Tagesschau

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+++ BMW wird mit Einführung der fünften Generation Elektrofahrzeuge ab 2020/21 kein Kobalt mehr aus der Demokratischen Republik Kongo beziehen. Das bestätigte Andreas Wendt, Einkaufsvorstand des Premiumherstellers im Interview. Der Kobalt Einkauf gilt derzeit als Hochrisiko Faktor im Zusammenhang mit dem Wandel zur Elektromobilität. Das hat mehrere Gründe. So konzentriert sich 60 % des weltweit explorierten Vorkommens auf die Demokratische Republik Kongo. Ist es aus betriebswirtschaftlicher Sicht per se heikel, wenn ein bedeutender Rohstoff weitgehend aus einer Weltregion gewonnen wird, so kommt in diesem Fall hinzu, dass die DR Kongo als politisch hoch instabil gilt und die politische Führung als korrupt. Zudem wird Kobalt unter teils menschenunwürdigen Bedingungen gewonnen. Zwar mühen sich alle Hersteller mit entsprechenden Regelungen in ihrem Einkauf die Lieferkette sauber zu halten, ein Restrisiko bleibt aber. Daraus zieht BMW die Konsequenzen. Einkaufsvorstand Andreas Wendt im Interview bestätigte: “Mit dem Start der fünften Generation unserer Elektrofahrzeuge ab dem Jahr 2020/21 werden wir Kobalt nicht mehr aus dem Kongo beziehen”. Woher der Autobauer den für die Lithium/Ionen Batterie (noch) elementar wichtigen Rohstoff ab 2020/21 beziehen wird, sagte Wendt nicht. Offenbar setzt man bei BMW darauf, dass durch Nachfrageschub aus der Autoindustrie neue Minenprojekte realisiert werden. Hohe Kobaltvorkommen werden in Australien und in Südamerika vermutet. Einen Ressourcenmangel erwartet der BMW Einkaufschef und verweist auf noch nicht explorierte Vorkommen und darauf, dass durch die technische Weiterentwicklung der Kobalt-Bedarf für E-Batterien weiter sinken werde. Ganz aus dem Kongo verabschieden wird sich BMW aber nicht. Mit BASF, Samsung SDI, Samsung Electronic und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit beteiligt sich BMW an einem auf 3 Jahre angelegten Projekt zur Förderung einer Kleinstmine. +++

+++ In der CHEVROLET Corvette Geschichte bahnt sich der größte Einschnitt seit über 65 Jahren an: die nächste Generation C8 kommt als Mittelmotorsportler. Patentamtsanmeldungen lassen vermuten: er wird Zora heißen. Reservieren kann man sie bereits. Der Start verzögert sich aber weiter. Auf Detroit Motor Show 2019 war von der neuen Corvette nichts zu sehen. Die neue Mittelmotor Generation leidet noch an massiven Problemen. Unter anderem gebe es Schwierigkeiten mit der elektrischen Anlage, hier werde noch weitere Entwicklungszeit benötigt. Die Berichte sprechen von rund 6 weiteren Monaten. Um welche Teile der elektrischen Anlage es sich handelt ist leider nicht bekannt. Nachgearbeitet werden muss offenbar auch das Aluminiumchassis. Das scheint den Kräften der Top Motoren mit rund 900 PS nicht gewachsen zu sein. Bei massivem Leistungseinsatz soll sich das Alugebilde soweit verformt haben, das es zu Rissen in der Heckscheibe kam. Auch hier müssen die Entwickler nochmal ran. Obwohl nicht klar ist, wann die C8 kommen wird, können sich echte Fans bereits jetzt für den neuen Sportwagen in einer Reservierungsliste eintragen lassen. Das Angebot kommt von Kerbeck Corvette in Atlantic City, dem größten Corvette Händler der Welt. Ein Platz auf der Liste gibt es für $1.000 Anzahlung. Sobald die Preisgestaltung für die C8 bekanntgegeben wird, können Kunden entscheiden, ihre Reservierung in einen Kauf umzumünzen oder davon zurückzutreten. Dann gibt es auch die $1.000 zurück. Wer bestellen will, muss mindestens 5 % vom Kaufpreis anzahlen; ein Rücktritt ist dann jedoch nicht mehr möglich. +++

+++ FARADAY FUTURE hat mit dem in China ansässigen Internet Unternehmen The9 einen Joint Venture Vertrag unterzeichnet, der die Herstellung, Vermarktung und den Vertrieb von Elektrofahrzeugen beinhaltet. Es wird erwartet dass das 50:50 Joint Venture die vorhandene Geschäftserfahrung von The9 für die Marketingimplementierung des ersten gemeinsamen Modells V9 nutzt. The9 wird darüber hinaus $600 Millionen in das neue Unternehmen investieren. “Als in Kalifornien ansässige Marke für ultra-luxuriöse, intelligente Mobilität verfügt FF über Hunderte proprietärer Patente sowie über 1.000 Industriepatente, die derzeit in China und den USA in Bearbeitung sind”, so YT Jia, Gründer und CEO von Faraday Future, “wir sind verpflichtet, ein Teil der Zukunft des wachsenden chinesischen Elektromobilitätsmarktes zu sein: Durch die Gründung des Joint Ventures können wir unsere Dual-Home Markt und Zwei-Marken Strategie umsetzen und unser strategisches Ziel erreichen, unsere neue Luxus EV Marke einzuführen in China”. Das neue Unternehmen erwartet eine jährliche Produktionskapazität von 300.000 Fahrzeugen, wobei die Produktion im kommenden Jahr beginnen soll. Das V9 Modell soll nach den Technologie und Designkonzepten des FF91 entwickelt werden. +++

