Tagesschau

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+++ BMW hat im Münchner Vorort Unterschleißheim sein Entwicklungszentrum für selbstfahrende Autos eröffnet. In dem Campus sollen in Kürze rund 2.000 Ingenieure und IT Experten am Auto der Zukunft arbeiten. Bis zum Jahr 2021 will BMW sein erstes autonom fahrendes Serienauto vom Band rollen lassen. Bei der Eröffnung des Campus sagte BMW Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich auch mit Blick auf die Unfälle selbstfahrender Autos von Tesla und Uber in den Vereinigten Staaten: “Die Herausforderungen beim autonomen Fahren sind enorm”. Aber es könne die Unfallzahlen senken, den Verkehrsfluss verbessern und neue Geschäftsmodelle auch für die Autobauer eröffnen. In Unterschleißheim arbeiten bereits etwa 1.000 Experten von BMW, dem amerikanischen Chiphersteller Intel und anderen Technologieunternehmen an einer gemeinsamen, für viele Hersteller nutzbaren Plattform für vernetzt und autonom fahrende Autos. Auch Fiat Chrysler gehört zu den Partnern. 40 Testautos sind bereits im Einsatz. Fröhlich sagte, Millionen Testkilometer seien nötig; ein Hersteller allein könne die Herausforderungen nicht meistern. BMW will seinen Aufwand für Forschung und Entwicklung dieses Jahr abermals steigern. Und zwar um beinahe eine Milliarde auf rund sieben Milliarden Euro steigern. +++

+++ Der Präsident von CHINA , Xi Jinping, hat angekündigt, die Wirtschaft seines Landes zu öffnen und Einfuhrzölle auf Produkte wie Autos zu senken. In einer ersten Reaktion darauf gab sich der Automobilverband VDA verhalten optimistisch. Der chinesische Präsident will die mächtigste Wirtschaftsnation Asiens laut einem Bericht des amerikanischen Senders CNBC Richtung Westen öffnen und die Einfuhrzölle für verschiedene Produkte wie Automobile deutlich senken. Neben der Reduzierung der aktuell 25prozentigen Automobilzölle planen die Chinesen, die Strafabgaben auf verschiedene Produkte zu senken, um das Investitionsumfeld für internationale Unternehmen zu verbessern. Auf einem Finanzgipfel soll Xi Jinping gesagt haben, dass China keine Handelsüberschüsse anstrebe und den ehrlichen Wunsch habe, Importe zu erhöhen und ein besseres Gleichgewicht der internationalen Zahlungsströme zu erreichen. Die Äußerungen des chinesischen Präsidenten dürften nach langen Querelen dazu beitragen, die wachsenden Spannungen zwischen den USA und China zu beruhigen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Änderungen der aktuellen Einfuhrbedingungen schrittweise durchgeführt werden, um bestehende Investitionen zu schützen und die lokale Produktion aufrechtzuerhalten. Der Automobilverband VDA gab sich nach der Ankündigung Pekings verhalten optimistisch. “Das ist ein sehr positives Signal für die internationale Handelspolitik”, sagte VDA-Präsident Bernhard Mattes. “Es wäre gut, wenn sich China weiter in diese Richtung bewegt und seine Ankündigungen zur Marktöffnung in die Tat umsetzt”. Jedes fünfte Auto, das in China zugelassen werde, trage ein deutsches Markenzeichen, sagte der VDA Chef. Für die deutschen Hersteller und Zulieferer sei China nicht nur Exportmarkt, sondern vor allem auch ein wichtiger Produktionsstandort: “Daher sind neben Zollsenkungen insbesondere auch die angekündigten Verbesserungen bei den Investitionsbedingungen für ausländische Unternehmen wichtig”. +++

