Tagesschau : de Golf is de laatste fossiele melkkoe van Volkswagen

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+++ AUDI konnte im September seinen Absatz steigern. Das lag aber vor allem an dem schwachen Vorjahresmonat statt an der großen Nachfrage nach den Autos der VW-Tochter. So lieferte Audi 145.400 Autos an die Kunden aus und damit 4,5 % mehr als ein Jahr zuvor, wie die Ingolstädter mitteilten. In Europa war der Anstieg mit einem Drittel besonders stark, vor allem in Deutschland lieferte Audi mehr als doppelt so viele Wagen aus wie vor einem Jahr. Im September 2018 war der neue Abgas- und Verbrauchsprüftest WLTP gültig geworden. Das traf Audi besonders hart, weil der Autobauer viele Modelle noch nicht nach den neuen Vorgaben zertifiziert hatte und sie deswegen nicht verkaufen konnte. In den wichtigen Märkten Nordamerika und China lief es dagegen im vergangenen Monat weiter schwach und Audi wurde weniger Wagen los. In den USA setzte die Marke mit 16.130 abgesetzten Autos aus 16,6 % weniger Fahrzeuge ab als noch im Vorjahresmonat. In China lag der Rückgang bei 63.593 Fahrzeugen bei einem Minus von 3,3 %. Im bisherigen Jahresverlauf steht für die Marke mit 483.001 an Kunden übergebenen Fahrzeugen indes ein Plus von 1,7 %. Besonders gut kamen bei Audi im September bei den Kunden der neue Q3 (+57,6 % auf 1.820 Einheiten) an. Die Oberklasselimousine A6 (+128,0 %), der A7 (+108,0 %) sowie der A8 (+161,7 %) kamen ebenso auf starke Zuwächse. Nach 9 Monaten steht bei der Marke insgesamt ein Minus von 3,6 % auf 1,36 Millionen ausgelieferte Autos zu Buche. Vertriebschefin Hildegard Wortmann blickt jedoch wegen weiterer neuer Modelle positiv auf das letzte Quartal. +++

+++ BMW hat seinen Absatz im September in allen Regionen weiter deutlich gesteigert. Mit einem Plus von 10 % legte die Nachfrage nach Elektro und Hybrid Fahrzeugen des Konzerns dabei am stärksten zu. Vertriebsvorstand Pieter Nota sagte in München, bei elektrifizierten Autos habe BMW das breiteste Angebot im Wettbewerb. Der seit 6 Jahren in Leipzig gebaute i3 war lange ein Ladenhüter, ist aber laut Nota inzwischen “extrem erfolgreich und wird uns daher auch in den kommenden Jahren begleiten”. Im September stiegen die Auslieferungen der Marke BMW um 4,8 % auf über 210.000 Fahrzeuge. Auch Mini und Rolls-Royce legten zu, so dass der Konzern insgesamt auf ein Plus von 4,6 % auf 249.000 ausgelieferte Autos kam. Die Zuwächse waren in Europa, Asien und Amerika auf fast gleichem Niveau. Die Hybridmodelle und der bislang einzige vollelektrische BMW, i3, kamen im September auf einen Absatz von 16.000 Fahrzeugen. Für das Gesamtjahr erwartet der BMW Konzern weiterhin “eine leichte Absatzsteigerung”. Seit Januar haben die Münchner im laufenden Jahr 1,60 Millionen Fahrzeuge ihrer Stammmarke verkauft, das ist ein Zuwachs von 2,2 %. Die Mini-Nachfrage liegt dagegen bislang 1,8 % unter Vorjahr. +++