+++ Angesichts des angekündigten Arbeitsplatzabbaus beim FORD in Saarlouis hat die IG Metall vom Management ein klares Zukunftsbekenntnis zur Produktionsstätte im Saarland gefordert. “Wir wollen eine langfristige Sicherung des Standorts mit Investitionszusagen”, sagte der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen, Lars Desgranges, anlässlich einer Betriebsversammlung bei Ford in Saarlouis. Im Raum steht der Abbau von rund 1.600 Arbeitsplätzen, weil aufgrund der geplanten Einstellung des C-Max die dritte Schicht (Nacht) wegfallen soll. Nach Angaben von Desgranges gibt es eine Betriebsvereinbarung, dass der C-Max noch im gesamten Jahr 2019 in Saarlouis gebaut werden soll. Ford wolle nun schon im Sommer die Produktion des Modells einstellen und daher früher aus der Vereinbarung aussteigen. Am Ende dieser Woche solle es eine Aufsichtsratssitzung geben, wo auch über den C-Max entschieden werden solle. “Und da sagen wir: Wenn wir tatsächlich den C-Max abgeben müssen, um eine Perspektive zu entwickeln für dieses Werk, dann wollen wir diese Perspektive auch in einer Betriebsvereinbarung verabredet haben”. Die Geschäftsführung sicherte laut Desgranges für den Fall des Ausstiegs aus der C-Max Produktion eine solche Vereinbarung zu: Der geplante Facelift des Focus wohl in 2022 solle in Saarlouis “platziert” werden. “Damit wäre eine Investition von 200 Millionen Euro verbunden, und das würde den Standort zumindest mal bis ins Jahr 2024 sichern”, sagte er. “Es ist in einer schlechten Wetterlage zumindest mal ein Regenschirm für die nächsten Jahre”. Dann müsse man sehen, wie der Standort nach 2025 langfristig gesichert werden könne. Von Erfolg wollte er nicht sprechen: “Am Ende verlieren ja jede Menge Menschen ihren Job”. Er ging davon aus, dass vom Produktionsstopp des C-Max weitere knapp 700 Arbeitsplätze in Zulieferbetrieben direkt betroffen sein werden. Ford hatte Mitte März angekündigt, im Rahmen eines Sanierungskonzeptes rund 5.000 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen zu wollen. 2018 hatte der Autobauer in Europa einen operativen Verlust von rund $400 Millionen eingefahren. Zudem sank die Zahl der Ford Fahrzeuge, die in Europa in den Handel kamen, um rund 3 % auf 1,533 Millionen. Bundesweit hat Ford etwa 24.000 Mitarbeiter: gut 6.000 in Saarlouis, knapp 18.000 in Köln und 200 in Aachen. Ford-Sprecherin Beate Falk sagte in Köln zum Ende der C-Max Produktion: “Wir haben da noch keine Entscheidung”. Fakt sei, dass man Ende 2018 angekündigt habe, dass die Geschäftsführung “in Konsultationsgespräche” mit dem Betriebsrat “zum Auslaufen des Modells C-Max” eintreten werde. Richtig sei, dass bei einem Aus des C-Max die Nachtschicht wegfiele und somit rund 1.600 Stellen. Ende 2018 seien bereits rund 400 Leiharbeiter ausgeschieden. Ende Juni 2019 sollten gegebenenfalls weitere 500 Leiharbeiter folgen. Von der Stammbelegschaft würden dann noch gut 600 Ford-Mitarbeiter betroffen sein, sagte sie. +++

+++ GENERAL MOTORS hat erst kürzlich das Ende seines Hybridautos Chevrolet Volt öffentlich gemacht, jetzt verkünden die Amerikaner ein zweites E-Auto auf Basis des bekannten Bolt. GM vermeldet, man wolle für das zweite reine Elektroauto der Modellpalette $300 Millionen im Orion Township Werk in Michigan investieren und dort 400 neue Arbeitsplätze schaffen. Im Vergleich zu den Milliardeninvestitionen von Volkswagen muten die von Chevrolet bescheiden an, aber sie beziehen sich ja auch auf ein einziges Modell, während Volkswagen in seine komplett neue Plattform für einen konzernweit zweistellige Anzahl von Modellen allein €6 Milliarden aufwendet. Die Plattform hat GM schon seit 2016 im Markt. Vom Chevrolet Bolt haben die Amerikaner in den ersten beiden vollen Verkaufsjahren 2017 und 2018 auf den Hauptmärkten USA, Korea und Kanada bereits rund 52.000 Autos verkauft. Kein Vergleich zum Model 3 von dem Tesla allein im Jahr 2018 mehr als 145.000 Stück absetzte. Dabei erfüllte der kleine Chevy die Hoffnung an das bezahlbare E-Auto mit anständiger Reichweite bereits vor dem Tesla: Im Test des Europa-Klons Opel Ampera-e ermittelte selbst unter vergleichsweise ungünstigen Bedingungen eine Reichweite von 250 Kilometer, bei höheren Temperaturen wären auch 350 Kilometer realistisch. Das neue Modell soll auf einer Weiterentwicklung der Bolt Plattform (Frontantrieb, 60 kWh Batterie im Boden) basieren und das Angebot an E-Autos von Chevrolet erweitern. Das neue Modell sei ein weiterer Schritt in die rein elektrische Zukunft des Unternehmens und habe nichts mit der früheren Ankündigung zu tun, dass Cadillac die erste Konzernmarke wird, von der es ein batterieelektrisches Fahrzeug auf Basis einer neuen Plattform geben wird. Wann das neue E-Auto auf Basis der Bolt-Technik auf den Markt kommen soll, hat General Motors noch nicht verraten. Nähere technische Details wollen die Verantwortlichen zu einem späteren Zeitpunkt näher am Produktionsstart bekannt geben. Der könnte, nachdem die technische Basis im Prinzip vorhanden ist, im Jahr 2021 beginnen. Angesichts des Erfolgs von Tesla vergisst man oft, dass GM mit dem Bolt schon seit 2017 ein Elektroauto mit respektabler Reichweite zu sehr konkurrenzfähigem Preis (in den USA ab gut $40.000) auf dem Markt hat. In Tests hat sich der Wagen in Form des Opel Ampera-e gut geschlagen, wenn auch immer mehr Hersteller für E-Autos ein Heckmotor-Konzept bevorzugen. Trotzdem macht es Sinn, auf der Plattform des Chevrolet Bolt eine weitere Modell auf die Räder zu stellen und so das E-Auto-Angebot des Konzerns zu verbreitern. Vielleicht bringt das dann auch entsprechende Stückzahlen. +++

