Tagesschau

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+++ Das neue Jahr beginnt für AUDI mit einem Absatzrückgang. Im Januar gingen die weltweiten Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 144.650 Fahrzeugen um 3 % zurück. Die Absatzschwäche resultiert vor allem aufgrund des neuen Prüfstandards WLTP. Allein in Europa übergaben die Ingolstädter 8,5 % weniger Autos als noch im Jahr davor. Zahlreiche Fahrzeuge können wegen der Umstellung auf den neuen Abgas-Prüfstandard WLTP derzeit nicht ausgeliefert werden. “Auch 2019 wird geprägt sein von der Umstellung auf den WLTP Prüfzyklus und der Vorbereitung auf die nächste Stufe des Prüfverfahrens, aber auch von vielen neuen, hochattraktiven Modellen unserer Marke”, sagte Audi-Vertriebsvorstand Martin Sander. Auch in den USA ging der Absatz leicht um 1,8 % zurück. “Hier wirkten sich der Government Shutdown sowie die winterliche Wetterlage aus”, teilte Audi mit. In China hingegen verbuchten die Ingolstädter nach eigenen Angaben das beste Januar Ergebnis aller Zeiten: 64.000 Autos wurden dort im ersten Monat dieses Jahres verkauft; 5,1 % mehr als noch im Januar 2018. Bei den Kunden kamen dabei vor allem der A3 gut an. Er kam mit 8.749 an Kunden ausgelieferte Fahrzeuge auf einen Zuwachs von über 20 %. Ähnlich stark war die Nachfrage nach der Langversion des A4 mit einem Plus von 21,3 % bei 16.668 ausgelieferten Autos. Ein leichtes Plus von 1,5 % gab es für Audi auf dem deutschen Heimatmarkt: hier übergab die VW Tochter 23.359 Autos in Kundenhand. In diesem Jahr wird Audi seine Aktivitäten im Bereich der Elektromobilität nach dem Markstart des e-Tron weiter forcieren “Wir werden 3 rein-elektrische Modelle an den Start bringen und unser PHEV-Portfolio deutlich ausbauen”, sagte Sander. +++

+++ BMW ist beim Autoverkauf dank China etwas besser in das neue Jahr gestartet. Von der Stammmarke verkaufte BMW im Januar 149.616 Autos und damit 0,8 % mehr als im Vorjahresmonat, wie der Dax-Konzern am Mittwoch (13. Februar) in München mitteilte. Besonders stark schnitt BMW im wichtigsten Einzelmarkt China ab, wo die Verkäufe um 15,5 % zulegten. In Europa und vor allem Deutschland gingen die Verkäufe zurück. Inklusive der Kleinwagenmarke Mini und den Luxusautos von Rolls Royce wurde der BMW-Konzern 170.463 Autos los; 0,5 % mehr als vor einem Jahr. Die Premiumkonkurrenten waren schlecht ins Verkaufsjahr gestartet. Mercedes-Benz verkaufte im Januar 180.539 Autos mit dem Stern und damit 6,7 Prozent %, die Stuttgarter machten Modellwechsel dafür verantwortlich. Audi wurde mit knapp 144 650 Fahrzeugen 3 Prozent % Autos los. +++

