Tagesschau

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+++ Im Zuge des Wandels hin zur Elektromobilität und als wesentlicher Bestandteil seines massiven Sparprogramms will BMW bis 2021 die Hälfte seiner heutigen ANTRIEBSVARIANTEN streichen. Wann immer es darum geht, woher die Milliarden für die Mobilität der Zukunft kommen, lautet das Zauberwort: Effizienzsteigerung. €12 Milliarden will der Autobauer bis Ende 2022 einsparen. Ein Großteil, so BMW-Finanzchef Nicolas Peter, soll aus der Reduzierung von Komplexität auf der Produktseite kommen. Hinter der verschachtelten Formulierung verbirgt sich ein Kahlschlag im Dickicht der Antriebsvarianten. So will man den Übergang zur Elektromobilität nutzen, um bis 2021 bis  zu 50 % der heutigen Antriebsvarianten aus dem Programm zu streichen. Bleiben soll nur noch, was von den Kunden am stärksten gefragt ist. Der Schritt gilt unter Experten als logisch, weil einerseits in den vergangenen Jahren immer noch exotischere Varianten angeboten wurden, andererseits die Variationsmöglichkeiten auf Antriebsebene bei den weniger komplexen E-Autos  überschaubar ist. Zusätzlich zu dem Ziel, bis Ende 2021 die Hälfte der Antriebsvarianten zu streichen, werde man das Modellportfolio regelmäßig mit Blick auf zusätzliche Potenziale zur Komplexitätsreduzierung bewerten. Was das bedeuten kann, hat man beim 3er Gran Turismo schon mal vorexerziert. Das aktuelle Modell erhält keinen Nachfolger. +++

+++ Nach einer Studie der Landesagentur E-Mobil BW sind bis 2030 die Hälfte aller ARBEIDSPLÄTZE bei Herstellern von Antriebstechnik in Baden-Württemberg bedroht. Die ‘Strukturstudie BWe mobil’ sieht bis zu 31.200 Stellen von insgesamt 69.600 Jobs bei der Produzenten von Motoren oder Antriebskomponenten für Verbrennermotoren bedroht. Dazu gehören auch Unternehmen, die Getriebe oder Abgasanlagen fertigen. In der Studie ist schon gegengerechnet, dass etwa 7.900 Jobs durch die Produktion von Elektromotoren und Komponenten entstehen könnten. Die Studien-Machen skizzierten zwei Szenarien, die davon abhängen, wie stark sich die baden-württembergischen Unternehmen in ihrer Produktion umstellen können und wie stark das Netz der Ladesäulen wächst. Dazu gehen sie von einer Neuzulassungsquote von 15 bzw. 51 % aus. Zu dem progressiven Szenario, bei dem fast die Hälfte der Jobs wegfallen und E-Autos rund €1.000 billiger als Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb sind, geht die moderate Entwicklung lediglich von 13.700 wegfallenden Arbeitsplätzen aus; das wären dann jeder fünfte Job in Baden-Württemberg, der mit Antriebstechnik in Verbindung steht. Deutlich weniger brisant ist die Entwicklung der Automobilbranche in der Summe. Neben der Schlüsselindustrie in dem Bundesland zieht die Studie auch Zulieferer sowie das Kraftfahrzeuggewerbe und Unternehmen, die Anlagen und Maschinen zur Autoproduktion herstellen, hinzu. So gehen bei einer progressiven Entwicklung rund 30.800 (7 %) von insgesamt 468.500 Arbeitsplätzen bis 2030 verloren. Im moderaten Szenario sind es 2 % (8.900 Stellen) weniger. “Die Ergebnisse zeigen, dass ein gelungener Transformationsprozess zur Elektromobilität die weltweit besondere Bedeutung des baden-württembergischen Automobilclusters nicht gefährden wird”, so die Studienmacher in ihrem Fazit. Bei einer aktiven industrie- und arbeitsmarktpolitischen Begleitung könne die wirtschaftliche Stärke des Südwestens erhalten oder sogar ausgebaut werden. +++