+++ Diesem Monat beginnen bei Arnstadt in Thüringen die Bauarbeiten für ein großes Werk, aus dem in den nächsten Jahren massenhaft Zellen für die Batterien von Elektroautos in Europa kommen sollen. Die deutsche Autoindustrie, die sich bei Zellen bisher weitgehend auf Lieferungen von Anbietern aus Korea, China und Japan verlässt, hat ein Auge auf das Projekt. Ist CATL mit einer Produktion in Thüringen erfolgreich, dann wachse der Druck, dass auch die deutschen Hersteller in die Fertigung einsteigen, heißt es unter Automobilfachleuten. In der Politik und der Branche wird seit Jahren über die Marktmacht asiatischer Hersteller diskutiert und die Frage, ob deutsche und europäische Autohersteller dadurch in eine zu große Abhängigkeit geraten, wenn der Verkauf von E-Fahrzeugen wie erhofft stark anzieht. Die Bundesregierung baut an europäischen Batterie-Allianzen. Als einziger deutscher Autobauer hat Volkswagen mit einer Pilotfertigung von Zellen in Salzgitter reagiert, um Erfahrungen auf dem Gebiet zu sammeln. Bei der Investitionsbekanntgabe von CATL (Contemporary Amperex Technology Ltd.) im Juli 2018 in Berlin hatte Kanzlerin Angela Merkel die Gemengelage in Deutschland so umschrieben: “Wenn wir es selber könnten, wäre ich auch nicht traurig”. Aber es sei gut, dass der chinesische Konzern, wenn er nach Europa gehe, Deutschland gewählt habe. “Es ist gut, dass das Werk kommt”, heißt es auch beim Verband der Automobilindustrie. CATL steht mit seinem Projekt allerdings noch am Anfang. Im logistisch perfekt zwischen der Nord-Süd Autobahn A71 und der Ost-West Autobahn A4 gelegenen Gewerbegebiet “Erfurter Kreuz” sind auf dem 70 Hektar großen Areal für die Fabrikbauten bisher eine Zufahrtsstraße und Reifenabdrücke großer Baumaschinen zu sehen. Trotzdem hat Europa-Präsident Matthias Zentgraf bereits ein richtiges Büro in einem ziemlich neuen Industriebau. “Ich kann von hier unsere Flächen sehen. Dort wird es riesige Produktionslinien geben”. CATL hat im Frühsommer kurzerhand etwa 10 Jahre alte Hallen und Bürogebäude gekauft, die der Bosch-Konzern für einen kurzen, teuren Ausflug in die Solarzellenfertigung bauen ließ. Beim Zeitplan für die Neubauten hält sich Zentgraf noch bedeckt. “Die Investitionssumme von €1,8 Milliarden soll nach den Planungen innerhalb von 60 Monaten umgesetzt werden, und natürlich abhängig von der Marktentwicklung bei Elektrofahrzeugen”, sagt er. In der ersten Etappe würden im kommenden Jahr die ersten 200 Arbeitsplätze entstehen; Stellen seien schon ausgeschrieben. Einige CATL Kunden, darunter BMW, haben bereits konkrete Bestellungen abgegeben. Der Münchner Autokonzern, der auch im nahen Leipzig produziert, orderte am Tag der CATL Entscheidung bei den Chinesen Batteriezellen im Wert von €4 Milliarden. Davon sollen Zellen im Wert von €1,5 Milliarden ab 2021 aus Arnstadt kommen, kündigte der BMW Vorstand an. +++

+++ Minus 33,1 %. So stark gab der Verkauf batterieelektrischer Autos in CHINA im September im Vergleich zum Vorjahresmonat nach. Noch härter traf es Plug-in Hybride, deren Verkäufe um 38,4 % zurückgingen, wie der Verband CAAM der chinesischen Autohersteller bekannt gab. Dieser Einbruch trifft reine Elektrohersteller besonders hart, denn China ist der größte Markt für batterieelektrische Fahrzeuge, so wurden in der Volksrepublik laut CAAM in den ersten neun Monaten des Jahres rund 717.000 E-Autos produziert. Der zurückliegende E-Auto-Boom war allerdings stark subventionsgetrieben und steigerte die Anzahl verkaufter Fahrzeuge von rund 10.000 im Jahr 2009 auf über 1,26 Millionen im Jahr 2018. Allein 2017 förderte die chinesische Regierung die Hersteller von E-Autos mit rund $3,1 Milliarden. Durch die hohen Subventionen stieg vor allem die Produktion billiger und wenig hochwertiger E-Autos, bis die Regierung im März dieses Jahres beschloss nur noch Autos mit einer Reichweite von mindestens 250 Kilometern zu subventionieren. Für E-Autos mit Reichweiten von mehr als 400 Kilometern wurden die Zuschüsse halbiert. Ende 2020 fallen sie dann weg. Damit dränge die Regierung die Hersteller, Autos von besserer Qualität anzubieten, erklärte der Analyst Yale Zhang. Damit dürfte die Regierung einen Konsolidierungsprozess angestoßen haben, der kleinere Hersteller in die Pleite treiben könnte. So machte das Start-up Nio, einst als Chinas Tesla gehandelt, im zweiten Quartal des Jahres $479 Millionen Verlust; ein Anstieg um mehr als 25 % gegenüber dem vorigen Quartal. Für Brennstoffzellenautos, die mit Wasserstoff betrieben werden, fallen die Subventionen ab 2021 ebenfalls weg, wie das chinesische Finanzministerium nun bekannt gab. Experten waren bislang davon ausgegangen, dass die Wasserstoffautos nicht von den Kürzungen betroffen seien. Trotz der finanziellen Unterstützung habe Chinas Brennstoffzellenindustrie keine Durchbrüche erzielt, begründete das Ministerium den Schritt. +++