+++ Während der Volkswagen Konzern vor dem größten personellen Umbruch der vergangenen Jahre steht, arbeitet Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler bereits an neuen Allianzen. Fernab der Zentrale kündigte er in Tokio an, mit der Toyota Truck Tochter HINO Verhandlungen um eine umfassende Kooperation zu beginnen. Toyota besitzt 51 Prozent der Anteile an Hino. Technisch geht es um eine Zusammenarbeit bei konventionellen Antrieben, Hybridtechnik, Elektro-Trucks, der andauernden Internetverbindung der Laster und autonomen Fahrtechniken, sagte Renschler. Auf der Ebene der Organisationen läge das größte Potenzial im gemeinsamen Einkauf. Hino Chef Yoshio Shimo ergänzte, dass es darüber hinaus auch um die Ergänzung der Produktlinien in den verschiedenen Regionen ginge. Alle Bereiche seien für das andere Unternehmen offen, betonte Renschler. “Zusammen mit den Stärken von Hino haben wir das Potenzial, viel schneller als bisher zu sein”, begründete Renschler den Deal. Dies wäre für beide Firmen ein Wettbewerbsvorteil. Die Gespräche hätten voriges Jahr begonnen, erklärte Renschler. Nun nach der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung könnten die eigentlichen Verhandlungen beginnen. “Die Arbeit beginnt jetzt”, so Renschler. Einen genauen Zeitrahmen nannte er nicht. Aber versprach, dass beide Seiten würden versuchen, die Allianz sehr schnell zu verwirklichen. Während Volkswagen mit seinen Marken MAN und Scania in Europa stark aufgestellt ist, gehört Hino in Asien zu den führenden Anbietern. Vor dem geplanten Börsengang des VW Nutzfahrzeuggeschäfts unterstreicht Renschler damit die globalen Ambitionen seiner Truck & Bus Sparte. +++

+++ Welches ist das beliebteste Auto in Deutschland? Anhand der NEUZULASSUNG Statistik des Kraftfahrtbundesamtes aus dem März 2018 habe ich die meist verkauften Modelle extrahiert. Mit dabei sind der Volkswagen T-Roc und der Mitsubishi Space Star. In den Top50 der deutschen Neuzulassungen steht auch im März erneut der Volkswagen Golf unangefochten an der Spitze. Das ist keine Überraschung. Dahinter kommt aber langsam Bewegung ins Spiel. Auf Rang2 steht zwar weiter der Tiguan, der ebenfalls aus dem Volkswagen Stall stammt, aber bereits auf Rang3 vorgeschoben hat sich bereits der Ford Focus, und der ist fast in Schlagdistanz zum Tiguan. Mit dem Aufstieg des Ford rutscht die weitere Volkswagen Konzern-Phalanx entsprechend weiter hinter. Der Passat steht nur noch auf Platz4, gefolgt vom Polo und dem Skoda Octavia sowie dem Touran. Komplettiert werden die Top10 durch die Mercedes C-Klasse, den Audi A4 und den BMW 2er. Der Mini hat sich bereits bis auf Rang11 vorgerobbt, der Ford Kuga steht auf Platz13. Mit einem sensationellen Rang28 steht der Mitsubishi Kleinwagen Space Star in der März Statistik. 2 Plätze dahinter folgt schon der ebenfalls neu in die Top50 eingestiegene Volkswagen T-Roc. Zurück in den Top50 ist der T6 Transporter, der nach seinem vorübergehenden Zulassungsstopp wieder zu alter Form aufläuft. Weit abgestürzt ist dagegen der Opel Corsa, der von Rang9 im Vormonat auf Platz 33 im März durchgereicht wurde. Zu den weiteren Neueinsteigern in den Top50 zählen der Opel Crossland X auf Rang42 und der Dacia Duster auf Platz45. Platz50 sichert sich im März der Renault Kadjar, der damit den Markenbruder Captur aus dieser Liste verdrängt. Zulassungsstärkstes Importmodell ist, wie bereits erwähnt, der Skoda Octavia, stärkster Brite der Mini auf 11. Spanien wird erstmals vom Seat Leon auf Platz22 vertreten, Japan greift auf Rang23 mit dem Nissan Qashqai in die Top50 ein, Fiat folgt auf Platz25 mit dem 500er. Bestplatzierter Koreaner ist auf Rang31 der Hyundai i20, der Dacia Duster trägt die rumänischen Farben auf Rang45, Renault und Frankreich darf erst auf Rang47 mit dem Clio mitspielen. +++

