Tagesschau

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+++ Nach dem Sturz von Automanager Carlos Ghosn in Japan hält Frankreich an der Machtverteilung in der ALLIANZ zwischen Renault und Nissan fest. “Der General-Direktor von Renault muss Präsident der Allianz bleiben”, forderte Wirtschaft und Finanz minister Bruno Le Maire. “Ich wünsche nicht, dass es Änderungen gibt bei den Macht-Gleichgewichten zwischen Renault und Nissan”, sagte Le Maire. Sein Wort hat in Paris Gewicht, denn der französische Staat ist zu 15 % an Renault beteiligt. Ghosn war festgenommen worden, weil er gegen japanische Börsenauflagen verstoßen haben soll. Renault ist zu 43,4 % an Nissan beteiligt, die Japaner ihrerseits zu 34 % an Mitsubishi. Nissan wiederum hält einen Anteil von 15 % an dem französischen Autokonzern, verfügt dabei aber über keine Stimmrechte. Renault hatte sich bereits in der vergangenen Woche eine kommissarische Führung gegeben. Le Maire hatte gesagt, Ghosn sei zur Zeit nicht in der Lage, das Unternehmen zu führen. Topmanager Thierry Bolloré fungiert übergangsweise als Chef, Ghosn blieb aber offiziell Vorsitzender und CEO. Dem Vernehmen dürfte der gebürtige Brasilianer aber bei Renault nicht auf Dauer auf dem Spitzenposten zu halten sein, falls sich die Vorwürfe gegen ihn bewahrheiten sollten. +++

+++ Vertriebschef Bram Schot hat als Interimsvertretung den Vorsitz im AUDI Vorstand von Rupert Stadler übernommen. Eigentlich sollte der Niederländer nur vorübergehend die Führung bei Audi übernehmen, bis der bisherige BMW Manager Markus Duesmann zum Chef ernannt wird. Seine vertragliche Sperrklausel machte den Ingolstädtern dabei aber einen Strich durch die Rechnung. Schot soll nun doch ‘richtiger’ Chef bei Audi werden. Laut eigenen Aussagen hätte er “darauf auch große Lust”. Den Posten sollte eigentlich Markus Duesmann vom Konkurrenten BMW besetzen. Der Manager komme aber aus Wettbewerbsgründen weiterhin nicht aus seinem Vertrag, heißt es in dem Bericht. Duesmann wäre damit bis zum Herbst 2020 gesperrt. So lange wolle Volkswagen aber die Position nicht freihalten, da Entscheidungen zu neuen Produkten liegen geblieben sein sollen und sich viele Mitarbeiter eine konstante Führung wünschen. Dennoch wollen die Ingolstädter den BMW Manager holen; in welcher Funktion ist allerdings nicht bekannt. Die Führungsposition bei Audi wurde vakant, als der ehemalige Chef Rupert Stadler wegen möglicher Verstrickungen im Dieselskandal mehrere Monate in Untersuchungshaft saß und schließlich den Autobauer in beiderseitigem Einvernehmen verlassen hatte. +++

+++ Hohe Rohstoffpreise, Investitionen in die Elektromobilität und steigende Zölle haben die Gewinnspanne in der AUTOBRANCHE weltweit auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise gedrückt. Wie aus einer Untersuchung der Wirtschaftsberatung EY hervorgeht, sank der Absatz der verkauften Fahrzeuge im dritten Quartal erstmals seit 2009 um 3,7 % 18,4 Millionen Fahrzeuge. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging zwischen Juni und September um 3,3 % auf €19,3 Milliarden zurück. Im internationalen Vergleich nahm Toyota erneut einen Spitzenplatz mit einem Absatzplus von 2 % auf 2,68 Millionen Autos ein. Es folgen Volkswagen (2,4 Millionen) und General Motors (1,98 Millionen). Dank des schwachen Yen, der japanische Exporte im Ausland günstiger macht, konnte Toyota auch den operativen Gewinn gegen den weltweiten Trend um 10,9 % steigern. Für die deutschen Hersteller sank der Absatz mit 2,7 % zwar weniger als im globalen Durchschnitt. Beim operativen Gewinn verbuchten sie aber ein Minus um 7,6 % auf €6,9 Milliarden. Für die deutschen Autokonzerne sei die Situation derzeit schwierig, sagt EY Partner Peter Fuß: “Zum einen bringen die Nachwehen der Dieselkrise, die die deutschen Autobauer bereits mehr als €30 Milliarden gekostet hat, weitere Belastungen mit sich”. Zum anderen führten negative Währungseffekte zu hohen Einbußen bei Umsatz und Gewinn. Und auch die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China brächten Probleme. Angesichts der anstehenden Milliarden-Investitionen in digitale Dienste, Elektromobilität und autonomes Fahren dürfte das nach Einschätzung der Experten von EY so bleiben. “Daher muss sich die Branche auf niedrigere Margen als in den zurückliegenden Boom-Jahren einstellen”, glaubt Auto- und Verkehrsexperte Constantin Gall. +++