+++ Volkswagen erweitert sein Geschäftsmodell gerade in rasantem Tempo. Im April soll in Hamburg der Fahrdienst Moia starten. Zunächst mit einer Flotte von hundert elektrisch angetriebenen, sechssitzigen Sammeltaxis, die sich per App buchen lassen. Im zweiten Quartal 2019 soll dann in Berlin das Elektro CARSHARING “We share” den Betrieb aufnehmen, mit 1.500 e-Golfs. Die Wolfsburger reagieren auf einen weltumspannenden Trend: Immer mehr Menschen in Ballungszentren wollen nicht mehr unbedingt selbst ein Auto besitzen, sondern bevorzugen Fahrzeuge auf Abruf. Das funktioniert oft ähnlich wie Taxifahren, nur dass heute auch Carsharing (Leihautos), Ridesharing (Sammeltaxis), Mitfahrdienste oder Mischformen dieser Mobilitätsangebote zur Verfügung stehen. Möglich machen all das meist Smartphone-Apps. Die Dienste sind meist billiger als das Taxi und oft bequemer als ein eigenes Auto; schon weil Parkplatzsuche, Reparaturen und das Tanken entfallen. Für Autohersteller, die bislang vom Pkw-Verkauf lebten, könnten das alarmierende Nachrichten sein. Weniger verkaufte Autos bedeuten weniger Umsatz und wohl auch weniger Gewinn. Also steigen die Konzerne selbst in das neue, wachsende Geschäft ein. Das werde der Autobranche helfen, ihren Jahresumsatz weltweit bis 2030 auf €6,6 Billionen zu verdoppeln, prognostiziert die Unternehmensberatung McKinsey. Ein Viertel des Zuwachses soll von Mobilitätsdiensten, der Elektrifizierung sowie der Automatisierung der Fahrzeuge kommen – der Rest indes aus dem klassischen Geschäft. Für VW und andere Hersteller wird es höchste Zeit, den neuen Markt zu besetzen. Neue und einstmals branchenfremde Mobilitätsanbieter sind enteilt. Der chinesische Fahrdienstvermittler Didi Chuxing organisiert pro Jahr rund 7,5 Milliarden Fahrten; das US-Unternehmen Uber etwa 4 Milliarden; beim Fahrdienst Grab, in 8 Ländern Südostasiens aktiv, sind es knapp 2,2 Milliarden Fahrten pro Jahr. Toyota stieg im Juni 2018 mit $1 Milliarde bei Grab ein; es war die bislang höchste Investition eines Autoherstellers in ein solches Mobilitätsunternehmen. Im August beteiligten sich die Japaner mit $500 Millionen an Uber. Das zeigt: Kooperation ist die eine Option, die Autohersteller haben, um in der Mobilitätsbranche mitzumischen. Eigene Initiativen sind die andere. “Man kann von einem Kampf der Welten sprechen”, sagt Stefan Bratzel, Automobilfachmann und Professor an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. “Einerseits stehen die Autohersteller untereinander im Wettbewerb um das erfolgreichste Mobilitätsangebot. Zum zweiten befindet sich die Autoindustrie in einem Konkurrenzkampf mit den großen Daten- und Mobilitätskonzernen”. Auch der US-Internetriese Alphabet (Google) ist mit dem Fahrdienst Waymo im Geschäft. Die Hersteller von “Transportgefäßen”, wie Bratzel sagt, werden künftig für einen eher geringen Teil der Wertschöpfung stehen. Einträglicher seien die vier weiteren Glieder in der Mobilitäts-Wertschöpfungskette: Software für die zunehmend automatischer fahrenden Vehikel; der Betrieb der Fahrdienstflotten und Onlinedienste für die Nutzer. Wenn die Fahrt billig ist und der Fahrgast so Geld spart, kauft er im Auto vielleicht bei Amazon ein, bucht ein Restaurant oder nutzt eine kostenpflichtige Spieleapp. Die größten Gewinnchancen sehen Experten beim Betrieb der App, über die Kunden die Fahrdienstleistung buchen. Sie bietet viele weitere Vermarktungsmöglichkeiten. “Bislang wurde der Erfolg in der Zahl der verkauften Autos gemessen”, sagt Marcus Wiland von der Managementberatung MHP. “In Zukunft werden, besonders im urbanen Raum, Personenkilometer verkauft. Das ist der Kuchen, um den es geht”. Größe wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Bei der Mobilitätsplattform Didi Chuxing sind aktuell rund 500 Millionen Nutzer angemeldet. In der digitalen Welt gilt die Gleichung: Viele Nutzer hinterlassen viele Daten, aus vielen Daten wiederum lässt sich viel Wissen über die Wünsche und Vorlieben der Nutzer ableiten; was zu neuen, besseren Angeboten führt, die noch mehr Menschen ansprechen. “Digitale Systeme sind Kritische-Masse-Systeme”, sagt Jens Monsees, Vice president Digital Strategy bei BMW. “Wir streben daher bis zum Jahr 2025 mehr als 100 Millionen Nutzer unserer zentralen BMW-App an”. Um schnell viele Kunden unter einem Dach zu vereinen, führen BMW und Daimler ihre bestehenden Mobilitätsangebote (Carsharing, Ridesharing, Taxi-Apps, Parkplatzreservierung oder Ladesäulensuche) zusammen. Von den Kartellbehörden gab es grünes Licht. Nun gehe es darum, “ein ganzheitliches Ökosystem an Mobilitätsdiensten anzubieten, das auf einen Fingertipp verfügbar ist”, wie es bei BMW heißt. Ein Daimler-Sprecher erklärt, man wolle “einen relevanten Tech-Player schaffen, der auf Augenhöhe mit den bekannten Technologiefirmen und digitalen Wettbewerbern agieren kann”. Allein durch die Verbindung der Carsharing-Unternehmen Car2go (Daimler) und DriveNow (BMW) ergibt sich eine Kooperation mit mehr als 4 Millionen Nutzern und rund 20.000 Fahrzeugen in bislang 30 Städten weltweit. Carsharing jedoch wird wohl ein eher kleiner Teil des künftigen Geschäfts mit der Mobilität sein. Die größten Erwartungen richten sich auf die Fahrdienste. Das hängt mit einem anderen Trend zusammen: dem autonomen Fahren. Sobald die Vision des fahrerlosen Shuttlemobils Realität wird, das per Wischbewegung auf dem Smartphone herbei gerufen wird, dürften die Gewinne solcher Fahrdienste stark zulegen. Denn dann fiele der größte Kostenfaktor weg: der Fahrer. Uber etwa beziffert die Personalkosten auf 60 bis 70 %. Wer groß genug ist und sich bei den Kunden etabliert hat, muss die Einsparungen nicht sofort über günstigere Preise an die Kunden weitergeben, hoffen die Firmen. “Sobald das autonome Fahren in einer gewissen Breite auf den Markt kommt, wird das den Markt der Mobilitätsangebote durcheinander wirbeln”, sagt Bratzel. Doch wann wird das sein? Bisher gibt es nur Indizien. So hat die Google Schwesterfirma Waymo angekündigt, 2021 eine eigene Fabrik im US Staat Michigan zu eröffnen, in der Serienautos von Fiat Chrysler (Pacifica) und Jaguar (I-Pace) zu selbstfahrenden Waymo-Shuttlefahrzeugen umgebaut werden sollen. Die Rede ist von einigen zehntausend Autos; im ersten Schritt. +++

+++ Fast jedes vierte verkaufte Auto in CHINA stammt von einem deutschen Hersteller. Das macht BMW, Daimler und Volkswagen laut einer Analyse von Ernst&Young besonders abhängig von einem Markt, in dem die Unsicherheit 2019 zunimmt. Die deutschen Autobauer haben im vergangenen Jahr im schwächelnden chinesischen Automarkt Marktanteile gewonnen. Die 3 deutschen Autokonzerne Volkswagen, BMW und Daimler verkauften in China 2018 gut 5,5 Millionen Pkw, wie aus einer Analyse der Unternehmensberatung Ernst&Young hervorgeht, die am Sonntag (10.Februar 2019) veröffentlicht wurde. Während der chinesische Automarkt um 4 % schrumpfte, zum ersten Mal seit 20 Jahren, konnten die deutschen Hersteller in Summe um 2 % zulegen und kamen so auf einen Marktanteil von knapp 24 %. Damit wächst die Abhängigkeit der Deutschen vom chinesischen Markt. Mehr als jedes dritte Auto, das Volkswagen, BMW und Daimler 2018 verkauften, ging an die Chinesen. Bei Volkswagen ist die Abhängigkeit am größten: Europas größter Autobauer verkauft rund 40 % seiner Fahrzeuge in China; zuletzt waren es 4,2 Millionen. So haben die Wolfsburger allein einen Marktanteil von 18,1 % auf dem Markt. Dabei ist nicht sicher, wie es dort weitergeht. “Es ist derzeit völlig unklar, ob der Absatzrückgang anhält, oder ob sich der Markt wieder erholt”, sagt Ernst&Young (EY) Partner Peter Fuß. Viel hänge vom Handelsstreit zwischen den USA und China ab. Eine längere Schwächephase wird nach Einschätzung von Fuß aber von der chinesischen Regierung verhindert werden. “Die chinesische Regierung hat bereits in früheren Schwächephasen eingegriffen und etwa mit Steuer Vergünstigungen den Neuwagenmarkt angekurbelt”, so Fuß weiter. Er sieht eher Anzeichen dafür, dass es wieder milliardenschwere Konjunkturprogramme geben könnte, von denen dann auch der Pkw Markt profitieren dürfte. Die Zeiten des ungebremsten Wachstums seien zwar vorbei. Allerdings ist die Motorisierungsrate nach Berechnungen von EY in China noch weit von deutschen Standards entfernt. Dort kamen auf 100 Einwohner zuletzt 14,5 Autos; in Deutschland sind es 56,1. Die Nachfrage dürfte also bleiben. +++

