Tagesschau: nieuwe Mercedes-AMG C 63 sprint in minder dan 4 tellen naar 100 km/u

0

+++ Seit 3 Wochen sitzt Deutschland zu Hause. Trotz besten Frühlingswetters herrscht eine eingeschränkte Ausgangssperre (Restaurants, Biergärten, Fußballplätze und Kinosäle): alles, was Spaß macht, ist geschlossen. Ganz anders sieht das allabendlich im Sulterkamp im Norden von Essen aus. Das dortige AUTOKINO kann sich vor Nachfrage kaum retten: lange Schlangen und fröhliche Familien wohin man auch schaut. “Hier herüber mit dem BMW und der Bulli muss nach hinten”, brüllt Theaterleiter Frank Pecziak über den Platz, “dann machen wir aber die nächste Reihe auf”. Es ist wieder mächtig etwas los im Autokino in Essen. “Die Nachfrage ist in den letzten Jahren bereits angestiegen. Wir habe so 50.000 Besucher pro Jahr”, lacht Pecziak, “doch was hier im Moment los ist. Wir sind die nächsten 10 – 12 Tage ausgebucht”. Normalerweise ist das Autokino nur ein Teil der Einnahmequelle. Donnerstag findet auf dem großen Areal ein Flohmarkt und am Samstag ein Handel von Gebrauchtwagen statt. Beides ist derzeit wegen der Corona Pandemie verboten. Das abendliche Kino ist erlaubt, weil die Zuschauer separat voneinander in ihren Fahrzeugen sitzen. Deutschland in der Corona Zange. Zumindest offiziell darf man nur zum Einkaufen, zum Sport und zur Arbeit raus aus den eigenen 4 Wänden. Die Straßen des Ruhrgebiets sind tagsüber jedoch trotzdem voll. Ein Stau auf der A40: den gibt es auch trotz Corona und die Menschen treibt das schöne Wetter raus. Gerade Eltern mit Kindern wissen nicht, was sie den ganzen Tag mit dem Nachwuchs unternehmen sollen. Mit Freunden spielen ist offiziell verboten, Kinos und Veranstaltungen fallen aus und so ist das Autokino in Essen derzeit mehr Lichtblick als Lichtspielhaus. “Wir sind froh, dass wir wenigstens einen Abend einmal rauskommen”, strahlt Peter Weinberg aus seinem Opel Zafira, “die Kinder kämen gerne jeden Abend”. Die Weinsbergs sind zu viert aus der Nähe von Düsseldorf nach Essen gefahren. Heute Abend gibt es einen Kinderfilm: die Känguru Chroniken. Doch das Programm hat mit Joker, Bad Boys oder Nightlife noch ein paar andere Streifen im Programm, die allabendlich alternieren. Pro Abend gibt es 2 Vorstellungen: um 21 Uhr und kurz vor Mitternacht. Die Corona Krise und die damit verbundene Ausgangssperre hat den Autokinos neuen Zulauf verschafft. Sie sind die derzeitig wohl einzige Möglichkeit ungestraft zur Unterhaltung nach draußen zu dürfen. “Unsere Kunden kaufen die Kinokarten online und diese werden durch das geschlossene Autofenster abgescannt”, berichtet Heiko Desch, der in Deutschland mehrere Autokinos betreibt. Neben dem im Essener Norden locken zum Beispiel automobile Lichtspielhäuser in Köln-Porz und Kornwestheim allabendlich Zuschauer an. “Normalerweise haben unsere Kino 1.000 Parkplätze”, erklärt Desch, “das haben wir zu Corona-Zeiten auf ein Viertel reduziert”. Der Einzugsbereich ist mächtig. Viele fahren 60 Kilometer und weiter: sogar aus den Niederlanden machen einige Kinofans einen Corona Ausflug ins Herz des Ruhrgebiets. Der Einritt: schlappe €8 pro Person. In den Fahrzeugen selbst sitzen maximal 4 Personen: 2 Erwachsene und 2 Kinder. Die lokale Snackbar ist derzeit geschlossen, um Gäste und Personal maximal vor Infektionen zu schützen. “Schade. Die Burger und insbesondere das Popcorn sind klasse”, sagt Jens, der mit seiner Freundin in einem dunklen VW Golf sitzt und bereits die Sitze nach hinten angekippt hat. Zwischen den beiden stehen Cola und Chips: es kann losgehen. Die Filmfans werden gebeten, das Auto nicht zu verlassen. Nur die Toilette des Autokinos darf besucht werden und hier steht die Damenwelt im Abstand von rund 5 Metern zueinander, weil immer nur 1 Person dies gesamte Anlage allein nutzen darf. Doch der Filmgenuss im eigenen Auto ist sonst der gleiche, wie vor Corona Zeiten. In jedem Auto befinden sich Knabberkram und Getränke, während die Handlung akustisch über die lokale Frequenz von 90,0 Mhz ins Auto gebracht wird und aus den Autoboxen tönt. Das Autokino Essen gibt es schon seit Jahrzehnten. “Wir spielen jeden Tag und bei jedem Wetter”, erzählt Frank Pecziak, der am Standort Essen 4 feste Mitarbeiter und bis zu 30 Hilfskräfte hat, “wir haben zuletzt mächtig investiert. Letztes Jahr den Imbissbereich und erst vor 4 Wochen ist der neue Asphaltbelag fertig geworden, der allein 1 Million Euro gekostet hat”. Die wechselnden Reihen sind jeweils angeschrägt, sodass alle durch die Windschutzscheine leicht nach oben auf die überdimensionale Leinwand blicken. Eine ganze Reihe von Autos mit Familien fährt an Pecziak vorbei und wird von den Ordnern eingewiesen. Längst vorbei sind die Zeiten, in denen einst ein ins Auto hereingehängter Lautsprecher die Handlung plärrte. Gleiches gilt für das Bild, denn die alten 35 Millimeter Streifen sind lange passé. Digital wird die Handlung auf die überdimensionale Leinwand gezaubert. Noch mehr Hightech gibt im Autokino von Köln-Porz. “Hier arbeitet wir seit einiger Zeit mit einer