+++ BMW konnte mit seiner Kernmarke seinen Absatz im Oktober zwar leicht steigern. Nach den ersten 10 Monaten liegen die Münchner aber weiter hinter dem Konkurrenten Mercedes. Im Vormonat verkaufte der Konzern weltweit 171.131 Autos der Marke BMW und damit 1,6 % mehr als ein Jahr zuvor. Damit steht der Autobauer nach 10 Monaten bei 1,74 Millionen verkauften Premiumautos, der Rückstand auf Daimlers Hausmarke mit 1,91 Millionen Wagen liegt nun bei knapp 168.000 Fahrzeugen und ist wieder leicht gewachsen. Daimler hatte im Oktober nach mehreren Monaten Flaute wieder mehr Autos verkauft. Die Volkswagen Tochter Audi liegt mit 1,53 Millionen Wagen deutlich hinter den Konkurrenten. In Deutschland konnte der BMW Konzern mit einem Absatzplus von fast einem Viertel im Oktober kräftig zulegen, was laut einer Sprecherin sowohl an der Marke BMW als auch an der Kleinwagenserie Mini lag. Nach der Einführung des neuen EU Abgas und Verbrauchsprüftests WLTP zum 1. September ist das Modellangebot bei einigen Wettbewerbern, insbesondere aus dem VW Konzern, deutlich eingeschränkt. Audi etwa verkaufte in Deutschland im Oktober weniger als halb so viele Fahrzeuge wie vor einem Jahr. BMW Verkaufsvorstand Pieter Nota sprach angesichts der Absatzzahlen von anspruchsvollen Rahmenbedingungen und einem Fokus auf die Rendite. “Dies gilt insbesondere für Europa, wo der Markt nach Einführung des neuen WLTP Testverfahrens weiterhin unter signifikantem Preisdruck steht”, sagte Nota. Positiv verlaufe der Absatz von elektrifizierten Autos seit Jahresbeginn mit einem Plus von mehr als 40 %. BMW Vorstandschef Harald Krüger will die eigene Stammmarke 2020 im Verkauf wieder vor Daimlers Premiummarke Mercedes sehen. Inklusive Mini liegen die Münchner derzeit vor den Stuttgartern, wenn deren Kleinversion Smart dazugerechnet wird. Der BMW Konzern hat per Oktober 2,04 Millionen Autos abgesetzt, Daimler 2,01 Millionen. +++

+++ Der chinesische Hersteller CHERY hat mit seiner Marke Exeed große Pläne für den europäischen Markt. Dafür bringt der Autobauer viel Geduld mit. Die Exeed Modelle sollen, typisch chinesisch, rollende Computer sein. Zum Beispiel in Russland und in asiatischen Schwellenländern kann Chery auf Erfolge verweisen. Rund 300.000 Fahrzeuge liefert das Unternehmen jedes Jahr dorthin. Jetzt gerät Europa ins Blickfeld. Zielmärkten sind Deutschland, Österreich, der Schweiz, sowie den Niederlanden und Norwegen. Die Erinnerung an Landwind und Brilliance lebt nicht nur in den Archiven der Auto-Medien fort, sondern auch im Bewusstsein der Strategen der chinesischen Hersteller. Die üben sich in Geduld und setzen einen Schritt vor den anderen. Der Verkauf wird deshalb nicht wesentlich vor 2021 starten. Den Erfolg in Europa soll die Marke Exeed bringen. Den Namen Chery will Tüting nur dann verwenden, wenn das Markenrechtlich nicht anders möglich sein wird. Die Exeed Modelle sollen die heute typischen chinesischen Produktmerkmale aufweisen: Sie sind das rollende Internet, das Smartphone auf vier Rädern, designorientiert, gut ausgestattet und elektrifiziert. Was darunter zu verstehen ist, zeigte Chery / Exeed im September 2017 auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt. Ein mittelgroßes SUV und ein aggressiv auftretendes Concept-Car. Auf der Messe sah man entsprechende Modelle der chinesischen Marke Qoros, die in Europa bereits einige Bekanntheit erlangt hat. Damals war Chery noch zu 50 % am Qoros beteiligt. Jetzt steht nur noch eine Minderheitenbeteiligung zu Buche, und Chery / Exeed geht einen eigenen Weg. +++

