Tagesschau

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+++ Seinem Mittelklasse Modell A4 spendiert AUDI in 2019 ein Mega Facelift; die Schwestermodelle A5 und S5 werden dagegen nur wenig aufgefrischt. Audi investiert eine halbe Milliarde Euro in das A4 Facelift, spendiert dem Mittelklässler sogar eine bis aufs Dach neue Karosserie um den schleppenden Verkauf wieder in Gang zu bringen. Ein Problem, das das Schwestermodell A5 (und die Sportversion S5) nicht hat: Das Coupé kommt mit seiner eleganten, reduzierten Linie bei den Kunden immer noch gut an. Also reichen veränderte Scheinwerfer sowie angeschärfte Schürzen aus, um den A5 frisch zu halten. Aber wie der A4 profitieren auch Coupé, Cabrio und Sportback sowie die scharfen S-Versionen vom neuen Cockpit-Layout. Heißt: Auch hier zieht der A6-Innenraum ein, mit volldigitalem Kombi Instrument, dem Infotainment-Bildschirm und einer zusätzlichen Display-Bedieneinheit für die Klimaanlagen-Steuerung. +++

+++ Der Zuwachs fällt bescheiden aus: Die BMW Group konnte im November die weltweiten Auslieferungen marginal um 0,8 % steigern. Dafür legten die elektrifizierten Modelle wie der BMW i3 kräftig zu. Insgesamt setzte der Konzern 222.462 Fahrzeuge ab. Im bisherigen Jahresverlauf liegt der Absatz bei rund 2.26 Millionen Fahrzeugen, ein Zuwachs von 2,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und auch mehr als Daimler mit den Marken Mercedes-Benz und Smart. Vorstandschef Harald Krüger will die eigene Stammmarke 2020 wieder vor den Stuttgartern sehen. “Wir haben sowohl im November als auch in den ersten 11 Monaten des Jahres mehr Fahrzeuge verkauft als jemals zuvor”, sagte Vertriebsvorstand Pieter Nota. Wie der Manager hinzufügte, sei der Vormonat mit Blick auf die elektrifizierten Modelle des Autobauers besonders erfolgreich gewesen. So wurden im November vom BMW i, BMW iPerformance und dem Mini Countryman S Electric weltweit 14.767 Einheiten abgesetzt. Das entspricht einem Zuwachs von etwas mehr als 26 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bislang wurden noch in keinem Monat zuvor derart viele elektrifizierte Modelle wie im November abgesetzt. Seit Jahresbeginn liegt der Absatz bei 125.365 Einheiten. Das entspricht einer Steigerung von fast 40 %. In diesem Jahr will BMW mehr als 140.000 elektrifizierte Modelle absetzen. Nach wie vor kommt bei den Kunden auch 5 Jahre nach seiner Markteinführung der i3 an. Von ihm wurden im November weltweit 3.468 (+17,0 %) Fahrzeuge abgesetzt. Kürzlich hatte BMW die Reichweite des i3 um 30 % auf 260 km erhöht. Einer hohen Nachfrage erfreuen sich auch die Plug-in-Hybride der Münchner: so entfielen auf den Mini Countryman SE und dem BMW 2er Active Tourer iPerformance allein 10 % des Absatzes innerhalb der Baureihe. Bereits Ende 2019 aht sich die BMW Group zum Ziel gesetzt, mehr als eine halbe Million elektrifizierter Fahrzeuge abzusetzen. Bei der Kernmarke BMW wuchs der Absatz mit 189.281 Fahrzeugen im November um 1,6 %. Nach 11 Monaten liegt der Absatz bei rund 1.93 Millionen Fahrzeuge (+1,8 %). Zum Vergleich: Mercedes verkaufte im November fast 199.000 Autos und Audi 133.000. Der BMW Absatz in Europa stagnierte; hier kämpfen alle Hersteller mit den Folgen der Umstellung auf den neuen Verbrauch und Abgas Messstandard WLTP. In China wuchs die Nachfrage um 10 %, in den USA dagegen sank sie leicht. Der Marke Mini verkaufte auch im November weltweit weniger Autos als im Vorjahr. Treiber bei BMW waren die SUV Modelle X2, X3 und X5. Die Vorbestellungen für den X7 überträfen die Erwartungen, sagte Nota. Angeschoben vom neuen 3er erwartet man im Werk München im Jahr 2019 ein neues Produktionshoch von 230.000 Einheiten. Das sagte Werksleiter Roland Engelhorn bei einem Ortstermin, bei dem erste Einblicke gewährt wurden, wie die Fertigung des rein elektrischen i4 am Standort integriert werden soll. Am 15. Oktober wurde die Serienfertigung des 3er gestartet und parallel dazu beginnt nun die Vorbereitungsphase zur Integration des rein elektrischen i4, der 2021 an den Markt kommen soll. Das heißt: im Grunde genommen läuft die produktionstechnische Vorbereitung des im Schatten des Vierzylinders liegenden Werks für die Elektromobilität längst. Zwischen 2015 und 2018 wurden rund €700 Millionen in die Produktionsstätte mitten in München investiert. Natürlich für den neuen 3er, mehr noch aber für die Umrüstung des Werks, um dort hochflexibel auf einem Band Fahrzeuge mit Verbrenner, Plug-in-Hybride und rein elektrische Fahrzeuge produzieren zu können. So steht der 2021 kommende i4 auf derselben Heckantriebsplattform wie der neue 3er BMW. Mit einem Höchstmaß an Flexibilität will man sicherstellen, auf Volumenschwankungen und heute noch nicht konkret vorhersehbare Marktentwicklungen reagieren können, so Engelhorn. Sprich: kommt der Durchbruch der Elektromobilität nicht so schnell und nicht so wuchtig, fertigt man mehr Vebrenner, steigt die Nachfrage nach Stromern stärker, passt man hier nach oben an. Das ganz ohne Umrüstzeiten in der Fertigung. Völlig unberührt von E-Mobilität oder nicht, scheint der Erfolg des neuen 3er abgemachte Sache. Prognosen gibt es von BMW wie gewohnt nicht, dass man aber 2019 mit einem Produktionshoch von 230.000 Einheiten im Werk München rechnet (2018: rund 170.000 Einheiten, 2017: 196.454 Einheiten) spricht Bände. Davon entfallen zwar ein paar Tausend Stück auch auf die ebenfalls in München gefertigten M4, M4 Coupé, 4er Coupé und den exotischen M4 GTS, die große Masse aber auf den 3er. Der erwartete Erfolg des 3er bereitet Engelhorn durchaus Kopfzerbrechen. Denn die Vorbereitungen für die Integration des BMW i4, für den der Autobauer nochmals €200 Millionen in die Hand nimmt, erfolgt unter Volllast in einem räumlich beengten Werk: “Ein vollelektrisches Fahrzeug bei laufender Fertigung in ein bestehendes Produktionssystem zu integrieren, ist eine echte Herkulesaufgabe”, bekennt Engelhorn. Vor der dem 48-jährigen Produktionsexperte aber nicht bange ist. Denn immerhin gibt es noch eine Ausweich Möglichkeit für die 3er Fertigung: im Juni 2019 läuft die Serienfertigung im neuen Werk in Mexiko an. Erstes Modell dort: der 3er. Vom BMW Klassiker gibt es keine rein elektrische Version, mit dem Start des neuen Modells treibt man aber auch beim 3er die Elektrifizierung weiter voran. So kommt der 330e iPerformance Mitte 2019 mit einer stark modifizierten Technologie und auch im Werk räumt man dem Plug-in-Hybriden mehr Raum ein. So kann PHEV Anteil in der 3er Fertigung auf bis zu 30 % an der Produktion erhöht werden werden. +++

