Tagesschau

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+++ BMW stampft in Tschechien für mehr als 100 Millionen Euro eine Teststrecke für selbstfahrendes Autos aus dem Boden. Die Anlage auf einem 500 Hektar großen Gelände in Sokolov (Falkenau an der Eger) unweit der deutschen Grenze soll Anfang des nächsten Jahrzehnts in Betrieb gehen. Mehrere hundert Arbeitsplätze sollen entstehen, wie der Münchner Autobauer ankündigte. BMW begründete den Bau damit, dass die vorhandenen Erprobungsflächen für neue Technologien in Aschheim bei München sowie in Frankreich und Schweden nicht ausreichten. Der Konzern will 2021 den teilautomatisierten Elektrowagen iNext auf den Markt bringen, der in Dingolfing vom Band rollen soll. BMW treibt, wie andere Autobauer auch, derzeit die Entwicklung von Elektroautos voran. Bis 2025 wollen die Bayern 25 elektrifizierte Modelle an den Start bringen, 12 davon rein batteriebetrieben. Für die Entwicklung von Roboterautos haben sich die Münchner mit dem US Chipriesen Intel und dem israelischen Kamera Spezialisten Mobileye zusammen getan. Im August hatte sich der italienisch/amerikanische Hersteller Fiat Chrysler dazugesellt. Von den Zulieferern sind Continental, Delphi und Magna an Bord. +++

+++ Kfz Zulassungsbehörden haben damit begonnen, nicht umgerüstete Volkswagen DIESEL fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen. In zehn Fällen seien bereits Stilllegungsverfügungen für manipulierte Dieselautos erlassen worden. Insgesamt seien rund 90 Autobesitzer aufgefordert worden, ihre Fahrzeuge innerhalb von 4 Wochen umrüsten zu lassen, sonst drohe ebenfalls die Stilllegung. Die Behörden verfahren hier aber unterschiedlich. Einige sind demnach kulanter, andere greifen schneller durch. Vor allem das Volkswagen Pickup Modell Amarok steht derzeit im Fokus der Behörden. Mit dem Wagen hatte VW im Januar 2016 mit der Umrüstung der insgesamt betroffenen Autos begonnen. Nach der ersten Mitteilung über den Rückruf haben Autobesitzer 18 Monate Zeit, ihre Wagen umrüsten zu lassen. Die Halter würden in dieser Zeit mehrfach vom Hersteller angeschrieben, sagte eine Sprecherin des Kraftfahrt-Bundesamtes. Für mögliche Stilllegungen seien dann die Zulassungsbehörden zuständig. Auch bei einigen Autos der weiter verbreiteten Modelle Golf, Passat und Polo läuft diese Frist demnächst ab. Laut VW sind in Deutschland inzwischen etwa 2 Millionen Autos aus dem Konzern umgerüstet. Das sind gut 90 Prozent der insgesamt 2,2 Millionen ursprünglich betroffenen Autos von Volkswagen, Audi, Skoda und Seat, die noch in Deutschland auf der Straße unterwegs sind, wie ein VW Sprecher sagte. +++

