Tagesschau: Volkswagen komt met cross-over op Polo basis

0

+++ BMW wird nach eigenen Angaben bis zum zweiten Quartal 2020 mit dem Bau seiner neuen Produktionsstätte im ungarischen Debrecen beginnen. BMW kündigte im Jahre 2018 an, rund €1 Milliarde für den Standort auszugeben, der eine Kapazität von rund 150.000 Einheiten pro Jahr haben soll. Es wird erwartet, dass rund 1.000 Arbeitsplätze direkt und zahlreiche Arbeitsplätze bei Zulieferern und Dienstleistern in der Region geschaffen werden. Die BMW Group hat nur sehr wenige Informationen darüber preisgegeben, was voraussichtlich am Standort produziert wird. Die Analysten von IHS Markit gehen jedoch davon aus, dass das Werk so konfiguriert werden wird, dass die Modelle auf der Einstiegsplattform (2er Active Tourer, 1er, X1 / X2) mit Front- und Allradantrieb in Debrecen gefertigt werden. Auch elektrifizierte Fahrzeuge können am Standort produziert werden. Zu den OEMs, die bereits Fahrzeuge in Ungarn produzieren, gehören Suzuki, das seit 1992 Fahrzeuge am Standort Esztergom baut, der Volkswagen Konzern und Daimler. Letztere produzieren dort Kompaktfahrzeuge für ihre beiden Premium Kernmarken: Der VW Konzern fertigt derzeit den Audi A3 und den TT, zu denen noch in diesem Jahr der Q3 hinzukommt. Daimler baut derzeit seine Mercedes A-Klasse und CLA-Klasse, nachdem die dortige Produktion der B-Klasse im vergangenen Jahr eingestellt wurde. Die geplante Komponenten Fertigung für den BMW iNext nimmt der bayrische Autobauer zum Anlass, eine beachtliche Summe in den Standort Landshut zu investieren. Während einer Podiumsdiskussion mit dem bayrischen Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger, und dem Vorstandsvorsitzenden der BMW, Oliver Zipse, wurde eine Investition von €50 Millionen für das Werk Landshut bekanntgegeben. Aiwanger betonte, dass Bayern aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung weiterhin ein Autoland bleiben müsse: “Der Freistaat begleitet den Transformation Prozess in unserer Schlüsselindustrie und unterstützt bei Forschung, Entwicklung und Weiterbildung sowie bei künftigen Mobilitätskonzepten. Allein für die innovativen Umfänge, die Landshut für den Technologieträger iNext fertigt, investieren wir rund €50 Millionen in Anlagen und Struktur”, sagte Standortleiter Stefan Kasperowski. Der Standort Landshut konzentriert im Leichtbau- und Technologiezentrum (LuTZ) technologieübergreifende Vorentwicklungskompetenz. Für den künftigen Erfolg wird die Qualifizierung der Mitarbeiter jedoch eine Schlüsselrolle spielen; der Freistaat stellt der Branche dafür €70 Millionen zur Verfügung. “Arbeitsplätze und -inhalte werden sich teilweise verändern. Langfristig werden manche Mitarbeiter neue Tätigkeiten ausüben und dafür neue Kompetenzen benötigen”, erläuterte der Betriebsrat Vorsitzende Willibald Löw. +++

+++ Die Krise am Automarkt in CHINA setzt sich fort. Im November sank der Absatz bereits zum 17. Mal in den vergangenen 18 Monaten, wie der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) in Peking mitteilte. Insgesamt wurden nach vorläufigen Zahlen 1,97 Millionen Fahrzeuge verkauft und damit 4,2 % weniger als im Vorjahresmonat. Der Automarkt in China befindet sich bereits seit Mitte 2018 in einer historischen Flaute. Lediglich im Juni dieses Jahres waren die Verkaufszahlen gestiegen, nachdem Händler die Kunden mit hohen Rabatten in ihre Häuser gelockt hatten. PCA zählt den Absatz von Limousinen, SUVs, Minivans und kleineren Nutzfahrzeugen an Kunden. Im vergangenen Jahr war der chinesische Markt zum ersten Mal seit Jahrzehnten rückläufig. Die Autoindustrie leidet in China erheblich unter den Auswirkungen der Handelsstreitigkeiten und Zölle. Die sich eintrübende Konjunktur und die langsamer wachsende chinesische Wirtschaft trägt ebenso zur Zurückhaltung der einst so kauffreudigen Kunden bei. Wie bereits bekannt, geht der Hersteller Verband CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) mittlerweile davon aus, dass der chinesische Markt auch 2019 und damit zum zweiten Mal in Folge schrumpfen wird. Die CAAM Zahlen messen den Absatz der Hersteller an die Händler. Für November liegen sie bislang noch nicht vor. Chinas staatliche Autohersteller beschleunigen ihre strukturellen Reformen durch Partnerschaften mit externen Investoren. Unter anderem gab der Hersteller Changan bekannt, dass man Vereinbarungen mit 4 strategischen Investoren getroffen habe, um Finanzmittel für sein NEV Fahrzeuggeschäft zu beschaffen. Die 4 neuen Investoren, darunter der Chongqing Changxin Investment Fund und der Nanjing RunKe Investment Fund, werden jeweils von den kommunalen Regierungen unterstützt. Die neuen Investoren werden gemeinsam in Changan New Energy Technology, die NEV Tochter von Changan, investieren. Die Gesamtinvestition beläuft sich Berichten zufolge auf umgerechnet rund $406 Millionen. Nach Changan-Informationen ermöglicht es die Kapitalerhöhung, den Elektrifizierungsplan voranzutreiben sowie die betriebliche Effizienz und technologische Wettbewerbsfähigkeit seiner zukünftigen Produkte zu verbessern. In einer separaten Ankündigung hat Chery Automotive ebenfalls einen neuen Investor angekündigt. Ein in Qindao ansässiger Investmentfonds wird demnach künftig eine Mehrheitsbeteiligung von 51 % an Chery Holding und Chery Auto halten. Die kombinierten Kapitalinvestitionen des neuen Investors werden umgerechnet rund $2,1 Milliarden erreichen. Die Neuinvestition ist größtenteils dazu bestimmt, die Schulden des Autoherstellers zu begleichen und den Übergang zur Elektrifizierung zu unterstützen. Chery kündigte erstmals im September seine Pläne zur Kapitalerweiterung an. Mehrere potenzielle Investoren wurden von den Medien bereits identifiziert, seitdem die Nachricht veröffentlicht wurde, darunter die Baoneng Gruppe, die unter anderem eine Mehrheitsbeteiligung an Qoros hält. Zu den Automobilmarken die unter dem Dach der Chery Holding stehen, gehören Chery Auto, Chery Jaguar Land Rover, Qoros, Yibin Cowin Auto und Chery Anhui Commercial Car. +++