+++ Ein schwaches Geschäft in Europa und den USA hat dem DAIMLER Konzern einen mauen Jahresstart beim Autoverkauf eingebrockt. Lediglich am wichtigsten Einzelmarkt China konnte Mercedes im Januar um 4,8 % zulegen. Weltweit verkaufte die Kernmarke Mercedes-Benz im Januar 180.539 Wagen und damit 6,7 % weniger als ein Jahr zuvor. “Der vergangene Monat lag unter dem starken Vorjahreswert, was jedoch aufgrund wichtiger Modellwechsel unseren Erwartungen entspricht”, sagte Daimler Vertriebschefin Britta Seeger. “2019 wird ein herausforderndes Jahr für die gesamte Branche”, sagte die Managerin. Mit neuen Modellen will Mercedes aber besonders in der zweiten Jahreshälfte wieder punkten und im Gesamtjahr ein leichtes Absatzwachstum erreichen. Vor allem in Europa, darunter auch im Heimatmarkt Deutschland, sowie in Nordamerika stockte der Absatz von Premiumfahrzeugen mit dem Stern. Abgefedert wurde der schwache Jahresstart vom wichtigsten Einzelmarkt China, der um 4,8 % zulegen konnte. Aber auch im Rest Asiens ging der Absatz zurück. Bei der Kleinwagenserie Smart lagen die Verkäufe insgesamt ebenfalls deutlich niedriger, über alle Marken verkaufte Daimler somit 6,8 % weniger Autos als im Januar des Vorjahres. +++

+++ Laut einer aktuellen PwC Autofacts-Analyse wurden 2018 in den USA, China sowie den 5 großen europäischen Märkten 1,1 Millionen reine ELEKTROAUTOS verkauft. Die Verkäufe stiegen somit trotz eingeschränktem Produktangebot um über 70 %. Im vergangenen Jahr sind in den größten Automobilmärkten erstmals mehr als 1 Millionen reine Elektro-Fahrzeuge verkauft worden. Das zeigt eine Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC auf Basis von Zulassungszahlen in den großen globalen Automärkten. Konkret wurden in China, den USA und den 5 führenden europäischen Ländern (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien) zusammen rund 1,1 Millionen ‘Vollelektriker’ neu zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Zunahme von rund 70 %. “Die Millionen-Marke kennzeichnet einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Elektromobilität. Auch wenn der Marktanteil hierzulande noch minimal ist, der internationale Trend wirkt sich schon jetzt positiv auf die Akzeptanz der Elektro-Autos als Alternative aus. Das könnte in Zukunft Hersteller motivieren, mehr Produktauswahl zur Verfügung zu stellen und Interessen der Energie-, Umwelt- und Verkehrspolitik auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen”, sagt Felix Kuhnert, Global Automotive Leader bei PwC. Hybrid-Fahrzeuge und ‘Plug-ins’ eingerechnet, wurden 2018 in den USA, China und den europäischen Top5 Märkten 2,6 Millionen elektrisch oder teilelektrisch angetriebene Autos neu zugelassen, was verglichen mit ca. 96 Millionen Fahrzeugen weltweit schon einen Marktanteil von 2,8 % ergibt. Auffällig ist außerdem in der Gesamtbetrachtung aller 6 Märkte: Bei den Mild- und Voll-Hybriden (ein Plus von 20,0 % auf 1,0 Millionen Fahrzeuge) war das Wachstum merklich schwächer als bei den Plug-ins (ein Plus von 64 % auf rund 538.000 Fahrzeuge) und den reinen batterieelektrischen Fahrzeugen. Die Folge: Bezogen auf alle E-Autos in den 6 analysierten Automobilmärkten stieg der Marktanteil der reinen Elektroautos von 36,8 % auf 42,9% womit der Vollstromer erstmals auch am Hybrid vorbeizog. “Diese Entwicklung ist aus unserer Sicht einschneidend. Denn nachdem jahrelang debattiert wurde, welcher alternativen Antriebsform die Zukunft gehört, zeigt unsere Analyse nun ganz klar, dass der Vollelektriker auf dem Weg ist, sich als weltweit dominante alternative Antriebstechnologie zu etablieren”, sagt Christoph Stürmer, Lead Analyst von PwC Autofacts. “Wenn sich der Trend aus 2018 in den führenden Märkten fortsetzt, dann wird schon in diesem, spätestens aber im kommenden Jahr jedes zweite neu zugelassene Elektroauto ein reiner ‘Stromer’ sein”. Markant sind weiterhin die Unterschiede zwischen den großen Märkten. Während in China im vergangenen Jahr auf 1.000 Neuzulassungen bereits 34 “Vollelektriker” kamen, waren es in den großen europäischen Ländern gerade einmal 8, und rein auf Deutschland bezogen übrigens 11. Dazu passt, dass es sich in China schon jetzt bei zwei Dritteln aller verkauften E-Autos um reine ‘Stromer’ handelt, während in Europa mit einem Anteil von fast 70 % noch immer die Hybride dominieren. Völlig anders entwickelt sich derweil der US Markt, wo komplett elektrisch betriebene Autos mittlerweile “als Statussymbol sowie als Statement gegen den SUV-Boom” gelten, so PwC-Experte Stürmer. Konsequenz: In den USA wurden im vergangenen Jahr schon fast 225.000 reine Batterie-Fahrzeuge neu zugelassen, gemessen an den 2017er Zahlen ein überaus hoher Zuwachs von 115 %. Natürlich spielen hierbei auch Sondereffekte eine Rolle: Der Schub in den USA beruhte nicht zuletzt auf dem Produktionsanlauf des Tesla Model 3, dessen Verkauf in den großen europäischen Ländern erst in diesem Jahr startet. Viel entscheidender sei aber, dass sich die Vollelektriker absehbar auch hierzulande durchsetzen, so Kuhnert: “Auf Basis der neuen CO2-Flottengrenzwerte für 2025 und 2030 sind die Hersteller zu Produktoffensiven gezwungen. Alleine in 2019 und 2020 erwarten wir in Deutschland etwa 30 Neueinführungen von batterie-elektrischen Modellen, wie zum Beispiel den I-Pace von Jaguar, den Taycan von Porsche oder den Tesla Model 3”. Zudem kommt die Analyse zu dem Ergebnis, dass der E-Auto-Absatz vor allem dort boomt, wo Verkehrs-, Umwelt- und Energiepolitik denselben Zielen folgen. Das gilt nicht nur für China, wo die gesamte Energieversorgung seit Jahren immer stärker elektrifiziert wird. Sondern zum Beispiel auch für Norwegen, wo Strom bereits jetzt den größten Anteil am Energiemix ausmacht, und es ineffizient wäre, nur für das Auto dauerhaft ein paralleles Versorgungssystem aufrechtzuerhalten. Kuhnerts Fazit: “Auch hierzulande gehen wir in die richtige Richtung, die energiepolitischen Implikationen der angestrebten Verkehrswende stärker in den Fokus zu nehmen”. +++