+++ Die Autobauer BMW und Daimler müssen sich mit dem geplanten Zusammenschluss ihrer CARSHARING und Fahrdienste noch einige Wochen gedulden. Es würden noch Gespräche mit der US Wettbewerbsbehörde geführt, so dass der ursprünglich noch für 2018 angestrebte Abschluss der Transaktion bis Jahresende nicht mehr zu schaffen sei, teilte Daimler mit. Das gemeinsame Mobilitätsunternehmen, das in Berlin angesiedelt werden soll, werde nun voraussichtlich Anfang 2019 gegründet, hieß es. Die beiden Autobauer bündeln darin die Carsharing Flotten von Car2go und DriveNow, die Buchungsplattformen Moovel und ReachNow, die Vermittlungs-Apps MyTaxi, Chaffeur Privé, Clever Taxi und Beat, die Parkplatz-Dienste ParkNow und Parkmobile sowie die Elektroauto-Ladedienste ChargeNow und Digital Charging Solutions. Das Joint Venture, an dem beide Konzerne jeweils zur Hälfte beteiligt sein werden, war im März angekündigt worden. Die EU-Kommission hatte dem Vorhaben im November zugestimmt. Als letzte Hürde fehlt noch die Zustimmung der US-Behörden. Die beiden Autohersteller legen ihre Mobilitätsdienste zusammen, um sich die Kosten zu teilen und schneller zu wachsen. Bei Mobilitätsdiensten ist Größe ganz entscheidend, um profitabel zu arbeiten. Die Dienste von Daimler und BMW haben zusammen etwa 40 Millionen Kunden, vor allem in Europa. Die EU-Kommission hat die Vorgabe gemacht, dass die Mobilitätsapp Moovel künftig auch Carsharing-Angebote von Konkurrenten anzeigen muss. Umgekehrt dürfen konkurrierende Apps künftig auch die Angebote von Car2go und DriveNow anzeigen. Wann und wie die getrennten Angebote und Marken von BMW und Daimler zusammengeführt werden und wie viele Beschäftigte von München und Stuttgart nach Berlin kommen, war noch offen. +++ 

+++ CHERY will bis 2020 in Europa Fuß fassen. Dabei zielt der chinesische Autohersteller mit Premium Angeboten in Volumenmodellen locken. Auf der IAA 2017 stellte Chery seine Marke Exeed in Form einer SUV Studie vor. Inzwischen hat man mit dem Bau eines europäischen Designcenters im hessischen Raunheim begonnen und dort auch eine Dependance installiert. Die ist zwar noch klein, soll aber zeigen: Wir meinen es ernst mit unseren Europa Plänen. Eigentlich müsste Chery die eigene Kompetenz als Autohersteller gar nicht mehr beweisen. In China ist man etabliert und spielt in Märkten wie Russland, Indien und auch Südamerika eine relevante Rolle. Nur ins globale Bewusstsein ist man als Autohersteller bislang nicht vorgedrungen. Dazu fehlt ein Auftritt in den USA und nicht zuletzt in Europa. Dabei soll die selbst definierte Premium Marke Exeed helfen, mit der man wahrscheinlich 2020 auch hierzulande in den Wettbewerb eintreten will. Wobei Chery ‘Premium’ etwas eigenwillig interpretiert: “Wir treten nicht gegen die globalen Premium Hersteller an”, erklärt der europäische Entwicklungsdirektor Jochen Tüting, “die Marke Exeed soll sich vielmehr von den Chery Standardprodukten in China abheben”. In Europa zielt man eher auf Opel, Ford, Peugeot oder Toyota und hofft, damit ganz nebenbei, auch positive Zeichen für das eigene Image auf dem chinesischen Markt zu setzen. Neben den üblichen Ansprüchen wie modernes Design oder hochwertige Materialien setzt Chery speziell auf Vernetzung und die Errungenschaften künstlicher Intelligenz und hofft so, Technologien anzubieten, die bei der Konkurrenz eher im Premiumbereich anzutreffen sind. Tüting will vor allem Käufer ansprechen, die auch im Auto mit dem Internet verbunden sein wollen, während der Fahrt ihre Nachrichten abhören und ihre mobilen Services nutzen. Solange diese Vernetzung funktioniere, spiele das Markenemblem des Fahrzeugs eine geringere Rolle als bislang. In China arbeitet Chery in einem Konsortium unter anderem mit dem heimischen Google-Wettbewerber Baidu zusammen. Dabei geht es zum Beispiel um die Integration von Gesichtserkennung in die Online Kommunikation. So könnten demnächst im Auto die ohnehin vorhandenen Kameras zur Müdigkeitserkennung genutzt werden, um während der Fahrt Bezahlvorgänge durch ein zustimmendes Nicken zu bestätigen. Auf diesem Weg lassen sich nicht nur Parkgebühren online zahlen. Auch können komplexe Bestellvorgänge in einem Onlineversandhaus abgewicket werdeln, ohne dass man dafür das Auto verlassen muss. Die Kommunikation erfolgt mittels künstlicher Intelligenz verbal, ablesen muss man nichts. In diesen Bereichen sieht man sich bei Chery durch die Fokussierung der Chinesen auf das Internet und die Onlinekommunikation im Vorteil. Überhaupt ist die Wahl des richtigen Partners für Jochen Tüting eine der größten Herausforderungen für einen Automobilhersteller. Aber zum einen habe man mit Baidu einen der chinesischen Internetgiganten mit im Boot. Zum anderen versuche man als relativ junges Unternehmen gar nicht erst, abseits der Kernkompetenz ‘Autos herstellen’ neue Technologien selbst zu entwickeln. Weil aber Vernetzung alleine noch kein durchschlagendes Argument für den Erwerb eines Fahrzeugs ist, setzt man bei den für Europa bestimmten Modellen zusätzlich auf die Elektrifizierung des Antriebs. Zum Start auf einigen noch nicht näher definierten Märkten will man vollelektrische SUV im Kleinwagen und im Kompakt Segment anbieten. Später dürften dann noch Plug-in-Hybride hinzukommen. Entsprechend werden wahrscheinlich zunächst Märkte ins Visier genommen, die bereits über eine alltagstaugliche Infrastruktur für E-Mobilität verfügen. Oder Märkte, die durch entsprechende Förderung strombetriebene Autos bevorzugen. +++