+++ DAIMLER und Bosch arbeiten seit gut zweieinhalb Jahren gemeinsam am automatisierten Fahren in der Stadt. Nun starteten die Unternehmen einen App basierten Mitfahrservice mit automatisiert fahrenden Mercedes-Benz S-Klasse Fahrzeugen in San José. Die selbstfahrenden Autos pendeln, von einem Sicherheitsfahrer überwacht, zwischen dem Stadtteil West San José und dem Zentrum der kalifornischen Metropole entlang der Hauptverkehrsader San Carlos Street/Stevens Creek Boulevard. Der Service stehe zunächst ausgewählten Nutzern zur Verfügung. Mit einer von der Daimler Mobility entwickelten App können sie die automatisierten Fahrzeuge buchen, an einem definierten Abholort zusteigen und sich an ihr Ziel fahren lassen. Der Testbetrieb soll Daimler und Bosch auch weitere wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklung ihres automatisierten Fahrsystems nach SAE Level 4 und 5 liefern. Außerdem erwarten sich die Partner Aufschluss darüber, wie selbstfahrende Autos in ein intermodales Mobilitätssystem mit zum Beispiel öffentlichem Personennahverkehr und Carsharing integriert werden können. Ziel der Kooperation ist ein Fahrsystem nach SAE Level 4 und 5 für vollautomatisierte und fahrerlose Fahrzeuge inklusive der Software für die Fahrzeugsteuerung. Der Fokus liege dabei nicht auf Prototypen, sondern auf einem serientauglichen System, das in unterschiedliche Fahrzeugtypen und modelle integriert werden kann. Die Ingenieure sammeln nicht nur Testkilometer, sie simulieren auch spezielle Fahrsituationen am PC und auf einer Teststrecke des Prüfzentrums in Immendingen. In der Arbeitsteilung kümmert sich Mercedes-Benz darum, das zusammen entwickelte Fahrsystem ins Auto zu bringen und stellt dafür die notwendigen Entwicklung Fahrzeuge, Prüfeinrichtungen und Testflotten zur Verfügung. Bosch entwickelt und fertigt die spezifizierten Komponenten, die die Partner für das automatisierte Fahren in der Stadt benötigen. Speziell für das Pilotprojekt hat Daimler Mobility eine Flottenplattform entwickelt. Diese soll es potenziellen Ride-Hailing-Partnern ermöglichen, selbstfahrende Fahrzeuge in ihre Dienste zu integrieren. Die Plattform verwalte sowohl selbstfahrende als auch personengesteuerte Fahrzeuge einschließlich Betrieb und Wartung. Daimler und sein Großaktionär Geely haben in China das erste ihrer angekündigten Gemeinschaftsprojekte gestartet. Am Dienstag 3. Dezember nahm in der Millionenmetropole Hangzhou der Limousinen-Fahrdienst Star Rides den Betrieb auf. Das Joint Venture, an dem beide Autohersteller je 50 % halten, hat seinen Sitz in Hangzhou, einer chinesischen Metropole mit mehr als 10 Millionen Einwohnern und Sitz der Geely Holding. Die beiden Konzerne hatten das Projekt vor gut einem Jahr angekündigt und dafür ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Der Fahrdienst besteht aus einer Flotte von 100 Mercedes-Fahrzeugen der oberen Preisklassen, sprich der S-, E- und V- Klasse. Kunden können den Dienst per App buchen, gefahren werden die Autos von geschulten Chauffeuren. Zum Start gibt es Star Rides nur in Hangzhou. Weitere chinesische Großstädte sollen kommendes Jahr folgen. Nach dem Einstieg von Geely als Investor bei Daimler hatten die beiden Autokonzerne auch eine Zusammenarbeit beim Kleinwagen Smart verkündet, der künftig in China gebaut werden soll. Hier wird aber noch am Aufbau des dafür gedachten Gemeinschaftsunternehmens gearbeitet. +++

