Tagesschau

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+++ Es war sogar der Motor aus dem Alfa 4C vorgesehen … Gerüchte um eine ABARTH Version des Fiat 500X halten sich nun schon seit nahezu 4 Jahren. Im Oktober 2014 hatten die Italiener bereits mit einem heißen Crossover geliebäugelt. Zumindest meinte Fiats Vize-Design-Chef Roberto Giolito damals, dass der 500X “ein gutes Auto für Abarth” sei. Im September 2018 ist davon leider immer noch nichts zu sehen. Ein potenter 500X? Fehlanzeige. Erst letzte Woche haben die Turiner ein Facelift für das kompakte Crossover gezeigt, eine Sportversion war dabei ganz offensichtlich nicht auf der Agenda. Nun sieht es so aus, als wäre das Projekt endgültig gestorben. Das zumindest sagt der Produktmanager des Fiat 500X. In einem Interview sagte Nicolino Paolo, er glaube zwar noch immer, dass eine Abarth Variante des 500X eine gute Idee war und ist, es aber in der vorhersehbaren Zukunft einfach nicht passieren würde. Die Entwicklung einer Performance-Variante wäre einfach zu teuer, vor allem im Hinblick auf das eher überschaubare Kunden-Potenzial. Das ist natürlich sehr schade. Eine dynamischere, wild röhrende und spratzelnde Sportversion hätte dem Image des 500X vermutlich sehr gut getan. Und einen Prototypen gab es auch schon. Er wurde sogar mit verschiedenen Motoren getestet. Und hier wird es nochmal richtig interessant. Denn neben dem bekannten 1,4 Liter Turbo mit bis zu 180 PS aus den kleinen Abarth 595 und 695 Zwergraketen, quetschten die Ingenieure auch den 1,75 Liter Turbo aus dem Alfa 4C in den 500X Motorraum. Mit 240 PS und 350 Newtonmeter Drehmoment wäre sicher einiges los gewesen im 500X Land. So müssen wir uns wohl damit begnügen, dass es laut Paolo immerhin eine etwas sportlichere Version des Fiat Crossovers geben wird. Sie folgt auf den 500X S-Design und soll innerhalb der nächsten 12 Monate in den Verkauf gelangen. +++

+++ BMW hat im August beim Absatz an Fahrt aufgenommen. Der Münchner Autobauer verkürzte damit den Rückstand zum Erzrivalen Mercedes-Benz. Wie der Konzern am Firmensitz in München mitteilte, sei im August die Zahl der verkauften Autos der Marke BMW um 3,2 % auf 151.633 gestiegen. Damit konnten die Münchner beim Absatz auf Monatsbasis fast zur Daimler Marke Mercedes-Benz aufschließen. Die Stuttgarter mussten im August einen Absatzeinbruch von 8,5 % auf knapp 156.000 hinnehmen. Im bisherigen Jahresverlauf haben die Stuttgarter aber mit 1,512 Millionen (plus 1,1 %) verkauften Mercedes-Benz-Autos noch deutlicher die Nase vor BMW. Die Münchener konnten den Absatz in den ersten 8 Monaten um 2 % auf 1,365 Millionen steigern. Besonders gut kamen beim Kunden die Fahrzeuge der 5er-Baureihe an. Sie legten im August auf um fast 14 % auf 27.715 Fahrzeuge zu. “Trotz Herausforderungen und äußerst wettbewerbsintensiver Bedingungen in einigen wichtigen Märkten hat die BMW Group sowohl im Berichtsmonat als auch seit Jahresbeginn ein leichtes Absatzplus erzielt”, sagte Vertriebsvorstand Pieter Nota. Großer Beliebtheit erfreuen sich nach wie vor die SUV. Die weltweiten Auslieferungen der X-Modelle erreichten 57.129 Einheiten, ein Zuwachs von 14,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Wie der Unternehmen weiter mitteilte, ist das Wachstum vor allem auf die verbesserte Verfügbarkeit des X3 zurückzuführen. Der Absatz des X3 stieg im August um 73,3 % auf 17.447 Fahrzeuge. Die BMW Tochter Mini kam in den ersten 8 Monaten des Jahres auf einen Absatz von 229.204 Einheiten weltweit. Das bedeutet einen Rückgang von 0,7 %. +++