+++ Volkswagen zeigt auf der IAA 2019 das erste Modell der ID-Familie. Das kompakte Elektroauto dürfte ID.3 heißen. Offiziell will VW die Modellbezeichnung zum Bestellstart im Mai 2019 bekannt geben, Marktstart ist 2020. 2016 hatte Volkswagen auf dem Autosalon in Paris mit dem ID erstmals die Studie eines kompakten Elektroautos vorgestellt. Der 4,10 Meter lange 5-türer basiert auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) und wurde von einem 140 kW Heckmotor befeuert. Die Reichweite sollte bei 600 Kilometern (nach NEFZ) liegen. Nun, 3 Jahre später steht der ID.Neo (so der inoffizielle Name des Modells) kurz vor der Markteinführung als komplette Neuentwicklung. Bestellbar sein soll eine First Edition ab Mai. Bis dahin will VW die Modellbezeichnung offiziell bekannt geben. Anmeldungen im deutschen Patentregister legen nahe, dass der ID.Neo wohl ID.3 heißen wird. Das kompakte Elektroauto ist eine komplette Neuentwicklung. Lediglich die 12 Volt Batterie, diverse Scharniere und die Türgriffe entstammen aus dem Konzernregal. Für Volkswagen ist das Modell das Initial in die Elektromobilität, denn bis 2030 will der Konzern 70 elektrisch betriebene Modell im Angebot und 22 Millionen Elektroautos verkauft haben; die meisten auf Basis des MEB. Schon im ersten vollen Produktionsjahr 2020 strebt VW einen Absatz von 100.000 ID.3 an. Die 30.000 First Edition Modelle dürften nach Einschätzung des Konzerns schon zum Debüt auf der IAA im September 2019 ausverkauft sein. Bei diese hohen Stückzahlen muss auch die Plattform entsprechend ausgelegt sein. €6 Milliarden haben die Wolfsburger in den MEB investiert und sich vom Erfolg des Modularen Querbaukasten (MQB) inspirieren lassen. Wie bei der Plattform für konventionelle Antriebe können auf der MEB Plattform viele unterschiedliche Fahrzeuge auch anderer VW Marken aufbauen. So laufen neben dem ID.3 in Zwickau auch der kompakte Elektro-Crossover Q4 e-Tron von Audi und die Serienversion des Seat El Born vom Band; ein Skoda-Pendant entsteht in Tschechien. Die skalierbare Batterie des MEB hat in der Basisversion des ID.3 eine Kapazität von 48 kWh und wiegt 480 Kilogramm, wächst aber im ID.Buzz etwa auf 111 kWh. Der MEB Aufbau sieht die schwere Batterie im Fahrzeugboden zwischen den Achsen vor, dadurch sinkt der Schwerpunkt ab, der Fahrzeugboden bleibt flach und der Karosserieaufbau bietet kurze Überhänge und einen langen Radstand. 4,25 Meter misst der ID.3 in der Länge, der Radstand beträgt zirka 2,70 Meter. Einen Nachteil hat das Konzept allerdings: Weil der Akku 14 Zentimeter hoch ist, wird VWs Elektro-Kompaktwagen eher so hoch wie ein Golf Sportsvan (1,61 Meter). Ein Golf VIII (ca. 1,46 Meter Höhe) wirkt daneben wie ein Sportwagen. Dafür soll das Platzangebot bei den MEB Autos um eine Klasse besser sein als die Außengröße; und eine hohe Sitzposition liegt ja ohnehin im Trend. +++

+++ Dass in der Autoindustrie derzeit gewaltige Veränderungen laufen, merkt man an Meldungen wie dieser: Den JEEP Wrangler wird es bald auch mit Plug-in Hybrid Antrieb geben. Wenn selbst Geländewagen der rauhesten Sorte elektrifiziert werden, dann weiß man, was die Stunde geschlagen hat. Die Einführung eines Plug-in Hybrid Antriebs für den Wrangler wurde bereits im Herbst 2017 offiziell verkündet auf der Los Angeles Auto Show vom heutigen Fiat Chrysler Automobiles (FCA) chef Mike Manley. Eingeführt werden soll die Variante mit dem Modelljahr 2020. Nach gängiger Praxis dürfte das Serienmodell also spätestens im Herbst 2019 präsentiert werden, vielleicht wieder in Los Angeles. Zur Technik äußert sich FCA noch nicht. Doch es liegt nahe, dass der Wrangler den gleichen Antrieb erhält wie die beiden Plug-in Hybride, die Jeep kürzlich auf dem Genfer Autosalon 2019 vorgestellt hat: den Renegade PHEV und den Compass PHEV. Beide haben einen neuen 1,3 Liter Turbobenziner, der es in Kombination mit dem Elektroantrieb auf Systemleistungen von 190 oder 240 PS bringen soll. Die elektrische Reichweite soll 50 Kilometer betragen. Der Wrangler PHEV ist das erste von 30 elektrifizierten Modellen, die FCA in den nächsten 3 Jahren (bis 2022) auf den Markt bringen will. Sie sollen unter anderem den Diesel ersetzen, der bei den Pkw von FCA bis 2021 ausläuft. +++