+++ AUDI will bald ein Drittel seiner Autos als Hybrid oder Elektro auto verkaufen und muss dafür viele Milliarden investieren. Dafür soll an anderer Stelle gespart werden, auch durch Stellenabbau. Audi hat im vergangenen Jahr weniger Autos verkauft, der Umsatz sank auf €59,2 Mrd, der Betriebsgewinn ging auf €4,7 Mrd zurück. Weil Audi noch mit dem Dieselskandal beschäftigt war, hatte das Unternehmen seine Autos zu spät auf den neuen Abgasmessstandard WLTP umgestellt und den Kunden viele Modellvarianten nicht liefern und andere nur mit Rabatt verkaufen können. Schot hatte bereits gesagt, eine Belegschaft von 90.000 Audi Mitarbeitern seien zu viel. Die Werke in Ingolstadt und Neckarsulm spüren die WLTP Lücke und den andauernden Trend zu SUVs anstelle von Limousinen. Schot stellt das Produktionsnetz, Schichten, Zulagen, Modell- und Motorvarianten auf den Prüfstand und will das mittlere Management ausdünnen. Bis 2022 will er so €15 Mrd sparen, um die hohen Investitionen in die Elektromobilität zu stemmen. Die direkten Konkurrenten BMW und Mercedes waren bei Elektroautos schneller, aber Audi holt jetzt auf. Das erste vollelektrische Serienauto, der große SUV e-tron aus dem Werk in Brüssel, ist soeben in den Handel gekommen. Ende nächsten Jahres will Audi ein Dutzend, bis 2025 schon 20 Hybrid und vollelektrische Modelle auf dem Markt haben und ab dann 30 % seiner Autos elektrifiziert verkaufen. Auch der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselautos kostet Audi weiter Geld, im vergangenen Jahr waren es weitere €1,2 Mrd. Schadenersatzklagen von Audi Käufern sowie eine mögliche Kartellstrafe der EU wegen Absprachen mit anderen Herstellern könnten den Hersteller noch belasten. Schot hatte nach der Festnahme von Rupert Stadler im vergangenen Juni die Führung von Audi übernommen und weitet dessen Spar- und Elektrifizierungspläne jetzt drastisch aus. Damit ist Audi auf einer Linie mit dem VW Konzern, der bei seiner Kernmarke VW ebenfalls Stellen streicht und kräftig in E-Autos investiert, auch mit Blick auf China, wo Volkswagen und Audi mehr als ein Drittel ihrer Autos verkaufen. In China ist Audi Marktführer bei Oberklasse-Autos. Für die rund 61.000 Audi Beschäftigten im Stammwerk Ingolstadt und im württembergischen Neckarsulm gilt noch bis 2025 ein Kündigungsschutz. Der Betriebsrat will ihn bis 2030 verlängern. +++

+++ Batterie, Brennstoffzellen oder synthetische Kraftstoffe: wie der AUTOMOTOR DER ZUKUNFT laufen soll, ist lange noch nicht geklärt. Nun geht Volkswagen Chef Herbert Diess in die Offensive. Begeistert ist davon nicht jeder. In der Debatte um zukünftige Antriebsarten hat Diess für batteriebetriebene E-Autos geworben. Der Batterieantrieb sei “auf absehbare Zeit die beste und effizienteste Möglichkeit für weniger CO2 im Straßenverkehr”, sagte Diess. Zugleich rief er alle deutschen Autobauer auf, bei der Umstellung auf umweltfreundliche Technologien einen gemeinsamen Schwerpunkt festzulegen. “Lassen Sie uns daher aufhören zu kritisieren und zu diskutieren. Lassen Sie uns den anstehenden Wandel gemeinsam angehen”. Diess hatte in einem eigenen Beitrag im Business-Netzwerk LinkedIn ebenfalls für die Elektromobilität geworben. “In Politik und Verbänden darf nicht länger so getan werden, als gebe es gleichwertige Alternativen”, schrieb er. Unterdessen beklagte der Chef des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen, Wolf-Henning Scheider, bei den Wolfsburgern eine zu starke Konzentration auf die reine Elektromobilität. “Man darf nicht die Strategie eines einzelnen Unternehmens mit der gesamten Branche gleichsetzen”, sagte der Vorstandschef. Er habe zwar Respekt vor der VW Strategie, am Ende müsse aber der Kunde die Produkte kaufen. “Und da wird es nicht nur die eine Lösung geben”. Der Umstieg auf ein Elektroauto sei für viele Kunden von heute auf morgen nicht möglich, sagte ZF-Chef Scheider. Es hake etwa an der Reichweite der E-Fahrzeuge. “Ich bin davon überzeugt, dass sich dieses Thema mit der Zeit lösen lässt. Aber nicht in den nächsten 10 bis 20 Jahren”. ZF selbst setze auf eine Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor, die bald rein elektrische Reichweiten von 80 bis 100 km ermögliche, sagte Scheider. Ende des Jahres würden die ersten Fahrzeuge mit diesem Antrieb im Autohaus stehen. Wenn es um Alternativen zum Verbrennungsmotor geht, setzt die Branche zurzeit neben batterieelektrischen Antrieben etwa auch auf Brennstoffzellentechnik, synthetische Kraftstoffe oder Hybride. Diess legt aber den Fokus auf E-Mobilität und will mehr reine Elektromodelle auf die Straße bringen. Nach Angaben sollen bis 2028 fast 70 neue E-Auto-Modelle in den Verkauf gehen. Zuvor hatte VW noch von 50 E-Modellen gesprochen. In den kommenden zehn Jahren will VW dann 22 Millionen Elektroautos bauen statt den bisher angepeilten 15 Millionen. +++