+++ CADILLAC versucht seit Jahren in Europa Fuß zu fassen. Bislang vergeblich. Zuletzt wollte man vor 2 Jahren auf dem europäischen Markt durchstarten. Als der neue CT6 und der XT5 in 2016 vorgestellt wurden, kündigten die Verantwortlichen für das Jahr 2020 ein Absatzziel von europaweit 10.000 Fahrzeugen an. Doch von diesem Ziel hat sich die General Motors Tochter mittlerweile verabschiedet. Dem damaligen Optimismus folgte die Ernüchterung: 2017 setzte Cadillac auf dem hart umkämpften europäischen Premiummarkt gerade einmal 944 Fahrzeuge ab. Mit einem solchen Absatz bewegt man sich auf der Straße unter der Wahrnehmungsschwelle. “Wir sind vom Volumen eine kleine Marke, die auf der Straße damit nicht präsent ist”, räumt Europachef Felix Weller im Gespräch mit der Autogazette offen ein. Cadillacs sind und bleiben in Europa Exoten. Das trifft entsprechend auch auf Deutschland zu: hier verzeichnete die Marke in den ersten 8 Monaten des Jahres nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) gerade einmal 372 Neuzulassungen. Das Gros der Zulassungen entfiel dabei auf den Escalade (128 Einheiten) und den XT5 (105). Es sind ernüchternde Zahlen, auch für Weller. Er ist vor nun 2 Jahren angetreten, die Wahrnehmung der Marke zu verändern. Fragt man Weller nach seinen Absatzzielen, gibt er sich zurückhaltend, er sagt realistisch. Das vor 2 Jahren ausgegebene Ziel von 10.000 Fahrzeugen bis 2020 sei vom Tisch, sagt er. Wenn Weller bis dahin 5000 Autos in Europa absetzen würde, wäre er damit mehr als zufrieden. In dieser Zahl enthalten sind dann aber auch die Chevrolet Corvette und der Camaro. Von ihnen wurden in Europa im Vorjahr 1884 bzw. 628 Einheiten abgesetzt. Für neuen Absatzschub soll ab dem vierten Quartal des kommenden Jahres der XT4 sorgen, ein Kompakt-SUV. Vorgestellt wurde er am vergangenen Freitag in Seattle. Auf ihm ruhen nicht nur die Hoffnungen der US-Amerikaner, sondern auch die von Weller. Schließlich sei man mit diesem Auto in einem der am stärksten wachsenden Segmente unterwegs. Die Konkurrenz in diesem Segment hat es in sich: Der XT4 tritt dort gegen einen Audi Q3, einen Mercedes GLA oder auch einen BMW X1 an, um nur die deutsche Premiumkonkurrenz zu nennen. Entsprechend haben die US-Amerikaner ihren neuen Hoffnungsträger alles mitgegeben, um Erfolg zu haben: ein ansprechendes Design, einen wertigen Innenraum, eine gute Fahrdynamik, einen effizienten 2.0 Liter-Motor mit 240 PS und das zu einem attraktiven Preis. Der Preis für Europa steht noch nicht fest, er soll sich aber irgendwo um die €57.000-60.000 bewegen. Beim XT4 soll es natürlich nicht bleiben. Bis 2021 wollen die Amis alle 6 Monate ein neues Modell auf den Markt bringen, und darunter werden weitere SUVs sein. Nun ist es an Weller und seinem Team in der Europazentrale in der Nähe von Zürich die Kunden davon zu überzeugen, es einmal mit einem Cadillac statt mit einem Audi, BMW oder Mercedes zu probieren. Dabei versucht man mit möglichst kreativen Aktionen potenzielle Kunden zu erreichen. Dazu gehört beispielsweise das Cadillac Haus in München. Hier hat man im August 2017 einen Begegnungsort geschaffen, in dem man abseits eines klassischen Autohauses in Lounge-Atmosphäre die Marke präsentierte. “Ein geringer Marketing-Etat macht einen kreativer”, sagt Weller. Angesichts des im Vergleich zur Konkurrenz signifikant geringeren Werbebudgets brauche man erst gar nicht versuchen, da nur mit klassischen Anzeigen oder TV-Spots für Aufmerksamkeit zu sorgen. “Da muss uns schon mehr einfallen als die klassischen Mittel der Werbung”. Um die Kunden davon zu überzeugen, es einmal mit einem Cadillac zu versuchen, setzt man unter anderem auf ‘Book by Cadillac’. Dahinter steckt ein Abo-Modell, mit dem der Kunde die gesamte Modellpalette inklusive Camaro und Corvette nutzen kann. Derzeit wird das Abo-Modell in München ausprobiert. Wer dort ein entsprechendes Auto aus dem Angebot der US-Amerikaner nutzen will, kann dies flexibel tun. Innerhalb von 48 Stunden bekommt er das Auto vor die Tür gestellt. Im Monatspreis von €1.700 sind alle Kosten von Versicherung, Wartung, Anlieferung etc. enthalten. Wer das Angebot länger als einen Monat nutzen will, für den vergünstigt sich der Preis. “Die Nachfrage ist so vielversprechend, dass wir es auf andere Städte ausbauen werden”, kündigt Weller an. Geplant ist auch, dass perspektivisch nicht nur Neuwagen, sondern auch Gebrauchtwagen in diesem Abo-Modell angeboten werden, “dadurch reduziert sich für den Kunden auch der Preis”. Der Europachef macht sich auch Gedanken, dass er mittelfristig auch das Elektroauto Chevrolet Bolt ins Angebot aufnimmt. Die Elektrifizierung spiele natürlich eine große Rolle in den Planungen, sagt Weller. Zwar gibt es in den USA das Flaggschiff CT6 als Plug-in-Hybrid, in Europa hat man so etwas aber nicht im Angebot. Doch was nicht ist, kann ja noch werden. Auf lange Sicht kann sich Weller vorstellen, die Marke in Europa komplett zu elektrifizieren. Er spricht von einem Zeitraum von 8 Jahren. Mutig ist eine derart lange Zeitspanne nicht, aber Cadillac steht angesichts seiner geringen Stückzahlen aufgrund der immer strenger werdenden CO2-Vorgaben aus Brüssel auch nicht derart unter Druck wie die Konkurrenten von Mercedes, Audi und BMW den Weg in die E-Mobilität zu gehen: beim Verfehlen der Ziele von 95 g/km bis 2021 drohen ihnen saftige Geldstrafen für jedes nicht erreichte Gramm CO2. Weller jedenfalls hat eine klare Vision, wohin sich die Marke Cadillac in den kommenden Jahren bewegen soll: er will die Marke zu einem Mobilitätsdienstleister im Premiumsegment aufbauen. Nun darf man gespannt sein, ob ihm das mit seinen kreativen Ansätzen gelingt. +++