+++ MERCEDES legt die neue G-Klasse mit einem weiteren Diesel-Motor auf. Nach dem 286 PS starken G 350d kommt auch ein Mercedes G 400d noch in diesem Jahr auf den Markt. Der Selbstzünder mit dem Dreiliter Reihensechszylinder leistet 330 PS und stellt eine potente Version aus der Motorenfamilie OM 656 dar. Daimler Insider bestätigen das Modell noch für Mitte 2019. Der Mercedes G 400d dürfte im Vergleich zum 350d statt 199 die 210 km/h-Grenze erreichen und den Spurt in weniger als 7,4 Sekunden absolvieren. Aktuell bietet Mercedes die G-Klasse als G 500 mit dem Vierliter Biturbo-V8 an, der 422 PS leistet. Das gleiche Aggregat mit 585 PS kommt im Mercedes-AMG G63 zum Einsatz. +++

+++ NIU ist ein weltweit erfolgreicher Hersteller von elektrisch angetriebenen Rollern. Die Chinesen sind jetzt mit Volkswagen eine Entwicklung Partnerschaft für Mikromobilität Lösungen eingegangen. Volkswagen konzernchef Herbert Diess krempelt Europas größten Autobauer komplett um. Mit den ersten Modellen auf Basis der MEB Architektur startet 2019 in Wolfsburg die breit angelegte Elektrooffensive. Parallel wird VW nicht nur Wallboxen an seine künftigen ID Kunden verkaufen, sondern liefert unter der Marke Elli auch gleich den Strom dafür. Weder neue Wege noch neue Kooperationsansätze sind dabei ein Tabu. Ein neuer Partner für die Niedersachsen ist der chinesische Elektroroller Hersteller Niu. Den sollte man übrigens nicht mit dem fast namensgleichen Anbieter von ebenfalls elektrischen Autos, Nio verwechseln. Mit der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr 2018 hat Niu die Zusammenarbeit mit VW öffentlich gemacht. Dem Geschäftsbericht zufolge wollen beide Unternehmen im Rahmen einer Entwicklungsvereinbarung gemeinsam Lösungen für die Mikromobilität auf die Straße bringen. Damit sind vor allem Angebote für die erste und letzte Meile, also zum Beispiel den Weg von der Haustür zum Pendlerparkplatz oder einer Nahverkehrshaltestelle oder von dort an den Arbeitsplatz zu verstehen. Die spanische VW Tochter Seat ist auf diesem Gebiet ebenfalls aktiv und hat unter dem Namen eXS in Kooperation mit Segway einen elektrisch angetriebenen Tretroller realisiert. Niu gilt als Shooting Star auf dem Gebiet der elektrisch angetriebenen Roller. Das Unternehmen mit Hauptsitz in der chinesischen Hauptstadt Peking begann erst 2014 mit der Produktion seiner Zweiräder. Schon 2 Jahre später wurden die ersten Modelle nach Europa exportiert. Der Vertrieb erfolgt sowohl über stationäre Niederlassungen als auch über das Internet. Im Sommer 2018 hat Niu, eigenen Angaben zufolge, die Marke von 430.000 verkauften Rollern weltweit geknackt. Ein Merkmal der E-Scooter ist neben dem Antrieb auch die Vernetzung mit der selbst entwickelten Niu Cloud. Genau hier könnte für VW der Anreiz für die Zusammenarbeit liegen. Zukünftig sollen Autos nicht nur in klassischen Verkaufs-, Finanzierungs- und Leasingszenarien abgesetzt werden, sondern mit Carsharing und anderen Mietmodellen Teil mehrschichtiger Mobilitätskonzepte werden. Eine plattformübergreifende Vernetzung könnte somit vom Tretroller für die erste und letzte Meile über Scooter für urbane Strecken bis hin zu Autos und Sammeltaxis der VW Tochter Moia das komplette Mobilitätsbedürfnis der Kunden abdecken. +++

+++ Gestern berichtete Skoda über die Konzernergebnisse 2018 und seine Pläne für die nahe Zukunft. Der Chef der tschechischen Marke, Bernhard Maier, versprach eine Modell Offensive bis 2022, innerhalb derer insgesamt 30 Autos eingeführt werden sollten. Nicht weniger als 10 davon werden elektrifiziert, von denen einige als Plug-in-Hybrid kommen, während komplett auf den Verbrennungsmotor verzichten. So wird das Superb Facelift in den kommenden Monaten erscheinen und eine Plug-in-Hybridversion mit sich bringen. Ebenfalls 2019 wird der vollelektrische Citigo als erster Ausflug von Skoda in das EV-Segment herauskommen. Die bereits vorgestellte Golf Rivale Scala erreicht in den nächsten Monaten die Kunden, ebenso sein SUV-Ableger namens Kamiq. Eine etwas überraschende Ankündigung machte Bernhard Maier während der Pressekonferenz. Er verriet, dass Skoda plant, die vierte Generation des modernen OCTAVIA später im Jahr 2019 zu enthüllen, um das 60-jährige Bestehen des Modells zu feiern. Zur Erinnerung: Der ursprüngliche Octavia wurde 1959 eingeführt und 1971 eingestellt. Während Skodas Chef nicht auf Details des Octavia IV eingegangen ist, werden wir zunächst (womöglich auf der IAA in Frankfurt) nur die Version mit großer Heckklappe sehen werden, während der ungleich beliebtere Octavia Combi auf dem Genfer Salon im März 2020 steht. Erlkönigaufnahmen zeigen, dass der Bestseller des Unternehmens auf eine traditionelle Scheinwerfergestaltung zurückgreifen wird und somit das umstrittene Design des heute im Handel erhältlichen Octavia III vermeidet. Über die neue Generation ist wenig bekannt: Skoda bezeichnet den neuen Octavia als “state of the art” und verrät, dass auch weiterhin die Limousine ihren Look mit einer praktischen Heckklappe kombiniert. Hinweise gibt es zudem auf die Elektrifizierung des RS in Gestalt einer Hybridversion mit zusätzlichem Drehmoment. Mit dem diesjährigen Debüt des Octavia IV wird er sich damit den aktualisierten MQB Pendants der anderen Volkswagen Marken anschließen: VW Golf, Seat Leon und Audi A3; alle sollen 2019 erneuert werden. +++

