Tagesschau

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+++ Der erste AUDI RS Q3 war ein unerwarteter Hit und ehrlich gesagt auch ein überraschend unterhaltsames Gefährt. Kein Wunder also, dass die 4 Ringe auch beim neuen Q3 ein Performance Topmodell fest einplanen. Die zweite Generation des RS Q3 wird, wie zuletzt bei Audi Sport Modellen üblich, relativ dezent. An der Front gibt es eine neu geformte Schürze mit deutlich größeren Lufteinlässen. Den Radhäusern wirden ein bisschen spektakulärer (sprich: breiter). Außerdem hat er ziemlich große Bremsen mit roten Sätteln hinter den wohl 20 Zoll großen Alurädern. Es sieht danach aus, als würde der RS Q3 endlich 2 ovale Endrohre erhalten, die sich für ein standesgemäßes RS Modell einfach gehören. Sie erinnern Sich vielleicht: Der Vorgänger musste mit nur 1 ovalen Auspuffrohr auskommen. Was den Antrieb des potenten SUV betrifft, herrscht im Prinzip Klarheit. Zumindest sind sich die meisten Beobachter sicher, dass der preisgekrönte 5-zylinder TFSI aus RS 3 und TT RS seinen Weg unter die Haube des RS Q3 finden wird. Das 2,5 Liter Klangwunder sollte für mindestens 400 PS gut sein, vielleicht finden die Audi Sport Ingenieure aber auch noch ein paar Pferde mehr. Von älteren Erlkönigbildern wissen wir bereits, dass sich auch ein etwas weniger rabiater SQ3 in der Entwicklung befindet. Dieser könnte den bekannten 2,0 Liter TFSI mit 306 PS erhalten. Es würde Sinn machen, wenn der SQ3 vor dem RS Q3 auf den Markt kommt. Wann genau das passieren wird, wisse ich noch nicht. Womöglich präsentiert Audi den S Anfang 2019 und schiebt den RS dann einige Monate später nach. +++

+++ Bis BENTLEY sein erstes vollelektrisches Fahrzeug präsentiert, wird es nach Angaben von Marken CEO Adrian Hallmark noch mehrere Jahre dauern. Hallmark ist der Meinung, dass sich die Energiedichte der Batterie deutlich verbessern muss, bevor Bentley ein batterieelektrisches Fahrzeug zu seinen Kunden bringt. “Die aktuelle Batterieleistungsdichte begrenzt die Größe des Autos, das sie mit glaubwürdiger Reichweite anbieten können”, bekräftigt Adrian Hallmark. Seiner Meinung nach wird sich die Batterietechnologie von 2023 bis 2025 nicht auf ein Niveau verbessern, das für einen rein elektrischen Bentley geeignet wäre. +++

+++ BMW hat gute Karten in den USA mit ihrer Elektroautostrategie. “Wir haben uns schon 2007 Gedanken über die städtische Mobilität gemacht und den i3 auf den Markt gebracht”, sagt Produktionschef Oliver Zipse. Der Vorstoß kam früh und kostete BMW viel Geld. “Das Modell verkauft sich aber Jahr für Jahr besser”, sagt Zipse. Und die Bayern geben weiter Strom: 2020 kommt mit dem iX3 der SUV elektrisch, ein Jahr später ein i4. In der automobilen Transformation setzt BMW auf Flexibilität. Als einziger Hersteller baut der Konzern nicht nur unterschiedliche Modelle auf einer Linie, sondern auch mit allen Antriebsarten, auch wenn das mit Mehrkosten verbunden ist. “Wenn man das intelligent macht, dann braucht man keine separaten Strukturen”, hält Zipse dagegen. Und auch beim zweiten Zukunftsthema, autonomes Fahren, sieht sich BMW gut im Rennen: “Ende dieses Jahres werden wir eine Testflotte mit 70 Autos in Deutschland, Israel und den USA auf die Straße bringen”. Es gehe aber mehr um Sicherheit als um Schnelligkeit. Nur wenn Kunden der Technik vertrauten, akzeptierten sie auch führerloses Fahren. “Niemand springt mit einem Fallschirm ab, wenn er nicht zu 100 Prozent weiß, dass er auch aufgeht”. Mit der schrittweisen Einführung der Assistenzsysteme erarbeite sich BMW dieses Vertrauen. 2021 soll mit dem iNext erstmals ein Auto auf den Markt, das zumindest auf Autobahnen weitgehend ohne Fahrer auskommt. +++