+++ 1 Million ELEKTRO autos bis zum Jahr 2020; an dieses Ziel hat sich die Bundesregierung lange geklammert. Im Mai des vergangenen Jahres musste die Kanzlerin dann auch öffentlich eingestehen: Daraus wird nichts. Jetzt hat die Nationale Plattform Elektromobilität festgestellt: So, wie sich der Markt derzeit entwickelt, werden voraussichtlich erst im Jahr 2022 eine Million elektrisch betriebene Fahrzeuge auf den deutschen Straßen unterwegs sein. Dabei haben die Anstrengungen der Politik bislang wenig gefruchtet. Sie steht nicht nur in der aktuellen Debatte um die Fahrverbote unter Druck; tatsächlich ist der Verkehrssektor der einzige, in dem die CO2-Emissionen in den vergangenen Jahren sogar leicht gestiegen sind. Das ehrgeizige, schon in der vergangenen Legislatur beschlossene Klimaschutzziel lautet allerdings: Verglichen mit dem Jahr 1990 sollen die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um 40 bis 42 % sinken. Und elektrisch angetriebene Fahrzeuge sollen erheblich dazu beitragen. Zahlenmäßig kommen die Elektroautos noch nicht so richtig in Gang. Gerade einmal 54.000 batterieelektrische Fahrzeuge waren Ende des vergangenen Jahres in Deutschland zugelassen, hinzu kamen 237.000 Hybrid-Fahrzeuge. Die Kaufprämie (Umweltbonus) hilft wenig, wie Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in der vergangenen Woche zugab. €600 Millionen stehen im Fördertopf der Bundesregierung und der Hersteller für Privatleute zur Verfügung, die sich ein solches Auto anschaffen möchten. €4.000 Nachlass gibt es beim Kauf eines Elektroautos, €3000 für einen Plug-in-Hybrid. Doch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zählt Stand 31. August 2018 gerade einmal 75.000 Anträge insgesamt. Der Topf ist also noch prall gefüllt. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der erste Grund lautet schlicht: Für die breite Masse sind Elektroautos immer noch zu teuer. Der amerikanische Elektroautohersteller Tesla hat zwar schon früh allseits bestaunte, aber letztlich doch nur für Reiche finanzierbare Elektroautos auf den Markt gebracht. Selbst das neueste Model 3, als Einsteigermodell gedacht, kostet in Deutschland immer noch knapp €60.000. Die deutschen Hersteller hingegen haben die technische Entwicklung lange verschlafen. In den kommenden Monaten bringen sie nun ihre ersten Premium-Elektroautos auf den Markt. Der Mercedes EQ C etwa hat 408 PS und eine beachtliche Reichweite von 400 Kilometern, wird aber voraussichtlich €80.000 kosten. Für denselben Preis wird das erste Elektroauto von Audi zu haben sein, das über eine ähnliche Reichweite wie der Mercedes verfügen wird. Einige Kleinwagen wie der BMW i3 oder der Renault Zoé hingegen sind schon etabliert, kosten mit €35.000 beziehungsweise €21.000 aber immer noch etwa doppelt so viel wie vergleichbare Wagen mit einem Verbrennungsmotor. Das ist der Grund, warum selbst der industriefreundliche Verkehrsminister von den deutschen Hersteller verlangt, den Deutschen “höchst attraktive Angebote für den Wechsel in saubere Autos” zu machen. +++