+++ Dass der Engineering Konzern Segula sein Konzept eines Engineering Campus unverändert weiter verfolgt, habe unter den IG Metall Vertrauensleuten bei OPEL Unverständnis und Fassungslosigkeit ausgelöst. Dem Automobil Dienstleister Segula schlägt aus den Reihen der Opel Belegschaft weiterhin tiefes Misstrauen entgegen. Am Vortag hatten Unternehmen und Betriebsrat vereinbart, dass den Mitarbeitern des Opel Entwicklungszentrums Abfindungen angeboten werden sollen, statt sie sofort an Segula abzugeben. Ursprünglich sollten 2.000 Opelaner zu dem Dienstleister wechseln, der bis zum Sommer auch Gebäude und Einrichtungen im Opel Werk sowie im Testzentrum Rodgau Dudenhofen übernehmen will. Nach dem Abfindungskompromiss ist unklar, wieviele Leute tatsächlich wechseln. Segula ist nach eigenen Angaben ein weltweit tätiger Engineering Konzern mit 12.000 Mitarbeitern. Das Unternehmen arbeitet unter anderem eng mit der neuen Opel Konzernmutter PSA zusammen. Segulas Deutschland Chef Martin Lange hatte auf das große Interesse externer Kunden an Automotive Dienstleistungen verwiesen. Man wolle weiterhin 2.000 Mitarbeitern eine langfristige Perspektive bieten und benötige eine kompetente Mannschaft, die sich mit der zu übernehmenden Infrastruktur auskenne. Lange kündigte auch Neueinstellungen an. Gewerkschafter hatten schon zuvor an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells gezweifelt, das nicht mit konkreten Projekten oder Kunden hinterlegt worden sei. Es beruhe auf dem Prinzip Hoffnung. +++

+++ Nach Informationen des PORSCHE Produktionsvorstandes Albrecht Reimold laufen die Vorbereitungen für den elektrischen Taycan im Werk Zuffenhausen planmäßig. In einem Interview sagte Reimold, dass der Produktionsstart wie geplant im September stattfinden wird und dass bis dahin alle Gebäude fertig gestellt und Produktionsanlagen installiert sein werden. Das Unternehmen bereitet sich aktuell darauf vor, mit der Testproduktion zu beginnen. “Bis Ende des Jahres werden wir die ersten Modelle liefern und Anfang 2020 erwarten wir, dass unser Werk in Zuffenhausen die volle Kapazität haben wird, um die rege Nachfrage zu befriedigen”, so Albrecht Reimold. Die Logistik prüfe derzeit jedes Detail des Produktions- und Logistikbetriebs, um sicherzustellen, dass das Auto so effizient und kostengünstig wie möglich gebaut wird. In dem Werk soll später auch die Produktion des elektrischen SUV stattfinden. “Jetzt geht es nur noch darum, feine Korrekturen vorzunehmen und den Prozess zu optimieren, um die Stunden pro Fahrzeug zu reduzieren, beispielsweise in welcher Reihenfolge die Schrauben zu befestigen sind oder wie einzelne Teile aus den Lagerplätzen entnommen und installiert werden. Das ist unsere tägliche Aufgabe im Produktionsmanagement. Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Wegen, um die internen Arbeitsabläufe in der Montagelinie zu verbessern”, so der Porsche-Produktionsvorstand. +++

+++ Große Unterschiede im Werterhalt warten im ohnehin kostspieligen Segment der Oberklasse auf die Käufer. Und ein Newcomer holt sich mit Elektroantrieb die RESTWERTKRONE . Oberklassefahrzeuge stehen schon immer im Ruf, ganz besonders effektive Wertvernichter zu sein. Ein Urteil, das in der neuesten Restwertprognose von Schwacke bestätigt wurde. Schwacke ist spezialisiert auf die Bewertung von Gebrauchtwagen, die Prognosen zur künftigen Wertentwicklung sind ein wichtiger Geschäftszweig vor allem für Flotten- und Leasingkunden. Bei rund 51 % Restwert im gesamten Segment-Durchschnitt wird deutlich, dass von den teils fünfstelligen Neuwagenpreisen nach 3 Jahren eine ganz erhebliche Summe abgeschrieben werden muss. Die Voraussage bezieht sich dabei auf Ersthandfahrzeuge mit 3 Jahren Alter und 60.000 Kilometer Gesamtlaufleistung. Entsprechend gilt für die Oberklasse auch weiterhin, dass sich vor allem die Käufer eines gepflegten Gebraucht-Oberklässlers freuen, während die Ersthand-Halter allenfalls gegenüber dem Finanzamt vom herben Verlust und entsprechend hohen Abschreibungen profitieren. Die Unterschiede der Restwertentwicklung innerhalb des Segments vor allem daran festzumachen, wie lange eine Baureihe bereits gebaut wird, scheint auf den ersten Blick plausibel. Schließlich ist der Jaguar XJ, das Schlusslicht der Oberklasse-Werthaltigkeit, seit inzwischen 10 Jahren auf dem Markt. Doch der Vergleich der W222 S-Klasse mit dem 2 Jahre jüngeren Münchner Erzrivalen BMW 7er zeigt, dass unter anderem auch Verkaufsfördermaßnahmen im Neuwagengeschäft einen entsprechenden Anteil am Restwertniveau haben. Soll heißen: Was beim Neuwagenkauf an Preisnachlässen gewährt wird, wirkt sich unmittelbar auf den Restwert aus. Überraschend bei der aktuellen Schwacke Oberklasse Restwertprognose ist jedoch vor allem der erste Platz. In Sachen Restwert gibt es in Deutschland seit Jahren vor allem 2 Marken, die praktisch immer vorne dabei sind: Dacia und Porsche. Dacia, weil es dort de facto keine Neuwagenrabatte gibt. Und Porsche, weil es eben Porsche ist: ein extrem begehrtes Prestigeobjekt. Doch diesmal ist Tesla auf Platz Eins: Für das Model S errechnete der Frankfurter Datendienstleister einen Restwert von 60 %. Das allerdings, schränkt Schwacke ein, ist mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Denn die vor allem in jüngster Zeit stark schwankenden Neuwagenpreise bei Tesla, die teilweise in Wochenfrist herabgesetzt und wieder erhöht wurden, machen eine prozentuale Restwertberechnung im Bezug auf den Listenpreis schwierig. +++