+++ Der PSA Konzern plant eine Streichung von 140 Arbeitsplätzen in die Motoren und Getriebe Werk von OPEL in Aspern / Österreich. Derweil dürfen sich die Topmanager auf Sonderboni freuen. Trotz der geplanten Stellenkürzungen soll die Auslastung der Produktionsstätte in nächster Zeit erhöht werden. Die Kürzungen am Standort Aspern sind dabei Teil der Opel Maßnahmen zur Kostensenkung an verschiedenen Standorten. In den vergangenen Wochen wurde bekannt, dass Aspern einer von zwei Standorten sein wird, um zusätzliche Volumina des MB6-Getriebes für die Ausstattung von leistungsstärkeren SUV zu produzieren. Gewerkschaften und Arbeiter hoffen, dass dem österreichischen Standort zeitnah Aufträge für weitere Volumina erteilt werden. Freuen können sich PSA CEO Carlos Tavares und Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon über einen Sonderbonus von 1 Million Euro bzw. 500.000 Euro, den der Aufsichtsrat zur Abstimmung stellen wird. Er soll gezahlt werde für die schnelle Eingliederung von Opel in die PSA Gruppe und den entsprechenden Kostensenkungsplan Pace. Das Gesamtvergütungspaket für das Jahr 2017 würde für Tavares damit bei 6,7 Millionen und für Chatillon bei 2,8 Millionen Euro liegen. +++

+++ PORSCHE hat zum Start ins Jahr 2018 vor allem von einer starken Nachfrage aus den USA und Europa profitiert. Weltweit lieferte der Sport und Gelände Wagenbauer im ersten Quartal knapp 63.500 Fahrzeuge aus, 6 Prozent mehr als im ersten Quartal 2017. In den USA legte die Zahl um 10 Prozent zu, in Deutschland und in Europa insgesamt um 8. Im größten Einzelmarkt China blieb das Plus bei den Auslieferungen mit 3 Prozent unter dem Durchschnitt, wie Porsche am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich der Modelle verzeichnete die neue Version des Viertürers Panamera den größten Zuwachs. Das meistverkaufte Modell ist aber der Macan, auf den ein gutes Drittel aller Auslieferungen entfällt. +++

+++ TESLA baut seine Modellpalette kräftig aus. Auf einer Aktionärsversammlung zeigte Boss Elon Musk ein erstes Bild vom neuen Tesla Model Y. Laut Insidern startet die Produktion des neuen Crossover-Modells im November 2019. Dass Tesla das Model Y als vierte Baureihe auf den Markt bringen wird, ist nicht neu. Bereits 2015 hatte Musk das Model Y per Twitter angekündigt. Und auch Teslas Technik-Vorstand JB Straubel schlug im Jahr 2016 in die gleiche Kerbe und kündigte ein entsprechendes E-Auto auf Basis des Model 3 an. Ursprünglich hat es von Tesla Boss Elon Musk geheißen, das Model Y sollte nicht auf der Plattform des Model 3 stehen. Stattdessen baue Tesla eine eigene Plattform auf, die nicht mehr über eine 12 Volt Batteriearchitektur verfüge und deutlich preiswerter zu produzieren sei. Hier lag der Schluss nahe, dass der kalifornische E-Auto Bauer eine Plattform mit 48 Volt Spannung kreiert. Jetzt rudert Musk zurück und erklärte, dass ihn sein Team überzeugt habe, dass das Model Y auf der Plattform des Model 3 aufbauen wird, auch um das Modell schneller auf den Markt zu bringen. Das bedeute, dass Model Y habe “ein relativ niedriges Technik- und Produktions-Risiko”. Ein genaues Datum für den Marktstart nannte er nicht. Allerdings haben sich 2 nicht näher genannte Insider gegenüber der Nachrichten-Agentur Reuters geäußert: Das Model Y soll ab November 2019 vom Band laufen. Aktuell nimmt Tesla für die Produktion Angebote von Zulieferern entgegen. Produktionsort ist das Werk im kalifornischen Fremont. Dieses Werk kaufte Tesla im Mai 2010 für 69 Millionen Dollar (aktuell umgerechnet zirka 56 Millionen Euro) von einem Joint Venture zwischen General Motors und Toyota, aus dem sich GM während seiner Insolvenz 2009 zurückzog. In China baut Tesla das Model Y ab Ende 2021. +++

