Tagesschau

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+++ Selbst wenn der ALFA ROMEO Fahrer bremst, kann die Geschwindigkeitsregelung aktiv bleiben. Weltweit müssen 60.000 Autos wegen dieses Fehlers in die Werkstätten. Mutterkonzern Fiat-Chrysler hatte bereits im vergangenen Jahr ähnliche Probleme. Der Fiat Chrysler Konzern (FCA) ruft weltweit etwa 60.000 Autos der Marke Alfa Romeo zurück. Bei Fahrzeugen der Baureihen Stelvio und Giulia der Modelljahre 2017 bis 2019 gibt es Probleme mit der adaptiven Geschwindigskeitsregelung. Unter bestimmten Umständen kann es passieren, dass sich der Tempomat nicht ausschalten lässt; selbst dann, wenn er die Bremse betätigt. Es kann sogar passieren, dass das Auto über jene Geschwindigkeit hinaus beschleunigt, die zuvor vom Fahrer eingestellt wurde. Ein anhaltendes Betätigen der Bremse soll das Problem zwar beheben. Zudem sind FCA zufolge noch keine Fälle bekannt, in denen dies im normalen Straßenverkehr vorgekommen sei. Einem FCA Mitarbeiter sei das Problem während einer Testfahrt aufgefallen; die Firma hätte sich daraufhin zum Rückruf entschieden. +++

+++ Dieselgate, Probleme wegen des neuen Abgastests WLTP und der Megatrend E-Mobilität: Autobauer AUDI steht wie auch die Mutter vor milliardenschweren Herausforderungen. Erst jüngst wetterte VW Familienpatriarch Porsche: “Nicht mehr profitabel genug”. Der neue Audi Chef Bram Schot macht beim Umbau der VW Tochter Druck: “Audi muss effizienter entwickeln, produzieren und wirtschaften”, schrieb Schot an die Beschäftigten. “Tabuthemen darf es nicht geben”, heißt es. Dabei soll auch die Größe der Belegschaft auf den Prüfstand: Man wolle in Gesprächen mit dem Betriebsrat “die Zahl der direkten und indirekten Mitarbeiter unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung genau unter die Lupe nehmen”, sowie “die Vergabe der Fahrzeugprojekte und Werkbelegungen genau anschauen” und die “Produktionskapazitäten standortspezifisch optimieren”. An die Beschäftigten appellierte Schot: “Wir erwarten dabei von allen Audianern, dass sie ihren Beitrag leisten und sich konsequent qualifizieren. Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir unsere Personalstruktur überdenken. Gleichzeitig müssen wir die Managementstruktur und Organisation straffen”. Audi beschäftigt nach früheren Angaben in Ingolstadt rund 44.000, im württembergischen Neckarsulm rund 17.000 Mitarbeiter. Für die beiden deutschen Standorte gilt derzeit eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2025. Hintergrund ist mit Dieselgate, den Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Autos wegen des neuen Abgasprüftests WLTP, strengeren Abgasnormen sowie den ehrgeizigen Plänen beim Ausbau der E-Mobilität und neuer Konkurrenz ein Bündel von “gewaltigen Herausforderungen”, wie Schot schreibt. “Audi muss massiv investieren, um seine Zukunft zu sichern. Das Geld, das wir dafür brauchen, müssen wir aber selbst erwirtschaften können, sonst können wir die geplanten €40 Mrd für Zukunftsthemen nicht finanzieren”. Erst war kurzem war der Volkswagen Großaktionär Wolfgang Porsche mit seinem Unternehmen hart ins Gericht gegangen und hatte mit Blick auf die Marke Volkswagen kritisiert: “Wir haben Speck angesetzt”. Zugleich sieht er auch bei der Konzerntochter Audi Probleme. Sie sei “nicht mehr profitabel genug. Der Vorstand muss jetzt verstärkt sparen und das Unternehmen schlanker aufstellen”, sagte Wolfgang Porsche am Rande des Genfer Autosalons. Neue Wettbewerber aus China kämen auf den Markt, deshalb müsse auch Audi günstiger produzieren. “Audi hat Speck angesetzt. Bram Schot und der Vorstand haben das erkannt und steuern dagegen”. Wolfgang Porsche ist Sprecher der Eigentümerfamilie, die über die Porsche SE Holding die Mehrheit der Stimmrechte am Volkswagen Konzern kontrolliert. +++