+++ SKODA soll die Gehälter seiner Mitarbeiter ab kommendem Monat um umgerechnet $110 erhöht haben. Die Erhöhung wird ab dem 1. April greifen und ist Teil eines Tarifvertrags, der ein Jahr gültig ist und vom Unternehmen und seinen Gewerkschaftsführern vereinbart wurde. Im Mai erhalten die Arbeiter von Skoda einen jährlichen Bonus von 65.000 CZK, was eine Steigerung gegenüber den 60.000 CZK des Vorjahres darstellt. “Mit dem neuen Tarifvertrag haben wir gemeinsam mit der Kovo Gewerkschaft ein Ergebnis erzielt, das die herausfordernden Marktbedingungen widerspiegelt und auch die hervorragende Leistung unserer Mitarbeiter bei Skoda anerkennt”, so chef Bernhard Maier, “unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass Skoda wettbewerbsfähig bleibt und unsere Mitarbeiter ihre Jobs auf lange Sicht behalten. Ich möchte der Kovo Gewerkschaft unter der Führung von Jaroslav Povsik für ihren Beitrag zum vertrauensvollen und konstruktiven Verhandlungsprozess danken”. +++

+++ Beim einen Contest der erstmals in diesem Jahr die Automotive Kategorie umfasste, ist es zwei Hackern gelungen, das Infotainmentsystem des TESLA Model 3 innerhalb weniger Minuten zu knacken. Dem Gewinnerduo Richard Zhu und Amat Cama, genannt ‘Team Fluoroacetate’, gelang es, eine Botschaft auf dem Display eines Tesla Model 3 anzuzeigen. Die beiden nutzten dabei einen so genannten JIT bug, oder ‘just-in-time bug’, der die zufällige Speicheranordnung, die normalerweise die Software schützt, umgeht. Die erfolgreichen Hacker nahmen als Gesamtsieger des Contest nicht nur $375.000 Prämie mit nach Hause, sondern auch das Tesla Model 3. Dem Namen des Wettbewerbs entsprechend dürfen die Teams erfolgreich gehackte Geräte behalten; das gilt auch im Fall des Elektroautos von Tesla. Details über die ausgenutzten Lücken sind noch unter Verschluss und die betroffenen Anbieter haben nun 90 Tage Zeit, die Schwachstellen mit Patches zu schließen. Tesla will nach eigenen Angaben die Schwachstelle in den nächsten Tagen durch ein Softwareupdate beheben. +++

+++ TOYOTA setzt bei alternativen Antriebsarten weiter auf die Brennstoffzellen Technologie und fährt damit einen etwas anderen Kurs als der deutsche Wettbewerber VW. “Wir müssen jetzt mit der Brennstoffzelle anfangen, nicht irgendwann später”, sagte Konzernsprecher Hisashi Nakai. VW setzt vorrangig auf Elektroautos. Der Batterieantrieb sei “auf absehbare Zeit die beste und effizienteste Möglichkeit für weniger CO2 im Straßenverkehr”, hatte konzernchef Herbert Diess gesagt. Er hatte Politik und Wettbewerber aufgefordert, sich darauf auszurichten, und so einen Richtungsstreit in der deutschen Branche ausgelöst. Andererseits hatte er auch gesagt, der Konzern forsche weiter an synthetischen Kraftstoffen oder der Brennstoffzelle. “In 10 Jahren, wenn wir über regenerativen Strom im Überfluss verfügen, könnte diese Technologie eine wirksame Ergänzung zum batterieelektrischen Fahrzeug werden, vor allem für die Langstrecke”, so Diess weiter. Nach offenem Streit einigten sich VW, BMW und Daimler jüngst darauf, dass Elektromobilität Priorität habe. In der Startphase könnten reine E-Autos und Plug-in-Hybride gefördert werden. BMW Chef Harald Krüger hatte sich im Gegensatz zum VW Chef für Technologieoffenheit ausgesprochen. Er schloss nicht aus, dass die Politik die Hersteller dazu verpflichten könnte, Brennstoffzellen Autos anzubieten. “Wir können verstehen, wenn sich jemand auf eine Technologie konzentrieren will”, sagte Toyota Sprecher Nakai. “Aber wir glauben, dass wir beides brauchen, die Batterie und die Brennstoffzelle. Das ist nicht nur eine Frage des Geschäfts, sondern auch eine des Klimaschutzes”. In einer Brennstoffzelle reagiert ein Brennstoff (meist Wasserstoff, es gibt aber auch andere) mit Sauerstoff, wodurch elektrische Energie freigesetzt wird. Dieser Antrieb der Zukunft für Autos hat sich bisher aber noch nicht wirklich durchsetzen können. Beim VW Rivalen glaubt man den Angaben zufolge, dass die Kosten mit steigender Marktdurchdringung so sinken, das auch Wasserstoff Modelle unterhalb von Mittel und Oberklasse konkurrenzfähig werden: “Auch wenn wir Zeit brauchen, es wird auch Kompaktautos mit Brennstoffzellen geben”, sagte Nakai. +++