+++ Lange nahm man CITROEN auf dem deutschen Markt nicht richtig wahr. Doch das ändert sich gerade deutlich. Die Franzosen starten durch. ‘Feel good – be different’ (fühl Dich gut und sei anders): Mit diesem Werbeslogan scheint Citroen sein neues Marken Image recht gut getroffen zu haben. Die Modelle kommen gut an, ihr Design wurde umgekrempelt, das Interieur auf eine neue Art der Gemütlichkeit getrimmt und Komfort eben anders definiert als nur über eine weiche Federung. Kurz vor seinem 100-jährigen Firmenjubiläum (2019) hat Citroen seine Erneuerungsphase weitgehend abgeschlossen und legt gute Zahlen vor: Für die ersten 9 Monate in diesem Jahr meldet das Unternehmen beim europäischen Absatz einen Rekord von 591.100 Fahrzeugen (gleicher Zeitraum 2017: 561.400 Einheiten). Insgesamt waren es 2017 in Europa 785.700 Einheiten. 2018 dürfte dieses Absatzvolumen auf rund 850.000 steigen, weltweit werden es über 1,1 Millionen sein. Mit dem jüngst vorgestellten C5 Aircross schickt Citroen sein größtes und vorerst letztes SUV an den Start. Eine 7-sitzige Version des im Mittelklasse Segment positionierten Modells wird es nicht geben. Diese Transportaufgaben übernehmen Berlingo und Grand C4 SpaceTourer. Der Berlingo wurde gerade erneuert, Grand C4 und auch der etwas kürzere normale C4 SpaceTourer werden aller Voraussicht nach 2021 einen Nachfolger erhalten. Mit einem Portfolio ganz ohne Van kann sich Citroen zurzeit nicht anfreunden. Motto: Nicht alles muss durch SUVs ersetzt werden. Möglich wäre allerdings ein trendiges Hochformat im A0 Segment, unterhalb des C3 Aircross. Hier hat Citroen den Kleinwagen C1 im Angebot, ein Kooperationsmodell im Verbund mit Toyota und Peugeot. Der C1 nähert sich langsam dem Ende seines Lebenszyklus, könnte zirka 2021 in neuer Generation auf den Markt kommen. Ob es nach gleichem Muster mit Toyota weitergeht, ist nicht abschließend geklärt. Ein Modelltrio ließe sich ebenso mit Peugeot und der neuen Tochter Opel aufstellen. Aus Paris ist zu vernehmen, dass es sich beim nächsten C1 eher um ein City-CUV anstelle eines ‘normalen’ Kleinwagens handeln könnte. Bereits auf dem vergangenen Pariser Autosalon hatte Citroen angekündigt, noch Ende 2019 den C5 Aircross in einer Plug-in-Hybridversion zu bringen. Es wird im Hause das erste in dieser Art elektrifizierte Modell (Benziner-Basis) sein. Während jedoch der C5 Plug-in-Aircross in China Allradantrieb erhält, bleibt europäischen Kunden der zusätzliche Elektromotor an der Hinterachse vorenthalten. Grund: niedrigere Verbrauchswerte. Wer 4×4 benötigt, muss bei der Schwester DS anklopfen. Sie hat den auf gleicher Basis entwickelten Plug-in-Hybrid 7 Crossback im Programm. Im März wird Citroen auf dem Genfer Autosalon die Studie eines elektrisch angetriebenen Kompaktfahrzeugs vorstellen. Was jedoch nicht heißt, dass es sich um ein Auto handeln muss. Xavier Peugeot, Produktchef von Citroen, spricht nebulös von “New Mobility”. Mit einer neuen Generation von vollelektrischen Fahrzeugen (sie basieren auf der CMP-Architektur; Compact Modular Platform) geht es bei Citroen 2020 los. Das erste Modell wird sich größenmäßig in der Golf Klasse bewegen. Debüt: vermutlich im Herbst 2019. Dass man in Sachen batterieelektrisches Fahren recht spät dran ist, verneint Xavier Peugeot. “Es mag zwar einige Hersteller geben, die früher mit Elektroautos in diesem Segment auf dem Markt sind, aber die wirklichen Absatzvolumina kommen erst noch, und dann sind wir voll dabei”. Eine elektrische Variante wird es zudem erneut vom Berlingo geben. Handwerk, Lieferdienste und Gewerbe soll weiterhin die Einfahrt in eventuell für Diesel gesperrte Innenstädte ermöglicht werden. Die Messe in Shanghai im April 2019 will Citroen als Bühne für ein Oberklasse Modell (D-Segment) nutzen. Allerdings in Form einer erneuten Studie. Und es soll sich dabei, auch das predigt Citroen immer wieder, nicht um eine klassische Stufenhecklimousine handeln. Etwa 2021 könnte die Serienversion auf der Straße sein. Gut möglich, dass dafür der Name C6 wiederbelebt wird. +++