+++ Halter manipulierter DIESEL fahrzeuge können in Bayern von den Behörden dazu verpflichtet werden, ihre Autos mit Softwareupdates nachzubessern. Das Münchner Verwaltungsgericht hat 7 Klagen von 6 betroffenen Fahrern zurückgewiesen. “Die Fahrzeuge entsprechen im Moment eben nicht den gesetzlichen Vorgaben”, begründete der Vorsitzende Richter, Dietmar Wolff, die Entscheidung. Die Halter hatten sich trotz behördlicher Bescheide geweigert, die Diesel Updates in der Werkstatt vorzunehmen. Sie fürchten nach Aussage ihres Anwalts Folgeschäden an den Fahrzeugen. Die bayerischen Behörden hatten ihnen daraufhin untersagt, die Wagen weiter zu nutzen; vereinzelt war ihnen nur die Fahrt in die Werkstatt erlaubt. Weil die Anordnungen aber unter Vorbehalt des nun gefallenen Urteils standen, konnten die Betroffenen ihre Fahrzeuge weiter ohne Einschränkungen nutzen. Auch nach der aktuellen Entscheidung droht ihnen zunächst kein Stillstand. Das Verwaltungsgericht ließ die Möglichkeit der Berufung zu. Sollte das Verfahren in die nächste Instanz gehen, können die Halter ihre Wagen mindestens so lange weiter nutzen, bis dort ein Urteil gefällt wird. +++

