall als italienisches Symbol für Design gesehen, so Napolitano weiter. Wie sein Vorgänger sei auch der aktuelle Fiat 500 eine coole Antwort auf die Herausforderungen moderner Mobilität. “Heute ist der Fiat 500 das internationalste Fahrzeug unserer Marke. Es wird in weltweit mehr als 100 Ländern verkauft, rund 80 % des Verkaufsvolumens wird außerhalb von Italien generiert”, ergänzt Napolitano. Insgesamt wurden seit der Vorstellung im Jahr 2007 mehr als 2,11 Millionen Einheiten verkauft. Zusammen mit dem zwischen 1957 und 1977 gebauten Vorgängermodellen wurden bislang mehr als 6 Millionen Fiat 500 abgesetzt, was ihn zu einem der meistverkauften Modelle in der Historie von Fiat macht. +++

+++ FORD will seiner Modellpalette in den kommenden Jahren insbesondere in Europa mit Crossover Modellen und SUVs neue Impulse verleihen. Es läuft international gerade alles andere als gut mit Ford und auch in Europa ist der Autobauer aus Dearborn zunehmend unter Druck. Den traditionellen Modellen wird in den nächsten Jahren eine immer kleiner werdende Bedeutung zukommen. Daher setzt Ford auch in Europa auf eine immer größere Zahl von SUVs und Crossover Modellen. Ein Beispiel hierfür ist der Puma, der im kommenden Jahr als Konkurrent für den Volkswagen T-Cross auf den Markt kommen soll. Ein weiteres Modell ist der Ford Kuga, der in Nordamerika als Ford Escape bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahres seine Premiere feiern dürfte. Ford plant einen kompakten Pickup unterhalb des Ranger, der auf der Plattform des kommenden Focus aufbaut. Entsprechende Pläne hat Jim Farley, Executive Vice President und President Global Markets von Ford, bestätigt. “Wir investieren in günstigere Versionen in unserem Nutzfahrzeug-Geschäft”, sagt Farley und ergänzt, man könne den neuen Namen unterhalb der aktuellen Modelle erwarten. Insider gehen zudem davon aus, dass der neue Pickup auf einer verlängerten Focus Plattform steht und die 1,5 und 2,0 Liter EcoBoost/EcoBlue Motoren erhält. Allradantrieb könnte als Option erhältlich sein, während die Standard Version über Vorderradantrieb verfügt. Weitere Daten zu dem Focus Pickup sind noch nicht bekannt. Allerdings könnte Ford einen Modellnamen wieder reaktivieren. 2018 hatte der amerikanische Autobauer in den USA die Marke ‘Courier’ angemeldet. Unter dieser Bezeichnung verkaufte Ford bis 2013 einen Pickup auf Fiesta Basis in Brasilien. Angeblich gibt es aber auch Überlegungen, den Namen ‘Ranchero’ aus dem Keller zu holen. Für den europäischen Markt dürfte das Modell indes keine Rolle spielen. Angeblich plant Ford die Produktion des kleineren Lastesels in Mexico, von wo aus er in die USA und nach Südamerika exportiert werden soll. Der Focus Pickup soll 2021 zuerst in Brasilien auf den Markt kommen. In den USA könnte er etwa ein Jahr später starten. +++

+++ KIA baut das Angebot an elektrifizierten Modellen weiter aus. 2019 startet der Ceed Sportswagon als Plug-in Hybrid. Damit hat man vor allem Firmenkunden im Visier. Wie Konzernschwester Hyundai hat auch die Marke Kia eine Reihe von Modellen mit elektrifiziertem Antrieb im Programm. Der Kia Niro, ein von vornherein für alternative Antriebe konzipierter SUV, ist als Hybrid, Plug-in-Hybrid und unter dem Namen e-Niro als reine Elektroversion zu haben. Die Mittelklassebaureihe Optima ist als Limousine und Kombi mit Plug-in Hybrid Antrieb zu haben. Der Nachfolger des Kia Soul kommt 2019 ausschließlich mit dem Elektroantrieb des e-Niro / Hyundai Kona und 64 kWh großem Akkupaket nach Europa. Damit sollte doch für alle Bedürfnisse und Ansprüche ein ganz oder teilweise elektrifiziertes