+++ Bislang ist es (wirtschaftlich) bewährte Praxis: insbesondere in Entwicklungsmärkten schickt Renault DACIA Modelle mit der eigenee Raute in den Verkauf. Geht es nach Chef-Designer Laurens van den Acker, ist damit bald Schluss: Er will das sogenannte Re-Branding stoppen. Wirtschaftlich dürfte das Verfahren in den vergangenen Jahren hoch lukrativ gewesen sein: Vor allem in Entwicklungsmärkten wie Russland, Indien, Südamerika und Mexiko bieten die Franzosen Dacia-Modelle wie Duster, Sandero Stepway, Logan oder Dokker unter dem Renault Logo an. Neben dem wirtschaftlichen Kalkül einer kostengünstigen Portfolioverbreiterung hatte das markenpolitisch durchaus Sinn. Schließlich handelte es sich bei Dacia um eine global wenig bekannte Marke, zudem war die Begehrlichkeit bei den Kunden nach der Westmarke Renault deutlich größer als nach einer Ostmarke wie Dacia. +++

+++ Die deutschen Autohersteller reagierten gelassen auf ein Urteil des EU Gerichts wonach die von der EU Kommission beschlossene ‘Lockerung’ der Stickoxid-Grenzwerte für Euro6 DIESEL nach der Einführung neuer Auto-Abgastests unzulässig ist. “Das Urteil kritisiert weder Messmethode der Abgasstraßenmessungen noch die konkrete Ausgestaltung der Grenzwerte. Das EU Gericht stellt lediglich fest, dass die Umrechnungsfaktoren für Labor- und Straßenwerte nicht allein von der EU-Kommission vorgegeben werden durften”, teilte der Herstellerverband VDA mit. Das Gericht habe schließlich gar nicht die Vorgaben an sich als rechtswidrig eingestuft, sondern nur den Weg ihrer Entstehung. Und wie sich das Urteil konkret auswirke, sei deswegen völlig offen. Nach Einschätzung von Umweltfachleuten könnte das Urteil das Ende von Euro6 Dieseln einläuten, wenn der Grenzwert von 80 mg künftig für Messungen auf der Straße gelte. Nicht nur die 3 Städte, die geklagt haben, sondern alle unter einer hohen Stickoxid Belastung leidenden Städte könnten dann im Zweifel auch Fahrverbote für neue Dieselautos verhängen, die offiziell zugelassen wurden. Paris, Madrid und Brüssel hatten in den vergangenen Jahren ohnehin schon die Regeln für ihre Umweltzonen verschärft. Paris verfolgt den Plan, ab 2024 gar keine Dieselautos mehr in die Stadt zu lassen. Der ADAC hingegen geht nicht davon aus, dass es sich auf die Rechtslage in Deutschland auswirkt, warnt aber schon mal: “Die Verbraucher müssen sich absolut darauf verlassen können, dass bereits gekaufte oder aktuell im Handel angebotene Euro6 Fahrzeuge allen gesetzlichen Vorgaben entsprechen”, teilte der Automobilclub mit. Die Bundesregierung will Euro6 Diesel generell von Fahrverboten ausnehmen. Es ist aber noch nicht sicher, ob das mit dem EU Recht vereinbar ist. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) geht davon aus, dass die Gerichtsentscheidung weitreichende Folgen für zukünftige Gerichtsurteile haben dürfte “über Musterklagen bis hin zu Klagen um Neuzulassungen und Verkaufsverbote”. Die Autohersteller selbst halten sich bedeckt. BMW verwies aber darauf dass der Urteilsspruch nicht zwangsläufig zur Verbannung ihrer neuesten Modelle aus den Innenstädten führen müsse. Im Gegenteil: BMW beispielsweise liegt mit seinen Selbstzündern deutlich unter dem geforderten Grenzwert von 80 mg. Ein Sprecher des Münchner Autoherstellers verwies auf einen Abgastest des ADAC. Danach schnitt der aktuelle 520d Touring bei den Messungen der Stickoxid-Werte mit weniger als 16 mg in der Stadt und weniger als 10 mg bei Überlandfahrten und auf der Autobahn “herausragend ab”. BMW betreibt nach eigenen Angaben bei der neuen 5er-Reihe einen sehr hohen Aufwand bei der Diesel Abgasnachbehandlung und setzt auf eine Kombination aus NOx-Speicherkatalysator plus SCR-System mit Harnstoffeinspritzung (Ad Blue). +++

+++ Bislang wurde die ELEKTRO autoprämie 87.884 mal beantragt. Damit ist der große Run auf die Kaufprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybrid Modelle ausgeblieben. Das ist die nüchterne Bilanz nach 29 Monaten Elektroautoförderung. Die Branche rechnet auch für das Jahr 2019 nicht mehr im einem echten Boom bei Elektroautos. Als Gründe für die Zurückhaltung der Kunden werden zu hohe Kosten, eine unzureichende Ladestruktur und zu geringe Reichweiten genannt. Für reine Elektroautos, die mit €4.000 gefördert werden, wurden nach 28 Monaten 55.368 Anträge gestellt. Auf Plug-in-Hybrid-Modelle, für die es €3.000 Prämie gibt, entfallen 32.488 Anträge. Für die besonders exotischen Modelle mit Brennstoffzellenantrieb sind bei der Behörde bislang nur 28 Anträge. Der top10 ist: 1) Renault Zoe – 9.741, 2) BMW i3/i3s – 7.651, 3) Smart Fortwo Electric Drive (auch Cabrio) – 6.968, 4) Streetscooter Work – 6.864, 5) Volkswagen e-Golf – 6.395, 6) Audi A3 e-Tron – 6.198, 7) BMW 225xe – 5.236, 8) Mitsubishi Outlander PHEV – 4.088, 9) Hyundai Ioniq – 3.550, 10) Smart Forfour Electric Drive. +++