+++ Während FORD in Europa Tausende Stellen streichen will, soll an einem US Standort nun kräftig in die SUV Fertigung investiert werden. Der zweitgrößte US Autobauer kündigte an $1 Mrd in den Ausbau zweier Werke in Chicago zu stecken und dort rund 500 neue Jobs zu schaffen. Die Fertigungsstätten sollen ab März 2019 für die Produktion der neuen Modellversionen des Ford Explorers und des Lincoln Aviators sowie des Polizeiwagens Interceptor umgerüstet werden. Ford folgt damit seiner Strategie hin zu größeren SUVs, die bei US-Kunden hoch im Kurs stehen und wegen höherer Gewinnspannen lukrativer sind. Nordamerika war zuletzt der einzige Markt, wo Ford Geld verdiente. International tut sich der US Konzern schwer. Neben China gilt vor allem Europa als Krisenregion, hier soll das Geschäft neu aufgestellt und in großem Stil Personal gekürzt werden. Derzeit wird mit dem Betriebsrat über ein großes Sanierungsprogramm verhandelt. Allerdings bedeutet die hohe Investition in Chicago nicht, dass Ford Arbeiter in den USA nicht um ihre Stellen zittern müssten. Vom Konzernwandel bleibt auch Fords Heimatmarkt nicht verschont. Zwar fließt viel Geld in SUVs und Pick-ups sowie in Zukunftstechnologien wie Roboterautos und Elektroantriebe, doch bei weniger gefragten kleineren Pkw zieht Ford auch hier kräftig Mittel und Jobs ab. In Europa stehen künftig Nutzfahrzeuge und SUVs im Mittelpunkt. Ford krempelt derzeit seinen ganzen Laden gründlich um. In den USA haben Limousinen à la Mondeo keine Zukunft, dort setzt die Marke künftig ausschließlich auf SUVs und Pick-ups sowie ein paar Imageträger wie den Mustang. Und auch in Europa steht die Modellpalette auf dem Prüfstand. Ähnlich wie in den USA will Ford auch diesseits des Atlantiks, wo der Konzern keinen Gewinn macht, den Schwerpunkt auf Nutzfahrzeuge und SUVs setzen, während die überwiegend Verlust bringenden MPVs und Limousinen eine niedrigere Priorität erhalten. Mit dem kürzlich bekannt gegebenen Produktionsende für den C-Max hat Ford den ersten Schritt gemacht. Modelle mit Zukunft sind dagegen der Transit in seinen verschiedenen Größen und der Kuga. Anders als mit den Pkws macht Ford mit diesen Modellen Gewinn. Der Kuga war mit 153.542 Verkäufen der Bestseller von Ford in Europa, gefolgt vom kleinen EcoSport mit 111.856 Stück. Der große Edge dagegen verkaufte sich mit nur 9.527 Stück dagegen schlecht. Daher will Ford seine SUV Palette im Jahr 2019 umkrempeln. Der EcoSport wird im Laufe des Jahres einen Nachfolger erhalten, und auch ein neuer Kuga ist unterwegs. Er wurde bereits als Erlkönig erwischt und soll bereits auf der New York Auto Show im April 2019 vorgestellt werden. Dass eine 7-sitzige Variante des Kuga laut Branchengerüchten den Edge ersetzen soll, stimmt dagegen nach Aussage eines Ford Sprechers nicht. Weder soll der Edge wegfallen noch würde es einen 7-sitzigen Kuga geben, so der Sprecher. Im SUV Bereich soll aber 2019 noch “ein weiteres Typenschild” auf den Markt kommen, wie präsident von Ford of Europe, Steven Armstrong, sagte. Für 2020 schließlich ist das neue Elektro-SUV mit Anklängen an den Mustang geplant. Außerdem will Ford von der verabredeten Kooperation mit VW profitieren. Die Wolfsburger sollen größere Transporter (“mid-size vans”) für Ford bauen, während Ford sich mit kompakten Transportern revanchiert. Auch soll Ford einen Pick-up für VW bauen: das könnte der Focus Pick-up sein, von dem bereits Erlkönige gesichtet wurden. Ein Problem bleiben Autos wie der Fiesta und der Focus, von den Ford in Europa zwar große Stückzahlen verkauft, aber Verlust mit jedem Wagen einfährt. +++

+++ Wegen schwacher Nachfrage will der Autohersteller Volkswagen im Wolfsburger Stammwerk 1 von 3 Produktionsschichten des GOLF bis auf weiteres streichen. Dazu zählten die Modelle der VII Generation sowie des verwandten Golf Sportsvan. Der Nachfolger Golf VIII kommt erst im Herbst auf den Markt. Bis dahin werde sich an der ungenügenden Auslastung des Stammwerkes wohl nichts ändern. Betroffen sind demnach rund 240 Mitarbeiter, die stattdessen andere Montagearbeiten verrichten sollen. Volkswagen bestätigte den Stopp der zweiten Schicht an der Montagelinie 2. Mit einer Zahl von 540 Autos am Tag sei “sicherlich nicht die maximale Kapazitätsgrenze” erreicht, sagte ein VW Sprecher. Die Arbeiter könnten auch in 2 Schichten die gleiche Anzahl produzieren. Die freigewordenen Stunden sollten dazu genutzt werden, um die Mitarbeiter auf die Produktion der neuen Modelle ab Herbst zu schulen. Offen war zunächst, wie lange die Schicht gestrichen bleiben soll. Derzeit arbeite das Unternehmen gemeinsam mit dem Betriebsrat an einem Plan, um die Golf produktion ohne finanzielle Einbußen und betriebliche Nachteile fortführen zu können, hieß es. +++