+++ BYTON will im April kommenden Jahres mit der Produktion des M-Byte SUV beginnen. Der Verkaufsstart in China soll jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte erfolgen. Nach Aussagen von Carsten Breitfeld, Mitbegründer und CEO von Byton, soll der Verkauf des M-Byte in den Vereinigten Staaten und Europa voraussichtlich in der zweiten Hälfte folgen. “Unsere Grundprinzipien waren es, glaubwürdig und realistisch zu sein, sowie auf der Erde zu bleiben. Sie müssen der Welt zeigen, was sie erbringen können. Wenn nicht, verlieren sie die Unterstützung von Investoren und Partnern und können keine glaubwürdige Marke aufbauen”. In China werden derzeit 30 Prototypen des M-Byte im Alltagsbetrieb getestet. Bis Ende 2018 soll die Zahl bei 100 Fahrzeugen liegen und der Bau des Werks in Nanjing soll fast abgeschlossen sein. Byton will sein elektrisches Erstlingsmodell M-Byte mit einem optionalen Automatisierungssystem der Stufe 3 ausstatten, wobei der Einführungszeitpunkt eines Level 4 Systems weiterhin ungewiss bleibt. “Unser Geschäftsmodell ist nicht auf den Verkauf von Autos aufgebaut. Wir fangen damit am Anfang an, aber das ist kein sexy Geschäftsmodell”, sagt Breitfeld, “die Margen sind gesunken und gehen vielleicht noch tiefer. Das eigentliche Geschäft besteht darin, das Auto als Plattform zu verwenden und mit dem Auto einen Vertriebskanal für den Verkauf digitaler Inhalte schaffen”. Bezüglich der Zoll- und Handelsprobleme zwischen den USA und China schlug Breitfeld vor, dass die Fahrzeugmontage in Südkorea oder die Endmontage in den USA eine Lösung sein könnte: “Aber es ist noch zwei Jahre her und wir wissen nicht, was passieren wird. Ich glaube immer noch, dass diese Leute eine vernünftige Vereinbarung treffen werden, weil diese Art von Handelskrisen nicht nur China schadet, sondern auch den USA”. +++

+++ Die deutsche Autoindustrie spürt in ihrem wichtigen CHINA Geschäft die Folgen des Handelskonfliktes zwischen Amerika und den Asiaten. “China legt aktuell eine Wachstumspause ein”, sagte der Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes. Der Export deutscher Hersteller aus den Vereinigten Staaten nach China sei in den ersten 10 Monaten des Jahres um ein Drittel zurückgegangen. Der chinesische Gesamtmarkt werde 2018 um 1 % schrumpfen. Im nächsten Jahr werde es nur ein leichtes Wachstum um etwa 2 % geben auf dann 24,4 Millionen Neuwagen. Der chinesische Markt ist der wichtigste für die deutsche Branche und wuchs in der Vergangenheit am schnellsten. +++

+++ Die deutschen Autobauer setzen trotz aller Debatten auf den DIESEL . Für den Klimaschutz müsse der zuletzt stark gesunkene Anteil an den Neuzulassungen wieder steigen, sagte Bernhard Mattes, der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA). “Wir dürfen den Blick auf CO2 vor lauter Diskussionen über Stickstoffdioxid nicht verstellen”, sagte Mattes. “Die Zukunft des Autos ist vor allem elektrisch”. Aber Verbrenner würden noch lange gebraucht. Diesel Antriebe stehen wegen des Ausstoßes von gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid seit Jahren in der Kritik, sie verbreiten aber weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) als Benziner. Damit müsse die Branche wieder stärker werben, sagte Mattes. In Westeuropa waren in den ersten neun Monaten 37 % aller neu zugelassenen Autos Diesel. Zwei Drittel der Diesel, die im November in Deutschland neu zugelassen wurden, fallen laut VDA in die modernste Schadstoff-Norm Euro6d-Temp, die nach ersten Messungen weniger Stickstoffdioxid ausstoßen als frühere Modelle. In Deutschland werden in diesem Jahr nach VDA Prognose weniger Autos verkauft als 2017. Voraussichtlich rund 3,4 Millionen Neuzulassungen bis Jahresende entsprächen einem Minus von etwa 1 %. Mattes verwies darauf, dass das Vorjahr sehr stark gewesen sei. “Die Entwicklung des deutschen Pkw-Marktes 2018 ist erfreulich”, hob er hervor. “Er hat sich allen Widrigkeiten zum Trotz als sehr robust erwiesen”. Eigentlich hatte der Verband mit 3,5 Millionen Neuzulassungen gerechnet. Probleme machte in diesem Jahr ein neuer Abgasprüfstandard, der seit September gilt. Die Hersteller besaßen noch nicht für alle Modelle die Genehmigung und mussten ihre Produktion drosseln. Dieser Effekt sei auf wenige Monate begrenzt, sagte Mattes. Für das nächste Jahr rechnet der Verband dennoch mit etwas weniger als 3,4 Millionen Neuzulassungen und einem weiteren Minus von 1 %. Das sei aber mehr als der Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre. Inzwischen spüren die Autobauer den Handelskonflikt zwischen China und den USA. Der Export deutscher Hersteller aus den USA nach China sei in den ersten 10 Monaten dieses Jahres um ein Drittel zurückgegangen, teilte der VDA mit. Der Auto-Weltmarkt stagniere. Wie im Vorjahr werde er 2018 rund 85 Millionen Fahrzeuge umfassen, im nächsten Jahr dann um etwa 1 % auf 85,9 Millionen zulegen. Mattes verteidigte die Reise von Spitzen der Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW nach Washington zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump. “Sie haben über ihre Pläne für den US-Markt gesprochen, nicht über Handelsfragen”, sagte der VDA Chef. “Das ist etwas, was nicht unüblich ist”. Auch in Deutschland rede die Industrie mit der Regierung über ihre Standortpläne. Ein gutes Zeichen sei, dass alle deutschen Herstellervertreter, die in Washington am Tisch saßen, von einer guten Atmosphäre gesprochen hätten. +++