+++ Ein Industriekonsortium unter Beteiligung von Siemens, Porsche und BMW hat eine neue Schnellladetechnik für Elektroautos mit einer Ladeleistung von bis zu 450 kW entwickelt. Einmal ‘volltanken’ soll damit maximal eine Viertelstunde dauern. Das Projekt FASTCHARGE entwickelt seit 2016 eine neue Ladetechnik, um Elektroautos in maximal 15 Minuten aufladen zu können. In dem Projekt haben sich unter Führung der BMW Group 4 weitere deutsche Unternehmen (Allego, Phoenix Contact E-Mobility, Porsche und Siemens) zusammengeschlossen. Jetzt konnte das Konsortium mit einer ersten öffentlichen Ladestation in Jettingen-Scheppach Vollzug melden. 2 Elektroauto-Prototypen demonstrierten dabei, wie binnen 3 Minuten ausreichend Energie für 100 km nachgeladen werden konnte und ein sogenannter SOC (State of Charge) Ladevorgang, bei dem die Traktionsbatterie von 10 auf 80 % nachgeladen wird, in unter 15 Minuten realisiert wird. Für so schnelle Ladezeiten ist allerdings eine gewaltige Ladeleistung notwendig: Mit maximal 450 kW kann an der Station nachgeladen werden. Zum Vergleich: Die ersten Tesla Supercharger erreichten 90 kW, die neuesten 145 kW Leistung. Um eine so hohe Ladeleistung zu erreichen, muss die Ladespannung extrem erhöht werden, sie liegt beim Projekt FastCharge bei bis zu 920 Volt. Neben der Erforschung dieser Technik auf Seiten der Ladesäule wurde in dem Projekt auch die fahrzeugseitige Technik entwickelt, die nötig ist, um mit so hohen Ladeströmen arbeiten zu können. Aktuelle E-Autos sind nicht in der Lage, mit so hoher Leistung geladen zu werden. Unter anderem musste eine neue Software für die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladesäule entwickelt werden. Diese ermöglicht die genaue Vorkonditionierung der Speichertemperatur bei Ladestart, Temperaturmanagement während des Ladevorgangs und ein perfekt abgestimmtes Profil der Ladeleistung über Zeit. Der Ladevorgang erfolgt über ein neuartiges fahrzeugseitiges Mehrspannungsnetz mit Hochvolt DC/DC Wandler, indem die geforderte 800V Eingangsspannung der Ladesäule auf die niedrigere 400V Systemspannung des BMW i3 Forschungsfahrzeugs transformiert wird. Auch die Hardware seitens der Ladestation ist reine Hightech. Um für so hohe Ströme ein dennoch flexibles (‘dünnes’) Ladekabel verwenden zu können, kommen gekühlte HPC Ladekabel (High Power Charging) von Phoenix Contact zum Einsatz. Als Kühlflüssigkeit wird ein Wasser/Glykol Gemisch verwendet, wodurch der Kühlkreislauf halboffen gestaltet werden kann. Dadurch ist die Wartung im Gegensatz zu hermetisch geschlossenen Systemen, die mit Öl arbeiten, vergleichbar einfach, z. B. wenn Kühlflüssigkeit nachgefüllt wird. Die jetzt eingeweihte Ladestation an der Autobahn A8 bei Jettingen Scheppach ist ab sofort in Betrieb. Sie ist mit dem CCS Typ 2 System kompatibel und kann entsprechend von allen hierfür geeigneten Elektrofahrzeugen genutzt werden. Dabei muss niemand befürchten, dass sein Antriebs Akku von der 450 kW Station ‘gegrillt’ wird: Durch die entsprechenden Ladeprotokolle passt sich die Station an die verfügbare Ladetechnik des Fahrzeugs an. Für den Anschluss an das öffentliche Stromnetz in Jettingen-Scheppach wurde im Projekt ein Ladecontainer mit 2 Ladeanschlüssen realisiert: Ein Anschluss hat eine bisher einmalige Ladeleistung von max. 450 kW, der Zweite gibt bis zu 175 kW ab. Das Nachladen an der neuen Station ist bis auf weiteres kostenlos. +++

+++ Die französische Regierung will nach Informationen von Insidern Renault Chef Carlos GHOSN an der Spitze des Autobauers ersetzen. Es würden bereits Kandidaten für den Posten unter die Lupe genommen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Regierung stelle eine Liste mit möglichen Nachfolgern für Ghosn zusammen, der in Japan in Untersuchungshaft sitzt. Die Staatsanwaltschaft in Tokio wirft dem Gründer und langjährigen Chef der Unternehmensallianz von Renault, Nissan und Mitsubishi vor, die Höhe seiner Bezahlung von Nissan jahrelang verschleiert zu haben. Der Verwaltungsrat von Renault hatte zuvor auf seiner Sitzung entschieden, dass Ghosn Vorstandschef bleibt und an der Firmenspitze weiterhin vertreten wird. Einige Mitglieder hätten jedoch ihre Ungeduld mit der Personalie zum Ausdruck gebracht, verlautete weiter aus den Kreisen. Zu den möglichen Anwärtern auf den Posten solle auch Toyota Manager Didier Leroy gehören. Renault, das französische Finanzministerium und Leroy wollten sich dazu nicht äußern. Die französische Regierung ist mit 15 % an Renault beteiligt. Der frühere Verwaltungsratschef von Nissan muss laut Gerichtsbeschluss mindestens bis zum 20. Dezember in Untersuchungshaft bleiben. Ein Termin für einen Prozess wurde wie in Japan üblich noch nicht festgesetzt. Die Staatsanwaltschaft kann weitere Anschuldigungen erheben, um die Untersuchungshaft weiter zu verlängern. +++

+++ Nach mehrfachen Terminverschiebungen ist es jetzt so weit: GREAT WALL startet im März 2019 die Serienfertigung im neuen Werk in Tula (Russland). Das Werk spielt eine Schlüsselrolle für die Europa-Strategie des chinesischen Herstellers. Es war eine zähe Geburt im Schatten der Wirtschaftskrise in Russland: bereits 2015 hat Great Wall, einer mit Blick auf die Globalisierung ambitioniertesten chinesischen Autobauer, mit dem Bau eines neuen Werks in Russland begonnen. Laut den ursprünglichen Planungen sollten in der Autofabrik in der Nähe von Tula bereits ab 2017 Autos von den Bändern rollen. Daraus wurde nichts. Aufgrund der Russland Krise wurden zwischenzeitlich nicht nur die Werkspläne auf Eis gelegt, der Autobauer, der bereits seit einigen Jahren lokal zusammengeschraubte Haval Modelle in Russland anbietet, zog sich für über ein Jahr komplett aus dem Markt zurück. Umso kraftvoller will man nun am wiedererstarkten russischen Markt zurück kehren. Wie der Autobauer bei einem Händlertreffen in der Great Wall Zentrale in Baoding ankündigte, soll der Serienanlauf in der inzwischen fertig gestellten Produktionsstätte im März 2019 erfolgen. Als erstes Modell wird der Haval F7 produziert, ein SUV Coupé, das vor einigen Monaten auf der Autoshow in Moskau gezeigt wurde. Betont worden sei bei dem Händlertreffen, dass das Werk eine zentrale Rolle als Produktions-Hub für die Expansionspläne in Europa spiele. Great Wall hat in das Werk umgerechnet rund $500 Millionen investiert, die Produktionskapazität liegt bei 150.000 Einheiten jährlich. IHS Markit hält es für wahrscheinlich, dass der China-OEM angesichts der guten Wachstumsperspektiven für SUVs die Produktion schnell um die Haval Modelle H2, H6 und H9 erweitern wird und dass aus Russland auch andere europäische Märkte versorgt werden. Gleichwohl rechnen die Marktexperten im ersten Produktionsjahr 2019 nicht mit einer Stückzahl von mehr als 10.000 Einheiten. +++