+++ JAGUAR LAND ROVER entwickelt für verschiedene Modellreihen von Jaguar, Land- und Range Rover derzeit einen neuen Reihensechszylinder mit 3,0 Litern Hubraum. Die Briten haben Details zum neuesten Mitglied ihrer Ingenium Motorenfamilie mitgeteilt. Dabei wird es sich um einen 3,0 Liter Reihensechszylinder Benziner handeln, der im Vergleich zum aktuellen V6 Kompressor der Baureihe AJ 126 deutlich mehr Leistung bei weniger Emissionen haben soll. Technisch ausgestattet sein wird das Ingenium Triebwerk mit einem TwinScroll Turbolader, stufenlos variablem Ventilhub, variabler Nockenwellenverstellung sowie einem elektrischen Kompressor, der eine schnellere Gasannahme ermöglicht. Darüber hinaus wird in ihm ein 48 Volt Mild-Hybrid System verbaut, das einen kleinen Elektromotor integriert, um während der Bremsvorgänge Energie zurückzugewinnen, die zum Boost abgegeben werden kann. Der neue Reihensechszylinder wird in Leistungsstufen von 360 und 400 PS erhältlich sein und ein maximales Drehmoment von 495 bzw. 550 Nm erzeugen. Dabei soll er 20 % effizienter als das aktuelle Triebwerk sein, 12 Prozent weniger Kohlendioxid und durch einen Filter 75 % weniger Partikel ausstoßen. +++

+++ Vielleicht fürchtet er um den dröhnenden Sound: LAMBORGHINI Chef Stefano Domenicali hat sich laut einem Bericht gegen einen Umstieg auf Elektromobilität bei den Fahrzeugen seiner Firma ausgesprochen. “Einen Lamborghini mit reinem Elektroantrieb wird es in naher Zukunft nicht geben”. Damit geht Lamborghini einen anderen Weg als der Stuttgarter Autobauer Porsche, der bis 2027 fast alle Modelle mit Elektroantrieb anbieten will. Ein kleines Zugeständnis an den technischen Fortschritt machte der Lamborghini Chef aber doch. “Wir werden aber die nächste Modellgeneration unserer Supersportwagen mit Plug-In Hybrid anbieten”, kündigte Domenicali in der Zeitung an. Sprich ein Sportwagen mit Verbrennungs- und Akkumotor, wobei letzterer sowohl über den gewöhnlichen Motor, als auch über die Steckdose aufgeladen werden kann. Insgesamt sei man bei Lamborghini jedoch zurückhaltend, was Trends anbelangt. Man arbeite etwa auch nicht an autonom fahrenden Autos, sagte Domenicali. “Wer eines unserer Autos fährt, will es auch wirklich fahren. Und nicht gefahren werden”. Trotz einer Serie von plötzlichen Fahrzeugbränden im Jahr 2016 stieg die Nachfrage von Lamborghinis in den vergangenen Jahren stark an. 3815 Autos hatte das Unternehmen mit Sitz in Sant’Agata bei Modena 2017 verkauft, im vergangenen Jahr waren es 5750. Nun hat sich der Konzern den Angaben zufolge aber eine Obergrenze von 8000 zu verkaufenden Autos im Jahr 2019 verordnet. “Wir könnten mehr Autos bauen und verkaufen, die Kapazitäten und die Nachfrage sind da. Wollen wir aber nicht”, sagte Domenicali. Wichtiger sei es, die Marke “möglichst begehrenswert zu machen”. +++

+++ Für MERCEDES-BENZ rückt das gesetzlich vorgeschriebene CO2 Ziel in weite Ferne. Der Wert sei 2018 im Flottenschnitt auf 134 Gramm CO2 pro Kilometer gestiegen, teilte der Hersteller mit. Im Vorjahr hatte er 125 Gramm betragen. Ab 2020/21 muss Mercedes einen Wert von 105 Gramm erreichen. Hauptgrund für den höheren Flottenwert ist die große Nachfrage nach schweren SUVs. Sie sind zunehmend mit spritschluckenden Benzinmotoren ausgestattet. Autos mit etwas sparsameren Dieselaggregaten ließen sich im Zuge des Abgasskandals schwerer verkaufen. Schon 2016 hatten die Schwaben erstmals seit 2007 die CO2-Emissionen deshalb nicht mehr senken können. Zudem hat das 2018 eingeführte Abgasmessverfahren WLTP die CO2-Werte gesteigert. Die Werte würden zwar weiterhin in die alte NEFZ-Norm umgerechnet. Da der WLTP-Test aber deutlich strenger sei, fielen die umgerechneten Werte höher aus, hieß es. Mercedes werde nun noch stärker auf Elektroautos setzen, erklärte Jochen Hermann, Entwicklungschef für Elektroantriebe bei der Daimler Tochter. Die Zahl der Modelle mit reinem Batterie oder Hybridantrieb werde bis 2020 von 5 im vergangenen Jahr auf 20 steigen. In diesem Jahr kommt das erste Modell auf den Markt, der EQ C. Daimler Chef Dieter Zetsche sagte vergangene Woche, die Nachfrage sei hoch, es komme zu längeren Wartezeiten. Daimler gehe trotz der gestiegenen CO2-Werte davon aus, das Ziel 2020/21 zu erreichen, erklärte ein Unternehmenssprecher. Die Autohersteller müssen den CO2-Ausstoß von Neuwagen in der Europäischen Union im Schnitt bis 2020/21 auf 95 Gramm pro Kilometer senken, das entspricht einer Reduktion um 40 % im Vergleich zu 2007. Halten die Hersteller die Vorgabe nicht ein, drohen harte Strafen: Für jedes Gramm zu viel werden 95 Euro Strafe je verkauftem Fahrzeug fällig. Da Daimler etwa 1 Million Autos im Jahr in Europa verkauft, entsprechen 10 Gramm zu viel CO2 einer Strafe von knapp 1 Milliarde Euro. Helfen könnte Daimler und anderen Herstellern die Elektroautohochburg Norwegen: Die dortigen Verkäufe zählen in der Berechnung neuerdings mit, und könnten den errechneten CO2-Ausstoß um das eine oder andere entscheidende Gramm Kohlendioxid drücken. +++