+++ Was bedeutet das ELEKTRO AUTO für den Arbeitsmarkt? Wenig Gutes, zeigt eine umfassende Studie des Forschungsinstituts der Arbeitsagentur: Viele Jobs werden wegfallen; vor allem gut bezahlte, und nicht nur in der Autobranche. Wenn es überhaupt noch eines Belegs bedurft hätte, wie schnell und umfassend sich die Autoindustrie verändern wird, lieferte ihn vor 3 Wochen Volkswagen: €30 Milliarden will der Konzern allein bis zum Jahr 2023 in E-Autos investieren. Zwar wird derzeit nur einer von 1.000 Pkw auf deutschen Straßen elektrisch angetrieben, auch bei Neuverkäufen sind es lediglich 7 von 1.000. Doch diese Anteile werden bald deutlich steigen. Auch die Konjunktur wird demnach leicht gebremst: Die Wirtschaftsleistung Deutschlands werde 2035, umgerechnet auf das derzeitige Preisniveau, um mehr als €20 Milliarden oder 0,6 Prozentpunkte niedriger liegen, als sie es ohne den Trend zum E-Auto wäre. In jüngster Zeit sind die möglichen Auswirkungen des E-Auto-Trends auf Jobs bereits mehrfach untersucht worden. Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich, von hohen Arbeitsplatzverlusten bis hin zu einem Jobplus in der Gesamtwirtschaft. Doch viele dieser Studien waren eher grobe Schätzungen oder betrachteten lediglich isoliert die Auswirkungen in einzelnen Bereichen wie etwa der Motorenfertigung. Das IAB hat die Auswirkungen nun jedoch umfassend und detailliert berechnet; etwa für verschiedene Branchen von der Autoindustrie selbst bis hin zum Gastgewerbe, aber auch für verschiedene Berufe oder Qualifikationsniveaus. Hintergrund ist die Funktion des IAB als Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit (BA). Die BA ist darauf angewiesen, die Auswirkungen neuer Technologien auf den Arbeitsmarkt schon vorab so detailliert wie möglich zu kennen. So kann die Behörde sich darauf einstellen, wie viele Menschen mit welcher Qualifikation und in welchen Branchen arbeitslos werden könnten, etwa um dann passende Umschulungen anbieten zu können. Die IAB-Experten fütterten ihre Rechenmodelle daher mit zahlreichen Annahmen, nicht nur über naheliegende Faktoren wie den Marktanteil von E-Autos oder den Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur, sondern auch über weniger naheliegende Faktoren wie den Bedarf an Weiterbildung oder chemischen Produkten. Insgesamt simuliert die Studie für das Jahr 2035 eine Situation, die aus Sicht der deutschen Autoindustrie noch relativ optimistisch ist. So steigt der Anteil der E-Autos in dem Szenario lediglich auf 23 %, die Gesamtzahl aller verkauften Pkw bleibt in etwa gleich. Zudem gehen die Experten davon aus, dass die deutschen Autobauer ihren Rückstand bei der Elektromobilität aufholen können und auch bei E-Autos ähnlich erfolgreich sein werden wie derzeit bei Pkw mit Verbrennungsmotoren, sowohl auf dem deutschen Markt als auch im Ausland. Allerdings würden sie mit den Batterien eine wichtige Komponente fast vollständig aus dem Ausland importieren müssen. Die Forscher untersuchten ausschließlich den Effekt des steigenden Anteils an elektrisch angetriebenen Pkw; berücksichtigten aber nicht möglicherweise ebenfalls steigende Anteile bei Transportern, Kleinlastern oder Lkw. Unter diesen Bedingungen entstehen der Studie zufolge kurzfristig erst einmal mehr Arbeitsplätze und die Wirtschaft wird angekurbelt. Das liegt vor allem an den hohen Investitionen, nicht nur durch die Autobauer selbst in die neue Technologie und Fertigung, sondern auch in die Infrastruktur – also etwa für den Ausbau des Netzes von Ladesäulen, aber auch für Kraftwerke und intelligente Stromnetze, die dem speziellen Bedarf von E-Autos angepasst sind. Unter dem Strich sind in diesem Jahr dadurch 39.000 neue Jobs dazugekommen, im kommenden Jahr werden es 47.000 sein. Hauptsächlich entstehen diese Arbeitsplätze nicht bei den Autobauern selbst, sondern etwa im Maschinenbau oder in der IT-Branche. Schon bald wird sich dieser positive Trend der Studie zufolge jedoch umkehren. Bereits im Jahr 2022 sorgt der E-Auto-Trend demnach für einen Nettoverlust von 4.000 Jobs, der in den Folgejahren immer größer werden wird. Dabei werden die Jobs nicht nur in der Autobranche selbst wegfallen. Auch beispielsweise das Gastgewerbe oder die Versicherungswirtschaft sind demnach betroffen. In wenigen anderen Branchen werden hingegen auch langfristig netto mehr Jobs entstehen, etwa auf dem Bau oder in der Energieversorgung. Unter dem Strich reicht das aber bei Weitem nicht, um den Jobverlust an anderen Stellen auszugleichen. Und diesmal wären nicht vor allem Geringqualifizierte von Arbeitsplatzverlust bedroht. Der IAB-Studie zufolge würden weit mehr Jobs für Fachkräfte, Spezialisten und sogar Experten verloren gehen als für Helfertätigkeiten. Relativ gesehen schrumpft die Zahl der Jobs für Hochqualifizierte um rund 0,3 %, für Geringqualifizierte und Facharbeiter um 0,2 %. So muss es aber nicht zwingend kommen. Den Autoren zufolge könnte der Verlust an Jobs und Wirtschaftsleistung auch deutlich höher ausfallen; nämlich dann, wenn der Anteil von E-Autos wesentlich stärker steigt als angenommen. Andererseits ist es sogar möglich, dass auch langfristig unter dem Strich mehr neue Jobs entstehen und die Wirtschaft stärker wächst. Dafür müsste aber die Batteriefertigung in Deutschland selbst stattfinden und die Autobauer ihren Marktanteil steigern können. +++