Modell dabei sein, oder? Nicht ganz. Auch Flottenkunden, die für ihren Fuhrpark auf niedrige CO2-Emissionen achten, hat Kia im Visier. Die dürften in Zukunft vermehrt nach Plug-in-Hybriden fragen, mit denen die Mitarbeiter von der Neuregelung der Dienstwagenbesteuerung profitieren. Vor allem für Firmenkunden dürfte der dritte Plug-in Hybrid interessant sein, den Kia im Laufe des Jahres auf den Markt bringt. Wie ein Sprecher von Kia bestätigte, wird der Ceed Sportswagon Plug-in Hybrid einen 105 PS starken 1,6 Liter großen Sauger Benziner für den Verbrennerpart an Bord haben. Hier greift man in das gut gefüllte Konzernregal. Die Motorenkombination des Neuzugangs wird also der des Hyundai Ioniq und Kia Niro entsprechen. Die Systemleistung, die der Benziner und der 44 kW starke Elektroantrieb erzeugen, liegt bei 141 PS. Damit wird der Kia Ceed Sportswagon gewiss eher zum Sparmeister als zum Straßenfeger. Das dürfte auch der Grund sein, warum der Hersteller die Kombination der zwei Herzen in den nutzwertigen Kompaktkombi einbaut und nicht in den neuen Kia Proceed. Auch der dürfte, wohl in Verbindung mit einem anderen Motor, in Zukunft elektrifiziert werden. Neben Mildhybriden mit 48 Volt System für die gesamte Ceed Baureihe schließt Emilio Herrera weitere Modelle nicht aus. “Wir starten 2019 mit dem Ceed Sportswagon Plug-in Hybrid”, sagt er auf Nachfrage, “und werden danach weitere Schritte gehen”. +++

+++ Der chinesische Elektrofahrzeughersteller NIO und Mobileye haben ein Memorandum of Understanding für eine Zusammenarbeit in Amerika unterzeichnet. Ziel ist eine strategische Partnerschaft, wonach beide Unternehmen gemeinsame Level 4 Autonomien für amerikanische Nio Modelle entwickeln, die bereits in diesem Jahr eingeführt werden sollen. Mobileye wird dafür eine EyeQ basierte Computerplattform bereitstellen, die entsprechende Lösungen hostet und im Car 3.0 Stacks von Nio verwendet wird. Der Car 3.0 Stack ist eine Sammlung integrierter modularer Technologien und Infrastrukturen, die speziell für autonome Elektrofahrzeuge nach der Stufe vier entwickelt wurde. Nio USA will dabei im Gegenzug das System von Mobileye unterstützen, sodass der Stack verbesserte Benutzererfahrungen bieten kann. +++

+++ OPEL kommt nicht zur Ruhe: In Eisenach endet die Produktion von Adam und Corsa, in Rüsselsheim fällt der Zafira weg und die Belegschaft macht sich Sorgen. Opel halbiert Rüsselsheim. Zunächst solle 2019 die Produktion auf 90.000 Autos reduziert werden. Danach soll das Jahresvolumen des Standortes 2019 nicht auf 90.000, sondern auf nur noch rund 68.000 Fahrzeuge reduziert und damit nahezu halbiert werden. Die Planungen seien noch nicht offiziell. Aktuell baut Opel in Rüsselsheim im Zweischichtbetrieb Insignia und Zafira. Pro Schicht könnten im Jahr 60.000 Autos gebaut werden, die Kapazität liege damit bei 120.000, erklärt ein Insider. 2018 hat das Werk laut offiziellen Opel Angaben 123.000 Autos produziert. Damit wäre das Werk ausgelastet. Einen theoretisch möglichen Dreischichtbetrieb sieht PSA Chef Carlos Tavares wegen der höheren Kosten eher kritisch. Da das Werk 2018 im Zweischichtbetrieb ausgelastet war, scheint die PSA Maßgabe erfüllt. Doch im Sommer 2019 fällt der Zafira weg, von dem Opel in Rüsselsheim 2018 noch 28.000 Exemplare gebaut hat. Opel hat gerade einen Nachfolger vorgestellt, der aber im britischen Luton gebaut wird. Wann die Fertigung von Insignia Derivaten wie dem Buick Regal wegfällt, ist noch offen: Das waren ebenfalls 28.000 Autos. Rechnet man sie ebenfalls heraus, bleiben 67.000 Insignia übrig und das Werk wäre nur noch etwa zur Hälfte ausgelastet. Theoretisch würde eine Schicht reichen. Was kommt nach dem Zafira? PSA hat im Rahmen des Pace Planes angekündigt, ein Auto auf Basis der EMP2 Plattform (also ein D Segment Auto) in Rüsselsheim zu bauen. D-Segment heißt: Mittelklasse. Gut möglich, dass dies ein SUV oberhalb des Grandland X wird. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, ist aus Werkskreisen zu hören. Fest steht, dass Opel bis 2023 eine Beschäftigungssicherung vereinbart hat. Werke sollen nicht geschlossen werden. Die aktuellste Mitarbeiterzahl für das Werk Rüsselsheim stammt von Ende 2017: Vor einem Jahr waren noch 3.000 Menschen im Werk beschäftigt. Durch Abfindungsprogramme sind es inzwischen weniger. Die aktuellen Zahlen will PSA zur Bilanzpressekonferenz am 26. Februar 2019 veröffentlichen. Eine Parallele gibt es übrigens zu Eisenach: Auch dort waren die Beschäftigten verunsichert, weil Modelle wegfielen. Es wurde Kurzarbeit vereinbart. Eine ähnliche Übergangsphase könnte auch Rüsselsheim erleben. In Eisenach steht inzwischen fest, welches Modell auf Adam und Corsa folgt: Ab Sommer 2019 wird dort der Grandland X gebaut. Der neue Corsa kommt ab Sommer 2019, wie auch das Schwestermodell Peugeot 208, aus dem Werk im spanischen Sarragossa, inklusive Elektroversion. Gut möglich, dass künftig auch in Rüsselsheim Citroën oder Peugeot vom Band laufen. Historisch gäbe es Parallelen, war doch schon der standardmäßig grün lackierte Opel Laubfrosch technisch ein Citroën 5CV. Größter Unterschied: Der Citroën war gelb und der Opel grün lackiert. ‘Dasselbe in Grün’ wird es bei PSA jedoch nicht geben, die Autos sollen im Design und der Abstimmung einen eigenständigen Charakter bekommen. In dem Produktionswerk Rüsselsheim arbeiten rund 3.000 Menschen. Unter Ägide der französischen Peugeot-Mutter ist Opel auf einen drastischen Sparkurs geschwenkt. Auch im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum sollen 2.000 der rund 7.000 Arbeitsplätze an einen externen Dienstleister abgegeben werden. Opel hat versprochen, die Sanierung ohne Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu bewerkstelligen. Zu den aktuellen Produktionsplanungen wollte sich das Unternehmen nicht konkret äußern. Man passe die Produktion kontinuierlich an die Volumenplanung an und fokussiere sich auf profitable Vertriebskanäle, erklärte ein Sprecher. Bereits im vergangenen Jahr hatte Opel weniger Autos verkauft, dafür aber nach eigenen Angaben pro Stück mehr verdient. +++

+++ POLESTAR , Volvo’s Submarke für Elektroautos möchte Ende 2019 ein rein elektrisches Mittelklasse Modell auf den Markt bringen. Zu vertretbaren Preisen und in nennenswerten Stückzahlen. Der Polestar 2 wird das erste von insgesamt 5 Elektrofahrzeugen der Marken Volvo und Polestar, die zwischen 2019 und 2021 eingeführt werden, und das erste batterieelektrische Fahrzeug (BEV) der gesamten Volvo Car Group sein. Während das Performance orientierte Coupé Polestar 1 als Plug-in Hybrid noch einen kräftigen 4 Zylinder Turbo an Bord hat und es mit seiner 34 kWh Batterie bei maximal 150 Kilometer elektrischer Reichweite bewenden lässt, dürfte der Polestar 2 ohne Verbrenner mindestens doppelt so weit kommen. Schließlich soll das Mittelklasse Modell unter anderem Teslas Model 3 Konkurrenz machen. Die Entwicklung läuft noch, aber der Produktionsstart ist für Ende 2019 vorgesehen; mit einer höheren Auflage als beim Polestar 1 (500 Stück pro Jahr). Die Fabrik in Chengdu, die Volvo, das seit 2010 zum chinesischen Konzern Geely gehört, gerade errichten lässt, soll zumindest für eine fünfstellige Produktionskapazität gut sein. Bis zum