+++ Die weltgrößten Autokonzerne laufen laut des Beratungsunternehmens Ernst & Young ihren GEWINNEN aus dem Vorjahr trotz eines deutlich besseren dritten Quartals weiter hinterher. Die weltgrößten Autokonzerne laufen ihren Gewinnen aus dem Vorjahr trotz eines deutlich besseren dritten Quartals weiter hinterher. Nach einem schwachen ersten Halbjahr konnten die meisten Hersteller ihr operatives Ergebnis zuletzt zwar verbessern, wie aus der aktuellen Bilanzanalyse des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) hervorgeht. Alle zusammen verbuchten im dritten Quartal ein Plus von 16 % im Vergleich zum Vorjahres Zeitraum. Über alle 3 Quartale hinweg liegen sie aber immer noch um 11,5 % unter dem Wert des Vorjahres. Auch die Verkaufszahlen fallen weiterhin insgesamt schlechter aus als 2018. Dass gleichzeitig der Umsatz höher ausfällt, liegt daran, dass viele Hersteller vermehrt größere und teurere Fahrzeuge verkaufen. “Der Trend zu größeren und teureren Autos federt derzeit noch die Auswirkungen sinkender Stückzahlen ab und sorgt für steigende Gewinne”, resümiert EY Experte Peter Fuß. “Mittelfristig stellt diese Entwicklung aber ein Problem dar: es wird immer schwerer, die strengen CO2 Vorgaben einzuhalten”. Profitabelster Autokonzern der Welt im dritten Quartal war der Analyse zufolge Toyota. Die Japaner verkauften auch die meisten Autos, machten den meisten Umsatz und den größten Gewinn. BMW belegte in der Profitabilitäts-Rangliste knapp hinter Toyota den zweiten Platz. Volkswagen landete auf Platz vier, Daimler auf sieben. +++

+++ Schöne Bescherung: Schon lange vor Weihnachten kann MITSUBISHI in Deutschland so manche Kerze anstecken und auf ein überaus erfolgreiches Jahr zurückblicken. Die Traditionsmarke, die oft im Schatten der namhaften japanischen Mitbewerber wie Toyota oder Mazda steht, fährt 2019 auf der Sonnenseite. Schon einen Monat vor dem Fest hat sich Mitsubishi in Deutschland selbst das schönste Geschenk gemacht. Denn mit 50.000 Neuzulassungen hat der Importeur einen Meilenstein gesetzt. Diese magische Marke wurde 2 Wochen früher erreicht als 2018. Damit steuert Mitsubishi das sechste Wachstumsjahr in Folge an. “Ein großer Dank geht an alle begeisterten Mitsubishi Kunden und an unsere Händler, ohne die dieser Erfolg nicht möglich wäre”, erklärt Kolja Rebstock, Geschäftsführer von Mitsubishi in Deutschland. Zu den beliebtesten Modellen gehört der Space Star: Rund 38 % aller Mitsubishi Käufer haben sich im bisherigen Jahresverlauf für den City-Flitzer entschieden. Aus diesem Grund spendiert Mitsubishi dem 2013 gestarteten und 2016 aufgehübschten Kleinwagen für das Jahr 2020 eine umfassende Modellpflege. Was auf den ersten Blick auffällt: Der Space Star ist nicht nur um 5 Zentimeter auf jetzt 3,85 Meter gewachsen. Er wirkt auch wesentlich erwachsener. Kein Wunder, dass Mitsubishi mit dem Space Star zu weiteren Höhenflügen ansetzen will. “Ich bin mir sicher: Unser neuer Space Star wird uns zum Jahreswechsel einen zusätzlichen Schub geben”, sagt Rebstock. Die kompakten Crossover-Modelle Eclipse Cross und ASX komplettieren die Top 3 der Modellcharts. Auch der Outlander Plug-in Hybrid, der Marktführer bei den Plug-in-Hybriden in Deutschland und Europa, nimmt laut Rebstock als Technologie Vorreiter eine wichtige Rolle im Modellportfolio ein. “In Zeiten des zunehmenden Umweltbewusstseins bieten wir die Möglichkeit des elektrifizierten Fahrens ohne Reichweiten-Sorgen an”. Und noch etwas Zahlenkunde: Der Mitsubishi Marktanteil liegt bei 1,5 %, womit das Unternehmen zu den 3 größten japanischen Automobilmarken in Deutschland zählt. Im Segment der Plug-in-Hybride ist die Marke mit dem Outlander Plug-in-Hybrid nach eigenen Angaben sogar Marktführer in Deutschland und Europa. Angesichts dieser positiven Jahres Bilanz denkt derzeit wohl so mancher in der Mitsubishi Zentrale im hessischen Friedberg an die legendäre Werbe Botschaft von Fußball Kaiser Franz Beckenbauer: “Ja ist denn heut’ scho’ Weihnachten”. +++