+++ GENERAL MOTORS hat angekündigt, zum Januar wichtige Positionen in seiner Geschäftsführung zu ändern. Präsident Ammann muss nach San Francisco wechseln. GM Präsident Dan Ammann wird seine Funktion aufgeben und neuer CEO von Cruise Automation. Kyle Vogt, derzeit CEO von Cruise, wird Präsident und CTO von Cruise, der selbstfahrenden Technologietochter von General Motors. Die globalen Regional und Finanzchefs von GM, die derzeit an Ammann berichten, werden sich zukünftig direkt an Mary Barra wenden. “Diese Ernennungen sind ein weiteres Zeichen unserer Verpflichtung, die Mobilität durch den sicheren Einsatz selbstfahrender Technologien zu verändern und uns unserer Vision für eine Zukunft mit null Abstürzen, null Emissionen und null Staus näher zu bringen. Der kommerzielle Schritt, Dan zu dem starken Team um Kyle hinzuzufügen, ist der nächste Schritt”, so GM CEO Mary Barra. +++

+++ MAZDA erwägt den Bau eines amerikanischen Werkes, um Motoren und Getriebe für seine neue, gemeinsame Produktionsstätte mit Toyota in Alabama zu liefern. “Wir studieren das Problem immer noch und es wurden keine Entscheidungen getroffen, aber ich kann nicht abstreiten, dass dies möglich ist”, so der CEO, Akira Marumoto. Unabhängig davon bestätigte ein Mazda Sprecher dass der Dieselmotor des Unternehmens am 22. November von der amerikanischen Aufsichtsbehörde Environmental Protection Agency zertifiziert wurde. Details zur Motorleistung und zur Produkteinführung werden jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Frühere Ankündigungen des Unternehmens gaben jedoch an, dass der Selbstzünder in den beiden größeren Modellen CX-5 und 6 angeboten werden soll. +++