+++ MERCEDES hat im August einen Dämpfer beim Absatz hinnehmen müssen. Es ist bereits der dritte Monat in Folge, in dem es für die Schwaben nicht rund läuft. Der Autobauer aus Stuttgart kann derzeit unter anderem wegen Modellwechseln und Auslieferungsstopps die Nachfrage nach seinen Fahrzeugen mit dem Stern nicht bedienen. Im vergangenen Monat ging die Zahl der verkauften Autos der Stammmarke Mercedes-Benz im Vergleich zum Vorjahr erneut um 8,5 % auf 155.918 zurück, wie Daimler in Stuttgart mitteilte. Nur die Marke Smart konnte ihre Verkäufe um 9,8 % auf 8.470 Fahrzeuge steigern. Für das gesamte bisherige Jahr legte der gesamte Absatz beider Marken nur auf 1,6 Millionen Fahrzeuge zu; das Plus schrumpfte damit auf 0,9 %. Als Gründe für die schwachen Verkaufszahlen führte eine Sprecherin an, dass die neuen Modelle der A- und C-Klasse erst vor kurzem auf den Markt gekommen sind. Einige Diesel Fahrzeuge liefert Daimler derzeit nicht aus, weil die neuesten Software-Varianten noch nicht freigegeben sind. Außerdem dauere die Zertifizierung der Fahrzeuge in einigen internationalen Märkten länger als üblich; letztlich eine Folge des neuen Abgastestverfahrens WLTP. Man rechne aber damit, dass sich die Lage im vierten Quartal wieder normalisieren werde, so die Sprecherin. In der Vorwoche hatte Mercedes in Stockholm sein erstes Elektroauto der neuen EQ Familie vorgestellt, den EQ C. “Wir werden mit dem EQ C zusätzliche Akzente und Impulse auf dem Markt setzen”, sagte Vertriebschefin Britta Seeger. Davon wird die Marke indes erst ab dem kommenden Jahr profitieren können, denn der EQ C wird erst 2019 auf den Markt kommen. Einen Preis für den EQC hat Mercedes bisher auch noch nicht kommuniziert. +++