+++ Nach tiefen Einbrüchen geht es zum Jahresende bei Mercedes-Benz, BMW und Audi wieder aufwärts. Die 3 OBERKLASSE Autohersteller meldeten steigende Verkäufe. Dabei lag Mercedes-Benz ein weiteres Mal vor dem Erzrivalen BMW, allerdings mit im Jahresverlauf bislang geschrumpftem Vorsprung. Auch die in besonders schwieriges Fahrwasser geratene Ingolstädter VW Tochter Audi meldete einen Aufwärtstrend. Seit Jahresbeginn hat Mercedes-Benz kumuliert 2,1 Millionen Autos verkauft, ein Plus von 1,4 %. Die Stuttgarter liegen damit im bisherigen Jahresverlauf vor der Konkurrenz aus München, die knapp 2 Millionen Fahrzeuge ihrer Kernmarke absetzte, aber mit einem Plus von 2,4 % bislang schneller zugelegt hat. Audi fährt deutlich langsamer hinterher, hat nach Firmenangaben im November aber noch die Trendwende geschafft: Von Januar bis einschließlich November verkaufte die VW Tochter knapp 1,7 Millionen Fahrzeuge, ein leichtes Plus von 0,7 %. Zuvor hatte es bei Audis kumulierten Verkaufszahlen seit Jahresbeginn immer ein Minus gegeben. Die 3 Konkurrenten profitierten im November gleichermaßen von gestiegenen Verkaufszahlen in China und den USA. Bei allen dreien verkaufen sich SUV Modelle gut. Das stärkste Wachstum im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnete Audi mit einem weltweiten Verkaufsplus von 23 % auf gut 163.350 Autos. Mercedes-Benz setzte 209.058 Autos ab, gut 5 % mehr als ein Jahr zuvor. Bei BMW bedeuteten 194.690 Fahrzeuge im Vergleich zum November 2018 eine Zunahme von 2,9 %. BMW schwächelt auf dem europäischen Heimatmarkt in diesem Jahr bislang mit niedrigeren Verkaufszahlen, während sowohl Mercedes-Benz als auch Audi ein Plus meldeten. Trotz des herbstlichen Lichtblicks erwartet in der Autoindustrie niemand eine baldige Rückkehr goldener Zeiten, die 3 Oberklasse Hersteller haben Sparprogramme eingeleitet. Zu den Schwierigkeiten im vergangenen und in diesem Jahr haben mehrere Faktoren beigetragen. Dazu zählten die Diesel Affäre und die damit in Zusammenhang stehende Einführung des neuen Abgasstandards WLTP, der mit dem Handelskonflikt zwischen den USA und China einhergehende zwischenzeitliche Einbruch der Autoverkaufszahlen in der Volksrepublik und die hohen Kosten des schrittweisen Umschwenkens von Benzin- und Diesel- auf Elektromotoren. Außerdem läuft es bei Daimler und BMW nicht gut für die jeweiligen Kleinwagenmarken Smart und Mini: Bei Daimler brach der Smart-Absatz im November um 14,4 % ein, BMW verkaufte knapp 7 % weniger Minis. +++

+++ Die EU Kommission hat milliardenschwere Förderprogramme genehmigt, mit denen unter anderem eine Batteriezellfertigung am OPEL Standort Kaiserslautern entstehen soll. Insbesondere die Lithium-Ionen Technologie soll gefördert werden, wovon einige deutsche Unternehmen profitieren werden. Dazu zählt nach Angaben der rheinland-pfälzischen Landesregierung auch das Programm des Bundeswirtschaftsministeriums für eine Batteriezellenfertigung in Kaiserslautern. Die soll ein Joint Venture aus PSA, dem Opel-Mutterkonzern, und dem französischen Energieanbieter Saft aufbauen. Es hatte sich um Subventionen aus einem deutsch-französischen Regierungstopf beworben. “Ich freue mich, dass die EU-Kommission den Weg für ein industrie- und strukturpolitisch sehr bedeutendes Ansiedlungsvorhaben in Rheinland-Pfalz freigemacht hat”, sagte Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP). Die Ansiedlung einer Batteriezellfertigung schaffe “neue Chancen für eine zukunftsfähige Fahrzeugindustrie am Industriestandort Rheinland-Pfalz”. Das Opel Komponenten Werk in Kaiserslautern war als möglicher Standort für eine Batteriezellen Fertigung schon länger im Gespräch. Dem Vernehmen nach könnte die ab dem Jahr 2023 aufgebaut und 2.000 Arbeitsplätze bringen. Auch in Frankreich soll eine Fabrik entstehen. Das Ganze ist Teil einer europäischen Batterie-Allianz, die der jetzige Vizepräsident das Ressorts interinstitutionelle Beziehungen bei der EU, Maros Sefcovic, 2017 auf den Weg gebracht hatte. Insgesamt genehmigte die EU Kommission nach eigenen Angaben eine öffentliche Förderung in Höhe von €3,2 Milliarden von 7 Mitgliedsstaaten, und zwar für Forschungs- und Innovationsvorhaben für eine Batterie-Wertschöpfungskette. Das Geld soll etwa in die Entwicklung von Batteriemodulen fließen, die neben dem Autosektor auch beispielsweise bei Elektrowerkzeugen genutzt werden könnten. Zudem sollen sichere Recycling Verfahren entwickelt werden. Der Kommission zufolge hat Deutschland rund €1,25 Milliarden angemeldet, Frankreich rund €960 Millionen. EU Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagte nach einer Mitteilung: “Die Batteriefertigung in Europa ist für unsere Wirtschaft und Gesellschaft von strategischem Interesse”. Sie biete große Chancen für saubere Mobilität und Energie, die Schaffung von Arbeitsplätzen, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Der baden-württembergische Batteriehersteller Varta gehört zu mehreren Unternehmen, die von einer Milliardenförderung für die europäische Batteriezellenfertigung profitieren sollen. Fördermittel sollen in Deutschland unter anderem auch die Autohersteller BMW und Opel sowie der Chemiekonzern BASF erhalten. Bei Varta in Ellwangen (Baden-Württemberg) gehe es um die Lithium-Ionen Technik und dabei um die Entwicklung sogenannter Silizium dominierter Anoden, erklärte das Unternehmen. Diese neue Technik solle in die Massenproduktion überführt werden, sowohl für bestehende als auch für größere Zellenformate, die zum Beispiel für Elektro-Autos genutzt werden. Varta stelle sich auf eine stark steigende Nachfrage nach Lithium-Ionen Batterien mit höchster Energiedichte ein, sagte Vorstandsvorsitzender Herbert Schein. +++