+++ BMW streicht 2er Gran Tourer und den 3er GT, legt im Frühjahr 2020 jedoch ein 4-türiges Coupé vom 2er auf. Das Topmodell trägt die Bezeichnung M235i Gran Coupé. Wenn es neben den allgegenwärtigen SUV überhaupt noch einen Volumentrend gibt, dann sind es die 4-türigen Coupés, die mittlerweile immer kleiner werden. Nachdem BMW seinen 1er in diesem Sommer mit einem komplett neuen Modell auf die Frontantriebsplattform umstellt, wird es in einem Jahr auch ein viertüriges 2er Gran Coupé geben. Zu gut verkauft Audi seinen A3 auch als Limousine und zu viele Kunden können sich für den Mercedes CLA erwärmen, der nicht nur als viertüriges Pseudo-Coupé, sondern auch als Shooting Brake zu bekommen ist. Bisher bietet BMW nur für den chinesischen Markt eine viertürige 1er Limousine. Seine offizielle Weltpremiere feiert das 2er Gran Coupé auf der Los Angeles Autoshow 2019 im November. Dann zieht BMW nach und will damit insbesondere in den USA und Europa Kunden im Alter zwischen 30 und 40 Jahren locken. Das BMW 2er Gran Coupé trägt eine komplett neue Formensprache, denn vorbei ist es mit der langen Motorhaube, die zukünftig nur noch das 2er Coupé haben wird. Bei ihm haben sich die BMW Entwickler wegen der Nähe zum M3 / M4 nicht getraut, auf die Frontantriebsplattform zu wechseln. Das neue 2er Gran Coupé bekommt eine Front im Stile des BMW Z4 ohne die schicke lange Motorhaube. Vielmehr steigt die Schulterlinie zum nur noch angedeuteten Hofmeisterknick leicht nach hinten an, während das Heck über einen kurzen Stummeldeckel verfügt, der das 2er Gran Coupé nicht elegant, aber allemal dynamisch macht. Die serienmäßigen LED Leuchten ziehen sich dabei leicht nach oben in die Seitenteile. Anders als beim 4er Gran Coupé verzichtet der kleinere 2er Bruder auf eine große Heckklappe. Die Hecktür hätte insbesondere zu viel Kopffreiheit gekostet, denn üppig ist das Platzangebot im Fond des neuen Gran Coupés nicht und Personen über 1,80 Metern sollten sich Haare nicht toupieren, bevor sie in den neuen Bayern steigen. Im Innenraum gibt es ansonsten das gleiche Paket, was man auch vom neuen 1er BMW kennt. Auf Wunsch gibt es zwei 10,25 Zoll große Displays und das Bediensystem der neuesten Generation. Mit einer Länge von knapp 4,60 Metern greift das neue Modell von unten sogar den wiederum gewachsenen 3er an, der seit kurzem auf dem Markt ist. Der Basismotor im 2er Gran Coupé wird ein 1,5 Liter großer Dreizylinder des BMW 218i sein, der rund 140 PS hat. Die weiteren Vierzylinderversionen leisten 190 PS (220i), 224 PS (225i) und 265 PS (230i). Es wird erwartet, dass es auch im viertürigen Coupé drei Dieseloptionen mit 150 PS (218d), 190 PS (220d) und 231 PS (M225d X) geben wird. Sechszylinder sind aufgrund der Quereinbauweise des Triebwerks nicht mehr möglich. Topmodell ist der 306 PS starke BMW M235i Gran Coupé, der damit jedoch einen nennenswerten Leistungsnachteil gegenüber der direkten Konkurrenz hat. Audi RS3 und Mercedes CLA 45 AMG leisten in der Kombination mit Doppelkupplungstriebe und Allradantrieb rund 400 PS. Eine Plug-In-Hybridversion dürfte jedoch gesetzt sein, denn das kommende 2er Gran Coupé basiert auf der FAAR-Plattform, die aus der UKL-Architektur von BMW weiterentwickelt wurde und die aktuellen Generationen von Mini, 2er Active Tourer und Grand Tourer beheimatet. Diese modifizierte Architektur ermöglicht unter anderem einen vollständig elektrischen Antriebsstrang, sodass zumindest ein elektrischer 1er BMW gesetzt scheint und auch ein elektrisches 2er Gran Coupé möglich ist. +++