+++ Der NIO ES8 ist in China bereits seit Sommer 2018 auf dem Markt. Kurz vor Jahresende zeigt die Marke ihr zweites Modell. Das chinesische Elektroauto Start-up Nio gilt neben Byton als eine der aussichtsreichen Neugründungen einer Automarke. Das Unternehmen wurde im Jahr 2014 vom Milliardär William Li gegründet. Zur Bewerbung der jungen Marke setzt Nio neben einer Weltrekordfahrt des EP9 genannten Elektro Supersportwagens auf der Nürburgring-Nordschleife auch auf die elektrische Formel E. Das Design und Teile der Entwicklung für Nio entstehen in München. Die bayerische Landeshauptstadt wurde vor allem für die Nähe zu kompetenten Mitarbeitern aus der Automobil- und Zuliefererindustrie ausgewählt. Mit dem elektrischen SUV ES8 ist das erste Serienmodell von Nio in China bereits seit diesem Jahr auf dem Markt. Im Juni 2018 begann die Produktion. In 46 chinesischen Großstädten gibt es Handels- und Servicebetriebe. Für die Langstreckentauglichkeit setzt Nio auf den Tausch der Batteriepakete an speziellen Stationen. Dieses Konzept wurde einst auch vom Projekt Better Place forciert. In wie weit Nio damit Erfolg haben wird, muss sich noch zeigen. Bei der Ausweitung der Modellpalette gibt Nio zumindest Vollstrom. Schon Mitte Dezember 2018 zeigen die Chinesen in Shanghai ihr zweites Modell. Den aktuellen Kundenbedürfnissen entsprechend, handelt es sich auch dabei um ein SUV. Der ES6 wird, wie es die Modellbezeichnung schon aussagt, etwas kompakter ausfallen als der ES8. Dessen Radstand beträgt 2,99 Meter, beim ES6 sollen es 2,90 Meter sein. Auch das verspricht viel Platz im Innenraum und ausreichend Bauraum für die Akkus. Erste Teaserfotos zeigen Details des ES6, dessen Design dem ES8 folgt. Weitere Informationen zur Technik des neuen SUV sind noch nicht bekannt. Schon jetzt können Kunden, die bereits einen ES8 bestellt haben oder ihn besitzen, andere Menschen für die Vorbestellung eines ES6 einladen. Der Preis für die ersten Kunden in China soll bei 370.000 RMB, umgerechnet circa 47.350 Euro, liegen. +++

+++ OPEL will im Jubiläumsjahr 2019 mit Elektroautos die Geschäfte anschieben. So solle der 1982 an den Start gegangene Corsa ab dem kommenden Jahr auch als E-Variante auf den Markt kommen, teilte die derzeit im Sanierungsmodus fahrende PSA Tochterfirma mit. Opel Chef Michael Lohscheller verspricht sich davon, mit einem erschwinglichen Preis die breite Masse zu erreichen. “Mit dem neuen Corsa machen wir E-Mobilität für einen breiten Kundenkreis erschwinglich. Das wird ein echtes Volks-Elektroauto”. Opel sieht sich mit seiner Elektrostrategie auf dem richtigen Kurs, die Umweltvorgaben der Europäischen Union einzuhalten. “Wir werden die CO2-Hürde schaffen”, sagte Lohscheller. Dazu beitragen sollen neben dem E-Corsa weitere neue Elektromodelle, die in den Jahren 2019 und 2020 auf den Markt kommen sollen. Im Jahr 2020 will Opel mit dem neuen Vivaro einen Transporter als eine rein batterie-elektrische Variante einführen. Im gleichen Jahr werde zudem der Mokka X als E-Auto zu haben sein. Im Opel Werk Eisenach soll außerdem im Jahr 2019 eine allradbetriebenen Hybrid Version des Grandland X vom Band laufen. PSA hatte Opel erst vor einem Jahr übernommen und mit dem Betriebsrat in den vergangenen Monaten einen harten Sanierungsplan ausgehandelt. Dieser sieht den Abbau von 3.700 der insgesamt mehr als 18.000 Stellen und Investitionen in neue Modelle vor. Unter dem vorigen Eigentümer General Motors hatte Opel zuletzt vor fast 2 Jahrzehnten auf Jahresbasis einen Gewinn ausgewiesen. Lohscheller zeigte sich optimistisch, die Sanierungsziele des Programmes Pace zu schaffen. “Pace ist der erste Plan bei Opel, der wirklich greift”. Man habe in den vergangenen Monaten den Marktanteil gesteigert und pro Fahrzeug im Schnitt €1.400 mehr erlöst. Opel hatte davon profitiert, dass alle aktuellen Modelle rechtzeitig nach der neuen WLTP Norm zertifiziert waren. Die kompletten Jahreszahlen sollen am 26. Februar 2019 im Rahmen der PSA-Bilanz berichtet werden. +++