+++ TOYOTA plant, bis zum Jahre 2020 in Thailand einen Produktionsstandort für Hybridbatterien aufzubauen. Das Werk soll in der Provinz Chachoengsao östlich von Bangkok liegen, wo die Japaner bereits eine Fahrzeugproduktion betreiben. Toyota ist damit der erste Autohersteller, der die Anreize der thailändischen Regierung für eine lokale Produktion von Fahrzeugen mit alternativem Antriebsstrang erhält. Die thailändische Regierung hat jüngst Änderungen der Verbrauchsteuersätze angekündigt, die darauf abzielen, die Einführung entsprechender Fahrzeuge in dem asiatischen Staat zu begünstigen. Bis zum Jahre 2036 sollen 1,2 Millionen Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybriden auf Thailands Straßen unterwegs sein. Inzwischen hat die Regierung Toyotas Plan genehmigt, 19 Milliarden THB (578,7 Millionen Dollar) in das Land zu investieren, um dort Hybrid Fahrzeuge zu produzieren. Die Japaner wollen pro Jahr bis zu 70.000 Hybridfahrzeuge montieren, 70.000 Hybridbatterien herstellen und jährlich 9,1 Millionen Automobilkomponenten wie Türen, Stoßstangen und Achsen zu produzieren. IHS Markit prognostiziert, dass die jährliche Produktion von Fahrzeugen mit alternativem Antriebsstrang in Thailand bis zum Jahr 2020 auf über 121.400 Einheiten ansteigen wird, gegenüber 11.454 Einheiten im Jahr 2017. +++

+++ Im VOLKSWAGEN Konzern kündigt sich eine größere Veränderung im Vorstandsressort an. Nach Insiderinformationen wird CEO Müller von VW-Markenchef Herbert Diess abgelöst. Das Unternehmen erwägt eine Weiterentwicklung der Führungsstruktur für den Konzern, die auch mit personellen Veränderungen im Vorstand und mit Änderungen bei den Ressortzuständigkeiten im Vorstand verbunden wäre. Dazu könnte auch eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden gehören. Auf Grundlage dieser Ankündigung führt Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch derzeit Gespräche mit verschiedenen Mitgliedern des Aufsichtsrates und des Vorstands. Auch VW CEO Matthias Müller habe, so VW, seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken. Aus Aufsichtsratskreisen hieß es, dem seit Herbst 2015 amtierenden Müller werde intern Entscheidungsschwäche vorgeworfen. Das soll nun mit Herbert Diess, derzeit VW Markenchef, als neuen Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzern besser möglich sein. Die Eigentümer Familien (geführt von Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch) sollen bereits seit Monaten den Führungswechsel geplant haben. Aufsichtsratsboss Pötsch soll dabei von Anfang an involviert gewesen sein. Der massiv in der Kritik stehende Audi Markenboss Rupert Stadler soll von der Umstrukturierung nicht betroffen sein; ein offizielles Statement steht noch aus. Auch die Porsche Automobil Holding SE an der die Familien Porsche und Piëch rund 52 Prozent halten, kündigte in einer kurzen Mitteilung an, das personelle Veränderungen im Vorstand der Volkswagen AG auch zu einer “entsprechenden personellen Veränderung im Vorstand der Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart führen” könne. Zu dessen Vorstand gehören neben Hans Dieter Pötsch sowie Manfred Döss und Philipp von Hagen auch der VW Vorstandsboss Matthias Müller. Das nährt weiter die Annahme, dass der aktuelle VW Konzern Boss Müller wohl seinen Hut nehmen muss. Der 64-Jährige machte in der Vergangenheit bei der Aufarbeitung und Abwicklung des Volkswagen Abgasskandals keine gute Figur, sein Vertrag läuft noch bis 2020. Unterdessen wurde auch eine weitere Personalie bekannt. So soll Personalvorstand Karlheinz Blessing abgelöst werden und durch Gunnar Kilian, Generalsekretär des VW-Betriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh, ersetzt werden. Am 3.5.2018 findet in Berlin die ordentliche Hauptversammlung des Konzerns statt. Nach Informationen des Spiegel werden die Marken innerhalb des Konzerns zusammengefasst. So bilden die Volumenmodelle mit der Kernmarke VW sowie Skoda und Seat eine Gruppe. Bei den Sportwagen werden Porsche, Bugatti und Lamborghini subsumiert, die Oberklasse Gruppe beinhaltet Audi und Bentley. Darüber hinaus sollen die Nutzfahrzeuge von MAN, Scania AB und die leichten Nutzfahrzeuge zusammengefasst werden. Es könnte auch noch zu einer Abtrennung der Lkw-Sparte in eine eigenen börsennotierte Holding kommen. +++

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