Laser-Projektion, die 60.000 Lumen hell ist”, sagt Kinobetreiber Heiko Desch. Während die Kinos in aller Welt aufgrund des heimischen Angebots von Netflix, Sky oder Amazon Prime darben und von einst 800 Millionen Besuchern im Jahre 2018 auf ein Rekordtief von 100 Millionen Zuschauern fielen, konnten die Autokinos ihre Rückgänge in Grenzen halten. “Viele Autokinos sind in den 60er und 70er Jahren verschwunden, als die Großstädte immer größer wurden und die Flächen für andere Nutzungen gebraucht wurden”, so Desch. Heute gibt es in Deutschland rund 20 Autokinos. Doch die Zahl steigt. Nachdem die Kinos seit Wochen geschlossen haben und eine Öffnung von Cinemax, Cinestar und Multiplex kaum in Sicht ist, bemühen sich viele Betreiber, kurzfristig neue Autokinos zu eröffnen. “Doch die meisten haben nur eine kleine Leinwand”, lächelt Frank Pecziak, “die ist so groß, wie bei uns die kleine Imbissbude da”. Sagt’s und weist die nächsten Gäste ein, während die Leinwand nochmals darauf hinweist, im Auto zu bleiben. Gleich geht es los mit den Känguru Chroniken und spät am Abend darf der Joker über die Leinwand tanzen: der Film ist aber erst ab 16 Jahren. +++

+++ Das AUTONOME FAHREN wird kommen, das ist sicher. Nur wann und zu welchem Ausmaß, da scheiden sich die Geister. Waren die Prognosen vor ein paar Jahren noch sehr optimistisch, ist zwischenzeitlich mehr Skepsis eingekehrt. Wie schwer die Umsetzung des autonomen Fahrens Level 3 ist, hat Audi erfahren müssen. Schon vor ein paar Jahren demonstrierten die Ingolstädter mit dem neuen A8 die Fähigkeit des Autos bei baulich getrennten Fahrbahnen ohne Eingriffe des Fahrers zu agieren, aber die Einführung der Technik verzögert sich, nicht zuletzt, weil auch Behörden, wie das Kraftfahrtbundesamt bei der Homologation Neuland betraten. Jetzt soll die kommende Mercedes S-Klasse, die im Herbst ihre Premiere feiert, das erste Modell weltweit sein, das offiziell mit Fahrerassistenz Systemen der Stufe 3 unterwegs ist. Das dürfte allen anderen Hersteller mächtig unter Druck setzen. Denn die technische Umsetzung erweist sich als komplex, da das Robo-Auto mit einer Null-Fehler Toleranz unterwegs sein muss. “Eines der schwierigsten Probleme der AV-Industrie ist, dass eine enorme Rechenleistung für autonome Fahrzeuge benötigt wird. Der Bedarf an hochleistungsfähigen KI-Supercomputern, die Daten in Echtzeit verarbeiten können, ist von größter Bedeutung, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten”, erklärt Danny Shapiro, Senior Director Automotive bei Nvidia, die schon seit Jahren am autonomen Fahren tüfteln. Das ändert nichts an der Tatsache, dass die Entwicklung der selbsttätig agierenden Fahrzeuge weitergeht, vor allem in den USA treiben Unternehmen wie Waymo (aus dem Alphabet-Google Konzern) und Uber das autonome Fahren mit Milliarden Investitionen voran. Vor allem Waymo soll sich dabei einen deutlichen Technik Vorsprung erarbeitet haben. Damit die Autobauer nicht zu reinen Zulieferern degradiert werden, müssen sie selbst Gas geben. BMW will mit dem iNext, der im nächsten Jahr erscheint, das Level 3 des autonomen Fahrens bis zu einem Tempo von 130 km/h Realität werden lassen. Das bedeutet, dass sich der Fahrer vorübergehend von Fahraufgabe und Verkehr abwenden darf und das Auto in vom Hersteller vorgegebenen Anwendungsfällen selbstständig fährt, zum Beispiel auf der Autobahn. Der Mensch muss allerdings in der Lage sein, bei Bedarf das Auto zu fahren. Diese Entwicklung kommt einer Initialzündung gleich. Laut den Analysten von Statista wird im Jahr 2030 jedes zehnte Auto autonom unterwegs sein und das Marktvolumen dieser Fahrzeuge auf $13,7 Milliarden ansteigen. Einen Löwenanteil an Pkws werden die Robo-Taxis mit einem Umfang von rund $1.161 Milliarden darstellen. Das entspricht der Meinung vieler Experten, dass sich die autonomen Fahrzeuge zunächst in genau definierten Umgebungen mit einigermaßen vorhersagbaren Szenarien etablieren werden. Dazu zählt zum Beispiel ein Universitätscampus, das Gelände eines Betriebs oder Städte beziehungsweise Bereiche davon mit Einbahnstraßen. Vor allem wenn es um den Einsatz der Robo-Autos überall und zu jeder Zeit ohne dass der Fahrer eingreifen muss, also Level 5, geht, werden noch einige Jahre ins Land ziehen, bis es so weit ist. “Während bei der Entwicklung sicherer selbstfahrender Fahrzeuge große Fortschritte erzielt werden, sind wir viele Jahre davon entfernt, in jedem möglichen Szenario mit echtem Level 5 umgehen zu können. Wir können zwar ein System entwickeln, das keine Kollisionen verursacht, aber das gefährliche und unberechenbare Verhalten anderer Fahrer ist unmöglich zu verhindern”, sagt Danny Shapiro. Zudem ist das prognostizierte Marktwachstum laut Statista davon abhängig, wie schnell die Verbraucherakzeptanz steigt und Hersteller in der Lage sind, ihre Produktion zu skalieren. Laut einer von Audi Studie zeigen länderübergreifend 82 % der Befragten Interesse am autonomen Fahren. Chinesen und Südkoreaner sind besonders von den Robo-Autos angetan (98 % und 94 %). Die Europäer sind da schon zurückhaltender: In Italien haben 88 % der Befragten Interesse an der Technologie, in Deutschland 77 %. Interessanterweise sind die größten Skeptiker jenseits des Atlantiks zuhause: Unter den US-Amerikanern sind lediglich 72 % an selbstfahrenden Autos interessiert. Der Faktor Mensch spielt ohnehin eine große Rolle. Da die autonomen Fahrzeuge im Grunde rollende Computer sind, sind die Gefahren wie Hacker-Angriffen ausgesetzt. Das macht den Menschen Angst. Die Statista-Erhebungen sind eindeutig: Mehr als 70 % der Verbraucher glauben nicht, dass fahrerlose Fahrzeug Systeme vor Hackern sicher sind. Wie jeder Computer, kann auch ein autonomes Fahrzeug durch Eingriffe in die Systemsoftware lahmgelegt werden. Die Auswirkungen dieses Szenarios wären bei Robo-Autos fatal. Theoretisch gibt es viele Einfallstore für Hacker. Zum Beispiel die Sim-Karte, der Funk-Schlüssel oder das Bluetooth Modul. Schließlich werden bei modernen Autos auch drahtlose Updates aufgespielt. Das alles wissen die Hersteller natürlich auch und verschlüsseln die Daten per Kryptographie-Software und installieren immer ausgeklügelte Firewalls, also eine Art digitalen Wachhund, der die Daten durch die Pforte lässt, die auch erwünscht sind. Um alle Eventualitäten auszuschließen, heuern die Autobauer auch Hacker an, die Ihnen bei der Sicherung der Daten helfen sollen. Doch das Ganze hat was von dem berühmten Igel-Hase Rennen, da die bösen Jungs den Sicherheitskräften immer eine Nase voraus sind. +++

+++ Die Coronakrise trifft auch BMW hart: Im ersten Quartal dieses Jahres brach der Absatz der Münchner um 20,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein. Doch es gibt auch Lichtblicke. Die Corona Pandemie habe im Februar den Absatz in China einbrechen lassen, im März seien die Folgen in Europa und den USA deutlich spürbar, teilte das Unternehmen am Montag in München mit. “In Europa sind derzeit aufgrund des Coronavirus rund 80 % aller Händlerbetriebe geschlossen, in den USA sind es circa 70 Prozent”. In den BMW Werken in Europa und Nordamerika steht die Produktion. Der Konzern passe sein Produktionsvolumen flexibel der Nachfrage an, sagte Vertriebsvorstand Pieter Nota. “In China sehen wir mit einem starken Auftragseingang die ersten Anzeichen einer Erholung”. Wichtig sei jetzt vor allem, die Gesundheit der Mitarbeiter, die Liquidität und den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern. Im ersten Quartal verkaufte der Konzern nur noch 477.111 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. In China brachen die Verkaufszahlen um 31 % ein, in Europa um 18 % und in den USA um 17,4 %. In den USA setzte BMW insgesamt 64.692 Fahrzeuge ab, davon entfallen auf die Kernmarke 59.455 Fahrzeuge (-15,3 %). Erfreulich gestaltete sich für BMW von Januar bis März der Absatz elektrifizierter Fahrzeuge: Sie legten um fast 14 % auf 30.692 Einheiten zu. Angesichts der Corona Krise sind die Geschäftserwartungen der deutschen Autoindustrie für die nächsten Monate eingebrochen. Wie das Ifo Institut am Montag in München mitteilte, ist der zugehörige Index im März um 14 auf minus 33,7 Punkte abgesackt. Auch die anderen Indizes für die Autobranche verzeichneten der Ifo-Umfrage zufolge im Monatsvergleich herbe Einschnitte. Die Exporterwartungen stürzten mit einem Wert von minus 42,7 Punkten auf ein Tief seit März 2009, hieß es von Ifo-Ökonom Klaus Wohlrabe. Die Erwartungen für Nachfrage und Produktion gaben den Angaben der Wirtschaftsforscher zufolge ebenfalls stark nach. Die weitreichenden Beschränkungen des Wirtschaftslebens im Zuge der Corona Krise belasten auch die Nachfrage in der Autoindustrie stark. Während US-Autobauer bereits deutliche Absatzrückgänge meldeten, gaben auch die vom Ifo Institut befragten deutschen Unternehmen an, dass die Lager unverkaufter Autos zuletzt wieder stärker angewachsen seien. Der Lagerbestand stieg demnach im März doppelt so schnell an wie noch im Vormonat, während der Schwund in den Auftragsbüchern weiter zunahm. BMW will in den USA ab kommender Woche Tausende Mitarbeiter ohne Lohn beurlauben. Hintergrund ist der bis Ende April vorgesehene Produktionsstopp aufgrund der Corona Krise. Die Maßnahmen gelten ab dem 12. April, teilte ein BMW-Sprecher mit. Das Unternehmen hatte bereits am Montag mitgeteilt, dass die Produktionspause in europäischen und nordamerikanischen Werken bis Ende April verlängert wird. Grund ist die weltweit schwache Nachfrage nach Autos. Die Beschäftigten erhalten den Angaben zufolge aber weiter ihre Sozialleistungen, wie Zuzahlungen zur Krankenversicherung. Der Schritt falle dem Unternehmen nicht leicht, hieß es. Die Situation dürfte so lange anhalten, bis die Produktion wieder aufgenommen werden könne. Betroffen seien einige Tausend Mitarbeiter. BMW beschäftigt im Werk in Spartanburg (South Carolina) rund 11.000 Mitarbeiter. Einen ähnlichen Schritt hatten auch andere Autohersteller in den USA gemacht, darunter der Elektroautohersteller Tesla. Ein Instrument wie das in Deutschland und anderen Teilen Europas bekannte Kurzarbeitergeld gab es in den USA bisher nicht, mit den Konjunkturhilfen der US-Regierung wurde die bisher begrenzte Arbeitslosenhilfe aber ausgeweitet. Nun soll es Arbeitgebern auch möglich sein, Angestellte für bis zu 4 Monate zu beurlauben anstatt sie zu entlassen. In dieser Zeit würde der Staat für das Gehalt aufkommen. In europäischen Ländern nutzen neben BMW auch die Autokonzerne Volkswagen und Daimler Lohnersatzleistungen etwa der Agentur für Arbeit, um die Auswirkungen der Krise abzufedern. +++