+++ Es läuft wieder rund beim Autobauer DAIMLER . Nach einem schwachen ersten Halbjahr ziehen die Absatzzahlen auch im September wieder an. So konnte Daimler im vergangenen Monat weltweit 223.838 Autos der Marke Mercedes-Benz und damit 10,4 % mehr als ein Jahr zuvor verkaufen, wie der Konzern in Stuttgart mitteilte. Nach 9 Monaten liegt Mercedes damit nun knapp mit 0,6 % im Plus bei rund 1,73 Millionen verkauften Fahrzeugen. Im ersten Halbjahr hatten die Modellumstellung in den Kompaktklassen A und B sowie die Probleme beim Produktionsanlauf neuer SUV Modelle in den USA belastet. Mittlerweile sorgen die Kompaktwagen aber deutlich für Auftrieb. Auch von den teureren Limousinen der C-, E- und S- Klassen wurde Daimler im September mehr Wagen los. Bei den Kompaktwagen konnte man mit 72.700 Einheiten seinen Absatz im September um 17,7 % steigern. Das Verkaufsplus zog sich durch alle Regionen, auch in China blieben die Mercedes-Autos trotz der Marktschwäche gefragt. So konnte Mercedes in China im Vormonat 61.664 Fahrzeuge an Kunden übergeben, was einem Zuwachs von 12,9 % im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Nach 9 Monaten liegt der Zuwachs mit fast 526.000 Fahrzeugen in China bei 5 %. In den USA kam Mercedes mit 27.433 Fahrzeugen im Vormonat auf einen Zuwachs von 4,8 %. Im bisherigen Jahresverlauf liegt man jedoch mit 0,5 % noch leicht im Minus. Im dritten Quartal verkaufte Mercedes-Benz 12,2 % mehr Autos als im Vorjahreszeitraum. Problemkind bleibt die Kleinwagenserie Smart, die von Daimler auf kompletten Elektroantrieb umgestellt wird. Inklusive der Kleinwagen liegt die Pkw-Sparte des Konzerns nach neun Monaten nur 0,1 % vor den Verkäufen des Vorjahres. Smart musste im September mit gerade einmal 7.286 verkauften Fahrzeugen einen Rückgang von fast 33 % hinnehmen. “Wir haben das beste dritte Quartal aller Zeiten von Mercedes-Benz abgeschlossen”, sagte Vertriebschefin Britta Seeger. “Im Jahresendspurt wollen wir unseren Anspruch, die führende Automobil-Premiummarke weltweit zu bleiben, weiter festigen. Wir gehen davon aus, dass wir im Gesamtjahr den Retail-Absatz von Mercedes-Benz trotz eines weiterhin wettbewerbsintensiven Umfelds leicht steigern werden”. +++

+++ Der zweitgrößte amerikanische Autokonzern FORD will gemeinsam mit Volkswagen und Amazon das nach eigenen Angaben größte Ladenetz für Elektroautos in Nordamerika anbieten. Das Unternehmen verspricht Kunden Zugang zu mehr als 12.000 Ladestationen. Die öffentliche Stromversorgung für E-Autos werde damit zu einer ähnlich normalen Erscheinung wie die Präsenz der größten Apotheken oder Café Ketten, kündigt der Konzern in einer Mitteilung an. Bei öffentlichen Ladestationen setzt Ford auf das Netz der VW Tochtergesellschaft Electrify America, das in 45 Bundesstaaten und dem Regierungsbezirk DC geplant ist. Zudem will Ford gemeinsam mit dem Online-Konzern Amazon Geräte für den Hausgebrauch anbieten, die E-Autobesitzer zum Aufladen ihrer Fahrzeuge zu Hause nutzen können. Abgerechnet werden soll das Stromtanken über die App Fordpass, die auch über einen Bildschirm im Auto bedient werden kann. +++