+++ Keine Frage: Der Vater von Christian von KOENIGSEGG , Gründer und Chef des Sportwagenherstellers, wäre stolz auf das, was sein Sohn samt Team da auf die Straße bringt. Zumal das Auto nach dem heute 80-Jährigen benannt ist. Diese Geste war übrigens eine Überraschung, Jesko von Koenigsegg wusste bis zur Enthüllung in Genf nichts davon. Christian hat sogar falsche Pressemeldungen verschickt; bis zuletzt war noch der Name Ragnarok im Gespräch. Die 125 Exemplare des 2,5 bis drei Millionen Euro teuren Sportwagens sind allesamt schon verkauft. Bereits vor der Premiere auf dem Genfer Autosalon wurden 83 Modelle verkauft, der Rest innerhalb von 5 Tagen nach der Präsentation. Die Käufer müssen sich jedoch noch ein wenig gedulden. Die Produktion beginnt Ende 2020 und pro Woche entsteht nur ein Modell. +++

+++ BMW chef Harald Krüger hat die Forderung des Volkswagen Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess nach der KONZENTRATION aller Fördermittel auf Batterieautos entschieden widersprochen. “Wo ich ganz klar anderer Meinung bin, ist Technologieoffenheit”, sagte Krüger. Die Entwicklung in verschiedenen Teilen der Welt sei sehr unterschiedlich, und wie schnell überall die Infrastruktur für reine vollelektrische Fahrzeuge entstehen werde, “das sehe ich anders”. In einigen Ländern sei auch Wasserstoff eine Alternative zum Batterieauto. “Daraus ergibt sich heute Diskussionsbedarf”, sagte der BMW Chef. Diess und Krüger wollten mit Daimler Chef Dieter Zetsche und dem Präsidenten des Autoindustrieverbands VDA, Bernhard Mattes, ausloten, ob sie eine gemeinsame Linie finden können. Diess will Subventionen auf kleine vollelektrische Autos konzentrieren und sagte: “Technologie Offenheit ist jetzt die falsche Parole”. BMW baut vor allem große Autos und hat 10 Hybrid-Modelle im Angebot. Krüger sagte darüber: “werden wir heute Abend intensiv diskutieren”. Es sei möglich, dass die Politik in einem wichtigen Land Hersteller dazu verpflichten werde, Wasserstoff Brennstoffzellen Autos anzubieten und sie andernfalls überhaupt keine Autos mehr dort verkaufen dürften. Deshalb sei Technologieoffenheit sehr wichtig. Zur Debatte über den VDA und Spekulationen über einen Austritt von VW aus dem Verband sagte Krüger: “Wir stehen zum VDA”. +++

+++ Der britische Autohersteller LOTUS soll bald eine Milliardeninvestition von seinem Mehrheitseigentümer Zhejiang Geely Holdings erhalten. Phil Popham, kürzlich ernannter CEO des britischen Sportwagenherstellers, sagte in den nächsten 5 Jahren sollten “Milliarden” in das Geschäft investiert werden. Laut Popham wird das wichtigste Fertigungswerk in Hethel damit umgestaltet und umfangreich erneuert. Zudem erhält es eine neue Automatisierung und Teilflächen aus früheren fehlgeschlagenen Investitionen werden nunmehr fertiggestellt. In diesem Zusammenhang ist geplant, die Produktionskapazität von derzeit 2.000 auf rund 5.000 Fahrzeuge pro Jahr zu erhöhen. Mögliche Optionen sind ein Ausbau des Standorts Hethel, ein neuer Standort in Großbritannien oder ein neues Werk außerhalb Englands. Popham räumte ein, dass “irgendwann die Produktion außerhalb von Hethel erforderlich sein wird”. Die Zahl der Ingenieure soll mit der Werkserweiterung von 180 auf 500 Personen steigen. Zusammen mit der Produktionserweiterung soll die Attraktivität der Traditionsmarke durch neue Modelle erhöht werden. Geplant sind unter anderem ein SUV und ein sportlicher GT. +++

+++ MARUTI SUZUKI hat die Produktion in seinen Werken im Februar um 8,3 % gegenüber dem Vorjahr gesenkt, da die Nachfrage auf dem indischen Pkw Markt weiter schwächelt. Der indisch-japanische Konzern produzierte im vergangenen Monat einschließlich leichter Nutzfahrzeuge 148.959 gegenüber 162.524 Einheiten im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Pkw Produktion von Maruti Suzuki, darunter der Modelle Alto, Swift, Dzire und Vitara Brezza, ging im Februar um 8,4 % auf 147.550 Einheiten zurück. Der indische Automarkt hat sein Wachstum in den letzten Monaten erneut verlangsamt. Im Februar verzeichneten die Verkäufe zum vierten Mal in Folge einen leichten Rückgang mit der Folge, dass die Autohersteller ihre Abläufe verlangsamten, um es den Händlern zu ermöglichen, ihre Lagerbestände zu reduzieren. +++