Marktstart dürfte es 2020 werden. Dann wird Karbon anders als beim Polestar 1 kein Thema sein. Für die angestrebte Preisklasse ist das zu teuer und für die größeren Stückzahlen zu aufwendig. Vermutlich aber wird Polestar auch beim 2 auf eine Volvo Bodengruppe zurückgreifen. Anders als beim Polestar 1 wird es die kleinere neue CMA Plattform (Compact Modular Architecture) sein, auf der der XC40 aufbaut. Volvos E-Autos sollen ein skalierbares Batteriepack mit einer Kapazität von bis zu 100 kWh erhalten, das könnte auch dem Polestar 2 zu Gute kommen. Die Reichweite des Polestar 2 wird nach Mitteilung des Unternehmens rund 482 Kilometer betragen. Als Leistungsangabe nennt Polestar zirka 405 PS, wobei die finalen technischen Daten in naher Zukunft veröffentlicht werden. Der Polestar 2 ist als 5-türer mit Fließheck ausgeführt und orientiert sich an der Konzeptstudie Volvo 40.2. So verfügt das Modell auch über ein großes Glasdach und eine stark konturierte Motorhaube. Auch die In-Car-Entertainment-Plattform Android Auto, die völlig ohne Smartphone nutzbar sein wird, soll im Polestar 2 Premiere feiern. Er dürfte damit das erste Auto sein, das mit Googles nativem OS Android Auto ausgerüstet sein wird. Vermutlich wird Polestar auch sein zweites Modell wie beim Polestar 1 in erster Linie über ein Abo vertreiben: Ein Rundum Sorglos Paket mit skalierbarer Flatrate (Wartung, Service, alles inklusive), zusätzlichen Dienstleistungen wie Hol & Bring Service oder temporär genutztem Zubehör zum Dazubuchen via ‘Volvo on Demand’. Kunden können den Polestar 2 aber auch kaufen. Der Preis? Steht noch nicht fest. Diesen neuen Geschäftsmodellen kann sich laut Polestar Chef Thomas Ingenlath kein Autohersteller mehr entziehen. Ingenlath ist auch überzeugt, dass Autos, die Abgase ausstoßen, bald schon ähnlich selbstverständliche Ablehnung hervorrufen werden wie Rauchen in Restaurants. Über autonom fahrende Autos hat Ingenlath bei der Polestar Präsentation im Oktober 2017 nicht gesprochen. Aber vielleicht nur, weil er dort mit dem Polestar 1 einen besonders fahraktiven GT erstmals vorgestellt hat. +++

+++ PORSCHE will haptische Schalter auch in Zukunft nicht komplett aus seinen Armaturenbrettern verbannen. Wie beim neuen Porsche 911 der Generation 992 zu sehen, wollen sowohl Techniker als auch Designer bei den Bedienmodulen auf eine Mischung aus Touchscreens, traditionellen Schaltern, Tasten und Zifferblättern setzen. “Es macht Spaß, Knöpfe zu drücken. Es geht nicht immer um Bildschirme”, so Michael Steiner, Forschungs- und Entwicklungsleiter von Porsche, “wir wollten ein sauberes Innenleben, aber es geht um Genuss”. Bei einem Fahrzeug mit einer entsprechenden Historie wie dem Porsche 911 erscheint ein solcher Absatz durchaus logisch. Ein prominent platzierter Analog Drehzahl Messer hat etwas mit Erfahrung und Tradition zu tun, einen Sportwagen wie den 911er zu fahren. Einige Besitzer möchten die Funktionalität herkömmlicher Schaltgeräte nicht völlig aufgeben, wenn sie funktionell und ästhetisch in Bildschirme integriert werden können. Es erscheint möglich, dass Porsche mit dem bevorstehenden Taycan auf ein höherwertiges technologisches Display zurückgreift, was dem Image des ersten Elektromodells der Zuffenhausener entsprechen würde. +++