+++ BMW hat vergangenes Jahr belastet von Handelskonflikten und den Folgen des neuen Abgasmessverfahrens einen Gewinneinbruch verzeichnet. Der Umsatz sank von €98,3 auf €97,5 Milliarden und das Ergebnis von €9,9 auf €9,1 Milliarden. Die Aktionäre sollen angesichts der schlechteren Entwicklung eine geringere Dividende erhalten. Neben hohen Vorleistungen für viele neue Modelle, Elektromobilität und autonomes Fahren belasteten die BMW ein intensiver Preiskampf infolge des neuen Abgasmessverfahrens WLTP. Viele Hersteller drückten Autos mit alter Abgaszertifierung mit hohen Rabatten in den Markt. Gegenwind gab es zudem durch hohe Rohstoffpreise und Wechselkurseffekte. BMW rechnet weiterhin mit einem schwierigen Umfeld und will daher die Maßnahmen für Effizienzverbesserungen intensivieren. “Wir erwarten auch 2019 starken Gegenwind für die gesamte Branche”, wird Finanzvorstand Nicolas Peter in der Mitteilung zu den Jahreszahlen zitiert. Die laufenden Maßnahmen, die auch auf eine Reduzierung der Komplexität hinzielten, sollten ausgeweitet und “deutlich verstärkt” werden. BMW CEO Harald Krüger sprach von “großen Kraftanstrengungen in allen Bereichen des Unternehmens”, die angesichts der Transformation der Branche unter den derzeitigen Rahmenbedingungen erforderlich seien. “Die Herausforderungen für die gesamte Industrie nehmen in den nächsten Monaten nicht ab”, so Krüger laut Mitteilung. Trotz des widrigen Umfelds will der Münchener Konzern dank vieler neuer Modelle den Absatz dieses Jahr leicht steigern. Im ersten Halbjahr dürfte der Modellwechsel bei der 3er Reihe das Wachstum noch dämpfen. +++

+++ Nach dem eher mauen Start ins Jahr 2019 lässt die Trendwende beim Autobauer DAIMLER noch auf sich warten. Auch im Februar blieben die Absatzzahlen hinter denen des Vorjahres zurück. Weltweit wurden in den ersten beiden Monaten insgesamt 333.229 Autos der Kernmarke Mercedes-Benz verkauft. Das sind 6,7 % weniger als im Januar und Februar des Vorjahres. Grund dafür, hieß es, sei immer noch der Wechsel auf neue Modelle bei den besonders stark nachgefragten SUVs und Kompaktwagen, deren Produktion erst anläuft, während die Vorgängermodelle nicht mehr so oft oder gar nicht mehr verkauft werden. “Wir gehen davon aus, dass die laufenden Modellwechsel wesentliche Impulse beim Absatz in den kommenden Monaten setzen werden”, sagte Daimler Vertriebschefin Britta Seeger. Mittlerweile wird der Absatzrückgang auch vom wichtigsten Einzelmarkt China nicht mehr so abgefedert wie zuvor. Dort gingen die Absatzzahlen im Februar nun ebenfalls zurück. In den ersten beiden Monaten zusammen blieb allerdings noch ein kleines Plus von 0,9 %. In Deutschland wiederum war es umgekehrt. Die Einführung neuer Modelle sorgte hier im Februar für ein Plus von 7,3 %. Zusammen mit dem schwachen Januar ergibt sich aber dennoch ein Minus von 2,4 %. Beim Kleinwagen Smart lagen die weltweiten Verkaufszahlen sowohl im Februar als auch seit Jahresbeginn insgesamt unter den Vorjahreswerten. +++

+++ Für die große Mehrheit der Verbraucher verkörpert das ELEKTRO Auto die Zukunft. Kosten, Reichweite und fehlende Erfahrungen halten viele jedoch noch vom Kauf ab. Zu diesem Schluß kamen die Autoren der Verbraucherstudie ‘Automobilbarometer 2019’. Im Zuge von zunehmender Luftverschmutzung, Klimawandel und Dieselfahrverboten rückt die Elektromobilität zunehmend in den Blick der Verbraucher. Nach den Ergebnissen des Automobilbarometer 2019 von Consors Finanz sind die Verbraucher weltweit mit 84 % mehrheitlich der Auffassung, dass die alternative Antriebstechnik eine vielversprechende Zukunft hat. Von den Befragten verbinden 85 % mit dem Elektroauto ein positives, modernes und verantwortungsbewusstes Image. Insbesondere die Deutschen assoziieren ein angenehmes und flexibles Fahrgefühl (92 %). Für 78 % der Bundesbürger verkörpert das E-Auto die Zukunft. Im Zuge von zunehmender Luftverschmutzung, Klimawandel und Dieselfahrverboten rückt die Elektromobilität zunehmend in den Blick der Verbraucher. Nach den Ergebnissen des Automobilbarometer 2019 von Consors Finanz sind die Verbraucher weltweit mit 84 % mehrheitlich der Auffassung, dass die alternative Antriebstechnik eine vielversprechende Zukunft hat. Von den Befragten verbinden 85 % mit dem Elektroauto ein positives, modernes und verantwortungsbewusstes Image. Insbesondere die Deutschen assoziieren ein angenehmes und flexibles Fahrgefühl (92 %). Für 78 % der Bundesbürger verkörpert das E-Auto die Zukunft. Was passiert, wenn der Damm erst einmal gebrochen ist, zeigt das Beispiel Norwegen, das als Weltmeister bei Elektrofahrzeugen gilt. Inzwischen fährt dort beinahe jeder zweite Neuwagen ganz oder teilweise mit Strom. Knapp 100 % der Norweger, die bereits ein Elektroauto besitzen, würden sich laut einer Studie des Institute of Transport Economics wieder dafür entscheiden. “Damit aus dem generellen Optimismus eine konkrete Kaufhandlung wird, muss das Elektroauto weitere Fortschritte machen, um auch die misstrauischsten Autofahrer zu überzeugen”, resümiert Gerd Hornbergs. Dazu beitragen können nicht nur die Autobauer, sondern auch die Händler. Hornbergs ergänzt: “Einer der wichtigsten Hebel bei der Gewinnung von Vertrauen ist eine positive konsistente Kundenerfahrung”. Es gilt mithin, im Autohaus, im Internet und in den sozialen Medien mehr Informationen und Erlebniswelten rund um das E-Auto zu schaffen. +++