+++ Der Bosch Konzern rechnet damit, dass der Bau einer Batteriezellen Fabrik 20 Milliarden Euro kosten würde. Die Entscheidung, ob eine solche Fabrik gebaut wird, ist allerdings nach wie vor offen. “Obwohl diese Investitionssumme für Bosch finanziell kein Problem darstellt, muss so eine Entscheidung aus unternehmerischer Sicht wohlüberlegt sein. Es gibt viele Risiken dabei”, sagte Volkmar Denner, der Vorsitzende der Bosch Geschäftsführung. Während Denner selbst im Januar noch eine Entscheidung im Jahr 2017 in Aussicht gestellt hatte, spricht der Bosch Chef jetzt nur noch von “2018”, ohne das näher einzugrenzen: “Wir lassen uns nicht treiben. Bei einer so wichtigen Entscheidung muss man sich die nötige Zeit nehmen”. An der Technologie würde die Sache offenbar nicht mehr scheitern. Bosch hat vor gut 2 Jahren ein Unternehmen mit speziellen Kompetenzen für Festkörper Batterien gekauft und seither die Forschung an dieser Technologie voran getrieben, die einige Vorteile gegenüber dem bisher verwendeten Lithium/Ionen Material hat. Schwieriger ist die Entscheidung mit Blick auf die unsicheren Rahmenbedingungen. Da sich der Markt für ELEKTRO Autos gerade erst entwickelt, ist völlig unklar, wo das größte Wachstum in welchem Tempo stattfinden wird, welche neuen Hersteller Bedeutung haben werden und nach welchen Kriterien diese ihren Batteriebedarf decken würden. Das Szenario von Bosch geht offenbar davon aus, dass bis zum Jahr 2030 knapp die Hälfte aller auf der Welt produzierten Autos eine Batterie brauchen würde, was bedeutet, dass Batteriekapazitäten von 1.000 Gigawattstunden benötigt würden. Im Bestreben, eine führende Position zu erreichen, gehe man von einem Marktanteil von 20 Prozent aus, so dass Bosch Batterien mit 200 Gigawattstunden Leistung produzieren müsste. Die auf diese Kapazität ausgelegte Fabrik wird auf Investitionskosten von 20 Milliarden Euro geschätzt. Zum aktuellen Geschäftsverlauf sagte Denner, er sei “sehr zufrieden”. Das Wachstum liege deutlich über dem geplanten Plus von 3 bis 5 Prozent. Der Zuwachs dürfte also im hohen einstelligen Prozentbereich liegen, mit entsprechend positiven Wirkungen auf das Ergebnis. +++

+++ In 2018 kommt die dritte Auflage der MERCEDES B-Klasse. Das Konzept bleibt weitgehend erhalten, wird aber in einigen wesentlichen Punkten verändert: Das aktuell eher unruhige B-Klasse Design wird deutlich sachlicher, ausgewogener, skulpturhafter. Größere Räder und breitere Schultern lassen den neuen Mercedes selbstbewusster und souveräner erscheinen. Dank einer neuen Plattform wird Gewicht gespart. Der Innenraum dürfte weitgehend aus der neuen A-Klasse kommen, die im selben Jahr vorgestellt wird: digitale Anzeigen, einfachere Bedienung und ein neues Infotainment inklusive. Auch die Auswahl an Assistenzsystemen nimmt zu. Die beiden Basismotoren, ein 1,5 Liter Diesel und ein 1,6 Liter-Benziner, dürften ausgedient haben. Immerhin hat Mercedes mit Renault gerade neue Motoren entwickelt: Autointernationaal.nl rechnet mit einem neuen 2,0 Liter Diesel in der Motorenpalette der kommenden B-Klasse und eind 1,3 Liter Benziner. Gerüchteweise laufen außerdem bereits die Arbeiten an einem Plug-in-Hybrid und einer vollelektrischen Version. Marktstart ist in der zweiten Hälfte 2018. +++