+++ Alternativen Antrieben gehört die Zukunft. Vor allem ELEKTROAUTOS sind gefragt. Mit den Absatzzahlen steigt aber eine Gefahr, die vielleicht den wenigsten bewusst ist. Denn immer mehr Elektroautos bedeuten immer mehr Batterien. Doch wie sicher sind die Energiespeicher eigentlich, vor allem, wenn sie für den Straßenverkehr bald in Massen produziert werden müssen? Nach langer Anlaufzeit interessieren sich inzwischen in Deutschland immer mehr Menschen für die umweltfreundlichen Stromer. Eine nicht unerhebliche Rolle bei dieser Entwicklung dürfte die Diesel-Debatte mit drohenden Fahrverboten in deutschen Städten spielen. Reichweitenangst und eine mangelnde Infrastruktur waren bisher die großen Problemzonen der Elektromobilität. Doch da haben die Autobauer aufgeholt und große Fortschritte gemacht. Einige Elektroautos kommen mittlerweile bis zu 400 Kilometer weit und manche sogar darüber hinaus. Und auch bei den Schnellladestationen geht es vorwärts, aber bis zur flächendeckenden Versorgung ist es noch ein weiter Weg. Mit den Absatzzahlen steigt aber eine Gefahr, die vielleicht den wenigsten bewusst ist. Denn immer mehr Elektroautos bedeuten immer mehr Batterien. Doch wie sicher sind diese Energiespeicher eigentlich, vor allem, wenn sie für den Straßenverkehr bald in Massen produziert werden müssen? Eine entscheidende Rolle spielt der Brandschutz. Denn brennende Elektroautos, explodierende Smartphones oder Unfälle mit E-Zigaretten beherrschen die Schlagzeilen. Auch wenn diese Produkte auf den ersten Blick völlig unterschiedlich sind, so haben sie doch eines gemeinsam: E-Fahrzeuge, Handys und elektrische Zigaretten werden heute meist von einem Lithium/Ionen Akku gespeist. Und in diesem Energiespeicher kann es zu einem elektrischen Kurzschluss kommen, der eine Kettenreaktion auslöst. Das Elektrolyt entzündet sich; das bezeichnen Experten dann als “Thermisches Durchgehen” oder “Thermal Runaway”. Und so suchen die Autohersteller und Zulieferer nach Lösungen, um die Auswirkungen eines Batteriebrandes einzudämmen oder gar ganz zu verhindern. Der Durchbruch lässt noch auf sich warten. Doch jetzt ist man mit neuen Materialien für die “Batterie Sicherheit” möglicherweise einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Der US-amerikanische Multitechnologie Konzern 3M hat eine dünne endothermische Isolationsmatte entwickelt, die das “Thermische Durchgehen” der nächsten Zelle um mehr als 15 Minuten verzögern oder sogar stoppen kann. Damit übertrifft die neue 3M Isolationsmatte die globalen Richtlinien für die Sicherheit von Elektrofahrzeugen deutlich. Die UN Global Technical Regulation (GTR 20) schreibt eine Verzögerung von 5 Minuten vor. Oft müssen Fahrer und Passagiere nach einem Unfall aber erst noch von den Helfern aus dem zerstörten Auto befreit und geborgen werden, und das dauert natürlich seine Zeit. Daher kann eine Verzögerung von 15 Minuten, wie sie die neue 3M-Isolationsmatte verspricht, lebensrettend sein. “Alle wollen mehr Reichweite. Deshalb setzt man Batterien mit höherer Energiedichte ein. Und damit wird das Thema der Batterie-Sicherheit zunehmend wichtiger”, sagt Christoph Küsters, Innovations-Manager Automotive Electrification bei 3M, in einem Interview mit dem Motor-Informations-Dienst. Fahrzeuge, bei denen die Batterie das Fünf-Minuten-Level nicht erreicht, kommen erst gar nicht auf den Markt, betont der Fachmann. 3M hat beim Thema “Batterie-Sicherheit” noch eine weitere Neuentwicklung in der Pipeline. Dabei handelt es sich um eine hochtemperaturbeständige, leichte und verformbare keramische Fasermatte. Sie soll das Durchbrennen des Aluminium-Batteriedeckels bei einem Unfall verhindern. Diese Neuentwicklungen wurden laut 3M mit führenden deutschen Herstellern und Forschungsinstituten vorangetrieben und in Thermal-Runaway-Versuchen mit Hochenergiezellen überprüft. Außerdem befinden sich diese Materialien in Erprobungen, die gemeinsam mit Herstellern und Zulieferern erfolgen, heißt es. Experten stellen den 3M-Innovationen ein gutes Zeugnis aus. Es sei erforderlich, die Batterie immer im zulässigen Arbeitsfenster (Wohlfühlbereich) zu betreiben, und darum kümmere sich das Batteriemanagementsystem (BMS) auch zuverlässig, erläutert Dr. Harry Döring, Fachgebietsleiter im Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg. Was aber, wenn es dennoch zu nicht kontrollierbaren Ereignissen kommt? “Dann muss die Batteriekonstruktion beziehungsweise die Batterieumgebung entsprechend gestaltet sein, diese Situation aufzufangen um das Fahrzeug auch bei unvorhergesehenen Ereignissen sicher zu machen. Daran wird intensiv bei den Automobilisten, ihren Entwicklungspartnern und Zulieferern gearbeitet”, sagt Harry Döring dem mid. Einen Zeitplan gibt es bereits. “Die Einführung der Produkte ist ab 2019/2020 geplant”, betont Christoph Küsters. Und wer weiß: Vielleicht gehören Bilder von brennenden Fahrzeugen infolge eines Batterie-Kurzschlusses schon bald der Vergangenheit an. +++

+++ Um mehr Geländewagen und Pick-up-Trucks bauen zu können, will FORD Hunderte seiner Arbeiter in andere Fabriken versetzen. Dabei würden weder Stellen abgebaut noch neu geschaffen, teilte der nach General Motors zweitgrößte US-Autohersteller mit. So sollen im Bundesstaat Michigan, wo Ford seine Zentrale in der Stadt Dearborn hat, 500 Mitarbeiter von einer Fabrik in eine andere, nahe gelegene Anlage versetzt werden. Auch in Kentucky ist demnach ein ähnlicher Transfer geplant. Zudem sollen 150 Arbeiter eines Werks in Michigan neue Posten in anderen Fabriken angeboten bekommen. Die Autogewerkschaft UAW zeigte sich zuversichtlich, dass alle betroffenen Mitarbeiter in nahe gelegenen Werken eingesetzt würden. Während SUVs und Pick-up-Trucks in den USA gefragt sind, lässt das Interesse der Kunden an klassischen Limousinen immer mehr nach. Ford hat deshalb bereits angekündigt, die Produktion solcher Modelle in Nordamerika ganz einzustellen. +++