+++ OPEL hat sich mit dem Betriebsrat über die Zukunft seines Entwicklungszentrums geeinigt. 2.000 Opel-Ingenieure haben nun die Wahl: bleiben oder Abfindung kassieren. Der Autobauer Opel hat einen wichtigen Schritt zur Verkleinerung seines Entwicklungszentrums am Stammsitz Rüsselsheim gemacht. Mit dem Betriebsrat einigte sich das Unternehmen des französischen PSA Konzerns auf eine gemeinsame Vorgehensweise beim geplanten Wechsel zahlreicher Opel Ingenieure zum Dienstleister Segula. Demnach könnte jeder Ingenieur wählen, ob er zu Segula geht oder eine Abfindung kassiert. Diese Staffeln richten sich nach verschiedenen Kriterien. Opel verkleinert damit seine eigene Entwicklungsmannschaft um 2.000 auf 5.000 Leute. +++

+++ Viele Automobilhersteller beteiligen ihre Mitarbeiter am Unternehmenserfolg mit sogenannten Ergebnisbeteiligungen. Nun kommen die ersten Zahlen, die auf das Geschäftsjahr 2018 zurückgehen. PORSCHE zahlt seinen Mitarbeitern bis zu €9.700. Porsche setzt sich an die Spitze der Prämien Rangliste. Nach Bestmarken bei Umsatz, Ergebnis und Auslieferungen erhalten die Beschäftigten eine freiwillige Sonderzahlung von bis zu €9.700 brutto, angepasst an die individuelle Arbeitszeit und die Firmenzugehörigkeit. Davon gibt es €9.000 als Prämie und €700 als Sonderbeitrag zur Betriebsrente oder individuellen Altersvorsorge. Porsche hat im vergangenen Jahr 256.255 Autos abgesetzt und damit einen Umsatz von €25,8 Milliarden erwirtschaftet. Das operative Ergebnis betrug €4,3 Milliarden; die Rendite lag bei 16,6 %. Die Sonderzahlung erhalten allerdings nur etwa 25.000 der insgesamt 32.325 Beschäftigten. Bei Daimler beträgt die Ergebnisbeteiligung für das Jahr 2018 bis zu €4.965. Das haben Vorstand und Betriebsrat beschlossen. Die Erfolgsprämie gilt für die etwa 130.000 anspruchsberechtigte Tarifmitarbeiter in Deutschland und wird mit dem April-Gehalt ausgezahlt. Daimler zahlt einen solchen Bonus seit 1997. In diesem Jahr liegt er gut €700 unter dem des Vorjahres. Grund ist ein geringerer operativer Gewinn des Autokonzerns. 2017 verdiente Daimler vor Zinsen und Steuern noch €14,3 Milliarden; 2018 liegt dieses EBIT-Ergebnis bei €11,1 Milliarden. Die Tarifbeschäftigten der Volkswagen erhalten für das Jahr 2018 eine Erfolgsbeteiligung in Höhe von €4.750 brutto. Damit steigt der Bonus im Vergleich zu 2017 um €650 brutto. Der Erfolgsbeteiligung liegt eine tarifvertraglich vereinbarte zweijährige Berechnung zugrunde. Von der aktuellen Erfolgsbeteiligung wurden den Tarifbeschäftigten bereits €1.690,50 brutto mit dem November-Entgelt 2018 vorausgezahlt. Somit bleibt noch ein Betrag in Höhe von €3059,50 brutto. Die Zahlung erfolgt mit dem Mai-Entgelt. +++

