Tagesschau

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+++ Die Typgenehmigungen für Millionen Dieselfahrzeuge auf deutschen Straßen sind rechtswidrig. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten des renommierten Umweltrechtlers Martin Führ von der Universität Darmstadt. Das Gutachten wurde nicht für irgendwen erstellt, sondern für den Abgas Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages. Es widerspricht damit der Rechtsauffassung von Kraftfahrtbundesamt (KBA) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Eine von ihm eingesetzte Untersuchungskommission zum Volkswagen Abgasskandal hatte im April ABSCHALTEINRICHTUNGEN als zulässig bewertet. Begründung: Das sogenannte Thermofenster diene dem Motorschutz bei niedrigen Temperaturen. Laut Gutachten hatte jedoch der Gesetzgeber eindeutig klargestellt, dass es für ein “Thermofenster” keine Rechtfertigung geben kann. Zudem hätten die Autohersteller ihre Abschalteinrichtungen bereits bei der Typzul assung offenlegen müssen. Verkehrsminister Dobrindt beteuerte vor dem EU-Ausschuss, die Bundesregierung habe vor dem Volkswagen Skandal von nichts gewusst. Dobrindt selbst hatte eine Woche zuvor im Abgas-Untersuchungsausschuss des EU-Parlaments in Brüssel die Abschaltungen kritisiert. Sie sollten künftig nur noch akzeptiert werden, wenn es beim Einsatz “bester verfügbarer Technologien” keine anderen Möglichkeiten zum Motorschutz gebe. Die bestehenden Vorgaben, wonach die Abgasreinigung zum Motorschutz abgeschaltet werden darf, kämen aus einer technisch anderen Zeit. Die “Süddeutsche Zeitung” hingegen erhob neue Vorwürfe gegen die deutschen Behörden. So hätten Mitarbeiter des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts bereits im Jahr 2008 verdächtige elektronische Kfz-Bauteile in einem Dokument erfasst, die dem Herunterregeln der Abgaswerte auf dem Prüftstand dienten. Vor allem auf Drängen des Verkehrsministeriums seien aber kritischere Tests verhindert worden. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat eigene Technik für Kontrollen im Zuge des Volkswagen Abgas-Skandals angeschafft. Die Mitarbeiter würden derzeit an 2 mobilen Mess- und Prüfanlagen geschult, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Auch staatliche Testfahrten werden demnach bereits unternommen. “Damit ist der Weg für ‘Doping-Tests’ frei”, sagte Minister Alexander Dobrindt der Deutschen Presse-Agentur zu den rund 330.000 Euro teuren Geräten. Die Flensburger Behörde soll sie noch im Herbst regulär einsetzen können. Mit den unangekündigten Tests will der CSU-Politiker zufällig ausgewählte Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen und überprüfen lassen – um Manipulationen besser und schneller auf die Schliche zu kommen. Die “Pems” Geräte (Portable Emission Measurement System) untersuchen die Abgasanlagen im normalen Betrieb auf der Straße und gelten als genauer als die Laborwerte. Wie im Fall von Volkswagen entsprechen diese häufig nicht den realen Fahrbedingungen. Außer für die “Doping-Tests” sollen die staatlichen Prüfstände bei Zweifeln an der Zulässigkeit von Motorschutzeinrichtungen eingesetzt werden. Unter anderem soll der CO2 Ausstoß bei 30 Dieselautos geklärt werden, die bei ersten Messungen aufgefallen waren. Auch bei Typgenehmigungen sollen sie helfen. Bislang nutzte das KBA Messeinrichtungen von TÜV und DEKRA. Jetzt will es unabhängig prüfen. Bisher nutzte das KBA für Nachmessungen nur Einrichtungen von Dienstleistern wie TÜV und DEKRA. Experten hatten jedoch mögliche Abhängigkeiten zwischen ihnen und Herstellern kritisiert. “Nach der Offenlegung der Motorsoftware bei neuen Typzulassungen gewinnt das KBA mit den neu angeschafften ‘Pems’ Geräten zusätzliche Kontrollmöglichkeiten”, sagte Minister Dobrindt und betonte: “Wir setzen das Maßnahmenpaket gegen Abgasmanipulationen konsequent um”. Im Zuge der Abgas-Affäre hatte Dobrindt Autohersteller dazu verpflichtet, ihre Motorensoftware dem KBA vorzulegen, um unzulässige Abschalteeinrichtungen zu erkennen. Von 2017 an sollen die “Pems” Geräte obligatorisch eingesetzt werden. Das KBA soll außerdem ein eigenes Labor mit Prüfständen bekommen. Wann und wo es in Betrieb geht, ist noch offen. Berichte des “Flensburger Tageblatts” über eine eigene Teststrecke auf dem Gelände des früheren Fliegerhorstes Leck in Schleswig-Holstein, wollte das Ministerium zunächst noch nicht bestätigen. Es veranschlagt die jährlichen Gesamtkosten der eigenen Prüftechnik einschließlich Personalkosten auf 10 Millionen Euro. +++