+++ Die Automobilindustrie steckt durch die CORONA VIRUS Pandemie in einer Produktions- und Absatzkrise. Während sich die Branchenvertreter selbst mit Zahlen noch zurückhalten geben Unternehmensberater und Analysten ihre Einschätzungen ab: Alix Partners sieht momentan 2 Szenarien: im schlimmeren Fall droht ein globaler Absatzrückgang von bis zu 27 %. IHS Markit rechnete vor gut einer Woche noch mit einem Minus von 12 %. Laut Bain & Company geht der weltweite Pkw Markt des Jahres 2020 um 29 % zurück, wenn keine staatlichen Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Überdurchschnittlich stark betroffen seien Europa und Nordamerika, während China den Höhepunkt der Krise zunächst hinter sich habe. Der Automobilmarkt werde könnte laut Bain nach 2 Quartalen wieder zurückkehren, “wäre jedoch von einer anhaltend hohen Unsicherheit geprägt”. In diesem Szenario könne die Autoindustrie 2020 (ohne staatliche Gegenmaßnahmen) im Schnitt um bis zu 90 % an Profitabilität einbüßen. Nicht berücksichtigt seien zu erwartende höhere Rabatte nach der Lockdown-Phase. Auch die Unternehmen der Automobilbranche müssten jetzt die nötigen Entscheidungen treffen, um möglichst gestärkt aus dieser Krise zu kommen. OEMs müssten laut Bain Kaufanreize schaffen und ihr Händlernetz stabilisieren, dabei auch den Online Vertrieb ausbauen. Weiter sollten Unternehmen der Autoindustrie die Komplexität in ihren Produktportfolios deutlich reduzieren. Auch gezielte Übernahmen könnten laut den Analysten zu einer stärkeren Position im Markt führen. “Die Automobilbranche steckt in ihrer wahrscheinlich schwersten Krise überhaupt”, sagt Klaus Stricker, Bain-Partner und Co-Leiter der globalen Praxisgruppe Automotive und Mobilität. “Die Regierungen sollten diese Schlüssel Industrie in Deutschland und Europa umfassend unterstützen um die Liquidität der Unternehmen zu sichern, insbesondere im Zuliefer und Händler bereich”. Darüber hinaus braucht es staatliches Eingreifen, um den Markt kurzfristig zu stimulieren und mittelfristig erforderliche Strukturinvestitionen wie den Ausbau der Ladeinfrastruktur zu fördern. Der Pkw Absatz in China nimmt seit März langsam wieder zu und werde im Gesamtjahr 2020 auf etwa 19 Millionen Stück kommen. Angesichts der vor der Krise prognostizierten 26 Millionen wäre dies, laut Bain, ein Rückgang um rund ein Viertel. In Europa rechnet das Beratung Unternehmen mit 11 Millionen verkauften Pkws für 2020; ein Minus von 30 %. Für Nordamerika wird ein Aufwärtstrend erst für den Frühsommer erwartet: Bain rechnet mit einem Absatz von 13 Millionen Fahrzeugen, was bei ursprünglich für 2020 prognostizierten rund 20 Millionen einem Rückgang von fast einem Drittel entspräche. +++

+++ DAIMLER hat im ersten Quartal wegen der Coronakrise massiv an Absatz eingebüßt. Von Januar bis März setzte der Autobauer weltweit rund 477.400 Autos der Kernmarke Mercedes-Benz ab. Das waren knapp 15 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im gleichen Maße gingen die Verkaufszahlen bei den Vans zurück. Der Absatz der Kleinwagenmarke Smart brach sogar um mehr als 78 % ein, was Daimler zusätzlich auf die Umstellung auf ausschließlich batteriebetriebene Fahrzeuge und das Auslaufen der Vorgänger Modelle zurückführte. Deutliche Rückgänge von mehr als 20 % gab es im wichtigsten Markt für Mercedes-Benz in China, wo die Ausbreitung des Coronavirus früher begonnen hatte. Inzwischen laufe das Geschäft dort schon wieder gut an, sagte Daimler Vertriebschefin Britta Seeger. “Das stimmt uns zuversichtlich”. In Europa, wo die Welle später einsetzte, lag der Absatz im ersten Quartal aber auch schon um knapp 16 % unter dem Vorjahreswert. In den USA waren es hingegen erst knapp 5 %. Insgesamt verkaufte Daimler im ersten Quartal 547.829 Pkw und Vans. Ein Vergleich zum Vorjahresquartal ist wegen der Umstrukturierung der Geschäftsfelder im vergangenen Jahr nicht möglich. Die wegen der Corona Virus Pandemie verhängte Zwangspause hat Daimler verlängert und plant nun bis Ende April mit Kurzarbeit. Das kündigte Finanzchef Harald Wilhelm in einer Telefonkonferenz mit Investoren und Analysten an. Bislang war Kurzarbeit bis zum 17. April angekündigt. Von roten Zahlen im Kerngeschäft gehen die Stuttgarter für die ersten 3 Monate nicht aus. Im ersten Quartal rechnet der Konzern sowohl in der Pkw und Vans Sparte sowie auch im Geschäft mit Lkws und Bussen mit einer positiven Marge, wie Wilhelm sagte. Derzeit bleibe das Management auch bei seinem Vorschlag, eine Dividende von €0,90 zu zahlen. Wilhelm sagte, dass der Konzern sich mit der Liquiditätslage im Industriegeschäft wohl fühle. Vergangene Woche hatte das Unternehmen sich eine weitere Kreditlinie über €12 Milliarden gesichert. Die Produktion bei Daimler ruht seit etwa 2,5 Wochen in großen Teilen. Nur in einigen besonders wichtigen Bereichen wird noch gearbeitet. Seit Beginn dieser Woche sind die Mitarbeiter in Kurzarbeit; zuvor hatten sie Arbeitszeitkonten oder Urlaub abgebaut. Wie die Kurzarbeit an den einzelnen Standorten umgesetzt wird und wie viele Mitarbeiter jeweils betroffen sind, wird laut Daimler jeweils einzeln mit dem Betriebsrat geregelt. Der Konzern hat in Deutschland rund 170 000 Beschäftigte. +++