+++ Mitte Januar lief im Volkswagen Werk Wolfsburg der 5 millionste Volkswagen TIGUAN vom Band. Erfolgreichstes Jahr mit nahezu 800.000 verkauften Fahrzeugen der SUV Baureihe war 2018. Die Produktion des Modells startete 2007 im Stammwerk Wolfsburg. Die zweite Generation wurde 2016 eingeführt und war das erste Volkswagen SUV auf Basis des Modularen Querbaukastens (MQB). 2017 folgte der knapp 22 Zentimeter längere Tiguan Allspace, der auch als 7-Sitzer erhältlich ist. Bereits im ersten vollen Produktionsjahr 2008 liefen mehr als 120.000 Exemplare vom Band. 2015 wurden mehr als 500.000 Tiguan weltweit verkauft. Die neue Generation und die Erweiterung des Angebotes durch den Tiguan Allspace lösten laut Volkswagen einen erneuten positiven Schub aus: 2017 wurden bereits über 700.000 Einheiten verkauft, und mit fast 800.000 Fahrzeugen war 2018 das bislang erfolgreichste Jahr der Tiguan Baureihe. Volkswagen Produktionsvorstand Andreas Tostmann: “Der Tiguan hat die historische Schallmauer von 5 Millionen produzierten Fahrzeugen durchbrochen. Das Knowhow unserer Mannschaft, der außerordentliche Teamgeist und die Begeisterung, mit der wir unsere Volkswagen Modelle fertigen, sind die Basis für diesen großartigen Erfolg und eine starke Grundlage für unsere SUV Strategie”. Konzernbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh ergänzt: “Der Tiguan sichert weltweit die Arbeitsplätze von zehntausenden hoch qualifizierten Kolleginnen und Kollegen und liefert gute Ergebnisbeiträge. Darum ist es wichtig, dass wir bei den Investitionen in Entwicklung und Produktion des Tiguan nicht nachlassen, um auch in Zukunft die Kunden mit dem Auto zu begeistern”. Tiguan und Tiguan Allspace werden aktuell in 4 Volkswagen Produktionsstandorten (China, Deutschland, Mexiko und Russland) gefertigt und in den wichtigsten Märkten weltweit angeboten. +++

+++ Früher hätten deutsche Autoingenieure schon die Nase gerümpft, wenn US Käufer einen Getränkehalter haben wollten, sagt BMW Chef Harald Krüger. Jetzt müsse der Hersteller zu einem Tech Konzern werden, bei dem der Kunde im Mittelpunkt steht. Der radikale Wandel der Autobranche lässt die Hersteller laut BMW Chef Harald Krüger auf Sicht in die Zukunft fahren. “Auf einen Zeitraum von 10 Jahren ist keine Vorhersage möglich”, sagte Krüger. Dafür ändere sich die Technologie zu schnell. Für die kommenden 5 Jahre sei zumindest klar, dass es mehr Elektroautos geben werde, sowie auch autonome Fahrzeuge auf die Straße kämen. Aber auch für die nächsten 5 Jahre sei vieles UNKLAR . “Wer weiß, wie viele elektrische Fahrzeuge BMW im Jahr 2023 in Russland verkaufen wird”, fragte Krüger rhetorisch. Es könnten 10 oder vielleicht auch 10.000 werden, erklärte er. Die Entscheidungen für diese Zeit müssten aber schon heute getroffen werden. Und BMW müsse für beide dieser Entwicklungen gewappnet sein. Deshalb sollen zum Beispiel Fahrzeuge mit Elektro-, Hybrid- und Verbrennungsantrieb auf einer Produktionslinie gebaut werden können. In den vergangenen Jahren bekamen die etablierten Autokonzerne neue Konkurrenz mit E-Autoherstellern wie Tesla; und aktuell forschen auch viele Tech Unternehmen an Technik für künftige Robotaxi-Dienste. “Wir sind in einem Technologie-Krieg”, sagte Krüger. Die Hersteller müssten jeden Herausforderer ernstnehmen, sagte der BMW Chef auf die Frage, ob den Platzhirschen drohe, wie einst Nokia oder Kodak von der Digitalisierung überrollt zu werden. Die gute Nachricht sei, dass das Interesse so vieler Unternehmen an diesem Geschäft bedeute, dass Mobilität ein Zukunftsgeschäft. Aber wenn man als Hersteller nicht erfolgreich sei, könne jemand auftauchen, der einen kaufen wolle. Seine Herausforderung sei jetzt, BMW in ein Technologie Unternehmen zu verwandeln, in dem der Kunde im Mittelpunkt stehe, betonte Krüger. “Wir haben auch einen Krieg um die Schnittstelle zum Kunden”. Das erfordere ein Umdenken in der oft Technik-getriebenen Autobranche. Vor allem die Unternehmen hinter