Tagesschau

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+++ Der chinesische Google Konkurrent BAIDU und der bayerische Autobauer BMW arbeiten bei der Entwicklung autonomer Autos nicht mehr zusammen. Grund für die Trennung sind unterschiedliche Vorstellungen zur Entwicklung autonomer Autos. BMW plant für 2021 ein autonom fahrendes Auto, Baidu will schon 2018 mit ersten Kleinserien starten. Baidu ist nun auf der Suche nach einem anderen globalen Forschungspartner. In den USA arbeiten die Chinesen bereits mit Ford zusammen. Ganz beenden wollen beide Unternehmen die Zusammenarbeit aber nicht. So wollen die Bayern auch künftig nicht auf die Nutzung hochpräziser Karten der Chinesen verzichten. BMW arbeitet bei der Entwicklung seiner autonom fahrenden Modelle bereits mit dem US-Chiphersteller Intel und mit die israelischen Kameratechnik-Spezialisten von MobilEye zusammen. Ein vollständig autonomes Fahren soll bis 2021 möglich sein. Die Entwicklung soll dabei in Stufen ablaufen. +++

+++ Besonders im automobilen Bereich ist die Definition des Wortes ‘klein’ Auslegungssache. Die meisten von uns würden wohl einen Volkswagen Up als klein empfinden. Doch je nach Weltregion kann sogar ein BMW X5 zu klein sein. So ist es besonders in den USA, weshalb BMW bereits eifrig an einem X7 arbeitet. Nun möchte man meinen, dass ein 4,89 Meter langer X5 keine klaustrophobischen Gefühle auslöst. Das mag sein, aber eine Firma wie BMW hat die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer weltweiten Kundschaft genau im Blick: In den USA mag man große SUVs mit 3 Sitzreihen wie den Audi Q7, den Mercedes GLS oder auch den jüngst gezeigte Volkswagen Atlas. In China hingegen darf es auch gerne ein Luxus-SUV mit Chauffeur sein. Hier haben der Bentley Bentayga und die Langversion des Range Rover vorgelegt. Deshalb plant BMW ab 2018 mit dem wuchtig auftretenden X7. Seine Verwirklichung stellt kein Problem dar, denn als Grundlage dient die OKL-Plattform mit Hinterradantrieb des 2015 vorgestellten 7er. Er liefert in der Normalversion eine Länge von 5,10 Meter und einen Radstand von 3,07 Meter. Die 5,24 Meter und 3,21 Meter Radstand der Langversion könnten als Grundlage für den besonders üppigen Rolls-Royce Cullinan dienen. Zurück zum BMW X7: Mit 5,10 Meter läge er genau auf dem Niveau eines Audi Q7 oder Mercedes GLS. Wahrscheinlich ist, dass der X7 zur Gewichtsreduktion wie auch der 7er Kohlefaser-Elemente bekommt. Gebaut werden soll der X7 im US-Werk in Spartanburg, wo bereits der X5 produziert wird. Bei den Motoren dürfte sich der X7 am 7er orientieren. Das würde bedeuten: Diesel zwischen 265 und 400 PS, ein Plug-in-Hybrid mit 326 PS und zwei Benziner. Hier bringt es der 40i auf 326 PS, für das X7-Flaggschiff käme der mächtige V12 mit 610 PS aus dem M760Li xDrive in Frage. Apropos xDrive: Ein Allradantrieb ist stets serienmäßig. Preislich dient der Mercedes GLS als Orientierungshilfe. +++

+++ Ein deutscher DAIMLER Top-Manager hat in China eine Welle der Empörung in den sozialen Netzwerken ausgelöst, weil er die Chinesen beleidigt haben soll. Der leitende Angestellte der Daimler Lastwagen Sparte habe während eines Streits auf einem Pekinger Parkplatz die Einheimischen als “Bastarde” beleidigt und beim anschließenden Streit mit Augenzeugen Pfefferspray versprüht, berichteten chinesische Medien. Daimler entschuldigte sich in einer Presseerklärung für den Vorfall. Der Inhalt des Streits entspreche auf keinen Fall der Ansicht des Unternehmens. Wenn der Vorfall aufgeklärt sei, würden auch angemessene Maßnahmen getroffen, hieß es in der Erklärung. Da es sich um einen privaten Streit gehandelt habe, wolle man ihn zunächst nicht weiter kommentieren, sagte eine Daimler-Sprecherin in Peking. Von wem die Aussagen des Managers veröffentlicht wurden, war nicht bekannt. In den sozialen Netzwerken attackierten viele Nutzer den Manager, mehrfach verbunden mit persönlichen Drohungen sowie der Veröffentlichung von Name, Adresse und Nummernschild. Er solle sich dafür offiziell entschuldigen, hieß es unter anderem auf Weibo. Andere Nutzer kommentierten, dass dieses Verhalten kein gutes Licht auf Deutschland und Ausländer in China werfe. +++