+++ Die Welt hielt letzte Woche kurz den Atem an, als PORSCHE auf der Los Angeles Auto Show die achte Generation seiner Koryphäe 911 präsentierte. Der 992 (so der interne Code für den neuesten Elfer) kommt zum Start als 450 PS starker Carrera S und Carrera 4S. Die üblichen Varianten Carrera, Turbo, GTS, GT3, GT2 und Co werden folgen. Eine Elektro oder Hybrid Version ist vorerst nicht darunter. Obwohl seit gefühlten Jahren lebhaft darüber spekuliert wird. Wie oft ein 911 Hybrid bereits bestätigt, dann wieder dementiert, dann wieder bestätigt wurde, können wir kaum noch sagen. Nun jedoch, scheint es endlich Klarheit zu geben. Was ich bereits bei meiner Mitfahrt im neuen 2019er 911 angedeutet hatten, ist jetzt offenbar Gewissheit: Eine Hybrid-Version ist auf dem Weg. Die Kehrseite der (grünen) Medaille: Es wird noch gut 4 Jahre dauern. Der Baureihenleiter des 911, August Achleitner, hat bestätigt, dass der neue 992 fit für Elektrifizierung ist. Die Hybrid Variante wird jedoch noch einige Zeit auf sich warten lassen, bis mindestens 2022, um genau zu sein. “Es wird die nächste Evolutionsstufe dieses Autos sein, das bedeutet: Frühestens in 4 Jahren”, sagte Achleitner. Sprich: Wenn der 992 sein Facelift erhält, könnte etwas in diese Richtung passieren. Bevor Sie nun mit Fackeln und Mistgabeln vor die Porsche Zentrale ziehen, um als wütender Mob gegen die Aufweichung der Ikone zu demonstrieren, sei Ihnen gesagt: Die Hybridisierung des 911 wird die Performance in den Vordergrund stellen. Denkbar ist ein Prinzip ähnlich des MGU-H-Systems aus der Formel 1. Wärmeverluste am Auspuff könnten in elektrische Energie umgewandelt und in einer Lithium/Ionen Batterie gespeichert werden. So müsste man den geliebten Elfer auch nicht anstecken, um ihn zu laden. Natürlich wird auch spekuliert, wo genau im 911 Portfolio ein Hybrid Modell Platz finden könnte. Zum einen könnte man einen elektrischen 911 als Carrera Alternative in der Mitte der Linie platzieren, zum anderen könnte es ein Topmodell oberhalb des 911 Turbo geben, so wie das bereits beim Panamera Turbo S E-Hybrid der Fall ist. Wie man sich bei der Hybridisierung des Elfers auch entscheiden mag, die Elektrifizierung der Marke Porsche ist in vollem Gange und erreicht bereits 2019 mit dem Taycan einen neuen Höhepunkt. +++

+++ PSA wird bis zum Jahr 2021 insgesamt €326 Millionen in seine Fertigungsanlage in Mulhouse investieren. Laurent Gautherat, der Leiter der CFE-CGC Gewerkschaft sagte, dass dies in den 3 kommenden Jahren für die Fahrzeugproduktion sowie für Schmiede- und Gießereibetrieb ausgegeben werde. Dabei soll die Produktion am Standort von 260.000 Einheiten im kommenden Jahr auf 170.000 Einheiten zurückgehen, bevor sie im Jahr 2021 wieder auf 200.000 Einheiten ansteigen dürfte. Der Produktionsrückgang ist insbesondere auf den Umzug der Montage des beliebten Peugeot 2008 nach Vigo / Spanien zurückzuführen. Es profitiert jedoch bereits vom neuen DS 7 Crossback und der neuesten Generation des Peugeot 508. Der 2008 wird durch den nächsten 308 der nächsten Generation ersetzt, der im Jahr 2021 folgt und dem voraussichtlich 2022 ein neuer kompakter Peugeot SUV folgen wird. IHS Markit geht davon aus, dass der Produktionsrückgang bis zum Jahr 2020 weitaus steiler sein wird, als es PSA für das Jahr mit 104.000 Einheiten erwartet. Jedoch sollte es danach deutlich nach oben gehen und die Produktionszahlen steigen auf 229.400 im Jahr 2021 und 281.700 im Jahr 2022. +++