+++ Volkswagen pumpt Milliarden in den Umbau des Konzerns Richtung Elektromobilität, als erstes rein elektrisches Volumenmodell kommt im Jahr 2020 der ID in den Verkauf. Das Prebooking-Verfahren für den Stromer startet “nach jetzigem Stand” im ersten Halbjahr 2019″, wie eine Sprecherin bestätigt. Tesla hat es mit dem Model 3 vorexerziert und mit dem Pre-Booking-Verfahren, also einer Vorbestellungsmöglichkeit inklusive Anzahlung weit im Vorfeld des Produktionsstarts, einen regelrechten Hype ausgelöst. An dessen Ende standen über 400.000 Vorbestellungen. Nun setzt auch Volkswagen beim elektrischen ID erstmals bei der Einführung eines Volumenmodells auf dieses Instrument. Im Gegensatz zu Tesla, wo die $1.500 pro Vorbestellung wichtiger Finanzierungsbaustein waren, dürfte bei den Wolfsburgern im Vordergrund stehen, einen wichtigen Orientierungspunkt zur Nachfrage für den ID zu erhalten. Wie eine Sprecherin bestätigte, werde das Pre-Booking für den ID im ersten Halbjahr starten, also mehr oder weniger ein Jahr, bevor die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden. Über die Höhe der Anzahlung schweigt sich VW noch aus. Der Wolfsburger Konzern steht am Anfang einer wuchtigen Transformationsphase. Von 2019 bis 2023 will alleine die Marke Volkswagen insgesamt mehr als €11 Milliarden in E-Mobilität, Digitalisierung, autonomes Fahren und Mobilitätsdienste investieren. Über €9 Milliarden Euro davon fließen in die Elektrifizierungsoffensive. Innerhalb dieser Offensive kommt dem ID hohe Bedeutung zu: “Mit dem ID wird unser Aufbruch in das Zeitalter der Elektromobilität und die Vernetzung unserer Marke auch für unsere Kunden greifbar. Er wird als erstes vollvernetztes und vollelektrisches Fahrzeug für ‘New Volkswagen’ stehen”, hob jetzt vor einigen Tagen Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann hervor. Noch eine Nummer höher griff Thomas Ulbrich, Vorstand E-Mobility Volkswagen: “Das erste Fahrzeug der ID-Reihe wird eine Ikone, so wie es seinerzeit Käfer und Golf in ihrer Generation gewesen sind”. Damit der ID in die Rolle des Volks-Stromers schlüpfen kann, soll er sich preislich auf dem Niveau eines vergleichbar ausgestatteten Golf Diesel bewegen. Konkrete Angaben hat der Autobauer bislang nicht gemacht, anzunehmen ist aber, dass der Einstiegspreis bei unter €30.000 liegen dürfte. Gebaut wird der ID im sächsischen Zwickau, wo mit Hochdruck der Umbau zum ersten Werk für reine Elektroautos vorbereitet wird. Die Serienfertigung des ID soll im November 2019 startet, bereits kurz darauf soll der kompakte Elektrowagen in den Verkauf kommen. +++

+++ Im Skandal um MANIPULIERTER Dieselautos kommt auf Volkswagen eine neue Klageflut zu. Der Rechtsdienstleister MyRight geht für mehr als 18.700 weitere Besitzer manipulierter Autos gegen den Konzern vor Gericht. Die Klage sol gegen VW vor dem Landgericht Braunschweig eingereicht werden. Damit setzt die Rechtsplattform der Hamburger Firma Financialright, die Ansprüche von Dieselbesitzern sammelt und damit gegen VW vor Gericht zieht, ihrer ersten Klage eins oben drauf. Ende 2017 hatten bereits rund 15.000 Autobesitzer über MyRight die Rückzahlung des Kaufpreises ihres manipulierten VW Diesels gefordert. Zusammen mit der jetzigen Klage geht es für das Wolfsburger Unternehmen nun um rund €1 Milliarde, Zinsen eingerechnet. Bislang habe noch kein Gericht ein Urteil zugunsten von MyRight gesprochen, kommentierte ein VW-Sprecher die neue Klage. Jüngste Urteile kommen MyRight im Streit mit VW zupass. So hatte das Landgericht Augsburg zwischenzeitlich entschieden, dass bereits von den Autobesitzern gefahrene Kilometer auf den zurückzuzahlenden Kaufpreis nicht angerechnet werden müssten. Das stützt die Argumentation mehrerer Anwälte, die rechtlich in Einzelklagen oder wie MyRight mit gesammelten Ansprüchen gegen den Autokonzern vorgehen. “Aus unserer Sicht wurde die Rechtsposition der Verbraucher gestärkt”, sagte MyRight Mitgründer Jan-Eike Andresen auf Anfrage. In der neuen Klage wird VW vorgeworfen, dass aufgrund der Manipulationen an den Dieselmotoren und der real höheren als vom Konzern angegeben Abgaswerte die EU Betriebserlaubnis erloschen sei. Es gebe daher “einen relevanten Nutzwert von 0 Euro”, heißt es in der 126 Seiten starken Klageschrift. MyRight verlangt von VW den Neuwert der Fahrzeuge in Höhe von €412 Millionen, plus Zinsen. EU-Kommission und Kraftfahrt Bundesamt haben angedroht, dass manipulierte Dieselautos stillgelegt würden, wenn die Halter das Softwareupdate verweigern. Das liefert allen Klagenden neue Munition, ebenso wie die steigende Zahl von Fahrverboten in Innenstädten. Weitere Argumente in der neuen Klage von MyRight sind die Untersuchungshaft von Audi Chef Rupert Stadler sowie das Bußgeld von €1 Milliarde, das die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen VW verhängt hat. Die hohe Zahl neuer Klagender zeigt auch, dass das Interesse an den Strafzahlungen weiter steigt. Die jetzt von MyRight eingereichte Klage umfasst alle Dieselbesitzer, die nur in diesem Jahr ihre Ansprüche an den Dienstleister abgetreten haben. Zugleich hat die Firma neue Konkurrenz bekommen: Verbrauchern steht neuerdings eine Musterfeststellungklage über den Verbraucherzentrale Bundesverband offen, die vom ADAC unterstützt wird. Dort wollen die Kläger feststellen lassen, dass VW den Dieselbesitzern Unrecht angetan hat. Kommen sie damit durch, muss jedoch jeder Kläger für sich den jeweiligen Schadensersatz erstreiten. Offenbar sind ein Fünftel der Dieselgeschädigten, die MyRight in seiner neuen Klage vertritt, Selbstständige oder kleinere Unternehmen; sie können die auf Verbraucher ausgerichtete neue Klageform der Musterfeststellungsklage nicht nutzen. Sollte die Klage Erfolg haben, kann MyRight rund 30 % Provision einstreichen. Diese recht neue Form der rechtlichen Auseinandersetzung, die Klägern ohne Rechtschutzversicherung den Gang vor Gericht erleichtert, steht unter Beschuss. Vor allem VW kritisiert, dass die Abtretung von Ansprüchen rechtlich nicht statthaft sei. Für die erste Klage streitet MyRight deshalb sogar noch mit dem Braunschweiger Gericht. Die Firma hatte einen Befangenheitsantrag gegen die Braunschweiger Richterin gestellt, da sie kritische Fragen zur Finanzierung des Rechtsdienstleisters gestellt hatte. Sie hatte erklärt, dass infrage gestellt werden könnte, wie wirksam die VW Besitzer ihre Forderungen abgetreten hätten. Dies hätte VW ungerechtfertigt Munition gegeben, so die Kritik von MyRight. Noch ist dieser Aspekt des Streits nicht entschieden. +++