+++ Die Erwartungen an ihn könnten kaum höher sein: Der GOLF ist seit jeher das ‘Brot-und-Butter-Modell’ von VW. Nun geht die 8e Auflage an den Start. Für den größten Hersteller der Welt hat das Auto eine enorme Bedeutung. Da darf nichts schiefgehen. Es war eine große Show. Vor etwas mehr als 7 Jahren entstieg ein gewisser Martin Winterkorn dem damals nagelneuen Golf 7 im Blitzlichtgewitter der Neuen Nationalgalerie in Berlin. VW hatte das berühmte Kunstmuseum angemietet, um mit viel Pomp und Pathos die jüngste Version seines Bestsellers vorzustellen. Seitdem wurden wesentliche Teile der Führungsriege ausgetauscht, ‘Dieselgate’ erschütterte nicht nur Volkswagen, die ganze Autowelt geriet in einen Umbruch. Heute bemüht man sich, im Auftreten bescheidener zu wirken. Die Manager kommen und gehen, der Golf bleibt. Statt eines opulenten Events in der Hauptstadt gibt es diesmal ein Heimspiel: Am 24. Oktober 2019 soll die Weltpremiere in der Wolfsburger Autostadt steigen, dem Auslieferungszentrum der Kernmarke. Bei der Ankündigung spart VW erneut nicht mit starken Worten. Eine Ikone sei der Golf, nicht weniger als das Herz der Marke Volkswagen. Das Modell hat eine zentrale Funktion im gesamten Konzern. Einst führte der Golf 7 den Modularen Querbaukasten (MQB) als Plattform auch für andere Kompaktwagen ein. Dank dieser Strategie gelangen Volkswagen beträchtliche Einsparungen und einheitliche technische Standards. Der 8er soll daran anknüpfen. “Die Produkteinführung der kommenden Golf Generation ist neben der ID Familie die strategisch bedeutsamste”, erklärte Marken Geschäftsführer Ralf Brandstätter. Wenn die Elektroauto Serie im November im umgebauten Werk Zwickau in die Produktion geht, steht viel auf dem Spiel. VW steckt Milliarden in die E-Mobilität, eine hinreichend hohe Nachfrage nach dem ID ist in längerer Frist allerdings noch nicht ausgemacht. Da muss der Golf als wichtigstes Massenmodell das klassische Hauptgeschäft absichern. “Es ist der Volkswagen schlechthin, der Begründer der Klasse der kompakten Fahrzeuge”, sagt Stefan Reindl. Der Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) in Geislingen glaubt, dass das Image der gesamte Marke zum Großteil von dem Modell abhängt: “Insofern muss der neue Golf schon sitzen”. Es sei richtig, dass VW nun endlich “Vollgas gibt in Richtung E-Mobilität”, doch dies gehe nicht von heute auf morgen. “Also braucht man diesen Golf nach wie vor”. Die Dimension, um die es geht, wird klar, wenn man sich alle Verkäufe seit dem Start der ersten Auflage 1974 ansieht: Weltweit wurde VW rund 36 Millionen Golf los. In die Entwicklung der neuen Generation flossen laut Planungsstand 2018 mindestens €1,8 Milliarden. Dass beim unverzichtbaren