+++ Kurzarbeit in Verwaltung und Entwicklung, weniger Leiharbeiter in den Werken: Der Autohersteller OPEL hat sich mit seinem Betriebsrat und der IG Metall auf eine soziale Rahmenvereinbarung geeinigt, mit der das Arbeitsvolumen an den deutschen Standorten mit derzeit noch rund 19.000 Beschäftigten schnell und sozialverträglich verringert werden soll. Dies teilten die Beteiligten in einer gemeinsamen Erklärung am Opel Stammsitz Rüsselsheim mit. “Damit schaffen wir die Voraussetzung, unseren Unternehmensplan Pace nun mit noch mehr Tempo umzusetzen”, erklärte Opel Chef Michael Lohscheller. Auf dem Weg in eine profitablere Zukunft will die jüngste Tochter des französischen PSA Konzerns unter anderem ihr Altersteilzeitprogramm bis auf den Jahrgang 1960 ausweiten. “Wir bieten auch Vorruhestandsregelungen an für Menschen, die 36 Monate vor dem frühestmöglichen Renteneintritt sind”, sagte Lohscheller. “Wir denken, dass ist ein gutes und zeitlich unbegrenztes Angebot, das alle unseren Mitarbeiter dann wahlweise nehmen können”. Ab dem Jahreswechsel will Opel neue Kurzarbeit für mindestens 6 Monate in der Verwaltung und im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum bei der Arbeitsagentur anmelden. Im Montagewerk Eisenach werde die bereits genehmigte Kurzarbeit im neuen Jahr fortgeführt. Lohscheller nannte keine Zahl der betroffenen Mitarbeiter. Über die Ziele sei man sich einig, sagte Lohscheller: “Es geht darum, dass wir kurzfristig unsere Personalkosten auf das Vergleichsniveau der Industrie verbessern. Wir haben gute Wege gefunden, das zeitnah zu machen. Das ist auf der einen Seite sehr gut für unser Unternehmen, aber es sind auch sehr attraktive Angebote für die Mitarbeiter”. In den Produktionswerken Rüsselsheim und Kaiserslautern setzt das Management darauf, die Anzahl der Leiharbeiter deutlich zu reduzieren. Ab dem 1. April 2018 sollen zudem massenhaft 40 Stunden Verträge der Stammbelegschaft wieder auf die tarifliche Arbeitszeit von 35 Stunden zurückgeführt werden. Auch hier wurden keine konkreten Zahlen genannt. Der Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug nannte die Vereinbarungen zu Altersteilzeit und Vorruhestand attraktiv. “Wichtig ist auch, dass für die nächsten Schritte die Mitbestimmung und die bestehenden Tarifverträge umfassend berücksichtigt werden”. Mit den sozialen Themen kündigte Opel auch an, den Opel Einkauf künftig in einer gemeinsamen Struktur mit den anderen Konzernmarken Peugeot, Citroën und DS zu organisieren. Der gemeinsame Einkauf soll alleine rund 30 Prozent des angepeilten Einsparvolumens von zunächst jährlich 1,1 Milliarden Euro drücken. Ab 2020 sollen die Gesamteinsparungen sogar 1,7 Milliarden Euro jährlich betragen. Im Interview mahnte PSA Chef Carlos Tavares zu einem radikalen und schnellen Umbau. Es komme auf die Opel Ingenieure selbst an, wie viele von ihnen in ein paar Jahren noch gebraucht würden. “Wenn wir unseren Plan rigoros umsetzen, wird es jede Menge Arbeit geben. Wenn nicht, haben wir alle massive Probleme, ganz klar”. Lohscheller bekräftigte Ankündigungen aus dem November, dass sowohl in Eisenach als auch in Rüsselsheim neue Modelle auf PSA Plattformen gebaut werden sollen, die auch in elektrischen Varianten angeboten werden können. Für das Komponentenwerk Kaiserslautern habe man wie für die sämtliche anderen Standorte einen Investitionsplan erarbeitet, zu dem aber noch keine Einzelheiten genannt wurden. Bei seiner neuen Exportstrategie setzt Opel voll auf die Starthilfe der Konzernmutter PSA. “Es ist natürlich immer leichter, wenn PSA in den Ländern schon eine Struktur hat”, sagte Lohscheller. “Das macht den Markteintritt einfach schneller und effizienter, so dass wir dort auch sofort Geld verdienen”. Opel hatte vor rund einem Monat angekündigt, rund 20 neue Märkte beliefern zu wollen, um die Auslastung der Werke in Europa zu steigern. In Südafrika habe das Unternehmen jetzt einen neuen Importeur ausgewählt, sagte der Manager. Auf Basis der PSA Technik wolle Opel dort insbesondere mit dem neuen Corsa eine große Rolle spielen. “So gehen wir auch in Märkte wie Argentinien, Kuwait und Saudi Arabien”, sagte Lohscheller. Auch in China sei PSA schon vertreten mit eigener Fertigung und einem lokalen Partner. “Das macht die Eintrittsbarrieren für uns niedrig”. Eine Entscheidung über den Markteintritt in China sei aber noch nicht getroffen. Der einstmals glanzvolle Autohersteller Opel hat unter der Ägide des Vorbesitzers General Motors seit 1999 keinen Jahresgewinn mehr geschafft. Zum 1. August dieses Jahres hatte die Peugeot/Citroën/DS Mutter PSA das Unternehmen samt der britischen Schwestermarke Vauxhall und 38.000 Mitarbeitern in ganz Europa übernommen. +++