+++ BMW will sein Werk für den Kleinwagen MINI im englischen Oxford unmittelbar nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union für 4 Wochen schließen. Die sonst im Sommer übliche Wartungsphase werde vorgezogen und beginne im kommenden Jahr bereits am 1. April, sagte eine BMW Sprecherin. “Damit wollen wir Risiken einer möglichen Unterbrechung der Teile-Lieferung durch einen Brexit ohne Folgeabkommen mit der EU minimieren”. Das Unternehmen schätze zwar die Wahrscheinlichkeit als gering ein, dass es zu einem harten Brexit komme. BMW sei aber auf Sicherheit angewiesen, “und die schaffen wir uns damit ein Stück weit selbst”. Diese Entscheidung helfe, den Standort in Oxford zu sichern. Zuvor hatte schon der größte britische Autobauer Jaguar Land Rover angekündigt, wegen des Brexits und der Dieseldebatte seine Produktion erheblich zu drosseln. Bis Weihnachten soll nur an 3 Tagen pro Woche im Werk Castle Bromwich bei Birmingham gearbeitet werden. So könnten Entlassungen vermieden werden, teilte das Unternehmen mit. Schon im Frühjahr wurde bekannt, dass der Autobauer 1.000 Jobs streichen muss. Ein schlechter Brexit Deal könne die Zukunft der Traditionsmarke gefährden, warnte kürzlich Geschäftsführer Ralf Speth. Dies könnte Jaguar Land Rover jedes Jahr mehr als €1,35 Mrd kosten. Das Unternehmen verkauft jedes fünfte Auto in andere europäische Länder. Eine Scheidung Großbritanniens von der EU ohne ein Abkommen wird die Wirtschaft der Insel erheblich schwächen, wie der Internationale Währungsfonds (IWF) am Montag in London warnte. Großbritannien will Ende März 2019 die Europäische Union verlassen. Die Verhandlungen zwischen London und Brüssel verlaufen sehr zäh. +++

+++ Der kriselnde Autobauer OPEL plant wegen schwacher Nachfrage in seinem Eisenacher Werk für den Oktober in größerem Umfang Kurzarbeit. Der Mainzer Verlagsgruppe VRM zufolge werden die Beschäftigten beider Schichten in dem Monat nur an 8 von 21 Arbeitstagen an den Bändern benötigt. An 13 Werktagen herrsche demnach Kurzarbeit. Für diese Zeit erhalten die Beschäftigten Kurzarbeitergeld von der Bundesagentur für Arbeit (BA), die dem zuvor noch zustimmen muss. Die Unternehmenszentrale in Rüsselsheim bestätigte die Angaben nicht konkret. Selbstverständlich passe man die Produktionsplanung regelmäßig an, wolle sich aber zu Details der internen Planung nicht äußern, sagte ein Sprecher. Bereits unmittelbar nach den Werksferien im Sommer gab es in Eisenach Kurzarbeit. Zudem wurde bei gleicher Belegschaft die Produktionsgeschwindigkeit gedrosselt. Statt 37 laufen stündlich nur noch 30 Opel Autos vom Band. Ähnliche Maßnahmen gab es auch in den Werken Rüsselsheim und im polnischen Gliwice. Das Montagewerk Eisenach mit seinen rund 1.800 Beschäftigten steht vor einem Umbruch. Es soll unter der Regie des neuen Opel-Eigentümers PSA von der Produktion der Corsa und Adam auf den Grandland X umgestellt werden. Der Corsa wird künftig nur noch im spanischen Saragossa gebaut, während der Adam im Mai auslaufen könnte. PSA hatte Opel im vergangenen Jahr von General Motors übernommen. Dabei hat der Konzern zugesagt, keine Werke in Deutschland zu schließen und auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Ende Mai einigten sich Betriebsrat und Geschäftsleitung von Opel schließlich auf eine Sanierung, bei der 3.700 Stellen gestrichen werden sollen. Allerdings gilt bis Sommer 2023 ein Kündigungsschutz. +++