+++ Vor der Pandemie hatte das eigene Auto ein denkbar schlechtes Image; vor allem dann, wenn man einen SUV bewegte. Auto-Scham hieß das damals. Heute sieht das ganz anders aus. Jeder ist froh, wenn er öffentliche Verkehrsmittel vermeiden kann. Wenn man sich außerhalb des Hauses bewegt, ist INDIVIDUAL VERKEHR das Modell der Wahl. Und trotz der leeren Straßen sind nach wie vor Millionen auf Achse, denn noch stehen nicht alle Betriebe still. Google meldet, dass sich in den Bereichen um Bahnhöfe herum 68 % weniger Menschen aufhalten und ein Blick in die Züge der Deutschen Bahn zeigt leere Sitze. Wer ein eigenes Auto hat, will auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen auf Nummer sicher gehen und lässt die öffentlichen Verkehrsmittel so gut wie möglich außen vor. Auch wenn sich Deutsche Bahn und die lokalen Verkehrsbetriebe bemühen: Man kann nicht hinter jedem Fahrgast hinterherputzen und so ist die Ansteckungsgefahr in einem öffentlichen Verkehrs Mittel ähnlich hoch wie im Supermarkt um die Ecke. In S-Bahnen, Bussen und Straßen Bahnen wird während der Fahrt mehr oder weniger nah gesessen und gestanden. Man nutzt dabei Haltestangen und Griffe, um sich bei der Fahrt zu sichern; drückt auf Öffnungstaster und nutzt an den Haltestellen die Fahrkartenschalter. Wie groß die Gefahr ist, kann niemand genau sagen. Es bleibt ein mulmiges Gefühl. Ganz anders die Situation auf dem Fahrrad, dem eigenen Motorroller beziehungsweise Motorrad oder eben im eigenen Auto. “My car is my castle”: so lässt sich das Gefühl beschreiben, wenn man durch die leeren Straßen fährt. Geschützt von Glas und versorgt mit gefilterter reiner Luft. Individualfahrzeug bedeutet eben auch, dass sich keine weitere Person im Innenraum aufhalten. Man ist mit seiner eigenen Isolierstation unterwegs. Nur beim Tanken an der Zapf- oder Ladesäule muss man die Hygienevorschriften befolgen. Doch wer nicht gerade Fernpendler ist, kommt nur selten in diese Lage. Die 65 Liter Diesel, die ein Mittelklassewagen schluckt, reichen allemal für 800 Kilometer Strecke. Auto ist nicht Auto. Sharen und Mieten will derzeit kaum jemand. Kein Wunder, weiß man doch nicht, wer vorher im Fahrzeug saß. Die Vermieter reinigen seit Ausbruch des Coronavirus verstärkter denn je nicht nur die Mietwagen selbst, sondern auch die Theken und Tresen der Vermietschalter. “Wir haben auch die bereits umfänglichen Reinigungstechniken unserer Fahrzeuge nach jeder Vermietung weiter verbessert. Insbesondere achten wir auf die Stellen, die von den Menschen berührt werden, wie Lenkräder, Türgriffe und andere harte Oberflächen”, teilt beispielsweise Avis mit. Ähnlich bei Anbieter Sixt, der mit Sixt Share auch eine Carsharing-Flotte anbietet: “Wir reinigen unsere Filialen intensiv, um die Virusübertragung zu minimieren. Alle Fahrzeuge unserer Sixt-Flotte werden in einem mehrstufigen Verfahren professionell gereinigt, um das potenzielle Übertragungsrisiko zu minimieren”. Trotzdem liegen bei den Vermietfirmen ganze Regionen brach, denn nicht nur im Süden Europas steht der Betrieb seit Wochen still. Ohne Urlauber und Geschäftsreisende gibt es kaum einen Bedarf. Irgendwann werden die Restriktionen aufgehoben, doch die Scheu mit vielen Fremden in einem engen Raum zu sein, wird lange nachwirken. Solange Kinosäle geschlossen bleiben, kann die Busfahrt im Berufsverkehr keine gute Idee sein. Und es wird noch weit länger dauern, bis man ohne Angst in den Schlangen vor der Sicherheitsschleuse am Flughafen stehen wird. Wenn nach den Ausgangssperren die Lust auf das nächste lange Wochenende oder den Urlaub wiedererwacht, wird dieser oftmals im eigenen Land oder der direkten Umgebung stattfinden. Bei der Anreise dürfte das eigene Auto das Fortbewegungsmittel Nummer eins sein. +++