+++ FORD will mehr als 5000 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen. Der Stellenabbau solle demnach über Abfindungen und Frühverrentungen erreicht werden, betriebsbedingte Kündigungen wolle man vermeiden. Der Konzern will so mindestens $500 Millionen sparen und in Europa schnellstmöglich wieder zu einem profitablen Geschäft zurückzukehren.  Das Unternehmen habe in den vergangenen 10 Jahren nämlich “kein nachhaltig positives Betriebsergebnis erzielen können”. Ford beschäftigt in Deutschland mehr als 24.000 Menschen: knapp 18.000 in Köln, 6000 in Saarlouis und etwa 200 in Aachen. Alle 3 Standorte sollen von den Stellenstreichungen betroffen sein. Das ist die Stammbelegschaft, hinzu kommen noch die Leiharbeiter, deren Zahl unklar ist. Die angekündigten Stellenstreichungen betreffen sowohl die Stammbelegschaft als auch die Leiharbeiter. Ford hatte bereits Anfang Januar angekündigt, sein Europageschäft umzubauen und tausende Stellen in Europa zu streichen. Damals hatte das Unternehmen erklärt, sowohl Stellen im gewerblichen als auch im kaufmännischen Bereich in allen Unternehmensteilen abbauen zu wollen. Zum Umbau gehört demnach auch, “weniger profitable Modellreihen” einzustellen und “Märkte mit schwächerem Potential” zu prüfen. Der Marktanteil des amerikanischen Konzerns sinkt in Europa seit Jahren: von etwa 11 % im Jahr 2006 auf 6,2 Prozent im Februar. +++

+++ Nach Angaben aus dem Konzernumfeld hat Volkswagen Schwierigkeiten, die Produktion des neuen GOLF rechtzeitig hochlaufen zu lassen. Ein verspäteter Start dürfte dazu führen, dass der Hersteller bis zum Jahresende nicht wie geplant mindestens 80.000, sondern nur gut 10.000 Fahrzeuge produziert. Der VW Gewinn, so schätzen Insider, könnte sich dadurch um bis zu €400 Millionen verschlechtern. Eine Verspätung beim neuen Golf würde außerdem dazu führen, dass VW das Vorgängermodell länger produzieren und verkaufen muss. Das könnte problematisch werden, weil im September die nächste Verschärfung der Abgasvorschriften bevorsteht. Dann müssen die Fahrzeuge realitätsnähere Straßentests bestehen. Der beliebte Benzinmotor 1.5 TSI Evo jedoch, der in jedem vierten verkauften Golf eingebaut ist, besitzt die nötige Zertifizierung noch nicht. Intern wird deshalb befürchtet, man werde weniger Autos verkaufen können als geplant und müsse höhere Vertriebskosten aufwenden. VW will sich dazu nicht äußern. +++

+++ HYUNDAI investiert weitere 125 Millionen BRL ($32,8 Millionen) in sein brasilianisches Werk in Piracicaba. Die Investition soll noch in diesem Jahr erfolgen und sich auf High-Tech-Geräte und Roboter konzentrieren, um die Kapazität um 30.000 auf 210.000 Einheiten pro Jahr zu steigern. Die tägliche Produktionsrate erhöht sich nach dem Invest entsprechend von 36 auf 42 Fahrzeuge pro Tag. Die zusätzlichen Kapazitäten ist hauptsächlich für den brasilianischen Markt bestimmt. Die erhöhte Kapazität soll es Hyundai ermöglichen, Marktanteile zu halten, wenn sich der brasilianische Markt erholt hat. Ein Teil der Kapazitäten soll jedoch auch nach Kolumbien, Paraguay und Uruguay exportiert werden. +++

+++ KARMA AUTOMOTIVE will auf der Auto Shanghai im April 3 neue Modelle der breiten Öffentlichkeit vorstellen. Bei einer Konferenz in Palo Alto sagte CEO Lance Zhou, dass die Produktpalette des Unternehmens auch ein Coupé und ein Cabrio umfassen soll. Der chinesische Autohersteller will verstärkt Partnerschaften und Kooperationen nutzen, um sich an rasche Marktveränderungen anpassen zu können. Zu den wichtigsten Partnern des Unternehmens zählen bislang BlackBerry QNX, Pininfarina und Ride Cell. Karma geht davon aus, dass nur etwa 8 % seines zukünftigen Werts aus traditionellen Autoverkäufen stammen werden. Die Chinesen rechnen mit einem Umsatz von X-by-Wire (5 %), Infotainment (8 %), ADAS (12 %), Batterie (10 %), Design (13 %), künstlicher Intelligenz (10 %) und Fahrzeuganpassung (19 %) und das Karma Innovation & Customization Center (15 %), in dem das Unternehmen einen hohen Kundenservice vorsieht. Das Unternehmen erwartet im Laufe der Zeit 4 Profitcenter: Karma Automotive, Karma Technology, Karma Design Center und Karma Innovation & Customization Center. Während das erste Karma Modell ein Plug-in-Hybrid ist, bestätigte Zhou, dass das Unternehmen an einem reinen Batterie-Elektrofahrzeug arbeite. Während Karma in China eine Anlage mit einer Produktionskapazität von 50.000 bis 100.000 Einheiten pro Jahr gebaut hat, erklärte Zhou, dass das Unternehmen mit einem Partner auf den Massenmarkt gehen wolle. +++