+++ Der MINI Countryman und Clubman JCW könnten 306 PS kriegen. Die beiden erhalten womöglich den Motor aus dem BMW X2 M35i. Ganz im Ernst, Mini war durchaus schon mal dynamischer und aufregender unterwegs, als das aktuell der Fall ist. Fans der Marke und Freunde des sportlichen Fahrens werden uns vermutlich zustimmen. Allerdings könnte es bald einen fetten Boost in die richtige Richtung geben. Und damit meinen wir nicht nur die offizielle Ankündigung eines brachial aussehenden, um die 306 PS starken Mini JCW GP für 2020. Denn auch bei den John Cooper Works Varianten von Countryman und Clubman könnten in puncto Performance signifikante Dinge passieren. Bei den Topmodellen von SUV und Kombi scheinen Facelifts anzustehen und bei den mechanischen Änderungen könnte es starke Einflüsse vom neuen BMW X2 M35i geben. Demnach soll der gesamte Antrieb des trendigen Sport-Crossover in die beiden größten Minis wandern. Gerüchte über einen Einsatz des X2 M35i Antriebs in den modellgepflegten Varianten von Countryman und Clubman gibt es schon länger. Erlkönigbilder des kommenden Clubman JCW lassen vermuten, dass die Änderungen äußerlich eher dezent ausfallen werden. Unter dem Blech könnte dafür deutlich mehr passieren. Aktuell fahren Clubman und Countryman JCW mit einem 231 PS starken 2,0 Liter Turbo samt Allradantrieb. Der neue 2,0 Liter Turbo aus dem X2 M35i ist der stärkste Vierzylinder in der BMW-Geschichte. Er würde die Leistung der Minis auf 306 PS und 450 Nm katapultieren. Im X2 wird er ausschließlich mit Allrad und 8-gang Automatik verfügbar sein. Eine Vorderachssperre nach dem Torsen-Prinzip ist Serie. Im BMW reicht das für 4,9 Sekunden von 0-100 km/h. Ein derartiges Setup würde die Minis auf eine Performance-Stufe mit Seat Leon ST Cupra und Cupra Ateca hieven. Das Update für die John Cooper Works Modelle von Clubman und Countryman dürfte noch 2019 vorgestellt werden. +++

+++ Das neue Jahr bei den NEUZULASSUNGEN ist im roten Bereich gestartet. Dagegen stieg der Dieselanteil wieder leicht an. Nach einem rückläufigen Jahr 2018 hat auch der erste Zulassungsmonat des neuen Jahres mit einem Minus abgeschlossen. 265.702 neu zugelassene Pkw bedeuteten einen Rückgang über 1,4 % im Vergleich mit dem Vorjahresmonat. Ford konnte von den deutschen Marken mit einem Plus über 14,6 % am stärksten zulegen. Auch Smart (+7,6 %), Audi (+3,7 %) und Mini (+3,3 %) schlossen den Januar im schwarzen Bereich ab. Dagegen leidet Porsche immer noch unter den fehlenden WLTP-Zertifikaten. Der Sportwagenhersteller musste mit minus 53,8 % den stärksten Rückgang hinnehmen. Auch BMW (-7,5 %), Opel (-6,6 %), VW (-6,5 %) und Mercedes (-4,3 %) ließen Federn. Anteilsstärkste Marke blieb Volkswagen mit 19,1 %. Bei den Importeuren legte Tesla prozentmäßig am stärksten zu. 137 neu zugelassene Elektroautos bedeuteten eine Steigerung von 117,5 %. Mehr als 30 % Wachstum erzielten Subaru (+46,5 %) und Volvo (+39,7 %). Rückgänge von mehr als 30 % wiesen Nissan (-39,9 %), Honda (-34,6 %) und Alfa Romeo (-31,6 %) auf. Skoda bleibt mit Abstand bei einem Neuzulassungsanteil über 5,5 % die stärkste Importmarke. Der Benzinanteil der Neuwagen nahm um 8,1 % ab und lag bei 57,6 %. Der Anteil von Dieselfahrzeugen stieg um 2,1 Prozent auf 34,5 %. Elektrofahrzeuge kommen bei 4648 Neuzulassungen auf einen Anteil von 1,7 %. 15171 Hybridfahrzeuge bedeuteten einen Zuwachs von 66,4 % sowie einen Anteil über 5,7 %. Erdgasfahrzeuge brachen mit 71,7 % bei 245 Neuzulassungen ein. +++

+++ Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und Groupe PSA haben ihre Kooperation im Bereich leichte Nutsfahrzeuge bis 2023 verlängert. Seit 40 Jahren arbeiten beide Unternehmen in diesem Fahrzeugsegment zusammen. Laut der aktuellen Vereinbarung soll die Produktion von großen Transportern wie dem Fiat Ducato, Peugeot Boxer und Citroën Jumper durch das Joint Venture fortgesetzt werden. Zudem wollen die Hersteller zusätzliche Einheiten fertigen, um den Bedarf der Marken Opel und Vauxhall abzudecken. Beide OEMs rechnen mit einer steigenden Nachfrage und wollen deshalb die Produktionskapazitäten im Werk in Sevel ab 2019 mit potenziell zusätzlichen Schichten erhöhen. Die Vereinbarung sieht zudem nach eigenen Angaben vor, mittelfristig Produktionskapazitäten von PSA zur Montage bestimmter Versionen großer Transporter für die Marken Peugeot, Citroën, Opel und Vauxhall zu nutzen. Das im Jahr 1981 im italienische Val di Sangro eingeweihte Werk Sevel hat eine Fläche von über 1,2 Millionen Quadratmetern und beschäftigt rund 6.200 Mitarbeiter. Es ist laut der beiden Partner das größte und flexibelste Werk für leichte Nutzfahrzeuge in Europa und kann Fahrzeuge mit zahlreichen unterschiedlichen Konfigurationen produzieren. +++