+++ Das E-Auto Start-up SONO MOTORS braucht Geld, auch um die Produktion ihres Solar Stromers Sion in einem ehemaligen Saab Werk zu finanzieren. Ungewöhnlich offen werben die Sono Eigentümer nun um neue Investoren. Bislang setzte das Start-up klassisch auf Finanzinvestoren, um sein mit Solarzellen bestücktes E-Auto Sion in den Markt zu bringen. Doch das Geld scheint den Münchnern auszugehen. Sie starten nun eine Crowdfunding Kampagne, um bis Ende des Jahres €50 Millionen einzusammeln. Genauer gesagt sollen 2.000 Käufer den vollen Preis für den Sion, also €25.500 im Voraus bezahlen; nur wenn das Ziel erreicht wird, buchen die Jungunternehmer den Betrag auch vom Konto ab. Dabei würden die Kunden automatisch zu Investoren. Das Geld braucht Sono Motors vor allem für Prototypen und den Aufbau der Produktion. “Wir haben in den letzten Monaten immer wieder feststellen müssen, dass unsere Ziele in völligem Widerspruch zu denen klassischer Finanzinvestoren stehen”, begründet Sono”Motors Chef Laurin Hahn diesen Schritt. Ohne die neue Kampagne würde dies zu einer “Abkehr von der Vision”, dem “Abwandern von Technologie und Patenten und schlussendlich zum “Aus für das zukunftsweisende Konzept des Sion” führen. “Aggressives Wachstum und schnelle Profite lassen sich kaum mit einem nachhaltigen Unternehmens- und Fahrzeugkonzept vereinbaren, das den Zugang zu bezahlbarer und klimafreundlicher Elektromobilität in der Breite ermöglichen soll”, sagt Hahn weiter laut einer Mitteilung. Crowdfunding Kampagne wollen die Gründer nach eigenen Angaben ihre Gewinnbeteiligungen in einen ‘Community Pool’ überführen. Damit verzichteten sie auf persönliche Gewinne, behielten aber Stimmrechte im Unternehmen. Die Gründer halten aktuell 74 % der Unternehmensanteile. Bislang haben über 10.000 potenzielle Käufer das Fahrzeug reserviert. Sono Motors will den Stromer im schwedischen Trollhättan produzieren. Der Fertigungspartner National Electric Vehicle Sweden soll das Fahrzeug in einem früheren Saab Werk bauen, eigentlich sollte der Sion ab der zweiten Jahreshälfte 2020 vom Band laufen. Auf der Sion Plattform sollten außerdem weitere Modelle entstehen. Diesen Zeitplan wird Sono Motors nun nicht mehr einhalten können. Den Produktionsstart der Kundenfahrzeuge datieren die Münchner nun auf 2022. Aktuell stünden die Gründer in der letzten Stufe der Konstruktionsphase, im September 2021 sollen die Vorserienfahrzeuge vom Band rollen. Sono Motors arbeitet mit einigen etablierten Automobilzulieferern zusammen. Die Batteriesysteme etwa liefert Elring Klinger. Motor, Getriebe und Leistungselektronik kommen von Continental. Das Start-up hat zudem bekannt gegeben, dass die zentrale Steuereinheit und eine Software für die Vernetzung des Solarautos von Bosch kommen. +++

+++ TOYOTA und Lexus haben angekündigt, in Zukunft die eigenen Auftritte zu überarbeiten, werden jedoch nach wie vor an großen und regionalen Automessen teilnehmen. Während sich immer mehr Automarken von den großen Messen zurückziehen und auf andere Plattformen ausweichen, möchte Toyota die eigenen Auftritte zwar überarbeiten, an den eigenen Messepräsenzen jedoch weiterhin festhalten. Bob Carter, Verkaufsleiter von Toyota Motor North America, sagte man sähe die Messen weiterhin als entscheidend an, um Verbraucher zu erreichen. “Die meisten Käufer (35 % der Menschen, die in den nächsten 12 Monaten ein Auto kaufen werden) schauen bei einer Automesse vorbei. Es ist ein sehr wichtiger Ort, um zu kommunizieren”, so der Manager. Carter fügte hinzu, dass Toyota und Lexus weiterhin auf der New York Auto Show und anderen großen und regionalen Messen vertreten sein werden. Jedoch könnte das japanische Unternehmen auf den Shows auf andere Marketingformen als Pressekonferenzen umsteigen. Zuletzt hatte sich Mercedes von der New York Autoshow verabschiedet und überlegt auch, das Engagement auf der Los Angeles Autoshow zu streichen. +++