+++ Der amerikanische Handelsminister Wilbur Ross hat die deutschen Autobauer vor einem Spitzentreffen in Washington zu mehr Produktion in den VEREINIGTE STATEN aufgefordert. Ziel sei es, das amerikanische Handelsdefizit mit Deutschland bei Autos und Autoteilen zu senken, sagte Ross. Das gehe “hoffentlich mit erhöhter Produktion in den Vereinigten Staaten” einher. Wichtig sei es, einen großen Teil der künftigen Elektroautoproduktion in die Staaten zu bekommen, sagte Ross. “Unser Handelsdefizit bei Autos und Autoteilen mit Deutschland beträgt rund $30 Milliarden”, sagte der Minister. “Das ist fast die Hälfte unseres gesamten Handelsdefizits mit Europa”. Wenn die Vereinigten Staaten das Defizit mit Autos und Zulieferteilen nicht in Ordnung brächten und das Handelsdefizit mit China, dann werde man nicht weit kommen, unterstrich Ross. +++

+++ Die Kernmarke VOLKSWAGEN (VW) will ihre Ertragskraft in den kommenden 3 Jahren deutlich erhöhen. Wie der operative Chef der Marke, Ralf Brandstätter sagte, will VW schon im Jahr 2022 eine operative Rendite von 6 % erreichen. “Wir müssen unser Transformationstempo erhöhen: effizienter und agiler werden”. Um dieses Ziel zu erreichen muss Volkswagen die Kosten stärker senken als geplant. Bis Ende dieses Jahres seien mit dem Zukunftspakt zwischen Unternehmen und Betriebsrat Kostenentlastungen von etwa €2,2 Milliarden erreicht. €3 Milliarden sollen es bis zum Jahr 2020 sein. “Das bislang erreichte genügt noch nicht”, sagte Brandstätter. Bislang sollte das Renditeziel von 6 % erst im Jahr 2025 erreicht werden. Zuletzt lag die Ertragskraft bei 4 %. Wegen der Probleme bei der Umstellung auf die strengeren Abgasregeln (WLTP), höheren Vertriebskosten und Vorleistungen für neue Elektroautos hatte VW erst kürzlich sein Gewinnziel für 2018 gesenkt. Das Sparprogramm sei auch notwendig, um die Investitionen in die Wende zur Elektromobilität zu finanzieren, heiß es. Bis zum Jahr 2023 will die Hauptmarke des weltgrößten Autokonzerns mehr als €11 Milliarden in E-Mobilität, Digitalisierung, autonomes Fahren und neue Mobilitätsdienste stecken. Davon sollen allein in die Elektrifizierung der Fahrzeuge mehr als €9 Milliarden fließen. In Deutschland werden mit Zwickau, Emden und Hannover 3 Standorte auf den Bau von Elektroautos umgerüstet, in China 2. In den Vereinigten Staaten sucht Volkswagen noch nach einem Standort. Um die gewaltigen Investitionen zu stemmen, will VW die Kosten stärker senken als bisher geplant. Brandstätter sagte, Kosten sollten unter anderem gesenkt werden, in dem das Baukastensystem des Konzerns auf mehr Fahrzeugmodelle ausgeweitet wird. Zudem streicht VW im kommenden Modelljahr in Europa ein Viertel der Motor und Getriebevarianten aus seinem Angebot. Die Produktivität der Werke soll außerdem bis zum Jahr 2025 um rund 30 % gesteigert werden. Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann zeigte sich zuversichtlich, dass die Kernmarke VW es trotz massiver Probleme in der Umstellung auf den neuen Prüfmodus WLTP schaffen kann, in diesem Jahr mehr Autos auszuliefern als im Vorjahr. “Es wird nun vom Dezember abhängen, wie wir das Gesamtjahr abschließen”, sagte Stackmann. Es fehlten noch rund 530.000 Auslieferungen, um das Rekordergebnis von 2017 einzustellen. “Nach meiner aktuellen Einschätzung könnten wir das schaffen, vielleicht sogar noch leicht darüber”, sagte Stackmann. Die Marke VW hat bislang 5,7 Millionen Autos auf der Welt ausgeliefert; 1,2 % mehr als im Vorjahreszeitraum. +++