+++ In der aktuellen Corona Krise kauft kaum jemand ein Auto, das bekommt auch KIA zu spüren. Der südkoreanische Autohersteller fährt nun die Produktion herunter. Man wolle den Betrieb in 3 Fabriken im Land aussetzen, da der Corona Virus Ausbruch die Exporte nach Europa und in die Vereinigten Staaten belaste, sagte ein Gewerkschaftsvertreter und berief sich dabei auf eine Mitteilung des Unternehmens. Die Gewerkschaft habe sich nicht entschieden, ob sie den Plan wegen der laufenden Verhandlungen über die Bezahlung akzeptieren wolle, sagte der Vertreter. Der Betrieb würde zunächst vom 23. bis 29. April ausgesetzt. In Europa haben die Autohersteller die Produktion bereits vor Wochen heruntergefahren. Die Branche befindet sich in einer Art Corona-bedingtem Tiefschlaf, nicht nur wegen der drastisch eingebrochenen Nachfrage, sondern auch um den Gesundheitsschutz in den Werken zu gewährleisten. Die großen deutschen Konzerne Volkswagen, Daimler und BMW haben die Fertigung bis mindestens 19. April gestoppt. Betroffen sind davon auch die vielen Zulieferer der Autoindustrie, einer der wichtigsten Industriezweige Deutschlands mit Hunderttausenden oft gut bezahlter Arbeitsplätze. Der Chef des Zulieferkonzerns Continental, Elmar Degenhart, berichtet im Interview davon, selbst auf etwa 2.200 weitere Zulieferer angewiesen zu sein. +++

+++ Wenn das nicht ein nettes Geburtstagsgeschenk ist: Mitten in die Corona bedingt weitestgehend virtuellen Feierlichkeiten zum 100. Wiegenfest der Marke MAZDA platzt die Auszeichnung “World Car Design of the Year 2020” für den Mazda3. Er ist nach dem MX-5 im Jahr 2016 das zweite Fahrzeug der Marke, das die höchste Design-Auszeichnung der World Car Awards (WCA) erringen konnte. Schon im Vorjahr war der Mazda3 mit dem “Red Dot: Best of the Best” Award und mit der Auszeichnung “Autonis: die beste Design Neuheit 2019” prämiert worden. Er repräsentiert laut Mazda als eines der Kernmodelle der Marke die aktuelle Weiterentwicklung der erfolgreichen Designsprache “Kodo: Soul of Motion”, die einen ebenso minimalistischen wie optisch ansprechenden Ansatz verfolgt. Die World Car Awards werden jährlich von einer 86-köpfigen Jury aus Automobiljournalisten aus 25 Ländern verliehen. +++

+++ Tauscht der MERCEDES-AMG C 63 ab 2022 tatsächlich den V8 Motor gegen einen 4-Zylinder? Erste unbestätigte Informationen gehen in diese Richtung: Unter Berücksichtigung der weltweit immer schärfer werdenden Abgasvorschriften und den technischen Möglichkeiten von Mercedes-AMG deutet aktuell vieles auf entsprechendes Downsizing hin. Der nächste AMG C 63 könnte mit dem bislang maximal 421 PS starken 2,0 Liter 4-Zylinder Turbo aus den 45er-Modellen vorfahren (M 139), dem dann allerdings ein starker E-Motor zur Seite gestellt wird. Wer sich nun ungläubig die Haare rauft, den dürften die möglichen Eckdaten des C 63 mit Hybrid-Power beruhigen. Sie würden die des aktuellen 8-Zylinders hinsichtlich der Leistung von 510 PS und dem maximalem Drehmoment von 700 Nm übertreffen. Die aktuelle C 63 S Limousine sprintet in glatten 4 Sekunden auf Tempo 100. Beim kommenden Mercedes-AMG C 63 (2022) ist hingegen eine 3 vor dem Komma realistisch. Innenraum und Assistenzsysteme des neuen Mercedes-AMG C 63 profitieren von der Technik der neuen C-Klasse-Generation. So soll, wenn es denn der Gesetzgeber zulässt, autonomes Fahren auf Level 3 möglich sein. So könnte die Sportlimousine auf der Autobahn ohne Gegenverkehr zeitlich begrenzt automatisiert beschleunigen, bremsen und überholen. Digitale Instrumente werden Standard und das moderne MBUX-Infotainmentsystem findet nun auch seinen Weg in den neuen Mercedes-AMG C 63. +++

+++ Analog zum Gesamtmarkt stürzten die Zulassungszahlen bei den SUV ab. Es gibt nur ganz wenige Modelle, die der Ausnahmesituation trotzen. Bei den Neuzulassungen in Deutschland gibt es für den März nicht viel zu analysieren und hinterfragen. Angesichts der Umstände (Zulassungsstellen geschlossen, Händlerbetriebe dicht) ist es nur wenig überraschend, dass die SUV Neuzulassungen nahezu gleichförmig abstürzten wie der Gesamtmarkt: Ein Rückgang von 37,5 % bei den SUV und ein Minus von 37,7 % bei den gesamten Pkw Neuzulassungen. Das alles ausgerechnet im traditionell stärksten Monat des Jahres. Im März zum Frühlingsanfang werden üblicherweise die meisten Pkw erstmals zugelassen. Allerdings hat es nicht alle Modelle gleich schwer erwischt, 18 der 98 aufgelisteten SUV schafften sogar das Kunststück, die Zahlen des Vorjahresmonats zu übertreffen. Darunter jedoch etliche mit vergleichsweise geringen Stückzahlen, wo schon wenige Einheiten mehr einen entsprechenden Zuwachs bringen (zum Beispiel der Mercedes GL mit einem Plus von 49 % bei gerade einmal 97 Neuzulassungen im März). Tatsächlich kommt der starke Rückgang der Segment-Neuzulassungen in erster Linie von den Volumen Modellen. Besonders böse erwischt hat es den Ford Kuga mit einem Rückgang von 83 %; ausgerechnet zum Modellwechsel zur neuen Generation eines der meistverkauften SUV in Deutschland. Echte Erfolgsgeschichten sind angesichts der Situation Mangelware, und das wird aller Voraussicht nach für den April erst recht gelten. Immerhin gibt es ein paar kleine Comebacks zu feiern: Der Nissan X-Trail, im Vorjahr arg gebeutelt, findet allmählich wieder zurück in die Spur (534 Neuzulassungen, +238 %), auch das Model X von Tesla überrascht mit frischem Elan (100 Neuzulassungen, +64 %). +++