+++ Die Synergien, die durch die Plattform Strategie zwischen den einzelnen VOLKSWAGEN Marken für Elektrofahrzeuge entstehen, sollen Kosteneinsparungen von bis zu 30 % bringen. Volkswagen hatte vergangene Woche angekündigt, die geplante Einführung von batterieelektrischen Fahrzeugen auf bis zu 70 Modelle auszubauen und im Jahr 2028 bis zu 22 Millionen Fahrzeuge zu produzieren. Audi Entwicklungsvorstand Hans-Joachim Rothenpieler: “Synergien im Konzern reduzieren die Kosten um 30 %”. Die beiden wichtigsten EV Architekturen der Gruppe, die Mainstream MEB und Premium PPA Fahrzeugplattformen, werden ebenfalls maßgeblich dazu beitragen, Einsparungen zu erzielen. Stefan Niemand, Elektrifizierungsleiter bei Audi: “In der Welt der Verbrennungsmotoren und in der Elektrik werden viele Module zum Einsatz kommen, da diese Module von der Frage des Antriebsstrangs nicht betroffen sind”. +++

+++ Ein kleiner Stecker macht bei Volkswagen das vernetzte Auto zur Realität. Im neuen T-Cross ist VOLKSWAGEN CONNECT serienmäßig, es lässt sich aber auch mit älteren Modellen nutzen. Man sollte sich durchaus einmal den Spaß im Freundes- oder Familienkreis erlauben. Bei einem gemeinsamen Abendessen oder einer Geburtstagsfeier. Lenkt man das Gespräch auf das Thema ‘vernetztes Auto’, bekommt man teils ferne Zukunftsszenarien aus vollständig digitalisierten Städten ausgemalt. Doch das vernetzte Auto ist keineswegs Theorie, so wie es der massenhafte Betrieb autonom fahrender Personentransportboxen noch ist. So, wie es auch bei anderen technischen Entwicklungen, angefangen vom Internet über das Mobil- und später das Smartphone und damit einhergehend mit immer schnelleren Mobilfunkstandards der Fall war und ist, kommt auch der Schritt zum vernetzten Auto nicht mit einem großen Startschuss. Sondern Schritt für Schritt. Schon heute sind mehr Autos vernetzt als manche ihrer Fahrer oder Nutzer glauben. Ein BMW eine fest verbaute SIM Karte an Bord. Damit lassen sich Echtzeit Verkehrsdaten für die Navigation abrufen und das Call Center eines Concierge Service anrufen, der auf Wunsch einen Tisch beim Italiener reserviert und die Adresse des Restaurants direkt an das Navigationssystem im Auto schickt. Gleichzeitig wird der Mobilfunkzugang des Autos aber auch zur regelmäßigen Übermittlung verschiedener Daten genutzt. Ein BMW schickt beispielsweise die Anzahl der elektrischen Sitzverstellvorgänge an den Hersteller bzw. die Serviceorganisation. Damit kann viel über das Nutzungsprofil des Autos erfahren werden, in diesem Fall der häufige Wechsel der Fahrer. Das Auslösen der Gurtstraffer oder die Aktivierung des Stabilitätsprogramms wird erfasst und übermittelt. In einem Garantie oder Kulanzfall könnte man dem Kunden also aufgrund seines Fahrstils eventuelle Ansprüche abschlagen. Auch andere, weniger offensichtliche, Informationen scheint der Hersteller aber nutzen zu wollen und zu können. Die letzten Ziele im Navigationsgerät, oder auch die zuletzt verwendeten Telefonkontakte. BMW ist hier nur ein exemplarisches Beispiel, auch andere Hersteller hängen ihre Autos nicht nur zum offensichtlichen Kundennutzen an die digitale Leine. Im Spätsommer bringt VW den überarbeiteten Passat in den Handel, der dann auch immer online sein wird. Ältere Modelle, auch von Konzernmarken, ab Baujahr 2008 schaffen das mit einem kleinen Stecker, den man jetzt beim VW Händler für 39,50 Euro kaufen kann. Im neuen City Crossover T-Cross wird er serienmäßig beigelegt. Mit diesem Data Plug lässt sich, sobald er in die OBD Schnittstelle (On-Board-Diagnose) des Autos gesteckt wurde, eine Verbindung zur Volkswagen Connect Smartphone-App herstellen. In der App kann sich der Besitzer oder Nutzer des Autos dann verschiedene Statistiken anzeigen lassen und diese verwalten. Die Wegstrecke, Dauer und Geschwindigkeit der letzten Fahrten wird aufgezeichnet und auch die Spritmengen, die getankt wurden. Diese Daten lassen sich, beispielsweise bei der beruflichen Nutzung des privaten Autos, zur Abrechnung mit dem Arbeitgeber exportieren und nutzen. Vor einem Servicetermin können alle relevanten Daten für die Werkstatt, darunter die Fahrgestellnummer und Erstzulassung des Autos, auslesen. Bei einer Panne kann der Abschleppwagen direkt zum Standort des Fahrzeugs gelotst werden. Diese Positionsbestimmung ist auch ein großer Pluspunkt, den Volkswagen Connect beim Autofahrer sammelt. Nicht nur in einer fremden Stadt, auch zu Hause kann man durchaus einmal den Überblick verlieren, wo man denn geparkt hat. Vor allem dann, wenn man in der Innenstadt keinen festen Stellplatz sein Eigen nennt, sondern nach Feierabend viele Ehrenrunden für die Suche nach einer Parklücke drehen muss. In welcher der vielen Parallel- und Querstraßen das Auto steht, erfährt man dann am nächsten Morgen in der Connect-App. Der Standort lässt sich dann auch direkt in Google Maps oder einer anderen Navigationssoftware als Ziel nutzen, um sich zum Auto leiten zu lassen. Dies gelingt im Selbstversuch stets ohne Probleme und auf den Meter genau. In einem zweiten Schritt sollen innerhalb der App auch Angebote der Finanzdienstleistungstochter von VW integriert werden. Dann ließe sich, wird das Auto verliehen oder in einem privaten Carsharing eingesetzt, ein zusätzlicher Fahrer für einen Tag mitversichern, der Betrag könnte direkt der Kreditkarte des Kunden abgebucht werden. Auch der in regulären Policen nicht abgedeckte Besuch einer Rennstrecke ließe sich so anmelden und kurzzeitig versichern. Fazit: Es gibt viele Vorteile, die eine Vernetzung mit sich bringt. Man sollte sich nur entscheiden, ob und welche Daten man teilen will. Und ob man einfach leise schmunzeln wird, wenn beim nächsten Stammtisch das vernetzte Auto wieder durch wilde Zukunftswelten stromert. Wo doch der zehn Jahre alte Golf mit Volkswagen Connect um die Ecke parkt. +++