+++ Die ersten elektrischen Audis für große Stückzahlen sind SUV. Aber auch für eine Mittelklasselimousine klassischen Zuschnitts mit E-Antrieb reifen die Pläne. Sie wird auf Basis der gemeinsam mit Porsche entwickelten PREMIUM PLATTFORM ELEKTRIK (PPE) stehen. Die PPE ist quasi die Elektro Entsprechung zum MLB (modularer Längsbaukasten), auf dem alle Audis ab dem A4 aufwärts basieren, auch die SUV wie der Q5. Auf der PPE steht ab 2021 der Nachfolger des Macan, den Porsche nur noch rein elektrisch anbieten wird. Bisher waren Macan und Audi Q5 eng verwandt, von daher wäre ein elektrischer Q5 logisch. Aber genau genommen ist der aktuelle E-Tron davon nicht weit weg und der gerade in Genf gezeigte Q4 E-Tron bietet innen genauso viel Platz wie ein Q5. Der Verbrenner-Q5 macht also mindestens noch einen Generationswechsel mit. Der nächste stünde 2023 an. Die PPE soll ausdrücklich nicht nur hoch bauende SUV mit großer (und hoher) Batterie im Fahrzeugboden darstellen können, sondern auch so genannte Flachboden-Fahrzeuge. “Flache Autos werden das neue Premium”, sagt Entwicklungsvorstand Rothenpieler. Und bekennt sich damit trotz nicht enden wollenden SUV Booms zu Limousinen und Coupés; auch mit Elektroantrieb. Allerdings muss beim Crash eines batteriebetriebenen Elektroautos der Rahmen um den Akku die Zellen im Fahrzeug schützen, daher werden die flachen BEVs an Breite zulegen; für die Optik nicht das Schlechteste. Offenbar wird der erste PPE Audi ein solches Flachboden Auto. Optisch nimmt es Anleihen von der Studie Aicon und dem Taycan Ableger E-Tron GT und wirkt noch sehr futuristisch. Ein entsprechendes Concept Car werden die Ingolstädter vermutlich 2020 als ersten öffentlichen Ausblick zeigen. Der Viertürer dürfte von der Größe her zwischen dem A6 und dem A5 angesiedelt sein, sollte also um die 4,8 Meter lang sein, was im Innern locker für Platzverhältnisse des A6 reichen dürfte und worauf auch die interne Bezeichnung E6 hindeutet. Im Zuschnitt entspricht er eher einem A5 Sportback; ist also ein coupéartiger Viertürer mit großer Heckklappe. Eine solche Karosse ergibt Sinn, weil sie eine vergleichsweise gute Windschlüpfigkeit einfacher macht und das wiederum ist gut für die Reichweite. Nicht umsonst folgt das Model 3 von Tesla einem ähnlichen Baumuster und auch der BMW i4 wird so was wie ein elektrisches 4er Gran Coupé. Zum Vergleich: E-Tron und Q4 E-Tron liegen zwar für ihre Bauform gut im Wind, kommen aber absolut gesehen auf einen eher durchschnittlichen cW-Wert von 0,28. Gute Limousinen oder viertürige Coupés wie etwa der Mercedes CLA schaffen selbst als Verbrenner 0,22. Ein E-Auto bis zur Größe eines Audi A6 könnte Audi wie den Q4 E-Tron auch auf Basis des MEB (Modularer Elektrobaukasten) darstellen. Aber der MEB trägt seine 14 Zentimeter hohe Batterie zwischen den Achsen; weniger als 1,55 Meter Karosseriehöhe sind damit schwer zu machen. Außerdem gibt es den MEB mit maximal 306 PS aus 2 Motoren (Allradantrieb) und bis zu 111 kWh Batterie (bisher nur im Bus). Die PPE dürfte also eher für den Bereich ab 400 PS gedacht sein, muss aber auch für Fahrzeuge mit mehr als 600 PS gut sein, wie es jetzt Porsche Taycan und E-Tron GT vormachen. Die Batterien sollten eher über 100 kWh groß sein. Ein A5 E-Tron Sportback könnte als Einstiegsmodell vielleicht auch mit 360 PS kommen. Aber ein bisschen Abstand zur Elektro-Limousine von VW, einem ca. 4,80 Meter langen Passat-Pendant mit MEB-Technik, auf das VW mit dem Concept Car Vizzion einen Ausblick gegeben hat, muss sein. Daher ist eine Version mit nur einem Motor eher unwahrscheinlich, zumal aktuelle Konstruktionen den zweiten Motor auf der Vorderachse vor allem zum Boosten verwenden und er so im Normalbetrieb wenig Mehrverbrauch verursacht. Gemeinsame Plattformen wie etwa die PPE sind für den Großkonzern Volkswagen seit Jahren das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Entwicklungskosten auf möglichst große Stückzahlen umzulegen. Aktuell entstehen mehr als 70 % der Jahresstückzahl des Mehrmarkenkonzerns auf Basis des Modularen Querbaukastens (MQB) für Modelle mit quer eingebautem Verbrennungsmotor (VW Polo bis Atlas, Audi A1 bis Q3, Skoda Fabia bis Superb und Kodiaq, Seat Ibiza, Leon, bis Tarraco). Die Elektro-Entsprechung ist der Modulare Elektrobaukasten (MEB). Der erste Audi darauf ist der Q4 E-Tron. Für die Baureihen (A4 bis A8, Q5 bis Q8) mit Längsmotor gibt es den MLB. Das Elektro-Pendant ist die Gemeinschaftsentwicklung PPE. Wie davon auch eine Flachbodenvariante entstehen kann, können sich die Entwickler beim Taycan Unterbau abschauen, auf dem ja auch der Audi E-Tron GT basiert. Dort schaffen Aussparungen im Akku im Fahrzeugboden (so genannte Fußgaragen) vor den Sitzen Raum für die Füße der Passagiere. Eine andere Möglichkeit zeigte kürzlich der Polestar 2, bei dem die Batterie zwischen den Sitzen vorn, hinten sowie unter der Rückbank höher ist. Auch wenn Porsche Taycan und Audi E-Tron GT die gleiche Technik nutzen: das ist noch nicht die der neuen Gemeinschaftsplattform PPE. Audi hingegen hat sein erstes E-Auto (den SUV e-Tron) auf Basis einer Evolutionsstufe des Modularen Längsbaukastens (MLB) entwickelt. Klingt kompliziert? Ist es auch. Aber das Plattform-Chaos ist ein vorübergehendes, weil die ersten E-Autos schon auf den Markt kommen, ehe die PPE fertig ist. Irgendwann kommen dann bei E-Autos von Audi nur noch MEB und PPE zum Einsatz, bei Elektro-Porsches nur die PPE, während VW, Seat und Skoda beim E-Antrieb wohl ausschließlich MEB-Fahrzeuge im Angebot haben werden. Weiterentwicklungen von MQB und MLB werden nach dem Bekenntnis des Volkswagenkonzerns zum Pariser Klimaabkommen wohl noch bis 2040 im Programm bleiben. +++