+++ VOLKSWAGEN sieht in der Coronakrise in seinem wichtigsten Einzelmarkt China deutliche Zeichen einer Erholung. So hätten alle 2.000 Händler der Marke VW im Land wieder geöffnet. Darüber hinaus werde in 32 der 33 Produktionsstätten von VW in China wieder gearbeitet. “Es gibt immer mehr Anzeichen für eine Erholung, mit einer guten Chance, dass der chinesische Automarkt im Frühsommer das Niveau des vergangenen Jahres erreichen könnte”, sagte VW China Chef Stephan Wöllenstein. Für die lokal produzierenden Marken des Konzerns, Audi und Skoda, sind nach Konzernangaben mehr als 95 % der Händler wieder geöffnet. Die Fertigung in Changsha, die VW mit dem Partner SAIC betreibt, sei in dieser Woche ebenfalls wieder angelaufen. Für den VW-Konzern ist China auch mit Blick auf die Elektrifizierung seiner Modelle von großer Bedeutung. In der zweiten Jahreshälfte werde man nach eigenen Angaben einen wichtigen Meilenstein in seiner Elektrifizierungsstrategie für den chinesischen Markt erreichen. So werden 2 Werke mit der Produktion vollelektrischer Modelle starten, die auf dem modularen Elektrifizierungs-Baukasten (MEB) basieren. An den Standorte in Anting und Foshan sollen pro Jahr 600.000 Einheiten produziert werden. Nach dem Start dieser Produktion werden die Volkswagen ID. Modelle in China eingeführt. Der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) hatte auf Basis vorläufiger Zahlen mitgeteilt, dass Chinas Automarkt ganz langsam wieder in Schwung kommt. In der letzten Märzwoche betrug der Absatzrückgang demnach gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch %. Nach den schwächeren Vorwochen steht damit für den März insgesamt ein Minus von 36 % bei den Verkäufen der Autohändler zu Buche. Im Februar waren die Verkäufe wegen des Corona Virus noch um 80 % weggebrochen. Laut PCA fährt China als größter Automarkt der Welt die Produktion wieder hoch und die meisten Autohändler haben wieder geöffnet. China ist auch der größte Einzelmarkt der deutschen Autokonzerne Volkswagen, Daimler und BMW. Volkswagen will in wenigen Tagen darüber informieren, wie die Produktion in seinen Werken in Deutschland wieder aufgenommen werden soll. Der Autohersteller hatte zuletzt die Schließung der Werke seiner Kernmarke hierzulande wegen der Corona-Pandemie bis zum 19. April verlängert. “Die Planung für den Wiederanlauf wird ausgearbeitet”, sagte der Beschaffungsvorstand im Volkswagen Konzern, Stefan Sommer. “Wir werden sie nach Ostern vorstellen”. Alles hänge aber stark an den Vorgaben der Politik, “und wann sie plant, das öffentliche Leben wieder hochlaufen zu lassen”. Volkswagen selbst werde aber “schon bald mit einer klaren Vorstellung kommen, wann die Werke wieder hochgefahren werden, wie die Lieferketten wieder anlaufen”. Dazu müssten zunächst die Lieferketten wieder aufgebaut werden, sagte er, “und gleichzeitig muss auch die Nachfrage wieder da sein”. Für einen Neustart in Deutschland und Europa reicht es nach Ansicht des VW Managers nicht aus, allein die Autohäuser und die Zulassungsstellen wieder zu öffnen. “Es braucht Investitionen in die Industrie, und es braucht Investitionen in das Konsumverhalten”, sagte er. +++

+++ Alle paar Jahre kommt sie wieder: die Idee vom idealen automobilen Lebenselixier namens WASSERSTOFF . Außer Kleinserien ist trotz gigantischer Entwicklungsaufwände bisher nichts Zählbares auf der Straße. Während Volkswagen die Brennstoffzelle auf lange Sicht nicht in PKW sieht, bringt BMW in 2 Jahren eine Testflotte an den Start; wieder einmal. Die Aussagen zum Thema Wasserstoff waren auch im Hause Volkswagen nicht immer eindeutig. Während Konzern CEO Herbert Diess seine Gefolgsleute mehr denn je darauf einschwört, sich endlich auf den Elektroantrieb zu konzentrieren und Nebenschauplätzen wie Gasantrieben oder der Brennstoffzelle endgültig die kalte Schulter zu zeigen, äußerte der scheidende Audi CEO Bram Schot noch im vergangenen Jahr, dass man wieder in das Thema Brennstoffzelle einsteigen wolle. Abwarten, wie das der neue Audi CEO und ausgemachte Technikexperte Markus Duesmann sieht, der nun in Ingolstadt die Nachfolge von Bram Schot antritt. Auch Volkswagen Markenchef Ralf Brandstetter erteilte dem Thema Wasserstoff zuletzt wieder eine deutliche Absage: “Die Brennstoffzelle ist für uns im Bereich Pkw keine Option”. Bei Volkswagen und den Konzerntöchtern spielte der Wasserstoff bisher noch nie eine nennenswerte Rolle. Immerhin forschte man einige Jahre mit Vorserienmodellen von Audi A7 / VW Passat (US-Version), die man nach eigenen Aussagen innerhalb von rund 2 Jahren auf die Straße hätte bringen können. Doch wie bei vielen anderen Herstellern auch zweifelten insbesondere die Vertriebler an der Zukunft des Wasserstoffantriebs, denn seit vielen Jahren liegen die größten Probleme der Brennstoffzelle nicht bei den Autoherstellern selbst, sondern in der mehr als löcherigen Infrastruktur. Ein Tankstellennetz in einem Land oder gar auf einem Kontinent aufzubauen, erscheint angesichts der großen Kosten, die durch die speziellen Hochdrucktanks und die Füllanlagen entstehen, in den nächsten Jahren abwegig. Insbesondere, weil die Brennstoffzelle mittlerweile nicht nur gegen