+++ Das sind Zahlen, die sich sehen lassen: 185 Renneinsätze, 106 Siege. Das ist die Bilanz der AUDI Le-Mans Prototypen nach 18 Jahren. Zwei Siege können höchstens noch dazu kommen. Dann ist Schluss: Audi steigt aus der WEC aus. “Nach 18 für Audi außergewöhnlich erfolgreichen Jahren im Prototypen-Rennsport fällt uns der Abschied extrem schwer”, sagt Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich. Grund für den Ausstieg: Inoffiziell ein notwendiger Sparkurs, offiziell eine Neuausrichtung im Rennsport. Mit Fokus auf die Formel E. “Das Rennen um die Zukunft tragen wir elektrisch aus”, sagt Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler Stadler. “Wenn unsere Serienautos mehr und mehr elektrisch werden, müssen das unsere Motorsportwagen als technologische Speerspitze von Audi erst recht sein”. Das DTM-Projekt von Audi bleibt unangetastet. Auch die Ausweitung des Engagements in der Rallycross-WM steht auf der Agenda. Weil auch dort eine Elektrifizierung Einzug halten soll. Für die WEC ist der Ausstieg von Audi bitterböse: Damit sind mit Porsche und Toyota nur noch zwei Werke in der LMP1-Topkategorie vertreten. Bleibt das auf Dauer so, könnte die WEC sogar den WM-Status verlieren! Der verlangt nämlich die Teilnahme von mindestens drei Marken. Audis Bilanz mit den Le-Mans-Prototypen: 13 Siege bei den 24 Stunden von Le Mans und zahlreiche technische Meilensteine: Audi holte in Le Mans den ersten Sieg eines TFSI-Motors (2001), den ersten Erfolg eines Rennwagens mit TDI-Motor (2006) sowie den ersten Triumph eines Sportwagens mit Hybridantrieb (2012). Zweimal gewann Audi mit dem Hybrid-Rennwagen Audi R18 e-tron quattro die WEC. Von 2000 bis 2008 sicherte sich Audi zudem neunmal in Folge den Titel in der American Le Mans Series (ALMS), der in dieser Zeit weltweit bedeutendsten Rennserie für Le-Mans-Prototypen. +++

+++ Traditionell denkende BMW Fans sind in diesen Tagen leidgeprüft. Van, Dreizylinder, Vorderradantrieb – in München bleibt kaum ein Stein auf dem anderen. Und es kommt noch dicker – 2019 ist auch noch Schluss mit dem Hinterradantrieb für den 1er. Gleichzeitig stirbt so die Kombination aus kompaktem BMW und Sechszylinder, denn quer passt das Dreiliter-Triebwerk nicht unter Motorhaube. Doch damit ist die weiß-blaue Revolution noch nicht zu Ende. Auch der dreitürige 1er fällt dem Rotstift zum Opfer. Der Grund: zu schwache Nachfrage. 2015 entschieden sich nur knapp 20.000 Kunden für den günstigsten 1er. Als Ersatz erweitert das 2er Gran Coupé die Palette der Fronttriebler. Optisch versprechen sie bei BMW, dass sich der nächste 1er von der Beliebigkeit des aktuellen Modells befreien soll. Unabhängig von der Formgebung können wir schon heute deutlich mehr Platz im Innenraum versprechen. Dafür bürgen der quer eingebaute Motor mit drei oder vier Zylindern und der Entfall einer Kardanwelle – außer bei den Modellen mit Allradantrieb. Obwohl der neue 1er mit seinen zahlreichen BMW- und Mini-Brüdern auf gleicher Plattform demnächst die Hürde von 500.000 Autos pro Jahr nehmen wird, fehlt bis auf Weiteres ein Modell mit Elektroantrieb. Stattdessen sollen neue Systeme zur Bremsenergie-Rückgewinnung auf Basis von 12 und 48 Volt Bordnetzen sowie weitere Efficient-Dynamics-Maßnahmen die CO2-Werte senken. Parallel dazu müssen die in konventioneller Stahlbauweise hergestellten Karosserien weiter abspecken. Die Aerodynamik wird vor allem im Detail modifiziert, und zwar mithilfe flächenbündiger Räder, Kameras statt Außenspiegeln und beweglicher Luftleitbleche. Die Baukastenmotoren müssen sich als Benziner und Diesel 2018 einer ersten technischen Überarbeitung unterziehen. Ziel ist – wie sol lte es anders sein – etwas mehr Leistung bei geringerem Verbrauch. Zu diesem Zweck will BMW neue Technologien wie direkte Wassereinspritzung (bekannt aus dem M4 GTS), Elektrolader und eine besonders magere Gemischbildung einsetzen. Bei den Getrieben munkelt man über einen Wechsel von der klassischen Wandlerautomatik zum effizienteren Doppelkuppler. In den kommenden Jahren gehen außerdem die sechste iDrive-Generation und der neue Anzeigeverbund in Serie. Für den Ersteinsatz sind zwar der nächste 6er und der X5 Nachfolger vorgesehen, doch später profitiert auch der 1er von der noch intuitiveren Ergonomie, bei der Touch Control, Gestensteuerung und Spracheingabe im Vordergrund stehen. Aus zwei kleinen Bildschirmen wird ein großer, der über Zusatzflächen und in Verbindung mit dem immer wichtigeren Head-up-Display modular erweiterbar ist. +++