+++ KIA erwägt den Betrieb eines seiner chinesischen Werke in Yancheng aufgrund anhaltend schwacher Umsätze einzustellen, um Produktionseffizienz und Rentabilität zu sichern. Trotz eines Umsatzwachstums von 2,8 % hat Kia im vergangenen Jahr sein Absatzziel von 450.000 Einheiten auf dem chinesischen Markt unterschritten. Letzte Woche gab Kias Muttergesellschaft Hyundai bekannt, dass sie die Einstellung der Produktion in ihrem Werk in China aufgrund sinkender Umsätze in Erwägung ziehe. Hyundai und Kia mussten durch den Streit um das THAAD Raketensystem zwischen China und Südkorea auf dem chinesischen Markt im Jahre 2017 Verluste hinnehmen. Der Markt gewann für die beiden Automobilhersteller Anfang 2018 zunächst an Fahrt; verlangsamte sich in der zweiten Hälfte durch den andauernden Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China jedoch wieder. +++

+++ LOTUS tüftelt seit der Übernahme durch den heranwachsenden chinesischen Auto-Gigant Geely an seinem Zukunftsfahrplan. Im kommenden Jahr soll der erste neue Sportwagen vorgestellt werden. Auf eine neue Elise müssen Fans hingegen warten. Es ist ruhig geworden um Lotus, seit die Chinesen in Hethel das Sagen haben. Was hatten wir von der englischen Traditionsmarke in den letzten Jahren nicht alles gehört. Besonders unter Ex-Ex-Chef Dany Bahar. Große Ankündigungen wurden gemacht, die sich doch als leere Versprechungen entpuppten. Da wurde von neuen Sportwagen geträumt, von der Expansion auf den vielversprechenden Absatzmarkt der SUV, und am Ende passierte doch gar nichts. Ex-Chef Jean-Marc Gales, Bahars Nachfolger, waren in gewisser Weise die Hände gebunden. Lotus fehlte wie so häufig in der 70-jährigen Geschichte das Geld. Der Luxemburger beschränkte die Ingenieure darauf, aus den 3 bestehenden Baureihen Elise, Exige und Evora, verschiedene Abwandlungen zu entwerfen. Mehr war nicht drin. Gales sanierte wenigstens den Sportwagenbauer im Rahmen der Möglichkeiten. Ende September 2017 kam der Umschwung. Der heranwachsende chinesische Auto Gigant Geely übernahm die Mehrheit an Lotus. Ein Jahr später war Gales seinen Job los. Die Lotus Gruppe führt nun Feng Qingfeng. Geely holte zudem den Ex-Jaguar Land Rover Manager Phil Popham und machte ihn zum Chef der Sportwagenabteilung. “Ich war viereinhalb Jahre raus aus der Autoindustrie. Ich dachte nicht, dass ich zurückkomme. Dann meldete sich Geely. Es ist reizvoll, eine Traditionsmarke wie Lotus zu neuem Glanz zu verhelfen. Und Geely hat mich überzeugt, dass sie langfristig planen, und viel Geld in die Hand nehmen”. Geely Boss Li Shufu, der größter Einzelaktionär bei Daimler ist, gilt als Sportwagenfan. Als Lotus Fan. Er sieht den Kleinserienhersteller aus Hethel nicht als Spielzeug, sondern will die verkümmerte Traditionsmarke mit der Kraft von Geely wieder zu einer Größe in der Branche machen. Einem Vorreiter bei Technik und Innovation. Popham spricht von einem Start-up, obwohl Lotus sein erstes Auto schon 1948 baute. “Es gab keinen belastbaren Business-Plan, als ich meine Stelle antrat”, sagt Popham. “Wir haben in den letzten 5 Monaten einen Fahrplan für die Zukunft entwickelt. Jetzt machen wir uns an die Umsetzung. Geely ist der am schnellsten wachsende Autobauer der Welt. Sie können Lotus zum Durchbruch verhelfen”. Die Zeit der leeren Versprechungen sei vorbei. Lotus will liefern. Lotus muss liefern. Geely hat in den letzten Monaten in den Umbau des Werks Hethel investiert. Und wird es in den nächsten 12 bis 18 Monaten weiter tun. Fertigung und Lackiererei werden modernisiert. Es entsteht ein neues Museum und ein Erlebniszentrum für Kunden. “Die Menschen kennen Lotus, sie kennen unsere Vergangenheit, kennen Colin Chapman und wissen über unsere Erfolge im Motorsport. Sie kennen einige unserer alten Autos wie den Elan, Esprit und Europa. Aber sie sind nicht vertraut mit dem, was Lotus heute macht, für was wir stehen, welche Autos wir bauen. Das müssen wir ändern”. Hinter verschlossenen Türen arbeiten sie genau daran. Lotus will mit einem großen Knall zurück auf die Landkarte. Lotus will ein Statement setzen zusammen