+++ In den Produktionshallen von Daimler gilt das ELEKTRO Auto nicht nur als Heilsbringer für die grüne Mobilität von Morgen, sondern auch als Schreckgespenst. Denn die Mitarbeiter, die aktuell an den konventionell angetriebenen Fahrzeugen arbeiten, fürchten durch den Zeitenwandel in der Autoindustrie um ihren Job. Zu Recht? Fakt ist: Im Zuge der Elektrifizierung werden einige Komponenten aus den traditionellen Standorten “ausgelagert”: die deutsche Accumotive in Sachsen liefert die Akkus und Bosch die E-Motoren. Da könnte es für den einen oder anderen Mitarbeiter eng werden. Der Konzernbetriebsratsvorsitzende von Daimler, Michael Brecht, versucht zu beschwichtigen: “Ich will davor warnen, hysterisch zu werden”, sagt er. In 3 bis 4 Monaten sollen Fakten auf dem Tisch liegen, wie die konkrete Zukunftsplanung des Konzerns aussieht. “Wir wollen alle neuen Beschäftigung Möglichkeiten sehen und dann diese Diskussion führen”, sagt Brecht. Dabei arbeiten Betriebs- und Personalrat Hand in Hand, um lange Diskussionen im Nachhinein zu verhindern. Erste Arbeitsgruppen seien schon gebildet worden. 30.000 Mitarbeiter sind derzeit mit der Antriebstechnik speziell für den Verbrennungsmotor von Pkw und Lkw befasst. Und diese Stellen werden langfristig vermutlich abnehmen. Nur ein Siebtel des Arbeitsumfangs wird nach Ansicht des Konzerns übrigbleiben – das entspräche rechnerisch nur rund 4.300 Arbeitsplätzen. “Wir stehen unter Dampf und müssen sehen, wie wir das hinbekommen”, sagt Brecht, aber: “wir können heute kein Problem lösen, das erst 2030 auftaucht”. +++

+++ HONDA Chef Takahiro Hachigo will an seinen Nordamerika-Plänen festhalten, obwohl er die Zukunft für die Automobilbranche im Ungewissen sieht. Trotz der US-Präsidentenwahl von Donald Trump, hält Honda vorerst an seinen nordamerikanischen Produktionsplänen fest. Momentan ist aber noch unklar, ob Trump das nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) tatsächlich kippen will oder nicht. Takahiro Hachigo sagte dazu: “Es ist immer noch unklar, wie sich Trumps Politik entwickeln wird. Wir können nicht plötzlich unsere Produktionpläne verändern – und das ist nicht nur ein Problem für uns, sondern für alle Autohersteller in den USA”. Mit der Verabschiedung von NAFTA will Trump Arbeitsplätze in die USA holen. Zudem will der President-Elect hohe Zölle auf Autos erheben, die in Mexiko gebaut und in den USA verkauft werden. Honda hat 2 Werke in Mexiko, eines in Celaya und das andere in Guadalajara, in denen die Mitarbeiter zusammen rund 260.000 Autos und 100.000 Motorräder pro Jahr fertigen. US-Fahrzeughersteller und viele ihrer Zulieferer haben Milliarden in den relativ offenen Handel mit Mexiko, China und anderen Ländern investiert. Im April kündigte Ford an, 1,6 Milliarden US-Dollar in eine mexikanische Produktion für kleinere Modelle zu stecken. +++

+++ Die C-Klasse war 2014 einer der Pioniere der neuen MERCEDES Designsprache. Deshalb hat es das Mittelklassemodell auch nicht nötig, mit dem anstehenden Facelift eine extrem große Überarbeitung zu bekommen. Man scheint sich bei Mercedes mit veränderten Stoßfängern vorne und hinten sowie neu geformten Rückleuchten zufriedenzugeben. Auch eine Überarbeitung des Innenraums ist wahrscheinlich: Ein größerer Bildschirm, neue Materialien und möglicherweise auch das Lenkrad mit berührungsemfindlichen Funktionsfeldern aus der E-Klasse könnten in die C-Klasse einziehen. An den Motoren sind keine gravierenden Änderungen zu erwarten. Mitte 2017 dürfte das Facelift in die Showrooms rollen, die Preise werden sich nur wenig verändern. +++