+++ Der Autobauer BORGWARD will seine “nächsten Schritte” für den europäischen Markt verkünden. In Bremen gründete Carl Friedrich Wilhelm Borgward sein Unternehmen in den 1920er-Jahren. Unter der Hand ist bekannt, dass das Unternehmen an die lange Firmengeschichte dort anknüpfen will. Wie der “Weser-Kurier” und Radio Bremen übereinstimmend berichteten, plant die Borgward Group – die derzeit in China produziert – ein neues Montagewerk. Zwar wollten weder der in Stuttgart ansässige Autobauer noch der Bremer Senat dies zunächst bestätigen. Ein Dementi blieb allerdings ebenfalls aus. An der Pressekonferenz im Bremer Rathaus nehmen Borgward-Vorstandschef Ulrich Walker, Aufsichtsratschef Christian Borgward und Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) teil. Borgward gehörte einst zu den bekanntesten Autoherstellern Deutschlands und ging 1961 pleite. Borgwards Enkel Christian hat die von seinem Großvater gegründete Marke 2015 wiederbelebt. Inzwischen wird das erste Modell – der Geländewagen BX7 – in China gefertigt. Borgwards Hauptaktionär ist der chinesische Lastwagenbauer Foton. Schon im Februar hatte Walker eine Produktion in Deutschland angekündigt. Die Wahl ist nach Informationen des Weser-Kuriers auf Bremerhaven gefallen. Laut Radio Bremen sollen fertige Teile aus China zu dem Werk verschifft und dort zusammengebaut werden. Jährlich ließen sich so bis zu 10.000 Borgward-Fahrzeuge fertigen. Experten zufolge könnten dadurch 200 Menschen Arbeit finden. +++