+++ RENAULT musste im zurückliegenden Jahr einen Gewinnverlust hinnehmen. Im letzten Jahr unter Führung des inzwischen zurückgetretenen Konzernchef Carlos Ghosn sank das Betriebsergebnis um knapp 22 %. Das Betriebsergebnis der Franzosen sank 2018 damit auf €2,99 Milliarden. Als einer der Gründe für diesen drastischen Einbruch gilt unter anderem die Wirtschaftskrise in Argentinien. Zudem schlugen Rückstellungen für ein Programm zum freiwilligen Ausscheiden von älteren Mitarbeitern in Frankreich zu Buche. Das operative Geschäft wird nun von Generaldirektor Thierry Bolloré geführt. Der Umsatz der Gruppe sank im vergangenen Jahr um 2,3 % auf €57,42 Milliarden. Wegen eines deutlich gesunkenen Beitrags vom japanischen Partner Nissan sank der Jahresüberschuss um rund 35 % auf €3,45 Milliarden. Renault hält 43,4 % der Anteile an dem japanischen Hersteller. +++

+++ Der SUBARU Levorg wurde überarbeitet. Eine der wichtigsten Neuerungen ist eine neue Motorisierung für den Kompakt-Kombi. Unter der zukünftig nicht mehr geschlitzten Haube wird dann ein 2.0 Liter Saugboxer seine Arbeit verrichten und dem Subaru zu ausreichend Vortrieb verhelfen. Vorgestellt wird das neue Modell auf dem Genfer Autosalon vom 7. bis 17. März. Subaru wird den Levorg wohl noch im Sommer auf den Markt bringen. Der seit 2015 angebotene Japaner zeichnete sich bislang durch eine mächtige Hutze in der Motorhaube aus, welche den Ladeluftkühler des 1,6 Liter Turbobenziners mit Frischluft versorgte. Der so zwangsbeatmete Boxer Vierzylinder hat jedoch ausgedient. Künftig gibt es eine 2,0 Liter Maschine ohne Aufladung. Dabei dürfte es sich um das in anderen Subaru-Modellen eingesetzte Triebwerk mit 150 PS in Kombination mit stufenlosem CVT Getriebe handeln. Das maximale Drehmoment liegt bei 198 Nm, die bei 4.200/min anliegen. Mit einem weniger sportlich ausgelegten und vielleicht sogar etwas günstigerem Levorg könnte des Subaru Händlern gelingen, die traditionelle Zielgruppe der Allradmarke besser anzusprechen, drunter zum Beispiel Fahrer älterer Legacy Kombis. Das entspanntere Wesen könnte also im zweiten Lebenszyklus des Levorg für leicht steigende Verkaufszahlen sorgen. +++

+++ Als Alternative zur klassischen Notfall Nummer bietet TOYOTA einen digitalen Weg zur Pannen Hilfe an. Das bedeutet: Warteschleife adé! Der japanische Fahrzeughersteller hat mit der Europ Assistance Services eine entsprechende Webseite entwickelt. Im Rahmen der Mobilitätsgarantie Toyota Eurocare lief das bisher klassisch über eine Notfallnummer, bei der ein Kundenbetreuer die Anrufe annimmt und bearbeitet. Jetzt ruft der Kunde im Fall der Fälle immer noch die gleiche Notfallnummer an, hat aber die Wahl, ob er die Anfrage von einem Kundenbetreuer aufnehmen lassen oder digital melden will. Entscheidet sich der Kunde für die digitale Variante, wird er auf die mobile Webseite weitergeleitet. Laut Toyota kann er dort in maximal 2 Minuten durch die Beantwortung weniger Fragen die Pannenhilfe elektronisch beauftragen. Das Pannenhilfsfahrzeug soll dann automatisch auf den Weg geschickt werden. Interessant für den Wartenden: Über die Webseite kann er den Weg des Pannenhilfsfahrzeugs verfolgen und weiß somit genau, wann er mit der Ankunft des Helfers rechnen kann. +++