Brot- und Butter-Modell möglichst nichts schiefgehen darf, war bereits im Frühjahr deutlich geworden. Berichte machten die Runde, wonach es ausgerechnet bei der Bordelektronik Qualitätsprobleme geben soll. Dabei bilden Assistenzsysteme und digitale Vernetzung im Golf 8 einen Schwerpunkt wer, wie von Konzernchef Herbert Diess selbst angekündigt, “im Volumensegment neue Maßstäbe setzen” will, sollte hier nichts anbrennen lassen. Im April hatte Der Spiegel gemeldet, dass der Wagen zunächst in kleinerer Stückzahl produziert werden solle. Demnach geht der Golf 8 Ende des Jahres erst einmal nur mit abgespeckter Technik an den Start, einige elektronische Funktionen sollen erst später kommen. VW räumte eine flachere Anlaufkurve ein: Produktionsvorstand Andreas Tostmann bekräftigte Ende September, man sei auf Basis revidierter Planungen aber auf der Höhe: “Wir werden dieses Jahr schon Einiges an Stückzahl machen”. Gleichzeitig soll die vollelektrische ID Familie während des langsamen Abschieds vom Verbrennungsmotor langfristig zum zentralen Umsatz und Gewinn Bringer der Kernmarke aufgebaut werden. Schon jetzt versucht der Konzern, viele verbliebene Elektro-Golfs vor der großen E-Offensive günstig loszuschlagen. Laut einer Rabattstudie des CAR-Instituts der Uni Essen-Duisburg wird der batteriebetriebene 7er derzeit mit hohen Abschlägen in den Markt gedrückt. Bei Händlern im Internet fanden die Branchenbeobachter Angebote, die inklusive staatlicher Förderung auf einen Verbraucher-Endpreis von knapp über €20.000 kommen. Normalerweise kostet das Elektroauto €31.900. Beim 8er soll es neben Benziner, Diesel und Erdgas Motoren keinen reinen E-Antrieb mehr, sondern nur Hybride geben. Ein Mildhybrid, der den Verbrenner unterstützt und 10 %  Spritersparnis bringen soll, wird nach und nach auch in anderen Modellen eingesetzt. Es sieht damit so aus, als sei der Golf 8 die letzte große fossile Cash Cow für VW vor dem Hochlauf der ID-Familie, und vor dem Umbau weiterer Werke wie Emden, Hannover sowie zum Teil auch Standorten in China und in den USA für die ausschließliche E-Auto Produktion. In puncto Digitalisierung soll der Wagen die Zukunft der Branche mit einläuten. Der Golf 8 ist ständig im Netz. Alle Instrumente sind digital, ein Infotainment-Display und Projektionen im Sichtfeld des Fahrers sollen Konkurrenten wie dem BMW 1er oder der A-Klasse von Daimler Kunden abjagen, sofern technisch alles von Anfang an läuft. Und weil die verschärften CO2 Ziele der EU ab dem kommenden Jahr greifen, müssen die Verbrenner in dem Massenmodell effizienter werden als beim Vorgänger. Auch in dieser Hinsicht scheint Volkswagen beim Langzeit Kassenschlager Golf also fast zum Erfolg verdammt zu sein. +++