mit Geely. Und das macht man in einer Welt voller Chirons, Sennas, Project Ones und Valkyries nicht mit einem einfachen Sportwagen. Lotus darf sich im Geely Imperium bedienen, die Technik, das Knowhow, die Infrastruktur nutzen. Gleichzeitig gewähren die Chinesen ihrer neuen Tochter Freiraum. Lotus darf sich auch mit anderen Unternehmen verbinden, wenn es der Entwicklung der Marke dient. Zum Beispiel mit Williams Advanced Technologies, das in den ersten Jahren die Formel E-Meisterschaft mit E-Motoren ausrüstete. Elektrifizierung wird die Lotus Zukunft bestimmen. “Geely ist einer der größten Treiber. Da ist es klar, dass wir in diese Richtung gehen müssen”, sagt Popham. Der nächste Sportwagen für die breite Masse allerdings wird einen klassischen Antrieb haben. In Hethel arbeiten sie an einem neuen Sportwagen, der Mitte 2020 vorgestellt werden soll, und 2021 auf den Markt kommt. “Er wird Lotus verkörpern, durch Dynamik auf der Straße und Rennstrecke herausstechen. Gleichzeitig wollen wir mit ihm ein paar unserer Schwachstellen ausmerzen. Ergonomie, Ein- und Ausstieg, Konnektivität”. Die neue Elise, die Gales noch für den Start ins nächste Jahrzehnt angekündigt hatte, liegt offenbar auf Eis. Stattdessen konzentriert sich Lotus auf seinen neuen Sportwagen, der auf der bekannten Architektur (geklebtes Aluminium-Chassis) aufbaut. Hat Lotus also bald 4 Baureihen im Portfolio? “Wir werden ein anderes Fahrzeug ersetzen”, sagt Popham. “Es wird innerhalb der Preisspanne liegen, die wir momentan haben”. Gleichzeitig arbeitet Lotus an einer neuen Sportwagen-Architektur. Doch die neue Plattform, die viele neue Sportwagen und Derivate abwerfen soll, braucht Zeit. “Es dauert für gewöhnlich 3 bis 4 Jahre, bis man die Früchte erntet”, sagt Popham. In dieser Aussage steckt eine Doppeldeutigkeit, die für den neuen Unternehmensgeist spricht. Lotus will nichts überstürzen. Der finanzielle Background durch Geely erlaubt es den Engländern, sich mit Projekten Zeit zu lassen. Die neuen Produkte sollen dann kommen, wenn sie tatsächlich marktreif sind. Und einige sollen elektrifiziert sein. “Unsere Autos der Zukunft werden elektrische Derivate haben”. Es wäre aber auch verwunderlich, wenn Lotus vom dritten direkt in den sechsten Gang schalten würde. “Es wurde für lange Zeit nichts investiert. Potential blieb ungenutzt. Es sind Lücken entstanden, die wir erst einmal füllen müssen”, erklärt Popham. 2018 stellte Lotus demnach 150 neue Ingenieure ein. 2019 sollen viele weitere folgen. Der Standort Hethel wird wie erwähnt umgebaut. Doch in naher Zukunft wird Lotus dort trotzdem an Grenzen stoßen. Denn Popham will sich nicht nur auf Sportwagen beschränken. „Crossover, SUV, Limousinen: Wir schauen uns alles an. Wir wollen stark wachsen. Wir werden in Zukunft nicht mehr der kleine Akteur sein, der im Jahr keine 2.000 Sportwagen absetzt. Das werden wir allein mit Sportwagen nicht schaffen”. In 2018 verkaufte Lotus gerade mal etwas mehr als 1.600 Sportwagen. Ein SUV wäre da eigentlich der passende Wachstumstreiber. Puristen werden es gerne hören: Da haben andere Projekte derzeit Vorrang, wenn man zwischen den Zeilen liest. Die Chancen auf das große Lotus Comeback stehen laut Popham gut. “Wir können durch den Rückhalt wesentlich mehr ausgeben, als wir einnehmen. Wir können über unserer Gewichtsklasse spielen und aufbauen, bevor wir das Volumen nach oben treiben”. Geely investiert rund $1,5 Milliarden in Lotus. “Es ist deutlich mehr”, sagt Popham. An seiner Preispolitik will Lotus festhalten. Sollte Lotus da nicht Hand anlegen? “Wir werden nicht billiger werden, werden aber mehr Ausstattung fürs gleiche Geld bieten. Mit besseren Features im Innenraum werden wir mehr Leute ansprechen. Gleichzeitig brauchen wir Lösungen, dass unsere Autos trotz besserer Ausstattung nicht schwerer werden. Wir müssen Leichtbau mit unserem gesteigerten Premium-Denken verbinden”. Und noch was. Popham arbeitet mit seiner Mannschaft daran, schnell und gleichzeitig billiger zu produzieren. “Wir müssen unsere Autos effizienter bauen bei konstant besserer Qualität”. +++ 