+++ MERCEDES konnte im November seine Auslieferungen um 1,5 % steigern. Der Zuwachs fiel gegenüber dem Vorjahresmonat allerdings nicht so deutlich aus wie im Oktober. Etwa 198.545 Autos der Stammmarke Mercedes-Benz wurden verkauft. Smart lag mit knapp 11.000 Fahrzeugen allerdings 6,2 % unter dem Vorjahresmonat. Insgesamt hielt sich Daimlers Pkw Absatz damit in den ersten 11 Monaten des Jahres mit einem minimalen Zuwachs von 0,1 % auf 2,2 Millionen Autos etwa auf Vorjahresniveau. Damit liegt man im Plan. Daimlers Pkw-Sparte rechnet für das gesamte Jahr mit einem Absatz in der Größenordnung des Vorjahres. Denn in den vergangenen Monaten hatten Verzögerungen bei der Zertifizierung nach dem neuen Abgastestverfahren, Modellwechsel und Auslieferungsstopps von Diesel-Fahrzeugen dafür gesorgt, dass Daimler die Nachfrage nicht bedienen konnte. Die Auslieferungsstopps sorgten nicht mehr für Probleme, hieß es nun. Allerdings gebe es nach wie vor Einschränkungen in der Verfügbarkeit von Fahrzeugen in einigen internationalen Märkten. In Deutschland und Europa, aber auch in Nordamerika liegen die Absatzzahlen von Mercedes-Benz trotz der Zuwächse im Oktober und November auf Jahressicht unter dem Niveau von 2017. Wett gemacht wird das durch ein deutliches Plus in Daimlers größtem Absatzmarkt China, wo der Autobauer im November die Marke von 600 000 verkauften Fahrzeugen knackte. +++

+++ Zahlreiche Beschäftigte des Autobauers OPEL haben am Stammsitz Rüsselsheim gegen Verkaufspläne des Managements protestiert. Die Arbeitnehmer wenden sich insbesondere gegen den im November vereinbarten Verkauf von Teilen des Internationalen Technischen Entwicklungszentrums (ITEZ) an den Dienstleister Segula. Etwa 2.000 Ingenieure sollen bis zum nächsten Sommer den Arbeitgeber wechseln, weil Opel das Zentrum mit zuletzt rund 7.000 Beschäftigten nach eigenen Angaben nicht mehr auslasten kann. Der Deutschland Chef von Segula, Martin Lange, hat sich im Gespräch zuversichtlich gezeigt, den bis zu 2.000 Entwicklern eine gute Zukunft bieten zu können. Segula habe keine Probleme, die bei Opel erst im Sommer ausgehandelte Beschäftigungssicherung bis Juli 2023 zu übernehmen. Er habe der IG Metall Tarifgespräche dazu angeboten. Wie zu hören ist, gibt es bisher solche Verhandlungen aber nicht. Die Demonstranten trugen Transparente mit Aufschriften wie “Keine Zukunft ohne Mitbestimmung” oder “Einstellungen jetzt”. Jüngere Mitarbeiter verlangten: “Es geht um unsere Übernahme. Zukunft: Unbefristet”. Der Autohersteller war im Sommer 2017 von der französischen PSA übernommen worden, die inzwischen viele Teile der neuen Opel Modelle zuliefert. Zudem laufen die Entwicklungsaufträge der früheren Konzernmutter General Motors aus Amerika aus. Die IG Metall verlangt Schutzmechanismen für diejenigen Arbeitnehmer, die zu Segula wechseln. Bislang sei keine der Forderungen umgesetzt, hieß es in einem Aufruf zu der Versammlung. Auch fehle eine konkrete Umsetzung der versprochenen Investitionen etwa für ein zweites Modell in Rüsselsheim. Ein Unternehmenssprecher erinnerte an die Zusagen, sämtliche Werke zu behalten und dort zu investieren. Auch sei der Teilverkauf an Segula die beste Lösung, um die nicht mehr ausgelasteten Arbeitsplätze zu erhalten. Darüber sei man weiterhin im Dialog mit den Sozialpartnern, es seien aber noch nicht alle Fragen geklärt. +++