+++ Die ungebrochen hohe Nachfrage der Amerikaner nach SUVs hat den deutschen Autobauern im November glänzende Absatzzahlen auf dem US MARKT beschert. Das Shopping-Event Black Friday und ein zusätzlicher Verkaufstag spielten den Herstellern in die Karten. Nach 2 schwächeren Monaten hat Volkswagen beim Absatz in den USA wieder kräftig zugelegt. Im von der Black Friday Rabattschlacht geprägten November verkauften die Wolfsburger 29.218 Neuwagen mit VW Logo und damit 9,1 % mehr als im Vorjahresmonat. Grund war der reißende Absatz von SUVs mit einem Plus von 30 %. Bei den in den USA beliebten Stadtgeländewagen hatte VW mit dem frischen Modell vom Tiguan und dem neuen Atlas eine Offensive gestartet. Beim volumenstärksten US Modell Jetta und beim Passat sanken die Verkäufe hingegen. In der bisherigen Jahresbilanz steht VW mit 4,2 % im Plus und ist auf Kurs, erstmals wieder mehr Autos in den USA loszuwerden als vor dem 2015 aufgeflogenen Abgas Skandal. Auch Porsche profitierte von seinen SUV Modellen. Die Volkswagen Tochter erhöhte den US-Absatz im November um starke 11,5 %. Vor allem das neue Modell vom Cayenne und der aufgefrischte Macan fanden Anklang bei der Kundschaft. Der ebenfalls zum VW Konzern gehörende Premium Hersteller Audi verkaufte mit 20.618 Autos sogar gut ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Auch für die deutsche Oberklasse-Konkurrenz lief es im vergangenen Monat rund auf dem US Markt: BMW brachte mit 31.213 Stück 10,2 % mehr Fahrzeuge seiner Kernmarke auf die Straße als vor einem Jahr. Bei der Tochter Mini gab es indes Einbußen. Rivale Daimler steigerte die Mercedes-Benz-Verkäufe im November verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um deutliche 8,7 % auf 33.721 Autos. Auch insgesamt schaltete der US Automarkt im November nach den relativ schwachen Vormonaten wieder einen Gang hoch. VW Rivale Toyota schaffte ein starkes Absatzplus von 9,2 %, Honda und Hyundai legten dank des SUV-Booms ebenfalls kräftig zu. Die Hersteller halfen allerdings stark mit Sonderangeboten und Kaufanreizen nach. Die Branche profitierte zudem von der alljährlichen Shopping Orgie rund um den Black Friday und einem Verkaufstag mehr als im Vorjahr. Nach Schätzung des Analysehauses Cox Automotive dürften die Verkäufe branchenweit um 4 % verglichen mit dem Vormonat zugenommen haben. Es haben aber noch nicht alle Hersteller ihre Zahlen vorgelegt. Die monatliche Absatzstatistik hat ohnehin stark an Aussagekraft eingebüßt, da die 3 US-Marktführer General Motors, Ford und Fiat Chrysler nur noch quartalsweise berichten. +++

+++ VOLKSWAGEN bringt ein Crossover Modell auf Polo Basis, das sich innerhalb der Kleinwagen Familie zwischen die Polo und den T-Cross schiebt. Es wurde eigenständig in Brasilien entwickelt und erscheint dort Mitte nächsten Jahres, und dann geht die Reise noch weiter. Pablo di Si ist in Plauderlaune. Der aus Argentinien stammende chef vom VW do Brasil berichtet von einem Routine-Besuch seiner Chefs aus dem fernen Wolfsburg. “Dabei haben wir unseren deutschen Kollegen den Prototyp eines neuen Autos gezeigt, dass unsere Designer in Sao Paulo gestaltet haben. Und die Reaktion war positiv”. Das ist sogar eine leichte Untertreibung. Denn was dann wenig später beschlossen wurde, gleicht einer Revolution im VW Imperium: Erstmals wird ein in Brasilien eigenständig entwickeltes Modell auch außerhalb des Landes gebaut, zum Beispiel in Europa und vielleicht auch in China. Es geht um ein kompaktes Auto mit breitgezogenem Grill, also typischer VW Front, das auf der Plattform des Polo steht. Eine langgezogene Dachlinie endet in einem Spoiler und geht dann in ein flach abfallendes Heckfenster über. Die Form eines sogenannten Crossover also, einer Mischung zwischen sportlichem Kombi und hoch gebautem SUV. Der in Brasilien Nivus getaufte Neuling erinnert in seiner Silhouette ein wenig an den Mercedes CLA Shooting Brake oder den Kia ProCeed. Pablo Di Si: “Das Auto ist höher als der ebenfalls von uns entwickelte Virtus und flacher als der T-Cross”. Virtus heißt ein nur in Brasilien gebauter Polo mit Stufenheck, der etwas länger ist als die bei uns bekannte Schrägheck-Limousine. Di Si berichtet vom Stolz seiner Designer, ohne Zutun der bislang so strengen Wolfsburger Zentrale völlig eigenständig die Idee eines coupéartigen Kompakt-Kombis verfolgt und verwirklicht zu haben. “Wir bringen erstmals in unserer Geschichte brasilianischen Spirit in die Welt, kombinieren Sportlichkeit mit einer höheren Sitzposition und statten das Auto mit all dem aus, was in unserer vernetzten Welt von den Kunden erwartet wird”. Damit meint er unter anderem das virtuelle Cockpit, Internetanbindung und zahlreiche Dienste rund um das Auto. Während der Nivus auf seinem Heimatmarkt mit den dort üblichen kleinen Benzinern angetrieben wird, bekommt er für Europa stärkere Motoren, vielleicht sogar den 200 PS leistenden Zweiliter Turbo aus dem Polo GTI. Einen Namen für Europa allerdings hat der schöne Unbekannte noch nicht. Den will VW erst kurz vor der Europa Premiere bekannt geben. Pablo di Si nennt die Entscheidung, das südamerikanische Auto auch anderswo auf der Welt zu bauen, die Folge einer kleinen Revolution aus dem Jahr 2016. Damals hatten der damalige VW Markenchef Herbert Diess (inzwischen Chef des ganzen Konzerns) und Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann angekündigt, dass die VW Töchter rund um den Globus künftig eigenständiger agieren dürfen als es bislang üblich war. Für Brasilien wurden €1,5 Milliarden für die Entwicklung neuer Produkte, Digitalisierung und technische Innovationen bereitgestellt. Die Folge war eine Offensive mit 20 neuen Modellen bis 2020, die größtenteils schon auf dem Markt sind. Inzwischen hat sich VW in Brasilien als zweitstärkste Marke zurückgemeldet und will Marktführer Chevrolet demnächst überholen. +++