+++ Die Google Schwesterfirma WAYMO hat offiziell ihren Robotaxi Dienst in der US-Stadt Phoenix gestartet. Er stehe allerdings zunächst nur “hunderten” Einwohnern zur Verfügung, die den Service in den vergangenen Monaten bereits kostenlos getestet hatten. Das kommerzielle Angebot “Waymo One” soll nun Geld kosten, zu den Tarifen machte die Firma keine Angaben. Die Autos werden per App bestellt, ähnlich wie bei anderen Fahrdiensten. Anfangs soll noch ein Sicherheitsfahrer am Steuer sitzen und bei Bedarf die Kontrolle übernehmen. Waymo testet in der Region aber bereits auch Roboterwagen ohne einen Menschen am Steuer. Die zu Robotaxis umgebauten weißen MPV des Modells Chrysler Pacifica bedienen eine Fläche von rund 260 Quadratkilometern. Waymo Produktchef Dan Chu macht keine Angaben dazu, wie schnell mehr Nutzer und weitere Gebiete der Stadt im Bundesstaat Arizona hinzukommen sollen. Ein Reporter zahlte für eine knapp 5 km lange Fahrt gut $7; die Preise wären damit in etwa auf dem Niveau von Fahrdiensten wie Uber und Lyft. Waymo entstand aus dem Roboterwagen Projekt von Google, bei dem seit 2009 selbstfahrende Autos auf die Straße geschickt werden. Die Firma gilt als besonders weit bei der Technologie, an der auch Autohersteller, Zulieferer, Start-ups und Tech-Schwergewichte wie Apple arbeiten. So dürfen Waymos autonome Fahrzeuge im benachbarten US-Bundesstaat Kalifornien auch ohne Sicherheitsfahrer bis zu 105 km/h schnell fahren. +++

+++ Nach einer Visite bei US Präsident Donald Trump sehen die Autohersteller VW, Daimler und BMW eine Chance auf den ZOLLVERZICHT . Die deutschen Autohersteller Volkswagen, Daimler und BMW wollen mit großen Investitionen in den USA die Autozölle für US-Importe aus Europa verhindern. “Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht, um die Autozölle zu vermeiden”, sagte der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Herbert Diess nach einem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump und weiteren Vertretern der US-Administration im Weißen Haus. Diess sprach von einem “überzeugenden Investitions Programm”, das Volkswagen in den USA vorlegen könne. Die deutsche Autoindustrie verfügt derzeit über einen vergleichsweise bescheidenen Marktanteil von etwa 5 % in den USA. Volkswagen hat allein ungefähr 3,7 %. Wachstum sei auf dem zweitgrößten Automobilmarkt der Welt nach China möglich, hieß es. Alle 3 Autohersteller betonten, es sei nicht darum gegangen, Stellvertreter-Verhandlungen über Handelssachen zwischen Europa und den USA zu führen. Die Gespräche seien in enger Absprache mit der Bundesregierung und mit der Europäischen Union erfolgt. Diess sprach von “maximaler Abstimmung” mit den staatlichen und EU-Stellen. Die Politik befürchtet, die Autokonzerne könnten von Trump benutzt werden, um Druck auf die EU auszuüben. Aus Brüssel und Berlin hatte es auch Kritik gehagelt, dass Autohersteller sich in die Verhandlungen drängten, die per Mandat die EU-Kommission führen müsse. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hat sich zum Ziel gesetzt, mit den USA ein generelles Handelsabkommen für Industrieprodukte zu erreichen, das ein Zollniveau von 0 vorsieht. Diess betonte, es gehe um den Bau eines neuen Volkswagen Werkes, sowie um Kooperationen mit dem US-Autohersteller Ford, mit dem gemeinsam unter anderem Pick-Ups und leichte Nutzfahrzeuge gebaut werden sollen. Auch mit dem Softwarekonzern Microsoft soll es in Seattle zu einer Kooperation kommen. “Ich glaube, es geht um viel, es stehen viele Arbeitsplätze in Frage, wenn der Präsident wirklich 25 % Zölle verhängen würde”, betonte Diess. Gespräche seien auch über die Angleichung deutscher und amerikanischer Standards für die Autos geführt worden, betonte der Volkswagen-Chef. BMW teilte mit, das Unternehmen hätte bereits €8,2 Milliarden in sein Werk in Spartanburg (South Carolina) investiert. Bis 2021 seien Investitionen in Höhe von weiteren $600 Millionen und 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze vorgesehen. 70 % der Produktion würden exportiert; ein großer Beitrag für die US-Handelsbilanz. BMW prüfe gerade den Standort für ein zusätzliches Motorenwerk in den USA. Der US-Präsident hatte vor dem Treffen noch einmal bei Twitter klargemacht, was er von freier Marktwirtschaft hält: “Ich bin ein Mann der Zölle”. Dieser Weg werde immer der beste sein, um die wirtschaftliche Macht Amerikas zu maximieren, so Trump weiter. Auch wenn er sich dabei vor allem auf die Verhandlungen im Handelsstreit mit China bezog, war Trumps Twitter-Bekenntnis zu Zöllen zunächst nicht gerade ein Mutmacher für die Autobosse. +++

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