den beiden Smartphone Plattformen (Google mit Android und Apple mit dem iOS-System seiner iPhones) machen den Herstellern den Platz auf dem Bildschirm der Infotainment-Anlagen streitig. Dabei könnte dies in die Zukunft die Schnittstelle sein, über die im Auto Geld mit zusätzlichen Diensten verdient wird. Die Autokonzerne versuchen, mit der Verbesserung ihrer Software gegenzusteuern. “Andere Unternehmen hätten gern unsere Daten”, sagte Krüger. “Wir haben den Kunden eine Stunde pro Tag im Auto. Das ist eine sehr wertvolle Zeit”. Und es gebe immer noch Leute, die gern ein Auto steuern, betonte der BMW Chef mit Blick auf den Trend zu Mobilitätsdiensten und die vielen Stadt-Bewohner, die inzwischen auf ein eigenes Auto verzichten. “Wenn Sie an einem Abend mit blauem Himmel in Bayern in die Berge fahren, ob mit einem Elektro- oder Verbrennungsmotor, und das Ihnen keinen Spaß macht, dann kann ich Ihnen auch nicht helfen”. +++

+++ Immer mehr Nationen nennen Jahreszahlen, wann keine Neuwagen mehr verkauft werden sollen, die fossile Kraftstoffe verbrennen. Nun schließt sich Schweden an: das skandinavische Land will ab 2030 keine Diesel und Benziner mehr zulassen. Deutschland gehört noch nicht dazu. Nämlich zu jenen Ländern, die bereits ein konkretes Datum nennen, wann keine Autos mehr mit VERBRENNUNGSMOTOREN verkauft werden sollen. Es gibt zwar den von der Bundesregierung im November 2016 beschlossenen Klimaschutzplan 2050. Darin heißt es, dass der Verkehrssektor im Jahr 2050 nahezu unabhängig von Kraftstoffen mit fossilem Kohlenstoff sein soll, und damit weitgehend treibhausgasneutral. Konkrete Ausstiegsszenarien für den Verbrennungsmotor sind darin aber nicht benannt. Nur die Grünen nennen eine konkrete Jahreszahl für den Ausstieg: “Ab dem Jahr 2030 wollen wir nur noch abgasfreie Neuwagen zulassen”, heißt es auf der Internetseite der Oppositionspartei. Verwirrung gab es in Norwegen. Im Sommer 2016 hieß es, das Land wolle schon 2025 Neuzulassungen von Autos mit Verbrennungsmotor verbieten, bis ein Dementi aus dem Verkehrsministerium kam. Die konservativ-liberale Regierung in Oslo wolle lieber Anreize schaffen und die Bürger zum Kauf von umweltfreundlichen Fahrzeugen ermutigen. Mit großen Steuervorteilen für elektrifizierte Autos und anderen Privilegien, zum Beispiel das Benutzen von Busspuren, setzt Norwegen dieses Vorhaben schon seit vielen Jahren um. Mit dem Ergebnis, dass inzwischen fast die Hälfte aller neu zugelassenen Pkw Elektroautos oder Plug-in Hybride sind. Das wird der Regierung nun zu viel, weshalb sie die Steuervorteile schrittweise zurückfahren möchte. Die Niederlande wollen von 2030 an nur noch emissionsfreie Autos für den Straßenverkehr zulassen. Gleichzeitig will die Regierung für eine ausreichende Ladeinfrastruktur sorgen und alle Kohlekraftwerke stilllegen. Auch die ohnehin schon sehr guten Bedingungen für Radfahrer sollen deutlich verbessert werden. Frankreich erwägt einen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor im Jahr 2040. Zumindest gab Umweltminister Nicolas Hulot dieses Ziel im Sommer 2017 bekannt. Einen entsprechenden Regierungsbeschluss gibt es allerdings noch nicht. Ein Sonderfall ist die Hauptstadt Paris. Die dortigen Pläne besagen, dass Dieselautos bereits nach den Olympischen Sommerspielen 2024 und Benziner ab 2030 aus der Metropole verbannt werden sollen. 