+++ VOLVO unternimmt einen drastischen Schritt, um die Sicherheit in seinen Fahrzeugen zu erhöhen. Ab 2020 werden alle neuen Fahrzeuge des schwedischen Herstellers ab Werk auf eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h begrenzt. Das gab Volvo bereits im März 2019 bekannt. Nun gibt es Details dazu auf der Homepage des Herstellers. Alle Fahrzeuge des Modelljahrs 2021, so der Hersteller auf seiner Website, werden serienmäßig auf 180 km/h begrenzt. Das bedeutet, alle Autos, die ab Mai produziert werden, können nicht mehr schneller als 180 km/h fahren. Zur Begründung führt Volvo auf seiner Homepage an, der Bremsweg bei 250 km/h liege bei 280 Metern, bei Tempo 180 verkürze er sich auf nur noch 150 Meter. Außerdem lägen die Schadstoffemissionen bei 250 km/h viermal höher als bei 180 km/h. Wie der Autobauer im Frühjahr erklärte, ist die Begrenzung Teil der Strategie Vision 2020, die zum Ziel hat, dass ab 2020 niemand mehr in einem Volvo getötet oder ernsthaft verletzt wird. Die Beschränkung auf 180 km/h sei nötig, da bei hohem Tempo aktive und passive Sicherheitstechnik im Auto und eine smarte Infrastruktur nicht mehr ausreichen, um bei einem Unfall Schwerverletzte und Todesfälle zu vermeiden. Der Autohersteller schätzt, dass etwa 25 Prozent aller Todesfälle im Straßenverkehr im Zusammenhang mit überhöhter Geschwindigkeit stehen. “Volvo gehört in Sachen Sicherheit zu den führenden Unternehmen: Das war schon immer so und es wird immer so bleiben”, sagte Volvo CEO Håkan Samuelsson. “Durch unsere Forschungen wissen wir, wo die Haupthindernisse auf dem Weg zu unserem Ziel liegen, dass es zu keinen schweren Verletzungen oder gar Todesfällen in unseren Fahrzeugen mehr kommt. Ein allgemeines Tempolimit allein reicht nicht aus. Wir sollten vielmehr alles in unserer Macht stehende tun, selbst wenn wir dadurch nur ein einziges Menschenleben retten”. Als 2 weitere große Sicherheitsgefahren hat Volvo das Fahren unter Alkohol oder Drogen Einfluss sowie die Ablenkung am Steuer identifiziert. Diese Probleme will Volvo mithilfe von Kameras beheben, die den Fahrer beobachten. Darüber hinaus untersuchen die Schweden ein Geofencing-System, das Volvos im Umfeld von Schulen oder Krankenhäusern automatisch die Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten. “Wir wollen eine Diskussion darüber starten, ob Automobilhersteller das Recht oder vielleicht sogar die Pflicht haben, Technik in ihren Autos zu installieren, die das Verhalten der Fahrer verändert und Fehlverhalten wie zu schnelles Fahren, Drogenkonsum oder Ablenkungen verhindert”, erläutert Håkan Samuelsson. “Wir haben noch keine endgültige Antwort auf diese Frage, glauben aber, dass wir selbst in dieser Diskussion eine Führungsrolle einnehmen und sogar Pionier sein sollten”. +++