+++ Statt bedeutungsvoller Rennen tobt auf der Nordschleife die Bestzeitenjagd mit Serienautos – als Marketing-Turbo für neue Modelle. Welche sind die schnellsten straßenzugelassenen Serienfahrzeuge auf der legendären 20,832 Kilometer langen Strecke und mit welchen Tricks kämpfen sie? Ich sage es Ihnen. Neu: Die Rundenzeit des CHEVROLET Camaro ZL1. Im Januar 2015 kolportierte die Medienwelt eine Rundenzeit von 7:32,19 Minuten für den Ford Shelby GT350R. 21 Monate später gibt es aber ein schnelleres Muscle Car. Drew Cattell trieb den Chev rolet Camaro ZL1 in 7:29,60 Minuten um die Nordschleife. Fast 8 Sekunden schneller als der Z/28 und fast 12 Sekunden schneller als der ZL1 der fünften Camaro-Generation. Die Eckdaten des neuen Muscle Cars: 6,2-Liter-Kompressor-V8, bekannt aus der Z06, 659 PS, 881 Nm Drehmoment. Die Kraft verarbeitet eine Zehngang-Automatik. Interessant: Pilot Cattell ließ das Getriebe bei der Fahrt komplett selbständig die Gänge wechseln – sowohl in der Beschleunigungs- als auch während der Bremsphase und in den Kurven. Seine Hände griffen fest in den Lenkrad-Kranz, die Finger zogen nicht einmal an den Schaltwippen. Zur Sicherheit installierte Chevrolet einen Überrollbügel und Rennschalen mit Sechspunktgurt ins Fahrzeug. Vom Straßenmodell unterschied den Camaro ansonsten nur noch ein zusätzlich verbauter Datenaufzeichner. Mit der Magnetic Ride Control bügelte das Muscle Car die Unebenheiten auf der Nordschleife weg. Der 600 PS starke Nissan GT-R Nismo hält den Rekord für das schnellste Serienfahrzeug mit einem Turbomotor unterm Blech. Godzilla verspeiste die Nordschleife in 7:08,679 Minuten. Rund 7:08 Minuten soll einem Gerücht zufolge die Corvette Z06 mit Z07 Performance Package für einen Umlauf auf der Nordschleife gebraucht haben. Demnach soll die Zeit damals nicht veröffentlicht worden sein, weil ein Rekordverbot bestand. Grund waren die Maßnahmen der Nürburgring GmbH in Folge des Unfalls eines Nissan im ersten VLN-Lauf 2015, bei dem ein Zuschauer ums Leben kam. Internen Quelle innerhalb von General Motors sagen dass die Zeit nicht stimme. Auf Nachfrage bei Chevrolet zu jener Zeit das Wort “Gerücht”.

+++ Das China-Geschäft und die schwächelnde Marke Citroen bremsen PEUGEOT aus. Wie der französische Autokonzern mitteilte, ging der Umsatz im abgelaufenen Quartal um gut 5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro zurück. Dabei spielten auch negative Wechselkurseffekte insbesondere in Lateinamerika eine Rolle, die PSA (Peugeot, Citroen, DS) nur teilweise durch höhere Preise wettmachen konnte. Nun setzen die Franzosen auf neue Modelle wie etwa den Citroen C3, der das Geschäft bereits zum Jahresende wieder ankurbeln soll. Nachdem ein striktes Sparprogramms den Konzern gerade erst wieder zurück in die Spur gebracht hatte, steht Peugeot-Chef Carlos Tavares vor neuen Problemen: Chinesische Kunden lassen ausländische Mittelklassewagen immer öfter in den Schaufenstern stehen. Im dritten Quartal sackte der Konzernabsatz in der Volksrepublik um fast 17 Prozent ab. Auch in Europa gab es einen Rückgang. Deutlich positiv schlug sich aber nieder, dass Peugeot wieder Autos im Iran verkaufen konnte, weil die Wirtschaftssanktionen gegen das Land aufgehoben wurden. Der heimische Rivale Renault rückt Peugeot dank eines florierenden Europageschäfts näher auf die Pelle. Er kam auf einen Quartalsumsatz von 10,55 Milliarden Euro, ein Plus von 13 Prozent. Dazu trug ferner bei, dass Renault in Indien mit dem besonders preisgünstigen Modell Kwid punkten konnte. +++

+++ TOYOTA ruft weltweit weitere 5,8 Millionen Fahrzeuge wegen möglicher Probleme mit Airbags des Zulieferers Takata zurück. In Europa müssten 1,47 Millionen Autos zurück in die Werkstätten, teilte der japanische Konzern mit. Allein in Deutschland seien knapp 118.000 Fahrzeuge betroffen. Dabei geht es unter anderem um die Modelle Corolla und Yaris, vorwiegend älterer Baujahre, sagte ein Sprecher. In Japan sollen die Besitzer von rund 1,15 Millionen Fahrzeugen in Werkstätten vorstellig werden. Weltweit haben Autohersteller bereits mehr als 100 Millionen Autos zurückgerufen, um die fehlerhaften Airbags auszutauschen. Gerade bei älteren Modellen, die über längere Zeit hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind, kann es zu einer unkontrollierten Explosion kommen. Damit werden mindestens 16 Todesfälle in Verbindung gebracht, die meisten davon in den USA. Takata ist deshalb mittlerweile ins Wanken gerate n und gilt als Übernahmekandidat. Sollte die alleinige Verantwortung für die Probleme Takata zugesprochen werden, könnten die Rückrufe das Unternehmen mehr als 10 Milliarden Dollar kosten. Zugleich steckt die gesamte Autobranche in einem Dilemma: Sie bezieht einen großen Teil ihrer Airbags von dem japanischen Unternehmen. Kaufinteressenten gehen daher davon aus, dass Takata die Affäre übersteht, weil die Branche den Bedarf an Ersatz-Airbags kaum über andere Zulieferer decken kann. +++