+++ VOLVO chef Håkan Samuelsson hat davor gewarnt, eine verfrühte Einführung autonomer Fahrzeugtechnologie könne letztlich zu einer späteren Akzeptanz der Technologie führen. Jeder in der Branche trage eine Verantwortung. Andernfalls werde eine Technologie vernichtet, die sich als der “größte Lebensretter in der Geschichte” erweisen könne, sagte der Volvo chef. Es sei “unverantwortlich” Fahrzeuge mit dieser Technik auf den Markt zu bringen, solange sie noch nicht sicher seien. Auch wenn Samuelsson keine Namen von anderen Herstellern nannte, können seine Äußerungen als Seitenhieb gegen Tesla verstanden werden. Der US amerikanische Elektroautobauer war mit seinem Fahrassistenzsystem Autopilot mehrfach in die Schlagzeilen geraten, als es zu teilweise tödlichen Unfällen kam, bei denen die Technik im Einsatz war, wobei es allerdings vorgekommen war, dass der Fahrer abgelenkt war oder seine Hände nicht am Steuer hatte, was von Tesla nicht vorgesehen ist. Man müsse bei der Einführung des Systems sehr vorsichtig sein. “Wenn man es nicht absolut überzeugt ist, dass das Auto sicher mit dieser Situation umgehen, dann wäre es aus meiner Sicht unverantwortlich”. Volvo bei der Entwicklung autonomer Fahrtechnologie selbst aktiv und bündelt seine Kompetenz auf diesem Gebiet, die zusammen mit Veoneer erarbeitet wurde, in dem Joint Venture Zenuity. Ein Fahrzeug der Marke Volvo war auch in einen tödlichen Unfall verwickelt, bei dem der US Fahrdienst Uber autonomes Fahren testete. Dabei überfuhr das Auto eine Fußgängerin in Tempe, woraufhin Uber seine Tests vorerst einstellte. Bei dem Unfall hatte die eingesetzte Software die Fußgängerin zu spät erkannt, die Fahrerin schien abgelenkt. +++

+++ Wer ein Elektroauto oder einen Plug-in Hybrid neu kaufen möchte, muss mitunter ganz schön lange WARTEN . Damit wollen wir jetzt nicht auf gehässige Art und Weise zum Ausdruck bringen, dass ein Ladevorgang länger dauert, als einen Tank mit Super Plus zu befüllen. Es geht um die Neukunden, denn Käufer eines Autos mit alternativem Antrieb müssen bis zu 12 Monate auf ihre Fahrzeuge warten. Das liegt daran, dass das Interesse an der elektrifizierten Mobilität stetig ansteigt. Der Anteil der verkauften Hybrid-Autos ist im Jahr 2018 um 59 % gestiegen. Auch an der Anzahl der User, die sich ein Hybrid oder Elektroauto im Konfigurator zusammengebaut haben, lässt sich ein gesteigertes Interesse ablesen. Zum Ende des letzten Jahres haben es mit Hyundai Kona Elektro und dem Renault Zoe gleich 2 E-Autos in die Bestseller Top5 des Anbieters geschafft. Für 2019 wird ein weiterer Anstieg vorhergesagt, nicht zuletzt deshalb, weil Elektroautos und Plug-In-Hybride durch eine Reform der Dienstwagenbesteuerung begünstigt werden. Die Kehrseite der Medaille ist nun, dass Sie auf einen Hyundai Ioniq, Kona Elektro oder Kia e-Niro sowie e-Soul aktuell ein ganzes Jahr warten müssen. Für einen Peugeot iOn sind es 10, für einen Nissan e-NV200 8 und für einen Citroën C-Zero 7 Monate. Bei den deutschen Herstellern brauchen Sie nicht ganz so viel Geduld. Die Hybrid Modelle von Porsche lassen jeweils 4 Monate auf sich warten, beim e-Golf sind es derer 6. Schneller geht es bei Toyota: hier sind es je nach Modell 2 bis 3 Monate. Und wer zur Pioniermarke Tesla greifen will, wartet auf ein frei konfiguriertes Model S oder X 3 bis 4 Monate. Nur beim Model 3 lässt sich das noch nicht so genau sagen. Im Portfolio finden sich aber auch einige Autos, die erst im Laufe des ersten, oder ab dem zweiten Quartal 2019 bestellbar sind. Darunter sind beispielsweise die SUV Modelle Audi e-Tron oder der BMW X5 xDrive40e. Bei Audis erstem Elektro-SUV übersteigt die Nachfrage aktuell die Produktionskapazitäten. Nach Aussage des Herstelelrs stehen etwa 20.000 Vorbestellungen einer mittleren fünfstelligen Produktionskapazität gegenüber. Aktuell laufe gerade mal die Hälfte der geplanten 300 Exemplare pro im Tag im Brüsseler Werk vom Band. Das liege daran, dass der südkoreanische Hersteller LG Chem nicht genügend Akkus bereitstelle. Ähnlich sieht es beim direkten Konkurrenten, dem Mercedes EQ C aus. Nach der geplanten Markteinführung im Herbst geht Mercedes aktuell davon aus, die Nachfrage in diesem Jahr und vermutlich auch in 2020 nicht erfüllen zu können. Wer keine Geduld hat, sollte bei Suzuki vorsprechen. Dort gibt es den Swift Hybrid nach nur 1 Monat Wartezeit. +++

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