+++ Die deutlich sinkende Automobil und Nutzfahrzeug Produktion verlangt auch vom Zulieferer ZFFRIEDRICHSHAFEN ein Umsteuern, denn eigentlich war man auf Wachstum eingestellt. “Wir sind in einer sehr angespannten Situation”, sagte ZF Vorstandschef Wolf-Henning Scheider im Wirtschaftspresseclub Stuttgart: “Ich halte das Wort ‘dramatisch’ aber für falsch”. In der gesamten Fahrzeugbranche hatte es in den vergangenen Wochen zahlreiche Ankündigungen von drastischen Sparplänen gegeben, bis hin zu Werksschließungen. Hintergrund dafür ist zumeist die Transformation zur Elektromobilität. ZF Friedrichshafen ist davon weniger stark betroffen als der vielfach noch verwendete Begriff Getriebehersteller vermuten lässt: Nur noch rund ein Fünftel seines Umsatzes von zuletzt €37 Milliarden entfallen auf herkömmlichen Getriebe für Personenwagen. Ein großer Teil des Geschäfts bedient die Felder Sicherheit und Assistenz Systeme. Und auch mit dem Umschwenken auf Elektromobilität macht ZF lukrative Geschäfte. Während vor 2 Jahren nicht einmal €1 Milliarde mit Teilen für Elektroautos erzielt wurden, waren es voriges Jahr schon €2,2 Milliarden. Und jetzt berichtet Scheider entspannt: “Wir sind weit bis in die 20er Jahre hinein ausgelastet”. Ein Meilenstein dafür war der Auftrag von Daimler, den ZF ergattert hat. Für den EQ C, das erste Modell, das Mercedes unter der neuen Elektromarke EQ produziert, liefert ZF den kompletten Antrieb mit Motor, Ein-Gang Getriebe, Leistungselektronik und Steuerungssoftware. Aktuell kämpft der Betriebsrat des Mercedes-Stammwerks Untertürkheim darum, die nächste Generation des Elektroantriebs dort herstellen zu können, wo bisher noch Verbrennermotoren produziert werden. Das ficht Scheider nicht an: “Wir müssen im Paket von Technik und Kosten die Besten sein, und wir sind wettbewerb Fähig mit unseren Produkten aus dem Werk Schweinfurt”, sagt er selbstbewusst. ZF muss nicht nur den Wettbewerb mit der Mercedes-Eigenfertigung bestehen, sondern auch mit Konkurrenten wie Bosch oder Conti. “Das kennen wir. Das ist das normale Geschäft”. Deutlich relevanter als rein batterieelektrische Fahrzeuge sind für ZF Hybrid Modelle. Dem Konzern ist es dabei gelungen, den Autoherstellern mit einem besonderen Getriebe ein Angebot zu machen, das diesen größtmögliche Flexibilität erhält, um je nach Marktentwicklung Autos mit Verbrenner-Motor oder Plug-in-Hybrid herzustellen. Durch die spezielle Bauform des Getriebes bleibt mehr Platz für die Batterie, wodurch eine elektrische Reichweite von zuverlässig mehr als 100 km möglich werde. BMW hatte ZF für dieses Getriebe im April einen Auftrag in zweistelliger Milliardenhöhe erteilt, den größten Einzelauftrag in der Geschichte. Die nächsten Aufträge kamen von Jaguar Land Rover und Fiat Chrysler Automobiles. Mittlerweile zeigt sich im Markt, dass ZF auf den richtigen Trend gesetzt haben könnte: “Die Verkaufszahlen von Plug-in-Hybriden gehen fulminant hoch. Manche Hersteller haben schon Lieferschwierigkeiten”, berichtete Scheider mit Blick auf die Absatzzahlen dieses Herbsts. Dem Vorwurf, die Plug-in-Hybride würden oft nur im Verbrenner-Modus gefahren, setzt Scheider neue Technik entgegen. ZF habe als Prototypen schon eine Variante von ‘Geofencing’ in der Erprobung. Durch diese datengesteuerte Technologie funktioniert das Auto in bestimmten Gebieten nur noch rein elektrisch. Zu solchen Gebieten könnten etwa die Ökozonen von Städten definiert werden. Trotz einer im Jahresverlauf immer stärker werdenden Abschwächung der Automärkte wird ZF die im Sommer leicht nach unten korrigierten Umsatz und Ergebnis Ziele erreichen, erwartet Scheider, wenn auch eher am unteren Ende der genannten Korridore. Der Umsatz dürfte demnach bei etwa €36 Milliarden liegen (nach knapp €37 Milliarden im vergangenen Jahr) und die operative Umsatzrendite in der Größenordnung von 4 % bis 5 %. Weil aber eigentlich ein kräftiges Wachstum geplant war, müssen die Kapazitäten nach Scheiders Worten “sehr signifikant” angepasst werden. In China und Amerika werde man um Personalabbau nicht herumkommen, in Deutschland aber nutze man die Flexibilisierung Maßnahmen. Die gut gefüllten Zeitkonten werden nun abgeschmolzen, zum Beispiel für eine um 4 Tage verlängerte Weihnachtspause im Stammwerk Friedrichshafen. Einigen tausend Mitarbeitern habe man zudem das Stundenkontingent von 40 auf 38 Wochenstunden gekürzt, was einer Kapazität von knapp 200 Stellen entspricht. “Wir muten allen Mitarbeitern und Führungskräften viel zu”, fasste der ZF Chef zusammen und betonte: “Es ist keiner ausgenommen”. Die Führungskräfte und außertariflichen Mitarbeiter bekommen vorläufig keine Gehaltssteigerung, erst im Frühjahr wird überprüft, wie die Lage ist. Kurzarbeit sei aktuell nicht geplant, allerdings auch nicht auszuschließen. Die Bereiche entwickelten sich sehr unterschiedlich. Unterm Strich werde ZF auch Ende 2020 noch etwa gleich viel Personal haben wie aktuell (knapp 150.000, davon ein Drittel in Deutschland). “Wir haben viele offene Stellen”, berichtete Scheider: in der Kamera- und Radarfertigung stelle man ein, aber auch in der Elektromobilität. +++

Reageren is niet mogelijk.