2040 ist auch in Großbritannien das Zieljahr für das Verbot von Neuwagen mit Verbrennungsmotoren, unter das dort auch Hybridautos fallen sollen. Ziel der Regierung ist es, dass bis 2050 alle Diesel- und Benzinfahrzeuge von den britischen Straßen verschwinden. Indien plant, ab 2030 nur noch Elektroautos neu zuzulassen, genau wie Island. In Taiwan soll es 2040 soweit sein, ebenso im US-Bundestaat Kalifornien. Die Regierungen anderer europäischer Länder haben sich bei diesem Thema klarer positioniert. Neuerdings gehört auch Schweden zu jenen Nationen, in denen ab 2030 keine Neuwagen mit Verbrennungsmotoren mehr verkauft werden sollen. Das verkündete Ministerpräsident Stefan Löfven in einer Regierungserklärung. Damit wolle das skandinavische Land seine Bemühungen verstärken, die Ziele des Pariser Weltklimaabkommens einzuhalten. Gleichzeitig soll die Ladeinfrastruktur für elektrifizierte Autos ausgebaut werden. In Nordeuropa gibt es generell eindeutige Tendenzen in diese Richtung. Beispiel Dänemark: Auch dort soll von 2030 an der Verkauf von neuen Autos mit Benzin- oder Diesel-Motor verboten werden. Das sei ein klares Signal an die EU, die Automobilindustrie und den Rest der Welt, sagte Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen im Oktober 2018 im Parlament. Bis 2050 will Dänemark gar erreichen, dass das Land komplett auf fossile Energieträger verzichten kann. +++

+++ Der größte deutsche Autobauer will die Wechselprämie für ältere Diesel auf ganz Deutschland ausdehnen. Verkehrsminister Scheuer begrüßt das Angebot, ein Branchenexperte zweifelt jedoch an den guten Vorsätzen von VOLKSWAGEN . “Aktuell prüft der Volkswagen Konzern ein zeitlich befristetes bundesweites Angebot der Wechselprämie, die bei Inzahlungnahme eines Euro4 oder Euro5 Diesel Fahrzeugs gewährt wird”, sagte ein Konzernsprecher. Diese ist ihm zufolge aktuell auf die 15 besonders belasteten Städte beschränkt. “Die zuständigen Vorstandsgremien werden voraussichtlich Anfang der kommenden Woche Entscheidungen dazu treffen”, sagte der Sprecher. “Damit ist der größte deutsche Autokonzern der erste Anbieter, der allen Dieselbesitzern in Deutschland ein richtig gutes Tauschangebot für sauberere Autos macht”, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Zeitgleich versuchte der Minister, den Druck auf die Konkurrenz zu erhöhen. “Ich hoffe, dass auch die anderen Autohersteller für solche guten News im Sinne ihrer Kunden sorgen”, sagte Scheuer. Solche Aussichten hält Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer für unrealistisch. “Die Hoffnung des Ministers, dass dadurch weitere Fahrverbote vermieden werden könnten, geht an der Realität vorbei”, sagte der Direktor des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. “Die Hersteller arbeiten alle gewinnorientiert und machen das, was sie für richtig halten, nicht das, was sich ein Verkehrsminister wünscht”. Dass Volkswagen mit den Prämien nun vorangehe, liege daran, dass der Dieselskandal und die Probleme bei der Umstellung auf das neue Abgas Prüfverfahren WLTP das Unternehmen gehörig zurückgeworfen hätten. VW hatte wie andere Autobauer bereits im Rahmen des Dieselgipfels vom August 2017 eine sogenannte Umweltprämie angeboten. Nach Konzernangaben werden dabei Euro1 bis Euro4 Diesel Fahrzeuge beliebiger Hersteller zurückgenommen und verschrottet. Der Kauf eines Neuwagens oder eines jungen Gebrauchtfahrzeugs werde im Gegenzug mit einem Preisnachlass unterstützt. Im Rahmen dieser beiden Tauschaktionen seien bisher mehr als 240.000 alte Diesel gegen neue Wagen getauscht worden. Auch andere Autobauer, darunter Daimler und BMW, haben verschiedene Modelle für Preisnachlässe und Rabatte beim Tausch alter Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 1 bis 4 sowie Euro 5 in den besonders stickoxidbelasteten Regionen. +++

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