+++ Der Autobauer Volkswagen will binnen 5 Jahren mit einer neuen Baureihe GUNSTIGER ELEKTROAUTOS möglichst viele Kunden erreichen. VW Chefstratege Jost sagte, das Unternehmen arbeite an einem E-Citycar, das weniger als €20.000 kosten solle. “Wir sehen Mobilität als Bürgerrecht, sie muss erschwinglich sein, und das ist auch eine Aufgabe von Volkswagen”, sagte Vorstandschef Herbert Diess. “Wir wollen ein solches Fahrzeug 2023 / 2024 auf den Markt bringen”. Als Reichweite dürften demnach 220 bis 250 km genügen. Zunächst steht bei VW aber die Markteinführung des E-Modells ID.3 mit einer höheren Reichweite von rund 300 km an, das für rund €30.000 angeboten werden soll. Für das Frühjahr 2020 sind die ersten Auslieferungen geplant. Zwar hat die VW Gruppe bereits einige Elektroautos im Programm, etwa den Audi e-Tron oder den E-Sportwagen Porsche Taycan. Eine rein elektrische Großserie zu einem geringeren Einstiegspreis fehlt bisher aber noch. +++

+++ Gerade in den USA geraten die HYBRID FAHRZEUGE zunehmend unter Druck. Laut IHS Daten wurden 2018 von Januar bis August fast 74.500 Plug-in Hybrid Elektrofahrzeuge registriert. Im gleichen Zeitraum dieses Jahres ging die Zahl auf 55.600 Einheiten zurück. Von Januar bis August 2017 erreichten die persönlichen PHEV Registrierungen nach Angaben von IHS 53.600 Einheiten, was einem Rückgang von 25 % entspricht. Gründe sind dabei neue Elektroautos sowie Produkteinstellungen eines Chevrolet Volt oder des Ford C-Max. Der Ford Fusion / Mondeo PHEV wird zeitnah ebenfalls auslaufen, obwohl er aktuell noch in Produktion ist. Topmodelle waren noch in 2015 Fahrzeuge wie der BMW i3, Chevrolet Volt, Ford C-Max / Fusion (Mondeo) und der Toyota Prius PHEV. In diesem Jahr liegt der Toyota Prius Prime leicht an der Spitze, gefolgt von den Minivans Honda Clarity, BMW 5er PHEV, Ford Fusion (Mondeo) und Chrysler Pacifica. Stark angestiegen ist die Nachfrage nach Modellen wie dem BMW 530e PHEV, der sich von 8.400 Fahrzeugen in 2017 auf fast 12.000 Einheiten in 2018 steigerte. Im vergangenen Jahr bot allein BMW 6 Fahrzeuge mit PHEV Optionen an, mit Abstand die meisten auf dem Markt von einer Marke. Dazu gehörten der i8, der i3, der 3er und der X5 sowie 5er und 7er. Im kommenden Jahr folgt eine zweite Hybridversion vom 5er BMW (545e) mit 6 Zylindern sowie der neue BMW 330e PHEV. Stark zurückgegangen ist dagegen der BMW i3 mit gerade noch 1.750 Einheiten in 2018. Mittlerweile ist der BMW i3 nur noch als Elektromodell auf dem Markt. +++

+++ MERCEDES-BENZ auch in der aktuellen Ausgabe der jährlichen Auswertung von Interbrand die wertvollste deutsche Marke. Im weltweiten Ranking liegt Mercedes unter den Top 10, musste sich allerdings erneut einem anderen Autobauer geschlagen geben. In der Studie errechnete das Unternehmen für die Stuttgarter einen Markenwert von rund $50,8 Milliarden; ein Plus von 5 % im Vergleich zum Vorjahr. Weltweit schafft es Mercedes damit wie im vergangenen Jahr auf den 8en Platz im Ranking. Nur ein Autobauer schlägt sich besser: Toyota liegt einen Rang vor Mercedes und ist damit die wertvollste Automarke der Welt. Die Japaner verzeichnen ebenfalls ein Wachstum von 5 % und kommen auf gut $56,2 Milliarden. BMW verbesserte sich vom 13. auf den 11. Rang mit %40,4 Milliarden (+1%). Auf Platz 21 liegt Honda mit %24,4 Milliarden und einem Plus von 3 %. Weitere Autobauer in den Top 50 sind Ford auf Rang 35, Hyundai direkt dahinter auf Platz 36, VW und Audi auf den Rängen 40 und 42 sowie Porsche auf Position 50. Zu den Verlierern gehört Nissan: Die Japaner rutschten von Rang 40 auf den 52 Platz ab. An der Spitze des Interbrand Rankings bleiben Apple, Google, Amazon und Microsoft trotz des verstärkten Augenmerks von Wettbewerbshütern auf Tech Konzerne mit Abstand die wertvollsten Marken der Welt. Apple bringt es auf einen Markenwert von gut $234 Milliarden; ein Zuwachs von 9 %. Google belegt Platz 2 mit einem Plus von 8 % auf $167,7 Milliarden. Bei Amazon sehen die Marktforscher einen Zuwachs von 24 % auf rund $125,3 Milliarden. Der Online-Händler und Anbieter der Sprachassistentin Alexa konnte damit den Vorsprung zu Microsoft ausbauen: Den Markenwert des Software-Riesen schätzt Interbrand auf knapp $109 Milliarden. Der einstige Dauer-Spitzenreiter Coca-Cola liegt weit abgeschlagen auf Rang 5 mit rund $63,4 Milliarden; ein Rückgang von 4 % ließ den Konzern noch weiter zurückfallen. Beim Markenwert von Facebook sehen die Marktforscher einen Rückgang von 12 % auf knapp $40 Milliarden. Das Online-Netzwerk fiel damit vom 9. auf den 14. Platz in der Rangliste. Interbrand berechnet den Markenwert auf Basis von Geschäftszahlen, der Wirkung der Marke auf die Kunden sowie einer Einschätzung der Fähigkeit, in der Zukunft Gewinne zu sichern. +++