+++ Auf der Jahres-Pressekonferenz gibt VOLKSWAGEN Einblicke in die Zukunft des Konzerns. Im Vordergrund steht dabei die Entwicklung von Software und digitalen Dienstleistungen. Ganz zu Beginn der Pressekonferenz machte Konzernchef Herbert Diess schon klar, dass er in Wolfsburg mächtig am Althergebrachten rüttelt: “Wir beginnen, uns vom reinen Autohersteller zum softwaregetriebenen Unternehmen zu wandeln”. Ein gutes Beispiel ist der Klassiker Golf: das aktuelle Modell hat zwischen 50 und 100 Millionen Zeilen an Software-Codes. Das wird sich weiter steigern. Ein vollkommen autonom fahrendes Fahrzeug wird nach VW Auskunft eher eine Milliarde Code-Zeilen benötigen. Aktuell ist der Status quo, dass die Entwicklung von Software, Services und Diensten im Konzern über die Marken und viele Beteiligungen verstreut ist. Folglich gibt es auch kaum Synergien. Das VW Imperium benötigt aber konzernübergreifenden Software Lösungen, die als Basis für das gern genannte ‘Kundenerlebnis’ dient oder regelmäßige Software-Updates ‘over the air’ in die Fahrzeuge der Kunden zu Hause leisten kann. Diess erster Schritt war eine Personalie: Seit März ist Christian Senger (44) Software-Vorstand der Marke Volkswagen und leitet das Ressort Digital Car & Services. Damit spaltete Herbert Diess im Unternehmen die Entwicklung von Hardware und Software auf. Und lieferte auch hier ein Beispiel: “Beim Anlauf des neuen Golfs merken wir, dass die Vernetzung der unterschiedlichen Steuergeräte heute viel zu komplex ist. Die 70 Steuergeräte von rund 200 unterschiedlichen Lieferanten führen wir zu 3 Zentralrechnern im Auto zusammen”. 90 % aller künftigen Innovationen werden aus Software Verbesserungen generiert, und damit will auch Volkswagen entsprechend Umsatz und noch vielmehr Gewinne erwirtschaften. “Während wir bisher in 7 Jahres Lebenszyklen gedacht und gearbeitet haben, müssen wir künftig in Wochen oder sogar Tagesschritten denken lernen”, erläuterte Diess. “Wir müssen unsere Fahrzeuge mit einer Software Welt beleben, die einer viel schnelleren Taktung folgt”. So schnell wie möglich wollen Konzernchef Diess und sein neuer Software Chef Christian Senger das geplante Betriebssystem mit dem Namen ‘vw.OS’ serienreif entwickelt haben. Und wollen damit, ähnlich den Betriebssystemen iOS oder Android in Mobilgeräten, einen Software-Standard setzen, auf dem später die vielfältigen Software-Angebote des Konzerns fußen sollen. Um mehr Tempo zu machen, verkündete Konzernboss Diess, auch weitere Lieferanten ganz oder zum Teil übernehmen zu wollen, die bisher Software an Volkswagen geliefert haben. Kurz vor Weihnachten hatte VW 2 Zukäufe bekannt gegeben. Mit 75,1 % beteiligte sich VW an dem Telematik-Spezialisten Wireless Car, einer Volvo-Tochter, die weltweit schon 3,5 Millionen Autos über ihr System vernetzt. Und mit 49 % an dem E-Commerce-Spezialisten Diconium aus Stuttgart, der auch mit Daimler schon ein erfolgreiches Projekt realisierte. Eine weitere Grundlage, um diese Services überhaupt direkt ihren Kunden antragen zu können, ist nach Diess Angaben nun auch unter Dach und Fach: Zum April 2020 greift die Umstellung der Händler Verträge. “So können wir zum ersten Mal direkten Kontakt mit unseren Kunden aufnehmen, wenn sie das wollen, vor allem über digitale Kanäle”. Bis dahin entsprechende Software-Lösungen wie Apps fertig zu haben, lässt der Volkswagen Konzern seine aktuell 20.000 Entwickler weiterbilden. Diese arbeiteten bis dato zu 90 % an Hardware, sagte Diess, “bis 2030 wird sich das radikal ändern. Software wird die Hälfte der Entwicklungsleistung ausmachen”. Für die weitere Qualifizierung der eigenen Truppen rief Diess die ‘Fakultät 73’ ins Leben. Das Programm startet gerade mit 100 Teilnehmern und soll diese innerhalb von zwei Jahren zu Software-Experten ausbilden. Die Teilnehmer erhalten eine hochwertige Software-Ausbildung an der Auto-Uni in Wolfsburg mit intensiven Programmierschulungen und sind nach dem Abschluss “geprüfter IT-Entwickler (Certified IT System Manager)”. +++