+++ Der VOLKSWAGEN Konzern warnt angesichts der Schwäche des chinesischen Marktes und wegen des anstehenden Brexit vor herausfordernden Monaten im Verkauf. “Das anhaltend volatile geopolitische Umfeld sowie aufziehende konjunkturelle Risiken in einzelnen Märkten werden unser Geschäft in diesem Jahr entscheidend beeinflussen”, sagte Konzern Vertriebschef Christian Dahlheim. Der Manager sieht mit Blick auf China und Brexit besondere Herausforderungen vor allem in den ersten Monaten des Jahres. Der VW Konzern verkaufte im Januar insgesamt 882.200 Fahrzeuge und damit 1,8 % weniger als im Vorjahresmonat. Vor allem in China lief es mit minus 2,9 % schwächer. China steht beim VW Konzern aktuell für fast 44 % der Auslieferungen an Kunden. In Westeuropa blieben die Verkäufe stabil, in Deutschland legten sie über alle Marken des Konzerns leicht zu. Bei den Pkw Marken konnte vor allem Seat die Auslieferungen steigern, während die lukrative Sportwagentochter Porsche im Januar gut 16 % weniger Autos loswurde. Die Kernmarke VW, Audi sowie Skoda schnitten etwas schwächer ab als ein Jahr zuvor. Er hat nach dem starken Jahr 2018 im Januar deutlich weniger Autos ausgeliefert. Weltweit gingen in dem Monat 515.500 Fahrzeuge an die Kunden; 3,4 % weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. In Westeuropa gab es einen Rückgang um 4,8 % auf 112 200 Fahrzeuge, in Nordamerika wurden 38.100 und damit 8,6 % weniger Autos ausgeliefert. Auf dem wichtigsten Einzelmarkt China lieferte VW 287.900 Autos aus; ein Rückgang um 3,1 %. Auf dem deutschen Heimatmarkt lag das Minus mit 39.300 Autos bei 9,2 %. Deutlich höhere Auslieferungszahlen in Russland (plus 10,9 %) und Brasilien (plus 10,8 %) hätten die Rückgänge nicht ausgleichen können, teilte VW mit. Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann erklärte: “Das Rekordniveau des Januar 2018 haben wir dieses Jahr erwartungsgemäß nicht ganz erreicht. In China hat Volkswagen in einem anhaltend verunsicherten Gesamtmarkt trotz rückläufiger Auslieferungen Marktanteile hinzugewonnen”. Der Auftragsbestand sei hoch, betonte er. Neue Modelle wie der T-Cross und der aufgefrischte Passat sollten in den kommenden Monaten “für Rückenwind sorgen”. Die Volkswagen Kernmarke peilt allein im Stammwerk Wolfsburg bis 2020 Einsparungen um €186 Millionen Euro an. Ermöglichen sollen dies schlankere und automatisierte Prozesse sowie weniger Arbeitsschritte. Bis 2025 solle die Produktivität im gesamten Produktionsnetzwerk (außer China) um 30 % zulegen, insgesamt bedeute dies Einsparungen von €2,6 Milliarden, sagte Andreas Tostmann, Produktion und Logistik Chef von VW. Das Vorhaben betreffe auch die Belegschaft: “Wir gehen davon aus, dass die Belegschaft reduziert wird”. Dies werde sozialverträglich, ohne betriebsbedingte Kündigungen und beispielsweise über Altersteilzeitregelungen geschehen, betonte Tostmann. Die Maßnahmen kann man getrost als erneuten Beleg dafür werten, wie abhängig der Konzern mittlerweile von China ist. Im Januar gingen fast 56 % aller weltweit ausgelieferten VW Neuwagen an Kunden im Reich der Mitte. Im Zukunftspakt genannten Sparprogramm für die deutschen Werke der Marke und darüber hinaus für den Umbau der Werke Emden und Hannover zu E-Auto-Produktionsstätten sei Beschäftigungssicherung vereinbart worden. Die Produktion von Elektroautos gilt als weniger aufwendig als bei den Verbrennern. Auch der Zukunftspakt sah bereits vor, die Produktivität in Wolfsburg um 25 % bis 2020 zu verbessern. VW Konzernchef Herbert Diess hatte im vergangenen Jahr angekündigt: “Wir wollen gemeinsam mit den Marken, über alle Werke hinweg, bis 2025 rund 30 % mehr Effizienz schaffen”. Hintergrund sind etwa immense Investitionen, die der Wandel zur E-Mobilität und zum automatisierten Fahren erfordert. Bislang liege VW bei Produktions- und Arbeitskosten im Vergleich mit Wettbewerbern im Mittelfeld, sagte Tostmann. Auch an die Standardisierung im weltweiten Produktionsverbund will er heran. Vorhandene Anlagen sollten wiederverwendet werden, im Karosseriebau sollten voll automatisierte Transportsysteme eine schnellere Materialversorgung bewirken: die 23 Transportroboter erhöhten die Produktivität in dem Sektor um 7 %. Betriebsratschef Bernd Osterloh hob die Flexibilität der Belegschaft hervor. Ziel müsse es sein, die Produktivität auch durch hohe Werksauslastung zu steigern. Allerdings ist der Standort Wolfsburg mit rund 63.300 Beschäftigten nicht voll ausgelastet: Im vergangenen Jahr wurden dort rund 704.000 Autos hergestellt, künftig soll an dem Standort die Golf Produktion gebündelt werden. Bislang entsteht der Golf unter anderem auch in Zwickau, dem künftig ersten reinen E-Auto-Werk von VW, wo ab Ende 2019 der vollelektrische ID vom Band läuft. Im Stammwerk sollen dann bis zu 1 Million Autos pro Jahr gebaut werden. Eine “deutliche Volumensteigerung” verspricht sich Tostmann vom Golf VIII im zweiten Halbjahr 2019. Beim Anlauf des neuen Modells sei VW “im Zeitplan”. Der Produktionsvorstand geht davon aus, dass die Arbeitszeit für das neue Modell um 10 % geringer ausfällt, die Produktion wird also schneller getaktet. +++

+++ Die USA könnten deutsche Autoimporte als mögliche Gefahr für die nationale Sicherheit einstufen und ZÖLLE erheben. Die US Regierung will entscheiden ob sie diese Einstufung vornimmt. Handelsbeschränkungen könnten dann binnen 90 Tagen in Kraft treten. Die Entscheidung darüber könnte bereits gefallen sein. Der Bericht des US Handelsministeriums zu dieser Frage liege dem Weißen Haus vor, heißt es in dem Medium unter Berufung auf Regierungskreise. Die deutsche Bundesregierung rechne inzwischen fest mit Autozöllen. Kurz vor seinem Abflug zu seinem Wochenendsitz Mar-A-Lago in Florida habe US Präsident Donald Trump zudem gesagt: “Ich mag Strafzölle”. Die deutsche Autoindustrie hat die bevorstehende Einstufung als Gefahr für die nationale Sicherheit unterdessen kritisiert. Falls das US Handelsministerium zu dieser Einschätzung käme, wäre dies nicht nachvollziehbar, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit. Zuletzt waren Sonderzölle in Höhe von 25 % ins Gespräch gebracht worden. Dadurch will Trump das amerikanische Handelsdefizit abbauen und Jobs in den USA schaffen. Auch Kanzlerin Angela Merkel hatte die bevorstehende Entscheidung des Handelsministeriums auf der Münchner Sicherheitskonferenz scharf kritisiert. Dem VDA zufolge hat allein die deutsche Autobranche in den vergangenen Jahren mit rund 300 Fabriken mehr als 113.000 Arbeitsplätze in den USA geschaffen sowie die duale Ausbildung für qualifizierte Arbeitskräfte eingeführt und sei der größte Autoexporteur aus den USA. Der Verband beklagte: “Das alles stärkt die USA und ist kein Sicherheitsproblem”. Die erwogenen Sonderzölle auf Autos könnten die deutschen Autokonzerne dem Münchner ifo-Institut zufolge empfindlich treffen. Sollten die USA die Importzölle dauerhaft um 25 % erhöhen, könnten sich die deutschen Autoexporte in die USA langfristig fast halbieren, wie aus Berechnungen des Instituts hervorgeht. Das Schweizer Wirtschaftsforschungs- und Beratungsinstitut Prognos dagegen rechnet nur mit “relativ moderaten” Folgen einer Zolloffensive der USA. Außerdem wären andere Länder (allen voran Mexiko) demnach deutlich stärker getroffen. Statt auf Zölle zu setzen, sollte der Freihandel ausgebaut werden, forderte dennoch der VDA. “Zollschranken nutzen niemandem, auch den USA nicht. Vielmehr stellen sie eine Belastung für den Welthandel und internationale Wertschöpfungsketten dar, von der vor allem auch die amerikanische Automobilindustrie betroffen wäre”. +++

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