+++ Die Regierung von FRANKREICH drängt auf die Schaffung eines europäischen Elektrofahrzeug-Konsortiums, um die zukünftige Nachfrage zu befriedigen. Das Airbus Projekt könnte dabei das perfekte Vorbild sein. “Es muss ein Konsortium auf europäischer Ebene sein, weil der französische Markt allein nicht ausreicht”, so der französische Umweltminister François de Rugy, “wir hoffen, nächstes Jahr einige Fortschritte zu erzielen. Wir unterstützen die Schaffung eines europäischen Batteriesektors. Wir arbeiten mit der Industrie, insbesondere derjenigen in Frankreich, zusammen, um diesen Sektor aufzubauen”. Während europäische OEMs (darunter die französische Renault-Gruppe und die Groupe PSA) stark in die Elektro-Technologie investieren, sind diese auf die Batterietechnologie aus Asien angewiesen. Maros Sefcovic, der für Energie zuständige Vizepräsident der Europäischen Union, schwebt dabei ein Konsortium nach dem Vorbild von Airbus vor. Die Kommentare von De Rugy folgen der Ankündigung der deutschen Regierung, eine Milliarde Euro anzubieten, um die Herstellung von Festkörperbatterien der nächsten Generation zu beschleunigen. +++

+++ Die Zweifel an den Vorwürfen gegen Carlos GHOSN mehren sich. In Japan werden Stimmen laut, die sagen, der Manager werde zu Unrecht festgehalten. Die angeblich nicht angegebenen Zahlungen habe Ghosn gar nicht erhalten. Ghosn soll dem Fiskus gar keine Gehaltszahlungen verschwiegen haben. Stattdessen handle es sich dabei um Bonuszahlungen, die er mit Nissan für die Zeit nach seinem Ausscheiden ausgehandelt habe. Jene Gelder seien dementsprechend noch gar nicht geflossen und müssten deshalb auch nicht angegeben oder gar versteuert werden, meint etwa der ehemalige Staatsanwalt Nobuo Gohara. In Japan seien solche Vereinbarungen durchaus üblich, so der Jurist weiter. Diese würden aber nicht der Börsenaufsicht gemeldet. Gohara hält die Inhaftierung Ghosns deswegen für “vermutlich unrechtmäßig”, auf jeden Fall aber für unverhältnismäßig. Die Staatsanwaltschaft stellt die zusätzlichen Zahlungen dagegen als Tatsache hin. In ihren Augen hat der Manager statt der angegebenen umgerechnet gut €38 Millionen mehr als das Doppelte von dem Konzern erhalten. Sollten die Behörden Ghosn das nachweisen können, drohen ihm bis zu 10 Jahre Haft. Im Raum steht zudem der Vorwurf, dass sich Ghosn auf Firmenkosten Immobilien besorgen lassen hat. Allerdings ist auch hier unklar, ob er damit gegen Gesetze verstoßen hat. Zudem soll das Management von Nissan sowohl von den Bonuszahlungen als auch der privaten Nutzung der Häuser gewusst haben. Ghosn und der ebenfalls inhaftierte frühere Nissan Manager Greg Kelly bestreiten bislang alle Vorwürfe. Jurist Gohara vermutet, dass die Staatsanwaltschaft die Männer auch deshalb in Haft behalte, da sie sich sonst blamieren könnte. Allerdings steht auch so eine Menge für die handelnden Personen auf dem Spiel, da der Gesichtsverlust im Falle eines verlorenen Prozesses noch deutlich größer wäre. Auch für Nissan und Mitsubishi ist die Sache heikel: Sollten sich die Vorwürfe tatsächlich als falsch erweisen, könnte Ghosn gegen die Autobauer klagen; auch, weil diese ihn ohne Anhörung gefeuert hatten. In der Zwischenzeit kursieren auch mehrere Gerüchte, warum die Behörden so schnell zugriffen. Eine der am häufigsten aufgestellten Vermutungen ist dabei, dass die Japaner eine von Ghosn angestrebte Fusion von Renault und Nissan verhindern wollten. Ganz offiziell hatten Nissan und Mitsubishi zuletzt verkündet, mit der Machtverteilung in der Allianz mit den Franzosen nicht einverstanden zu sein. +++