die übermächtige Ölindustrie ankämpfen muss, sondern einen deutlich gefährlicheren Gegner hat: die Akkutechnik. In erster Linie wird das Thema Brennstoffzelle von asiatischen Marken und hier speziell von Toyota, Honda und Hyundai, immerhin einigen der größten Autobauern, befeuert. Jetzt scheint BMW wieder etwas intensiver ins Geschäft mit der umstrittenen Brennstoffzelle einzusteigen. Seit 2013 arbeiten die Bayern hier auf kleiner Flamme mit Kooperationspartner Toyota zusammen und haben eine Kleinstflotte von BMW 5er GT mit dem Wasserstoffantrieb des Toyota Mirai aufgebaut, um Erfahrungen zu sammeln. Jetzt kündigen die Bayern an, 2022 eine neue Flotte einzusetzen, die aus umgebauten BMW X5 besteht, die mit einer Brennstoffzelle unterwegs sind. Ein Serienfahrzeug hingegen ist bis Mitte des Jahrzehnts erst einmal nicht angedacht. “Aus unserer Sicht muss Wasserstoff als Energieträger zunächst in hinreichenden Mengen, mit grünem Strom und zu wettbewerb Fähigen Preisen produziert werden”, so BMW Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich. “Wasserstoff wird dann vor allem in Anwendungen eingesetzt werden, die nicht direkt elektrifizierbar sind, also etwa im Schwerlastverkehr auf der Langstrecke”, “Beim Antriebssystem des BMW i Hydrogen Next erzeugt das Brennstoffzellensystem bis zu 170 PS elektrische Energie, die aus der chemischen Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff aus der Luft gewonnen wird”, so Jürgen Guldner, Leiter BMW Brennstoffzellen-Technologie. Der elektrische Wandler, der sich unterhalb der Brennstoffzelle befindet, passt das Spannungs Niveau an die des elektrischen Antriebs sowie der Leistungspuffer-Batterie an. In dem umgebauten X5 befinden sich 2 Tanks (700 bar) die insgesamt 6 Kilogramm Wasserstoff fassen. Guldner: “Dies garantiert große Reichweiten bei allen Wetterbedingungen. Der Tankvorgang nimmt nur 3 bis 4 Minuten in Anspruch”. Die Systemleistung des BMW i Hydrogen Next liegt bei 374 PS. Technisch betrachtet ist ein Brennstoffzellenauto nichts anderes als ein Elektrofahrzeug, das seine Energie nicht in Lithium-Ionen-Paketen oder Konglomeraten aus Polymerzellen speichert, sondern die Energie befindet sich im Wasserstoff, der aufwendig nachgetankt und erst im Auto in elektrische Energie umgewandelt wird, aus der die Elektromotoren ihre Kraft ziehen. Nachdem sich viele erfolglos an der Brennstoffzelle versuchten, gibt es national wie international keinen nennenswerten Markt. Immerhin werden von Toyota, Hyundai, Mercedes und Honda derzeit in Europa 4 Fahrzeuge angeboten, die man jedoch nur mit viel Wohlwollen als Serienmodelle bezeichnen kann. Die Stückzahlen sind homöopathisch, die Nachfrage geringer als gering. Ohnehin gibt es zumeist nur Leasingangebote. Immerhin bieten die Fahrzeuge abgesehen von soliden Fahrleistungen und praktikablen Reichweiten den Vorteil, dass sie sich innerhalb von wenigen Minuten nachtanken lassen und fit für die nächsten 400 bis 500 Kilometer sind. Weitgehend ausgemerzt sind Probleme beim Packaging, denn die Tanks sind trotz 700 bar Belastbarkeit weithin unsichtbar in den Modellen versteckt. So ganz lässt sich das komplexe Antriebsmodul dann aber doch nicht überdecken, denn die Tanks und das kleine Kraftwerk, das den flüssigen Wasserstoff in elektrische Energie umwandelt, schluckt so viel Raum, dass Crossovern wie dem Hyundai Nexo oder dem Mercedes GLC beispielsweise der übliche Allradantrieb verwehrt bleibt. Die Marktnachfrage ist überschaubar, das Interesse der Öffentlichkeit ebenso und in den nächsten Jahren geht es für die meisten potenziellen Kunden eher darum, wie weit das kommende Fahrzeug überhaupt elektrisiert werden muss. Die Geschichte der Brennstoff Zelle ist schon einige Jahrzehnte alt. Autohersteller aus Japan, den USA und Deutschland bastelten immer wieder an der Antriebstechnologie herum. In ein paar Jahren sollte die Technik serienreif sein und dann würde es einen Durchbruch geben, so hörte man es immer wieder. Der kam bisher nie. Während Hersteller wie Toyota, General Motors oder Honda auf technische Lösungen und Kleinserien setzten, ging Daimler mit einer Welttournee einen anderen Weg. Der chinesische Autohersteller Great Wall Motor beabsichtigt ebenfalls, Brennstoffzellenfahrzeuge als Teil seiner alternativen Energie-Roadmap zu entwickeln. Bis zum Jahr 2025 sollen nach Angaben von IHS gerade einmal 150.000 Brennstoffzellen Fahrzeuge auf dem Weltmarkt verkauft werden. Toyota will seine Brennstoffzellentechnik zukünftig an die BAIC Group liefern. Foton Motor, die Nutzfahrzeugsparte von BAIC, soll dabei der erste chinesische OEM sein, der von Toyotas FCV-Technologien profitieren wird. Deutlich besser als bei PKW sehen viele gerade nicht nur in den USA ohnehin die Chancen auf einen Wasserstoffantrieb für Lastwagen. Sie würden von kurzen Tankzeiten und großen Reichweiten besonders profitieren und könnten die aufwendige Technik nebst großen 700 bar Tanks problemlos auf dem Dach oder hinter dem Führerhaus unterbringen. +++

Reageren is niet mogelijk.