+++ PLUG-IN Hybridfahrzeuge, also Benziner mit zusätzlichen Elektromotor und Steckdosenanschluss, sind besser als ihr Ruf, das zeigt eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System und Innovationsforschung. Autos mit Plug-in Hybridantrieb, die über eine reale elektrische Reichweite von etwa 60 Kilometern verfügen, fahren der Studie zufolge genauso viel elektrisch wie reine Batteriefahrzeuge, nämlich bis zu 15.000 Kilometer pro Jahr. Deshalb ist ihr CO2 Reduktionspotenzial ebenso groß wie das von Elektroautos mit reinem Batterieantrieb. Berücksichtigt man noch, dass die kleineren Batterien der Plug-in Hybride in der Produktion weniger CO2 verursachen, fällt die Bilanz sogar positiver aus als bei reinen E-Autos. Die Forscher halten vor diesem Hintergrund Plug-in Hybride für eine gute Ergänzung zu Batteriefahrzeugen, um das Ziel der Treibhausgasreduktion zu erreichen. Der ökologische Effekt von Plug-in Hybridfahrzeugen ist umstritten. Zum einen, weil Kritiker vermuten, dass die Akkus dieser Fahrzeuge nicht regelmäßig genug aufgeladen werden. Dieses Argument widerlegt die Fraunhofer Studie nun zumindest teilweise, für die die Fahrdaten von 49.000 E-Autos und 73.000 Plug-in Hybriden verglichen wurden. Berücksichtigt wurde jedoch nur die Fahrtstrecke, nicht der Verbrauch. So benötigen Plug-in Hybriden mehr Energie als vergleichbare reine E-Autos, weil sie noch den konventionellen Antriebsstrang mitschleppen müssen. Bei leeren Batterien wiederum erhöht der dann unnütz große Akku das zu bewegende Gewicht und damit den Spritverbrauch. +++

+++ Eine unabhängige Studie wirft dem VOLKSWAGEN Konzern Repressalien gegen Oppositionelle in seinen brasilianischen Fabriken während der Militärdiktatur (1964-85) vor. “Der Werkschutz überwachte oppositionelle Aktivitäten seiner Beschäftigten und erleichterte durch sein Verhalten die Verhaftung von mindestens 7 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern”, heißt es in einer nun in Brasilien vorgestellten Untersuchung des Historikers Christopher Kopper von der Universität Bielefeld. Der VW Konzern hatte sie selbst in Auftrag gegeben, er will auf die damaligen Opfer zugehen. Überschattet wurde die Vorstellung in São Bernardo do Campo von einem Boykott durch die damaligen Opfer um den Arbeiter Lucio Bellentani, der dem Konzern trotzdem ein unzureichendes Zugehen auf die Diktaturopfer vorwirft. Da sie eine Einladung ablehnten, reiste auch nicht wie erst geplant Personalvorstand Karl-Heinz Blessing an, um mit den Opfern zu sprechen, wie ein VW Sprecher mitteilte. Volkswagen do Brasil ist seit 1953 im fünftgrößten Land der Welt aktiv und beschäftigt dort rund 20.000 Menschen. Nach der Aussage von Lucio Bellentani ließ der VW Werkschutz nicht nur seine Verhaftung, sondern auch seine Misshandlung durch die Politische Polizei auf dem Werksgelände geschehen. “Die Korrespondenz mit dem Vorstand in Wolfsburg zeigt bis 1979 eine uneingeschränkte Billigung der Militärregierung”, so Kopper. VW wollte sich so ein gutes Marktumfeld sichern. “Die staatliche Kontrolle der Lohnentwicklung und der Gewerkschaften hielten die Löhne auf einem niedrigeren Niveau als in einer pluralistischen Demokratie”. VW prüft auch Opferentschädigungen. Ein Sprecher betonte, man arbeite mit den Behörden in Brasilien zusammen, bisher sei aber keine Anklage erhoben worden. “Es bleibt abzuwarten, wie die Staatsanwaltschaft die Studie bewertet”, so der VW Sprecher. +++

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