+++ Der nächste BMW M3 kommt mit 500 PS, Handschaltung und auch mit Hinterradantrieb. Allrad-antrieb wird auch angeboten. Allerdings ist noch unklar, ob es zwei Konfigurationen geben wird oder ob der abschaltbare Allradantrieb aus dem aktuellen M5 Einzug hält. Die 6-gangschaltung wird durch eine 8-gangautomatik ergänzt. Sollte es keinen abschaltbaren Allradantrieb geben, wird die Handschaltung wohl serienmäßig in der Version mit Hinterradantrieb zu finden sein. Auch der M3 profitiert von der Diät, auf die BMW die komplette 3er-Reihe setzt: Das niedrigere Gewicht soll vor allem durch den verstärkten Einsatz von Aluminium erreicht werden; der 3er basiert auf der neuen CLAR-Plattform. Diese würde theoretisch auch den Einsatz der Hinterradlenkung erlauben. Das Leergewicht soll unter dem des nur 1.585 Kilo schweren M3 CS liegen. Auch bei der Leistung dürfte der nächste M3 das Sondermodell M3 CS mit 460 PS übertrumpfen. Die Münchner setzen dazu weiterhin auf den markentypischen Biturbo-Reihensechszylinder. Gerüchten zufolge soll er rund 500 PS leisten und ein 48 Volt Mildhybridsystem bekommen. Auch die Wassereinspritzung aus dem M4 GTS könnte der M3 übernehmen. Der nächste M3 könnte 2020 präsentiert werden. Autointernationaal.nl geht davon aus, dass der M3 in die Niederlande rund 105.000 Euro kosten wird. +++

+++ MERCEDES-BENZ investiert in die Erweiterung seines US Werk Tuscaloosa eine Milliarde Dollar. Dadurch entstehen voraussichtlich über 600 neue Arbeitsplätze. Geplant ist außerdem der Bau einer Batteriefabrik. In Tucscaloosa sollen künftig Elektrofahrzeuge der Produkt und Technologiemarke EQ vom Band laufen. Die Ausbaupläne wurden im Rahmen der Feier zum 20 jährigen Produktionsjubiläum in Tuscaloosa bekannt gegeben. Das Werk in Alabama ist Produktionsstandort für die aktuellen SUV Baureihen GLE, GLS und GLE Coupé. Außerdem wird hier die C-Klasse Limousine für den nordamerikanischen Markt produziert. Im Jahr 2016 liefen im Werk mehr als 310.000 Fahrzeuge vom Band. Aktuell beschäftigt Mercedes dort rund 3.700 Mitarbeiter auf dem mehr als 400 Hektar großen Werksgelände. Die Produktion von EQ Modellen in Tuscaloosa wird zu Beginn des nächsten Jahrzehnts anlaufen. Die Elektrofahrzeuge werden in die bestehende Serienproduktion des Werks integriert, “was durch frühzeitige Investitionen in die Flexibilität und technische Ausstattung sowie den Einsatz von zukunftsweisenden Industrie 4.0-Technologien möglich ist”, so Mercedes. Mit dem Werk Tuscaloosa wird Mercedes-Benz über sechs Standorte für die Produktion von Elektrofahrzeugen auf drei Kontinenten verfügen. Bis 2022 wird Mercedes-Benz Cars das gesamte Portfolio elektrifizieren und plant mit mehr als 50 elektrifizierten Fahrzeugvarianten. +++

+++ Der OPEL Astra erhält einen neuen Motor an der Spitze der Dieselpalette. Hinter dem 1,6-Liter-Biturbo verbirgt sich eine Weiterentwicklung des vor einiger Zeit aus dem Programm genommenen Motors. Er verliert im Rahmen der Euro6d-Temp Anpassung zwar 10 Pferdestärken, doch dank Biturbo und vor allem der elektrisch verstellbaren Schaufeln beim kleineren Lader spricht der 150 PS starke Antrieb sehr früh an. Mit Literleistungen von 94 PS und 220 Newtonmetern steht der Selbstzünder für dynamischen Vortrieb. Dabei hält auch er sich mechanisch und akustisch angenehm zurück. Von 0 bis 100 km/h beschleunigt der Biturbo den Astra im Idealfall in 9,0 Sekunden (Sports Tourer: 9,2 s) und auf bis zu 225 km/h Höchstgeschwindigkeit. Den Zwischenspurt von 80 auf 100 km/h erledigt der Opel im fünften Gang in 7,1 Sekunden und überholt damit in dieser Disziplin den 200 PS Insignia. Serienmäßig spendiert Opel dem Topdiesel eine Sport Taste, die das Ansprechverhalten von Lenkung, Gaspedal und Dämpfung noch einmal erhöht. +++