+++ Trotz des Widerstandes der tschechischen Gewerkschaften ist das Thema, einen Teil der Produktion des SKODA Superb nach Deutschland zu verlagern, anscheinend noch nicht völlig vom Tisch. In einer Erklärung wies der Gewerkschaftsausschuss “kategorisch die Möglichkeit zurück, die Produktion von Modellen wie dem Superb an einen anderen Ort außerhalb der Tschechischen Republik zu verlagern”. Der Superb wird derzeit neben dem Karoq und dem Kodiaq im Kvasiny Werk gebaut. Der Erfolg der beiden neuen SUV hat zuletzt dazu geführt, dass Skoda insbesondere die Nachfrage nach dem Karoq nicht befriedigen konnte. Daher ist es bereits geplant, eine zweite Karoq Produktionsstätte in Osnabrück zu eröffnen um die Wartezeiten zu verkürzen. In der Stellungnahme sagte Skoda Gewerkschaftsführer Jaroslav Povsik, der Superb sei ein Vorzeigemodell und “ein Teil unserer DNA. Wir müssen eine Lösung finden, um für Superb zu kämpfen, was für uns alle wichtig ist. Es schafft Profit, den wir verpassen würden”. +++

+++ TOYOTA hat seine weltweiten Verkaufs- und Produktionsprognosen für das laufende Jahr angehoben. Das Unternehmen geht davon aus, dass die weltweite Produktion im Jahre 2018 auf 10,59 Mio. Einheiten und den Absatz auf 10,52 Mio. Einheiten ansteigen wird. Die Prognose wird insbesondere aufgrund der starken chinesischen Verkäufe und der niedrigeren Verkaufspreise von Fahrzeugen verbessert. In diesem Zusammenhang werden die Japaner die Produktion der Modelle C-HR und Camry in China erhöhen. Das Unternehmen hat Anfang des Jahres das globale Produktionsziel bei 10,4 Millionen und das Umsatzziel bei 10,5 Millionen angegeben, was einem Wachstum von 0,8 bzw. 1,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im vergangenen Monat hatte Toyota bereits angekündigt, die Autoproduktion in China bis 2030 auf 3,5 Millionen Fahrzeuge pro Jahr zu verdreifachen, während die Importe nach China auf 500.000 Einheiten erhöht werden sollen. Auf dem globalen Markt strebt Toyota bis 2030 ein jährliches NEV-Verkaufsvolumen von 5,5 Millionen Einheiten an. +++

+++ VOLKSWAGEN zieht sich fast vollständig aus dem Iran-Geschäft zurück. Washington sei es gelungen, den Autohersteller dazu zu bewegen, sich an die amerikanischen Sanktionen gegen das Land zu halten. VW könne “aus humanitären Gründen” einige Geschäfte in Iran weiterführen. Das Weiße Haus und der Autokonzern waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. “Volkswagen hat uns mitgeteilt, sich an die Sanktionen gegen den Iran zu halten”. Man sei erfreut über diese Entscheidung, weil Iran seine ökonomischen Ressourcen nicht für seine Menschen einsetze, sondern um weltweit Gewalt und Instabilität zu verbreiten. Im Sommer 2017 hatte VW erklärt, nach über 17 Jahren auf den iranischen Markt zurückzukehren. Mit dem lokalen Partner Mammut Khodro sei ein Vertrag geschlossen worden, der zunächst den Import der Modelle Tiguan und Passat vorsehe. Die Vereinigten Staaten hatten sich auf Betreiben von Präsident Donald Trump einseitig aus dem internationalen Atomabkommen mit Iran zurückgezogen und Sanktionen gegen das islamistisch geführte Land verhängt, um es zu Neuverhandlungen über ein strikteres Abkommen zu zwingen. Washington droht Unternehmen auch aus der EU, die weiter Geschäfte mit Iran machen, mit Schwierigkeiten auf dem amerikanischen Markt. +++