+++ TOYOTA will batterieelektrische Fahrzeuge als dritte Säule seiner Elektrifizierungs-Strategie einführen. Dazu bilden die Japaner laut der Wirtschaftszeitung Nikkei bereits im Dezember 2016 eine Task-Force, an der neben dem Autobauer auch die Zulieferer Aisin Seiki und Denso beteiligt sind. Darüber hinaus soll auch eine eigene Elektro-Sparte des Herstellers entstehen. Das erste E-Modell auf Basis des Prius oder Corolla mit einer Reichweite von rund 300 Kilometern könnte dem Bericht zufolge 2020 starten. Der Hintergrund: Toyota will seinen Kunden “jederzeit das richtige Fahrzeug für die richtige Gelegenheit” bieten. Laut der Fachzeitschrift “kfz-betrieb” spielen außerdem veränderte Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Demnach erfordern die weltweit unterschiedliche Infrastruktur und Energieversorgung sowie die zunehmend strengeren Regularien eine breite Palette an möglichst emissionsarmen Autos. Vielfalt ist also gefragt. Bislang hatte sich Toyota in Sachen alternative Antriebe auf Hybride und die Brennstoffzellen-Technologie konzentriert. +++

+++ Mit scharfen Worten hat der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, auf kritische Äußerungen von VOLKSWAGEN Chef Matthias Müller zu vom Dieselskandal betroffenen Kunden in Europa reagiert. “Die von Volkswagen getäuschten Kunden haben eine Geste der Entschuldigung verdient, kein Mitleid oder sogar Verhöhnung durch den Volkswagen Vorstand”, sagte Müller. “Volkswagen schadet mit seinem Kunden-Bashing dem Image der gesamten deutschen Automobilindustrie”. Der Volkswagen Chef hatte die Schlechterstellung von im Dieselskandal betroffenen deutschen Kunden gegenüber Volkswagen Käufern in den USA mit dem Hinweis verteidigt, dass die rechtlichen und regulatorischen Umstände hierzulande “komplett anders” als in Amerika seien. Die Ausgangssituation sei “völlig unterschiedlich”, daher könne man das “nicht über einen Kamm scheren, sagte Müller. “Den Kunden in Europa entsteht kein Nachteil, weder beim Verbrauch noch bei den Fahreigenschaften. Und wenn ich das anfügen darf: Auf der einen Seite kritisieren viele die amerikanische Gesetzgebung in anderen Zusammenhängen, siehe TTIP. Wenn es aber darum geht, selbst Vorteile daraus zu ziehen, scheint das amerikanische Recht auf einmal der richtige Weg zu sein”. Der VZBV-Chef mahnte, europäische Kunden dürften im Vergleich zu US-amerikanischen nicht Kunden zweiter Klasse sein und leer ausgehen. “Das ist eine Frage der Gerechtigkeit”, sagte Müller. “Die Garantie, dass den Kunden in Europa kein Nachteil bei Kraftstoffverbrauch und Leistung entstehe, belässt das Risiko des Wertverlustes der manipulierten Volkswagen Fahrzeuge bei den getäuschten Kunden”. Auch innerhalb der Bundesregierung wurde Kritik laut. “Ob bei dem Fehlverhalten des Volkswagen Managements Kundenschelte das Richtige ist? Habe da berechtigte Zweifel”, schrieb der Parlamentarische Staatssekretär im Verbraucherschutzministerium, Ulrich Kelber (SPD), auf Twitter. Der Volkswagen Chef hatte sich auch kritisch zur Haltung deutscher Autofahrer zum Thema E-Mobilität geäußert. “Auf der einen Seite denken und handeln viele Deutsche im Alltag grün, wenn es aber um E-Mobilität geht, haben wir als Verbraucher spitze Finger. So ganz habe ich dieses paradoxe Phänomen noch nicht verstanden”, sagte Müller. Er wies zudem Vorwürfe gegen die Branche zurück: “Die Autoindustrie hat da nichts verschlafen. Am Angebot mangelt es nicht, sondern an der Nachfrage”. Müller zeigte sich aber zuversichtlich, dass schon in wenigen Jahren deutlich mehr Elektroautos gekauft werden. “Die Preise werden sinken, die Reichweite steigt, die Ladezeit wird kürzer – all die Punkte, die den Erfolg der E-Mobilität bisher behindert haben. +++

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