+++ Auf dem Branchengipfel des Instituts für Automobilwirtschaft in Nürtingen bei Stuttgart sprach der OPEL Chef Michael Lohscheller über Zukunftspläne. Unter anderem ging es dabei um den weltweit größten Automarkt China. Lohscheller sieht China zumindest vorerst nicht als Ziel für die Marke, schließt einen Markteinstieg aber auch nicht grundsätzlich aus. “Wir haben ganz klar die Strategie, in möglichst viele Märkte zu gehen, wo es sinnvoll ist, wo es wirtschaftlich hilft”, sagte Lohscheller. Erst einmal sei nun Russland das Ziel, wo Opel den Vorteil habe, schon sehr bekannt zu sein. Die Marke war dort früher bereits vertreten, der US-Autohersteller General Motors, zu dem Opel bis 2017 gehörte, hatte den Verkauf von Opel Modellen aber schrittweise auf Europa beschränkt. Inzwischen gehört Opel zum französischen PSA Konzern. In China sei man in der Vergangenheit nicht gewesen. “Das heißt, es ist jetzt auch nicht so, dass alle darauf warten, dass Opel endlich nach China kommt”, sagte Lohscheller. Gleichwohl könne man mit einer deutschen Marke in China sicher punkten. Zunächst müsse aber PSA selbst in China auf einem guten Weg sein, man werde da nichts mischen. “PSA hat Aufgaben in China zu machen, Opel muss Russland und andere Märkte sehr erfolgreich umsetzen. Und dann werden wir mit Sicherheit eine Diskussion im Konzern haben, ob China eine Möglichkeit für Opel ist”, sagte Lohscheller. +++

+++ PORSCHE konnte seinen Absatz in den ersten 9 Monaten des Jahres leicht steigern. Vor allem die Geschäfte in China und den USA trugen zum Zuwachs bei. Weltweit steigerte die Volkswagen Tochter die Auslieferungen im Jahresvergleich um 3 % auf 202,318 Fahrzeuge, wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte. Damit legte Porsche gegenüber dem Stand von Ende Juni noch etwas zu, als das Plus 2,2 % betragen hatte. Dabei war Porsche wegen der Probleme rund um das vorigen Herbst eingeführte Abgas- und Verbrauchstestverfahren WLTP schwach ins Jahr gestartet. Doch mit einem guten Abschneiden in den USA und in China konnte das Unternehmen von Januar bis September die Rückgänge in Europa wettmachen. Auf dem chinesischen Markt konnte Porsche bis September 64.237 Fahrzeuge an Kunden übergeben; ein Zuwachs von 14 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In den USA, dem zweitgrößten Markt von Porsche, stiegen die Auslieferungen um 6 % auf 45.062 Einheiten. Besonders gefragt waren den Angaben zufolge die SUV Modelle Cayenne und Macan. Wie der Autobauer mitteilte, konnte dabei der Cayenne mit 62.022 Fahrzeugen ein Plus von 25 % verzeichnen. Für den Macan entschieden sich 73.967 Kunden. Damit kommt das Kompakt SUV auf einen Zuwachs von 9 % im Vergleich zum Vorjahr. “Der Zuwachs in China und den USA stimmt uns positiv was die Erreichung unserer Gesamtjahresziele angeht”, sagte Vertriebschef Detlev von Platen. Allerdings warnte er zugleich von einer sich abzeichnenden Abschwächung des weltweiten Wachstums. Weiteren Absatzschwung verspricht sich die Marke vom Taycan. Der erste vollelektrische Porsche wird ab Ende 2019 in den USA ausgeliefert, in Europa kommt das Fahrzeug im Frühjahr kommenden Jahres auf den Markt. +++ 