+++ VOLKSWAGEN dürfte im dritten Quartal gleich mehrere Sonderbelastungen zu verkraften haben. Einerseits drohen weitere hohe Zahlungen für Rechtsstreitigkeiten vor allem in den USA im Abgas-Skandal. Zusätzlich haben in den Monaten von Juli bis September wohl auch Probleme im Tagesgeschäft einiges an Geld gekostet. Wenn Volkswagens Finanzchef Frank Witter am Donnerstag den Zwischenbericht präsentiert, rechnen Analysten überwiegend mit einem vergleichsweise schwachen Quartal. Aus saisonalen Gründen fällt das dritte Jahresviertel ohnehin häufig schwächer aus. Wegen der Ferienzeit ist die Produktion üblicherweise niedriger, die schlechtere Auslastung von Werken belastet wiederum die Gewinnkraft. Dieses Mal kommen noch teure Produktionsausfälle in Deutschland hinzu: Ein Streit mit 2 Zulieferern hatte unter anderem die Golf-Produktion im Stammwerk Wolfsburg tagelang lahmgelegt. Später sorgte noch der Ausfall einer Blechpresse für ungeplante Ausfälle. Vor allem die chronisch gewinnschwache Kernmarke Volkswagen Pkw dürfte das belastet haben. Nach Einschätzung einiger Experten kann der Produktionsrückgang empfindlich ausgefallen sein. Analyst Horst Schneider von der HSBC schätzt nun, dass die operative Gewinnmarge des größten Konzernteils unter die Marke von 2 Prozent gerutscht ist – vor Zinsen und Steuern hätte Volkswagen Pkw damit nur weniger als 2 Euro von 100 Euro Umsatz als Gewinn gemacht. Jedoch gehen die Schätzungen der Experten weit auseinander: Commerzbank-Analyst Sascha Gommel kalkuliert mit nur 1,1 Prozent Marge, Kepler-Experte Michael Raab mit 2,2 Prozent. Zählen kann Volkswagen aber traditionell auf seine deutlich profitableren Töchter Porsche, Skoda und Audi. Die Kernmarke steht aktuell vor wichtigen Entscheidungen, etwa dem geplanten Zukunftspakt zwischen Unternehmen und Belegschaft. Dieser soll einerseits milliardenschwere Einsparungen ermöglichen, gleichzeitig soll er aber auch Beschäftigungszusagen für Standorte und Technologien ermöglichen. Vor allem in China sowie auch in Europa laufen die Verkäufe gut. Daher rechnen die acht von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Branchenexperten für den gesamten Konzern im Schnitt nur mit einem Umsatzrückgang von knapp einem Prozent auf 51,01 Milliarden Euro. Auch deutlich optimistischere Stimmen sind zu vernehmen. Abstriche wird man aber beim bereinigten operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern machen müssen. Hier dürfte der Konzern das hohe Niveau aus dem zweiten Quartal nach Meinung der Analysten nicht halten können. Die operative Marge dürfte etwas zurückgegangen sein auf rund 6,1 Prozent. Der Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern sowie vor Sonderkosten sollte bei rund 3,13 Milliarden Euro liegen, 2,4 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Witter könnte nach 7,7 Prozent Marge im zweiten Quartal und 7,0 Prozent im ersten Halbjahr dennoch geneigt sein, die Jahresprognose von 5 bis 6 Prozent zu erhöhen. Das meint HSBC-Experte Schneider. Unter dem Strich dürfte mit 2,33 Milliarden Euro ohnehin wieder ein Gewinn stehen. Ein Jahr zuvor hatten Rückstellungen für die Dieselkrise einen Verlust von 1,73 Milliarden Euro beschert. So mancher Experte erwartet auch diesmal Rückstellungen – sie dürften aber vergleichsweise niedrig ausfallen. Insgesamt hat Volkswagen bisher 17,8 Milliarden Euro für die Kosten der Abgasmanipulationen zur Seite gelegt. Der mit Hunderten Zivilklägern und Händlern geschlossene Vergleich über bis zu 14,7 Milliarden Dollar vor einem US-Gericht in Kalifornien hat mittlerweile den finalen Segen von Richter Charles Breyer. Erwartete Kosten: 16,5 Milliarden Dollar. +++

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