+++ Im Februar sorgt Tesla für einen starken Anstieg bei den E-Auto NEUZULASSUNGEN in Deutschland. Der Tesla Model 3 fährt auf den ersten Platz. 82 % Steigerung bei den Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland: kommt jetzt der Durchbruch? Dazu gibt es ein klares Jein. Denn der starke Anstieg der E-Mobil Zulassungszahlen ist in erster Linie Tesla zu verdanken. Mit der ersten Welle an Auslieferungen des Model 3 an Kunden, die zum Teil bereits vor 2 Jahren bestellt haben, katapultiert sich der US-Stromer aus dem Stand an die Tabellenspitze. An anderer Stelle gab es ebenfalls Bewegung. Hier wird auch deutlich, dass das E-Auto-Geschäft in Deutschland nach wie vor ein Nischengeschäft mit starken Schwankungen ist. So gingen die Neuzulassungen des Volkswagen E-Golf von 746 Einheiten im Januar auf 281 Stück im Februar zurück; nicht einmal die Hälfte. Nach wie vor ist auch das Thema Lieferzeit eine echte Spaßbremse, denn auf etliche Modelle (nicht nur von Tesla) müssen Käufer nach wie vor bis zu 1 Jahr nach Bestellung warten. Der Markt hätte also durchaus Potential für mehr. +++

+++ PORSCHE hat im vergangenen Jahr deutlich mehr von seinen teuren Top-Modellen verkaufen können und damit trotz steigender Ausgaben erneut mehr Gewinn erwirtschaftet. Unter dem Strich blieben 2018 rund €3,1 Milliarden; etwa €100 Millionen oder gut 3 % mehr als im Jahr zuvor. Dass trotz hoher Investitionen vor allem in den Aufbau der Elektroauto-Produktion am Ende ein Plus steht, liege vor allem daran, dass Porsche nicht nur insgesamt mehr Autos verkaufen konnte, sondern vor allem mehr von seinen teuren Top-Modellen wie dem 911er oder dem Panamera. Das trieb den Umsatz um fast 10 % auf knapp €25,8 Milliarden nach oben. Insgesamt hat Porsche im vergangenen Jahr gut 256.000 Fahrzeuge ausgeliefert; 4 % mehr als 2017. Die Rendite fiel mit 16,6 % trotzdem geringer aus als in den Vorjahren. Der Wert gibt das Verhältnis von operativem Ergebnis und Umsatz und damit die Profitabilität des Unternehmens an. Mindestens 15 % hat Porsche-Chef Oliver Blume als Ziel vorgegeben. Daran will er auch festhalten. +++

+++ Die EU arbeitet daran, Neuwagen ab 2022 verpflichtend mit einem automatischen SPEEDLIMITER auszurüsten. Die Tempobremse soll die Unfallzahlen weiter senken. Bereits Ende Februar hat die Fachabteilung IMOC des Europäischen Parlaments einen Vorschlag verabschiedet, der vorsieht, alle Neuwagen ab 2022 mit sogenannten Intelligent Speed Assistance (ISA) Systemen auszurüsten. Damit soll die Zahl der Verkehrstoten auf europäischen Straßen weiter sinken. Die EU spricht von rund 20 %. Als Unfallursache Nummer eins gilt nach wie vor zu schnelles Fahren. Die ISA Systeme sollen auf eine Verkehrszeichenerkennung in Kombination mit GPS basierten Daten setzen, um lokale Tempolimits zu erkennen. Das System registriert die aktuell gefahrene Geschwindigkeit. Ist diese zu hoch, wird zwar nicht die Bremse aktiviert, aber die Motorleistung solange beschnitten, bis das gefahrene Tempo auf das geltende Speedlimit gesunken ist. Der Fahrer wird optisch und akustisch auf das zu hohe Tempo hingewiesen. Die ISA Systeme sollen aber vom Fahrer ‘übersteuert’ werden können, um Notsituationen auffangen zu können. Mit an Bord ist aber immer ein Data-Logger, der die Tempoüberschreitungen aufzeichnet. Die notwendige Technik für die ISA Systeme ist in verschiedenen Neuwagen (beispielsweise Volvo XC90 oder Ford Focus) bereits implementiert. Bevor die ISA-Systeme aber verpflichtend werden, müssen die entsprechenden Regelungen noch von den EU Mitgliedstaaten sowie dem Europäischen Parlament verabschiedet werden. Beobachter gehen aber davon aus, dass diese Systeme verpflichtend kommen werden. +++