+++ Im April dieses Jahres hat SAIC MOTOR seine Produktionsanlage in Indien in Betrieb genommen. In den 3 Monaten seit der Markteinführung des MG Hector sind bereits 31.000 Bestellungen eingegangen. Der in Shanghai ansässige Autobauer hatte mit Blick auf das riesige Marktpotenzial in Indien anfang 2017 angekündigt 3.275 Milliarden Yuan in eine Automobilproduktion mit unterstützendem Zuliefererpark in Indien zu investieren. Dazu wurde das Halol Werk von General Motors India in Gujarat (Westindien) gekauft und modernisiert. In dem indischen Produktionswerk auf einer Fläche von 700.000 m² sollen jedes Jahr 56.000 Fahrzeuge vom Band rollen. Es ist die dritte Automobilfabrik von SAIC Motor im Ausland (neben Thailand und Indonesien) und der erste Kapitaleinsatz eines chinesischen Autobauers in Indien. Im Juni dieses Jahres feierte SAIC Motors erstes Modell MG Hector sein indisches Marktdebut. MG Hector ist mit SAIC Motors eigenentwickeltem intelligentem Fahrsystem i-Smart ausgestattet, das speziell für den indischen Markt optimiert wurde. Das Modell hat sich schnell zu Indiens erstem Internet-Kassenschlager entwickelt. Bis zum 29. September (3 Monate nach Produktionsbeginn) sind im indischen Werk des chinesischen Autobauers 31.000 Bestellungen eingegangen und 7.000 Neuwagen wurden bereits ausgeliefert. Durch die starke Präsenz von SAIC Motor in Indien sind nicht nur neue Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung entstanden, zusätzlich wurde die lokale Wirtschaft stimuliert, da über die Hälfte der Autoteile von lokalen Zulieferern hergestellt wird. Mit seinen Internet-Autos hat das Unternehmen auch das Geschäft von lokalen Firmen in den Segmenten Internet-Services, künstliche Intelligenz und weiteren Innovationsbereichen belebt. Die indische Regierung hat beschlossen, Fahrzeuge mit neuen Antriebsformen (NEV) stärker zu fördern. SAIC Motor entwickelt bereits entsprechende Technologien und will bis Jahresende in Indien mit dem MG ZS EV ein NEV unter eigener Marke auf den Markt bringen. +++

+++ Steht Europa kurz vor dem ‘Peak Auto’? Die Studie ‘2019 Digital Auto Report’ rechnet mittelfristig mit einem SCHRUMPFEN DER FAHRZEUGFLOTTE . Die Zahl der Autos auf Europas Straßen steigt bis 2025, um dann innerhalb von 5 Jahren unter das heutige Niveau zu fallen. Das prognostiziert PwC-Beratungssparte Strategy&. Demnach soll die Fahrzeugflotte zunächst von heute rund 263 Millionen auf 273 Millionen zur Mitte des kommenden Jahrzehnts wachsen. Bis 2030 erwarten die Experten einen Rückgang auf 258 Millionen Fahrzeuge. Grund dafür sei die wachsende Zahl von alternativen Mobilitätsangeboten wie Sharing-Modellen oder autonomen Taxis. Die Entwicklung betreffe allerdings nur Europa. In den USA und China wächst die Zahl der Fahrzeuge der Prognose zufolge auch über 2025 hinaus. Vor allem in China, wo 2030 rund 369 Millionen Autos unterwegs sein werden. Heute sind es erst knapp 200 Millionen. +++

+++ Im vergangenen Monat setzte VOLKSWAGEN konzernweit 904.200 Fahrzeuge ab, wie der Dax-Konzern in Wolfsburg mitteilte. Das sind 9,2 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Im September 2018 hatte die Einführung des Abgas und Verbrauch Test WLTP auch VW hart getroffen. Der Autohersteller hatte viele Modelle noch nicht nach den neuen Vorgaben zertifiziert und konnte sie deswegen nicht verkaufen. In Europa (+31 %) und vor allem in Deutschland (+58,1 %) war der Anstieg der ausgelieferten Fahrzeuge besonders hoch. Auch im weltweit größten und wichtigsten Einzelmarkt China hat der VW Konzern im September leicht zugelegt. Allerdings lagen die Auslieferungen mit einem Plus von 0,2 % nur marginal über dem Vorjahreswert. Wegen des nach wie vor schwelenden Zollstreits mit den USA schwächelt der chinesische Markt bereits seit längerem. Im wichtigen US Markt verzeichnete Volkswagen ein Minus von 11,5 %. In Südamerika stand dagegen ein Plus von 9,1 % zu Buche. Volkswagen Konzernvertriebschef Christian Dahlheim sprach von einem angespannten wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld. Auch Audi hatte vom schwachen Vergleichswert des Vorjahres profitiert. Ebenfalls klar zulegen konnten die Luxustochter Porsche sowie Skoda. Mit einem Plus von knapp 37 % fällt der Zuwachs bei der spanischen Tochter Seat am deutlichsten Aus. Von Januar bis September lieferte der Konzern 8 Millionen Fahrzeuge aus; knapp 1,5 % weniger als im Vorjahreszeitraum. +++

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