+++ Seitens der VOLVO Händler gibt es hohes Interesse daran, den LEVC TX, elektrischer Nachfolger des London Taxi, mit ins Sortiment aufzunehmen. Laut Thomas Bauch , Geschäftsführer von Volvo Deutschland, können alle Großstädte in Deutschland abgedeckt werden. Innerhalb von etwas mehr als 3 Jahren hat der chinesische Autobauer Geely die legendäre, aber wirtschaftlich klamme ehemalige London Taxi Company völlig neu aufgestellt und als London Electric Vehicle Company (LEVC) quasi neu erfunden. Die Serienversion des ersten E-Taxis LEVC TX wurde vor einigen Wochen in Berlin präsentiert, womit ein wichtiges Ziel klar ist: mit TX, der es auf eine elektrische Reichweite von 130 Kilometern bringt, will man den Taximarkt in Deutschland aufmischen. Eine zentrale Rolle dabei spielt Volvo. Wie LEVC gehört Volvo unter das Dach der Zhejiang Geely Holding. Man teilt aber nicht nur die Konzernmutter, sondern auch reichlich Technologie. So wird der LEVC TX auf der Plattform des XC90 gebaut. Der Komponenten für den elektrischen Antriebsstrang stammt ebenso von Volvo wie Ausstattungsfeatures bis hin zum Display. Aufgrund der nahen Verwandtschaft war ein frühes strategisches Ansinnen, dass die Internationalisierung des in der Vergangenheit weitgehend auf Großbritannien beschränkten London Taxi unter Nutzung des jeweiligen lokalen Volvo-Händlernetzes vorangetrieben werden. Das Interesse bei den Volvo Händlern in Deutschland liege deutlich über den Erwartungen, wie Thomas Bauch, Geschäftsführer von Volvo Deutschland am Rande einer Testveranstaltung mit aktuellen Volvo-Modellen in Österreich sagte. So hätten über 40 Händler ihre Bewerbung abgegeben LEVC mit in ihr Modellprogramm aufzunehmen, intern bei Volvo plant man mit 15 Betrieben. Wie Bauch sagte, könne man nach jetzigem Stand den Bedarf aller Großstädte in Deutschland mit mehr als 500.000 Einwohnern abdecken. Entsprechende Verträge zwischen Volvo Deutschland und LEVC sowie mit den Händlern stünden kurz vor dem Abschluss. Über die Händler können die Fahrzeuge geordert werden, diese übernehmen aber auch den kompletten Service. LEVC hat mit dem TX allerdings nicht nur das Taxigeschäft im Visier. So ist für 2019 ein leichtes Nutzfahrzeug auf Basis des Taximodells angekündigt. Mit diesem möchte man Handwerks- und Lieferbetriebe gewinnen, die ihr Haupteinsatzgebiet in städtischem Umfeld haben. +++

+++ Der Autobauer VW hat im August dank Modelloffensive und Rabatten mehr Autos verkauft. Im Vormonat lieferte der Konzern 513.300 Autos der Marke Volkswagen aus. Das entspricht einem Zuwachs von  3,7 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Vor allem in Europa konnte Volkswagen vor der Umstellung auf den seit 1. September gültigen Prüfzyklus WLTP (Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure) profitieren. Hier wurden 26 % mehr Autos verkauft als im Vorjahresmonat, in Deutschland verzeichnete der Konzern ein Plus von 17,3 %. In China lief es für den deutschen Autobauer hingegen nicht so gut, hier wurden 3,2 % weniger Autos ausgeliefert als im Vorjahr. Das Unternehmen begründete dies mit Zolländerungen für Fahrzeuge, die bei den Kunden für Zurückhaltung sorgten. Nach 8 Monaten steht der Autobauer mit 1,96 Millionen an Kunden ausgelieferten Fahrzeugen dort aber mit fast 4 % im Plus. Insgesamt steht für Volkswagen ein Plus von 6,2 % nach 8 Monaten mit rund 4,14 Millionen verkauften Autos zu Buche. Nach den guten Augustzahlen warnte VW Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann in den nächsten Monaten aber bereits vor einem Dämpfer. “Im September werden wir durch die WLTP Umstellung deutlich weniger Fahrzeuge in Europa ausliefern können”, sagte er. Auch der Start in den Oktober werde verhalten ausfallen. In den USA konnte VW indes nur ein leichtes Plus von 0,7 % verzeichnen: insgesamt wurden dort 32.300 Autos verkauft. Mit 235.700 Fahrzeugen liegt VW in den USA bei einem Absatzplus von 7 %. Die Tochter Audi hat im selben Zeitraum ein Plus von 5,5 % auf rund 1,27 Millionen Autos verzeichnet. +++

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