+++ TESLA hat seine Modellpalette um einen SUV auf Basis des aktuellen Hoffnungsträgers Model 3 erweitert. Der neue Wagen mit dem Namen Model Y soll voraussichtlich im Herbst 2020 auf die Straße kommen, kündigte Tesla-Chef Elon Musk an. Das Fahrzeug soll auf eine Reichweite von bis zu 480 Kilometern mit einer Batterieladung kommen und bis zu 7 Insassen Platz bieten. Das Model Y soll Tesla mit einem Preis ab $39.000 vor Steuern und Elektroautovergünstigungen in einen breiteren Markt bringen. Zunächst sollen aber teurere Varianten zu Preisen zwischen $47.000 und $60.000 verkauft werden. Diesen Weg hatte Tesla auch beim Model 3 eingeschlagen, um die hohen Anlaufkosten der Produktion schneller einzuspielen. Das Basismodell des Model Y mit einer Reichweite von rund 370 Kilometern soll erst im Frühjahr 2021 folgen. Ab sofort können die teureren Versionen reserviert werden. Das Model Y sieht dem Model 3 ähnlich, ist aber vor allem etwas höher. Musk zeigte sich überzeugt, dass Tesla mehr Fahrzeuge des Wagen verkaufen werde als der 3 bisherigen Modelle S, X und 3 zusammen. Es solle ein kompakter SUV werden, der sich wie ein Sportwagen fahren lasse, versprach Musk. Die leistungsstärkste Version solle bis zu 240 km/h schnell sein und in 3,6 Sekunden auf 100 km/h kommen. Das Model 3 ist das günstigste Tesla Fahrzeug und ist in den USA ab einem Startpreis von $35.000 verfügbar. Mit allen Extras kann der Preis aber auch bei mehr als $60.000 liegen. Das Model Y wird mit einem breiteren Angebot von Elektroautos großer Konzerne wie unter anderem Volkswagen oder Daimler konkurrieren. Auch angesichts der anstehenden Produktoffensive der Rivalen war es für Musk wichtig, die Modellfamilie möglichst rasch um einen kompakten SUV zu erweitern. Es zeichnete sich bereits ab, dass Tesla diesmal eine Kostenexplosion wie bei seinem ersten SUV Model X vermeiden will. Obwohl das Fahrzeug seinerseits auf der Limousine Model S aufbaute, hatten aufsehenerregende Details wie Flügeltüren an den Rücksitzen die Ausgaben in die Höhe getrieben und den Produktionsstart verzögert. Man könne das Model X als “Fabergé-Ei trifft Raumschiff” beschreiben, scherzte Musk bei dem Event in Los Angeles. Dass Tesla sich vornimmt, den Aufwand beim Produktionsanlauf überschaubar zu halten, bedeutet nicht, dass es auch so kommt. Schon das Model 3 sollte einfacher zu fertigen sein; immer neue Probleme hatten aber den Start einer Massenproduktion um Monate verzögert und Tesla an den Rand des Abgrunds getrieben. Inzwischen habe Tesla insgesamt rund 550.000 Elektroautos gebaut und in einem Jahr werde es rund 1 Million sein, sagte Musk. Dabei sei es noch nicht lange her, dass “Elektroautos wie eine sehr dumme Idee wirkten”. In 10 Jahren könnten Tesla auf dem Mars unterwegs sein, sagte er; und es blieb unklar, ob Musk, dem auch die Raumfahrtfirma SpaceX gehört, dabei scherzte. In seiner spitzbübischen Art erwähnte Musk erneut, dass die Buchstaben im Namen der Tesla Modelle ursprünglich das Wort S-E-X-Y ergeben sollten. Beim ‘E’ machte ihm Ford einen Strich durch die Rechnung, weil der Autoriese die Rechte am Namen ‘Model E’ nicht hergab. “Ford drohte, uns zu verklagen”, sagte Musk. “Ford hat Sex getötet”, versuchte er sich an einem Wortspiel. Tesla war deshalb auf eine 3 ausgewichen, die ursprünglich im Modellnamen mit 3 waagerechten Strichen dargestellt werden sollte. Erst später wechselte Tesla zur Zahl ‘3’ auf dem Fahrzeugheck. +++

+++ Die Marken des VOLKSWAGEN Konzerns haben in 2018 vor allem wegen der Einführung neuer Abgas- und Verbrauchstests an Gewinn einbüßen müssen. Bei der Kernmarke VW fiel das operative Ergebnis trotz eines Umsatzanstiegs von €3,3 auf €3,2 Milliarden. Die Marken des Volkswagen Konzerns haben im vergangenen Jahr vor allem wegen der Einführung neuer Abgas- und Verbrauchstests teilweise deutlich an Gewinn einbüßen müssen. Höhere Rabatte, unter anderem die sogenannte Umweltprämie für den Umtausch alter Dieselautos, Wechselkurseffekte und Vorleistungen für neue Elektromodelle kosteten ebenfalls Geld. Der Erlös kletterte dank gestiegener Verkäufe hingegen um 6,8 % auf €84,6 Mrd; der Anteil des operativen Ergebnisses am Umsatz rutschte damit von 4,2 auf 3,8 %. Damit verfehlte die Marke das selbst gesetzte Renditeziel von 4 %. Der Konzern konnte wegen fehlender Zulassungen im Rahmen des neuen Abgas- und Verbrauchstests WLTP viele Modelle über längere Zeit nicht anbieten. “Wir haben uns trotz starken Gegenwinds ordentlich geschlagen”, sagte VW Konzernchef Herbert Diess. Die Konzernmarken hätten hart an ihrer Entwicklung gearbeitet. “Jetzt gilt es, dieses Anstrengungen noch zu verstärken”. +++