+++ RENAULT hat an der Bezahlung seines in Untersuchungshaft in Japan sitzenden Chefs Carlos Ghosn anders als das Partnerunternehmen Nissan rechtlich nichts zu beanstanden. Nach einer vorläufigen Schlussfolgerung habe die Vergütung des Automanagers den einschlägigen Gesetzen und Standards entsprochen, teilte Renault mit. Die Rechtsabteilung des Unternehmens werde die Vorwürfe von Nissan gegen Ghosn aber weiter untersuchen. Der Verwaltungsrat von Renault entschied, dass Ghosn Vorstandschef bleibt und an der Firmenspitze weiterhin vertreten wird. Die Staatsanwaltschaft in Tokio wirft dem Gründer und langjährigen Chef der Unternehmensallianz von Renault, Nissan und Mitsubishi vor, die Höhe seiner Bezahlung von Nissan jahrelang verschleiert zu haben. Die am 19. November gegen ihn verhängte Untersuchungshaft verlängerte das Gericht in dieser Woche nach neuen Vorwürfen bei der Anklageerhebung. Ein Antrag seines Anwalts gegen die verlängerte U-Haft war gescheitert. Renaults Partnerunternehmen Nissan, das den Finanzskandal um Ghosn enthüllt hatte, verfolgt unterdessen die vermutete Veruntreuung von Firmengeldern rechtlich weiter. Der Autobauer verklagte Ghosns Schwester in Brasilien wegen unrechtmäßiger Bereicherung. Details der Klage waren zunächst nicht bekannt. Doch nach früheren Berichten der japanischen Tageszeitung Yomuri bewohnt die Schwester des in Brasilien geborenen Ghosn eine Dienstwohnung in Rio de Janeiro, die Nissan 2011 für den Autoboss gekauft hatte. Ghosn habe Nissan 2002 angewiesen, seiner Schwester im Jahr 100.000 Dollar für Beratertätigkeiten zu zahlen, die diese aber nicht erbracht habe. Ein Vertreter der Familie Ghosn war nicht unmittelbar zu einer Stellungnahme zu erreichen. Über das Apartment mit Strandlage an der Copacabana streiten Nissan und die Ghosns bereits vor Gericht. Das Unternehmen will der Familie den Zutritt untersagen lassen, damit keine Beweise für mögliche Gesetzesverstöße beiseite geschafft werden. Ghosn hingegen fordert, sein persönliches Eigentum an Bargeld, Dokumenten und Kunstobjekten herausholen zu können. Wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht sind in der mit Designermöbeln ausgestatteten Wohnung drei Safes, die Nissan noch nicht öffnen konnte. Ghosns Anwalt in Brasilien, Jose Roberto de Castro Neves, erklärte er wisse nichts über die Safes und es sei auch absurd, hier Beweise zu vermuten. +++

+++ SEAT hat sich vor dem Weihnachtsfest die schönsten Geschenke selbst gemacht. Einen Monat vor Jahresende 2018 vermeldet die spanische VW Tochter weltweit ein Absatzplus von 13 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mit einem Volumen von insgesamt 492.300 ausgelieferten Fahrzeugen in den vergangenen 11 Monaten hat der Hersteller schon frühzeitig das Gesamtergebnis von 2017 übertroffen (468.400). Die Marke feiert damit das beste Ergebnis, das jemals für den Zeitraum von Januar bis November erzielt werden konnte. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 2000, als in den ersten elf Monaten 473.200 Einheiten ausgeliefert wurden. “Dass wir einen Monat vor Jahresende den Gesamtabsatz von 2017 übertreffen, ist ein großer Erfolg”, sagt Wayne Griffiths, bei Seat Vorstand für Vertrieb und Marketing. “Wir sind kurz davor, 2018 als Ausnahmejahr abzuschließen und das beste Absatzergebnis in der Geschichte von Seat zu erzielen”. +++

+++ Die Kernmarke VOLKSWAGEN Pkw büßte auch im November beim Absatz ein. Die weltweiten Auslieferungen wurde von der Schwäche des chinesischen Marktes belastet. Im vergangenen Monat lieferte Volkswagen weltweit 564.500 Fahrzeuge aus und damit 5 % weniger als ein Jahr zuvor. Vor allem der chinesische Markt belastete mit einem Minus von 8 % die Verkäufe. Der Automarkt in dem Land habe infolge des Handelsstreits zwischen den USA und China mit der Zurückhaltung der Autokäufer zu kämpfen, hieß es. Allerdings gewinne VW Marktanteile. China ist der wichtigste Einzelmarkt von VW. In Deutschland gab es knapp 5 % weniger Auslieferungen, in Gesamteuropa gab dagegen sogar ein kleines Plus. Mittlerweile komme VW bei der Umstellung auf den neuen EU Abgas & Verbrauchsstandard WLTP gut voran. Weil der Autobauer bei der Zertifizierung seiner Modelle nach dem neuen Verfahren nicht hinterherkam, waren die Verkaufszahlen in den vergangenen Monaten eingebrochen. Nach 11 Monaten liegt Volkswagen bei einem Auslieferungsplus von 1,2 % auf 5,7 Millionen Autos. “Uns fehlen noch 530.000 Auslieferungen, um das Rekordergebnis des letzten Jahres einzustellen”, sagte Marken Vertriebschef Jürgen Stackmann. “Nach meiner aktuellen Einschätzung könnten wir das schaffen, vielleicht liegen wir sogar leicht darüber”. Volkswagen will seine Kernmarke VW schneller profitabler machen als bislang bekannt. “Wir sind zuversichtlich, dass wir unser Ziel einer operativen Rendite von mindestens 6 % bereits im Jahr 2022 erreichen, 3 Jahre früher als geplant”, sagte der Finanzvorstand der Marke, Arno Antlitz. Erreicht werden soll dies etwa durch die geplante Steigerung der Produktivität in den Werken um durchschnittlich 30 %. Zudem kündigte Volkswagen an, dass die Marke in Europa im kommenden Modelljahr 25 % der Motorgetriebevarianten streichen will. Betroffen seien die von den Kunden weniger nachgefragten Modelle. “Wir müssen unser Transformationstempo erhöhen: effizienter und agiler werden”, sagte Ralf Brandstätter, der als Chief Operating Officer das Tagesgeschäft der Marke leitet. +++

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