+++ VOLVO setzt weiter Zeichen in Sachen Verkehrssicherheit. Ab 2020 fahren alle Autos maximal 180 km/h. Zusätzlich kommt eine kamerabasierte Ablenkungsüberwachung. Volvo ist bekannt für seine umfassende Sicherheitsphilosophie. Zuletzt sorgten die Schweden mit der Mitteilung für Aufsehen, dass ab dem Jahr 2020 kein Volvo mehr schneller als 180 km/h laufen soll. Sämtliche Neuwagen der Marke werden ab diesem Zeitpunkt mit dem elektronisch einprogrammierten Tempobegrenzer ausgeliefert. Hintergrund dieser Maßnahme ist die von Volvo ‘Vision 2020’ getaufte Entwicklung, nach der möglichst ab 2020 niemand mehr in einem neuen Volvo-Modell getötet werden soll. Zu diesem Entwicklungsprogramm hat Volvo nun weitere Bausteine bekanntgegeben. Der erste ist ein System namens Care Key. Dabei lässt sich ein ‘Familienschlüssel’ definieren, der das Fahrzeug auf eine vom Besitzer festlegbare Höchstgeschwindigkeit drosselt, wenn er den Wagen an Familienangehörige oder Freunde verleiht. Dieser neue Schlüssel wird ab dem Modelljahr 2021 bei jedem Volvo Neuwagen serienmäßig sein. Bekannt ist diese Idee auch bereits von Fahrzeugen anderer Hersteller vornehmlich für den US-Markt, wo in den Limits des Gast-Schlüssels teilweise sogar die maximale Lautstärke des Soundsystems festgelegt oder die maximale Motorleistung begrenzt werden kann. Der nächste Schritt zu mehr Sicherheit in neuen Volvos ist das Fahrerüberwachungssystem. Es soll mit Kameras und Sensoren gegen Ablenkung und Rauschmitteleinfluss eingesetzt werden. Das System soll dabei sowohl die Ablenkung beispielsweise beim Bedienen eines Mobiltelefons erkennen wie auch Symptome von Alkohol- und Drogenkonsum beim Fahrer. Das System beobachtet den Zustand des Fahrers und greift notfalls ein, falls dieser nicht auf Warnsignale reagiert und Unfälle mit ernsthaften Folgen drohen. Ein solcher Eingriff könnte eine Reduzierung der Geschwindigkeit, die Benachrichtigung der Volvo on Call Einsatzzentrale und im letzten Schritt sogar das Abbremsen und sichere Parken des Fahrzeugs umfassen. Die neue Fahrerüberwachung soll künftig in allen neuen Volvo Modellen installiert werden. Den Start macht die nächste Generation des auf der weiterentwickelten SPA2 Plattform aufbauenden XC90, der voraussichtlich Ende 2021 präsentiert wird und 2022 auf den Markt kommt. Die 180 km/h Begrenzung und das Care Key System soll ab Mai 2020 in die Produktion gehen. Neben den neuen Sicherheitssystemen hat Volvo auch bekannt gegeben, sowohl die neuen Volvo Modelle als auch Fahrzeuge der E-Tochter Polestar künftig auf das Android Betriebssystem umzustellen. Erster Volvo mit Android wird der elektrisch angetriebene Volvo XC40, der voraussichtlich auf der IAA Premiere feiert. +++

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