+++ Aus der einstigen Google Abteilung zur Erprobung selbstfahrender Autos ist mittlerweile das eigene Unternehmen WAYMO geworden. Eine Expansion nach Europa rückt in den Fokus, zudem soll die eigene Sensortechnologie verkauft werden. Selbstfahrende Autos sind in den Entwicklungsabteilungen von Software Start-ups, Technologiekonzernen und etablierten Autobauern ganz weit oben auf der Prioritätenliste. Während Simulationen gestartet und Testfahrzeuge auf genau definierte Straßenabschnitte geschickt werden, ist Waymo schon viel weiter. Das Unternehmen Waymo wurde 2016 als Tochter des Google Mutterkonzerns Alphabet gegründet und übernahm die Entwicklungsarbeit des ‘Google Driverless Car’ Projekts. Bereits vier Jahre vorher, im Mai 2012, hat Google im US Bundesstaat Nevada von den Behörden erstmals die Genehmigung zum Betrieb autonomer Autos auf öffentlichen Straßen erhalten. In den damals eingesetzten Toyota Prius, die entsprechend umgebaut wurden, befand sich aber stets ein Mensch an Bord, der in das Geschehen eingreifen konnte. Ende 2014 stellte Google das erste selbstentwickelte Auto ohne Lenkrad und Pedale vor. Die eiförmigen Kleinwagen sorgten für internationales Aufsehen. Mittlerweile ist viel passiert. Waymo ist längst über den Status einer Versuchsabteilung mit einer kleinen Flotte von Prototypen hinausgewachsen. 75 selbstfahrende Minivans auf Basis des Chrysler Pacifica Hybrid haben bislang über 525.000 Kilometer auf öffentlichen Straßen in den USA zurückgelegt. Seit 2. April 2018 sind im Bundesstaat Kalifornien selbstfahrende Autos auf den Straßen zugelassen, bei denen kein Fahrer mehr an Bord sein muss. Die Waymo Autoflotte wächst schnell. Im ersten Schritt wurden 1.500 weitere Vans bei Chrysler bestellt. Kurz darauf verkündete man eine Vereinbarung mit Jaguar Land Rover. Der Vertrag sieht die Lieferung von bis zu 20.000 elektrischen Jaguar I-Pace bis 2020 vor, die Waymo im Rahmen von Roboter-Taxi-Flotten einsetzt. Der größte Knaller ließ nur wenige Wochen auf sich warten. Anfang Juni 2018 gab es einen neuen Großauftrag für FCA (Fiat Chrysler Automobiles): Waymo hat 62.000 weitere Chrysler Pacifica geordert. Zudem gewährt man FCA Zugang zur verbauten Technik für das autonome Fahren für eigene Modelle. “Wir wollen keine Autofirma sein”. Beim Aufbau der Flotte an selbstfahrenden Autos sucht Waymo ganz bewusst den Schulterschluss mit etablierten Autobauern, die Entwicklung und Produktion eigener Modelle ist nicht geplant. “Wie ich festgestellt habe, gibt es diese Hypothese, dass Waymo Autos bauen will”, führt Firmenchef John Krafcik im Interview. “Aber wir sind keine Autofirma, sondern eine Technologiefirma. Wir wollen auch keine Autofirma werden”. Im gleichen Gespräch macht John Krafcik auch deutlich, dass Waymo und Google separate Unternehmen unter dem Dach der Alphabet Holding sind. Damit möchte er der vorherrschenden Meinung, dass man die existierende Automobilindustrie in Kürze obsolet machen will, entgegentreten. “Wir wurden gegründet, um separat von Google zu agieren. Ich habe das Gefühl, den Ruf, den wir in der traditionellen Autoindustrie haben, ist: Diese Typen wollen alles nur umwälzen. Aber das ist nicht unsere Rolle. Wir sehen uns in der Rolle eines Wegbereiters”. Waymo nutzt beispielsweise eine eigene Kartentechnologie, die nicht auf Google Maps basiert. +++

+++ Neuer Abgastest hat Volkswagen bis zu €3,6 Milliarden gekostet. Verzögerte Produktion, Lieferengpässe: Der Abgastest-Standard WLTP belastet die Autobranche. Bisher bezifferte Volkswagen die Einbußen auf €1 Milliarde. Im vergangenen Herbst hatte Volkswagen erhebliche Schwierigkeiten mit dem neuen Abgastest-Verfahren WLTP. Weil der Autohersteller es nicht schaffte, alle Fahrzeuge nach dem Standard zu zertifizieren, konnte der VW Konzern seinen Kunden über Wochen hinweg nur eine stark eingeschränkte Modellpalette anbieten. Die Kosten dieser Probleme hatte das Unternehmen stets auf etwa €1 Milliarde beziffert. Jetzt macht die Arbeitnehmerseite jedoch eine andere Rechnung auf. Nach einer internen Kalkulation konnten wegen der Abgastest-Probleme 1 Million Fahrzeuge nicht wie geplant ausgeliefert werden. Dadurch seien dem Konzern operative Gewinne in Höhe von €3,6 Milliarden entgangen. VW wurde den Großteil der betroffenen Fahrzeuge (rund 800.000 Stück) am Ende noch los, oft jedoch nur mit deutlichen Preisnachlässen. Oder den betroffenen Kunden wurde einfach ein anderes Auto angeboten. Das führte allerdings zu dem unerwünschten Nebeneffekt, dass Kaufinteressenten sich häufig für ein günstigeres Modell entschieden. Alleine durch diese Effekte, so die Kalkulation, sei das VW Ergebnis um €1,6 Milliarden belastet worden. Bei den übrigen 200.000 Autos, die ursprünglich geplant waren, kam ein Geschäft gar nicht erst zustande. Sie wurden nie an Kunden ausgeliefert. Dadurch sind VW laut der Berechnung der Arbeitnehmerseite weitere €2 Milliarden entgangen. +++

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