+++ Volkswagen will Elektroautos für den chinesischen Markt zusammen mit dem chinesischen Partner Anhui Jianghuai Automobile (JAC) und seiner spanischen Konzernmarke SEAT entwickeln. Alle drei Partner unterzeichneten eine Absichtserklärung, wonach vor Ort in China eine Plattform für ein batteriegetriebenes Fahrzeug entwickelt werden soll, wie Volkswagen mitteilte. Schon im Juli hatte VW angekündigt, dass JAC Volkswagen die Marke Seat auf den chinesischen Markt bringen werde. Bis 2021 werde der Markteintritt stattfinden, hieß es jetzt. JAC Volkswagen wird die Seat Modelle gemeinsam mit der spanischen Marke elektrifizieren. Überdies kündigten die Beteiligten den Bau eines Entwicklungszentrums bei JAC Volkswagen an. Hier sollen Zukunftstechnologie für den chinesischen Markt entwickelt werden, darunter Lösungen für Autonomes Fahren. Noch in diesem Jahr soll der Bau beginnen. +++

+++ Die Suche nach einem konkreten Standort läuft: VOLKSWAGEN will in den USA ein neues Werk bauen und dort Elektrofahrzeuge für den US Markt herstellen. Der Konzern will damit auch Tesla Konkurrenz machen. Diese Nachricht dürfte US Präsident Donald Trump gefallen: Volkswagen will ein neues Werk in Nordamerika bauen, um dort Elektrofahrzeuge für den US Markt herzustellen. Die Gespräche und Überlegungen zur Auswahl des Standorts liefen bereits, sagte der neue Nordamerika Chef Scott Keogh am Rande einer Automesse in Los Angeles. Das neue Fahrzeug solle 2020 unter der Marke Volkswagen zu einem Kaufpreis von 30.000 bis 40.000 Dollar vorgestellt werden. Um diesen Zeitrahmen zu halten, werde das neue E-Auto zu Beginn außerhalb der USA gefertigt, später dann soll die Produktion an dem neu ausgewählten Standort in den USA erfolgen. Eine Option könnte das bestehende Volkswagen Werk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee sein, wo der Passat und der Atlas gebaut werden. Volkswagen will mit einem neuen Elektroauto auch den US Pionier Tesla angreifen. Die Pläne sind Teil der massiven Investitionen des größten europäischen Autobauers in E-Fahrzeuge. VW hatte kürzlich beschlossen, bis 2023 knapp €44 Milliarden in die Elektromobilität, das autonome Fahren, Mobilitätsdienste und die Digitalisierung zu stecken; €10 Milliarden Euro mehr als VW für den letzten Planungszeitraum bis 2022 angesetzt hatte. Vorstandschef Herbert Diess will Volkswagen damit zu einem führenden Anbieter von Elektroautos umbauen. US-Präsident Trump hatte die Autobranche zuletzt wieder stärker in den Fokus gerückt. Er zeigte sich vor allem über harte Sparmaßnahmen beim US Hersteller General Motors verärgert und hat erneut höhere Zölle auf Autoimporte in die USA ins Spiel gebracht. Trump könnte schon kommende Woche Sonderzölle auf Autoimporte verhängen. In diesem angespannten Klima stimmte BMW Chef Harald Krüger auf der Autoshow in Los Angeles versöhnliche Töne an. Der Konzern prüfe eine zweite Produktionsanlage in den USA, in der Motoren und Getriebe hergestellt werden könnten, sagte er. “Wir sind in einer Lage, in der man über einen zweiten Standort nachdenken kann”. Das sei auch eine Absicherung gegen Währungsturbulenzen. BMW hat in South Carolina bereits ein Montagewerk und will im nächsten Jahr ein Werk in Mexiko eröffnen. +++

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